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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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19. Mai 2019

Simulierte Wesentlichkeit am Ende des Zeitalters der Werke

Den Exzessen der Unvernunft entgegen steht das moderne Problembewußtsein.

Das moderne Problembewußtsein ist ein listenförmiges, und die Punkte der Liste bilden die Grundlage der Partei der wachen Bürger.

Der zivilreligiöse Überbau der Menschenrechte stellt sich, daß die Partei der wachen Bürger den Ansprüchen der Sorge gegenüber verhärtet ist und sie als übergriffig abtut, und damit zugleich, daß die Partei der Faktizität der Macht nachgibt.

Die wachen Bürger laden sich die Sorgen der ganzen Welt auf die eigenen Schultern, nur Sorge empfinden sie dabei nicht. Und wer Sorge empfindet, wird ausgeschlossen. Die Willkür der Macht wird fortwährend gegeißelt, und jede auf Macht basierende Entscheidung hingenommen. Die wachen Bürger sind wie ein Igel, welcher nach oben hin verschlossen und nach unten hin offen ist, und als solcher wären sie eine schreckliche Waffe in der Hand der Unvernunft, wenn sie denn durch die sie bestimmende Problemliste die Laster der Unvernunft als Tugenden allgemein einforderten, aber das tun sie nicht.

Wie gesagt, sie stehen den Exzessen der Unvernunft entgegen. Keine Partei ist verkehrter als eine igelförmige, keine Partei schädlicher dem Geleit der Sorge, keine Partei feiger vor den Launen der Lust, aber der Partei der wachen Bürger kommt nicht die Rolle des Opportunismusforderers zu, sondern die des cholerischen, aber zahnlosen Vernunfteinforderers.

Diese Partei bellt und gibt vor, die Kehle der Unvernunft anzuspringen, und in diesen Vorhaben müssen die Menschen zunehmend das Wesentliche erblicken, da die Hoffnung auf die Verwandlung der Welt zu größerer Muße und Selbstbestimmtheit durch technologischen Fortschritt erlahmt.

Aber die Vorhaben dieser Partei sind nicht wesentlich. Ein nach unten gebogenes Rohr lenkt alles nach oben gerichtete ab: Niemand ist in ihm frei. Es erlaubt Kurskorrekturen, aber keine Kursänderungen. Es ist letztlich nur eine Spielwiese, auf welcher sich die Achtung austoben kann, ohne der Lust in die Quere zu kommen, ein Feld, auf welchem sie sich das Selbstverständliche als Siege an die Brust heften kann, doch zunehmend vermischt mit dem Unerhörten.

Und letzteres kündigt das Ende dieser Wesentlichkeitssimulation an: Während die Partei der wachen Bürger immer breitere Unterstützung findet, verliert sich ihr Problembewußtsein in Forderungen eines fundamentlosen Weltbürgertums, und die verbliebene Wesentlichkeit, was es noch immer an freiwilliger Verantwortung auf Erden gibt, wird sich den Spuk zuletzt vom Hals schaffen müssen, und dann endet die Herrschaft der Unvernunft, da sie ihren Vernunftskasper nicht mehr hat.

Es gibt einen Ort, welchen ich bald täglich besuche, welcher mir gesegnet erscheint. Etwas spricht von einer Hoffnung zu mir, einem Platz für mich. Nicht der Ort selbst, es ist nur ein Wegstück, aber indem ich es zurücklege, meine ich dem Platz näher zu kommen. Gestern nun brachte ich den Eindruck zu einer Vision, nur eine Gruppe Menschen, aber sie waren nicht, wie sie die Welt wollte, sondern die Welt, wie sie sie wollten, und diese beiden Kreise überschnitten sich nicht: Sie standen unter einem Heilsbegriff und achteten den Frieden der anderen in ihrer Gruppe. Sie behandelten einander wie Menschen, weil sie alle wesentlich waren, alle freiwillig ihren Bereich verantworteten.

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17. Mai 2019

Verkörperter Friede

Ich sprach in den letzten Beiträgen mehrmals vom von einer Person verkörperten Frieden und bin dadurch halb tastend auf den Leitgedanken des Zeitalters der Wunder gestoßen.

Das Zeitalter der Wunder besteht in der Erforschung der Transzendenz, nur wie soll sich dieselbe vollziehen? Daß sich die Transzendenz im allgemeinen Interesse nur den Rücksichtsvollen öffnen sollte, ist das Eine, nur ist damit noch nicht geklärt, um was die Rücksichtsvollen beten sollten.

Alles, was ich bisher dazu gesagt habe ist, daß das Gebet sie aus ohnmächtiger Not erretten wird, indem sie sich demjenigen, welcher sie besitzt, ausliefern.

Aber so kann ein Mensch nicht leben, von einer Bedrängnis zur nächsten. Er braucht einen Leitgedanken, welchem er folgt. Und dieser Leitgedanken ist der einem entsprechende Friede, mit anderen Worten die von einem ausgehende ideelle Transzendenz (hier bereits als im nächsten Glaubenszykel voranschreitend gedacht).

Ich sprach auch schon vorher davon, daß transzendente Akte auf niedrigeren Stufen ideellen transzendenten Akten diesen folgend dienen können, so daß wir gar keine Anstrengung darauf verwenden müssen zu bestimmen, wann ein niedrigerer Akt zu unternehmen sei, sondern daß diese sich vielmehr von ganz alleine und ohne Mühe einstellen, sofern wir an dem ideellen Akt, aus welchem sie sich ergeben, festhalten.

Und genau diesen Mechanismus müssen wir im Zeitalter der Wunder ergreifen, um uns die Ruhe der Vernunft zu bewahren.

Es ist traurig, daß ich nicht schon im Zeitalter der Wunder lebe und meinen Frieden in gesellschaftlicher Akzeptanz verkörpern kann, aber es ist gleichzeitig sehr glücklich, daß ich meinen Frieden bereits jetzt verkörpern kann, denn dadurch bricht das Zeitalter der Wunder an.

