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28. Februar 2023

Aktionärswesen, Innovation und Bananenrepubliken

Das vielleicht wichtigste wirtschaftspolitische Gleichgewicht unserer Zeit habe ich bisher immer nur gestreift, nämlich jenes zwischen Innovation und Koordination.

Unter Koordination verstehe ich den ganzheitlichen Umbau der Wirtschaft, wie er für Bananenrepubliken charakteristisch ist, wo die wirtschaftlichen Entscheidungen von einer handvoll vermögender Familien getroffen werden, klischeehaft etwa in Moon over Parador zu sehen.

EuropäischeVolkswirtschaften wurden traditionell nicht koordiniert, das Ziel des Zunftwesens war vielmehr, wie schon in Platons Nomoi, die Entflechtung der Industrie.

Interessanterweise ist es der katholischen Kirche nicht gelungen, diese Zivilisationsleistung in Mittel- und Südamerika zu wiederholen: Zwar wurde das örtliche Handwerk entflochten, aber den Grund zu einer breiten Wertschöpfung im Schatten der europäischen Industrie wie im Falle Nordamerikas legte es nicht, und folglich leidet Lateinamerika immernoch unter postkolonialer Verfilzung.

Immerhin ließe sich sagen, daß es damit besser wird, aber zugleich verschlechtert sich die Lage in Nordamerika, da sich seine Gesetzgeber zu keiner Zeit prinzipiell für Entflechtung entschieden haben, sondern vielmehr für eine allmähliche Integration neuer Industrien in den koordinierten Teil der Wirtschaft, welcher also ein stetig wachsendes Gegengewicht zur Innovation darstellt.

Das Bemühen, dieses Gleichgewicht aus gesellschaftspolitischen Gründen zu erhalten, um also nicht zu einer Bananenrepublik zu verkommen, hat zu einer immer frivoleren Investitionskultur geführt, deren logischer Endpunkt Elon Musk ist, denn zu seinem Ende ist dieses Bemühen mittlerweile gekommen, da nur noch Phantasien der Koordination entkommen.

Im Zentrum der modernen Wirtschaftskoordination steht das Aktionärswesen. Dieses hat zwei Funktionen:
  1. liefert es betriebliche Entscheidungen Aktienauktionen aus und damit der Erpressung durch angedrohte finanzielle Verlagerungen, und
  2. verstärkt es die Entscheidungsgewalt von Großinvestoren um die Mittel von Kleininvestoren. 
Deshalb habe ich mich im vorigen auch dafür ausgesprochen, Betriebsanteile nur vermieten, aber nicht verkaufen zu können, sowie nur Partnerschaften zuzulassen, bei welchen alle Partner den gleichen Anteil halten.

Doch so wie es ist, ist das Aktionärswesen ein mächtiges Mittel der Koordination, welches dazu geführt hat, daß die Aktivitäten der etablierten Betriebe von einer Klasse von Großinvestoren, welche Anteile an ihnen allen halten, kontrolliert werden.

Dahingegen findet die Innovation durch improvisierte Organisation statt, und erst nachdem sich ein Geschäftsmodell als hinreichend solide herausgestellt hat, wird es ausverkauft, wobei es das amerikanische System nicht gleich an die kurze Leine nimmt, sondern vielmehr auslotet, was sich durch es umbauen läßt, es also als ein neues Instrument ausprobiert, doch schließlich dem Gemeininteresse unterstellt.

Dadurch wird selbstverständlich die Kultur gemäß dem generativen Zykel entwickelt, nur eben auf eine viel kontrolliertere Weise, als es in Europa üblich war, und das hat in den letzten 20 Jahren dazu geführt, daß die Welt mangels innovativen Vorstößen auf ein Konzept und das Leben auf ein Theaterstück zusammengeschrumpft ist, nämlich das Konzept der Koordination und ihre Rollen, sowohl in der Wirtschaft, als auch in der Politik.

Als Rick Davies von visions und intuitions sang, gab es noch Nischen, und sei's in Silicon Valley, wo man von ihnen verschont blieb, aber heute? Heute scheint der Mond nicht mehr nur über Parador.

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26. Februar 2023

Vom christlichen Einbringen

Die Garantie der Ordnung obliegt selbstverständlich der Administration, doch zu dem Grad, zu welchem sich die Administration als regeleinhaltungsetablierende Maschine sieht, ist ihr Seelenleben fremdbestimmt, ihre Sorge durch Verwaltungswissenschaften verwirrt, ihre Achtung durch Beteiligung am Apparat reingeritten und ihre Lust gegen seine Kritiker aufgehetzt. Und so kommt es, daß sich Administrationen bisweilen verbohren, und in einem solchen Fall können sich Christen notwendend einbringen, indem ihre Hilfe allgemein als solche anerkannt wird. Ob die Administration dadurch vor Schlimmerem bewahrt wird oder eine andere an ihre Stelle tritt, ist zweitrangig. Hier wirkt schlicht die Barmherzigkeit, um entstandene Härten abzufedern, und so lange ihre Spende anerkannt wird, können wir uns alle dieses Polsters erfreuen, und das heißt auch, daß wir schwierige Lagen nicht fürchten sollten, so lange Hilfe noch geleistet werden kann und wird, natürlich nicht, um zu schmarotzen, sondern um zu einer besseren zu gelangen, zur Not auch blind, besser aber sehend.

Einstweilen ist es aber wieder nur die Verbohrtheit, welcher auf philadelphische Weise Abhilfe geleistet wird.

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24. Februar 2023

Zur Gültigkeitsabhängigkeit der Vorliebe und der Verantwortung für sie

Im Glaubenszykel folgt auf die dogmatische Phase die gemeinschaftliche und auf jene die persönliche, und das begegnet uns in den Kämpfen um Zusammenhalt in verändertem Gewand wieder:
  • Krieg schafft gemeinsamen (elektiven) Glauben oder auch gemeinsam anerkannte Gültigkeiten,
  • Verständigung gemeinsame Gelübde und
  • Zusammenballung gemeinsame Verpflichtungen,
und indem sich die anerkannten Gültigkeiten ändern, müssen sich auch die Gelübde ändern, und indem sich die Gelübde ändern, auch die Verpflichtungen.
  • Die anerkannten Gültigkeiten werden vom (subjektiven) Glauben revidiert,
  • die Gelübde von der Vorliebe und
  • die Verpflichtungen vom Gewissen,
und so kommt es zu dem Phänomen, daß selbst erfolgreiche Kriege auf höherer Ebene versanden können, nämlich wenn sich die Vorliebe gegen die veränderten Gelübde wehrt oder das Gewissen gegen die veränderten Verpflichtungen.

Um einen besseren Begriff von diesem Thema zu gewinnen, sei dasjenige, was
  • sich zu Ordnungen verhält, als Welt bezeichnet,
  • sich zu Verlegenheiten verhält, als Tugend und
  • sich zu Lagen verhält, als Geist.
Dann können wir davon sprechen, daß sich ein Feldherr gegen die Tugend auflehnt oder gegen den Geist, je nachdem, ob die von ihm gestifteten Gelübde gegen die Vorliebe verstoßen oder die von ihm gestifteten Verpflichtungen gegen das Gewissen, in welchem Falle Tugend oder Geist ihm nämlich entgegenwirken, aber nur, wenn er Tugend oder Geist nicht hinreichend gut versteht, um sie mit sich zu versöhnen.

Wie Sie vielleicht wissen, befindet sich Alex Jones schon seit langer Zeit auf Kriegsfuß im Informationskrieg, und was dahinter steht ist die Gültigkeitsabhängigkeit der Vorliebe: Ob sich die Tugend nämlich an Gelübde hält, hängt davon ab, wie's um die Welt bestellt ist, Sie wissen schon, drohende Überschwemmungen und Epidemien und Kriege und so, und das ist mittlerweile allgemein bekannt, und deshalb sondern die heutigen Feldherrn eben ständig Gesülz ab, welches ihre anvisierten Gelübde präferabel erscheinen läßt.

Ganz kontrollieren sie die Vorliebe aber nicht, denn es ist ihr schon bewußt, sich in einer Zwangslage zu befinden, und je mehr, desto mehr ruft sie auch den (subjektiven) Glauben an, doch bitte zu überprüfen, ob es sich wirklich so verhält.

Aber das ist nicht das Entscheidende. Was den informationsstreuenden Feldherrn wirklich auf die Füße fällt, ist die eigene Verantwortung dafür, die Welt so zu gestalten, daß die eigene Vorliebe sich nicht leichterdings in Zwangslagen bringen läßt, und darauf verstehen sie sich eben nicht, sondern nur jene, welche den Geist hinreichend gut verstehen, was eben die zurzeit entrückte Funktion ist.

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23. Februar 2023

60 Jahre amerikanische Science-Fiktion

Ich möchte in diesem Beitrag einige Science Fiction-Strömungen zwischen 1940 und 2000 besprechen. Den Anlaß dafür bilden David Knight's unsinnige Titulierungen der künstlichen Intelligenz als fake oder eine Täuschung, hinter welchen ich kulturelle Gründe vermute, genauer gesagt den Einfluß der ursprünglichen Star Trek-Serie. Unsinnig sind diese Titulierungen selbstverständlich deswegen, weil es zwischen simuliertem und tatsächlichem Verstehen keinen praktischen Unterschied gibt, so lange die Simulation nur gelingt.

Doch der Reihe nach. Was ich an Science Fiction aus den 1940ern kenne, Captain Future von Edmond Hamilton, The Book of Ptath von Alfred Elton van Vogt, regt den Leser an zu ermessen, wie es wäre, in der beschriebenen Welt zu leben, und auch, ob die Menschen tatsächlich einmal in einer solchen Welt leben werden oder auch jetzt schon leben. Es handelt sich also um überzeitliche Ermessungen der Gnade von Gelübden, des Loses von (elektiven) Glauben und des Segens von Verpflichtungen, oder allgemeiner gesprochen um Ermessungen der Gelegenheit, namentlich zu geloben, (elektiv) zu glauben oder sich zu verpflichten.

Um solche Ermessungen geht es auch Pilip Kindred Dick, etwa in Blade Runner und Total Recall, aber auch The Man in the High Castle, welches ich als einziges seiner Werke im Original kenne. Mit anderen Worten entspringt diese Strömung der unmittelbaren oder auch naiven Frage, was uns die Zukunft bescheren könnte oder in was für einer Welt wir leben oder teil welcher Geschichte wir sind.

Darum geht es bei der ursprünglichen Star Trek-Serie aber nicht. Vielmehr geht es darum, sich auf jugendliche Weise in eine Verlegenheit einzufühlen und sich zu fragen, wie sehr man die nämliche Entfaltungsmöglichkeit wertschätzt, mustergültig etwa in der Episode By Any Other Name, wo die soldatisch gesinnten Außerirdischen ihre militärische Überlegenheit für den Reichtum menschlicher Erfahrungen aufgeben.

Und da stelle ich mir jetzt halt vor, daß David Knight bei sich denkt: Aber da kann ich mich doch gar nicht hineinversetzen. Der Computer erfährt doch gar nichts. Betrug!, und so würde er sicherlich nicht denken, wenn er die Next Generation-Episode The Measure of a Man gesehen hätte, wo der Unterschied zwischen self-awareness und consciousness, unabhhängig davon, daß awareness das falsche Wort ist und es self-assessment heißen müßte, allgemeinverständlich herausgearbeitet wird.

