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27. Februar 2017

Funktionale transzendente Akte beruhen auf Vereinbarungen, welche über Ahnungen realisiert werden - also über scheinbar grundlose Einschätzungen im Rahmen echter Spontanität.

Panik beruht auf der Aussetzung der Fähigkeit, die eigene Lage zu überblicken, also dem fortgesetzten Wirken einer feststehenden Mahnung, worin sich aber eine immanente Beeinflussung zeigt, im Gegensatz zu den ansonsten ähnlichen spirituellen Warnungen (man möge sich durch den abweichenden Gebrauch der Begriffe Ahnungen und Mahnungen in diesem Beitrag nicht verwirren lassen: Sie sind beide Mahnungen im üblichen Sinne, indem sie die eigene Lage außerzeitlich erfassen. Das besondere bei den spirituell warnenden Ahnungen ist hingegen, daß sie die noch nicht eingetretene Zukunft auf diese Weise betrachten), welche indes den Gewarnten nicht treiben, sondern ihn fesseln.

Angesichts meiner jüngsten Erlebnisse möchte ich zu den spirituellen Warnungen der Ahnung folgendes ergänzen: Nicht immer ahnen wir eine Vergeblichkeit, von welcher wir dann abstehen, manches Mal ahnen wir auch ein Verhängnis, welchem wir uns dann stellen. In jedem Falle schränken spirituelle Warnungen aber unsere Freiheit ein.

Der Gegensatz zwischen Panik und spirituellen Warnungen scheint mir interessant. Er ähnelt dem im vorigen Beitrag beschriebenen Gegensatz zwischen der gewöhnlichen Verzweiflung und dem, was ich darunter verstehe, was zur ersten Hälfte natürlich nicht weiter verwunderlich ist, da jene Verzweiflung eine Abart der Panik ist.

Das Englische hat übrigens den schönsten Begriff für diese Art Verzweiflung: anxiety und davon anxious, auch in der Bedeutung von brennend erwarten - im Gegensatz zur gänzlich anders gelagerten Angst oder Furcht: fear. Angst und Furcht im Deutschen bezeichnen hingegen mehr oder weniger dasselbe, wiewohl sie die gewöhnliche Verzweiflung begleiten, aber eben nur einen Aspekt ihrer bilden. Umgekehrt begleitet die gewöhnliche Verzweiflung Angst oder Furcht nicht unbedingt, und zwar dann nicht, wenn es statt ihrer die Vorsicht tut. Vorsicht ist hingegen nicht die einzige Weise, sich der Angst zu stellen. Eine weit sicherere besteht darin, sich mit dem Verlust dessen, auf wessen Erhalt die Angst zielt, abzufinden: MORITVRITESALVTANT, oder auch: You can't kill them. They are already dead, um mich einmal auf die Miami Vice-Folge Nobody Lives Forever zu beziehen. Ein Wutausbruch bewirkt übrigens, praktisch gesehen, genau dasselbe. Ein Beispiel erstaunlicher Aufrechterhaltungsfähigkeit der Vorsicht anstelle des Verfallens in Verzweiflung ist hingegen in der Folge The Maze gegeben. Doch damit genug des Miami Vice-Bezugs.

Also zurück zum nämlichen Gegensatz. Der gewöhnliche Geist stört sich an einer ungewohnten Lage, daran, daß seine Strategien nicht greifen. Aber es gibt eine tiefer liegende Störung, nämlich die Störung des Einflusses unserer Ideale auf unsere Entscheidungen, oder genauer gesagt eine Abweichung unseres Verhaltens von unserem Glauben, das ist eine Abweichung von dem, von welchem wir erwarten, daß es Gottes Segen hat, was natürlich eine indirekte Erwartung über den Umweg dessen, von welchem wir erwarten, daß es verflucht ist, darstellt, welche selbst sehr konkret und unmittelbar ist.

Die Störung, welche eine Abweichung unseres Verhaltens von unserem Glauben bewirkt, liegt entweder in der mangelnden Berücksichtigung unseres Glaubens, was wir als spirituelle Warnungen wahrnehmen, oder aber in einer Widersprüchlichkeit unseres Glaubens selbst, was zu der von mir gemeinten Verzweiflung führt.

Der gewöhnliche Geist entspricht der Wirkung der Achtung, sowohl im Menschen als auch in Tieren, es ist der Ansätze formulierende Verstand. Der andere Geist ist das Wirken der Sorge, welches so nur im Menschen Statt hat, es ist die Ziele setzende Vernunft. Und Verzweiflung in meinem Sinne ist ein Liebeskonflikt, wie er etwa in der Star Trek-Folge Requiem For Methuselah dargestellt wird, nur daß an seinem Ende nicht unbedingt der Tod, sondern auch etwas anderes stehen kann, etwa unter anderem ein Erdbeben: Man bedenke die Unwahrscheinlichkeit, daß eine feindliche Streitmacht von einem Tsunami vernichtet wird, und doch hat es sich zugetragen: 479 vor Christus in Potidaea. Ich weiß freilich, daß dies nicht das einzige Ereignis dieser Art war, aber dieses Wissen läßt sich nicht vermitteln, allenfalls könnte ich zur Nachahmung aufrufen, aber das tue ich aus verständlichen Gründen nicht. Alles, was ich in dieser Angelegenheit sagen kann, ist, daß es auch nicht sonderlich wahrscheinlich ist, daß zwei stärker als 8 auf der nach oben offenen Richterskala seiende Erdbeben auf den zweiten Weihnachtstag und den folgenden zweiten Ostertag fallen, das sind 2004 Indian Ocean earthquake and tsunami und 2005 Nias–Simeulue earthquake.

Das ist das Gewicht des Widerspruchs, von welchem wir in meinem Fall sprechen müssen, dem Widerspruch zwischen der Gesetzmäßigkeit der Welt und dem Wert menschlichen Lebens:
Bricht die Gesetzmäßigkeit der Welt,
mögen viele umkommen,
doch bricht der Wert menschlichen Lebens,
werden es alle.
Ich sollte mir das selbst ins Gedächtnis rufen. Die Deisten sind eh verflucht, aber wer bereit ist, an einen lebendigen, in das Weltgeschehen eingreifenden Gott zu glauben, der tue es.

Am Ende des Films QVO VADIS steht dieser blasphemische Ausspruch, daß der Konstanz des Staates die Konstanz der Religion unterzuordnen sei: In keinem Fall ist es so. Es läßt sich einfach nicht bewerkstelligen, daß ein Staat konstant sei, gleich was man einer Religion zu diesem Zwecke anzutun bereit ist.

Wir sehen also das Tier auf der Suche nach Ansätzen und sich über diese Ansätze transzendent verständigend und den Menschen auf der Suche nach Zielen und sich über diese transzendent verständigend, wenngleich diese Art der Verständigung weit schwerer zu erfassen ist, vergleiche dazu auch den eingangs referenzierten Beitrag zu den transzendenten Akten.

Beiden gemeinsam ist der Fluß ihres Daseins, die approximative Natur ihrer Existenz, von welcher der Mensch indes einen Begriff hat, indem er das Bewußtsein der weltschaffenden Kraft in sich trägt, und zwar auf solche Weise, daß gilt, wie Johannes schreibt:
Ist Gott verklärt in ihm, so wird ihn auch Gott verklären in sich selbst und wird ihn bald verklären.
Mit anderen Worten:
Ist etwas als göttlich im Menschen erkannt, wird es auch wirklich in der Welt werden.
Und um den Reigen der letzten Beiträge hiermit gebührlich abzuschließen: Es gibt keinen Weg, auf welchem das Tier in mir Frieden fände, ohne den Frieden des Menschen dabei zu gefährden, da die dazu nötigen Vereinbarungen in keiner Weise meinem Glauben Rechnung trügen, oder, um es anders zu sagen:
Auf dem sinkenden Schiff ist die menschliche Not selbst dem Glück des Tieres vorzuziehen.
Daß der Kapitän mit dem Schiff zusammen untergehen sollte, besitzt eine metaphysische Komponente, ja, ich bin fast geneigt zu sagen, daß der hauptsächliche Zweck dieser Vorschrift darin besteht, den Menschen daran zu erinnern, daß es seine Welt ist, von welcher es keine Abkehr geben kann, ein metaphysisches Gesetz, zu dessen Darstellung Kapitäne geopfert würden, wenn sie denn geopfert würden, und es sich nicht nur um einen Mythos handelte.

Denn es ist unsere Welt, und es hängt von unserer Entscheidung für das Heiligere ab, daß das Heiligere gerettet wird. Frauen und Kinder wiederum als bloße Sinnbilder, wiewohl die für sie getragene Sorge tatsächlich heilig ist. Wer immer diese Vorschrift aufgestellt hat, ihm ging es um die Manifestation der vollen Verantwortung des Menschen im Kapitän, daß ein Kapitän ungeteilt Priester und König sei. Die Lizenz zur Heiratsschließung tut ihr übriges. Es ist interessant, in sofern am Kapitän etwas offen zu Tage liegt, was die Kirche sonst als Mysterium hütet.

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26. Februar 2017

Hopp, hopp, hopp im Schweinsgalopp

Wenn ein Mensch mehr als nötig tut, so schätzt er entweder den Aufwand zu hoch ein, das nennt man Angst, oder er hat ein unmittelbares Bedürfnis nach Tätigkeit.

Nun ist die Prämisse allerdings nicht ganz eindeutig definiert. Ist es nötig, Erfüllung in einer Aktivität zu finden? Ich meine, wenn sie einem am Herzen liegt, ja, und letzteres bedeutet, wenn es einen betrüben würde, sich ihr weniger zu widmen.

Doch so hoch müssen wir gar nicht greifen, es sind uns noch weitere Maßstäbe in unseren Herzen vorgesetzt worden, nicht nur, worin wir Liebe und Frieden finden, sondern auch, wen wir beeindrucken wollen, weil wir alle auf ihn bezüglichen Möglichkeiten schätzen und also in jäher Kühnheit entflammen, sowie, was uns ganz einfach dazu reizt, es zu schaffen.

