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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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17. Juni 2018

Zur Fußball-WM in Rußland

Wenn Sie wissen wollen, was gerade in Rußland abgeht, in puncto Stimmung und so, sollten Sie bei Instagram vorbeischauen: https://www.instagram.com/explore/tags/fifafanfest/.

Es ist schon lächerlich, ich habe gestern ungefähr vier Stunden gebraucht, um die üblichen Bilder von Fans mit Landesfarben im Gesicht und Flaggen zu finden. Die Bilder sind da, aber Google leitet einen nicht hin. Ehrlich gesagt wird mir zunehmend mulmig, wenn ich daran denke, zu was genau sich Google entwickelt. (Einen Eindruck davon, was es stattdessen sein könnte, gewinnen Sie hier.)

Nun denn, wie minimal auch immer sich die Medien als Katalysator daran beteiligen werden, die angereisten Fans sind jedenfalls vor Ort und erleben die Atmosphäre dort rund um Johanni, die weißen Nächte, den wasserfarbenen Himmel, die spielzeughafte Traditionslosigkeit der Städte, die Weite der Wolga.

Es findet etwas Unerhörtes statt: Der finanzgetränkte Circus Maximus tropft mit seiner dionysischen Schar auf unbestellten Boden, und was ich Würde nannte, wird Zehntausenden aus aller Welt offenbar, wir erleben das große Pfingsten der Offenbarung der geistigen Segnung der Armen, daß der Herr die voll macht, welche sich, weil sie nichts in der Welt zu erhaschen hoffen, auf ihre grundsätzliche Lage als Menschen besinnen.

Nicht, daß es keine Russen gäbe, welche etwas zu erhaschen hofften, aber es gibt genug, welche es nicht tun, und in jedem Falle gerät der Hunger der dionysischen Schar selbst für ein paar Wochen aus dem Takt, und die Seele öffnet sich and'rer Nahrung.

Es ist ja dem Unterhaltungssüchtigen das Unbegreiflichste, daß er überhaupt keine Unterhaltung braucht. Wer weiß, wer am Ende meine Prioritäten teilt:
  1. denken,
  2. lesen,
  3. anschau'n und -hören.
Post Scriptum vom Abend des selben Tages. Ich bin empört über das Verhalten der deutschen Nationalmannschaft. Wie bittesehr wird sich das Spiel zwischen Brasilien und Serbien am 27. dieses Monats nun wohl gestalten? 50:0 nach der ersten Halbzeit und 50:67 nach der zweiten? Oder kann die Schweiz das noch durchkreuzen?

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16. Juni 2018

Gebete sprechen und erhören

Ein Mensch ist frei vor Gott
und den Menschen ein Diener
oder frei vor den Menschen
und Gott ein Diener.

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13. Juni 2018

Die Wächter des Gebets

Wenn ich mich auf die transzendente Dimension meiner Existenz konzentriere, ist mir stets, als ob mir dort bestimmte Kräfte begegneten, Kräfte, welche für die Form unserer Existenz Sorge tragen.

Nun assoziiert der Mensch ja allgemein, was sich bei seinen Unternehmungen einzustellen pflegt, und warum sollte es sich also bei seinen transzendenten Akten anders verhalten?

Jedes Gebet ist von verhandelnder Natur und sucht das etablierte Gleichgewicht etwas zu verschieben. Und als solches wird es natürlicherweise mit anderen Standpunkten konfrontiert. Wirklich interessieren tun mich dabei lediglich jene Standpunkte, welche das Geschick der Zeit betreffen, also die Rahmenbedingungen der ideellen transzendenten Akte.

Kann es sein, daß diese ideellen Standpunkte durch die sieben Engel angegeben werden? Also durch
  • Vervollkommnung,
  • Bereitschaft,
  • Ordnung,
  • Meisterschaft,
  • Dienst,
  • Opferung und
  • Wertschätzung?
Ich betete vor bald 14 Jahren um die Möglichkeit des Gebets selbst, die Teilnahme der Seele an der Schöpfung: daß wir nicht bloße Chronisten unserer eigenen Triebe seien. Ist dies mit einem oder mehreren dieser Standpunkte verbunden?

Vervollkommnung hängt von Inspiration (vom Schönen) ab, Bereitschaft von Gelegenheit (vom Wesentlichen), Ordnung von Macht, Meisterschaft von Vervollkommnung, Dienst von Bereitschaft, Opferung von Ordnung und Wertschätzung von der Summe des Schönen, Wesentlichen und Mächtigen.

Worum ich letztlich bat war Macht, vor dem Hintergrund der demonstrablen Unwesentlichkeit des Ohnmächtigen. Ich bat um eine Verschiebung der Ordnung, so daß die Bereitschaft wiederauferweckt werde.

Und als ich darum bat, empfand ich den Zorn der Opferung, als welche sich auf die bestehende Ordnung gründet. Und genau das war meine Empfindung in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag. Aber dieser Zorn war niedrig, ohne jede Zier, wert nur durch den Namen des, dem die Opfernden opfern: verhärmte Gestalten in demonstrabel barmherziger Mission, ohne ein Iota Gnade über die notwendige hinaus.