Und Star Trek: The Next Generation liefert zugleich auch das Beispiel für die dritte Strömung der Ermessung, nicht der Gelegen-, noch der Verlegenheit, sondern der Verhältnisse, mustergültig etwa in der Episode Home Soil, wo auf charakteristische Weise detektivische Lagebestimmung und politisches Sozialverträglichkeitsgutachten zusammenkommen (Troy: The other two are secretive, but she is as dumb open as she appears.)

Man kann schon sagen, daß Gene Roddenberry hier einen generationalen Wandel vorweggenommen, wenn nicht gar vorbereitet hat, nämlich von der Neugier auf neue Erfahrungen hin zur altklugen Anwendung moralischer Gemeinplätze.

Übrigens, auch die haarsträubende Unstimmigkeit der Fakten dabei hat Roddenberry vorweggenommen: In Home Soil gelingt es der kristallinen Lebensform aus der Beleuchtung des medizinischen Labors genügend Energie abzuzapfen, um mehrere Gramm kristalliner Materie zu erzeugen, so daß Riker gar befürchtet, sie werde das ganze Raumschiff sprengen, und in Time's Arrow hat sich eine Lebensform entwickelt, welche sich ausschließlich von der technisch extrahierten Energie menschlicher Nerven ernähren kann. Besser nicht nachhaken. Und wo ich gerade dabei bin, auch nicht beim Spruch: Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch, denn wo bittesehr kämen 200 Wölfe auf 100 Schafe oder allgemeiner 200 Raub- auf 100 Beutetiere? Allenfalls 200 Flöhe, Mücken oder Bremsen kämen auf 100 Opfer.

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Zusammenhalt und Initiative in den generativen Zykeln der drei Zeitalter

Mit der entwurfsmäßigen Verteilung von Zusammenhalt und Initiative auf die Phasen des generativen Zykels in den drei Zeitaltern verhält es sich wie folgt.
Zeitalter
der
Basaler
Zusammenhalt
Initiative Herrschaftlicher
Zusammenhalt
Wacht ausblendende
Anerkennung
erschließende
Aufgabe
einspannende
Partnerschaft
Werke eingespannte
Unterstützung
aufdeckende
Lehren
abrichtende*
Kultur
Wunder abgerichtete*
Gewährung
 entrückende
Teilhabe
ausblendende
Bildung
* bei der Abrichtung handelt es sich nicht notwendigerweise um eine vollumfängliche Zähmung, das heißt die Anregung zu rituellem Schwelgen mag fehlen und die Traumatisierung mag schlicht von der Art eines verlorenen Wettkampfes sein.

Am Ende eines Zeitalters verschließt sich der herrschaftliche Zusammenhalt der Initiative, das heißt
  • die Partnerschaft spannt keine neu erschlossenen Ressourcen mehr ein,
  • die Kultur richtet nicht mehr auf neu aufgedeckte Zusammenhänge ab und
  • die Bildung blendet neuerdings neu entrückte Funktionen aus,
und so kommt es, daß am Ende des Zeitalters der
  • Wacht im Rahmen (generations-)unabhängiger Erschließung außerbasale Zusammenhänge aufgedeckt werden,
  • Werke im Rahmen unabhängiger Aufdeckung außerbasale Funktionen entrückt werden und
  • Wunder im Rahmen unabhängiger Entrückung außerbasale Ressourcen erschlossen werden,
was ich bereits im Detail beschrieben, aber nicht unter diesen Blickwinkel gebracht habe. Und indem man es unter diesen Blickwinkel bringt, werden auch einige andere Details als systemzugehörig erkannt, zum Beispiel die führende Rolle der Franken als neu erschlossene Ressource bei der Entfaltung des Christentums**.

Mich interessiert hingegen vornehmlich eine Stelle in der Offenbarung, welche unter diesem Blickwinkel recht eindeutig auf eine Abspaltung am Ende eines Zeitalters verweist, nämlich
Und sie sangen ein neues Lied vor dem Stuhl und vor den vier Tieren und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen denn die hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde. - Offenbarung 14:3
auf unabhängige Aufdeckung und außerbasal entrückte Funktionen am Ende des Zeitalters der Werke, denn ich beginne, dies sich entfalten zu sehen, also daß das System unfähig wird, die Funktionen überhaupt nur zu verstehen, auf welchen die geschichtliche Entfaltung beruht.

** auch darauf dürfte eine Stelle in der Offenbarung anspielen, nämlich Offenbarung 5:4+9.

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22. Februar 2023

Initiative oder Zusammenhalt

Die Aufrichtungskämpfe,
  • die Aufdeckung von Zusammenhängen zur Aufrichtung der Haltung (insbesondere der Begrifflichkeit),
  • die Entrückung von Funktionen zur Aufrichtung der Erfahrung und
  • die Erschließung von Ressourcen zur Aufrichtung der Vorhaben,
sind Kämpfe um die Initiative, nämlich
  • Zusammenhänge studieren zu können,
  • Funktionen angehen zu können oder
  • Ressourcen empfangen zu können.
Ihnen gegenüber stehen die Kämpfe um Zusammenhalt, welche ich hier wie folgt beschreiben möchte:
  • Verständigung zur Erlangung der Zustimmung,
  • Zusammenballung zur Erlangung des Mitwirkens und
  • Krieg zur Erlangung der Hoheit.
Zusammenhalt beruht auf gemeinsamen Ansätzen der Besinnung,
  • Zustimmung auf gemeinsamen Gelübden, welche den Ansatz der Einlösung bilden,
  • Mitwirken auf gemeinsamer Verpflichtung, welche den Ansatz der Verfolgung bildet, und
  • Hoheit auf gemeinsamem (elektiven) Glauben, welcher den Ansatz der Auslösung bildet,
wobei der im Krieg gewonnene (elektive) Glaube darin besteht zu glauben, daß der Sieger stärker ist.

Immer ist es aber so, daß
  • Verständigung zu Ausblendung führt,
  • Zusammenballung zu Einspannung und
  • Krieg zu Abrichtung,
mit anderen Worten Zusammenhalt nur auf Kosten der Initiative der Einzelnen zu haben ist. Was die Unsitten dabei auszeichnet ist nur, daß ihre gemeinsamen Ansätze ungehießen, also
  • gleichgültige Gelübde,
  • unersättliche Verpflichtungen oder
  • beliebige (elektive) Glauben,
sind, wohingegen
  • Gelübde geliebt werden sollten,
  • Verpflichtungen wertgeschätzt und
  • (elektive) Glauben mit Stolz (im weiteren Sinne) erfüllen.
Letzteres heißt im Falle einer Niederlage nicht, auf diese stolz zu sein, sondern darauf, wie man mit ihr umgeht, und im Falle eines Sieges ebenso. Verdingung führt aber in einen Krieg, in welchem weder Sieger, noch Verlierer auf ihr Wirken stolz sein können, wiewohl ihnen dies im Falle des Ringens um die potentiale Macht eine Weile anders erscheinen mag, doch selbst dabei sind es die konkreten Befolgungen des eigenen Gewissens, welche den bleibendsten Stolz hervorrufen.

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Unsitten, Verunstaltungen und Aufrichtungskämpfe

Aus den Ungehießenheiten entspringen wie gesagt Unsitten,
  • aus Unersättlichkeit Stichelei,
  • aus Gleichgültigkeit Huldigung und
  • aus Beliebigkeit Verdingung,
und diese Unsitten führen zur allgemeinen Verunstaltung der Bildung, nämlich
  • die Stichelei durch Einspannung zu verunstalteter Erfahrung,
  • die Huldigung durch Ausblendung zu verunstalteter Haltung (insbesondere Begrifflichkeit) und
  • die Verdingung durch Abrichtung zu verunstalteten Vorhaben,
wobei der Zweck der Verunstaltung darin besteht, Aktionsmuster einzuschränken, nämlich
  • das Angehen durch die Einspannung,
  • das Studieren durch die Ausblendung und
  • das Empfangen durch die Abrichtung,
und so kommt es zu Aufrichtungskämpfen, nämlich zur
  • Entrückung von Funktionen, um der Einspannung zu entgehen,
  • Aufdeckung von Zusammenhängen, um der Ausblendung zu entgehen, und
  • Erschließung von Ressourcen, um der Abrichtung zu entgehen,
auf allen Existenzebenen, nämlich zur
  • Aufdeckung auf der ideellen,
  • Entrückung auf der funktionalen und
  • Erschließung auf der materiellen.

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21. Februar 2023

Tabu und Zuständigkeit

Über gewisse Dinge können wir nicht erschöpfend reden, über andere könnten wir's schon, wenn's uns nicht durch ein Tabu verboten wäre.

Unter einer Zuständigkeit verstehen wir eine exklusiv ausgefüllte Rolle (auch exklusiv übernommene Funktion). Und wie in jeder Rolle schätzen wir auch in einer exklusiven, wie wert uns ihre Ausfüllung ist. Ich sprach davon im Falle unserer Zuständigkeit für ein gehießenes Leben und auch davon, daß ihre Wertschätzung vom durch Sticheleien geschürten Stolz (im weiteren Sinne) übertönt werden könne, aber das ist allgemein so: Stets vermag das Gerede anderer unseren Stolz derart zu reizen, daß die Wertschützung unserer Zuständigkeit darunter zurücktritt, und je erschöpfender es ist, desto mehr.

Anders ausgedrückt können allgemein verstandene Rollen schwerlich anders ausgefüllt werden, als es das Geschwätz der Allgemeinheit fordert, selbst wenn die Ausfüllung der fraglichen Rolle einem dadurch widerwärtig wird.

Zum Beispiel in der Politik. Eine Weise, sich davor zu schützen, besteht darin, Elemente in seiner Rolle hinzuzuziehen, welche die Allgemeinheit eben nicht versteht, wovon ich in meiner Rolle als Seinsbeobachter reichlich Gebrauch mache. Eine andere ist das Tabu: Wenn die Allgemeinheit nicht mehr den Mund aufmachen darf, kann sie einem auch nicht mehr in die eigene Zuständigkeit hineinreden.

Ich habe mich nämlich gefragt, aus welchem Grunde stets über Sex geredet werden solle. Dazu heißt es in 1. Mose ja, daß es zu Knechtschaft führe: Ham trompetet die Blöße seines Vaters heraus und wird dafür samt seinen Nachkommen zur Knechtschaft verdammt. Nun, Knechtschaft ist es wohl, wenn man sich vor anderen diesbezüglich rechtfertigen muß, und da was damit zusammenhängt gut verstanden ist, kann nur das Tabu die eigene Zuständigkeit für das private Leben schützen.

Darüberhinaus verliert ein Mensch seine Würde, wenn ihm die Allgemeinheit in alles hineinredet, da es in dem Falle auf seine Meinung in nichts mehr ankommt.

Umgekehrt ist die Unersättlichkeit weit verbreitet, in allen Dingen Gehör zu suchen, also allumfassende Zuständigkeit zu beanspruchen, doch so kommt es eben, daß, wo jeder für alles, niemand für irgendetwas zuständig ist.

Post Scriptum vom folgenden Morgen. Ein sichtbares Anzeichen der Aufgabe der Zuständigkeit für das Wohl des eigenen Körpers in unserer Kultur sind Tattoos und Piercings.