Nötig bedeutet also, dem eigenen Gericht über sich standzuhalten, wie ich es im Beitrag Die richtende Vierteilung des Denkens beschrieben habe.

Aber wenn das nicht das Maß der eigenen Mühen bestimmt, und auch nicht übertriebene Angst angesichts der Aufgabe, was bleibt dann noch übrig außer zwanghafter Unruhe, also Raserei?

Raserei ist ein Phänomen der annehmenden Achtung, welche keinen sicheren Grund hat, und verschiedene Strategien unter verschiedenen Prämissen entwirft, was dazu führt, daß die Achtung im Wechsel der Prämissen mit zunehmender Vehemenz und Verzweiflung mal in diese und mal in jene Richtung drängt, ohne es sich jemals zu gestatten, die fragliche Richtung tatsächlich einzuschlagen, siehe dazu auch meine Deutung des Ehrgeizes im Beitrag Die Weltenlieferanten der drei Seelenteile.

Diese geistige Raserei wird bei Untätigkeit immer stärker, so daß sich schließlich ein unstillbares Bedürfnis nach Erschöpfung einstellt, und dieses führt dann auch zu körperlicher Raserei.

Bevor ich mich nun der Frage zuwende, wie Menschen also dazu gebracht werden können, mehr als nötig zu arbeiten, möchte ich kurz bei der Verzeiflung verweilen. Das deutsche Wort meint offensichtlich genau die hier beschriebene Situation, aber ich meine für gewöhnlich den Fall, daß eine weltliche Gewißheit einer persönlichen Gewißheit widerspricht, also etwa die Gewißheit, daß wir Maschinen unterlegen sind, der Gewißheit, daß unser Leben einen Wert hat.

Was die Deutschen Verzweiflung nennen, sehe ich als eine Abart der Panik, nämlich den Fall, in welchem die Panik nicht in eine bestimmte Richtung kanalisiert wird, weil die dazu nötige Dominanz fehlt.

Doch kommen wir zum Abschluß zu praktischen Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsmoral.

Angst läßt sich am besten durch allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und Überhöhung der persönlichen Konkurrenz erreichen und Raserei?

Hier ist etwas Vorsicht geboten, denn Panik am Arbeitsplatz wäre zu viel des Guten. Besser ist es, die Panik in der Freizeit zu erzeugen. Das hat gleich einen doppelten Vorteil:
  1. Der Arbeitnehmer ist lieber an der Arbeit als zu Hause.
  2. Er wird seine Freizeit zur Steigerung seiner Ausdauer nutzen, indem er nach Erschöpfung sucht.
Mit anderen Worten ist der Arbeiter in seinen privaten Angelegenheit zu verunsichern, bis er sich in einem Zustand der Panik befindet, nämlich den, welcher gemeinhin Verzweiflung genannt wird, was am besten durch allerlei affirmierte sexuelle Thesen erreicht werden kann.

Sollten in Deutschland die Dämme brechen, wird weder die Welt, noch auch die Deutschen selbst wissen, welche Flut sich da ergießt. Es ist vor diesem Hintergrund, daß ich Merkels Handeln auch etwas Gutes abgewinnen kann, nur bestärkt die Kritiklosigkeit der Deutschen zugleich alle, welche sie für ihre Zwecke einzusetzen gedenken.

Doch das ist nicht der Grund für meine eigene Angst in letzter Zeit. Ich träumte, meine Mutter sei gestorben, und das hat mich mitgenommen und nimmt mich immernoch mit: Mein Vater mit erdrückter Stimme am Telephon. Was soll's. Spurt' ich denn auch, ich mag immerhin das Eine oder das Andere treffen auf meinem Ritt, und noch zerreißt die Ordnung nicht.

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Der Mensch allein

Daß es wohl glaubhaft sei,
daß ich liebe,
was ich liebe.

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Vor Gott und in ihm

Weder Gottes Güte,
noch Gottes Geradlinigkeit
duldet eine Ausnahme.

Wenn uns fehlt,
was wir brauchen,
müssen wir fragen,

niemals aber andere Wege suchen.

Ich hielt die Güte der Meinen,
trotz aller ihnen eigenen Mängel,
für erwiesen.

Ich gab ihr zu Hand,
wessen sie bedürfte,
um sich auch der Welt zu erweisen.

Dann sah ich mich um.

Auch andren ward Güte gegeben,
und ich begann,
auch auf sie zu bauen.

Zunächst zur Befreundung,
dann auch im Vertrauen darauf,
daß Gutes aus jedem Guten folgt.

Und nun schaue ich wieder zurück:

Auf die Meinen,
vernachlässigt scheinen sie,
verwildert.

Und ich sehe mich
von ihnen getrennt,
voller Hoffnung, aber ohne Worte.

So frag ich denn.

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Ihr seid das Volk

Wie kann mich die Einsicht dazu treiben, jene Menschen zu vergessen,
welchen ich von Kindesbeinen an vertraue,
und mein Wesen dazu, mich angewidert von allem abzuwenden,
was sie erreichen könnte.

Es tut mir leid, ihr hart arbeitenden,
euren Vorteil erkennenden und findenden Menschen:
Ich habe euch nichts anzubieten
- außer vielleicht ein anderes Leben,
welches zu gestalten an euch ist,
aber mich erschreckt eure Zielstrebigkeit.

Ihr müßt wissen,
daß ich schwach und langsam bin,
und die Zeit verstreichen lasse,
damit mein Herz Gelegenheit hat
zu bemerken, daß es etwas zu sagen hat.

Seht, welche Wende vollzieht ein Maurer?

Nimmt er jemals mehr als einen andre Sorte Stein in die Hand,
um seine Wand zu bauen?

Von einem Gleis auf's andere:
Es ist eure Natur.

Aber es sind noch keine Schienen ausgelegt!

Seht, durch euren Realismus hängt ihr an den Dingen
- wer hat euch je geheißen, es zu tun? - :
Ihr lebt, die Dinge leben nicht.

Ja, es fällt euch leichter so,
euch mit einander zu verständigen:
Ist erst die Schiene da,
kennt jeder seinen Platz,
- doch seht:
Was macht ihr,
wenn ihr keine Belegschaft seid,
was macht ihr,
wenn die Aufgabe nicht die Form diktiert?

Ihr seid für die Form der Welt,
in welcher ihr lebt, verantwortlich.
Die Zeit des Sachzwangs ist vorüber.
Ihr laßt es zu, daß eine handvoll Krimineller
euch zu Ressourcen oder Bemäntlern degradieren.

Ich brauche euch.
Wenn ich euch nicht vergessen soll,
dann müßt ihr selbst das Wetter festlegen,
welches euch ins Gesicht schlägt.

Versteht ihr das?

Ihr müßt euer Interesse kultivieren,
wie eine Topfpalme:
Ein geliebtes Ding,
welches vollständig von eurer Zuwendung abhängt.

Am Anfang ist es nur ein Begriff,
öd und leer,
aber wenn ihr es euch nur erlaubt,
werdet ihr den Glauben an es in euch finden:
Daß ihr tatsächlich ein gemeinsames Interesse habt,
daß ihr eure Herzen nur ergründen müßt
und eure Gedanken klären.

Macht einen Anfang!
Befaßt euch mit hoheitlichen Aufgaben!
Fragt euch, wodurch sich euer Hof auszeichne,
welche Regeln
und welche Anliegen
euren Thron schmücken,
wessen Geistes Kinder ihr seiet.

Tut es!

All das sage ich euch, und doch ist mir bang.

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24. Februar 2017

Höchste Liebe und höchster Haß

Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe,
aber zahlt er es auch den Wölfen hundertfach heim,
wenn sie ein Schaf gerissen haben?

Emotionen versteht nur, wer sie bezeugt. Rein aus den historischen Ereignissen heraus lassen sich nicht die Emotionen destillieren, welche sie mitanschoben.

Ich habe in letzter Zeit einige Fernsehserien aus den '80ern gesehen und mich dabei an etwas erinnert, nämlich die geradezu zärtliche Nähe zwischen Amerikanern und Südvietnamesen, etwa in Magnum, P.I. oder auch Miami Vice - und dann ist da der Katholizismus, Magnum's ungültig zur Frau gegebene Frau ist erzkatholisch und in der Miami Vice Episode Stone's War wird ein ikonisches Bild aus dem Vietnamkrieg als katholische Pietà in Lateinamerika nachgestellt, was mich etwas verstörte, weil das Original nur Entsetzen ausströmte und keine Wehklage.

Dies sind subtile Dinge, welche zur Nachbereitung des Vietnamkriegs gehörten und, wie auch glaube, und auch glauben muß, da ich zu jung bin, die Vorbereitung des Vietnamkriegs miterlebt zu haben, dazu dienten, einem zentralen Gefühl für die Notwendigkeit des Krieges, nicht nur die politische Form zu verteidigen, sondern Glaubensbrüdern und -schwestern beizustehen, einen neuen Platz an unschuldigerer Stelle zu verschaffen und die Aggression gefühllosen Geostrategen in die Schuhe zu schieben, damit die gerechte Entrüstung beim nächsten Krieg wieder als Motivator zur Verfügung stünde.

Dies scheint mir klar genug. Verbraucht hat sich die gerechte Entrüstung erst seit 2001, und nicht an ihrer Überzogenheit, sondern an ihrer Ungerechtigkeit. So gegen Ende 2004, würde ich sagen, ist sie Bush junior faktisch aus den Händen gefallen.

Aber mich interessiert hier mehr ihr intaktes Wirken, die Gehässigkeit, welche sie zu inspirieren vermochte.

Woran liegt sie? Woher kommt es, daß der Feind es verdient, schlimmer als jeder Kriminelle behandelt zu werden?

Nicht einmal einem Kinderschänder wollte man antun, was den Vietnamesen angetan wurde.