Freilich bat ich nur um irgendein Zeichen, nichts konkretes, und im konkreten Fall gab ich den Zürnenden nach, denn was ließe sich schon blind errichten? Aber die Notwendigkeiten der Zeit hatte ich durchaus richtig erkannt, sonst wäre mein Gebet auch nicht erhört worden.

Um also nicht blind zu sein, wendete ich mich der Frage nach der Gerechtigkeit zu. Ich denke, der Symbolismus ist dieser:
  • Lazarus: die Liebevollen,
  • Elia: der Erneuerer der Vervollkommnung,
  • Messias: der Erneuerer der Ordnung.
Es beginnt mit jenen, welche die Liebe wahrnehmen und nicht darüber hinaus kommen. Daran schließt sich dann der Wille zur Neufassung der Liebe an. Und enden tut es schließlich in neuordnenden Handlungen der Liebe.

Angesichts der Tatsache, daß ich mich erst vor kurzem, relativ auf diese bald 14 Jahre gesehen, näher mit der Bibel beschäftigt habe, habe ich hinreichend festen Grund, in den Assoziationen der eingangs erwähnten Kräfte zu meinem Beten einen Beweis für ein angeborenes Verständnis für eine Handlung, welche in unserer Zeit freilich unüblich geworden ist, zu sehen: Letztlich aber wissen wir doch alle, daß unser gegenwärtiger Fokus weit verästelt sich mit sehr speziellen Dingen befaßt, während es in der Tiefe des Bekannt-Gewußten gänzlich and're Zuständigkeiten gibt, deren wir nun wieder, wie ich meine, zu gewarten haben.

Ich hoffe, daß sich die sieben Engel also tatsächlich als die sieben (Leit-)Sterne der sieben Gemeinden erweisen werden.

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11. Juni 2018

Daß nur welche sich der Not in die Hand geben an der Spitze steh'n, auf daß die Not nicht allgemein werd'.

Die ihr eine Richtschnur sucht, in eur' und and'rer Pflicht zu finden, daß ihr nur vorankämt, ihr, für die es bis ins Privateste hinein Verwicklung, mitgefangen, mitgehangen ist, nicht speie ich euch aus, doch größ're Männer steh'n euch vor! - und sei's vermittels Schiedsspruch nur.

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10. Juni 2018

Überbrückungsverlangen

Die im Beitrag Literarische Formate vorgestellten literarischen Formate entsprechen kommunikativen Überbrückungsverlangen. Genauer gesagt gibt es drei grundsätzliche Überbrückungsverlangen, welchen die literarischen Formate wie folgt entsprechen. Verlangen nach
  • mythischer Überbrückung: Erzählungen,
  • zwischenmenschlicher Überbrückung: Berichte,
  • gedanklicher Überbrückung: Darstellungen.
Mythische Überbrückung. Das Verlangen nach mythischer Überbrückung wurzelt in der Notwendigkeit, sich Vergangenheit und mögliche Zukunften zu vergegenwärtigen. Mit anderen Worten führen einen Erzählungen also in andere Umstände, erinnert oder vorgestellt, welche man aber selbst durchlebt.

Märchen sind dabei ein Vehikel, um Erinnerungen aufzuwecken, und Novellen ein Vehikel, um Aussichten zu untersuchen.

Zwischenmenschliche Überbrückung. Das Verlangen nach zwischenmenschlicher Überbrückung wurzelt in der Notwendigkeit, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie das Leben anderen Menschen erscheint.

Dokumentationen sind dabei ein Vehikel, um die Taten anderer nachzuvollziehen, und Reportagen sind ein Vehikel, um Einblicke in das Lebensumfeld anderer zu gewinnen.

Gedankliche Überbrückung. Das Verlangen nach gedanklicher Überbrückung entspringt der Philosophie.

Expositionen sind dabei ein Vehikel, um die Begriffe anderer anzuwenden (mit anderen Worten ist jede Exposition ein Gleichnis), und Fantasien sind ein Vehikel, um den Eindrücken anderer nachzuspüren.

Freilich ist es dabei gewöhnlicherweise so, daß der Autor der Fantasie die dargestellten Eindrücke nach seinen eigenen Begriffen ausgesucht hat, aber nicht immer, und je mehr von seinen ursprünglichen Eindrücken in der Fantasie stecken, desto besser. Ein Beispiel für ausgesprochen schlechte, weil schale, künstlich gestaltete Fantasien wird dabei durch die Star Trek-Serien gegeben. So weit ich es sehe, ist Time's Arrow die einzige Folge mit genuinem, ursprünglichen Eindrucksgehalt und geht ursprünglich wohl auf Plinius den Älteren und dessen Erzählung vom Panther zurück, eine Erzählung, welche das Unbehagen gegenüber Mönchen und Klöstern ausdrückt.

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8. Juni 2018

Wie über unseren Köpfen, so unter unseren Füßen.

Als sich Ramakas Herz betrübte, und der Herr ihm zeigte, was sich über alle Welt spannt, ermannte er sich und wendete seine Kraft für das Empfang'ne auf, bis daß er seine Grenzen sah.

Alsdann nahm er Abschied, die Fremde zu durchkämmen, zu seh'n, was sich dort fände.

