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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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1. Februar 2023

Die drei ausleuchtenden Phasen des popkulturellen Zykels

Wie im Beitrag 300 Jahre des popkulturellen Zykels bereits erwogen, beginnt der popkulturelle Zykel mit seiner ausleuchtenden Phase und endet auch wieder mit ihr nach zwei vollen Durchläufen.

Dies folgt, wenn wir ihre Ausleuchtungsbreite noch einmal genauer betrachten.

Beginnen wir mit einer kleinen begrifflichen Erweiterung im Zusammenhang mit den Rückschauen auf Abhängigkeiten, Gültigkeiten und Verantwortlichkeiten. Wir
  • geloben, auf der Grundlage von speziellen Abhängigkeiten einzulösen,
  • glauben (elektiv, im Gegensatz zum antizipativen Glauben, dem Erwarten, welches dem elektiven Glauben selbstverständlich voraufgehen muß), indem wir auf der Grundlage von speziellen Gültigkeiten auslösen, und
  • verpflichten uns (zuvor übernehmen Verantwortung dafür), auf der Grundlage von speziellen Verantwortlichkeiten zu verfolgen.
Die Gesamteindrücke der Rückschauen seien fortan als
  • Abhängigkeiten bündelnde Verlegenheiten,
  • Gültigkeiten bündelnde Einsichten und
  • Verantwortlichkeiten bündelnde Lagen
bezeichnet.

Besinnung auf der Grundlage einer Rückschau sei ebenfalls gesondert bezeichnet, nämlich
  • Einlösung auf der Grundlage eines Gelübdes als seine Annahme im Rahmen einer Behandlung,
  • Auslösung auf der Grundlage eines Glaubens als seine Aufnahme im Rahmen einer Abzielung und
  • Verfolgung auf der Grundlage einer Verpflichtung als ihre Beförderung im Rahmen eines Entwicklungsmusters.
Also handelt es sich bei der
  • konduktiven Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Lagen und den Beförderungen ihrer Verpflichtungen,
  • idealistischen Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Verlegenheiten und den Annahmen ihrer Gelübde und bei der
  • prognostischen Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Einsichten und den Aufnahmen ihrer Glauben.
Betrachten wir nun die erwähnten drei ausleuchtenden Phasen des popkulturellen Zykels, also die Aufklärung 1720, die Systemtheorie 1870 und die gegenwärtige 2020, und fragen, was ihr Anlaß war und was ihre Folge.

Ihr Anlaß 1720 waren verweigerte Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge entsprechend geforderte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben.

Ihr Anlaß 1870 waren eröffnete Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge entsprechend verwirklichte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben.

Und ihr Anlaß 2020 waren verstrickte Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge werden entsprechend geklärte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben sein.

Und wenn wir dies nun betrachten, Verweigerung, Forderung, Eröffnung, Verwirklichung, Verstrickung und Klärung, so sehen wir die Sorge sich darin unter der Herrschaft der Unvernunft erneuern, und erkennen, daß stets diese drei ausleuchtenden Phasen durchlaufen werden werden.

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6. September 2014

Analyse der menschlichen Verhaltensweisen zur Welt

Es ist schon noch etwas zum gestrigen Beitrag zu sagen.

Bewegen und verhalten,
Bewegung und Haltung studieren,
Bewegung und Haltung umsorgen,
an Bewegung und Haltung glauben.

Sich zu bewegen als Ausdruck der Lust und sich zu verhalten als Ausdruck der Achtung, welche zunächst reflektiert werden, bevor sich die Sorge an sie haftet. Daß auch diese Wirkung der Sorge wieder reflektiert wird, muß hier nicht weiter stören, jedenfalls sind durch Bewegung und Haltung die Anfänge gegeben.

Damit wären Singen und Tanzen, Zusammenfassen und Lenken und Verhandeln erklärt.

Es bleibt die Frage, warum Bewegung mit der transzendenten Zurücksetzung zusammenhängen sollte und Haltung mit dem transzendenten Fortschritt.

Implizit habe ich das bereits zuvor behauptet, als ich erstere unter den Dienst im Mächtigen stellte und letzteren unter den im Wesentlichen, aber hier erst wird die Behautpung als solche klar.

Bemerken wir dazu, daß die höheren Seelenteile auf den niederen beruhen, und insbesondere die Achtung auf der Lust. Was bedeutet das für die Entfaltung des Lebens?

Es stellt sich doch so dar, daß die Achtung in die Lust hineinwächst, daß sich das Verhalten danach richtet, was man bewegen kann.

Und die Bereitschaft zu solchem Hineinwachsen in eine neue Welt mag man spezialisierend den Glauben an die Bewegung nennen, womit aber jede Form des Glaubens an eine Grundlage gemeint ist. Und dieser Glaube bedeutet stets, die Grundlage zu weihen, in einem umfassenden Gebet alle in einem schlummernden Wünsche der Welt anzuvertrauen, um sie aus ihr erwacht zu schöpfen.

So ist es, wenn wir Pflanzen segnen, so ist es, wenn wir zu einer Gesellschaft aufstoßen, und so ist es, wenn wir einem Glauben Raum in unserem Herzen geben, und in allen diesen Fälle überlassen wir uns dem Mächtigen oder einer Bewegung im weiteren Sinne.

Wenn das Leben aber in seinem Rahmen, das heißt auf seiner Grundlage, an seine Grenzen stößt, so ist dies keine Krise der Grundlage, sondern des Seelenteils, welcher sich ihrer bemächtigt hat, im speziellen der Achtung, welche durch ihre Haltung die Bewegung steuerte.

Der Aufsatz gerät in existentielle Not und muß seine Natur rechtfertigen, um in der Natur fortzubestehen. Er tut dies aber in blinder Auslieferung.

So ist es, wenn wir das Unmögliche versuchen, so ist es, wenn wir das Schicksal antreiben, und so ist es, wenn sich ein Glaubensprinzip des ewigen Menschseins in der Welt offenbart.

Was wir also verteidigen ist stets eine Haltung im Sinne eines eine Grundlage Fügenden, stets dasjenige, was für uns das Wesentliche am Gefügten ist, und wir bannen also die Grundlage, es weiterhin zu tragen.

Bewahre deine Sorge im weltlichen Strudel
oder dein Menschsein im geistlichen.

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18. Oktober 2019

Verbindung zum Schönen, Wesentlichen oder Mächtigen

Die Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht erschöpfen sich an der Konsequenz ihrer Ansätze, indem sie das Ideal des jeweils vorletzten Zeitalters aufheben: die Wacht tötet das Schöne, die Werke töten das Wesentliche und die Wunder töten die Macht. Gleichzeitig legt jedes Zeitalter eine neue Grundlage: Werke führen zum Verständnis der Schöpfung, Wunder zur Gotteskindschaft und Wacht zur Arglosigkeit.

Am Ende eines Zeitalters steht also einerseits eine neue Grundlage bereit und andererseits ist es nötig, das Schöne, Wesentliche oder Mächtige wiederzubeleben. Dazu aber müssen sich Menschen verbinden, und sie verbinden sich also: Am Ende des Zeitalters
  • der Wunder steht die Verbündung auf der Grundlage der Anerkennung,
  • der Wacht die Zusammenarbeit auf der Grundlage des Vertrauens und
  • der Werke die Zusage auf der Grundlage des Einverständnisses.
Gotteskindschaft ermöglicht Anerkennung, Arglosigkeit Vertrauen und Verständnis Einverständnis, und gleichzeitig erwächst aus Verbündung Macht, aus Zusammenarbeit Schönheit und aus Zusage Wesentlichkeit.

Der Gegenstand der Zusammenarbeit liegt dabei vor uns: Jesajas neue Erde. Die Gegenstände der Anerkennung waren Formen der Göttlichkeit, und der Gegenstand der Zusage ist die Errichtung des Tempels in Lehre und Gemeinschaft: die Wiederentzündung der Geister Gottes, die Herrschaft des heiligen Geistes.

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21. Juli 2019

Verlegung als Verwechslung

Die im Beitrag Vom Kommen der Zeit beschriebene Entwicklung des allgemeinen Gebetes läßt sich auch so fassen:
  1. Ausarbeitung einer gemeinsamen kulturellen Grundlage,
  2. gemeinsames Leben auf eben dieser Grundlage,
wobei diese beiden Beschreibungen einander nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Wenn wir die Angelegenheit aber so wie hier fassen, sehen wir sofort die Übereinstimmung mit dem Verlegungszykel, also daß es sich bei der ersten Phase um die visionäre Reflexion der Ermöglichung durch die erarbeitete kulturelle Grundlage handelt und bei der zweiten um die praktische Reflexion des Bedarfs des Lebens auf dieser Grundlage.

Die Verlegung auf etwas heißt gerade darum Verlegung auf etwas, weil wir die Beschäftigung mit der Zeit durch die Beschäftigung mit einer Methode verfehlen. Und den Grund für die letzte Phase des Verlegungszykels, die Reflexion der Anwendbarkeit der Methode, bildet das Bewußtsein, etwas in den Händen zu halten, was dort natürlicherweise nicht hingehört und uns also zu dem Gedanken anregt, wozu es wohl gut sein mag.