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16. Mai 2019

Schicksal, Koexistenzdruck und Entschickung

Am Ende eines Glaubenszykels kommt es natürlicherweise zu ideologischer Beklommenheit, also der Unmöglichkeit, der Gläubigkeit seiner Mitmenschen zu vertrauen. Mit anderen Worten fühlt sich der Gläubige sozial isoliert und wird versuchen, das Fundament einer neuen Gläubigkeit zu legen, womit für ihn die Hexagramme Brand und Erdbeben des I Chings gelten.

Die Stufen des Brandes
  1. Umhören
  2. Familiäre Zurechtweisung
  3. Wappnung
  4. Erkenntnis der Vormacht
  5. Treffen der Exilanten
  6. Neuanfang
Die Stufen des Erdbebens
  1. Planung
  2. Hilfeleistung
  3. Erhebung
  4. Offenlegung
  5. Verstellung
  6. Überhebung
Wie man sieht, besteht hier eine bittere Ironie zwischen den letzten Stufen des Leitgedankens (Dharma) und des Schicksals (Karma). Diese hat ihren Ursprung darin, daß man die Zurücksetzung des Glaubenszykels in der Welt sucht, wohingegen die Erlösung vom Schicksal in der Rückkehr zu dem Licht liegt, aus welchem es entspringt, der von mir hiermit so benannten Entschickung.

Das untere Trigramm in Brand und Erdbeben ist Feuer, und das paßt hier genau. Die Erkenntnis des Heiligen erschafft die Welt, aber dabei entsteht ein Koexistenzdruck der verschiedenen Ideale, welcher im zweiten Abschnitt des 12. Kapitels der Offenbarung beschrieben wird (die 1000 jährige Herrschaft der Heiligen ist zyklisch, die dortige entspricht derjenigen der katholischen Kirche von 500 bis 1500 A.D. und nicht derjenigen des 20. Kapitels der Offenbarung): Immer wieder wird Michael den Teufel aus dem Himmel auf die Erde werfen müssen; oder anders ausgedrückt: Stets sind wir selbst als Betende davon bedroht, verworfen zu werden, weil es unserem Gebet an Heiligkeit mangelt.

Wir sind uns dieser Bedrohung als Feuer bewußt, als spirituelles Böses. Dies ist die Hölle, welche die Seelen der Gläubigen zu zerstören vermag. Und um ihr zu entkommen, nehmen wir zum Licht Zuflucht.

Der Name Entschickung für diesen Prozeß rührt daher, daß wir, wenn uns das Dharma bis zur 4. Stufe des Karmas geführt hat, die Erkenntnis der Vormacht zur Offenlegung der Unverbesserlichkeit, umkehren. Wir spüren die Nähe des Feuers, wir beginnen zu verstehen, daß der Sog des Schicksals des alt gewordenen Glaubenszykels fatal ist, und daß wir uns zu seiner Zurücksetzung aus ihm lösen müssen.

Dazu dringen wir nun nicht weiter in die bestehenden Strukturen der Macht ein, sondern suchen an die erahnten geschichtlichen Heilsstrukturen anzuknüpfen, wobei wir über Erhebung und Hilfeleistung zur Planung des neuen Zeitalters zurückkehren, während der Leitgedanke über das Treffen der Exilanten zum Neuanfang fortschreitet.

Zur Überhebung heißt es im I Ching:
Nicht Licht, sondern Dunkelheit. Erst erklamm er den Himmel, dann stürzte er in die Tiefen der Erde.
Der Fortschritt führt in den Abgrund. Die Lösung aus dem Schicksal errettet. Die Finsternis hat das Licht nicht an sich genommen.

Wie ich im vorigen Beitrag schrieb, hängt die Zuflucht zum Heiligen vom Glaubensübergang ab. Als Jesus von Nazareth gekreuzigt wurde, nahm Er zur Verläßlichkeit Zuflucht, daß Er nicht von der Seite der Seinen flöhe. Heute gilt es zur Rücksicht (engl. considerateness) Zuflucht zu nehmen und das nächste Mal zu dem Frieden, welcher von einem ausgeht.

Rücksicht, freilich, bedeutet nicht blinde Milde, sondern darauf bedacht zu sein, was man bewirkt.

Die von Philip Kindred Dick verabscheute Attack Therapy, welche auch heute noch unter Linken zum Einsatz kommt, läuft darauf hinaus, einen Menschen in das Feuer seines ideologischen Untergangs zu werfen, um ihn anschließend physisch aufzufangen. Die Gruppe wird auf ihn gehetzt, das Opfer spürt seinen Glauben sich dem Haß zuneigen und sich durch das Feuer des Bösen bedroht, bis es entweder die angedrohte Sanktion für das Verlassen der Gruppe auf sich nimmt oder seinem Glauben abschwört oder sich gar vergißt und sich dem Teufel preisgibt.

Der Sinn der Angelegenheit ist selbstverständlich, den Koexistenzdruck von der Partei zu nehmen, damit sie nicht unter den Flüchen all jener, an welchen sie sich vergangen hat, erstickt. Diese Art Bevormundung kann nur unter Ungläubigen existieren, da Gläubige sie zum Teufel wünschen. Nur daß der tödliche Fluch stets ein gemäßigter und geduldiger ist. Mit anderen Worten ist die Attack Therapy die unverhohlenste und dreisteste Provokation, welche man sich vorstellen kann, und obendrein jene mit dem primitivsten Ziel, nämlich alle zu beschmutzen, welche nicht dem spirituellen Kern der Partei gemäß glauben. Ich sah auch schon solche, welche sich Juden nannten, ähnliches tun.

Die Ungläubigen freilich, und wie ich schon sagte, brauchen keine Hölle, um ihre Seele zu verlieren. Ihnen genügt bereits die Erde ganz unabhängig von jedwedem Glaubenszykel.

Die Gläubigen aber spüren das Feuer am Ende des Zykels und müssen zum Heil fliehen, und es genügt nicht, nur eine Strecke zu fliehen und dann einzuhalten, denn im jeweils relevanten Heil liegt der Grund des Neuanfangs.