Welches Hirn kommt zu dem Entschluß: Dann nehmt Dioxin!

Doch nur ein Hirn, welches Menschkinder gegen eine tierische Brut zu verteidigen meint. Und woher kommt das? Sicher aus doppelter Aufladung, der Überhöhung der Eigenen und der Abwertung der Anderen, aber so radikal, wie wir sie hier erwägen, ist sie nur unter einer weiteren Voraussetzung möglich, nämlich, daß der Mensch ohne Würde geboren wird, ohne eigene Qualitäten, ohne die Möglichkeit, sie je aus eigener Kraft zu erlangen. Nur diese Auffassung ist zu einer derartigen, real vollzogenen Abwertung von Menschen fähig. Nur diese Auffassung erklärt Napoléons Griff nach Europa und Amerikas Griff nach der Welt.

Aber was ist diese Auffassung?

Katholisch, oder etwa nicht? Durch und durch, Wort für Wort.

Man erkennt einen Baum an seinen Früchten, und diese Früchte sind eindeutig. Niemals glaube ich, daß sie ein anderer Geist hervorbringen würde, das staatsmännische Getue dient nur der Abschirmung.

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23. Februar 2017

Zirze

Ehrlich gesagt, nachdem ich nun eine Nacht darüber geschlafen habe, scheint mir mein gestriger Gedanke doch nicht mehr so originär, und es braucht keiner fragwürdigen Bezugnahme auf Oscar Wilde, um ihn im kulturellen Erbe der Menschheit wiederzufinden, kurz gesagt, ich habe mich an den Film Ulysses  mit Kirk Douglas erinnert, und in der Episode mit Zirze treten alle relevanten Elemente, auch jene, welche ich nicht ausgesprochen habe, auf.
  1. Isn't the difference between one woman and another only in the mind of a man?
  2. No, the difference is: Penelope would never let a stranger take her into his arms.
  3. Not even a stranger like Ulysses?
  4. Where are my men?
  5. You have just been kicking them.
  6. You witch, while I slept you turned a band of heroes into swine!
  7. It was much easier to do than you think.
  8. You'd like to do the same to me, wouldn't you? But you wouldn't find it so easy. I know you hate men. Perhaps you even hate me.
  9. Don't you realise, she has never yet told you the truth. She is treacherous.
  10. May the Gods give you the strength that you will need to escape the spell which has blinded you!
  11. I shall give you something that will make you forget all your petty dreams! Your miserable kingdom, your wife who grows old! Remain, and this very night, our empress shall welcome a new god! Ulysseus!
  12. Immortal?
  13. This is my gift! The greatest gift that has ever been offered to a man.
  14. No, there are greater gifts, to be born and to die and in between to live like a man!
  15. To live like a man? Filled with petty fears?
  16. Only the fearful can know the value of courage.
  17. And old age? That poor flesh will rot one day! And at the end, nothing but death! This is the terrible heritage of men!
  18. If it should be that one day men shall speak of me, I hope they say with pride that I was one of them.
  19. Their pride will not serve to warm you in the kingdom of darkness. I offer you centuries of light!
  20. Have you not think that it will sadden me too much to close my eyes, when the time comes.
  21. Then let the dead tell you that, how happy they are!
Und an dieser Stelle erlaube ich mir, das zu schreiben, worum es wirklich geht:
Mother! Stop haunting me!
Aber zu dieser Einsicht darf Odysseus aus dramaturgischen Gründen nicht vordringen. Stattdessen schilt sie ihn, weiter auf seinem Weg zur Gottheit zu ziehen.

Es ist leicht für eine Frau, welche verkörpert, was seine Mutter idealisiert hat, einen Mann in die Verzweiflung zu treiben, indem sie ihn einfach nur seinen eigenen Gedanken überläßt.

Wobei ich aber, dessen ungeachtet, tatsächlich davon überzeugt bin, daß sie andere Männer in Schweine verwandelt!

Welche sich in Phantasien verlieren und dabei ihren eigenen Kurs aufgeben.

Nur ich selbst! In heroischer Zerrissenheit halte meinen Kurs und erfülle mein Schicksal. Zu ehren, was zu ehren sie vorgibt, indem ich über sie hinauswachse und an ihrergleichen meine Majestät verwirkliche.

Bwa-ha-ha.

Aber lassen wir mich und Odysseus sein. Wer die Gottheit in seiner Brust fühlt, weiß, daß er die Prüfungen der Götter bestanden hat.

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22. Februar 2017

Willkür im Manne und im Weib

Im Manne Feindseligkeit,
im Weibe Unterhaltung
- die Miniatur der Neueinrichtung.

Gott, ich wünsche mir keine Tochter. Über einen Sohn, welcher überall neue Feinde ausmacht, kann ich lachen. Über eine Tochter, welche stets neue Unterhaltungen sucht, nicht. Einem sprunghaften Menschen hilft die Schwierigkeit dabei, Wurzeln zu schlagen.

Und wahrhaftig, wenn ich mich selbst feindseliger vor mir ausmale, als ich es bin, weil mich die Schlichtheit meiner Lage langweilt, so muß ich zugleich auch mein weibliches Pendant weit unterhaltungssüchtiger vor mir ausmalen, als es das ist.

Die absolute Gleichzeitig- und Gesetzmäßigkeit dieser Wahrnehmungsänderung schockiert mich zutiefst: Wie kann ein anderer Mensch einen durch Erschrecken vor ihm dazu bringen, zu sich selbst zu finden?

Wer hat je davon gehört?

Dies ist vielleicht mein einziger originärer Gedanke, alles sonst mag historische Parallelen besitzen: Sobald ich mir irgendeine Gehässigkeit erlaube, erschrecke ich vor ihr.

Andererseits, wenn ich es so fasse, ähnelt es etwas dem Bildnis von Dorian Gray: Ich sehe meine eigene Bosheit in ihr, sobald sie mich erfüllt, erfüllt sie auch sie. Dennoch, ganz so hat Oscar Wilde es nicht ausgedrückt.

Es ist schlichter, natürlicher und weit poetischer in dieser Form - und gibt selbstverständlich nicht den Stoff zu einem Roman ab.

Und auch für manch anderes gibt es nicht unbedingt den Stoff ab: Wer will schon jedes Mal, wenn er nach einem lebhaft monologisierenden Spaziergang nach Hause kommt, über das Lächeln, welches ihn daheim begrüßt, zu Tode erschrecken?

Es ist eine Ikone eigener Art, nichts, was einen zu sich emporzöge, sondern etwas, was einen beständig zurecht schüttelt und ins Heiligtum der Kindheit zurückführt, wo ein Junge allen Menschen Freund und ein Mädchen fest in ihren Prinzipien sein kann.

Was für ein abscheulicher Mensch ich bin! Meine Frau so ähnlich zu ihr zu wählen! Mehr kleinliche Kleinlichkeit hat die Welt doch noch nie gesehen: Eine Liste physischer Merkmale anzulegen und sie Zähne knirschend abzuhaken. Und doch bin ich mit ihr in gewisser Weise reicher, sie hat ihren eigenen Standpunkt, ich kann sie nach ihren Werten bewerten und werde nicht ständig auf mich selbst zurückgeworfen. Und wenn ich sie zu der Form bringe, in welcher ich sie gerne sehe, so kann sie dort aus eigener Kraft stehen bleiben. Es ist angenehmer, Mühe darauf verwenden zu müssen, aber dafür hin und wieder davon auch einmal ausruhen zu können, als auf Schritt und Tritt von seinem Spiegelbild begleitet zu werden: Schwierigkeit tut dem Sprunghaften gut.

Die Form indessen, in welcher ich meine Frau gerne sehe, ist dieselbe, in welcher ich sie gerne sehe: zufrieden, stolz und von einem inneren Reichtum erfüllt. Frauen sind für mich Kerzen, welche von meiner Herrlichkeit künden sollten. Und da ist es nun aber sehr günstig, auf mich selbst zurückgeworfen zu werden, um nicht meine eigene Herrlichkeit zu verlieren.

Schon seltsam, daß auch diese Seite meines Lebens einem ausgeklügelten Mechanismus ähnelt.

Ich sollte vielleicht erwähnen, daß es einer Frau, die spottet, gut geht, und dies niemand zum Maßstab der Größe ihres Gatten nehmen sollte, es sei denn antiproportional, achtete er doch darauf, daß sie Witz und Selbstsicherheit bei sich behielte. Aber zugleich muß er in ihr auch das Verlangen nähren, sich an ihn anzulehnen, seinem Urteil zu vertrauen.

Und dazu muß er selbstverständlich auch an seinem Urteil arbeiten.

Es ist mein durch Erfahrung aus Instinkt erwachsener Glaube, daß in jedem als gut Erkannten, ein zu bergendes Gut steckt, und in jedem als schlecht Erkannten, ein zu fürchtendes Übel, und ein beträchtlicher Teil der Kunst zu leben darin besteht zu erkennen, worin genau Güter und Übel bestehen.

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Gestern, Heute, Morgen

Der Haß ist alt, grober Gebrauch der sozialen Stellung, der Kopf mag mit anderen Dingen gefüllt sein, aber der Abdruck ist immer noch da, in den Ängsten, Träumen, Aversionen, letzte Nacht schaute ich wohl 200 Jahre zurück, keiner meiner üblichen Träume.

Was meint ihr?

Wie werdet ihr der Bestialität entkommen?

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21. Februar 2017

Projektion

Hier in Estland erlebe ich es fast jeden Tag: Die Dinge sind, zu was wir sie machen.

Ob ich draußen spazieren gehe, drinnen in der Sauna sitze oder tauche, es ist ganz und gar meine Entscheidung, ob ich friere und meine Zähne klappern oder ob ich mich einem leichten Kältedruck, jetzt auf meinen Oberschenkeln, jetzt auf meiner Brust, jetzt in meinen Armbeugen, jetzt wieder auf meinen Oberschenkeln, stelle, ob meine Haut verbrennt oder ob ich gegebenenfalls mal kurz über eine etwas zu heiße Stelle drüberwische, ob ich in Panik gerate, weil ich keine Luft mehr kriege, oder ob ich in Ruhe den Frieden der unteren Etagen des Schwimmbeckens genieße.