Schon erwägend, ob die Welt das ihm bestimmte Heim sei, stieß er sich, und sammelte das Niedergelegte.

Was er erfahren, keinen Weg durch es zu suchen, begann er da, sondern er grub nach dem Schlüssel, es umzuformen, bis daß sich der Himmel im quellenden Naß zeige.

Und siehe: Der Himmel selbst bestimmte, an welchem Ort er Wasser fand, darin der Himmel sich spiegelte, auf daß des Herren Wille vorschnelle. Wer ihn nur sucht, der mag den Schlüssel zur Entfaltung des Gebotenen auch finden.

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7. Juni 2018

Die Entsendung der gehorsam'n Seel'n

Der Herr gab Rana Augen zu seh'n, was sein Gehorsam ihm verheißt. Nita aber nahm Er das Vertrau'n auf alles, was noch nicht geworden ist. Und so hetzten Nitas Nachfahren fortan von Furcht getrieben von einem, dessen Sein doch kräftig scheint, zum andern, und Ranas Nachfahren begann'n sich über den verhieß'nen Herrlichkeiten zu entzwei'n.

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6. Juni 2018

Der Wandel der Sitte als gesellschaftliche Anforderung im Kreislauf der Zeitalter

Ohne uns dessen recht bewußt zu sein, stellen wir an unsere Mitbürger zu jeder Zeit eine Anforderung spezieller Art, welche der jeweiligen Landessitte zugrundeliegt.

Genauer gesagt verhält es sich damit so:
  • das Zeitalter der Werke ist auf Verbindlichkeit gebaut,
  • das Zeitalter der Wunder ist auf Gottesvertrauen gebaut und
  • das Zeitalter der Wacht ist auf Behauptung gebaut,
wobei im Laufe eines Zeitalters die Grundlage für das jeweils nächste Zeitalter entwickelt wird, das heißt
  • im Zeitalter der Werke wird das Gottvertrauen entwickelt,
  • im Zeitalter der Wunder wird die Behauptung entwickelt und
  • im Zeitalter der Wacht wird die Verbindlichkeit entwickelt.
Es liegt nahe, das Christemtum als eine Schule des Gottvertrauens zu betrachten, welche auf den Verbindlichkeiten, welche im Römischen Reich entwickelt wurden, aufbaut. Und dieser Schule steht nun die Abschlußprüfung bevor.

Aber ich bin auf ganz andere Weise zu diesem Thema gekommen, nämlich über der Betrachtung des Gegensatzes zwischen einer europäischen und einer bengalischen Frau. Schon Schopenhauer hat diesen Gegensatz bedacht und landete schließlich bei einer geistigen Verwirrtheit, welche die Europäer ergriffen haben müsse. Aber ich habe heute nachgefaßt und bin schließlich darauf gekommen, daß die europäische Dame ihre Existenz keiner Affektion verdankt, sondern einem knallharten Handel.

Wiewohl ich innerhalb des europäischen Spektrums am konventionsfeindlichen Rand stehe, ist selbst mir der kulleräugige Blick der bengalischen Frau nicht ganz geheuer. Die Sache ist doch die: Sie mag ja lieb sein, aber sie wird ganz offensichtlich ihr eigenes Ding drehen. Sie wird sich nicht erklären, und sie wird sich auf keine Verbindlichkeiten festlegen lassen.

Jetzt seien wir wenigstens ein Mal ehrlich. All die Gesten, welche ein Mann einer Dame gegenüber zu beherzigen hat, dienen doch ausschließlich dazu, die Dame dahingehend zu erziehen, sich, komme was wolle, den gesellschaftlichen Regeln anzuvertrauen. Und diese Erziehung gelingt ja meistens auch, wie der Vergleich mit der Frau aus Bangladesch sofort verdeutlicht.

Freilich, es kann heutzutage keine Rede mehr davon sein, daß der einzelne Mann der Profiteur der Konformität der Frau ist, und doch profitiert er noch als Staatsbürger oder tat es wenigstens noch bis vor kurzem, denn all die Einbußen, welche er in seinem Privatleben hinnehmen mußte, waren durch Gewinne beim Bruttosozialprodukt motiviert.

Nun allerdings, mit dem unbarmherzigen Voranschreiten der ewigen Produktivitätssteigerung, scheint auch diese Schraube überdreht worden zu sein und die Konformität der Frau ein einziges Ärgernis, nicht bloß moralisch abstoßend, wie Schopenhauer bereits ausführte, sondern im engsten Sinne verrückt, in sich selbst widersprüchlich, selbstzerstörerisch, ohne erkennbare Funktion.

Die konforme Frau hat in einer kapitalistischen Gesellschaft, den Investor, welcher in einem Jahr mehr verdient als 100 Arbeiter in ihrem Leben, an die 4000 Mal höher zu schätzen als einen Arbeiter, welcher sein Leben lang arbeitet, und ganz gleich was der Herr von den verliehenen Talenten gesagt hat, mündet diese Konformität schnurstracks im Irrenhaus.