Freilich kommt es vor, daß ein säkularer Geist die Beschäftigung mit der Zeit in die Gewänder der Methode kleidet, und so mag er sich dann wieder auf diese Methoden verlegen und auch die Phase der Reflexion ihrer Anwendbarkeit erreichen, ich denke da an Michael Klonovsky, aber natürlicherweise folgt die Beschäftigung mit der Zeit immer der gerade anstehenden Anpassung.

Die letzte Anpassung, also diejenige, welche sich zuletzt vollzogen hat, war die Herstellung der Informationsgesellschaft, und ich möchte noch einmal deren Errungenschaft verdeutlichen.

Wir können heute alles recherchieren, was wir wollen: geschichtliche Zusammenhänge, Freizeitangebote, cineastisch festgehaltene Weltsichten zu allen Zeiten und an jedem Ort, die Bedeutung altgriechischer Texte, die Ansichten von Bürgern aller Herren Länder zu allen Themen, welche sich nur ausdenken lassen, welche Banken zur Federal Reserve gehören, chemische Reaktionen, die Funktionsweise der verschiedensten Mechanismen; alles, was wir nur wollen.

Mit anderen Worten erlaubt die Informationsgesellschaft die ungeheuerlichste Zusammentragung von Wissen jeglicher Art. Und wahrscheinlich wird dieses Wissen auch zielführend zusammengefaßt werden. Und es gibt noch einen wesentlichen Aspekt dabei: Wir gewöhnen uns an die Verfügbarkeit der Informationen. Und dieser Umstand begünstigt entscheidend den Anbruch der Herrschaft der Sorge: selbst unter primitivsten technologischen Verhältnissen sind Klöster stets Orte gewesen, an welchen Informationen für jene, welche sie suchten, bereitgehalten wurden, zu allen Zeiten und an jedem Ort. Vorausgesetzt natürlich, daß es an einem Ort überhaupt Klöster gab.

Üblicherweise wird die anstehende Zusammenfassung als neue Weltordnung gedacht. Ich denke sie aber vielmehr als anstehende Veränderung unserer Ansichten, welcher die gewählte Ordnung in sekundärer Weise dient.

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23. April 2020

Das Prinzip Hoffnung in der dritten Phase des Glaubenszykels

Ich bin kein Schachspieler, doch wer auch nur die Regeln kennt, wird anhand der folgenden beiden Stellungen sagen können, welche Seite die Partie gewinnen wird.



Etwas ähnliches sehen wir zur Zeit. Die drei Phasen des Glaubenszykels bestehen erklärtermaßen darin, daß der Reihe nach die Dogmen, die gesellschaftlichen Regeln und die Verdienste bestimmt werden, wobei das in den vorigen Phasen Festgelegte den folgenden als Grundlage dient.

Was ich bisher nicht betrachtet habe, aber, wie ich jetzt merke, durchaus eine Betrachtung verdient, ist, was sich mit zunehmender Bebauung der Grundlage ändert, nämlich die Ungewißheit, ob das Gebaute noch im Einklang mit der Grundlage steht.

Im Falle der zweiten Phase des Glaubenszykels habe ich dieses Phänomen bereits inhaltlich getroffen, als ich bemerkte, daß die katholische Kirche die französische Revolution anstieß, weil sie vor der effektiveren Administrationsweise Englands nach dem dortigen Bürgerkrieg kapitulierte, mit anderen Worten also die zweifelhafte Dogmentreue der säkularen Gesellschaft auf gut Glück in Kauf nahm.

Aber im Falle der dritten Phase der Glaubenszykels bleibt hierzu noch einiges zu sagen.

Es nicht ganz klar, ob die wirtschaftlichen Strukturen, welche uns in den letzten 200 Jahren erwachsen sind, den gesellschaftlichen Regeln, welche wir alle als selbstverständlich betrachten, dienen oder ob sie nicht etwa zu ganz anderen Regeln hintreiben.

Und da es nicht ganz klar ist, bedarf es eines gewissen Vertrauens, um sich guter Hoffnung auf die bestehenden Verhältnisse einzulassen. Ich denke, der Begriff Traumtrichter drückt in vorbildlicher Klarheit das aus, worum es hier geht: die Träume der Menschen dem System einzugliedern.

Der Traumtrichter also weitet sich während der dritten Phase des Glaubenszykels, und muß sich weiten, damit sich die bestehende Bebauung weiterentwickeln kann, aber natürlich ist der Traumtrichter nichts anderes als die Gutgläubigkeit der Bürger und somit eine Ressource außerhalb der direkten Kontrolle des Systems.

Freilich, je weiter der Traumtrichter wird, desto öfter werden Menschen verleitet und geraten auf Abwege, auf welchen sie schließlich zu Zynikern werden, welche sich nicht mehr um ihren Glauben kümmern, weil sie ihn verloren haben, doch was sollten wir von komplexer werdenden wirtschaftlichen Beziehungen auch anderes erwarten?

Jetzt jedenfalls ist es dahin gekommen, daß die Verteidiger des Systems sich einen taktischen Vorteil davon versprechen, die als Grundlage dienenden gesellschaftlichen Regeln verstärkt ins Bewußtsein zu bringen, weil sie sich den Angriffen ihrer Kontrahenten als auch deren, nunmehr geheiligte, Verteidiger dadurch entziehen können, ebenso wie Kieseritzky seinen Springer und seine Dame oben um den Preis der Entwicklungsangepaßtheit rettete, denn es nicht möglich, die gesellschaftlichen Regeln verstärkt ins Bewußtsein zu bringen, ohne den Traumtrichter zu verengen.

Die Coronakrise hat die Natur des Konflikts verändert, indem sie ihn von der Ebene verhärteter Interessen hin zur Ebene der Rechtfertigbarkeit gezogen hat, auch wenn das bisher die wenigsten erkennen: statt zu zerschellen, wird Vieles im Sand verlaufen, und der Keim zur Besinnung ist gepflanzt.

Freilich, es ist keine vollständige Ersetzung der Lage, gewisse Zentren müssen geschleift werden, doch durchaus eine festhaltenswerte Änderung.

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19. November 2022

Gemeinschaftliche Verortung

Ich stand gestern unter dem Eindruck eines geistigen Ringens, welches ich nicht recht verstand, aber aus irgendeinem Grund wollte ich Raumschiff Enterprise (TNG) sehen. Ich traf dann noch eine Entscheidung, und meine Situation änderte sich. Die letzte Nacht schlief ich dann gut, bis mich die Aufregung darüber, daß es schneit, aufweckte.

Ich weiß, wenn es schneit. Ich lag mit geschlossenen Augen auf dem Rücken, und freute mich darüber, daß es schneit. Die Luft ist anders, wenn es schneit, kühler und trockener. Nun, nach ein, zwei Stunden ging ich doch 'raus, um nachzusehen und: Es schneite.

Als Raumschiff Enterprise damals im Fernsehen lief, machte ich gerade mein Abitur. Irgendwie hängt das alles zusammen, von solchen Einsichten gehe ich aus. Schnee... Alle Kinder freuen sich, wenn es schneit. Alle Kinder spritzen im flachen Wasser, und alle Kinder freuen sich darüber, wenn es schneit. Aber Schneebälle zu formen muß man ihnen doch erst zeigen.

Nun, der Schlüssel liegt im Abitur. Das Abitur ist ein Wettkampf. Und an so einem Wettkampf teilzunehmen ist etwas ganz anderes, als was ich gestern vor dem Stimmungswandel empfand. So ein Wettkampf hat etwas feierliches, alle Beteiligten, ob aktiv oder passiv, ehren die Disziplin, in welcher der Wettkampf ausgetragen wird. Die Menschen raffen sich auf und stellen ihre Eigeninteressen für seine Dauer zurück und schaffen Kultur, indem sie dafür die Verantwortung übernehmen, eine Disziplin zu ehren, indem sie Leistungen in ihr ehren.

Und wenn es schneit? Da könnte man nun scherzen, daß dann die Winterspiele angesagt sind: Schneeschieben, Eis von der Windschutzscheibe kratzen, rechtzeitig vor scharfen Kurven bremsen. Aber die Sache ist viel einfacher: Der Schnee ist überall, und wir müssen alle mit ihm fertigwerden. Auf einen Schlag übernehmen wir gemeinschaftlich die Verantwortung für ihn, auf einen Schlag verorten wir uns gemeinsam als Katastrophenhelfer, wobei Schneefall natürlich die lustigste Katastrophe ist, welche es gibt.

Ja, Irgendwelche haben andere Pläne, Irgendwelche würden uns lieber verrotten sehen und Pilze ansetzen. Was ist Wahn? Logisch gesehen nicht mehr, als sich bezüglich eines Wirkungszusammenhangs zu irren, meistens das menschliche Wirken betreffend. Aber wenn er das menschliche Wirken betrifft, so hat er auch Folgen für den menschlichen Umgang: Wahn und soziales Verhalten gehören dann zusammen, und der Wahn ist dann bereits als anerkannt Gültiges die Grundlage einer potentiellen gesellschaftlichen Norm, das heißt, er ist teilbar und Grundlage einer potentiellen gemeinschaftlichen Verortung, nämlich die betroffene Norm aufrechtzuhalten.