Kurz, wir haben eine Verantwortung dafür, die Welt auf die richtige Weise zu nehmen, nicht nur bei unseren täglichen Geschäften, sondern noch viel mehr bei unseren Gebeten, was aber in beiden Fällen keine reine Frage der Entscheidung ist, sondern wesentlich von unserer emotionalen Stabilität abhängt.


Die Frau zur Linken erinnert mich an jemanden, vielleicht ist sie's auch selber, aber dann wäre sie in den letzten 20 Jahren genauso wenig gealtert wie ich. Diese Zusammenstellung ist natürlich so oder so in höchstem Maße kurios, ich will die einzelnen Aspekte hier nicht weiter durchgehen, und Spott fürchte ich sowieso nicht, aber ich fürchte ihr Gesicht, und als ich heute nachmittag an naheliegender Stelle über dieses Bild gestolpert bin, habe ich buchstäblich ein dutzend verschiedene Gesichter gesehen, und das alleine ist Grund genug, ihr Gesicht mit jenem früheren in Zusammenhang zu bringen, in welchem ich auch stets etwas anderes sah.

Jene damals hätte mein Herz nicht angesprochen, wenn ich ihr nicht irgendetwas hätte geben wollen, und zugleich empfand ich die deutlichste Warnung davor, ihr auch nur irgendetwas zu geben, und sei es die Hand.

Wie gesagt, ich hatte heute nachmittag dutzend verschiedene Gesichter im obigen gesehen, und auch in meinem eigenen, wenngleich nicht in dem hier gewählten, aber ich einigte mich schließlich mit mir selbst auf eine gewisse Traurigkeit und Eigensinnigkeit, welche prinzipiell unerreichbar ist, den Vorsatz, einen bestimmten Ton zu halten, und auch jetzt kann ich sie in ihm erkennen, wenn ich mich anstrenge, doch mittlerweile sehe ich in ihm in stabiler Ruhelage ein Friedensangebot eines zufriedenen Herzens, und es bedeutet mir nichts, es anzunehmen, außer jemandem diese Zufriedenheit zukommenzulassen, wie ich es auch dem Badesee zukommen ließe, hinreichend warm zum Baden zu sein.

Aber richten wir den Blick vielleicht einmal auf das Wahrscheinliche. Ich fürchtete ihr also damals auch nur irgendetwas zu geben, weil ich nicht erkennen konnte, was vor mir stand, und meine Angst durchstreifte die unmögliche Weite, welche ich zu durchstreifen hätte, um es zu wissen - ein Prozeß, in welchem ich mich selbst verlieren müßte.

Wäre ich wieder 20 und begegnete mir wieder ein weiblich hoffendes Herz, dessen Hoffnung zu erfüllen mir entweder unmöglich oder moralisch zuwider wäre, etwa wenn sie sich mir nur ganz oder gar nicht geben wollte, was mich faktisch zu ihrem Sklaven machte: Ich müßte wieder so leiden wie zuvor.

Mit zunehmendem Alter werden Männer gleichgültiger gegen die Welt, wie sie wirklich ist, und wähnen sie sich stattdessen zunehmend zurecht. Es ist ein Teil der natürlichen Ordnung, des Mannes geistige Starre prägt Weib und Kind. Und gerade deshalb hatte ich seit meiner Kindheit einen Horror davor, meine Frau in fortgeschrittenem Alter zu finden, denn da wäre ich, das wußte ich schon mit 6 Jahren, so ziemlich mit allem zufrieden, so lange sie mir nur den Bart kraulte.

Ich kann das Vergangene keinesfalls leicht nehmen, aber was immer ich tat, ich tat's, weil ich's zu müssen meinte, und so muß es bleiben. Unangenehmer als meine Jugend wird mein Alter nicht werden, und jede Stunde hat ihr Gebot. Natürlich wünsche ich, daß die Summe meines Diensts etwas bedeutet. Aber gibt es handfeste Hinweise darauf, daß sie es nicht tut? Selbst für die Welt mag ich erwiesen sein, und Gott hat meine Freiheit nun seit gut 12 Jahren: Das Leben ist gegeben und kann nicht zurückgenommen werden, zu tief, 100000-fach, in der einzigen Währung, die zählt, stehe ich in Seiner Schuld. Aber Frieden in meinen Angelegenheiten, Sieg über meine eigene Angst und Schwäche, Segen dem, was ich zu richten suchte, und Fluch und Vernichtung jenen, welche auf das Heilige spucken, das mag sich begeben, und mehr wünsche ich mit keiner Faser meines Herzens.

Das I Ching hat mich gewarnt: Feuer über Feuer, Größe vor Größe.

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Bleib in der zweiten Zeile, verfalle nicht in die dritte!

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Vom Tod meines Lebens

Ich sah den Tod meines Fleischs,
den Tod aller organischen Regung:
die Gier nach unbegrenzter Erfahrung.

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20. Februar 2017

Von der Macht der Starken und der Schwachen

Das letzte Lebenszeichen eines Stabs ist die Musterung,
und das erste einer Kirche die Spende.

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Zur Gesetzlosigkeit der deutschen Rechtschreibung

Natürlich ist bereits die deutsche Sprache gesetzlos, etwa was das grammatikalische Geschlecht angeht (die Fahrt, aber der Flug, die Marter, aber der Prügel) oder die jeweils zu verwendende Präposition (Glaube an, aber Vertrauen auf, auf Kosten, aber unter Verlusten), aber ihre schriftliche Fixierung bringt noch einmal eine weitere Schicht der Gesetzlosigkeit mit sich.

Mit der Kommasetzung, der Groß- und Klein- oder Getrennt- und Zusammenschreibung möchte ich mich hier nicht beschäftigen, sondern mein Augenmerk einzig auf die Wahl der einzelnen Buchstaben zur schriftlichen Wiedergabe der gesprochenen Laute richten.

Gesetzlos ist diese Wahl, wenn sie willkürlich einen oder mehrere Buchstaben für die Wiedergabe eines Lautes im selben Kontext wählt, und insbesondere, wenn das Alphabet mehrere willkürliche Varianten für denselben Laut umfaßt, wie zum Beispiel f und v oder chs, ks und x.

Einige Beispiele. Vater, Familie, von, für, Vogel, Fohlen. Achse, Axt, staksen, schnackseln, wichsen.

Bemerkung. Bei f und v kann man freilich einwenden, daß es sich gar nicht um denselben Laut handelt, sondern daß das v ein leichter labiodentaler Frikativ ist und das f ein schwerer. Allerdings ist es unklar, in wieweit das wirklich Konsens unter den Sprechern des Deutschen ist.

Gehen wir hier tatsächlich von der Nichtgleichwertigkeit von f und v aus, können wir uns bis hierhin damit trösten, daß es nur wenige Wörter mit chs, ks oder x im Deutschen gibt und wir diese Fälle also bald hinreichend gut kennen, wenn wir uns gesondert mit ihnen befassen.

Kommen wir somit zur Frage der Anzeige von kurzen oder langen Vokalen.

Folgende Mechanismen gibt es in der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zweck:
  1. Konsonantenverdoppelung (einschließlich ck und tz) zur Anzeige eines kurzen Vokals,
  2. Vokalverdoppelung oder Ergänzung um ein e zur Anzeige eines langen Vokals,
  3. h und ß (aus hs in deutscher Schrift) zur Anzeige eines langen Vokals.
Das i wird nie verdoppelt (ha, ha, nie!), sondern um ein Dehnungs-e ergänzt, und die übrigen Fälle, in welchen ein Dehnungs-e auftritt sind ausgesprochen selten, gerade kommt mir nur Itzehoe in den Sinn.

Das heißt, um die innere Regelmäßigkeit der zweiten Klasse müssen wir uns nicht sorgen, und um die der ersten und der dritten auch nicht, da kk, zz und hs im Deutschen spätestens seit dem 19. Jahrhundert verboten sind.

Betrachten wir also die äußere Gesetzlosigkeit zwischen diesen Klassen.

Zunächst einmal ist dazu festzustellen, daß nur die Anzeige der Kürze, nicht aber die der Länge eines Vokals, im Deutschen obligatorisch ist, und auch das nur, wenn lediglich ein geschriebener Konsonant in der Grundform folgte, also nicht bei Konsonantenkombinationen oder bei ch oder sch. Davon ausgenommen sind Vor- und Endsilben, welche als bekannt angenommen und nie gekennzeichnet werden (er-, ver-, zer-, be-, ge-, ent-, -e, -en, -er, -in) und Präpositionen: an, in, unter, über, auf, neben, entlang, durch, für, von, zu, nach, bei, zwischen, um, vor, hinter, wobei spätere Bildungen wie nahe oder gemäß freilich davon ausgenommen sind, mal ganz abgesehen davon, daß das h in nahe natürlich, wenn auch nur schwach, gesprochen wird.

Und auch für einige Pronomen gilt dies: der, das, wer, was, dir, mir, uns, ich, du, er, es, wir, mich, dich, sich.

Aber bleiben wir beim allgemeinen Wortschatz: Moos, Los, Tal, Aal, Moor, Mohr, Tor, Boot, Kot, Schal, fahl, schwül, kühl, Teer, hehr, Heer, Wehr, Dame, Dänen, dehnen, wähnen, malen, mahlen, Mehl, scheel, schal, Schale, Wal, kahl, schälen, wählen und so weiter.

So gesetzlos das auch ist, es besitzt eine gewisse Ästhetik, nämlich die Ästhetik des Zierrats: Hier das hin, und dort dies...