All die Erscheinungen, welche hier in Frage stehen, sind systembedingt und folgen unmittelbar aus der stetigen Machtvergrößerung  und -konzentration, welche als technischer Fortschritt sowohl die Frucht als auch der Fluch des Zeitalters der Werke ist, weshalb die Verbindlichkeit schließlich auch als gesellschaftliches Fundament durch das Gottvertrauen ersetzt werden muß.

Wir müssen Gott vertrauen und zugleich zusehen, daß wir uns in den Prüfungen des Lebens behaupten, bis daß unsere Fähigkeit, uns zu behaupten, das Fundament einer Gesellschaft bildet, welche sich darum bemüht, verbindliche Umgangsformen zu finden, wie heute die Schwarzafrikas.

Auch wenn die Mächtigen es noch nicht verstanden haben: Sie können diese Prozesse nicht steuern. Die künstliche Intelligenz steigert ihre Macht um den Preis ihres Überlebens als Teil einer menschlichen Gesellschaft. Es ist aus mit ihnen selbst, mit ihrem Modell, welches sie auf die Welt übertragen wollen. Während Schwarzafrika ihnen noch zuläuft, weil es in Europa eine Inspiration für die eigene Zukunft sieht, sind ihre Tage bereits gezählt und liegt ihre eigene Zukunft woanders.

Im übrigen ist dies keine Umarmung des Islams, doch die Bürger Bangladeschs sind in ihrer Sittlichkeit grundsätzlich Vorbilder, denn auch die dortigen Männer ticken so. Ob es allgemein in Indien so ist, bezweifle ich, und auch, daß es in Pakistan so ist. Vielleicht liegt es am Leben im Gangesdelta, oder am blutigen Sezessionskrieg, welcher vor erst 47 Jahren übers Land ging.

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5. Juni 2018

Von der Auslieferung an die Vergeltung

All unser Studium der Gleichgewichte, welche die Natur prägen, muß schließlich in eine Ethik münden, welche die regulierende Kraft der Vergeltung umarmt und die Überzeugung verkörpert, daß Rechte und Pflichten des Menschen aus seiner Teilnahme am Gedeihen der Schöpfung erwachsen: Was Kräfte freisetzt stärkt und was sie bindet schwächt ihn selbst.

Wer also betet, daß ihm selbst und seinen Mitmenschen das eig'ne Tun vergolten werde, der ist herangereift, sich auf's Gedeih'n des Göttlichen in dessen Gliedern zu verpflichten. Wir schmeckten Unrecht und sehnlich' Wünsch', aber wir glauben, daß uns die all's Gedeih'n richtende göttliche Vergeltung am besten dient.

Denn so sind wir reif, die Welt so zu lieben, daß es Gott nicht grämt, reif, zu empfangen, was wir erbeten.

Uns ward gegeben eine Idee, danach zu leben, doch endlich nur fügt sie sich in die Zeit. Die Liebe, welche der Idee nachfolgt, ändert sowohl die Welt, als auch das Herz, welchem sie innewohnt. Und so ward uns gegeben der Idee End' zugleich mit ihr: Ein Gesetz, vollkomm'n in allen Teilen. Wie's sich begibt, daß so gebund'n wir werden, ich weiß es nicht. Doch da steht die Bindung, eingeschrieben in mein Herz.

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3. Juni 2018

Offenbarung, 2: Die ersten vier Gemeinden

Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: Ich weiß deine Werke und deine Arbeit und deine Geduld und daß du die Bösen nicht tragen kannst; und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner erfunden; und verträgst und hast Geduld, und um meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde geworden. Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust. Aber das hast du, daß du die Werke der Nikolaiten hassest, welche ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben vom Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist.
Deutung. Die Kontrollsucht der Gerechten.
Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna schreibe: das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich weiß deine Werke und deine Trübsal und deine Armut (du bist aber reich) und die Lästerung von denen, die da sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind des Satans Schule. Fürchte dich vor der keinem, das du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf daß ihr versucht werdet, und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem andern Tode.
Deutung. Die Ohnmacht der Liebevollen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert: Ich weiß, was du tust und wo du wohnst, da des Satans Stuhl ist; und hältst an meinem Namen und hast meinen Glauben nicht verleugnet auch in den Tagen, in welchen Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet ist, da der Satan wohnt. Aber ich habe ein Kleines wider dich, daß du daselbst hast, die an der Lehre Bileams halten, welcher lehrte den Balak ein Ärgernis aufrichten vor den Kindern Israel, zu essen Götzenopfer und Hurerei zu treiben. Also hast du auch, die an der Lehre der Nikolaiten halten: das hasse ich. Tue Buße; wo aber nicht, so werde ich dir bald kommen und mit ihnen kriegen durch das Schwert meines Mundes. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will zu essen geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, denn der ihn empfängt.
Deutung. Die Verbiegung der Streitenden.
Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und seine Füße sind gleichwie Messing: Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und deine Geduld und daß du je länger, je mehr tust. Aber ich habe wider dich, daß du lässest das Weib Isebel, die da spricht, sie sei eine Prophetin, lehren und verführen meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich habe ihr Zeit gegeben, daß sie sollte Buße tun für ihre Hurerei; und sie tut nicht Buße. Siehe, ich werfe sie in ein Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wo sie nicht Buße tun für ihre Werke, und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken. Euch aber sage ich, den andern, die zu Thyatira sind, die nicht haben solche Lehre und die nicht erkannt haben die Tiefen des Satans (wie sie sagen): Ich will nicht auf euch werfen eine andere Last: doch was ihr habt, das haltet, bis daß ich komme. Und wer da überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit einem eisernen Stabe, und wie eines Töpfers Gefäße soll er sie zerschmeißen, wie ich von meinem Vater empfangen habe; und ich will ihm geben den Morgenstern. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Orientierungslosigkeit der Schaffenden.