Und was unterscheidet das erste also vom zweiten? Daß es sich nicht täuscht, ja. Aber es gibt Gründe dafür, genauer gesagt zwei:
  1. daß die gemeinschaftliche Verortung auf der Grundlage des der Gemeinschaft unmittelbar Bekannten erfolgt, etwa welchen Nutzen eine Disziplin besitzt oder daß Schnee liegt und welche Eigenschaften er hat, und
  2. daß die Informationsverbreitung funktioniert, und insbesondere die Verbreitung öffentlich zugänglicher Informationen.
Daß sich die ganze Menschheit gemeinschaftlich verortet, ist eh völliger Irrsinn: Auch wenn ich nichts gegen Fußballweltmeisterschaften habe, der globale Kneipenbesuch zum Länderspielanschauen macht überdeutlich, wie irrsinnig die globale gemeinschaftliche Verortung ist. Ansonsten könnte man die gegenwärtigen Informationsverbreitungsprobleme als Trainingsprogramm für ein globale Presse betrachten, welche für die globale gemeinschaftliche Verortung taugt. Doch dazu gehören sie nicht. Nein, sie gehören zu einem geistigen Kampf, welcher bemüht ist, spontane, wirklichkeitsbezogene gemeinschaftliche Verortungen zu unterdrücken, daß Menschen gemeinschaftlich die Verantwortung für etwas übernehmen, was sie gemeinschaftlich betrifft.

Praktisch heißt das, daß wir behaupteten Wirkungszusammenhängen, welche den Vorrang über das von uns Beobachtbare beanspruchen, mit systematischem Mißtrauen begegnen sollten, wohl wissend, daß wir uns ignorant erweisen könnten, aber verstehend, daß die einzig vernünftige Verhandlungsstrategie unserer Interessen darin besteht, für gravierende Behauptungen klare Beweise zu verlangen, und auf der Grundlage wird die gemeinschaftliche Verortung auch, wie es ihr gemäß ist, lokal erfolgen, denn es gibt zu Vieles, wofür es keine global klaren Beweise gibt.

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12. März 2024

Das Wesentliche für einen, den und die Menschen

Das Wesentliche für einen Menschen besteht darin, seinen Weg durch die Geschichte zu finden, wozu insbesondere gehört, die Grundlage für seine Nachkommen zu legen, und wenn wir nicht nach einem, sondern nach den Menschen fragen, ist es auch nicht anders.

Das Problem ist nur, daß die Menschen weder Talent, noch Neigung haben, ihren Weg durch die Geschichte gemeinsam zu bestimmen.

Der Mensch ist ein Vehikel, um dieses Hindernis zu überwinden, sofern folgendes Dogma akzeptiert wird:
Indem das Wesentliche für den Menschen besorgt wird, wird auch das Wesentliche für die Menschen besorgt.
Der Mensch muß aber keinen Weg finden, sondern lediglich über die Möglichkeit verfügen, dem Gesetz seiner Seele folgen zu können: Indem das Gesetz seiner Seele beschrieben wird, wird der Begriff des Menschen mit Inhalt gefüllt, und indem dieses Gesetz auf eine geschichtliche Lage bezogen wird, läßt sie sich auf der Grundlage dessen, zu was sie den Menschen bringt, bewerten. Alles, was dann noch bleibt, ist sich für einen Weg zu entscheiden, welcher die Seele des Menschen nicht in Widerspruch zu sich selbst bringt.

Sohn des Menschen und Sohn Gottes zu sein, heißt, das obige Dogma anzuerkennen, denn andernfalls müßte sich ein Sohn Gottes weigern, ein Sohn des Menschen zu sein.

Stattdessen muß, wer das Dogma nicht anerkennt, ob er sich als Sohn Gottes sieht oder nicht, die Notwendigkeit der politischen Führung anerkennen, welche den Weg der Menschen durch die Geschichte an ihrer Statt bestimmt.

Das aber kann man der (katholischen) Kirche nicht vorwerfen: Zwar hat sie Könige von Gottes Gnaden ernannt, aber das Amt, den Weg der Menschen durch die Geschichte an ihrer Statt zu bestimmen, hat sie ihnen nicht übertragen, und tatsächlich hat sich unser Weg durch die Geschichte auch aus ganz anderen Quellen ergeben.

Die Formelgläubigen aber, welche unsere Geschichte seit dem 18. Jahrhundert zunehmend bestimmen, bis zu dem Punkt heute, an welchem der Mensch gezügelt und trotzdem unbeholfen ist, akzeptieren das Dogma der Gesegnetheit des Dienstes für den Menschen nicht, weshalb sie sich auch immer darauf berufen, den Menschen zu dienen und niemals dem, welchen sie darüberhinaus gerne als eine unbegründbare Denkfigur bezeichnen, da sie die Grundlage der Wegbestimmung durch die Geschichte durch die Menschen selbst ist.

Post Scriptum vom selben Tag. Es macht mich regelrecht wütend, daß δόξᾰ im Altgriechischen sonst stets Ansicht (was man von etwas oder jemandem erwartet oder glaubt) bedeutet, aber in der Bibel Herrlichkeit bedeuten soll. Richtig übersetzt heißt Johannes 17:5
Und nun, Vater, gibt mir [, wo ich] bei dir [bin,] den Glauben, welchen ich bei dir hatte, bevor die Welt ward.
Ich habe es auch in Johannes 1:14 korrigiert.

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5. März 2022

Selbstverwirklichung, Schicksal und ethische Eigenständigkeit

In den Willen anzulegen, zu wählen und zu erfassen drückt sich das Streben unserer Seele, das Heil zu verwirklichen aus, und in den Willen zu erfahren und zu erleben ihr Streben, unser Schicksal an- und also unseren Platz im Sein einzunehmen.

Das Sein ist stets mehr als des Menschen Verwirklichung, und so lange dieser Überschuß dem Menschen weit scheint, die Natur sich über der Kultur wölbt, besteht eine implizite transzendente Verbundenheit mit dem Sein, welche unsere Selbstverwirklichung mit unserem Schicksal harmonisiert. Doch wenn unsere Antizipation sich eintrübt, derart daß
  • unsere Stimmung von Unheiligkeit, Ungeheuerheit und Unstimmigkeit bestimmt wird,
  • wir nicht zu unserem Verfolgen aufgerufen werden, unser Einlösen unbedeutend scheint und uns unser Auslösen nicht mit Zuversicht erfüllt, und
  • wir Übles erwarten,
bedrückt uns die Unnatürlichkeit unseres Lebens.

Die Art des Problems hängt vom Zeitalter ab. Im Zeitalter
  • der Werke bedroht die technische Dominanz unser seelisches Gleichgewicht, indem uns die Einförmigkeit erstickt,
  • der Wunder ist es die geistige Gemeinsamkeit, indem ihre Aktualisierungen unfähig werden, einander zu handhaben, und
  • der Wacht ist die soziale Verbundenheit, indem uns ihre Organisation in Ketten schlägt.
Entweder wir erkennen, daß wir auf die dem generativen Zykel des Zeitalters entsprechende Weise nichts am Problem ändern können, was uns in unserer Vereinzelung in die explizite transzendente Verbundenheit mit Gott treibt, oder wir verschärfen durch unsere Beteiligung an ihm unsere Lage nur noch.

Zur Transzendenz habe ich zwar schon alles gesagt, aber so viel sei hier aufgeführt, daß die generativen Zykeln mit Gehießenheiten, Erfahrungsweisen und Wirkmächten einhergehen, deren Kombinationen jeweils unserem (subjektiven) Glauben nach der Zeit entsprechen oder nicht, und indem uns dies bewußt wird, können wir dafür beten, uns das der Zeit Entsprechende (und damit Bedeutungsvolle) zu eigen zu machen, wobei die Befolgung des zugehörigen Zykels das dafür notwendige Bekenntnis darstellt, nämlich für das den Glaubenszykel objektiv (da ein neues Zeitalter einleitend) zurücksetzende Gebet. Ich habe also für einen Rahmen gebetet, in welchem ich beten kann, und bete seitdem in ihm, was subjektiv ein Voranschreiten im Glaubenszykel darstellt, und diese Möglichkeit dürfte für alle Menschen bestehen, sofern sie demütig und sündenfürchtig sind.

Ethische Eigenständigkeit bedeutet, seinen (subjektiven) Glauben besser zu kennen als andere, insbesondere natürlich Geistliche. Sie ist keineswegs selbstverständlich, welcher Vater kennte den (subjektiven) Glauben seines Sohnes, jedenfalls anfänglich, nicht besser als dieser?, sondern das Produkt der Ergründung seiner selbst, und sie hängt mit der Ausgestaltung der beherzigenden Phase des generativen Zykels, sowie mit dem Übergang von einem Zeitalter zum nächsten zusammen, denn die Beherzigung erfolgt entweder eigenständig oder nicht.