Die Länge eines Vokals muß also nicht gekennzeichnet werden, und die Wahl der Kennzeichnung steht auch frei, wobei die Vokalverdoppelung, ausgenommen die Dehnung des i's durch's e, freilich eher selten ist.

Interessanterweise führt die mangelnde Kennzeichnungspflicht der Kürze eines Vokals im Deutschen nicht zu Willkür: Dach ist kurz, und Buch und Tuch sind lang, aber das liegt daran, daß es zwei verschiedene Vokale sind. Wucht, Schlucht, Macht, Tracht und so weiter sind alle kurz, aber hier folgt mehr als nur ein Konsonant. Und Gemach und Geruch sind beide lang, aber hier ist die Betonungssituation eine andere. Es ist also möglich alle Fälle als Fälle zu betrachten und sich an sie zu gewöhnen.

Summa summarum: Die Gesetzlosigkeit der deutschen Rechtschreibung entspringt dem wankelmütigen Bestreben, die Länge von Vokalen zu kennzeichnen, was an sich überhaupt nicht nötig wäre, da die Kennzeichnung der Kürze hinreicht, wiewohl die orthographische Trennung von Wörtern gleicher Aussprache, aber verschiedenen Sinnes, selbstverständlich nicht ohne Verdienst ist.

Für die aktuelle Debatte über phonetisches Schreiben heißt das, daß den Kindern vernünftigerweise gesagt werden sollte, daß sie sich um die Kennzeichnung der Länge eines Vokals zunächst mal keine Gedanken machen sollten, da es bei Kennzeichnung der Kürze schon klar ist, welche Vokale lang sind. Ihnen zuzureden, mal selbst mit Vokalverdoppelung und h Wörter zu verschönern, mag in der Tat zu nichts Gutem führen. Das ß nimmt selbstverständlich hinsichtlich der Sonorität in Ableitungen noch wieder eine Sonderstellung ein: mies und fies, aber Spieß; miese, fiese Spieße.

Natürlich mag es etas länger dauern, bis die Kinder auf diese Weise Boot richtig schreiben, aber dafür mag ihnen das Wesen der deutschen Orthographie um so klarer sein und sie weniger gezwungen erscheinen: Einen pädagogischen Schaden sehe ich eher nicht.

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18. Februar 2017

Mein Leben

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-x-
-o-
- -
- -
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BITING THROUGH has success.
It is favorable to let justice be administered.
Nine in the fourth place means:
Bites on dried gristly meat.
Receives metal arrows.
It furthers one to be mindful of difficulties
And to be persevering.
Good fortune.
Six in the fifth place means:
Bites on dried lean meat.
Receives yellow gold.
Perseveringly aware of danger.

No blame.
Stimmt schon.

Die Traurigkeit der Jugend, der erlebte Verrat am Glauben, die Erbärmlichkeit der Niedertracht, die eigene Bescheidung des und Abscheidung vom Leben.

Ein Grund, das eigene Leben zu gebrauchen, eine Erinnerung an das Notwendige, ein Hoffnungsstoß, denn wo es Hunger gibt, da wird sich auch Nahrung finden.

Ehrlichkeit und Vertrauen können ohne Welt- und Menschenkenntnis nicht bestehen. Geradeheraus kann nur der Große sein, ohne sich von anderen behüten zu lassen.

Ich bin Fleisch vom Fleische eines Stamms, ich weiß, worin mein Leben liegt, und so schwach und verirrt der Fluß auch ist, mein Leben sei der Spaten, ihm den Weg zurück in sein Bett zu graben.

Das kraftlose Salz sei verworfen, der Abschaum flute die Straßen, der Sinn für das Rechte erhebe sich wieder.

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15. Februar 2017

Claudius and Nero

Since Nero is such a controversial figure, reliable accounts of his reign are hard to come by. But it seems a fair guess that his reign must have faced the same problems that Claudius' reign faced and so I'll turn my attention thither.

We can readily establish, based on Suetonius' account, that Claudius was a careful and detached person, who valued his own safety more than his own glory. And if this portrait of him is indeed his likeness,

we can safely say that that was so, because he was completely averse to the concept of glory, as would befit, of course, a crippled man.

When Claudius became emperor at the age of 49, he had already lived a life of ridicule and it is not hard to imagine that he would have taken further ridicule nonchalantly, in particular if it meant that he would be left alone as before during Caligula's reign, id est that he was prepared to put on a show for the sake of his environment.

Claudius wrote a lot, and from that alone we could deduce that in his view it was the written word that really mattered and not the political dealings of the day.

And if this was indeed his belief then it would figure that amongst all political questions he would be most concerned with the right form of worship, and it certainly appears that he was concerned with that:
He utterly abolished the cruel and inhuman religion of the Druids among the Gauls, which under Augustus had merely been prohibited to Roman citizens; on the other hand he even attempted to transfer the Eleusinian rites from Attica to Rome, and had the temple of Venus Erycina in Sicily, which had falled to ruin through age, restored at the expense of the treasury of the Roman people. He struck his treaties with foreign princes in the Forum, sacrificing a pig and reciting the ancient formula of the fetial priests.

- Gaius Suetonius Tranquillus

Although he refused the title, he was of course an emperor and as such he governed around the Senate, relying on freed men to administer his will. He ran into some trouble with that, but not a lot. He made some changes to the law, but generally he preferred to keep things as they were, trying only to reign in decadence, but never valuing principle higher than stability.

Now, with regard to the situation he was facing: It was fragile in terms of power struggles and fragile economically. And Claudius could be viewed as a restorer who worked on a ruin - at least that's not in disagreement with his efforts to restore some powers of the Senate, emphasise the nobility of his ancestors and to facilitate the food trade.

And then there's the matter of Christianity.
Since the Jews constantly made disturbances at the instigation of Chrestus, he expelled them from Rome.

- Gaius Suetonius Tranquillus

Chrestus might be Christos or not, but this is from Claudius' own hand:
[...] not to bring in or admit Jews who come down the river from Egypt or from Syria, a proceeding which will compel me to conceive serious suspicions. Otherwise I will by all means take vengeance on them as fomenters of which is a general plague infecting the whole world.

- Letter of the Emperor Claudius to the Alexandrians

Now, a staunch anti-semite might interprete the plague infecting the whole world to be the Jews themselves, but
  1. they are accused of fomenting the plague
  2. what bother, if the Jews themselves are the plague, whether they are in Syria or up the Nile or in Alexandria.

So, it is quite impossible to interprete the plague infecting the whole world in any other way than as Christianity and Syria and the Nile valley in any other than as its early hotbeds.

And the fact that Claudius would refer to Christianity as a plague demonstrates, given his overall character and ambition, that he perceived it as a threat to the established order.

And then came Nero: young, inexperienced, acquainted with murder as a means of advancement, instilled with a sense of physical and dynastical superiority and facing the same problems, the same ruin. And if only the account of Claudia Octavia's death is accurate, that he divorced her, because she bored him, we can be absolutely certain that Nero would destroy that which he aspired to embody: the dominance of the Greco-Roman spirit.

And this is a defining characteristic of the beast: that it will not know that, which it means to represent, that it will be severed from the tradition, in which it sees itself: young, fiercely proud and acquainted with crime. Or at least that's the character that would serve best to play the role of the beast, id est shorten its days to the shortest possible term.

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14. Februar 2017

Selbstbild und Rollenzuweisung

Die gesellschaftlichen Ansichten des deutschen Volkes lassen sich leicht von einem Selbstbild und den ihm eigenen Rollenzuweisungen ableiten, und durch diese Ableitungen tritt zu Tage, daß es sich dabei nicht nur um ein Selbstbild, sondern um sein Selbstbild handelt.

Ich möchte im folgenden drei Beispiele betrachten, nämlich die Meinung des deutschen Volkes zu
  1. Bernd Schuster,
  2. Silvia Renate Sommerlath und
  3. dem griechischen Volk anno 2015.
Das Selbstbild, welches ich im Sinn habe, ist das eines Knechts, beziehungsweise das einer Magd.

Denn wie würde ein Knecht über einen anderen Knecht denken, welcher im Ausland Karriere macht?

Doch wohl, daß er seinen Platz nicht kenne, daß er überheblich sei, ein großes Maul habe und so weiter.

Und wie würde er über eine Magd denken, welche im Ausland in einen höheren Stand eingeheiratet hätte?

Doch wohl, daß sie zu beglückwünschen sei und auch er selbst, nun, da er eine diplomatische Vertretung in fremden Gefilden besäße.

Und über ein anderes Volk, welches Geld von ihm will?

Ganz sicher, daß es zu faul sei, sein eigenes Geld zu verdienen, und das würde er ihm auch ins Gesicht sagen, mit vor Stolz auf seinen eigenen Fleiß geschwellter Brust.

Wir sehen, das deutsche Volk hält sich selbst für das Gesinde eines Haushalts, welches seinen Platz kennen und zusammenstehen sollte, und es gehört zu den ersten Aufgaben eines deutschen Politikers, seine Politik und seine Rhetorik auf diesen Umstand einzustellen, was in Deutschland selbstverständlich auch schon seit undenklichen Zeiten geschieht, wiewohl zuweilen die eine oder andere Regierung an der Gesinnung ihres Volkes verzweifelt, wann es sich dann ausnahmsweise ergibt, daß die Regierung wechselt.

Bei den Holländern und Türken verhält es sich selbstverständlich ganz ähnlich, aber sonst darf man nicht so ohne weiteres annehmen, daß sich das Volk im Ausland nach den selben Gesetzen verhält, welche im Inland gelten.

Und daraus ergeben sich auch Konflikte, welche jetzt beim Versuch der Harmonisierung des Weltbürgerverständnisses im Rahmen der Globalisierung aufbrechen: Das Gesinde will Haushälter, der freier gesinnte Teil der Menschheit nicht.

Und es ist diese Kante, entlang welcher sich der Druck zur Reform staut bis eine Lösung des Konflikts gefunden ist - bis die Folgsamkeit nicht mehr in den Händen jener ist, welche sie gegen die Freiheit wenden, und die Freiheit wieder in jenen Gefilden wirkt, welche die Folgsamkeit nicht abstoßen, sondern inspirieren.