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15. Mai 2019

Christus während der Zurücksetzung und des Fortschritts des Glaubenszykels

Der gestrige Beitrag hat mich zu einer großen und damit auch gefährlichen Einsicht geführt, nämlich daß das Neue Testament die drei Bilder Christi als Friedefürst, Hirte (Aufrichter) und Heil'ger Rat sämtlich enthält, nur nicht als himmlische Begleiter, welche den Zeitaltern der Werke, Wunder und Wacht das gewähren, woran es ihnen gebricht, nämlich bedeutsame Einfügung, bleibendes Bestehen und fortschreitendes Geschick, siehe auch Die heilige Hoffnung: Das Licht zwischen den Glauben und Die Grundzüge der Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht, sondern als irdische Bringer des Neuen.

Am Ende des Zeitalters der Wacht sehnen sich die Menschen nach Schönheit, am Ende des Zeitalters der Werke nach Wesentlichkeit und am Ende des Zeitalters der Wunder nach Macht. Die himmlische Gewährung ist an ihre Grenzen gestoßen und die irdische Herrschaft notwendig geworden. Und also muß auch der Bringer des Neuen, wenn er Gottes Willen folgt, dies beherzigen.
  • Der Friedefürst bringt die Schönheit, indem er die Menschen sich frei entfalten läßt,
  • der Hirte bringt die Wesentlichkeit, indem er die Menschen prüft, und
  • der Heil'ge Rat bringt die Macht*, indem er die Menschen richtet.
Dies habe ich auch schon zuvor ausgedrückt, daß das Zeitalter der Werke eine Zeit der Befreiung auf der Grundlage der Verläßlichkeit ist, das Zeitalter der Wunder eine Zeit der Ermächtigung auf der Grundlage der Rücksicht und das Zeitalter der Wacht eine Zeit der Stabilisierung auf der Grundlage des Friedens, welchen ein Mensch verkörpert.

All dies nun drückt das Neue Testament an verschiedenen Stellen aus.
  1. Friedefürst
    Der HERR hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße.
  2. Hirte
    Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war eines Menschen Sohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein anderer Engel ging aus dem Tempel und schrie mit großer Stimme zu dem, der auf der Wolke saß: Schlag an mit deiner Sichel und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist dürr geworden! Und der auf der Wolke saß, schlug mit seiner Sichel an die Erde, und die Erde ward geerntet.
  3. Heil'ger Rat
    Und ich sah einen großen, weißen Stuhl und den, der daraufsaß; vor des Angesicht floh die Erde und der Himmel und ihnen ward keine Stätte gefunden. Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die darin waren, und der Tod und die Hölle gaben die Toten, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken. Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. das ist der andere Tod. Und so jemand nicht ward gefunden geschrieben in dem Buch des Lebens, der ward geworfen in den feurigen Pfuhl.
Der Zykel der Zeitalter ist eine psychologische Notwendigkeit. In jedem Zeitalter vollzieht sich der Glaubenszykel von neuem und im selben der Organisationszykel und im selben der Potenzzykel. Ich habe mir immer vorgestellt, daß sie sich alle in der uns bekannten Realität vollziehen, wenngleich dieselbe sich dabei nach wechselnden Gesetzen umgestalten mag. Diese Vorstellung ist nur mein intellektueller Behuf, kein Dogma. Wie sich das Jüngste Gericht vollzieht, und was sich dann anschließt, Das neue Jerusalem, kann ich aus trivialen Gründen aus meiner zeitlichen Lage heraus nicht erkennen, aber wahrhaftig daß die Bibel konsistent mit dem von mir gefundenen Zykel der Zeitalter ist. Was, wie ich weiß, eine hohe und schmale Brücke zu überschreiten ist, und der Herr versiegele die Quelle der sie begleitenden phantastischen Einfälle. Je höher die Wahrheit, desto demütiger sei der sie erschauende Geist.

* im Sinne einer klaren Verantwortungszuweisung.

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14. Mai 2019

Qui tollis peccata mundi

I'm listening to Beethoven's Gloria and my thoughts go back to a line that Sam Storms wrote:
Don’t be misled by their declaration that they admire Jesus, that he is a wonderful, wise teacher and philosopher or moral guide. When the truth of who Jesus is finally dawns on them, that apart from their trusting in him for forgiveness of sins they will suffer eternal separation, their hatred will come to the surface.
But is this not comical? Philosophy is ethics, logic and physics, and Jesus taught all of that, although some may prefer metaphysics to physics in describing it, yet, it is understood that we're talking about Him as a moral philosopher, an expert on ethics. But then, what would you look for in a wonderful, wise teacher of ethics but a way that would allow you to escape man's sins? To look for anything else in any teacher of ethics is sheer insanity. So what are those people finding out? That there are people who have an interest in overcoming sin? People, who are actually interested in what a moral philosopher has to say as a means to help them in their plight? Is it not comical? It finally dawns on them that not everybody is a hypocrite.

When man will see his sin, he will suddenly understand that ethics isn't meant for advertising. It is the blindness of the many to a truth as simple and foundational as this that makes exclusion a deep and wide and joyous experience.
And fear not them which kill the body, but are not able to kill the soul: but rather fear Him which is able to destroy both soul and body in hell.
The soul of the believer, if destroyed, is destroyed in hell, the soul of the unbeliever, if unchanged, is destroyed on earth.

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12. Mai 2019

Natürliche Heilsmetaphern

Im Gemeindelied heute war von der Nachtigall die Rede. Der Text stammte aus dem 16. Jahrhundert. Und ich muß wohl auch aus dem 16. Jahrhundert stammen, denn mich rührt die Nachtigall auf die gleiche Weise:
daß das Weiche reich ist.
Der Pastor verglich seine Chorleiterin mit ihr. Aber der Chor war sehr straff und diszipliniert.

Wie traurig wäre unser Leben, wenn uns die Natur nicht bisweilen dazu einlüde, das Heilige um uns manifestiert zu wähnen, weil sie's im Gleichnis evoziert. Wollte ich ohne diese Gewähr leben?