Wenn die
  • Unterstützung eigenständig erfolgt, so wirkt sie moderierend (vergleiche Smyrna) auf die Gesellschaft, und stiftet also geistige Gemeinsamkeit, aber in ihrer Folge auch größere technische Dominanz,
  • Gewährung eigenständig erfolgt, so wirkt sie spezialisierend auf die Gesellschaft und stiftet also soziale Verbundenheit, aber in ihrer Folge auch zunehmend überforderte geistige Gemeinsamkeit, und
  • Anerkennung eigenständig erfolgt, so wirkt sie innovativ auf die Gesellschaft und stiftet also technische Dominanz, aber in ihrer Folge auch größere soziale Verbundenheit.
Nicht allen gefällt die eigenständige Beherzigung. Platon warnt in den Nomoi ausdrücklich davor, einen Menschen mehr als ein Handwerk ausüben zu lassen, weil er sich vor den sich daraus ergebenden Abhängigkeiten, den persönlichen (heute etwa Softwareprogrammierer, welche ihre Programme mit persönlichen Hintertüren versehen), als auch dem technischen Fortschritt im allgemeinen fürchtet, insofern er zu unübersichtlichen Standesverhältnissen führt. Und wie ich bereits im vorigen Beitrag erwähnte, ist es in unserem Zeitalter die katholische Kirche, welche ihre Schäfchen durch deren Sündigkeit hervorkehrende Fragen kleinhält, so daß sie sich nicht schwärmerisch eigenständig in die Gestaltung der Technologie einbringen, weshalb eben die Industrialisierung in den protestantischen Ländern schneller vonstatten ging, wohingegen sich in den katholischen Ländern die Mafiosi mißtrauisch belauern.

Es gereicht uns heute aber zum Vorteil, wenn wir ethisch eigenständig sind. Zwar beschleunigt es unseren Untergang, aber zugleich erlaubt es unsere Wiederauferstehung, und das ist noch in jedem Zeitalter so: Im Zeitalter
  • der Wacht bildet soziale Verbundenheit sowohl die Grundlage, welche es erlaubt, normiert anzuerkennen, als auch die Ketten, in welche es schließlich geschlagen wird,
  • der Werke bildet technische Dominanz sowohl die Grundlage, welche es erlaubt, normiert zu unterstützen (die Burg als Keimzelle des Abendlands), als auch die Schlinge, welche es erstickt, und
  • der Wunder bildet geistige Gemeinsamkeit sowohl die Grundlage, welche es erlaubt, normiert zu gewähren, als auch die Handschellen, welche seine Handhabung hindern.
So lange aber die Menschen ethisch uneigenständig bleiben, werden sie von jenen, welche die ethische Autorität an sich gerissen haben, zu deren Zwecken instruiert, heute etwa dazu, sich gegenseitig das zum Leben Gehörige abzuschneiden, im Rahmen der Belagerung der Feinde des Systems, welches doch der Quell alles Guten ist. Dabei kann alles nur weniger heilig, geheuer und stimmig werden, bis schließlich das Eis bricht und die Selbsterkenntnis hinreicht, um ethisch eigenständig zu werden, das Heil zu erkennen und sich nicht mehr in Feindschaft zum Sein zu verwirklichen.

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30. Juli 2020

Zum göttlichen Fortschritt im Laufe der Zeitalter

Die jüngsten Betrachtungen erlauben es mir, meine bisherige Beschreibung der Zeitalter etwas anschaulicher zu gestalten.

Im Zeitalter der Wacht vertreten wir unseren Gott auf Erden, und unser Lohn für unseren Erfolg besteht darin, daß wir das Geschick bestimmen, wenn wir Menschen an unserer Vertretung teilhaben lassen.

Im Zeitalter der Werke beweisen wir uns unserem Gott, und unser Lohn für unseren Erfolg besteht darin, daß wir die Lebensweise bestimmen, wenn wir unsere Werke der Verantwortung der Menschen überlassen.

Im Zeitalter der Wunder decken wir Gott auf, und unser Lohn für unseren Erfolg besteht darin, daß wir die Vorstellung des Göttlichen bestimmen, wenn Menschen die Ordnung unserer Gotteserfahrungen erkennen.

Geschick, Lebensweise und Vorstellung des Göttlichen schälen sich dabei zunehmend eindeutig im Laufe des jeweiligen Zeitalters heraus. Mit anderen Worten mündet das Zeitalter der Wacht natürlicher Weise in ein Geschick, eine Teilhabe, und das Zeitalter der Werke in eine Lebensweise und eine Verantwortung. Und zwischen diesen besteht jeweils Konkurrenz, aber eben nur im entsprechenden Zeitalter. Ein Krieg, um das Geschick der Welt zu bestimmen, beispielsweise, ist im Zeitalter der Werke anachronistisch, und entsprechend hat auch kein Krieg in den letzten 2000 Jahren dieses Ziel erreicht. Der wahre Krieg im Zeitalter der Werke gilt der Lebensweise, und er wird durch Innovationen geführt.

Hat sich eine Vorstellung des Göttlichen durchgesetzt, verstehen alle ihre Ordnung, so bildet sie natürlicher Weise die Grundlage für ihre Vertretung.

Hat sich ein Geschick durchgesetzt, haben alle an ihm Teil, so bildet es natürlicher Weise die Grundlage dafür, sich durch Werke für es zu beweisen.

Und hat sich schließlich eine Lebensweise durchgesetzt, tragen alle für die gleichen Arten von Dingen Verantwortung, so bildet sie natürlicher Weise die Grundlage dafür, die Beziehungen aufzudecken, welche Gott für uns jenen gegenüber vorgesehen hat.

Jedenfalls läßt sich dieses letztere sagen, ohne sich dadurch in Widersprüche zu verwickeln. Konkret, allerdings, muß ich mich schon sehr fragen, was für Beziehungen das wohl sein sollen. Nichtsdestotrotz, ich glaube an diesen Weg, ich weiß, daß es viele Beziehungen gibt, welche den meisten Menschen verborgen sind, doch Gott ihnen aufzudecken bereit ist. Allerdings weiß ich auch, daß es am einfachsten wäre, wenn wir uns schlicht im Rahmen der Lebensweise bewegten, welche wir schon seit 6000 Jahren kennen, Holz fällten, lagerten und anzündeten, Tiere fingen oder hielten und Pflanzen anpflanzten: Alles hat da seinen Platz, jede Bewegung hat ihre rituelle Form, ihr zugehöriges Gebet und ihre zugehörige Inspiration.

Wie das mit Computern und Maschinen werden soll, weiß ich nicht. Aber möglich ist es immerhin. Und wir reden ja auch von wenigstens 1000 Jahren.

Nun denn, das ist es, was Gott von uns will, weshalb Er mich vor Sich hertreibt.

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15. Mai 2019

Christus während der Zurücksetzung und des Fortschritts des Glaubenszykels

Der gestrige Beitrag hat mich zu einer großen und damit auch gefährlichen Einsicht geführt, nämlich daß das Neue Testament die drei Bilder Christi als Friedefürst, Hirte (Aufrichter) und Heil'ger Rat sämtlich enthält, nur nicht als himmlische Begleiter, welche den Zeitaltern der Werke, Wunder und Wacht das gewähren, woran es ihnen gebricht, nämlich bedeutsame Einfügung, bleibendes Bestehen und fortschreitendes Geschick, siehe auch Die heilige Hoffnung: Das Licht zwischen den Glauben und Die Grundzüge der Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht, sondern als irdische Bringer des Neuen.

Am Ende des Zeitalters der Wacht sehnen sich die Menschen nach Schönheit, am Ende des Zeitalters der Werke nach Wesentlichkeit und am Ende des Zeitalters der Wunder nach Macht. Die himmlische Gewährung ist an ihre Grenzen gestoßen und die irdische Herrschaft notwendig geworden. Und also muß auch der Bringer des Neuen, wenn er Gottes Willen folgt, dies beherzigen.
  • Der Friedefürst bringt die Schönheit, indem er die Menschen sich frei entfalten läßt,
  • der Hirte bringt die Wesentlichkeit, indem er die Menschen prüft, und
  • der Heil'ge Rat bringt die Macht*, indem er die Menschen richtet.
Dies habe ich auch schon zuvor ausgedrückt, daß das Zeitalter der Werke eine Zeit der Befreiung auf der Grundlage der Verläßlichkeit ist, das Zeitalter der Wunder eine Zeit der Ermächtigung auf der Grundlage der Rücksicht und das Zeitalter der Wacht eine Zeit der Stabilisierung auf der Grundlage des Friedens, welchen ein Mensch verkörpert.