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10. Februar 2017

Klonovsky geht mir gehörig auf den Keks

Er zitiert zustimmend über Rubens:
Aus seiner immer jubelnden, immer sinnenfreudigen Animalität [...] spricht die Flachheit des Glücklichen, [...] spricht vor allem jener tiefe Atheismus, der allmählich von Europa Besitz ergreift und zuerst in Holland als dem vorgeschrittensten Lande sein Haupt erhebt.
Der Flachheit des Glücklichen, der Oberflächlichkeit, Dreistigkeit und Leichtfertigkeit, deren Dreiklang man auf Englisch auch schlicht als gross bezeichnen kann, eignet überhaupt nichts Tiefes, und schon gar kein Atheismus.

Die in der Tat bisweilen bei Holländern anzutreffende tiefe Verachtung moralischer Ratschläge entspringt etwas ganz anderem, was Rubens indes tunlichst verhehlt, nämlich der Bitterkeit des Eingepferchten.

Man erzieht einen Grobian nicht zum Glauben, indem man ihn zwingt, man macht ihn nur gehässig, und die Kirche, die Calvinisten einzig ausgenommen, weiß das auch.

Gläubig wird der Grobian erst, wenn ihm auf seinem Weg Grobes begegnet.

Wahrscheinlich ist diese Bemerkung keinen eigenen Beitrag wert, aber nichts ist mir mehr verhaßt als die auf Extraordinarität zielende Darstellung des Gewöhnlichen, etwas, das zu bekämpfen Klonovsky sich selbst auf die Fahne geschrieben hat: Friede den Gemeinplätzen, Krieg den Moden. - von wegen!

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Freundschaftsschmieden

Natürlicherweise wird Freundschaft in der Umgebung, in welcher einer aufwächst, geschmiedet, und jede kulturelle Institution zu dem selben Zweck muß einen Weg darstellen, diese Umgebung zu verlassen.

Betrachten wir das Mögliche. Entweder einer übernimmt selbst Verantwortung dafür, wohin er seine Schritte wendet, oder er läßt sich willfährig versetzen.

Wenden wir uns zunächst den Versetzungsmechanismen zu.

Entweder die Versetzung folgt einer Regel, oder sie erfolgt als Kür durch ein Regime.

Ein kurzer Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zeigt, daß regelgemäße Versetzung nur als Teil von Ausbildungsprozessen erfolgt, während jede Zuweisung von überpersönlicher Verantwortung nur als Kür stattfindet.

Mit anderen Worten kann niemand an eine verantwortungstragende Position versetzt werden, der nicht bereit ist, sein Leben sowohl Regeln als auch einer Herrschaft bedingungslos anzuvertrauen. Die Herrschaft kann er sich freilich aussuchen, aber darin erschöpft sich seine Freiheit.

Nennen wir einen regelfolgenden Versetzungmechanismus also einen Qualifizierungsprozeß und einen Kür basierten einen Betrauungsprozeß.

Ein paar Worte zu den sich so ergebenden Freundschaften.

Der Qualifizierungsprozeß mag aussichtsvolle Freundschaften schmieden, aber ihr Fortbestand hängt davon ab, daß sich ihre Teilhaber aus den Versetzungsmechanismen lösen.

Der Betrauungsprozeß läßt nur im nichthierarchischen Fall, bei der Aufnahme in ein Arbeitskollektiv, Freundschaften zu, wie es bei der Aufnahme in einen Stamm und ähnlichem der Fall ist, denn alle Fälle sind jenem ähnlich. Insbesondere ist ihnen allen gemein, daß sich der Gekürte fühlt, als sei er gekauft worden.

Zu manchen Zeiten und an manchen Orten mag sich die Eheschließung für die Frau so angefühlt haben, beziehungsweise anfühlen, doch wer meint, diesen Zuständen entkommen zu sein, sollte meines Erachtens darauf hingewiesen werden, daß er vor diesen Zuständen in ein System geflohen ist, welches Freundschaft systematisch ausschließt.

Doch wenden wir uns nach diesem jenen Institutionen zu, welche die eigene Verantwortungsübernahme für den eingeschlagenen Weg erlauben.

Betrachten wir wieder das Mögliche. Entweder einer entscheidet selbst aufgrund der ihm verfügbaren Informationen, wohin und an wen er sich wenden will, oder er wendet sich vertrauensvoll an einen Dritten, um sich von ihm diesbezüglichen Rat einzuholen.

Ein Beispiel für den ersten Fall ist das Dating, und Dating-Sites sind eine für ihn mustergültige Institution, soll heißen, alle diesem Vorgehen dienlichen Institutionen befassen sich damit, relevante Informationen zu sammeln und bereitzustellen.

Nennen wir diese Freundschaftsschmiede also einen Anpreisungsprozeß.

Und damit kommen wir zum letzten möglichen Fall, der Bereitstellung von Vertrauenspersonen, welche über das nötige fachliche Wissen verfügen, um Menschen kompetenten Rat zu erteilen, in welchem Umfeld sie ihre Anliegen vollstumfänglich verwirklichen können, und sich zu diesem Zweck mit ihresgleichen in anderen Gegenden austauschen.

Diese Freundschaftsschmiede nennen wir einen Beurteilungsprozeß.

Selbstverständlich hängt jedes System, unabhängig davon, ob es Freundschaft befördert oder ausschließt, davon ab, daß seine Prozesse funktionieren, und die Funktionstüchtigkeit seiner Prozesse hat ihre jeweiligen Voraussetzungen, aber ohne mich damit im Detail befassen zu wollen, scheint mir der Beurteilungsprozeß doch die segensreichste Freundschaftsschmiede zu sein, wenngleich in manchen Fällen eine Kombination von Qualifizierung und Anpreisung wohl bessere Ergebnisse liefern wird.

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9. Februar 2017

Freiheit und Freundschaft

Ein paar Menschen, welche sich hinreichend gut verstehen, um ihre Ziele gemeinsam anzugehen,
beginnen leichterdings auch die größten Werke, wenn sie niemand daran hindert.
Und es ist der Verlust dieses Naturrechts, welchen Kinder beklagen,
wenn sie von ihren Freunden getrennt werden.

Ich für meinen Teil wünsche mir die Jugend
stolz auf ihre Freiheit, selbst zu entscheiden,
wie sie ihre Bedürfnisse stillt und verwirklicht,
was ihr angelegen ist.

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7. Februar 2017

Offenbarung, 9: Die fünfte und die sechste Posaune

Und der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde; und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Und es ward ihnen gesagt, daß sie nicht beschädigen das Gras auf Erden noch ein Grünes noch einen Baum, sondern allein die Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen*. Und es ward ihnen gegeben, daß sie sie nicht töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen schlägt. Und in den Tagen werden die Menschen den Tod suchen, und nicht finden; werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege bereitet sind; und auf ihrem Haupt wie Kronen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz; und hatten Haare wie Weiberhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen; und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel wie das Rasseln an den Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen; und hatten Schwänze gleich den Skorpionen, und es waren Stacheln an ihren Schwänzen; und ihre Macht war, zu beschädigen die Menschen fünf Monate lang. Und hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds, des Name heißt auf hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon. Ein Wehe ist dahin; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach dem.
Deutung. 

Die Heuschrecken.


Die Siegel.

Die Zähne eines Löwen.


Welche den Tod suchen, aber nicht finden.


* Die Vereinigten Staaten haben den Einsatz chemischer Waffen auch nie ausgeschlossen. Es handelt sich einzig um eine Frage des öffentlichen Ansehens, ob es sich um eine unbeabsichtigte Nebenwirkung oder einen gezielten Giftgaseinsatz gehandelt hat.

Und der sechste Engel posaunte: und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott, die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat. Und es wurden die vier Engel los, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, daß sie töteten den dritten Teil der Menschen. Und die Zahl des reisigen Volkes war vieltausendmal tausend; und ich hörte ihre Zahl. Und also sah ich die Rosse im Gesicht und die daraufsaßen, daß sie hatten feurige und bläuliche und schwefelige Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihrem Munde ging. Denn ihre Macht war in ihrem Munde; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden. Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können; und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Hurerei und Dieberei.
Deutung.

Die Rösser.


Die Götzen.

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Offenbarung, 10: Die siebte Posaune

Und ich sah einen andern starken Engel vom Himmel herabkommen; der war mit einer Wolke bekleidet, und ein Regenbogen auf seinem Haupt und sein Antlitz wie die Sonne und Füße wie Feuersäulen, und er hatte in seiner Hand ein Büchlein aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde; und er schrie mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und da er schrie, redeten sieben Donner ihre Stimmen. Und da die sieben Donner ihre Stimmen geredet hatten, wollte ich sie schreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel sagen zu mir: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben; schreibe es nicht! Und der Engel, den ich sah stehen auf dem Meer und der Erde, hob seine Hand gen Himmel und schwur bei dem Lebendigen von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darin ist, und das Meer und was darin ist, daß hinfort keine Zeit mehr sein soll; sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er hat verkündigt seinen Knechten, den Propheten. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel abermals mit mir reden und sagen: Gehe hin, nimm das offene Büchlein von der Hand des Engels, der auf dem Meer und der Erde steht! Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm hin und verschling es! und es wird dich im Bauch grimmen; aber in deinem Munde wird's süß sein wie Honig. Und ich nahm das Büchlein von der Hand des Engels und verschlang es, und es war süß in meinem Munde wie Honig; und da ich's gegessen hatte, grimmte mich's im Bauch. Und er sprach zu mir: Du mußt abermals weissagen von Völkern und Heiden und Sprachen und vielen Königen.
Deutung.