Ich wollte es nicht. Jedenfalls zur Zeit nicht. Das 21. Kapitel der Offenbarung scheint einen Flug mit einem Raumschiff zu einem anderen Planeten zu verheißen, auf welchem es keine Meere gibt, und wohl auch keine Nachtigallen. Lieber tot als in solcher Hölle... Es ist nur zu leicht sich auszumalen, was für eine Hölle es sein könnte. Und Gene Roddenberry hat es in Form der Borgschiffe ja auch schon getan.

Aber das Ende liest sich versöhnlich.
Und die Völker, die da selig werden, wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Und ihre Tore werden nicht verschlossen des Tages; denn da wird keine Nacht sein. Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker in sie bringen. Und es wird nicht hineingehen irgend ein Gemeines und das da Greuel tut und Lüge, sondern die geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes.
Die Herrlichkeit und die Ehre der Völker. Ja, es sollte so sein, daß es die Völker mit den Nachtigallen aufnehmen können sollten. Und die Zeit ist fern. Die heutigen Völker erfüllen ihre Zeit, aber es wird wieder Völker geben, herrlich und edel. Und die Nachtigall wird kein Anker des Trostes mehr sein müssen.

Doch eine ziemliche Herausforderung. Zuvor muß die Natur uns vorantragen.

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9. Mai 2019

The Christian Teaching

In the previous post I developed the three possible areas that any teaching can have. In this post, I'll have to translate the notions in question into English, which I shall only do with some loss of elegance. And for that reason I wrote two posts: that I shall have beauty in the first and accessibility in the second.

Every teaching can only consist of
  1. a notion of the holy,
  2. an exusiastical analysis (or conclusion from the condition),
  3. a role of the world,
the veracity of which I have proven in the previous post, though only in the sense that a man who has studied these things for twenty years will find it to be true.

Not really wanting to leave it at that, I'll repeat here that the notion of the holy is the product of mood (not to be confused with temper), the exusiastical analysis the product of insight and the role of the world the product of expectation (or belief, which is the same thing).

Having that it is easy to proceed to the question what the Christian notion of the holy, the Christian exusiastical analysis and the Christian role of the world are, and it so happens that the answer to that is surprisingly easy to give, at least if we don't start splitting hairs.

1. The Christian Notion of the Holy

The life of Jesus of Nazareth exemplifies the Christian notion of the holy.

2. The Christian Exusiastical Analysis of Christianity (The Christian Conclusion from the Condition of Being Christian)

The conditions for the second coming of Christ contain most of the Christian exusiastical analysis of Christianity, and in particular the Book of Revelation.

The latter is not only the fruit of logical consideration, it is furthermore a blessing and a curse that conduct the affairs of those who do and do not believe in Christ, and reveal their concrete implications to them, which, of course, is both remarkable and on the edge of what one can wrap one's head around.

3. The Christian Role of the World

John 1:1-18 contains the Christian role of the world, but it does so in a language that few people have understood and consequentially few people have correctly translated. Not wanting to appear preposterous, I shall quote the relevant verses in the original Greek.
Ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ λόγος, καὶ ὁ λόγος ἦν πρὸς τὸν θεόν, καὶ θεὸς ἦν ὁ λόγος.

πάντα δι' αὐτοῦ ἐγένετο, καὶ χωρὶς αὐτοῦ ἐγένετο οὐδὲ ἕν. ὃ γέγονεν

Καὶ ὁ λόγος σὰρξ ἐγένετο καὶ ἐσκήνωσεν ἐν ἡμῖν, καὶ ἐθεασάμεθα τὴν δόξαν αὐτοῦ, δόξαν ὡς μονογενοῦς παρὰ πατρός, πλήρης χάριτος καὶ ἀληθείας.
Everything came into being through the notion regarding God that was embodied by Jesus of Nazareth, and in this sense God was that notion. In other words: What has been recognised as holy, holy like Jesus of Nazareth was, will come into being. That is the nature of God: He is the one who gives existence to the holy. First is the understanding of what is holy, then God manifests it as the world.

So in contrast to contemporary thinking, the world didn't come into being through a big bang, but as God's answer to what was recognised as holy.
ἐν αὐτῷ ζωὴ ἦν, καὶ ἡ ζωὴ ἦν τὸ φῶς τῶν ἀνθρώπων: καὶ τὸ φῶς ἐν τῇ σκοτίᾳ φαίνει, καὶ ἡ σκοτία αὐτὸ οὐ κατέλαβεν.

ην τὸ φῶς τὸ ἀληθινόν, ὃ φωτίζει πάντα ἄνθρωπον, ἐρχόμενον εἰς τὸν κόσμον.
Life flows from the holy, and life is the awareness of man, his true light, and the unaware, matter, has not seized awareness.
ἐν τῷ κόσμῳ ἦν, καὶ ὁ κόσμος δι' αὐτοῦ ἐγένετο, καὶ ὁ κόσμος αὐτὸν οὐκ ἔγνω. εἰς τὰ ἴδια ἦλθεν, καὶ οἱ ἴδιοι αὐτὸν οὐ παρέλαβον. ὅσοι δὲ ἔλαβον αὐτόν, ἔδωκεν αὐτοῖς ἐξουσίαν τέκνα θεοῦ γενέσθαι, τοῖς πιστεύουσιν εἰς τὸ ὄνομα αὐτοῦ,
Awareness was in the world, and the world came into being through awareness, but the world didn't come to know awareness. Awareness came into its own, but it was not received. But who did receive awareness were in the condition to become children of God, who believed in God.

The notion of the holy has manifested beings who are aware and can thus also be aware of the holy and through its recognition become God's children, who partake in the manifestation of the holy by its recognition.

It is important to understand that recognition is already enough: What has been recognised as holy will be.

And when you expect that, and no sooner, you believe in God, for that is God, that He will manifest the holy.

John really didn't write in riddles, it's the tradition that uses dressed up ghosts, where John was literal and direct: God gave people awareness of the holy and what has become aware through the awareness of the holy didn't understand the grace that it was given.