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Offenbarung, 3: Die letzten drei Gemeinden

Und dem Engel in Sardes' Gemeinde schreibe: Das sagt, welcher die sieben Atem Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Geschäfte, daß du im Ruf stehst, daß du lebest, und bist doch verschieden. Werde wach und festige das Übrige, was dabei ist umzukommen, nicht erfüllt habe ich deine Werke im Angesicht meines Gottes gefunden: Erinnere dich also, wie du empfangen und gehört hast, und beherzige es und tue Buße. Doch wenn du nicht wach sein wirst, werde ich wie ein Dieb kommen, und du wirst die Stunde nicht kennen, zu welcher ich vor dich kommen werde. Aber du wirst vieles gerufen in Sardes, was seine Kleider nicht beschmutzt hat, und dasselbe wird mit mir wandeln in Engelskleidern, denn es verdient sie. Wer überwindet soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Müdigkeit der Treuen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus des Satanas Schule, die da sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebt habe. Dieweil du hast bewahrt das Wort meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen; und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Erhebung der Barmherzigen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes: Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest. Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Stuhl. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Gleichgültigkeit der Empfangenden der Werke der Liebe.

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Die sieben Engel der sieben Gemeinden

Ephesus ist die Gemeinde der Gerechten. Ihr Engel ist die Vervollkommnung.
Smyrna ist die Gemeinde der Liebevollen. Ihr Engel ist die Bereitschaft.
Pergamus ist die Gemeinde der Streitenden. Ihr Engel ist die Ordnung.
Thyatira ist die Gemeinde der Schaffenden. Ihr Engel ist die Meisterschaft.
Sardes ist die Gemeinde der Treuen. Ihr Engel ist der Dienst.
Philadelphia ist die Gemeinde der Barmherzigen. Ihr Engel ist die Opferung.
Laodizea ist die Gemeinde der Empfangenden. Ihr Engel ist die Wertschätzung.

Die Gemeinden sind Ableitungen der Liebe und der Dreifaltigkeit des Ichs. Genauer gesagt haben wir
  • Haltung der Liebe: Vervollkommnung und Meisterschaft,
  • Wahrnehmung der Liebe: Bereitschaft und Dienst,
  • Tätigkeit der Liebe: Ordnung und Opferung,
wobei die drei Paare jeweils Würdigkeit und Gewachsenheit bezeichnen, wie auch in den sieben Feuern des Gerichts. Freilich, da hören die Gemeinsamkeiten auf. Die hiesige biblische Siebenfaltigkeit ist nicht mit jener auf den Bestürztheiten basierenden identisch, wiewohl durchaus mit ihr verwandt.

Johannes erwähnt die Gemeinden, um die Zeit zu beschreiben, in welche die Offenbarung hineinfällt, nämlich dadurch, daß er
  • die Gerechten als kontrollsüchtig,
  • die Liebevollen als ohnmächtig,
  • die Streitenden als verbogen,
  • die Schaffenden als orientierungslos,
  • die Treuen als müde,
  • die Barmherzigen als erhoben und
  • die Empfangenden als gleichgültig
kennzeichnet. Eine Kennzeichnung, welche unsere Zeit hinreichend genau beschreibt.

Die sieben kennzeichnenden Attribute sind die sieben Versuchungen der Engel. Ich fühle mich hauptsächlich durch Müdigkeit versucht. Und letzthin vielleicht auch etwas durch Erhebung, aber sehr viel gibt es da bei mir nicht zu versuchen: Wenn die Sorge abfällt, hat die Lust freie Bahn, aber sie führt ja nirgends hin, sondern verbraucht sich im Augenblick. Wie groß Johannes der Täufer auch sein mag, der Kleinste im Himmelreich ist größer, denn er begründet Johannes' Größe. Und so weiß auch ich, wem ich verbunden bin.

Ob es auch jene, zu deren Füßen jene aus Satanas Schule, welche sagen, sie seien Juden und sind's nicht, niederfallen, wissen?

Nun, so sie ihre Kleider tragen, daß man ihre Blöße nicht sehe.

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1. Juni 2018

Zwei Alternativen

Wenn sich die Fesseln der Unterdrückung lösen, gibt es zwei Alternativen, die bestehenden Mißstände zu beheben, nämlich
  1. einen Koaleszenzpunkt zu suchen und sich ihm zu unterwerfen oder
  2. zu sich zu finden und die behebenden Maßnahmen aus eigener Verantwortung heraus anzutreiben.
Fraglos ist der Koaleszenzpunkt Armageddons auf die eine oder andere Weise mit Israel verbunden: Entweder in Form der Mohammedaneraustreibung oder in Form der antikapitalistischen Judenaustreibung.