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20. Februar 2023

Ungehießenheit

Mangelndes Geheiß führt zur Vernachlässigung der Rückschauen,
  • mangelnde Vorliebe zur Vernachlässigung der Abhängigkeit und damit Unersättlichkeit,
  • mangelnder (subjektiver) Glaube zur Vernachlässigung der Gültigkeit und damit Gleichgültigkeit und
  • mangelndes Gewissen zur Vernachlässigung der Verantwortlichkeit und damit Beliebigkeit,
und diese Ungehießenheiten führen wiederum zu charakteristischen Verhaltensweisen, nämlich
  • Unersättlichkeit dazu zu sticheln,
  • Gleichgültigkeit dazu zu huldigen und
  • Beliebigkeit dazu, sich zu verdingen,
und
  • Sticheln reizt den Stolz im weiteren Sinne und verbreitet die Unersättlichkeit durch sein Lärmen, welches die Vorliebe übertönt und die Wertschätzung der Möglichkeit, ein gehießenes Leben zu führen,
  • Huldigung fördert die Eitelkeit und in ihrem Gefolge die Verstellung, welche die Gleichgültigkeit durch die Verschleierung des Gültigen verbreitet (Musterbeispiel Spanien, aber auch die Parteienherrschaft ist das geistige Kind der Huldigung), und
  • Verdingung verfestigt den Abweg, stützt seine Pläne und regt zuletzt zur Zähmung zum Zwecke ihrer Verwirklichung an und verbreitet dadurch die Beliebigkeit (etwa bei unserer Reise nach Jerusalem).

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19. Februar 2023

Das Gleichnis der Reise nach Jerusalem

  • Die Musik ist das Leben, welches uns durch Vorliebe, (subjektiven) Glauben und Gewissen heißt.
  • Die Stühle sind der Besitz potentialer Macht.
Das Spiel beginnt mit der Entehrung des Lebens durch die Verdrängung seines Geheißes durch das Kreisen um den Besitz potentialer Macht, und es endet mit der Entehrung des Besitzes potentialer Macht durch die Anwendung aktualer in Form von Handgreiflichkeiten.

Wie ich in der Dialektik der Nomoi schrieb, geht es unseren Gesellschaften im Gegensatz zu Platons nicht darum, Machtänderungen zu verhindern, sondern darum, im Wettbewerb um die Macht nicht zurückzufallen. In der Sprache des vorigen Beitrags: Die Verjünger sind sich der Bedeutung der Planer für die Verjüngung bewußt, vertreiben die Einfühler und gängeln die Prospektoren und Forscher für ihre Zwecke. Das ist die Entehrung des Lebens.

Indem die Technik nun voranschreitet, führt sie zu immer größerer Konzentration der Macht, was es den Garantierern einerseits erlaubt, immer effektiver zu kontrollieren, aber andererseits auch dazu führt, daß sie immer geringfügigeres kontrollieren müssen, und indem sich dies zuspitzt, werden sie schließlich dazu gezwungen, die Planer fallenzulassen, weil ihnen die Planungsfreiheit gefährlich wird. Das ist die Entehrung der potentialen Macht.

Das Bestehen eines Systems ist eine Funktion, welche Garantierer darstellen, seine Entwicklung eine, welche Planer darstellen, und seine Eigenart wird von Aufnehmenden dargestellt.

Die Reise nach Jerusalem: Der Verlust der Eigenart führt über das chaotische Brodeln der potentialen Macht zur restriktiven Kontrolle, und diese zur Rückbesinnung auf die Eigenart.

Wie könnte frühere Rückbesinnung schaden, da es eh zum Schlimmsten kommt?

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18. Februar 2023

Zur thematischen Verfeinerung der Inbezugsetzungsweisen

Die Inbezugsetzungsweisen lassen sich nach ihrem Thema weiter unterteilen, nämlich ob es sich um Taten, Abhängigkeiten oder Gültigkeiten handelt.
Thema des
Einbringens Gründens Ermessens
Taten Versorgung Vorgehen
(Stratege)
Gelegenheiten
(Prospektor)
Abhängig-
keiten
Verjüngung Sitten
(Gesetzgeber)
Verlegenheiten
(Einfühler)
Gültig-
keiten
Verhinderung Abläufe
(Ingenieur)
Verhältnisse
(Forscher)

Bei der Verjüngung handelt es sich darum, die eigene Vorbereitetheit zu garantieren, also die eigene Positionierung, Überzeugung und Wappnung stets auf dem laufenden zu halten. Gelegenheiten, Verlegenheiten und Verhältnisse sind zuvor unter den Namen Lagen, Verlegenheiten und Einsichten als Gesamteindrücke der Rückschauen begegnet. Das Schwanken zwischen nah miteinander verwandten Begriffen bei der Bezugnahme auf die Rückschauen, etwa zwischen Verantwortlichkeiten, Taten, Lagen und Gelegenheiten, ist, jedenfalls einstweilen, ratsam und zweckmäßig.

Unter einem Vorgehen verstehe ich unternommene Anstrengungen und unter einem Ablauf eintretendes Geschehen. Statt Sitten ließe sich auch von Umgangsformen sprechen; der Mensch schafft sich seine Welt ja weitgehend selbst durch die Konventionen, welche er annimmt.

Garantiert werden also
  • Taten durch Versorgung,
  • Abhängigkeiten durch Verjüngung und
  • Gültigkeiten durch Verhinderung,
geplant
  • Taten als Vorgehen,
  • Abhängigkeiten als Sitten und
  • Gültigkeiten als Abläufe,
und aufgenommen
  • Taten als Gelegenheiten, nachdem zuvor die mit ihnen zusammenhängenden
  • Abhängigkeiten als Verlegenheiten und die
  • Gültigkeiten, unter welchen sie stattfinden, als Verhältnisse ermessen wurden,
und somit werden tatsächlich Taten auf der Grundlage eines elektiven Glaubens aufgenommen, nämlich den durch die kondutkive Ausleuchtung der Gelegenheiten, idealistische Ausleuchtung der Verlegenheiten und prognostische Ausleuchtung der Verhältnisse gewonnenen.

Garantierer zerfallen also in Versorger, Verjünger und Verhinderer, und Planer spezialisieren sich auf Vorgehen, Sitten und Abläufe, doch die Ermesser sind zur Generalität angehalten, um das Rechte aufzunehmen und zu dessen Entdeckern zu werden - freilich, Gelegenheiten, Verlegenheiten und Verhältnisse lassen sich von Prospektoren, Einfühlern und Forschern verteilt ausleuchten, doch dann muß der Dialog all diese Erkenntnisse wieder zusammenbringen.

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17. Februar 2023

Mißtrauen in der Politik

Die Wurzel des politischen Mißtrauens ist zwiefältig, zum einen wurzelt es im Mißtrauen der Kaufleute, welches seinen Ursprung in der Unverbindlichkeit ihrer Bekanntschaften hat, im deutschen Sprachraum etwa von Arthur Schopenhauer vertreten, und zum andern in der hegelianischen Vorstellung der Folgerichtigkeit der Geschichte und der auf ihr aufbauenden revolutionären Manipulation, welche im wesentlichen darin besteht, die Aufmerksamkeit auf solche Schwächen des bestehenden Systems zu richten, welche die revolutionäre Ordnung zu verbessern mag, doch ohne dieselbe von Anfang an zu enthüllen und damit der allgemeinen Kritik auszusetzen, sondern erst nachdem die Behebung einer speziellen Schwäche dringlich geworden ist.

Während ihr Geschäft die Kaufleute zum mißtrauen zwingt, ist das Mißtrauen der politischen Manipulatoren der Gesellschaft gegenüber ein frei gewählter Ansatz. Bereits Trotzki verfiel auf die Idee, die weitgehende Unterordnung nicht-weißer Rassen unter die Klassen weißer Gesellschaften (heute etwa als Krankenpfleger und Kassierer) dazu zu benutzen, über die Forderung nach der Autonomie der Rassen zur Aufhebung der Klassen zu gelangen. Und Theodore John Kaczynski erkannte in Industrial Society and its Future in der Umweltbewegung ein Vehikel zur Deindustrialisierung, welche selbstverständlich ebenso wie die Autonomie der Rassen antiimperial wirkt und mit den Mitteln einer sozialistischen Wirtschaft besser gemeistert werden kann als mit jenen einer kapitalistischen.

Und die Popularität dieser antiimperialen Ziele ist der Grund, warum sich Teile des Establishments ein kaufmännisches Mißtrauen bei den Wählern wünschen, welches sie davor bewahrte, auf diese Manipulationen hereinzufallen. Aber dazu ist folgendes anzumerken.

Um den Wunsch zu verwirklichen, bietet sich eine im Anschluß diskreditierbare Aufführung als Lehrexempel, sagen wir Joe Biden, an, doch muß eine solche Aufführung zum einen selbst als Manipulation erkannt werden und erzeugt somit zumindest bei Teilen der Unterrichteten das Gefühl, daß alles erlaubt, da alles gleich, sei, und zum andern läßt es sich nicht vermeiden, daß etliche zwar die Methode verstehen, aber die meisten nur den angerichteten Schaden, so daß das Mißtrauen gegenüber dem Lehrexempel sogleich in unbegründetes Vertrauen gegenüber der Abhilfe umschlägt, und das in einer Gesellschaft, in welcher vermehrt Helfer für Manipulationen zu Zwecken aller Art bereitstehen, ganz einfach, weil etliche das manipulative Spiel verstanden haben.

Mir als Deutschem gefällt das alles nicht. Es erinnert mich zu sehr an die politische Bildung der Schutzstaffel. Vielleicht ist es doch besser, mit offenem Visier zu kämpfen, sich nicht geheimnistuerisch über die Bürger zu stellen, sondern ihrem Vertrauen zu vertrauen. Was kann schon Gutes aus einer zynischen Kloake erstehen? Hat die trotzkistische Manipulation denn mehr als rein verneinende Erfolge vorzuweisen? Und wenn die Trennung zwischen militärischer und ziviler Welt zunehmend schwerer aufrechtzuerhalten ist, wäre es vielleicht besser, sich über die Gestalt der zivilen Gedanken zu machen, als sich auf ihre Militarisierung einzulassen.

Post Scriptum vom folgenden Morgen. Die hier besprochene trotzkistische Manipulation, sonst auch Hegelsche Dialektik und von David Icke problem-reaction-solution genannt, beruht selbstverständlich auf der Bündelung verschiedener politischer Ziele in Parteiprogrammen, welche es Parteien erlaubt, einzelne Anliegen hochzuspielen, um andere umzusetzen. Auf diese Weise präselektieren Parteien politische Kompromisse und drücken politischen Allianzen ihren Stempel auf, wobei sie wie gesagt die Schwachstellen anderer ins Rampenlicht rücken und sie sie als lösungsbedürftige Probleme darstellen, um schließlich als die bessere Wahl zu erscheinen. In einer direkten Demokratie, in welcher die Bürger über einzelne Gesetze abstimmen können, findet hingegen eine Postselektion der politischen Kompromisse statt: Nicht bereiten den Bürgern die Vorschläge der Parteien Kopfschmerzen, sondern den Parteien die Entscheidungen der Bürger.

Es ist offensichtlich, wie dies die Steuerbarkeit der Gesellschaft hin zu ausgearbeiteten politischen Entwürfen ändert und dazu beiträgt, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Politikern und Bürgern durch Theater und Manipulation zu ersetzen.