All dies nun drückt das Neue Testament an verschiedenen Stellen aus.
  1. Friedefürst
    Der HERR hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße.
  2. Hirte
    Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war eines Menschen Sohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein anderer Engel ging aus dem Tempel und schrie mit großer Stimme zu dem, der auf der Wolke saß: Schlag an mit deiner Sichel und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist dürr geworden! Und der auf der Wolke saß, schlug mit seiner Sichel an die Erde, und die Erde ward geerntet.
  3. Heil'ger Rat
    Und ich sah einen großen, weißen Stuhl und den, der daraufsaß; vor des Angesicht floh die Erde und der Himmel und ihnen ward keine Stätte gefunden. Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die darin waren, und der Tod und die Hölle gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken. Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. das ist der andere Tod. Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl.
Der Zykel der Zeitalter ist eine psychologische Notwendigkeit. In jedem Zeitalter vollzieht sich der Glaubenszykel von neuem und im selben der Organisationszykel und im selben der Potenzzykel. Ich habe mir immer vorgestellt, daß sie sich alle in der uns bekannten Realität vollziehen, wenngleich dieselbe sich dabei nach wechselnden Gesetzen umgestalten mag. Diese Vorstellung ist nur mein intellektueller Behuf, kein Dogma. Wie sich das Jüngste Gericht vollzieht, und was sich dann anschließt, Das neue Jerusalem, kann ich aus trivialen Gründen aus meiner zeitlichen Lage heraus nicht erkennen, aber wahrhaftig daß die Bibel konsistent mit dem von mir gefundenen Zykel der Zeitalter ist. Was, wie ich weiß, eine hohe und schmale Brücke zu überschreiten ist, und der Herr versiegele die Quelle der sie begleitenden phantastischen Einfälle. Je höher die Wahrheit, desto demütiger sei der sie erschauende Geist.

* im Sinne einer klaren Verantwortungszuweisung.

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5. November 2019

Zur gemeinschaftlichen Verkörperung des Geforderten in den drei Zeitaltern

Nach der individuellen Bildung (der Heiligkeit, Gebete und Gelübde) nehme ich die gemeinschaftliche Bildung noch einmal genauer in den Blick.

Der Tod eines Zeitalters zeigt sich am deutlichsten in der Gefordertheit: Am Ende des Zeitalters
  • der Wacht haben individuelles Nachkommen und Leiten keinen Platz,
  • der Werke findet kein individuelles Aufnehmen und Einfügen mehr statt,
  • der Wunder haben individuelles Weisen und Klären keinen Raum mehr.
Der Grund hierfür besteht darin, daß die Ausuferung
  • der zeitgeistlichen Berufenheit zur gemeinschaftlichen Rechtschaffenheit die individuelle Dringlichkeit verdrängt,
  • der zeitgeistlichen Eingeholtheit zur gemeinschaftlichen Verbundenheit die individuelle Sinnhaftigkeit und
  • des zeitgeistlichen Wagemuts zum gemeinschaftlichen Frieden die individuelle Bedeutung.
Und also endet die individuelle Bemühung
  • der Verbundenheit mit dem Zeitalter der Wacht,
  • des Friedens mit dem Zeitalter der Werke und
  • der Rechtschaffenheit mit dem Zeitalter der Wunder.
Wenn wir einer Gefordertheit aber nicht mehr individuell genügen können, so werden wir versuchen, es gemeinschaftlich zu tun, indem wir am Ende des Zeitalters
  • der Wacht der Dringlichkeit gemeinschaftlich durch Hilfe auf der Grundlage des Vertrauens (auf die Gelübde) begegnen,
  • der Werke der Sinnhaftigkeit gemeinschaftlich durch Bereitschaft auf der Grundlage des Einverständnisses (mit der Heiligkeit) und
  • der Wunder der Bedeutung gemeinschaftlich durch Verbündung auf der Grundlage der Anerkennung (der Gebete).
Und mit diesen immanenten Verhaltensweisen einher gehen die transzendenten zeitgeistlichen Anleitungen: Im Zeitalter
  • der Wacht beten wir für richtende Zeichen,
  • der Werke für orientierende, den gemeinsamen Weg weisende Zeichen und
  • der Wunder für friedenschenkende, schicksalseröffnende Zeichen,
bis es schließlich soweit kommt, daß
  • nichts individuell dringlich sein darf, wo alles gemeinschaftlich gerichtet ist, und sich Hilfsgemeinschaften bilden,
  • nichts individuell sinnhaft sein kann, wo alles gemeinschaftlich orientiert ist, und sich Bereitschaftsgemeinschaften bilden oder
  • nichts individuell bedeutend zu sein vermag, wo alles gemeinschaftlich sein Schicksal empfängt, und sich Bünde bilden.
Der vorletzte Punkt beschreibt die Wiederkehr Christi und der letzte das Jüngste Gericht.

Zwar fallen im Zeitalter
  • der Wacht die Heiligkeit,
  • der Werke die Gebete und
  • der Wunder die Gelübde,
aber desto wichtiger ist es, daß sie an ihren Anfängen fest stehen, um die zeitgeistliche Anleitung zu stützen, auch wenn sie nicht mehr individuell bemüht werden. Deshalb müssen wir Christi die Treue halten, um Seinen Frieden zu empfangen, und werden am Jüngsten Tag nach unserer Heiligkeit gerichtet.

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20. September 2022

Zur Erneuerung der Achtung und der Sorge

Ohne es zu merken, habe ich im Laufe der letzten sechs Monate die Grundlagen für ein eigenes, nicht an das I Ching angelehntes Verständnis der Erneuerung der Achtung und der Sorge entwickelt.

Unserer Achtung geht es um (jüngerer) Verwandtheit, also darum, in ihrer Seinsheimat inmitten von Verwandtem zu leben. Erachten wir unsere Umgebung als unsere Seinsheimat, so verschreiben wir uns ihrer Achtung, und das Fundament zu neuer Achtung legen wir dadurch, daß wir uns auf den Weg zu einer verhießenen Seinsheimat machen, finden, was unsere Umgebung in sie verwandelt und welche Verwandten sie mit uns verwandeln.

Das Evangelium verhieß unseren Vorfahren eine neue Seinsheimat, ab 800 A.D. legten sie die Fundamente zu ihrer Achtung und ab 1568 A.D. begannen sie damit, sich ihrer Achtung zu verschreiben.

Und gemäß dem vorigen Beitrag verschreiben wir uns der Sorge, indem wir unsere Verantwortlichkeit läutern, das (weltlich) Gültige durchdringen und unsere Abhängigkeit überblicken, mit anderen Worten es unserer Sorge also um Vervollkommnung geht. Und da wir dies stets auf der Grundlage einer bestimmten Übereinkunft tun, wie wir uns zu vervollkommnen haben, besteht die Fundamentlegung für die Sorge darin, bezüglich dieser Grundlage weiszusagen, also Gesetze für die Vervollkommnung aufzustellen.

Konkret ist die Vervollkommnungsweise immer komplexer, also nicht elementarer Art, aber ein bestimmtes Feld betreffend immer entweder läuternd, durchdringend oder überblickend, da sich diese drei ebenso wie zusammenwirken, Arbeit teilen und zurechtweisen gegenseitig ausschließen. Die Durchdringung in unserem Zeitalter begann mit der Durchdringung sozialer Mechanismen durch Jesus Christus, und dieser blieben wir bis Mitte des 18. Jahrhunderts verschrieben, wiewohl sich ihr bereits zuvor andere Felder zugesellten, welche wir auch zu durchdringen begannen. Mitte des 18. Jahrhunderts, aber, begannen Leute wie Adam Smith damit, neue Einsichten in soziale Mechanismen zu gewinnen, und sie zur Grundlage der weiteren Vervollkommnung zu machen.

Dies ist ein sehr natürlicher Prozeß, nämlich daß sozialer Fortschritt zu neuen Einsichten führt, aber ebenso natürlich ist es, daß diese neuen Einsichten weniger Aspekte berücksichtigen als die alten. Und also kommt es zur waghalsigen Anwendung von Erfolgsrezepten und in ihrem Gefolge zur Herrschaft der Unvernunft.

Es läßt sich aber nicht füglich sagen, daß jede Weissagung Ausdruck einer Fundamentlegung ist, denn ein Mensch, indem er sich vervollkommnet, gewinnt viele Einsichten und berücksichtigt sie, entscheidend ist, ob er ein Bedürfnis nach einer neuen Vervollkommnungsweise für sich selbst verspürt, und das habe ich, beispielsweise, nie - und Adam Smith möglicherweise auch nicht, im Gegensatz, aber, zu jenen, welche nach Erfolgsrezepten gieren und sie auf ihre Verläßlichkeit hin abklopfen.

Natürlich ist letzteres nicht per se eine Sünde, doch führt es eben, in Übereinstimmung mit dem I Ching, in einer bestimmten gesellschaftlichen Situation zu anderen Lebensverläufen, als es die Vervollkommnung täte.

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29. Dezember 2019

Affektion und Potential

Affektion × Potential = Aktualisation
Doch was betrachten wir als Grundlage? Affektion oder Potential?

Im Begriff der Effizienz wird die Affektion als Grundlage betrachtet, und das Potential ist nur Mittel zum Zweck. Im Begriff der Erfüllung hingegen wird das Potential als Grundlage betrachtet, und die Affektion ist nur Mittel zum Zweck.

Wenn wir träumen, haben wir keinen Eindruck unseres Potentials, und auch wenn wir wachen, ist uns unser Potential nur unterschwellig bewußt, es sei denn, daß wir uns die Frage stellen, was uns mit der Welt verbindet, oder anders ausgedrückt, wie wir uns von der Welt affizieren lassen.

