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11. Februar 2026

Subjektiver Aberglaube

Über Aberglauben habe ich ja schon geschrieben, aber über abergläubisch verursachte Wahnvorstellungen nicht.

Festzuhalten ist zunächst, daß es solche gibt. Insbesondere ein geplagter Geist mag sich hinsichtlich seines Seelenheils in solchen verstricken.

Fordernde neigen dazu, metaphysische Aussagen als Versuche einzuschätzen, ihnen genau solche einzuflößen, wahrscheinlich, weil sie aufgrund ihrer stärker ausgeprägten Sozialität auch stärker zur Geplagtheit neigen, und daraus entwickelt sich bisweilen ein antireligiöser Sadismus, bei welchem sie den Spieß aus ihrer Perspektive umkehren.

Nicht jede abergläubisch verursachte Wahnvorstellung beruht dabei auf einem brüchigen Geist, es mag sich auch um eine narzißtisch motivierte Selbstüberhöhung handeln.

Wie auch immer, aus der Perspektive bestimmter Menschen handelt es sich bei ihnen um Religiosität, und ein paar Wenige von ihnen begrüßen sie als solche, während die überwiegende Mehrheit sie vehement ablehnt und bekämpft.

Es gibt drei verschiedene Bewußtseinszustände, welche in diesem Zusammenhang zu behandeln sind:
  1. flaches Bewußtsein, entweder beständig oder nach Schlafentzug,
  2. abergläubisch verursachte Wahnvorstellungen und
  3. tiefes Bewußtsein einschließlich einer Ahnung der Kräfte, welche unsere Gedanken erwachen lassen,
und letzterer begründet die Religiosität, indem er ein Gefühl der Abhängigkeit des eigenen Denkens vermittelt.

Wie ich im vorletzten Beitrag schrieb, lassen sich schöne Erfahrungen durch mit ihnen verbundene Zeichen in Erinnerung rufen, und Religionen machen sich dies etwa beim Handauflegen und Weihrauchschwenken zu Nutze, was aber ebensowenig eine abergläubisch verursachte Wahnvorstellung ist wie der Glaube daran, seinem Seelenheil durch gute Taten zu dienen, oder die plötzliche Erkenntnis von Jesu Güte: Ersteres sind beruhigende Tricks und letzteres Erfahrungen des eigenen (subjektiven) Glaubens, und insofern die Besinnung auf bestimmte Erfahrungen Frieden stiftet, ist auch das kein Aberglaube, sondern eine Form der Sympathie.

Das gesamte Epstein-Eyes Wide Shut-Thema, mit welchem sich das heutige Geburtstagskind Alex Jones zuletzt befaßte, stellt eine Form des subjektiven Aberglaubens dar, durch außerordentliches Verhalten spezielle Gunst von zu ihm passender Seite zu erfahren, was sich wie eine Persiflage auf Leute anhört, welchen ihre ethische Sonderstellung abhanden gekommen ist, aber der psychologische Effekt, welchen es auf die Menschen hat, ergibt sich vornehmlich wieder aus der Instrumentalisierung von Greueln, um das Glauben als solches aus flacher Bewußtseinsperspektive heraus anzugreifen, und besteht somit vornehmlich in Geplagtheit, unterschwelliger Aggressivität und dem hysterischen Wunsch, reinen Tisch mit dem ganzen Hokuspokus zu machen, wie schon mit Corona und der Dämonisierung Rußlands zuvor, und dies richtet mehr Schaden an, als es der subjektive Aberglaube selbst könnte.

Die niederen geistigen Horizonte gegen den gläubigen aufzuhetzen ist natürlich pervers. Wie gesagt verfängt es besonders gut bei Fordernden, während Erregte wahrscheinlich leichter als andere dazu zu bewegen sind, abergläubische Wahnvorstellungen zu begrüßen.