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Die bändigungsbedingten Erkenntnisse der Fehlausrichtung der Inbezugsetzung

Wie ich im vorigen Beitrag bemerkte, ändert sich die Inbezugsetzungsweise nicht so ohne weiteres, und hier betrachte ich nun, in wiefern Zahm-, beziehungsweise Wildheit zu ihrer Änderung beiträgt.

Wenn man so will, stecken 2/3 des hier Besprochenen in diesem Lied,

nämlich Ermesseungs- und Gründungsvergeudung, denn indem Zahmheit bedeutet, anderen die Garantierung bestimmter Teile der Ordnung zu überlassen und diesbezügliches nicht zu ermessen, kann sie die Erkenntnis der Fehlausrichtung der Ermessung oder Einbringung nicht bedingen, und indem Wildheit den Verzicht auf eine eigene Aufgabe bedeutet, kann sie die Erkenntnis der Fehlausrichtung der Gründung nicht bedingen, mithin es also nur drei Fälle der bändigungsbedingten Erkenntnis gibt, nämlich
  • die wildheitsbedingte Erkenntnis der Ermessungsvergeudung,
  • die wildheitsbedingte Erkenntnis der Einbringungsvergeudung und
  • die zahmheitsbedingte Erkenntnis der Planungsvergeudung,
und wann immer wir das Gefühl haben, eine Inbezugsetzungsweise zu vergeuden, empfinden wir das Bedürfnis, sie fortan richtig aufzunehmen, was entweder eine innere Korrektur derselben darstellt oder einen Wechsel von einer zur anderen, denn auch wenn wir primär einer anderen anhängen, können wir doch das Gefühl haben, eine sekundäre oder tertiäre zu vergeuden, wobei eine etwaige daimonische Prägung dem aber Grenzen setzt.

Das Gefühl* der Ermessungsvergeudung stellt sich ein, wenn uns aufgeht, daß wir es versäumt haben, wesentliche Aspekte unseres Lebens, welche entscheidend zu unserer Zufriedenheit beitragen, zu ermessen und uns stattdessen närrischerweise auf einen abgesteckten Bereich beschränkt haben, Stichwort midlife crisis, wie die des Bühnensüchtigen im oben eingebetteten Lied.

Das Gefühl* der Einbringungsvergeudung stellt sich ein, wenn uns aufgeht, daß wir unsere Kraft zielführender einsetzen könnten.

Und das Gefühl* der Gründungsvergeudung stellt sich ein, wenn uns aufgeht, daß unsere Pläne erbärmlich sind und eine größere Aufgabe auf uns wartet, wie wenn wir planen, fortan ein abwechslungsreicheres Leben zu führen, wieder wie im oben eingebetteten Lied (fooled again), und wie auch ich es bisweilen kenne, wenn ich versuche, mein Geistesleben anzubahnen, anstatt einfach darauf zu vertrauen, daß Gott meinen Geist beizeiten schon erwecken wird, wobei eine gewisse Rücksicht auf die eigene Verwundbarkeit nicht verkehrt ist, aber Angst zu keiner Zeit das eigene Handeln bestimmen darf, denn die Angst bedeutet mangelnde Vorbereitung, und erst durch ihre Überwindung wird die Vorbereitung möglich, wenn es sich um Angst zu ermessen handelt.

Bleibt nur zu fragen, wann ein wildheitsbedingter Wechsel der Inbezugsetzung zu Ermessung und wann er zu Einbringung führt. Nun,
  • Restriktionen reizen die Wildheit zur Ermessung und
  • Chaos reizt sie zur Einbringung;
zunächst dürfte das Chaos weiter anschwellen, bis es unter der Last der Ordnungsgarantierer durch Restriktionen ersetzt wird, welche ihrerseits die Gelegenheitsaufnehmenden auf den Plan rufen, welche, indem sie sich über das Aufzunehmende klar sind, die politische Entscheidungsfähigkeit wiederherstellen, was in meinem Fall freilich illusionär scheint, da ich sie nicht verloren habe und auch daran gewöhnt bin, unter Menschen zu leben, welche sie nicht verloren haben, doch gibt es die andern da draußen und zum Teil auch unter meinen engeren Bekannten, und einstweilen haben sie ihren Willen bis ihre Verfehlung offenbar geworden sein wird.

* genauer gesagt Verdruß oder Schmach im weiteren Sinne

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15. Februar 2023

Inbezugsetzung und gesellschaftliche Verantwortung

Es gibt drei Arten der Inbezugsetzung:
  • die Ermessung setzt ein Verhältnis zu Verhältnissen in Bezug, welche es betrifft,
  • die Einbringung setzt verschiedene Verhältnisse durch Gleichzeitigkeit in Bezug zu einander und
  • die Gründung setzt ein Verhältnis zu Verhältnissen in Bezug, aus welchen es sich ergibt
Die Ermessung von Umständen erlaubt die Aufnahme von Gelegenheiten, die Einbringung von Umständen die Garantie von Ordnungen und die Gründung auf Umstände die Planung von zu Verantwortendem.

Je nachdem, welche Inbezugsetzungsart seine vorrangige ist, lebt ein Mensch auf
Diese Lebensweisen kann ein Mensch nicht so ohne weiteres ändern, und sie bestimmen insbesondere auch, worüber sich Menschen mit einander unterhalten, nämlich
  • was sie ermessen haben und was sich aufnehmen ließe, beziehungsweise
  • was sie eingebracht haben und was sich garantieren läßt oder
  • was sie gegründet haben und was sich planen läßt.
Und abhängig davon, ob sie es wertschätzen, recht gewandelt zu sein und auch weiterhin recht wandeln zu können, wann aller Stolz lärmt und das größte Glück darin besteht, sich nicht vergangen zu haben, sondern dem Gehießenen treu geblieben zu sein, mögen sie sich daneben auch darüber unterhalten
  • auf welchen Voraussetzungen die aufnehmende Lebensweise beruht und wie sie gewährleistet werden kann, beziehungsweise
  • die garantierende oder
  • die planende,
was sich allerdings aufgrund der Tatsache, daß eine Gesellschaft sowohl für Ermessung, als auch Garantierung und Planung Verantwortung tragen muß, überschneidet.

Der technische Fortschritt hat unter anderem auch zur Verdrängung der ermessenden Lebensweise geführt, und sei's nur, weil Landwirte ermessen, was sie anbauen oder halten könnten, und alleine schon deshalb wird unsere Gesellschaftsform unter dem Gewicht der Ordnungsgarantierer und Produktplaner zunehmend unfähig, sich über das Aufzunehmende klar zu werden. Und was die Diskussion der Grundlagen betrifft: Ein Teil der im vorletzten Beitrag erwähnten Traumatisierung besteht darin, die Besessenen mit Häme, die Beklommenen mit Hohn und die Betretenen mit Spott zu übergießen, wodurch Freude, Stolz im engeren Sinne und Genugtuung zu den dort ebenfalls erwähnten Aushängeschildern der Sicherheit werden und einen kindischen Menschenschlag erzeugen, in dem der Stolz im weiteren Sinne brennt und die Wertschätzung der Gehießenheit verkümmert.

Wir haben also ein Personalproblem. Aber auch wenn sich die Lebensweise nicht so ohne weiteres ändern läßt, wird der zerbrochene Krug doch zu Gedanken darüber führen, wie sich weiterhin Wasser aus dem Brunnen schöpfen ließe.

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13. Februar 2023

Was mir gestern noch schwante.

Ich hatte die westliche Darstellung des Kriegs in der Ukraine bisher für weitgehend sinnlos gehalten, insofern sie eher demobilisierend wirkt: Stets wird alles getan und werden große Erfolge erzielt und zugleich eine unvertrauenswürdige Interessensvertretung demonstriert, so daß weder aufblitzen kann, was mehr getan werden könnte, noch welches Interesse es gegebenenfalls erforderte.

Sie mag nun ja bewußt so entworfen worden sein, um den Krieg in seinem Rahmen zu halten, aber sie führt, vielleicht als Nebenwirkung, vielleicht auch als eigentlicher Zweck, nebenbei dazu, daß im Falle einer plötzlichen Verschärfung diejenigen, welche die bisherige Darstellung nicht als sinnlos empfunden haben, weniger geneigt sein werden, auf jene zu hören, welche es taten, als es sonst der Fall gewesen wäre: Sie werden in gewisser Weise in dieser Phase des Vor sich hin Köchelns gegen jene aufgehetzt, welche aus irgendwelchen komischen Gründen Probleme in dem Vorgehen sehen.

Natürlich betrifft das nicht alle Staaten im gleichen Maße, aber punktuell dürfte die Basis dafür gelegt werden, daß Regierungen die Kritik Sachverständiger nicht zu fürchten bräuchten, weil letztere Zeit genug hatten, den nervös gewordenen Vorgehensunterstützern auf die Nerven zu gehen. Es findet eine Art Vorlauf statt, aber nicht zu einem großen Opfergang, sondern zu einem radikalen Schritt. Man kann nur hoffen, nicht unter die Blöden gefallen zu sein.

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Zahm und wild

Ich habe im Beitrag Los, Segen und Gnade von der Einsamkeit und dem Tod gesprochen, welchen Schule und Beruf mir bescheren würden, und ich denke, daß diese Behauptung näher erörtert werden sollte.

Zunächst einmal handelte es sich beim Vorgeschmack dieser Ungnade in den Worten des vorigen Beitrags um Eingeschnapptheit über mangelnde Entfaltungsverantwortung, und die Frage ist also, ob diese Eingeschnapptheit gerechtfertigt war.

Als ich zwölf Jahre alt war, ging ich auf den Heuboden, um mich zu erhängen, aber nachdem ich das Gleichgewicht verloren hatte und das Tau mir in die Kehle schnitt, blies ich die Sache als dummerhaftig ab. Stattdessen nahm ich mir vor, möglichst anteilnahmslos durch die Schule zu kommen, um dann zu sehen, ob die Universität vielleicht noch etwas für mich zu bieten hat. Allerdings, acht Jahre der Anteilnahmslosigkeit, einschließlich des Wehrdienstes, gehen nicht spurlos an einem vorüber, und als ich mein Studium begann, kannte ich das mir Gehießene nicht mehr mit derselben Klarheit wie mit zwölf Jahren. Nach einem Jahr an der Hochschule wurde das aber wie gesagt durch W.F. korrigiert.

Ich habe mich in den letzten Wochen wiederholt gefragt, was genau mich in Deutschland an meiner Entfaltung gehindert hat. Als ich von der Universität Hamburg an die Christian-Albrechts-Universität wechselte, meinte die Beamtin, welche mir die Exmatrikulation ausstellte, daß es schade sei, daß ich es nicht geschafft hätte. Ich entgegnete nichts, nicht nur hatte ich bereits die Zulassung für die Christian-Albrechts-Universität in der Tasche, mir lag auch nichts daran, es auf die gemeinte Weise zu schaffen, nämlich mich vor anderen zu beweisen.

Aber das ist es nicht. Ich könnte mich vor anderen beweisen. Die Forderung als solche ist mir ziemlich egal, hätte ich einen guten Grund, würde ich es tun, aber ich meinte, keinen zu haben, schließlich diente meine Hochschulzeit meinem elf Jahre alten Urteile nach nur dem Zweck, die Welt kennenzulernen. Mehr würde mir eh nicht möglich sein: Ich will kein Hausschwein werden.