Im Traum obsessieren wir über Affektionen, um den Überblick zu behalten. Aber Manche obsessieren auch im Wachen über Affektionen, weil sie das Leben als Einsatz von Potential betrachten, um bestimmte Affektionen zu erzeugen.

Wir sind aber kein Brennstoff, sondern Gewächse, welche in die Zukunft hineinwachsen. Und wir tragen die politische Verantwortung dafür, uns nicht für die Zwecke Blinder verfeuern zu lassen.

Unser Reichtum liegt in den transzendenten Einheiten, doch die große Politik greift nach ihm:
  • daß uns nicht Gott durch Katastrophen führe, sondern der Sicherheitsapparat (Bush Ära),
  • daß wir uns nicht auf unsere Nächsten verließen, sondern auf die Programmatiker (Obama Ära),
  • daß wir nicht unseren eigenen Vorstellungen Ausdruck gäben, sondern jenen der Dompteure (Trump Ära),
und in den ersten beiden Fällen hat sie sich dabei auch schon die Hände blutig gemacht; im dritten steht es noch aus.

Es scheint irreal, und doch vollzieht es sich. Und was meine Verbindung mit dieser Welt betrifft:
  • bis 12 wirkte ich mit,
  • bis 20 harrte ich dann aus,
  • bis 30 eignete ich mir dann an,
  • seitdem habe ich mich verpuppt, in meinem eigenen Bereich entfaltet und
  • zukünftig bleibt nur noch, jenen den Frieden wiederzugeben, welchen ihr Potential etwas bedeutet, sie aus den Öfen der Schürer zu erreten.

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6. Oktober 2021

Die Weltverständnisse hinter den Gefühlen der Seelenteile

Ich möchte die Tafel der Symptome der Verbundenheit noch einmal in der folgenden Form angeben.


Abhängigkeit Ordnung
Verantwortung
Verlust Ärger
Leid
Vergessenheit
Angst
Erschöpfung
Schrecken
Übelkeit
Gewahrung Wertschätzung
Gunst
Liebe
  Adäquanz
Anteilnahme
Eifer
Erwartung
Entdeckung Einsicht
Neugierde
Begehren
Kühnheit
Die Gefühle der Entdeckung und Gewahrung begleiten unsere freiwillige Auseinandersetzung mit der Welt, die Gefühle des Verlustes die notgedrungene. Doch was sind wir, indem wir uns den Gefühlen der Sorge, Achtung und Lust folgend mit der Welt auseinandersetzen?

Während wir den Gefühlen der Sorge folgen, sind wir weltstimmend, indem wir ihnen gemäß das wertgeschätzte, geliebte, anteilgenommene oder eingesehene Urbild in uns abbilden, was sich gemäß den Gesetzen der ideellen Transzendenz auf die gesamte Welt auswirkt. Fühlen wir hingegen Vergessenheit, so ist unsere Abbildung gestört.

Während wir den Gefühlen der Achtung folgen, sind wir weltstiftend, indem wir ihnen gemäß das Günstige, Adäquate, Eifer-, neugier- oder kühnheitweckende zur Grundlage unseres Waltens nehmen, wobei uns die funktionale Transzendenz anleitet. Fühlen wir hingegen Ärger, Angst oder Schrecken, so ist die Grundlage gestört.

Während wir den Gefühlen der Lust folgen, sind wir weltbildend, indem wir ihnen gemäß das Erwartete oder Begehrte gestalten, wobei uns die materielle Transzendenz unterstützt. Fühlen wir hingegen Leid, Erschöpfung oder Übelkeit, so ist die Gestaltung gestört.

Die Welt der Sorge ist also Abbild, die der Achtung Grundlage und die der Lust Gestalt, wobei Abbild und Gestalt uns selbst einschließen. Allerdings sind Welt und wir für die Sorge zugleich auch Urbild* und für die Lust zugleich auch Wille.

* Wem die platonische Ausdrucksweise nicht gefällt, der kann auch gerne von dies- und jenseitiger Welt und Seele sprechen oder davon, daß Welt und Seele in Gottes Hand liegen, durch Gott transzendent verbunden sind - es bedeutet alles ein und dasselbe.

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15. März 2026

Pergamus

It is well they don’t have days of fog in the Latin countries — the countries of assassination.

Sir Arthur Conan Doyle: The Adventure of the Bruce-Partington Plans
Ein Attentat ist ein Mord mit dem Ziel, eine Person aus einer Rolle zu entfernen, und desto sinnvoller ist es, je stärker die Ausfüllung der Rolle von der Person abhängt, und dieses wiederum hängt davon ab, wie sehr ihre persönliche Ausfüllung unter dem prüfenden Blick Anderer erfolgt, was die Grundlage für den Gegensatz zwischen Attentaten und Ehre darstellt, nämlich daß das allgemeine Bemühen um ehrenwertes Verhalten Attentaten die motivationale Grundlage entzieht, oder, um es anders zu sagen, was Attentate in die Gefilde der Hinterlist verbannt, in welchen die Sonne der Ehre die Schwaden derselben nicht durchdringt.

Ich weiß nicht, ob Goebbels der erste war, der die prüfenden Blicke der britischen Öffentlichkeit als verblendet bezeichnet hat und in dieser Verblendung die Grundlage der Macht der britischen Elite gesehen hat, aber darin besteht natürlich die Funktion von Propaganda, also darin, die prüfenden Blicke der Öffentlichkeit zu verblenden, und je erfolgreicher sie dies tut, desto höher steigen Attentate wieder im Kurs, wobei es von der Allgemeinheit der propagandistischen Verblendung abhängt, ob die Attentate mehr den propagandistisch ummantelten Rollenausfüllenden oder den Propagandisten selbst gelten werden.

Jedenfalls verwandeln Dreistigkeit, Dummheit und Gefühlsduselei, letztere des öfteren in einem krankhaft übersteigerten Mißtrauen allen Fremdem gegenüber vereint: Trump's Erklärung, die Iraner hätten die Mädchenschule selbst in die Luft gesprengt, wirkte nicht sehr überzeugend, aber wenn ein britischer Minister das gestreut hätte, hätte er wahrscheinlich Zweifel gesät, den Segen geprüfter Transparenz in den Fluch undurchsichtiger Propagandaschlachten - und ja, sie sind auch dann grundsätzlich undurchsichtig, wenn eine Seite freiwillig Einblick in ihr Handeln gewährt (und oftmals gerade dann).

Und wenn es dahin gekommen ist, stellt sich dir Frage, ob eine solche Prüfung überhaupt noch besser ist als gar keine, insofern dann an die Stelle eines verblödeten Ehrbegriffs ein tyranneibegrenzender Widerstandsimperativ tritt, welcher sich gegen überzogene Anmaßungen verwehrt, und einen solchen Ansatz kodifiziert natürlich der Koran, welcher sich in weiten Teilen des einstigen Römischen Reichs durchgesetzt hat, um Sir Arthur Conan Doyle's Einschätzung die ihr gebührende Ehre zu geben.

Ein wesentlicher Teil des islamischen Widerstandsimperativs ist es, sich nicht an Greueln gegenüber anderen Muslimen zu beteiligen, was Omar Sharif in Lawrence of Arabia mit den Worten God help the men who lie under that. zum Ausdruck bringt, woran auch Peter O'Toole mit den Worten They're Turks. nichts zu ändern vermag, und mir ist auch kein Fall in der islamischen Geschichte bekannt, in welchem die Bevölkerung eine Erbfeindschaft wie zwischen Deutschen und Franzosen akzeptiert hätte, wenn man Fälle wie den Unabhängigkeitskrieg Bangladeschs einmal auf dezidiert unislamische Einflüsse zurückführt, so daß sich innermuslimische Kriege, ähnlich wie im europäischen Mittelalter, für die Bevölkerungen darauf beschränken, welchen Tyrann sie zu dulden haben, und eine in der Bevölkerung verwurzelte Regierung ist vor diesem Hintergrund unbesiegbar.

Mit anderen Worten: Wo das Abendland vom Feudalismus zum Totalitarismus aufgebrochen ist, sei es jener Napoléons, Lenins oder Hitlers, indem es das Vorrecht des Adels durch Propaganda ersetzt hat, hält die muslimische Welt am religiösen Widerstandsimperativ fest und schützt dadurch populäre Regierungen vor der propagandistischen Verblendung der Bevölkerungen anderer, oder, um es anders zu sagen: Während das Christentum lediglich bewirkt hat, daß sich Wölfe nun, da sie öffentlichen Ansprüchen genügen müssen, in Schafspelze kleiden, zwingt die islamische Distanz zur Regierung die dortigen Herrscher zunehmend, sich an einander zu messen: Anstatt alles Gute auf Erden als eigenes Verdienst ausgeben zu können, welches mit Treue zu bezahlen ist, müssen sie Verdienste vorweisen, um im Amt zu bleiben.

Natürlich ist nicht jede Regierung, welche sich auf Propaganda stützt, notwendig totalitär, aber im Rahmen der hiesigen Betrachtung handelt es sich dabei lediglich um eine Frage des Grades und das Extrem verdeutlicht das Wesen einer solchen am besten.