Beiden Unterfangen ist ihr Aktionismus gemein, und das ist auch im allgemeinen so, daß die Unterwerfung unter einen Koaleszenzpunkt, um aufrecht erhalten zu werden, in beständig erneuerten Ritualen wiederholt werden muß. Es ist also klar, daß beide Unterfangen über das vernünftige Ziel hinausschießen würden, und sich also als Christi Feinde in Armageddon wiederfänden.

Das vernünftige Ziel der Mohammedaneraustreibung ist die Wiederherstellung des gesellschaftlichen Vertrauens und das vernünftige Ziel der antikapitalistischen Judenaustreibung ist die Wiederherstellung des allgemeinen Zugangs zu den Früchten der fortgesetzten Effizienzsteigerung in allen wirtschaftlichen Bereichen. Weder sage ich, daß Mohammedaner, noch Juden ursächlich für diese Mißstände sind, noch daß ihre Behebung uns aus unserer Not befreite, sonderlich lediglich, daß in der Vernünftigkeit dieser Ziele die überzeugende Kraft des entsprechenden Koaleszenzpunktes steckt.

Daß diese beiden Unterfangen heute als gegensätzliches Paar vor uns stehen dient offensichtlich der Verschleierung der Zukunft, auf daß wir nicht allzu klar sähen, auf was die Geschichte hinausläuft. So um unsere Berechnung gebracht, sind wir gezwungen, uns an unsere Überzeugungen zu halten, erwächst aus der Ungewißheit des Kommenden unser Glaube.

Und wenn er es einmal beginnt zu wachsen, mag er auch weit über das gestellte Problem hinaus wachsen, aber am Anfang aller eigenen Verantwortung steht die Begabtheit mit einem Sinn für das Heilige, und der verhüllende Schleier wirft uns auf ihn zurück.

Man täusche sich aber nicht: Einstweilen flüchten sich die Besitzenden in Waffen und die Andern ergehen sich in unproduktivem Neid und gegenseitiger Maßregelung, welche ihre Hoffnung auf größere Macht am Leben hält. Und wenn die Unterdrückung endet, bricht der größere der beiden aufgestauten Seen los und ergießt sich schließlich bis Armageddon.

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30. Mai 2018

Ange-La!

(think: Kali Ma!)

I created this back in January 2016. I didn't publish it then. Neither did I delete it.

I didn't delete it, because it was simply too good. I didn't publish it, because I felt it was just a little too contrived. There is the issue of overbearing pinning. But when I look at it now, it doesn't bother me anymore. It is essentially correct. And since we're not yet through with this kind of eliciting of public responses (the frogs shall still leave the mouths, Rev 16:13), it is really quite in order to publish it now with some distance, but still ahead of the time, when it will become truly pertinent.

So, here it is, in its full gory glory.

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29. Mai 2018

Aufgewendete Jugend

Jung zu sein heißt, an den Aufbruch zu glauben.
Und wer also nicht zu altern scheint,
der war zu Anfang schon nicht jung.

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Soziale Begleiterscheinungen der Zurücksetzungen des Organisations- und des Glaubenszykels

Ich erlaube mir, den funktionalen Zykel hier als Organisationszykel zu bezeichnen, auch wenn derartige Begriffsvariierungen, von einer Ersetzung möchte ich in diesem Fall nicht sprechen, nach 2022 Beiträgen ein gewisses Ärgernis darstellen.

Der Mensch sucht nach Anschluß in Organisations- und Glaubensfragen. In seiner Jugend bildet er zunächst seine eigenen Fähigkeiten aus, und nachdem er das getan hat, beginnt er nach Mitmenschen Ausschau zu halten, denen eine wesentliche gesellschaftliche Funktion zukommt, um ihre Organisiertheit zu studieren. Parallel dazu sucht er bereits von Kindesbeinen an nach einer Anleitung in Glaubensfragen.

Der Typus des postjugendlichen Funktionssuchenden hat sich im Lauf der letzten 40 Jahre in erschreckender Weise verändert. Am klarsten sieht man dies aufgrund gewisser überschreibender Phänomene, wenn man amerikanische Postjugendliche aus den 1970er Jahren mit tschechischen Postjugendlichen aus den 2000er Jahren vergleicht. Es begegnet einem bei ersteren eine mannigfaltige, diverse Fasziniertheit und bei letzteren eine völlige Gleichgültigkeit der Hinwendung aufgrund mangelnder Prägung.

Dieser letztere Zustand ist die Grundlage gesellschaftlicher Reorganisation, aber er ist es in rein passiver Hinsicht. Die Leere, welche uns hier begegnet, will gefüllt werden, enthält aber selbst nicht den geringsten Funken, welcher eine Neuerung anstoßen könnte. Mit anderen Worten schreitet der Prozeß der fortwährenden Reorganisation aufgrund eines außerhalb des Sozialen liegenden Feuers voran. Und was wir seit einiger Zeit beobachten können ist, daß dieses Außerhalb keine neuen Funktionen und Organisationen mehr gebiert, und der leere postjugendliche Typus sich als naturgemäßer säkulärer Standard durchsetzt, welcher freilich, wie bereits angedeutet, von zu politischen Zwecken mißbrauchter Pseudodialektik platonischer Definition, auch Neurolinguistische Programmierung genannt, überschrieben wird.