So, taking all this together, the role of the world in Christianity is to capture holiness,
  1. as a starting point to recognise further holiness,
  2. as an end point to inherit recognised holiness.
In particular Christ must return, when His return has been recognised as holy, and it is for this that we all know who Christ is, so that we may recognise that, and it is also for this that we sense that eventually He will return. The Christian exusiastical analysis, of course, deduces that a number of things must happen first and then other things must accompany it.

That is the Christian teaching. In contemporary eyes insane. And since nobody wants to be insane, nobody believes.

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Die drei Quellen aller Aussagen

1. Stimmung

Ob wir eine Haltung annehmen mögen oder nicht, hängt davon ab, ob wir in unserer Stimmung unseren Frieden mit ihr haben oder nicht. Dies ist die Quelle der Ethik. Jede Ethik ist Heils- oder Friedensbegriff.

2. Einsicht

Ob sich etwas Verfaßtes auf eine bestimmte Weise verhält, sagt uns die Einsicht. Dies ist die Quelle der Logik. Jede Logik ist Verfassungsfolgerung.

3. Erwartung

Welche Bewandtnis es mit etwas hat, sagt uns die Erwartung. Dies ist die Quelle der Physik. Jede Physik ist Weltbewandtnis.

Ich muß allerdings zugeben, daß die klassische Dreiteilung der Philosophie in Ethik, Logik und Physik nicht unbedingt so gefaßt ist, aber möchte doch behaupten, daß sie sich auch so fassen läßt, wobei im Falle der Physik allerdings eine gewisse Differenz zu Tage tritt, denn die Weltbewandtnis der modernen Physik ist ja nur, daß sich die Welt zeigt und daß sich die Welt manipulieren läßt.

Und auch was die Logik angeht, mag der hiesige Begriff etwas weiter sein als für gewöhnlich. Jedenfalls betrifft er nicht nur Schlußweisen, sondern sämtliche logischen Gesetzmäßigkeiten von etwas Verfaßtem, also auf eine bestimmte Weise Definiertem.

Und die Ethik ist nicht nur soziale Ethik, sondern auch persönliche Friedenssuche.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Die hiesige Dreifaltigkeit ist der des Ichs geschuldet:
  • Wahrnehmung: Verfassungsfolgerung,
  • Wille: Heilsbegriff,
  • Tat: Weltbewandtnis.

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6. Mai 2019

Wirtschaftliche Kriegsführung

Eine Weise, Krieg zu definieren, besteht darin, ihn als Verschwendung der Güter des Feindes zu erklären.

Der vorgestrige Beitrag erlaubt somit, wirtschaftlichen Krieg zu definieren, als die Herbeiführung der
  • Hortung,
  • Verlassung und
  • Verschmähung
der Güter des Feindes, wobei Verlassung und Verschmähung stets zusammengehen werden.

1. Herbeiführung der Hortung

Um einen Feind dazu zu bringen, seine Güter zu horten, kann man seine Produktion überfallartig aufkaufen, um auf diese Weise Engpässe und Preissteigerungen herbeizuführen, welche der Feind fernerhin nur vermeiden kann, wenn er seine Güter hortet.

2. Herbeiführung der Verlassung und Verschmähung

Um einen Feind dazu zu bringen, seine Güter zu verlassen oder zu verschmähen, kann man gleichartige Güter zu niedrigeren Preisen in Umlauf bringen.

Stellten wir uns einen Mann vor, welcher eine Maschine wie die Maschine aus der Captain Future Episode Die Quelle der Materie besitzt, welcher also beliebige Gegenstände in beliebiger Quantität kostenfrei produzieren könnte, so stellten wir uns alsbald wohl auch vor, daß er mit dem Rest der Menschheit ein Katz- und Mausspiel begänne, in welchem er erst einen hohen Preis verlangt, und sobald er Konkurrenz hat, einen niedrigen, bis er keine Konkurrenz mehr hat. Freilich muß er dabei aufpassen, daß er als Spieler nicht offen in Erscheinung tritt, sonst würde er bald ignoriert werden, aber die Kontrolle über die Herstellung von Gütern läßt sich ja verschleiern.

Fazit. Wirtschaftliche Kriegsführung besteht in der Schürung von Versorgungsunsicherheit bei an sich sicheren Gütern und dem Anbieten von Lockangeboten zur Aufgabe an sich rentabler Investitionen.

Bemerkung. Ein vertraglich nicht durch ein Freihandelsabkommen gebundener Staat besitzt Mittel, sich gegen geschürte Versorgungsunsicherheit und Lockangebote zu verteidigen, ein durch sie gebundener hingegen nicht: er mag Klauseln kennen, welche direkte Subventionen verbieten, aber indirekte lassen sich schwer fassen. Freilich müssen die kriegsführenden Parteien gar nicht staatlich sein, und je verwickelter die Weltwirtschaft ist, desto größere nichtstaatliche Parteien bilden sich. An der behemothischen Macht des Staates, diese Prozesse einzugrenzen, ändert das aber nichts.

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4. Mai 2019

Die vier Grade der Verschwendung

  1. Hortung: freiwillige gegenwärtige Nutzlosigkeit
  2. Verlassung: freiwillige zukünftige Nutzlosigkeit
  3. Verschmähung: freiwillige gegenwärtige und zukünftige Nutzlosigkeit
  4. Zerstörung: zwangsweise herbeigeführte Nutzlosigkeit
Freilich garantieren die allgemeine Verfügbarkeit von Kredit und die fortgesetzte Effizienzsteigerung einen ständig steigenden Lebensstandard, vorausgesetzt, daß es ohne lebensstandardmindernde Maßnahmen zu keiner ständig steigenden Verschwendung kommt.

Verwegenheit schert sich per Definition nicht um die fernere Zukunft und ist gleichfalls wählerisch und rabiat. Verwegenheit ohne Verlassung, Verschmähung und Zerstörung ist mithin kaum denkbar. Und deshalb ist der zentralbanklich garantierte Niedrigzins eine solche Geißel der Menschheit: Er stützt, was von alleine fiele. Und wenn darüberhinaus auch noch Mißwirtschaft gedeckt wird, dann züchtet er das Übel gar.