Was es ist, das Leben der Hausschweine, begann mir erst in den letzten paar Jahren klar zu werden. Und erst heute kann ich es auf den Punkt bringen: Der wilde Mensch erlebt, der zahme schwelgt.

Ich möchte diesen Gegensatz an zwei Musikstücken erörtern.

Wildheit: Supertramp - Aubade and I Am Not Like Other Birds of Prey.



Verstörende Eindrücke drängen sich auf, aber es sind nur Schatten, die Sonne geht auf, und das Licht der Einsicht strömt herein. Und in ihm erkennen wir unsere Abhängigkeit, das Gültige und unsere Verantwortlichkeit. Warum sind Magnum-Episoden lustig? Weil wir Dinge wiedererkennen, welche wir selbst erlebt haben. Warum fesseln uns Hitchcock's Filme? Weil sie Dinge aufgreifen, welche uns beschäftigen. Der wilde Mensch erfreut sich am Spiegelbild seines Lebens, weil er sich mit seinen Erlebnissen beschäftigt und ihr Spiegelbild ihm dabei hilft.

Zahmheit: Pet Shop Boys - Tonight Is Forever.



Verstörende Eindrücke drängen sich auf, aber wir denken nicht darüber nach. Dort drüben gibt es anheimelnde Eindrücke, welche Sicherheit vor den Übeln versprechen, welche die verstörenden Eindrücke ankündigen. Erst wird der zahme Mensch traumatisiert, dann ihm ein Refugium zugewiesen. Der Masochist schwelgt in seiner Gängelung, die übrigen in den Aushängeschildern ihres Refugiums: schick ist's und eine Eintrittskarte zu den Wundern, welche die Dunkelmänner im Hintergrund ihren Schützlingen bereiten, ein Saal voller unterwürfiger Verheißung.

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11. Februar 2023

Anbahnung, Augenöffnung und Verstetigung im Spannungsfeld zwischen inner- und überzeitlicher Ermessung

Mir ist bei Segen, Gnade und Los kategorisch, jedoch nicht materiell, einiges verrutscht: Los, Segen und Gnade sind keine Vorgeschmäcker, sondern dasjenige, wovon wir jeweils einen Vorgeschmack gewinnen, nämlich von
  • unserem Segen durch die Zufriedenheit über seine Verpflanzungs-, die Verbundenheit mit seiner Entfaltungs- und die Liebe zu seiner Ausleuchtungsordnung,
  • unserer Gnade durch die Genugtuung über ihre Verpflanzungs-, die Freude über ihre Entfaltungs- und den Stolz über ihre Ausleuchtungsverantwortung, und
  • unserem Los durch die Verwandtheit seiner Verpflanzungs-, die Verheißungsfülle seiner Entfaltungs- und die Verwandelndheit seiner Ausleuchtungsgelegenheiten,
wobei sich Segen, Gnade und Los selbst auf unsere Eingezogenheit, Artung und geistige Konfiguration beziehen, derart
  • eine wertgeschätzte Eingezogenheit gesegnet ist,
  • eine geliebte Artung begnadet und
  • eine Stolz machende geistige Konfiguration gerichtet
Bei den im Beitrag Los, Segen und Gnade angegebenen Beispielen der Vorgeschmäcker der Gnade, des Segens und des Loses handelt es sich in der Tat um Stolz über Verantwortung, beziehungsweise Liebe zur Ordnung oder Wertschätzung von Gelegenheiten, so etwa beim Vorgeschmack
  • des Segens der Enthüllungsverpflichtung vom 15.2.2015 um die Verbundenheit mit seiner Entfaltungsordnung,
  • der Gnade meines Ehegelübdes um die Freude über ihre Entfaltungsverantwortung und
  • des Loses meiner μονογενὴς-Anerkennung (alternative Form zu elektivem Glauben) um die Verwandelndheit seiner Ausleuchtungsgelegenheit.
Statt holistische überzeitliche Antizipationen möchte ich diese Vorgeschmäcker fortan überzeitliche Ermessungen nennen, wobei
  • die Verortung den Segen der Verpflichtung durch seine Gültigkeiten ermißt,
  • die Versicherung die Gnade des Gelübdes durch ihre Verantwortlichkeiten und
  • die Vergewisserung das Los der Anerkennung durch seine Abhängigkeiten,
und unter den innerzeitlichen Ermessungen fortan die Ermessung
  • der betretenen Lage durch den Stolz im weiteren Sinne über die ihr abgerungenen Taten,
  • des verwickelnden Ausdrucks durch die Wertschätzung der sich durch ihn einstellenden Lage und
  • der versetzenden Tat durch die Liebe des durch sie angestoßenen Ausdrucks.
Wie gesagt ist die innerzeitliche Ermessung mit der Gefahr verbunden, daß die Ermessung
  • der Lage zu Lasten der Vorliebe geht,
  • des Ausdrucks zu Lasten des (subjektiven) Glaubens und
  • der Tat zu Lasten des Gewissens,
und wenn dies geschieht, mag
  • die Vorliebe die Positionierung verwerfen (wie bei Saulus),
  • der (subjektive) Glaube die Überzeugung (wie bei mir) und
  • das Gewissen die Wappnung (wie beim verlorenen Sohn),
wodurch sich aber gerade jene Nöte einstellen, welche die innerzeitliche Ermessung vermied, so daß
  • der Betretende um Wirkkräfte betet,
  • der Verwickelnde um Entfaltung und
  • der Versetzende um eine Erfahrungsweise,
und sie in ihrem Leiden also
  • zur Verstetigung beitragen, indem sie die Natur ihrer Vorliebe anerkennend das Los dieser Anerkennung überzeitlich ermessen, woraus sich die Sinnhaftigkeit des ideellen Gebets speist,
  • zur Anbahnung, indem sie sich zur Objektivierung und Anerkennung ihres (subjektiven) Glaubens verpflichtend den Segen dieser Verpflichtung überzeitlich ermessen, woraus sich die Aufgerufenheit zum ideellen Gebet speist, und
  • zur Augenöffnung, indem sie die Einhaltung der Gebote ihres Gewissens gelobend die Gnade dieses Gelübdes überzeitlich ermessen, woraus sich die Bedeutsamkeit des ideellen Gebets speist,
woraus sich erneut ergibt, daß sie betreten, beziehungsweise verwickeln oder versetzen, nur jetzt in geheiligter Form.

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10. Februar 2023

Die jugendlichen Versuchtheiten der erwählend-erwägenden Daimonen

Der betretende Daimon erwählt Lagen und erwägt Taten, der verwickelnde erwählt Ausdrücke und erwägt Lagen und der versetzende erwählt Taten und erwägt Ausdrücke, und zwar als Kind
  • der betretende die Lagen stets im Einklang mit seiner Vorliebe, bewußt oder nicht,
  • der verwickelnde die Ausdrücke stets eim Einklang mit seinem (subjektiven) Glauben, bewußt oder nicht, und
  • der versetzende die Taten stets im Einklang mit seinem Gewissen, bewußt oder nicht,
aber im jugendlichen Streben nach Segen beginnen sie damit, ihre Wahlen im Rahmen der Durchforstung ihrer Umgebung zu variieren und erliegen also der Versuchung, den Segen unter Aufgabe
  • der von ihnen vorgezogenen Lagen, beziehungsweise
  • der Ausdrücke, an welche sie (subjektiv) glauben, oder
  • der Taten, welche sie ihr Gewissen heißt,
zu suchen, und es gehört zu ihrem Gewachsenwerden, daß sie ihre eigenen Zynismen,
  • ihre vorliebslose Verstellung,
  • ihre (subjektiven) glaubenslose Verleugnung, und
  • ihre gewissenlose Vergessenheit
erkennen und zur Grundlage der Bestimmung ihrer geistigen Heimat machen.

Leider kenne ich keine Jugendromane, welche davon handeln, allenfalls erkennt der verlorene Sohn im Gleichnis gleichen Namens seine Vergessenheit - gut, mit viel Hinbiegen vielleicht auch noch Bastian Balthasar Bux am Ende der unendlichen Geschichte. Nun, ich selbst habe meine Verleugnung, welche darin bestand, den Weg des geringsten Widerstands zu suchen und mich möglichst unauffällig zu geben, mit 21 Jahren erkannt als ich W. F. traf, und mit 23 Jahren begann ich damit, mir über meine geistige Heimat Gedanken zu machen. Als Kind stritt ich wie gesagt gegen jede Ungerechtigkeit, aber da mir das nur Häme einbrachte, beschloß ich mit 12 Jahren abzutauchen.

Vordergründig handelt die ganze Homosexualitätsthematik von Verstellung, aber dabei geht es um etwas anderes, nämlich in gewisser Weise gerade das Gegenteil, das heißt am Segensstreben festzukleben und seine geistige Heimat nicht zu bestimmen - jedenfalls scheint es mir so, wenn ich mir I Wouldn't Normally Do This Kind of Thing anhöre. Außerdem, wenn das ganze Gerede von Coming out tatsächlich dem Zweck diente, Homosexuellen Mut zu machen, wie erklärte sich dann der inquisitorische Eifer gegen jene, welche gerüchteweise schwul sind, aber es verneinen, wie im Falle Tom Selleck's? Ich teile die Ansicht der katholischen Kirche, daß Homosexualität eine Adoleszenzerscheinung sei, weiß Gott nicht, aber der ganze Zirkus um sie herum macht sie zu einer solchen, gerade wie der jesuitische Humanismus dafür sorgt, daß Protestanten ihren Glauben verlieren - im Namen Christi? Was heißt das? Daß man Ihn anruft oder daß man dasjenige, was Sein Name evoziert, selber annimmt? Natürlich, das sind nur zwei Punkte von vielen, und bei den meisten hat die katholische Kirche nicht direkt ihre Finger im Spiel: Es ist schon grundsätzlich so, daß moderne Staaten mit Jugendlichen besser zurechtkommen als mit Gewachsenen, wie etwa im Beitrag Zur Veröffentlichung von Einsichten beschrieben.

Wo aber wäre ein tatsächliches Beispiel des Leidens unter Verstellung mit dem Entschluß, die eigene geistige Heimat zu bestimmen, thematisiert? In der Geschichte des unter den mosaischen Gesetzen leidenden Saulus'? In der Geschichte Martin Luthers? Es kann in ihren Fällen ja nicht um verleugneten (subjektiven) Glauben gegangen sein, denn dann wäre es ihnen ja um die Maximierung des Segens in ihrer Lage gegangen, das heißt ihrer Wertschätzung derselben, und das war ganz offensichtlich bei Saulus und Luther nicht der Fall - wenn, dann suchten sie ihren Stolz im weiteren Sinne zu maximieren, so wie der verlorene Sohn seine Liebe, gerade wie im Film Evira Madigan gezeigt, nur dort unter dem Einfluß geistiger Verwirrung.

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9. Februar 2023

Von der Erfahrung des Geheiß' zur geistigen Heimat

Ich habe mir gestern abend The 'Burbs angesehen und war sehr von den Wechseln zwischen der vorstädtischen Normalität und der abenteuerlichen Investigation ergriffen. Diese Entwicklungsphase liegt so lange zurück, daß ich ihr Wesen bisher nicht eigens in Augenschein genommen habe. Das also möchte ich hier nachholen.