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29. April 2024

Lebenskontinuität

Unser Weg von ureigener Schöpfung über ureigene Beobachtung und ureigene Entscheidung zu erneuerter ureigener Schöpfung läßt sich so ansehen, daß wir
  • uns in verheißungsvollen Entwicklungen zurechtfinden, welche die Grundlage für unsere Gehießenheit durch unseren (subjektiven) Glauben bilden, welche unsere ureigene Beobachtung formt,
  • uns mit und gemäß verwandelnden Haltungen beschäftigen, welche die Grundlage für unsere Gehießenheit durch unser Gewissen bilden, welche unsere ureigene Entscheidung formt, und
  • uns verwandte Vorhaben vorgeben, welche die Grundlage für unsere Gehießenheit durch unsere Vorliebe bilden, welche unsere ureigene Schöpfung formt,
und jedes Mal, wenn wir entsprechend gehießen werden, fragen wir uns, ob wir in unserer Spur bleiben.

Die ureigene Schöpfung, von welcher ich ausgehe, ist nicht die heile Welt, in welche ich hineingeboren wurde, sondern was uns Gott als Menschen mit auf den Weg gibt, also unsere Menschlichkeit in Beziehung zu ihm, und das ist so, seitdem ich drei Jahre alt war.

Infolge dessen bin ich nur an jenen (subjektiven) Glauben interessiert, welche sich auf diesen Gegenstand beziehen, und meine jüngst in Erinnerung gerufenen kinetischen Intuitionen verdeutlichen das: Daß Kraftzehrendes stets im Verhältnis zu anderem gleich mehr oder weniger kraftzehrend sein sollte, betrifft das Verhältnis des Menschen zur Welt als solches, aber daß die Quantität der gewichteten exzentrischen Bewegungen kollidierender Körper erhalten bleiben sollte, betrifft nur den harten, also ungedämpften Stoß, und setzt Erfahrungen mit Murmeln oder Billardkugeln voraus. Als ich 12 Jahre alt war, knüpften sich noch gewisse Hoffnungen an diesen weltbezogenen (subjektiven) Glauben, erwägend, daß die Wissenschaft dem Wunsch nach dem Verständnis unseres Platzes in der Welt Ausdruck geben könnte, aber heute verursacht mir der Gedanke, an die bestehenden Institutionen anzuknüpfen, Seelennöte: Der Bezug zum (subjektiven) Glauben ist schon lange abgerissen und wurde von einer kopflosen Ergebnisjagd verdrängt. Dennoch ist die Menschheit noch lange nicht bereit, von ihrer Beschäftigung mit der Welt zu lassen und ihre Menschlichkeit in Beziehung zu Gott zu erneuern, und gerade jetzt spüre ich ein Anschwellen der Hoffnung, die bestehenden Probleme auf moderne Weise zu lösen, aber diese Hoffnung wird wie ein Schnellzug an mir vorbeidonnern - aufspringen kann ich nicht.

Wie lächerlich sich die katholische Kirche dabei als Hüter der so genannten Glaubenswahrheiten, also des Menschenbildes und seiner Beziehung zu Gott, gerade das, aus welchem alle Wissenschaft erwachsen müßte, wenn sie dem Wunsch, unseren Platz in der Welt zu verstehen, Ausdruck gäbe, verhält, jetzt einmal ganz abgesehen davon, daß ihre Ontologie wohl nicht mit meiner übereinstimmt, zeigt sich am Konzept der Substanz, welches sie, obschon es genau in dieser wissenschaftsbegründenden Absicht ersonnen wurde, bis heute nicht an die sich seitdem entwickelt habenden wissenschaftlichen Theorien angepaßt hat, und das beginnt bereits mit der Chemie. Nachwirken tut dieser Materialismus dann in (angeblichen) Versuchen, das Gewicht der Seele zu messen, oder in Star Trek in der Vorstellung, daß menschliche Gedanken eine mächtige Energie seien oder sich Humanoiden zu Wesen reiner Energie weiterentwickeln würden. Hauptsache es klingt schön, aber das sagte ich ja alles schon, etwa hier. Es ist aber meines Erachtens ein zivilisatorisches Versagen, wahrhaft universalistische Versuche des 13. Jahrhunderts als Ruine stehen zu lassen und sich, ohne sich Gedanken über den Weg der eigenen Gesellschaft zu machen, auf die Leistungsfähigkeit der eigenen Einrichtungen vertrauend durchzuschlagen.

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17. Juni 2010

Staatstheorie

Jede Gemeinschaft, als Zusammenschluß zur Verwirklichung von Gemeinschaftsaufgaben, tut gut daran, sich an Bäumen ein Beispiel zu nehmen.

Bäume versuchen einzig, so gut sie es können zu funktionieren. Zu ihrer Funktion gehört es einerseits eine Struktur zu entwickeln, auf welche sie sich in ihren fortgeschrittenen Wachstumsphasen stützen und andererseits, auf diese Struktur zurückgreifend, ihre Umwelt mit ihren Früchten zu versorgen.

In ihren Früchten befindet sich zugleich ihr Samen, so daß sie sich zugleich mit ihrer Beliebtheit verbreiten.

Könnten einzelne Menschen wie Bäume sein, in Freiheit geben ohne mehr als das Nötige zu nehmen, und zwar in jeder Beziehung, so wäre die Welt bereits seit langem ausschließlich von solchen Menschen bevölkert, denn eine bessere Verbreitungsstrategie der eigenen Erbanlagen läßt sich noch nicht einmal denken.

Das Problem ist indes, daß auch der einzelne Mensch, wie die einzelne Faser des Baumes, eine Struktur braucht, auf deren Grundlage er erst in die Lage versetzt ist, Früchte von Interesse zu produzieren, und genau wie die Faser kann er allein diese Struktur nicht hervorbringen. Die Faser braucht den Baum, um Teil dieser Strategie sein zu können, und der Mensch braucht eine Gemeinschaft.

Von dieser Gemeinschaft werden wir also folgendes fordern,
  • daß sie sich gewährt, was sie zum Leben braucht,
  • daß sie sich erarbeitet, was ihr zu ihrer Entwicklung wichtig scheint,
  • daß sie schafft, was ihr schön erscheint und großzügig davon an andere abgibt,
  • daß sie auch einen Teil ihrer Mitglieder mit jeder Generation an andere abgibt,
  • daß sie sich der Qualitäten, aus welchen sie lebt, bewußt ist und sie in sich ehrt,
  • daß sie idealerweise gerade von jenen gebildet wird, welche sich in ihr wiederfinden.
Die politischen Gemeinschaften unterteile ich nach den geistigen Horizonten, deren freie Entfaltung sie motivieren. Ich sprach zuvor bereits hiervon, möchte meine damalige Beschreibung aber nicht zur Grundlage machen. Eine Gemeinschaft, deren Zusammenhalt aus der Entfaltung der Beherrschung erwächst, nenne ich einen Haufen, wenn sie aus der Entfaltung des Gemüts erwächst, eine Kultur, erwächst sie aus der Entfaltung des Verstandes, so nenne ich sie ein Reich und wenn sich das Wesen entfaltet, einen Staat.

Es gibt schon seit langer Zeit keine Staaten mehr auf der Erde. Reiche hingegen hat es bis vor kurzem gegeben, aber die Vernetzung des weltweiten Wissens beraubt Reiche ihrer Grundlage, nämlich dem exklusiven Zugang zum Reichswissen. In Folge dessen gibt es zwar noch so etwas wie ein weltweites Reich, aber es ist mit keinen Pflichten mehr verbunden, da ein Ausschluß aus diesem unmöglich ist. Mit anderen Worten halten die bestehenden politischen Gemeinschaften ihre Mitglieder entweder durch gewisse Attitüden oder durch Machtinteressen zusammen und sind dem gemäß als Kulturen oder Haufen zu bezeichnen.

Dieser Ausfall des Reiches als Gemeinschaftsform stellt die Menschheit auf den Scheideweg, entweder sie strebt weiter hinauf zum Staat oder sie sinkt hinab zu ewigem Kampf zwischen Haufen und Kulturen.

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18. Januar 2022

Zur Geschichte und dem möglichen Ende des Zykels der Zeitalter

Wiewohl ich die beiden Themen bereits abgehandelt habe, möchte ich mich ihnen noch einmal auf der Grundlage des vorigen Beitrags annehmen.

Der Mensch begann seinen Weg im Zeitalter der Wunder. Die notwendige Gewalt bestand in der Jagd, die ehrbare Angelegenheit in der Erkundung neuer Nahrungsquellen und die verfügbare Begeisterung in den unterschiedlichen Weisen, sein Auskommen zu finden.

Indem immer mehr Nahrungsquellen erkundet und immer mehr Weisen, sein Auskommen zu finden, etabliert wurden, genügten die Fähigkeiten des Jägers bald nicht mehr, ein geordnetes Zusammenleben der auseinander strebenden Menschheit zu gewähren.