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3. Mai 2019

Verhältnisse zwischen parallelen einander nahen Herrschaftsformen

Der vorige Beitrag hat mich auf geradezu hypnotische Weise zu zwei wesentlichen Einsichten geführt.

1. Die Fortgeschrittenheit Amerikas im Vergleich zu Europa bewirkt in Europa ein Festhalten an der seelischen Verfassung: Frommheit überwiegt Verwegenheit, Ehrfurcht überwiegt Rücksichtslosigkeit und Hingabe überwiegt Aufmerksamkeit. Wer sich nicht selbst regiert, hat keine Veranlassung den einen oder den anderen Seelenteil zu vernachlässigen. Er läßt sich leiten, aber er bewahrt sich dabei. Er wartet darauf auszubrechen und zu zeigen, daß er noch nicht am Ende ist.

Das war die Situation Griechenlands im Römischen Reich.

2. Die Tatsacbe, daß Amerika als nächstes in einen Zustand gehen wird, in welchem Rußland vor seinem gegenwärtigen war, bedeutet für alle Russen, welche unter Rußlands gegenwärtigem Zustand leiden, daß ihr Leiden durch die Aneignung des Fundaments für ihre gegenwärtige Herrschaftsform, welches Amerika im kommenden Zustand legen wird, beendet werden könnte.

Dies war die Situation der Juden und insbesondere Jesu Christi im Römischen Reich.

Mit anderen Worten besteht die Rolle der Herrschaft der Rücksichtslosigkeit, welche noch immer weite Teile Osteuropas in ihrem Griff hält, darin, ein Reservoir an Interessierten am weiteren Fortschritt Amerikas zu bilden, wohingegen Westeuropa antiquarische Aufgaben zufallen.

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Die gesellschaftlichen Ideale der Herrschaftsformen des I Chings

Der vorige Beitrag hat mich darüber nachsinnen lassen, was es ist, das die Menschen am höchsten halten, und ich bin alsbald darauf gekommen, daß es von den Trigrammen des I Chings abhängt, welchem man sich verschreibt, beziehungsweise wessen Fundament man legt, und gleichbedeutend damit, welcher Herrschaft man wesensmäßig entspricht.

Ich habe mir erlaubt, den so aufgefundenen gesellschaftlichen Idealen Tiere zuzuordnen.

1. Herrschaft der Sorge

Frommheit

2. Herrschaft der Achtung

Ehrfurcht

3. Herrschaft der Lust

Hingabe

4. Herrschaft der Unvernunft (Opportunität)

Verwegenheit

5. Herrschaft der Rücksichtslosigkeit

Durchsetzungsfähigkeit

6. Herrschaft der Abgemessenheit (Pharisäertum)

Aufmerksamkeit

Wie im verlinkten Beitrag dazu ausgeführt, durchlaufen unterschiedliche Hochkulturen unterschiedliche Herrschaftsformenzyklen, und zwar
  • die indogermanischen: Sorge, Rücksichtslosigkeit, Achtung, Unvernunft,
  • die semitischen: Sorge, Abgemessenheit, Lust, Unvernunft,
  • die tibeto-japanischen: Achtung, Abgemessenheit, Lust, Rücksichtslosigkeit,
und also sollte man den Zustand einer jeden solchen Kultur durch die obigen Wappentiere ausdrücken können, wobei ich Übergänge von einer Form zur nächsten erlauben möchte, sofern sie vereinbar sind, also die erstere nicht das Gegenteil der auf sie folgenden ist.

Ich meine, die folgenden Gesellschaften gut genug zu kennen, um sie dem vorangegangenen gemäß einordnen zu können:

Iran
Vatikan
Saudi Arabien
Rußland
Japan
England (die Ähnlichkeit mit dem königlichen Wappen ist nicht zufällig, vielmehr hat mich dasselbe zu dieser Darstellung inspiriert)
Israel
Thailand
Vereinigte Staaten von Amerika








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29. April 2019

Conducting curses

For I testify unto every man that heareth the words of the prophecy of this book, If any man shall add unto these things, God shall add unto him the plagues that are written in this book: And if any man shall take away from the words of the book of this prophecy, God shall take away his part out of the book of life, and out of the holy city, and from the things which are written in this book.
There is no objective reason to believe that this curse is not about adding or subtracting words (or even notions, but that possibly only through translation) from the Book of Revelation, but about adding or subtracting chapters from the book that John was shown, which is our history, but subjectively I recognise the curse.

Read those words quoted above and tell me that this is not a man saying:
If you claim my name and betray what I've shown you as holy by foregoing it in pursuit of emptied contrivances I shall damn you through the evils that you try to escape and if you mean to do without me, the emptiness of the world shall be revealed unto you.
It is every man's right to curse like that and I have done it sufficiently long ago to have gathered sufficient evidence as to its effectiveness. And the Revelation is, among other things, the same.

It is a curse of parting. A curse of reaching out in love towards those, who are likely to be smothered by the vanity of their elders. A curse full of sadness over those, who could not be reached.

However, apart from that the Revelation reveals and is thus, as a curse, of an uncommonly concretely menacing nature. Surely we cannot be meant to consider something damnable simply because it was ruled out by a history book of our time? The joke though is that it is, on its own merits, whenever we care to take a look.

Still, it is only the project that is cursed and its pursuers, not the ones who got caught up in the crosshairs. If it was all less concrete, it could simply be called the test of time. Like it is it's a call to collect ourselves every time we took a fall. We're not supposed to understand in advance, at least not for the most part, though we should be watchful near the harvest. And we cannot infer that the concrete form of the slow process of sorting things out that controls history was wished into existence by the curse in question.

The revelation of that form is a guiding glimpse of the battle awaiting the saved and the damned on the basis of Christ's teaching. The outer shape of the inner seed. A product of the rearrangement of heaven and earth.

And lest I forget, the understanding of the seals as catastrophes and the trumpets as transgressions and the vials as punishments is still orthodox and the conducting curse of Christianity respects those natures, neither seeing innocence nor responsibility themselves as evils, nor ignoring the limitations imposed on our choices, but only addressing the concrete desires and failings of men.