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Offenbarung, 19: Die Hochzeit des Lammes oder die Bereitung der Herzen

Darnach hörte ich eine Stimme großer Scharen im Himmel, die sprachen: Halleluja! Heil und Preis, Ehre und Kraft sei Gott, unserm HERRN! Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, daß er die große Hure verurteilt hat, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut seiner Knechte von ihrer Hand gefordert. Und sie sprachen zum andernmal: Halleluja! und der Rauch geht auf ewiglich. Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Tiere fielen nieder und beteten an Gott, der auf dem Stuhl saß, und sprachen: AMEN, Halleluja! Und eine Stimme ging aus von dem Stuhl: Lobt unsern Gott, alle seine Knechte und die ihn fürchten, beide, klein und groß! Und ich hörte wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! denn der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen. Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben! denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet. Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand. (Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.) Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes. Und ich fiel vor ihn zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! (Das Zeugnis aber Jesu ist der Geist der Weissagung.)

Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der daraufsaß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit. Seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt viele Kronen; und er hatte einen Namen geschrieben, den niemand wußte denn er selbst. Und war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war; und sein Name heißt "der Begriff Gottes". Und ihm folgte nach das Heer im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer und reiner Leinwand. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Heiden schlüge; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter des Weins des grimmigen Zorns Gottes, des Allmächtigen. Und er hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte also: Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren.

Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er schrie mit großer Stimme und sprach zu allen Vögeln, die unter dem Himmel fliegen: Kommt und versammelt euch zu dem Abendmahl des großen Gottes,  daß ihr esset das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die daraufsitzen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, der Kleinen und der Großen! Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Streit zu halten mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer. Und das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten; lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert des, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.
Deutung.
  1. Absatz. Die Bereitung der Herzen.
  2. Absatz. Der Gesalbte.
  3. Absatz. Die Überwindung des Tiers.
Damit der Begriff Gottes wieder in die Herzen der Menschen einziehen kann, müssen zunächst einmal die geisttötenden Heilsversprechen der Vereinten Nationen, vergleiche Nationales Vertrauen, aus dem Weg geschafft werden. Die dadurch entstehende Verunsicherung schafft erst die Möglichkeit zur Umkehr.

Und erst in diese Wiederaufnahme des Begriffs Gottes kann die Salbung eines ihm entsprechenden Bündelers aller Ansprüche fallen, eines Pantokrators.

Und aus der so entstehenden Einheit heraus wird das Tier überwunden.

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Offenbarung, 17: Das große Babylon New York

Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach zu mir: Komm, ich will dir zeigen das Urteil der großen Hure, die da an vielen Wassern sitzt; mit welcher gehurt haben die Könige auf Erden; und die da wohnen auf Erden, sind trunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.

Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier, das war voll Namen der Lästerung und hatte sieben Häupter und zehn Hörner. Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unsauberkeit ihrer Hurerei, und an ihrer Stirn geschrieben einen Namen, ein Geheimnis: Die große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. Und ich sah das Weib trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah.

Und der Engel spricht zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis von dem Weibe und von dem Tier, das sie trägt und hat sieben Häupter und zehn Hörner. Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wiederkommen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis, und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier, daß es gewesen ist und nicht ist und dasein wird. Hier ist der Sinn, der zur Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. Und das Tier, das gewesen und ist nicht, das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die Verdammnis. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie eine Zeit Macht empfangen mit dem Tier. Die haben eine Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier. Diese werden streiten mit dem Lamm, und das Lamm wird sie überwinden (denn es ist der HERR aller Herren und der König aller Könige) und mit ihm die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen. Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Stämme und Massen und Völker und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat's ihnen gegeben in ihr Herz, zu tun seine Meinung und zu tun einerlei Meinung und zu geben ihr Reich dem Tier, bis daß vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die das Reich hat über die Könige auf Erden.
Deutung.
  1. Absatz. Auszeichnung des großen Babylons.
  2. Absatz. Wesen des großen Babylons.
  3. Absatz. Schicksal des großen Babylons.
Der Ort, an welchem sich die Regierungen der Welt an vielen Wassern treffen, ist New York, und Babylon, Long Island, steht ihm auf die Stirn geschrieben.

Im Gegensatz zur Kirche, vergleiche Offenbarung, 12: Das Weib und der Drache oder die Kirche und die Welt, wird dieses Weib, diese Form des Anhängens, dieser Verein nicht vom Tier verfolgt, sondern getragen, auch wenn das Tier das Weib dafür haßt, denn dem entzweienden Geist der Welt entspringen sie beide: das Tier und die Vereinten Nationen.

Der sieben Könige einer, der ist, gewesen ist und wiederkehren wird, ist Nero Caesar. Er wird einen Bund mit 10 Vasallen schließen, welcher die Vereinten Nationen ersetzen und New York zerstören wird.

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Offenbarung, 13: Die Herrschaft des Tiers

Und ich trat an den Sand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung. Und das Tier, daß ich sah, war gleich einem Parder und seine Füße wie Bärenfüße und sein Mund wie eines Löwen Mund. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht. Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund; und seine tödliche Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kriegen?

Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. Und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte und die im Himmel wohnen. Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden. Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt. Hat jemand Ohren, der höre! So jemand in das Gefängnis führt, der wird in das Gefängnis gehen; so jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen.

Und ich sah ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tiers vor ihm; und es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war; und tut große Zeichen, daß es auch macht Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen; und verführt, die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier; und sagt denen, die auf Erden wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tiers den Geist gab, daß des Tiers Bild redete und machte, daß alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten, getötet würden. Und es macht, daß die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens.

Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.
Deutung.
  1. Absatz. Auszeichnung des Tieres.
  2. Absatz. Wesen des Tieres.
  3. Absatz. Herrschaftsweise des Tieres.
  4. Absatz. Vergleichung des Tieres.
Das Tier wird als Camouflage und Stiefel tragend (Stiefel verlängern scheinbar die Zehen, wenn man annimmt, daß die Zehen bis zu dem Punkt reichen, an welchem Stiefel abknicken), brüllend und aus Übersee kommend gekennzeichnet. Sein Sitz ist der Drache, also der nordamerikanische Kontinent, vergleiche Offenbarung, 12: Das Weib und der Drache oder die Kirche und die Welt, und seine Macht findet auch dann kein Ende, wenn es tödlich verwundet wird (Vietnam).

Das Tier ist von vulgärer Art und erlangt Hegemonie über die ganze Welt.

Und es herrscht durch das Fernsehen, welches seine Macht, seine Bombardements, vor aller Augen aufführt, und die Menschen dadurch dazu bringt, seine Währung für alle Handelsgeschäfte zu verwenden.

Es gleicht, kurz gesagt, Nero Caesar.

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6. Februar 2017

Offenbarung, 12: Das Weib und der Drache oder die Kirche und die Welt

Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf goldenen Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen; und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor das Weib, die gebären sollte, auf daß, wenn sie geboren hätte, er ihr Kind fräße.

Und sie gebar einen Sohn, ein Knäblein, der alle Heiden sollte weiden mit eisernem Stabe. Und ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Stuhl. Und das Weib entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hat, bereitet von Gott, daß sie daselbst ernährt würde tausend zweihundertundsechzig Tage. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes geworden und die Macht seines Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat.

Und da der Drache sah, daß er verworfen war auf die Erde, verfolgte er das Weib, die das Knäblein geboren hatte. Und es wurden dem Weibe zwei Flügel gegeben wie eines Adlers, daß sie in die Wüste flöge an ihren Ort, da sie ernährt würde eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit vor dem Angesicht der Schlange. Und die Schlange schoß nach dem Weibe aus ihrem Munde ein Wasser wie einen Strom, daß er sie ersäufte. Aber die Erde half dem Weibe und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Munde schoß. Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi. 
Deutung.
  1. Absatz. Vor der 1000 jährigen Herrschaft der Heiligen.
  2. Absatz. Die 1000 jährige Herrschaft der Heiligen.
  3. Absatz. Nach der 1000 jährigen Herrschaft der Heiligen.
Der Himmel, und die Sterne in ihm, stehen für Ideale. Bevor Christus in den Himmel erhoben wird, kommt es zu großen Umbrüchen der Wertvorstellungen, und was zuvor einmal inspirierte, wird nur noch aus weltlichen Interessen heraus verteidigt.

Nachdem Christus in den Himmel erhoben wurde, entspinnen sich neue Gegensätze zwischen ihm und den übrig gebliebenen angestammten Idealen, bis etliche wiederum ihre inspirierende Kraft verlieren und sich der Glaubenszykel wiederholt.

Das Weib gebiert und hat 1000 Jahre, bevor es in die Wüste fliehen muß. In diesen 1000 Jahren beherrscht die Kirche die Welt, kümmert sich um das Wohl der Armen und die 12 Stämme dienen ihr. Nach diesen 1000 Jahren muß die Kirche Welt und Arme lassen und sich darauf beschränken, den Geist zu hüten.

Der dritte Teil der Sterne entspricht dem dritten Teil des Firmaments, welche die Zeitzonen des nordamerikanischen Kontinents einnehmen (8 von 24). Daß der Drache seinen Wasserstrom, das ist den Sankt-Lorenz-Strom, nach dem Weib schießt, heißt, daß sich die Kirche zur Hütung des Geistes in die Alte Welt zurückziehen muß. Und während der Geist unter der Obhut der Kirche sicher ist, muß er in der Neuen Welt große Anfeindung ertragen.

Die Kirche durchlebt 1000 körperliche und 1000 geistliche Jahre, in welchen sie in ihrer Selbstbezogenheit Stoikern und Hindus gleicht. Und alle 2000 Jahre schüttet sie ihren Reichtum über die Welt aus, wobei die Zeitspannen selbstverständlich nur der groben Orientierung dienen.

Die Kirche ist dabei stets der Orden jener Menschen, welche sich Gott sowohl für sich als auch für ihre Nächsten verpflichten.

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Geist und Weltgeist (oder auch Atman und Brahman)

Die menschliche Überzeugung, Herr über die eigenen Entscheidungen zu sein, setzt den Menschen unter die Erzeuger der Existenz, also unter die Götter, und diese Setzung schließt die Bestimmtheit des menschlichen Geistes durch die Wechselwirkungen der erzeugten Welt aus.