Indem wir in einem persönlich ideell zurücksetzenden Gebet um die Erfahrung des Heiligen bitten, was ich wie gesagt mit drei Jahren getan habe, öffnet sich vor uns die Weite dessen, was wir gehießen sind, und insbesondere dessen, wofür unser Herz schlägt, unserer Vorliebe.

Ob drei Jahre das typische Alter ist, weiß ich nicht. Jedenfalls befindet sich das Kind bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres nicht in der Lage, irgendwelche Anstrengungen in Sachen seiner Vorliebe zu unternehmen, siehe Adäquate Darstellung und Erfüllung.

Ich sagte, daß wir mit zwölf wohl träumten und die himmlische Ordnung schauten, danach zwar wüßten, was an Heil bisher geworden ist, aber erst deutlich später damit begännen, unsere geistige Heimat zu bestimmen und an der Entfaltung des künftigen Heils mitzuwirken (Ἔγειρε καὶ μέτρησον τὸν ναὸν τοῦ θεοῦ καὶ τὸ θυσιαστήριον καὶ τοὺς προσκυνοῦντας ἐν αὐτῷ.)

Es bleibt da also eine Spanne, und mit dieser Spanne beschäftige ich mich nun.

Nachdem wir die Kindheit verlassen haben, zieht uns unser Geheiß, und insbesondere unsere Vorliebe, vom Etablierten fort, doch ohne daß wir uns davon explizit Rechenschaft gäben. Vielmehr durchforsten wir unsere Umgebung, um Rollen zu finden und in sie zu schlüpfen, durch welche die Weite des Heils in unser Leben hineinbricht, und dies betreiben wir fortwährend, gerade wie ein wildes Tier fortwährend nach Nahrung sucht, und die bestimmenden Gefühle in dieser Phase sind also Eifer und Verdruß, je nachdem, wie nah wir uns einer solchen Rolle wähnen.

Irgendwann wissen wir dann aber, wie es mit den Rollen in unserer Umgebung bestellt ist und was genau sie versprechen. Und dann wenden wir uns der Bestimmung und Herbeiführung unserer geistigen Heimat zu, dann beten wir womöglich ein persönlich ideell voranschreitendes Gebet, nämlich wenn die Herbeiführung aussichtslos erscheint, und erst dann bemühen wir uns um Gewachsenheit. Was zwischen den Bemühen um Würdigkeit und Gewachsenheit liegt, ist das Bemühen um Segen, aber es hat keine Maßstäbe, sondern lediglich Anhaltspunkte, siehe auch Vangelis: Heaven and Hell.

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Everybody!

Down, down, you bring me down,
I hear you knocking down my door
and I can't sleep at night.
Your face, it has no grace,
no room for you inside my house
I need to be alone.
Don't waste your words,
I don't need anything from you,
I don't care what you think
or whom you're talking to:
I am the solution to climate change, all right!
And hence I can fly with my jet wherever I may li-i-ike.
Only slightly adjusted for Billy Boy.

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Spieglein, Spieglein an der Wand, was ist linker- und was rechterhand?

8. Februar 2023

Die Formen der Vorbereitung und die erwählend-erwägenden Daimonen

Da wir im Rahmen der Reaktionsmuster beholfen, bedrängt und belohnt werden, liegt es nahe, uns unter Umständen selbst zu behelfen, zu bedrängen oder zu belohnen und uns somit vorzubereiten.

Die Formen der Vorbereitung sind also
  • die Positionierung,
  • die Überzeugung und
  • die Wappnung.
Die technischen Details.

Bei der Positionierung finden wir uns zurecht und richten uns dann aus, um eine bessere Ausgangslage zu finden. Anschließend geben wir uns den Weg zu ihr vor, und wenn wir uns dann Rechenschaft darüber geben, ob wir tatsächlich eine bessere Lage erreicht haben, haben wir uns günstigenfalls beholfen.

Bei der Überzeugung beschäftigen wir uns damit, uns von einer Beschäftigung zu überzeugen, und berücksichtigen dazu, wovon wir abhängig sind. Anschließend finden wir uns in unseren Abhängigkeiten zurecht, und wenn wir uns in ihnen zur ursprünglichen Beschäftigung zurückkehrend ausrichten, haben wir uns aufgerufenenfalls bedrängt.

Und noch eine technische Betrachtung dazu. Normalerweise entspricht der Besinnungszykel, Verfolgung, Einlösung, Auslösung dem Rechtfertigungszykel, Zurechtfinden/Rechenschaftsgeben, Beschäftigen/Ausrichten, Vorgeben/Berücksichtigen, wenn nicht Phase für Phase, so doch in seiner Reihenfolge. Hier allerdings entspricht
  • dem Beschäftigen die Verfolgung,
  • dem Berücksichtigen die Einlösung,
  • dem Zurechtfinden eine zweite Verfolgung und eine zweite Einlösung und
  • dem Ausrichten die Verfolgung,
wiederum, wenn nicht Phase für Phase, so doch der Reihenfolge nach.

Bei der Wappnung geben wir uns vor, uns zu wappnen, und geben uns dann Rechenschaft über sie. Anschließend beschäftigen wir uns mit der Anpassung der ursprünglichen Vorgabe an die erworbene Wappnung, und wenn wir diese dazu berücksichtigen, werden wir uns eifrigenfalls belohnt haben.

So, und da wir das nun haben, kommen wir zu einem damit zusammenhängenden Phänomen. Es gibt genau drei daimonische Ausprägungen der pythagoräisch-christlichen Lebensweise, welche sich in einem spezifischen Gegensatz des Ausdrucks des linken und rechten Auges ausdrücken: das linke erwählt etwas, und das rechte erwägt dessen Folgen.

Was dabei erwählt und erwogen wird, entspricht dem Zurechtfinden, Beschäftigen und Vorgeben, nämlich Lagen, Ausdrücke (der eigenen Persönlichkeit) und Taten. Und die drei erwählend-erwägenden Daimonen sind
  • der Lagen erwählende und Taten erwägende, wobei es zur Wahl der Lage gehört, sich zu positionieren,
  • der Ausdrücke erwählende und Lagen erwägende, wobei es zur Wahl des Ausdrucks gehört, sich zu überzeugen, und
  • der Taten erwählende und Ausdrücke erwägende, wobei es zur Wahl der Tat gehört, sich zu wappnen.
Der erste ist betretend, der zweite verwickelnd und der dritte versetzend.

Ein verwickelnder Daimon:

und noch einer:

Ein versetzender:

und ein betretender:

Offensichtlich helfen betretende Daimonen in Betretenheit, verwickelnde in Besessenheit und versetzende in Beklommenheit. Einzelne Daimonen sind nicht erblich, die erwählend-erwägende Daimonität als solche mag es hingegen schon sein.

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7. Februar 2023

Aufgabenerfüllung und Zufriedenheit

Unter der eigenen Aufgabe verstehe ich eine unternommene Bewerkstelligung, deren Erfüllung erfüllend ist. Die Gefahr bei eigenen Aufgaben besteht aber darin, daß sie den eigenen Stolz im weiteren Sinne dermaßen an sich binden, daß die Frage aus dem Blickfeld gerät, ob wir mit unserer Bildung zufrieden sind, mit dem, zu was wir geworden sind.

Es gibt nur drei Weisen, dieser Gefahr zu begegnen, nämlich entweder
  • auf die eigene Aufgabe zu verzichten,
  • die eigene Gewachsenheit zu verzichten oder
  • die eigene Gewachsenheit nurmehr in der eigenen Aufgabe zu suchen.
Auf die eigene Aufgabe zu verzichten heißt zu akzeptieren, daß sämtliche unternommene Bewerkstelligungen bloße Notwendigkeiten sind, welche also für die eigene Zufriedenheit notwendig, aber nicht hinreichend sind.

Stellt sich eine Bewerkstelligung somit als notwendig dar, wird sie unternommen, und anschließend sind wir frei, den Voraussetzungen unserer Zufriedenheit auf den Grund zu gehen und unsere Bildung entsprechend anzupassen. Pythagoras empfiehlt dies allabendlich, und auch Jesus Christus empfiehlt uns, jeden Tag als einen neuen zu beginnen. (In Hammer Gets Nailed kommt es zu diesem schönen Austausch: Singing telegram: Just a note from your pal Sledge, sorry you fell off the ledge! Trunk: Hammer, is it your goal to make my life a living hell? Hammer: I don't really have any goals, Captain, I just try to take things day by day.)

Auf die eigene Gewachsenheit zu verzichten bedeutet, sich bei der täglichen Bewerkstelligung lediglich als würdig, das heißt adäquat, zu erweisen, um dann am Wochenende davon zu träumen, was einst aus der erfüllten Aufgabe erwachsen möchte. Würde der Traum zu konkret, endete die quasi kindliche Verpflichtung der Aufgabe gegenüber am nächsten Wochentag, und man begänne, sich ihr gewachsen zeigen zu wollen.

Dies ist wahrscheinlich die ursprüngliche Weise der Juden, der Gefahr der Bindung an die eigene Aufgabe zu begegnen. Es ist auch das Bewerkstelligungsverständnis der Grünen und vor ihnen der SS.

Und die eigene Gewachsenheit nurmehr in der eigenen Aufgabe zu suchen heißt, jeden wachen Moment darauf zu verwenden, sich davon zu überzeugen, daß die nötigen Kontakte zur Verfolgung der Aufgabe, das nötige Wissen zur Einlösung ihrer Ansprüche und die nötigen Mittel zur Auslösung ihrer Phasen vorhanden sind, und wo nicht, sie, beziehungsweise es, bereitzustellen.

Friedrich Merz begegnet seinem Leben so, es ist ihm ins Gesicht geschrieben, und ich glaube auch, daß er zur vorläufig letzten deutschen Generation gehört, welche ihrem Leben auf diese Weise in wesentlichem Ausmaß begegnet, denn damit eine Generation in wesentlichem Ausmaße ihr Heil in einer Aufgabe suchen kann, muß die Aufgabe selbst wesentlich und zu bewerkstelligen sein.

Jedenfalls sah ich ihn zuletzt auf einen Abgrund blicken, und das wird Anderen seiner Generation wohl auch noch so ergehen. Nicht einen einzigen Tag meines Lebens habe ich mich auf diese Weise bemüht, geträumt habe ich freilich früher auch einmal, wohl zu der Zeit als ich Jean-Luc Picard und William T. Riker zugeschaut habe und mein Abitur gemacht. Nun, aber auch schon damals, abseits vom Pausenhof, prüfte ich die Träume auf Herz und Nieren, nur daß mich das nicht zur Einsicht führte, meiner Aufgabe verpflichtet zu sein, sondern daß die pythagoräisch-christliche Lebensweise mir einzig offen stünde, und das tut sie auch, nur daß ich damals recht anspruchslos war. Auch heute noch nennen mich manche faul, und schinden tue ich mich auch nicht, oder jedenfalls nicht fortwährend, aber die Wahrheit ist schlicht, daß es sich nur lohnt, dasjenige zu unternehmen, was bedeutsam scheint, und sei es, Friedrich Merz zu verstehen. Das ist übrigens auch eine gänzlich absurde Szene in Zardoz, wo gezeigt wird, wie die Unsterblichen versucht haben, die Grenzen der menschlichen Wissenschaft zu verschieben, als ob es eine Sache des Zusammenstückelns von Definitionen sei und nicht der Verfolgung eines erwachten Eindrucks, einer Intuition, wie sich etwas verhalten sollte, oder zunächst auch nur, daß sich etwas verhalte. Wenn die da also die ganze Zeit mit einander reden, wie können sie dann je das Übersehene erkennen?