Sometimes it's just as well to talk about one's most private thoughts to the most general audience. But that should not damage my thinking, so I have to translate conducting curse into German: Geleitfluch.

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ἐνουσία und ἐξουσία

ουσία ist das Sein, ἐνουσία ist das Insein und ἐξουσία das Aussein, doch was ist damit gemeint?

ἐνθουσια ist das Ingottsein. ἐνουσία muß also einen geistigen Zustand beschreiben, welcher sich durch Erfülltheit und Unreflektiertheit auszeichnet. Am neutralsten drückt dies im Deutschen Befaßtheit aus, im Englischen wohl occupiedness.

Aber was ergibt sich aus dem Sein? Nun, nach längerer Überlegung bin ich zu dem Schluß gekommen, daß ἐξουσία am genauesten durch Verfassung ins Deutsche zu übersetzen ist, beziehungsweise als condition ins Englische, und zwar im Sinne von Er ist nicht in der Verfassung..., bzw. He's in no condition..., denn was sich aus dem Sein unseres Geistes ergibt ist unsere Verfassung, und wenn wir befaßt sind, so erzeugen wir etwas Verfaßtes: das Fassen ist uns gegeben (Vorsilbe be-), um etwas in etwas faßbares zu überführen (Vorsilbe ver-) - Verfassung durch Befassung.

Insbesondere versetzt uns aber die Befassung mit einem Begriff in die Verfassung, auf ihn Bezug zu nehmen, und genau das meint Johannes mit den Worten:
ὅσοι δὲ ἔλαβον αὐτόν, ἔδωκεν αὐτοῖς ἐξουσίαν τέκνα θεοῦ γενέσθαι, τοῖς πιστεύουσιν εἰς τὸ ὄνομα αὐτοῦ.

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26. April 2019

Und noch mehr Rückschau

Ich habe meine Tasse Tee getrunken. Erst durch den Elbtunnel, dann über Fischbek und Neu Wulmstorf nach Bremervörde und dann durch den Wesertunnel. Was für eine Kutschtour! Aber auch: Was für eine schöne Strecke! Ich habe sogar das Teufelsmoor zu meiner Rechten bemerkt. Es schon seltsam: Die Stader Geest ist eine perfekte Kopie der holsteiner Geest, aber ich war jetzt erst zum dritten Mal in meinem Leben dort. Wohl stand ich des öfteren bei Haseldorf und habe über die Elbe gekuckt, aber hinüberkommen ist eine andere Sache.

Ich kann mich natürlich nicht beklagen. Wo ich sitze ist es genauso schön, wie sonst irgendwo. Und wieder dieses Gefühl für die Menschen, welche stoisch das beste aus dem machen, was sie haben und sehnsüchtig nach dem Horizont sehen: den Gemeinschaftsplanern bleiben sie auf immer fremd, sie müssen ihr Schicksal schon selbst ergreifen.

Und was das angeht: Erinnern müßten sie sich. Erinnern an die Zeit, in welcher es noch etwas zu gewinnen und zu gestalten gab. Zu leichthin akzeptieren sie die Obrigkeit und deren Ordnung. Auch ist es keineswegs so, daß alle Menschen ihre Lebensphilosophie teilten. Und nur man selbst kann den eigenen Zielen Ausdruck geben. Und was ist diesbezüglich in den letzten 120 Jahren schon geschehen?

Gut nur, daß Backstein ziemlich lange währt.

Nun, die Sentimentalität erlaube ich mir, ausgezogen bin ich selbst, doch von Beginn an wider die Fettschicht, welche an allem klebt, also ich noch auf meine Anerkennung warte.

Ich habe sogar damit begonnen, wieder Dragon Wars zu spielen. So viel Zeit wie ich dachte, kann man damit gar nicht verschwenden.

Und in anscheinender Erfüllung meiner Worte, daß Steamboat Geyser langsam Allzeit-Hochs erreicht, ist Steamboat Geyser zum zweiten Mal dreiundvierzigmal in 365 Tagen ausgebrochen und zum 45. Mal seit den Iden des März 2018.

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24. April 2019

Träumen, Leiden, Arbeit, Ruh'.

Dienst und Ideal lassen sich nicht von einander trennen. Die dienstbare Seele, der mägdliche Geist, sucht nach der Möglichkeit, der Verkörperung von Idealen zu dienen. Findet er um sich herum dergleichen nicht, so überlegt er sich, woran das liegen mag.

Daß letztlich die Herrschaft der Unvernunft dafür verantwortlich zu machen ist, und im besonderen der Niedrigzins, welcher Gewinne nivelliert und alles auf die Aussicht auf Profit hin anschaut, vorausgesetzt, dies sei kein Ideal: die größtmögliche Konsumbegeisterung, und als ich die Worte schrieb, dachte ich noch nicht einmal Gier, ist der heranwachsenden dienstbaren Seele selbstverständlich nicht klar.

Ihre Gesellschaftsanalyse geht von den Nächsten aus, und die Nächsten sind schlicht wenig kompetent. Es müßte sich doch etwas bewerkstelligen lassen, wenn man nur wüßte, wie die Dinge funktionieren. Und so studiert sie und findet, daß jene, welche kompetent genug sind, den Stand des Wissens zu verschieben, keineswegs selbst über den Zugewinn verfügen: Sie sind genauso abhängig wie alle andern und bestrebt, einander zu zwingen, um sich über ihre Abhängigkeit hinwegzutrösten.

Doch immerhin läßt sich das Urteil lernen, welches ihnen ihre Kompetenz gibt, und so ist wenigstens der Ausblick frei und nicht vermittelt. Zurück zum Nächsten, Kleinsten, sich selbst, später dann zu Gott und Welt, und frei siehst du und eines Sinnes mit den Alten, welche frei wurden.

Doch dann?

