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14. März 2010

Von der weiblich passiven Gestalt der Schicksale

Natürlich ist es allgemein weiblich, Formung zu suchen, und darüber mag es so scheinen, als ob diese Hälfte der Menschheit insgesamt in einer von Passivität und (Ereignis-)Konsum geprägten Kultur ihre natürliche Heimat gefunden hätte.

Gelten tut dies aber nur für die Bewahrerinnen, welche in der Tat stets in einer solchen Subkultur leben.

Ich will an dieser Stelle nicht der Frage nachgehen, in wiefern nicht die heutige Kultur jedem seinen angemessenen Platz zuwiese, obwohl sich an einer solchen stets eine erneuerte Rekapitulation anbietet, sondern vielmehr deutlich machen, wie sich Weiblichkeit und höhere Schicksale mit einander verbinden und wie sie sich also von jenem Klischeebild des reinen Ereignishungers unterscheiden.

Jede Frau ist natürlich ereignishungrig, allerdings unterscheiden sich ihre Erwartungen und Ansprüche. Während eine Bewahrerin damit zufriedengestellt sein wird, daß sich das sie unmittelbar Tangierende ihren Wünschen gemäß gestaltet, besteht die Gestalterin bereits auf gewissen, nicht weiter begründeten Formen, sowohl das Verhalten als auch die Einrichtung betreffend, die Entwicklerin auf Eigenständigkeit und Leistungsfähigkeit des Partners, die Berichtigerin obendrein auf dessen Einsicht und die Verkörpererin auf seinen Willen zur Verantwortlichkeit; dies alles, soweit sie weiblich passiv bestimmt sind, welchen Umstand zu kennzeichnen, sich die weibliche Nomensform anbietet.

Während sich Männer an Bewahrerinnen für gewöhnlich nicht weiter stören, auch wenn sie egoistisch in ihren Ansprüchen sind, ganz einfach, weil die Wünsche hier natürlicherweise zusammenfallen, so enerviert sie der Egoismus der Gestalterinnen für gewöhnlich sehr. Glücklicherweise ist der Egoismus der übrigen Arten indirekt und geht somit dem Konflikt in der Sache aus dem Weg.

Ich sollte vielleicht noch anschließen, daß idealerweise ein Mann nicht gänzlich männlich und eine Frau nicht gänzlich weiblich sein sollte, sondern, wenn man sich das auf einer Skala von Null bis Eins vorstellt, ein Mann bei einem und eine Frau bei drei Vierteln Weiblichkeit liegen sollte, was zu erreichen dadurch begünstigt würde, daß ein Paar anfangs symmetrisch von den jeweiligen Idealzuständen abweicht.

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