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6. Februar 2023

The academic sin

On this day, 49 years ago, Zardoz premiered in the United States and I took the time and saw it again. Three things stuck in my mind:
  1. That Boorman played with a number of contemporary ideas.
  2. That the film truly is visually beautiful.
  3. That I know what the inventor of the Tabernacle was talking about when he died.
I've written a little bit about what I found disturbing, when I was a student, but I never got to the core. I mentioned an almost sadistic aloofness that you're supposed to have as a student of mathematics, which attracted me to artificial intelligence as a means to set the record straight on what matches that ideal best, I mentioned the creepiness that comes with living in another world to which others hold the keys, I've known, but did not mention, the demand of Don Zagier from his hosts at the commemoration of Emil Artins 100th birthday at the University of Hamburg, where I was most impressed by the grace of Erich Kählers wife - he almost shouted it, the answer, though, was a hushed: Later!

This I've known for at least 22 years, partially since 31 years, but I never got to the core of it until today.

The academic sin is to consider individual insights not as acts of grace, as Schopenhauer correctly described them, that is as something that flies your way, over which you have no power to force it into being, but as expressions of personal superiority that bestow the authority to make decisions for others, to choose in what kind of a world they should live.

Now, if you invent something useful, you are in a way doing just that, and you may even be conscious of it and do it for that purpose, but that is not what I am talking about here. I mean the conviction that you're supposed to decide what's use- or rather senseful for others. It permeates the universities. The scary thing about Klaus Schwab is that he's preaching to the choir, to people, who see themselves as biologically superior and thus responsible for setting society's course, because that's what academia tells them.

It's a basic lack of humility and an implicit embrace of a collectivism, in which the non-academics would be grateful to the academics for deciding for them, well, they may not actually know it, but they could be made to understand just how grateful they are, if that was needed, and neither do I welcome this collectivism as a recipient of its provision, nor do I think that God's grace establishes any other responsibility than to Him.

The truth is that the whole concept is an abomination to me. And the people who're not calling grace grace are an abomination to me. And the people who're not allowing grace to grace others are. All of it is deeply wrong.

Well, you may also say that all of it is deeply irrelevant when all you do is try to prove mathematical theorems. True in itself, but it requires a very narrow view of your surroundings.

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4. Februar 2023

Heilsgeschichte und Menschenkenntnis

In jedem Zeitalter ereignen sich Fortschritte, im Zeitalter der Wunder im Rahmen der Überblickung, im Zeitalter der Wacht in jenem der Läuterung und im Zeitalter der Werke im Rahmen der Durchdringung, und diese sind auch öffentlich sichtbar in Form der Bildung, beziehungsweise Partnerschaft oder Kultur, doch das heißt noch lange nicht, daß der Fortschritt zum gesellschaftlichen Ziel erklärt wird.

Da das letzte Zeitalter der Wunder lange zurückliegt, ist es nicht einfach, seine Religionen zu beurteilen, aber von den großen dürfte der Hinduismus ihnen am nächsten kommen, und von den kleinen, was John Boorman im Smaragdwald gezeigt hat.

Und wenn ich mich daran halte, werden Veränderungen im Zeitalter der Wunder zwar durchaus eingeräumt und auch angeregt, aber nicht um der Gesellschaft, sondern um des Einzelnen Willen, derart die Gesellschaft bei hinreichend vielen Veränderungen in Einzelnen notgedrungen mitgezogen wird.

Und im Zeitalter der Wacht werden Veränderungen sogar geächtet, und der Fortschritt in der Läuterung findet in dem Wahn statt, dem mythischen Vorbild keine Schande zu machen, und der in den Partnerschaften wird nicht über den Augenblick hinaus analysiert.

Und also dient die Menschenkenntnis im Zeitalter der Wacht lediglich dazu, den Augenblick bestehbarer oder unbestehbarer zu machen, mögliche Tragödien zu bedenken oder Verlockungen zu erfinden, aber stets nur für den Augenblick. Gut, der Augenblick mag generisch sein, wie jener, für welchen Gesetze erlassen werden, und dann lebt der Gedanke potentiell unendlich fort, aber der entscheidende Punkt hierbei ist die Erwartung, daß sich das Leben nicht entwickelt, sondern sich lediglich in immer neuen alten Variationen wiederholt, so daß nicht mehr geleistet werden kann, als möglichst viele Variationen zu bestehen, vergleiche auch Entfaltungsphasen.

Wenn eine Gesellschaft nun aber einen gemeinsamen Fortschritt anstrebt, also mit anderen Worten an eine Heilsgeschichte glaubt, wie die Juden bereits seinerzeit, so werden ihre Mitglieder die augenblicksbezügliche Menschenkenntnis im Zeitalter der Wacht dazu einsetzen, Lagen zu bereinigen, das heißt solche Kräfte nach Möglichkeit zu verlocken, welche nicht in die Richtung des erwünschten Fortschritts wirken. Es ist undenkbar, daß jemand, der an eine Heilsgeschichte glaubt, dies nicht täte, aber natürlich standen die Juden bei den heidnischen Römern und Griechen bald in einem bestimmten Ruf.

Hat Christus also aus römischer Sicht den Titel König der Juden verdient?

Christus führte eine Reform ein, welche darin bestand, die Lage nicht zu bereinigen zu versuchen, sondern zu verwandeln, das heißt nicht jede unheilige Verirrung mit List und Gewalt zu bekämpfen, sondern sich zunächst Gedanken darüber zu machen, was die Gründe der Verirrung sind, um dieselben dann planmäßig zu beseitigen.

Mit anderen Worten hat Christus die Menschenkenntnis über den Augenblick hinaus auf gesellschaftliche Entwicklungen erweitert, und das hat ihn in die Lage versetzte, das Heil aus Samen heraus wachsen lassen zu können, anstatt stets mit der Heckenschere zur Hand sein zu müssen.

Und ich denke, damit hat er sich den Titel König der Juden aus römischer Sicht verdient.

Nun, diese Art der Menschenkenntnis setzte die heilsgeschichtliche Betrachtung also bereits voraus, doch ist es heute keine großartige Voraussetzung mehr, und deshalb machen sich mittlerweile nicht mehr nur Juden und Christen Gedanken über die Gründe menschlichen Verhaltens und wie es durch geeignete Beeinflussung vorstellungsgemäßer gemacht werden könne. Die Frage ist nur, was sind das für Vorstellungen? Heilige oder unheilige?

Bisher genügte es als durchschnittlicher Christ ja, jemandem zuzuhören, der sich ernstlich um die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden bemühte, aber mittlerweile gibt es ganze Berufszweige, deren Kunst darin besteht, diese Maske aufzusetzen, um hinter ihr beliebig definierte Reiche auf Erden verwirklichen zu können.

Und also muß sich die Christenheit zunehmend allgemein mit der Menschenkenntnis der Gesellschaftsformung befassen, um nicht Scheinpropheten und -christussen auf den Leim zu gehen. Gelingt ihr das nicht, wird sie sich in immer unheiligeren Lagen wiederfinden, und dort naturgemäß auch zunehmend Bereinigungsmaßnahmen ausgesetzt sein, da das Unheilige für alle von Übel ist, und auch für den, wer es einmal vorzog.

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3. Februar 2023

4 x 3

3 Wettbewerber. Die schwächeren beiden verbünden sich gegen den stärkeren und fallen zunächst über ihn und dann über einander her.

3 Partner. Die stärkeren beiden verbünden sich gegen den schwächeren und unterdrücken ihn.

3 Eigenständige. Jeder läßt die andern in Frieden.

3 Fürsprecher. Die beiden weniger überzeugenden ordnen sich dem überzeugenderen öffentlich unter und beschädigen seine Anliegen heimlich, bis er nicht mehr überzeugt, und anschließend gehen sie auf einander los.
Während sie aber dies noch planten, siehe, da wachte das erste der ruhenden Häupter auf; es war das mittlere, das größer als die beiden anderen Häupter war. Dann schaute ich, wie es die beiden Häupter mit sich verband; und siehe da, das Haupt mit seinen Verbündeten wandte sich und fraß die beiden Gegenflügel, die geplant hatten, zu herrschen. Dies Haupt hielt die ganze Erde im Zaum und drangsalierte ihre Bewohner mit großer Bedrängnis und führte die Herrschaft über den Erdkreis gewaltiger als alle Flügel vor ihm. Darnach schaute ich und siehe, das mittlere Haupt war plötzlich verschwunden, ebenso wie vorher die Flügel. So blieben nur noch die beiden Häupter übrig; die herrschten nun selber über die Erde und ihre Bewohner. Darnach schaute ich und siehe, das rechte Haupt verschlang das linke.
Auf drei Fürsprecher zu hören, ist entschieden unamerikanisch. Vermittler zu akzeptieren, ist entschieden unamerikanisch. Zwar gab es auf abstrakter Ebene drei Fürsprecher, einen idealistischen, einen geschäftstüchtigen und einen militärischen, aber der idealistische ist schon seit einiger Zeit tot, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der militärische offen auf den geschäftstüchtigen losgeht. Die Einzelheiten sind reine Schau.

Postscript from the following dawn. I'll keep this comment in English, since it's only of interest to Mormons anyway. As I've explained in the German portion of this post, the big head of the eagle could only have been Obama, since he was the last president under which the United States were united. But then of course you have to start counting presidents not from Herbert Hoover, but from Woodrow Wilson, which, in light of when the Federal Reserve was founded, is also a more natural choice, only that the second wing then isn't Warren G. Harding, but William Howard Taft, who was nominated for Chief Justice by him, so that, if you ignore the interlude at Yale, Taft reigned from 1909 to 1930. Trump and Biden would be the small wings then that the big head devours and next in line would be the right head after it had devoured the left. It may be though that it'd reign through the small wings that seek refuge under it, in which case the last small wing to reign would be the eighth king, who is one of the seven, but this would be of little consequence other than that the fifth vial could be poured unto the seat of the beast from the moment the right head reigned, no matter what small wing would be doing its bidding. Or you could of course also reject 2 Esdras altogether.

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2. Februar 2023

Adäquate Darstellung und Erfüllung

Meine Definition der Würdigkeit als Adäquatheit und der Gewachsenheit als Erfolgreichheit greift etwas zu kurz.

Zunächst einmal möchte ich wieder ein paar begriffliche Probleme lösen. Wie das Verbindende die Verbundenheit ehrt und das Rechtschaffene die Rechtschaffenheit, so das Erfüllende den Frieden (Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern um zu erfüllen), und es ist die Erfüllung, welche Stolz im weiteren Sinne, das heißt Freude, Stolz im engeren Sinne oder Genugtuung, beurteilt.