Mager scheint der Lohn der Lehre, lehren kannst du nicht. Und wer nicht selber dienstbar ist, was kümmert ihn die Einsicht? Solang die Unvernunft noch herrscht, ist niemand souverän, die Welt zu prägen. Nur wenn sie fällt, will alles wissen, wie das ward.

Und so heißt's darauf warten. Eine heiße Kanne Tee und einen klaren Blick, mehr bleibt nun nicht.

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23. April 2019

Von Ostern bis Himmelfahrt

Aus der Nähe ein Karussell,
von fern eine Tretmühle.
Ein jeder zieht ein Los
und sieht was er bis zum Herbst tut.

Preconception besitzt keine genaue Entsprechung im Deutschen, man spricht lediglich von Vorstellungen in einem engeren Sinn: Das sind so seine Vorstellungen.

Nun, die letzten beiden Tage wölbte sich die Welt wie eine Glocke über mir, jede Gruppe frisch austreibender Bäume fragt auf ihre Weise, was ich zu tun gedenke, welches Los ich zu ergreifen suche, geradezu schwindelerregend zieht der Reigen der Präkonzeptionen vorbei, am Horizont selbst noch stehen Bilder, welche aus Epen entsprungen zu sein scheinen.

Nichts davon ist, nicht mehr als ein irrer Spiegel ist die Welt, und jeder Blick gleicht einer Frage an micht selbst. Wer hat mich nur in dieses Panoptikum meiner Innenwelt geworfen?

Doch so war es stets. Jedes Jahr verbrennt das Osterfeuer die Versprechen, und der Sommer breitet seinen Laden aus. Es hat mich stets verzweifeln lassen, wie die Hitze das Zarte verschlingt. Doch soweit ist es noch nicht, noch liegt das Angebot aus, Fantasien, Bereicherungen der Seele um Geschmäcke, und was wirklich ist, das ist das Brummen der verzauberten Rührsamkeit, welches über allem anhebt.

Sieh! Du täuschst mich nicht.

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21. April 2019

Selbsterbauung

ὁ λαλῶν γλώσσῃ ἑαυτὸν οἰκοδομεῖ 

Wer mit der Zunge spricht erbaut sich selbst.
Es gibt drei Weisen, sich zu bereiten, den heiligen Geist zu empfangen, und zu allen ist die Zunge nütze.
  1. Gott zu bitten, einen zu Seiner Warte zu tragen.
  2. Gott zu bitten, einem die Herrlichkeit Seiner Werke zu enthüllen.
  3. Gott zu bitten, einen in der eigenen Not zu leiten.
Wir stimmen uns auf diese Weisen ein, und zwar
  1. die Offenbarung Seiner Verkörperung zu empfangen,
  2. Sein Werk zu verstehen und
  3. unseren Weg zu erkennen.
Dies sind die Kanäle der Prophezeiung, welche durch Lobpreisung geöffnet werden: Wir geben unseren Glauben, unsere Augen und unser Tun in Seine Hände.

Sein Werk zu verstehen ist herrlich, es taucht uns in Schönheit. Unseren Weg zu erkennen ist mühsam: Wir dursten, aber wenn wir erkennen, finden wir Wasser. Die Offenbarung Seiner Verkörperung zu empfangen ist hingegen schrecklich, denn es erschrickt uns, wenn unser Glaube auf diese Weise verrückt wird. Wir hielten unseren Glauben für unser eigen. Wenn nun ein anderer Geist sich durch ihn ausdrückt, uns durch ihn instruiert, so fürchten wir um unsere Seele:
Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 
Vergleiche auch Mein erstes Offenbarungserlebnis?

Ich schreibe dies ehrlich gesagt, weil ich das Gerede, welches den zweiten und dritten Kanal der Prophezeiung geringschätzt, für sehr töricht halte. Wer mag sich schon dem ersten Kanal ausliefern? Gut für uns, wenn es einmal einer gemacht hat, aber für den Betroffenen ist es eine schreckliche Prüfung.

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Preconception and belief

A preconception is a notion of how things ought to be and a belief is a notion of how things are.
The foxes have holes, and the birds of the air have nests; but the Son of man hath not where to lay his head.
When we are born into this world, we have the preconception that there ought to be a place in it for us. But we may believe that that is not so. When I was 3 years old I first came to that belief, but I fought against it until I was 12.

Every time though that a preconception is sliding, it is replaced by a positive belief in its stead, the mechanism for which I explained in the previous post: we are promised what we believe in, if we honour the holy. So each time we find that we do not believe in what ought to be so, a belief rises in us on what the holy has in store for the lack.

When I was 3, I believed thus in the promise of God's guidance, and when I was 12, I thus believed in higher education.

It has happened twice more. When I was 24, I had to let go of the preconception that a special connection implies a special relation. Instead I believed that time would judge the matter, whose judgment would be proven right. And part of that belief is a wall of destruction awaiting anyone who dares to interfere in this matter with time. This was unleashed in Utøya and last Monday in Paris. The point of contention is whether my Lord has the power to save or not.

It is a little ironic that this seems to come to a head in the form of a Yellowstone eruption, beyond which point I won't have any doubt anymore.

The last time it happened a few days ago, when I let go of the preconception that one who travels has something to share on his return. Instead I believe that it is my prerogative to stand in the storm at a place of my liking.

So, a man finds no guarantees in preconceptions, like that of the lost son or of a soul mate, all that is uncertain and not promised to him, he is not promised a place in this world, but he is promised that what he discovers as holy will shape the world, if he pledges himself to it and thus believes.

We do not lay our heads, for from our heads our abodes arise.

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19. April 2019

Geheimnis des Glaubens

Drei Dinge hat uns Christus versprochen, wenn wir Ihm vertrauen:
  1. daß unsere Augen taugen, das Heil zu erkennen,
  2. daß unsere Hände taugen, die Hindernisse auf dem Weg zu ihm wegzuräumen und
  3. daß unser Glaube geschehe, wenn wir lernen Ihm gleich das Heilige zu ehren.
Mein Glaube ist gleich einem Schild, welchen ich in den Sturm halte. Wären welche hinter ihm versammelt, so wäre mir versprochen, sie durch den Sturm zu geleiten.

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