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11. Februar 2026

Der wilde Mensch

Schon in der Grundschule habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht, warum der Mensch im Gegensatz zu den Kühen auf unserem Bauernhof wild und nicht zahm ist, nämlich weil er sich der Welt stellt, weil niemand ihm das Überleben in ihr abnimmt.

Als Spezies ist dies jedenfalls bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbestreitbar, jedoch wird es auf individueller Ebene durch staatliche Institutionen in Frage gestellt. Da der Mensch aber eine undifferenzierte Spezies ist, im Gegensatz etwa zu den Ameisen, wenn man einmal vom Unterschied zwischen Männern und Frauen abstrahiert, wiewohl die Undifferenziertheit in Form der menschlichen Geister, Erregte, Leistungs- und Umgangsfordernde und Gestimmte, variiert, was im Falle ihrer hochkulturellen Verbindung,
  • Erregte & Fordernde: tibeto-japanisch,
  • Erregte & Gestimmte: semitisch,
  • Leistungsfordernde & Gestimmte: romanisch und
  • Umgangsfordernde & Gestimmte: arisch,
einer natürlich fehlenden Differenzierung kulturell nachhilft, muß in jedem einzelnen die Wildheit der Spezies angelegt sein, was uns auf die Frage führt, wie Kinder Erwachsene und im besonderen Lehrer sehen.

Kinder unterteilen Lehrer zunächst in drei Klassen:
  1. ihren Instinkt teilende,
  2. ihren Instinkt nicht teilende und
  3. unverstandene.
Erstere werden nicht weiter unterschieden und das kindliche Verhalten ihnen gegenüber ist verhandelnder, abtastender Art.

Die zweiten werden danach unterschieden, ob sie ihren Instinkt offen nicht teilen oder dies zu vertuschen suchen, indem sie sich manipulativ freundschaftlich geben. Ist letzteres der Fall, so mißtrauen Kinder ihnen, und wenn ersteres der Fall ist, hängt es vom Geschlecht des Lehrers ab, ob sich die Kinder über die Lehrerin ärgern oder den Lehrer verachten.

Und letztere werden danach unterschieden, ob die Kinder versuchen sie zu verstehen oder nicht. Versuchen sie sie zu verstehen, so schwankt ihr Urteil zwischen ihren Instinkt teilenden und ihn vertuscht nicht teilenden. Und wenn sie sie nicht zu verstehen suchen, was den strengen Lehrer als solchen kennzeichnet, so versuchen sie lediglich, ihn irgendwie zu überstehen.

Aus der Sicht eines Kindes sind Erwachsene also freundlich, verwerflich, schleimig, mysteriös oder streng, wobei es vom Geist eines Kindes abhängt, welche Erwachsenen seinen Instinkt teilen, und ein guter Lehrer in der Lage ist, genug von jedem Geist zu teilen, um von allen als freundlich angesehen zu werden.

In der abendländischen Tradition ist die Institution oder das Amt wichtiger als der Mensch, und dies entspricht dem menschlichen Instinkt natürlicherweise nicht, weshalb sich allerorten Schleimer tummeln.

Der Koran ergreift überdeutlich für den Instinkt des Menschen Partei, auch wenn einzelne Staaten, vor allem am oder östlich des Indus, also arische oder tibeto-japanische, ihn proinstitutional auszulegen versuchen, was aber nicht unbedingt heißt, daß er ihn gut heißt, sondern lediglich, daß er ihn zur Ausgangsbasis der gesellschaftlichen Ordnung macht: Viele Suren sprechen über den Menschen wie die Nordseeanrainer über das Wetter.

Im Falle des Christentums wird Paul grundsätzlich proinstitutional verstanden, was mich nicht weiter anficht, da ich Paul nicht als Autor, sondern nur als Lektor akzeptiere. Johannes 1 beläßt es bei der Feststellung, daß im Begriff das Leben als Licht der Menschen war, was nicht jeder proinstinktiv auslegen dürfte, doch wenn Christus sagt: Ihr suchet mich nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt und seid satt geworden, so bezieht er sich auch für den Einfachsten auf einen natürlichen Hunger.

Die beiden Verhaltensweisen, welche der Instinkt des Menschen die Kinder heißt, gegenseitiges verhandelndes Abtasten, Einlassen auf den und Übernahme von Positionen des Andern und die gegebenen Umstände zu überstehen, Freundlichkeit und Strenge, welche sich beide von Einem auf den Andern übertragen, genügen meines Erachtens, um in Form der Gehießenheiten, Vorliebe, (subjektiver) Glaube und Gewissen, eine christliche Gesellschaft zu begründen. Tatsächlich begegnen wir in unseren Gesellschaften aber Vielen, welche ein Kind für schleimig oder verwerflich hält, und nicht selten in Amt und Würden.