Im vorigen Beitrag stolperte ich über die Möglichkeit, daß sich das Adäquanzempfinden aus der eigenen Bildung ergibt,
  • die Aufgerufenheit aus einer Verpflichtung, durch Entwicklungsmuster zu befördern,
  • die Bedeutsamkeit aus einem Gelübde, durch Behandlung anzunehmen, und
  • die Sinnhaftigkeit aus einem  (elektiven) Glauben, durch Abzielung aufzunehmen,
und wenn mas sie so betrachtet, gibt es wieder zwei Möglichkeiten, nämlich daß die Bildung für die Inadäquanz verantwortlich ist oder man selbst, indem man der eigenen Bildung nicht hinreichend entspricht, also die nötige Konzentration nicht aufbringt.

Beim Bemühen um Würdigkeit oder Gewachsenheit nun ergibt sich das Adäquanzempfinden immer aus der eigenen Bildung, und wir können also die folgenden drei Fälle unterscheiden:
  • daß die Bildung vorgegeben und anerkannt ist, so daß wir uns lediglich um ihre Darstellung bemühen, also uns hinreichend auf sie zu konzentrieren,
  • daß die Bildung entwickelt wird und wir lediglich ihre Erfüllendheit im Auge behalten, und
  • daß die Bildung teils vorgegeben und anerkannt ist, teils entwickelt wird und wir uns um adäquate Erfüllung bemühen.
Letzteres ist bei den Durststrecken der Fall, welche irreparable Schäden anrichten, also bei
  • Verzweiflung und Auslieferung, wann wir im Namen der Aufgerufenheit durch unsere Verpflichtung zur Entfaltung um sie ermöglichende Entwicklungsmuster beten, 
  • Erhabenheit und Enthebung, wann wir im Namen der Bedeutsamkeit unserer gelobten Ausleuchtung um eine sie ermöglichende Erfahrungsweise beten, woraus dann auch neue Behandlungen entstehen, und
  • Ehrfurcht und Unterwerfung, wann wir im Namen der Sinnhaftigkeit der Verpflanzung, an welche wir glauben, um sie ermöglichende Wirkkräfte beten, woraus dann auch neue Abzielungen entstehen.
Das Bemühen um Würdigkeit oder Gewachsenheit heißt uns unser Gewissen in Sorge um unsere Gebildetheit, zunächst, als Kind, die ererbte Bildung adäquat darzustellen, und später, als Erwachsener, die Bildung so zu entwickeln, daß sie uns adäquat erfüllt, wobei wir diese Adäquanz aber nicht spüren, so lange uns unsere Bildung erfüllt, wann wir also lediglich im Bewußtsein, unserer Bildungsverpflichtung nachzukommen, versuchen, die Erfüllendheit unserer Bildung zu steigern, und diese Unterscheidung in Kinder und Erwachsene liefert die richtige Definition der Würdigkeit und Gewachsenheit, nämlich adäquat darzustellen, beziehungsweise adäquat zu erfüllen.

Neben der gehießenen und also erhofften Erfüllung gibt es aber auch noch die unverhoffte, und auch unverhoffte Bestürztheiten gibt es neben den geheißbedingten, und dies spielt eine wichtige Rolle, wenn man die so genannte Gedankenlosigkeit im Detail betrachtet.

Zunächst einmal ist festzuhalten, daß das im verlinkten Beitrag Gesagte für Erwachsene, aber nicht für Kinder gilt, welche gar nicht gedankenlos sein können, denn wenn sie gehießen sind, sind sie's nicht, und wenn sie nicht gehießen sind, so wird sie das bestürzen, da ihre Gehießenheit gerade darin besteht, die ererbte Bildung adäquat darzustellen, und sie sich also, wenn sie fehlt, unwert, schuldig oder verstoßen machen, das heißt so lange die Gesellschaft ihre Bildung als Teil ihres Friedens ehrt. Zwar mag ein Kind vor sich achtend, ergeben und verwurzelt sein, auch wenn es die Gesellschaft als unwert, schuldig oder verstoßen betrachtet, doch in dem Fall ist es sowieso gedankenvoll, da gehießen, und wenn es nicht gehießen ist, übernimmt es die Ansicht der Gesellschaft jedenfalls bis zu einem gewissen, wiewohl bisweilen recht oberflächlichen, Grad, doch selbst ein solcher zwänge das Kind zu weiteren, und oftmals gehießenen, Gedanken.

Bei Erwachsenen verhält sich die Sache aber wie gesagt umgekehrt, denn erst durch die gehießene Entwicklung entsteht die Bestürztheit der inadäquat erfüllenden Bildung. Und wenn sich irgendeine Bestürztheit aus der eigenen Bildung ergibt, so veranlaßt uns das, wie im vorigen Beitrag gesehen, zu konduktiver, idealistischer oder prognostischer Ausleuchtung, und offensichtlich weckt
  • die konduktive Ausleuchtung unserer Lage unser Gewissen,
  • die idealistische Ausleuchtung unserer Verlegenheit unsere Vorliebe und
  • die prognostische Ausleuchtung unserer Einsichten unseren (subjektiven) Glauben.
Nun, das deckt die gehießenen Erfüllungen und geheißbedingten Bestürztheiten ab. Kommen wir zu den unverhofften.

Im Gegensatz zu den gehießenen und geheißbedingten kennen Kinder und Erwachsene dieselben unverhofften Erfüllungen und Bestürztheiten; bezüglich ihrer unterscheiden sie sich also nicht.

Demut bezeichnet den (subjektiven oder objektiven) Glauben, daß Glück Voraussetzungen hat und sich nicht mutwillig einstellt. Wenn nun ein demütiger Mensch unverhofft erfüllt wird, so fragt er sich, woran das liegt, und also geht ihm auf,
  • daß sich für seine Freude Verantwortung tragen läßt,
  • auf welche Abhängigkeiten sich sein Stolz im engeren Sinne gründet und
  • daß seine Genugtuung einer oder mehreren Gültigkeiten entspringt.
Mutwilligen Menschen aber geht das nicht auf.

Und entsprechend verhält es sich mit den unverhofften Bestürztheiten, nur daß es hier die Selbstkritik ist, welche darüber entscheidet, ob jemandem aufgeht, daß seine
  • Eingeschnapptheit die Folge mangelnder Verpflichtung ist,
  • Schmach die Folge mangelnder Gelobung und
  • Gewurmtheit die Folge mangelnden (elektiven) Glaubens.
In beiden Fällen handelt es sich bei dem Aufgegangenen aber nicht um Gehießenes, nicht um das, woraus die Welt wird, den Begriff des Heils, welcher alles wirkt, sondern um das, was in der Welt geworden ist, den Begriff der Ordnung, welcher sich in allem zeigt.

Und also tragen unverhoffte Erfüllungen und Bestürztheiten zwar zu Welterkenntnis, aber nicht zur eigenen Gehießenheit bei, oder jedenfalls nur indirekt, in sofern mangelnde Welterkenntnis der eigenen Gehießenheit im Wege steht, was sie natürlich bisweilen, zumeist wohl vor der eigenen Gewachsenheit, tut, worauf sich denn auch die gesamte selbst wählbare Unterweisung stützt.

Natürlicherweise lassen sich die demütigen oder selbstkritischen also durch Unterweisung oder Prüfung an ihre gewachsene Gehießenheit, ihre adäquate Entwicklung ihrer erfüllenden Bildung, heranführen, doch die mutwilligen und unverbesserlichen Gedankenlosen lassen sich durch nichts erreichen. Auch gibt es unterschiedliche Arten der Unterweisung und Prüfung, die durch die Gesellschaft und die durch das Schicksal, die ordentliche und die außerordentliche. Nun, damit ist noch einmal der ganze Bogen von der Kindheit über die Schau der himmlischen Ordnung zur Gewachsenheit gespannt.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Selbst die Gedankenlosen heißt ihr Gewissen, sich zu bilden, nur eben oberflächlicher. Die Bezeichnung geheißbedingte Bestürztheiten geht also in Ordnung als Komplement der unverhofften, denn immer, wenn wir unserem Besinnen ein Entwicklungsmuster, eine Behandlung oder eine Abzielung zu Grunde legen, wurden wir dazu zumindest allgemein gehießen, aber deutlicher ist die Bezeichnung anspruchsabhängige Bestürztheit als Pendant der gehießenen oder erhofften Erfüllung, reflektierend, daß die zugrundeliegende Bildung zwar einen Anspruch an uns selbst darstellt, welcher einem Geheiß folgeleistet, aber nur selten in seiner exakten Form explizit gehießen ist.

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1. Februar 2023

Die drei ausleuchtenden Phasen des popkulturellen Zykels

Wie im Beitrag 300 Jahre des popkulturellen Zykels bereits erwogen, beginnt der popkulturelle Zykel mit seiner ausleuchtenden Phase und endet auch wieder mit ihr nach zwei vollen Durchläufen.

Dies folgt, wenn wir ihre Ausleuchtungsbreite noch einmal genauer betrachten.

Beginnen wir mit einer kleinen begrifflichen Erweiterung im Zusammenhang mit den Rückschauen auf Abhängigkeiten, Gültigkeiten und Verantwortlichkeiten. Wir
  • geloben, auf der Grundlage von speziellen Abhängigkeiten einzulösen,
  • glauben (elektiv, im Gegensatz zum antizipativen Glauben, dem Erwarten, welches dem elektiven Glauben selbstverständlich voraufgehen muß), indem wir auf der Grundlage von speziellen Gültigkeiten auslösen, und
  • verpflichten uns (zuvor übernehmen Verantwortung dafür), auf der Grundlage von speziellen Verantwortlichkeiten zu verfolgen.
Die Gesamteindrücke der Rückschauen seien fortan als
  • Abhängigkeiten bündelnde Verlegenheiten,
  • Gültigkeiten bündelnde Einsichten und
  • Verantwortlichkeiten bündelnde Lagen
bezeichnet.

Besinnung auf der Grundlage einer Rückschau sei ebenfalls gesondert bezeichnet, nämlich
  • Einlösung auf der Grundlage eines Gelübdes als seine Annahme im Rahmen einer Behandlung,
  • Auslösung auf der Grundlage eines Glaubens als seine Aufnahme im Rahmen einer Abzielung und
  • Verfolgung auf der Grundlage einer Verpflichtung als ihre Beförderung im Rahmen eines Entwicklungsmusters.
Also handelt es sich bei der
  • konduktiven Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Lagen und den Beförderungen ihrer Verpflichtungen,
  • idealistischen Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Verlegenheiten und den Annahmen ihrer Gelübde und bei der
  • prognostischen Ausleuchtung um die Ausleuchtung von Einsichten und den Aufnahmen ihrer Glauben.
Betrachten wir nun die erwähnten drei ausleuchtenden Phasen des popkulturellen Zykels, also die Aufklärung 1720, die Systemtheorie 1870 und die gegenwärtige 2020, und fragen, was ihr Anlaß war und was ihre Folge.

Ihr Anlaß 1720 waren verweigerte Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge entsprechend geforderte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben.

Ihr Anlaß 1870 waren eröffnete Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge entsprechend verwirklichte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben.

Und ihr Anlaß 2020 waren verstrickte Lagen, Verlegenheiten und Einsichten, und ihre Folge werden entsprechend geklärte Verpflichtungen, Gelübde und (elektive) Glauben sein.

Und wenn wir dies nun betrachten, Verweigerung, Forderung, Eröffnung, Verwirklichung, Verstrickung und Klärung, so sehen wir die Sorge sich darin unter der Herrschaft der Unvernunft erneuern, und erkennen, daß stets diese drei ausleuchtenden Phasen durchlaufen werden werden.

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