Wahrlich, um dies hier schlicht einzuwerfen, man erkennt den Künstler an seinem Werk: So wie ein Picasso ein Picasso ist, so gleichen sich South Park, ISIS, ukrainischer Nationalismus, Gendergedöns und all die anderen wunderbaren Erscheinungen einer Welt, in welcher Engel als üppige Mädchen im Mangastil gedacht werden, und welche uns in Form von Werbeanzeigen für Computerspiele auf Schritt und Tritt auf unserem Weg durch's Internet begleitet.

Freilich, dies ist das Soros'sche Antifeuer, entzündet, um die letzten Reste entflammbaren Materials einzuäschern, und nicht um Organisationen aufzuziehen. Sei's d'rum, davon habe ich schon gehandelt. (Nein, South Park fügt sich lediglich als inspirierender Zynismus ein, weiter nichts.)

Anders ausgedrückt: Da stehen sie, öd und leer, bis daß sie abgeholt werden. Ein Frevel der Verwüstung fürwahr, wenn nicht gleich der.

Und deshalb muß unser Interesse der anderen Suche gelten, dem Anschluß in Glaubensfragen.

Damit verhält es sich aber konkret aufgrund der hohen Alphabetisierungsrate so:
Erst dann werden Christen wieder Menschen nachfolgen, wenn es Menschen unter ihnen gibt, deren geistliche Autorität jener der Evangelisten nicht nachzustehen scheint.
Nur eine logische Schlußfolgerung: Warum jemandem glauben, wenn es eine glaubwürdigere Schrift gibt? Ich bezweifle, daß Katholiken es anders sehen, zumal der einzige Bischof, welcher in jungen Jahren an die Evangelisten heranreichte, wenn ich dies völlig eindrucksfixiert so sagen darf, dieser ist:
Und sonst? Wenn wir nicht gleich fordern, es zu einem Bischof der katholischen Kirche gebracht zu haben? Da fällt mir auch nur noch er hier ein:
Nun denn, da liegt also die Latte. Ich glaube aber, daß sie genommen werden wird. Was da tost und lärmt ist der Unsinn, das Unhaltbare. Mögen wir auch körperlichen Schaden nehmen, die geistliche Leere zieht ihre Diener ihr nach, und der Begriff des Heiligen waltet erneut und erklärt sich jenen, welche ihn suchen, und richtet sie auf, auf daß sie der Größe der Aufgabe, der Auslieferung an Gott in der Frage ihres Überlebens, gemeinschaftlich gewachsen sein werden, und dabei denke ich nur zu einem kleinen Teil an mich, denn worauf ich konkret beschränkt bin, das sehe ich wohl. Nichtsdestotrotz, wer der fragt, dem wird gegeben werden, die Bruderschaft wird entstehen und sie wird sich sogar bewähren. Und dann erst wird sich die Gesellschaft reorganisieren und der Frevel der Verwüstung vergeh'n.

Post Scriptum vom 12. Juni 2018. Es scheint, daß Robert de Niro meine Ansichten bezüglich South Park's prägendem Einfluß auf die Epoche teilt.

Hello, Mr. Garrison!

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26. Mai 2018

Martial Law

Strangely, I've recently pondered, whether Tommy Robinson's activism is in Britain's best interest - strangely, because of what Zerohedge is reporting about him today.

My reasoning dealt with the importance of fulfilling contracts for a country whose primary power lies in historically established ties. While there are obvious deficits in the way British institutions are being run, deficits that need to be evened out and can not, without an adjustment of the public mindset, which itself cannot occur without an arousal of passion, Britain may very well be forced to control the timing and range of the process.

But for a British judge to consider such arguments means for him to rely on martial law. The same is true of a proposed law also reported by Zerohedge today.

Now, Zerohedge is in the business of spinning current events, but whatever the precise reasons for Tommy Robinson's incarceration were, and having heard him on the Alex Jones Show I can image a few, to forbid the press to report the verdict leaves little alternative but to assume that the judge was indeed framing the problem in his mind in terms of martial law.

It's not for Mr. Lennon's protection, the prison he's been send to has already been publicised - an unlikely cover given that prisons aren't really private. No, at least it's about the public peace and at most it's about the national interest. And given the Streisand effect... how likely is the former end of the spectrum?

But can you control social processes, when you're not prepared to control other social processes as well? Or differently put: Can you raise the national interest in one area to the highest priority without raising it in other areas to the highest priority as well? After all, there is only one martial law and not many critical laws. Or yet differently put: You either hope that all goes well or you take control. Sure, even when you take control you still hope for many things, but you'll not stand idly by when a hope isn't materialising, the justification for this kind of management being martial law.

Some would argue that because of clauses governing the declaration of martial law it is really just one law that is followed all of the time. But this is not correct: Either the administration lets its subjects do however they please, as long as they stay within the established rules, not to be confused with the administered law, or it does not.

Tommy Robinson might have broken those rules, but the British press?