Wenn auch in hohem Grade diesen Wechselwirkungen ausgeliefert, wirkt doch in ihrer Mitten etwas Unberührbares, dessen Gegeben Sein unabdingbarer Teil unseres Gegeben Seins ist.

Dieser Geist hat seine eigene Aufgabe, und die verständigeren Naturen ahnen wohl, daß sie sich auf die Erzeugung der gesamten Existenz bezieht, daß der Geist ein Verhältnis finden muß, in welchem er den ihm gemäßen Anteil an der Weltschöpfung nimmt, indem er sich in die seinem Wesen gemäße Rolle fügt.

Wie ich im vorletzten Beitrag schrieb: Die Lust sucht die Selbstdarstellung, die Achtung die Selbstautomatisierung und die Sorge die Selbstaufspannung, und in der letzteren liegt die Schnittstelle zur Schöpfung der Welt, stellen wir Ordnungsvorstellungen bereit, welche die unserem Geist innewohnende Liebe ausdrücken, und diese flechten sich in die Umbildung des Existenten, manches Mal langsam und unmerklich und manchmal abrupt.

Dabei geht es nicht darum, der Welt den eigenen Willen aufzudrücken, sondern vielmehr sind die eigenen Vorstellungen, welche wir verwirklichen, in uns angelegt, wie das Wachstum eines Baumes in seinen Zellen angelegt ist, und der entstehende Bau trägt nicht unsere Handschrift, sondern die des einen Schöpfers, des einen Geists, dem wir zustreben.

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5. Februar 2017

On James Robart's Travel Ban Ruling

The video of the hearing can be found here:

http://uscourtspd.edgesuite.net/mm/flvmedia/3697/t/p/z/tpze0f9r_z5zj8rio_h264_548K.mp4?cid=3697&aid=3279887&afid=6809999&apid=1032989&programid=4175023.

Although I'm no legal expert, I have to say that I got away with a very clear impression of the judgment at hand.

1. Standing.

James Robart's ruling makes a mockery of Standing laws, since he's setting a precedent without even trying to decide the issue at hand and instead calling the legal situation on Standing "murky".

If that is so in his opinion, how can he possibly anticipate whether the lawsuit filed by the State of Washington has a chance of success or not?

The defendant is right to point out that indirect damages cannot be accepted by the court as grounds for standing without allowing States Standing on everything.

However, in my opinion, the true point of this issue isn't even raised once in this hearing, namely that the damages to the State must be of a legally explicit nature, which for the state as proprietor, for example, would require that the State holds some rights concerning the attendance of the people blocked by the travel ban, that is allowing the state to sue or otherwise demand satisfaction from these people for not attending on a legal basis, as is the case, for example, with slaves owned by the State.

Otherwise it is these people themselves who have standing, but not the university who has invited them or is expecting their services, because it is not enough that the university expects their services, it must hold a claim to them.

Comment on the legal situation.

I personally abhor standing laws, which, by definition, have no other purpose than to allow the law not to be spoken, based on either an extrajudicial deal with the party who has suffered damages or the successful extrajudicial prevention of that party from ever being heard in court, as would be the case here and has been the case in some of the most scandalous legal decisions in U.S. history, like the evacuation of the so called Civilized Tribes.

But in a way that makes it all the clearer what the legal situation is: Since the Standing laws are evil incarnate, respecting their spirit means to grant standing only if it can't be avoided.

I don't think that there is such a thing as the right to reach an agreement outside of court, if the offence is such that the society has a justified interest in removing a person full of contempt of the law from its midst. Which is the case here, but more on that in the following.

2. The rights of non-citizens.

Since non-citizens who have the right to legally live in the United States have been granted the right to a fair trial the travel ban in the form it has been applied has violated that right and invoking national security in an obviously absurd manner, banning invited professors from holding lectures, does not suspend it.

Comment on the legal situation.

If this was any different, the United States could not possibly call themselves a nation of the Rule of Law.

3. The requirements for an injunction.

Those requirements are rather clear: irreparable damages or national interest on top of the clear merit of the case made.

This is not the case here. I already commented on the Standing. People aren't dying and as long as they aren't dead, they can demand reparations. Neither are they that seriously injured that the adequacy of any reparation would be in question. And the national interest cannot be interpreted in a way that lifts the division of power between the three branches of government. For a judge it is only proper to consider the aspects of national interest that concern the functioning of the State institutions and the travel ban, as opposed to judge James Robart's ruling, is no threat to it.

Actually, in the context of the current "fight the power" rhetoric, judge Robart's ruling borders on treason.

Comment on the legal situation.

The spirit of the high requirements for an injunction is not evilness, but cruelty - and here I am in full agreement.

There is a very good reason why a judge is supposed to be cruel, namely so that he does not become a part of the public discussion.

If the government issues orders that are outrageous, and the travel ban in the form it has been applied is outrageous, it is the responsibility of the courts to let this outrageousness bloom into full disgust, so as to offer the press the best possible arguments available to let the public reconsider its positions on which it has elected said government. The public is to be informed, not educated or enlightened or therapized.

Of course, this assumes a working press, which in the current situation is a point of contention. At least the Swiss press is doing its job, as evidenced by this article by the Neue Zürcher Zeitung:

https://www.nzz.ch/schweiz/us-dekret-gegen-muslimische-laender-trump-hindert-eth-forscherin-an-einreise-ld.143458

The lack of similar articles in the American press is a reason for systemic concern, on which a judge could build a case to act in the national interest, but he would have to do just that and judge Robart didn't. It is imperative to explain the danger and name the culprits. And if a judge feels that he would look silly doing this, he has to stay quite. The situation as it is now is worse than it was, in terms of precedent and in terms of the direction that the public discussion is taking.

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4. Februar 2017

Spontanität

Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet spontan soviel wie ungeplant, und wir können das getrost damit gleichsetzen, auf eine Lagebeurteilung zu verzichten, denn ohne eine solche kommt kein Plan aus und umgekehrt bedeutet jede Berücksichtigung der Lage im Sinne der Anpassung der eigenen Vorgehensweise an sie bereits eine Planung. Allenfalls ließe sich einwenden, daß wir auch, wenn wir ungeplant handeln, zuvor kurz überschlagen, ob wir damit durchkommen, doch eine solche Versicherung gehört ja nicht zur Spontanität selbst, weshalb wir sie, wenn wir das Wesen der Spontanität untersuchen, bedenkenlos übergehen können.

Spontanität geht mit den Gefühlen der Betroffenheit der drei Seelenteile einher, wie ich sie zusammen mit ihrem Zusammenspiel in den Beiträgen Gefühle, Zum Nebeneinander von Außer- und Innerzeitlichkeit und Die Betroffenheiten und Beurteilungen der vier Bewußtseinsbereiche entwickelt habe, in welchen sich Vorwärtsdrang und Einhalten der drei Seelenteile ausdrücken, was der Unterteilung in aktive und passive Gefühle entspricht, wobei die Gefühle der Erschöpfung mit einer Rationierung der vorhandenen Kräfte verbunden sind, das heißt zu längeren Phasen des Einhaltens führen, welche von kürzeren Ausbrüchen des Vorwärtsdranges unterbrochen werden.

Spontanität ist also das Treiben im Strom der inneren Bewegtheit, ohne steuernd einzugreifen. Freilich, meistens greifen wir steuernd ein, aber auch dann folgen wir letztlich, in einem eher mechanischen Sinne, wie wir gleich sehen werden, diesem inneren Treiben.

Denn was ist dieses innere Treiben?

Die Lust drängt dazu, der Welt ihren Stempel aufzudrücken, und hält nur inne, wenn es ihr an den Voraussetzungen dazu gebricht. Die Achtung drängt dazu, die Welt zu erproben und hält ein, wenn etwas aus der Reihe springt. Sie verfolgt die Automatisierung ihrer selbst, wie die Lust die Darstellung ihrer selbst verfolgt. Und die Sorge drängt zur Anschauung der Welt, das ist der Gewahrung der logischen Verhältnisse, in welchen sie steht, und hält inne, wenn sie diese gewahrt, womit sie die Aufspannung ihrer selbst verfolgt, daß sie sich auf alles beziehe und über allem throne.

Diesen Bestrebungen entkommen wir nie, aber sie sind von sehr allgemeiner Art, und unsere beurteilenden Gefühle vermögen unsere Motivation dem entsprechend zu verfeinern, Selbstdarstellung, -automatisierung und -aufspannung in eine bestimmte Richtung zu lenken, und offensichtlich ist das auch nötig, ja, schon bei einem Krokodil, welches Jagderfolg an einer bestimmten Stelle erwartet.

Was wollen wir also zur Spontanität sagen?

Ich denke, zweierlei. Erstens, daß wir darunter oftmals Handlungen verstehen, welche sehr wohl Lagebeurteilungen entspringen, nur halt an Ort und Stelle erstellten, und zweitens, daß es aber andererseits auch möglich ist, daß eine spontane Handlung einer Unterversorgung mit geeigneten Gegenständen, um das Streben eines Seelenteils zu erfüllen, entspringt, was bei der Sorge mehr und bei der Lust weniger der Fall ist (als bei der Achtung): Etwas, unsere Dominanz zu beweisen, finden wir immer, bei der Suche nach geeigneten Experimenten, um unsere Weltkenntnis zu erweitern, sieht es schon anders aus und bei der Suche nach Einsichten erst recht, verliert eine einmal recht verstandene Einsicht doch schnell ihren Reiz.

Deshalb ist es auch so, daß Menschen, welche von der Lust bestimmt werden, also Erregte, selten etwas Unerwartetes tun, und Menschen, welche von der Sorge bestimmt werden, also Gestimmte, oftmals, jeweils aus Sicht der von der Achtung Bestimmten, also der Fordernden (der vormals Erwartenden).

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