Wessen es bedurfte, war die partnerschaftliche Organisation der verschiedenen Erwerbszweige unter der Führung einer ihre jägerischen Fähigkeiten weiterentwickelnden Kriegerklasse und auf der Basis einer vielgestaltigen, verschiedene Ansätze mit einander versöhnenden, Moral. Und also begann das Zeitalter der Wacht.

Innerhalb dieses Zeitalters kam es mehrfach zu Neuanfängen, welche es mit einer variierten Moral versuchten. Und schließlich, nachdem die Menschen bereits hinreichend zivilisiert waren, wurde sogar die anschauliche Vielgestaltigkeit durch allgemeine Prinzipien überwunden.

Das Zeitalter der Wacht währte, bis der Grad der erreichten Zivilisiertheit geistige Entwicklungen anstieß, welche den Rahmen einer notwendigen Begeisterung sprengten und sie als erstickend erscheinen ließen. Wessen es nun bedurfte, war Raum für geistige Freiheit unter dem Dach verfügbarer Gewalt und auf dem Boden brüderlicher Angelegenheit. Und also begann das Zeitalter der Werke, dessen Geschichte uns natürlich im Detail bekannt ist.

Gegenwärtig überfordert die verfügbare Gewalt die brüderliche Angelegenheit, und es bedarf der Entwicklung neuer gemeinschaftlich teilbarer Erfahrungsweisen auf der Grundlage des allgemeinen Verlassens auf hinreichende Wirkungszusammenhänge.

Nie wird der bestehende Bedarf über Nacht gedeckt. Es dauert stets, bis eine funktionierende Lösung gefunden wird, im Falle Englands etwa bis 1008 Jahre nach der Vollendung des Konzepts. Und wenn die Grundlage eines Zeitalters erst einmal überfordert ist, läßt sich der Übergang ins nächste Zeitalter nicht mehr vermeiden. Wir sind also im Zykel der Zeitalter gefangen, bis wir, nachdem wir eine funktionierende Lösung gefunden haben, auf ihre weitere Entwicklung verzichten. Wie es auch in der Offenbarung steht: Nicht der Versuch, Unheil abzuwenden, wendet es ab. Er führt es vielmehr herbei. Abwenden läßt sich das Unheil nur durch den Verzicht auf mehr Heil.
Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.
Post Scriptum vom folgenden Tag. Auch wenn ich mich hier anders entschieden habe, habe ich doch für gewöhnlich die folgende Farbkonvention verwendet:
  • Achtung: Zeitalter der Wunder, Angelegenheit,
  • Lust: Zeitalter der Wacht, Gewalt,
  • Sorge: Zeitalter der Werke, Begeisterung,
und mit ihr stimme ich mit dem Taegeuk überein, auch was die symbolische Identifikation der Sorge mit dem Menschen (lenken), der Achtung mit dem Himmel (entdecken) und der Lust mit der Erde (nutzbarmachen) betrifft:

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30. Juli 2013

Technische Ergänzungen zur Wirkung der Achtung und Sorge

Man kann sich auf den Standpunkt stellen, daß bewußte elementare Handlungen stets darin bestehen, in einen wahrgenommenen Impuls einzutreten. Die absichtlichen Handlungen bestehen dann aus einer Reihe von Einzelhandlungen innerhalb der Phasen der Planung, Erwägung und Ausführung, welche zusammen wiederum eine Handlung, aber eben eine zusammengesetzte ergeben, wobei in bestimmten Zusammenhängen damit auch nur die Ausführung gemeint sein mag.

Wille, übrigens, um das hier nicht ungeklärt zu lassen, existiert in einem rein organischen Bewußtsein nicht unabhängig von der Tat, Impuls ist beides, sondern beruht als eigenständiger Teil der Ich-Assoziation auf der Phase der Erwägung, in welcher er sich äußert, indem die Ausführung entweder folgt oder nicht.

Bevor ich nun zur Vernunft kommen kann, muß ich einen kleinen Zuschreibungsfehler aus dem Beitrag Das Räderwerk der Seele korrigieren. Der Widerwille ist Teil der Achtung, nicht der Sorge, was auch selbstverständlich sein sollte, wenn man den Widerwillen von Tieren bedenkt. Widerwille, eingedenk dessen, daß er Wille ist, äußert sich auch in einer Erwägung, aber einer Erwägung eines Geschehens, welches passiv beobachtet wird, und welches man auf Grund dieser Erwägung nicht ungehindert fortschreiten läßt, wobei die Planung der Reaktion zumeist unbewußt und regelgemäß, selten auch bewußt und spontan, vorangeht. Geht sie bewußt voran, äußert sich der Widerwille als plötzliche Bestärkung.

Tiere haben also auch eine Haltung, aber eben nur eine. So, und nun möchte ich nicht zu blumigen Worten greifen, sondern präzise beschreiben, was genau die Vernunft ermöglicht und bewirkt.

Die Vernunft erlaubt die Handlung der Haltungsannahme nach einem Begriff derselben. Und weiterhin führt die Vernunft dazu, daß eine angenommene Haltung stets durch sie bewertet wird, was freilich auch Widerwille genannt werden könnte, dann aber seine vernünftige Weiterentwicklung bezeichnete, oder man vermeidet das, indem man wie gehabt von Stimmung spricht.

Darüberhinaus erlaubt die Vernunft selbstverständlich die begriffliche Erfassung, womit Wahrnehmung, Wille und Handlung wieder beisammen wären, aber selbstverständlich ist es so, daß zumeist die Achtung auf der Grundlage der begrifflichen Erfassung operiert und nicht die Sorge, denn wie oft nehmen wir schon eine andere Haltung auf Grund einer begrifflichen Erfassung an?

Am häufigsten passiert das noch, wenn wir nach einer geeigneten Weise forschen, etwas durch Begriffe zu verstehen, in welchem Fall wir von Einsicht sprechen, wie auch, wenn wir unsere tätige Haltung auf solcher Grundlage änderten. Einsichten aber sind selten.

Umgekehrt nehmen wir, wie ich auch schon sagte, manchmal Haltungen an, ohne einen anderen Grund dafür zu haben, als sie ausprobieren zu wollen, wo die Grundlage der Handlung der Sorge dann also nicht die Vernunft, sondern die Unrast eines Tieres ist. Unrast ist Widerwille, nicht Stimmung. Wenn Stimmung sich nicht in einer Einsicht aufhellt, führt sie kaum einmal zu einer Handlung. Das gilt auch für die Kunst, der Zustand bei ihr ist allerdings ein sehr merkwürdiger, nämlich daß sich die Stimmung mit jeder getreuen Abbildung ihrer selbst zum Zwecke ihrer Abbildung aufhellt, um dann gleich wieder in ihren vorigen Zustand zurückzukehren.

Diese Abbildung folgt als Haltung auf die Einsicht ihrer Ausdruckskraft, wobei die Teile der eigenen Haltung, welche die abgebildete Stimmung bestimmen, gleichnishaft übertragen werden.

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30. Dezember 2024

Anpassungsschauen

Nur eine kurze Unterbrechung meiner Beschäftigung mit Blödsinn.

Biweilen kommen die Menschen zusammen, um zur Schau zu stellen, wie gut sie angepaßt sind, nämlich
  • auf einem Konzil, um zu zeigen, wie gut sie ermessen,
  • in einem Turnier, um zu zeigen, wie gut sie begegnen, und
  • auf einer Messe, um zu zeigen, wie gut sie umsetzen.
Was diese Zusammenkünfte dabei von etwa einem Debattierclub unterscheidet ist, daß das Gezeigte unmittelbare Relevanz für eine Glaubensweise besitzt, indem
  • Konzile das Ergebnis der Klärung und die Grundlage der Verneinung / Lösung vorstellen,
  • Turniere das Ergebnis der Näherbringung und die Grundlage des Übergehens, und
  • Messen das Ergebnis des Erwachsens und die Grundlage der Überantwortung,
wobei zu ersterem zu sagen ist, daß sich eine gute Ermessung dadurch auszeichnet, die ermessenen Vorhaben klar zu ermessen und die Verneinung der / Lösung von den schlechten also selbstverständlich zu machen.

Politisch  betrachtet halte ich es für einen Skandal zu akzeptieren, daß sich die Geschichte aus der auf Messen zur Schau gestellten Bestimmbarkeit oder der in Turnieren zur Schau gestellten Wählbarkeit ergibt, und wenn Staat und Religion tatsächlich nichts mit einander zu tun hätten, etwa weil ersterer das Öffentliche und letztere das Private betrifft, so müßte sich der Staat von Konzilen leiten lassen, wie es China freilich auch tut.

Unser politisches System ist absichtlich barbarisch, angeleitet von Machbarkeit und Davonkommen, und die Religion gedenkt, diesen Wirbel zur Ehrung Gottes zu lenken, jedoch gelingt ihr das schon seit 500 Jahren nicht mehr, und die moderne rechtsstaatliche Auffassung ergeht sich letztlich im Zynismus des Erfolgs, sprich: Erfolg gibt recht, was die unmittelbar Betroffenen zwar zu warnen vermöchte, jedoch bei den Systemarchitekten zu bräsiger Überheblichkeit und damit zum Niedergang führt.

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