Israel is of course in a state of war for some time already, so that is really just spin, but China's more recent so called social credit system is rather obviously enacting martial law as well. Yes, you may say that established rules are being broken there, but part of the established rules are established punishments, and for the government to say that from now on the punishment will be whatever is necessary is martial law in and of itself.

I dare say that these things are sufficiently elementary so that no government accidentally sends out the wrong message, like: Wait, no, we didn't want to declare martial law, that was a mistake.

The message is well calculated and cannot immediately be reversed. China cannot back down at least for the next ten years, unless a hot war breaks out and is won or lost sooner.

Of course the Lennon trial cannot really be compared with China's social credit system, but the press has gotten the message, nay, more than that, the order and I don't see any chance for immediate reversal there as well. The press may fight this, in its many ways, but No word about it! is now part of the game. And realistically, this will also last for ten years, unless a hot war breaks out and is won or lost sooner.

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22. Mai 2018

Eindrücke von Anderen

Ich behaupte, daß der Eindruck, welchen wir von anderen Menschen besitzen, unser Gefallen daran widerspiegelt, wie der Geist, welcher sie erfüllt, uns in unserer eigenen Lage erfüllte.

Mit anderen Worten wird unser Eindruck solcher Menschen am schlechtesten sein, welche in unseren Schuhen unseren Zielen am wenigsten dienen können, was darauf hinausläuft, daß wir naturgemäß Abstand zu allem halten, was uns, wenn wir uns mit ihm gemeinmachten, an der Verfolgung unserer Ziele hinderte.

Die Gründe dafür können freilich von unterschiedlicher Art sein. Ich werde zwei Beispiele meiner spontanen Abscheu angeben, ohne vielleicht zu sagen, wem sie gelten - das kann sich dann ja jeder selber überlegen.

Das erste Gefühl meiner Abscheu gleicht einem Sog, in welchen zugleich Säuerlichkeit gemischt ist, also eine saure Leere, welche mich anspringt, wenn mir Menschen aus einem bestimmten Kulturkreis begegnen, was bereits das Resultat längerer Überlegungen ist, also daß es sich um einen geistigen Einfluß handelt, und nicht etwa um ihre Natur.

Genauer gesagt handelt es um ein anderes Zeitalter, in welchem diese Menschen leben, nämlich das Zeitalter der Wacht. Entsprechend sehen sie die Welt durch die Augen der Betretenheit, und wenn ihnen ihre eigene Macht unzureichend erscheint, neigen sie also zum Trotz, welcher mir in Form allgemeiner Boshaftigkeit als eines der klarsten seelischen Übel, welche einen Menschen befallen können, vor Augen steht.

Indes trifft es dies noch nicht ganz, denn wenn ich mir etwa die alten Griechen vorstelle, so kann ich ihrer Ausgestaltung des Zeitalters der Wacht doch einen gewissen Charme abgewinnen, wiewohl die konkrete Begegnung mit einem Frühgriechen, welcher vom Zeitalter der Werke noch völlig unbeleckt wäre, als welches freilich vom antiken Griechenland seinen Ausgang nahm, auch höchst befremdlich sein dürfte, wenn denn die Möglichkeit dazu bestünde, mein Gefühl da aber wohl eher bitter wäre.

Der Grund dafür besteht darin, daß ein solcher Grieche sich einer bestimmten menschlichen Ausgestaltung in Form des von ihm verehrten Gottes unterworfen hätte, mit anderen Worten also seinen Herren und seinen Glauben selbst gewählt hätte, und jedenfalls in dem Sinne ein selbstbewußtes Individuum wäre, wohingegen die saure Leere die Unterwerfung unter die jeweils größte Macht widerspiegelt, welche im nämlichen Kulturkreis der Standard ist.

Würde ich mich der jeweils größten Macht unterwerfen, würde ich meinen Zielen nicht nur nicht dienen, sondern sie sogar zersetzen. Saure Leere trifft es also schon recht gut.

Freilich, die betroffenen Menschen verlieren nach einer gewissen Zeit der Trennung von ihrem eigenen Kulturkreis ihre Auffassung vom vorherrschenden Zeitalter, aber bis dahin irrlichtern sie durch die Geschichte.

Das zweite Gefühl meiner Abscheu gleicht einer um den Hals geworfenen Schlinge. Es beschreibt einen Geist, welcher vorprescht, ohne nach der Auswirkung auf die eigene Position zu fragen, beziehungsweise dies nur in einem so eng umrissenen Rahmen tut, daß es so scheint, als täte er es überhaupt nicht, was seine Wurzel letztlich in mangelnder persönlicher Verantwortung hat.

Dies kann kulturell bedingt sein, etwa als Merkmal der Unterschicht, welche doch eher geführt wird, als selbst ihren Kurs zu bestimmen, aber es gibt auch die charakterlich bedingte Variante, bei welcher es nicht an Verantwortung mangelt, sondern am Verständnis für das Ausmaß der eigenen Verantwortung. Freilich stellen sich da aufgrund der Ungewöhnlichkeit des Phänomens im Laufe der Zeit unterschiedliche Eindrücke ein. Am einsichtsvollsten erscheint mir der, hinter einer Glasscheibe gefangen zu sein, die Welt zwar zu sehen, aber keine Genüge zu finden.

Ich kenne das Ausmaß meiner Verantwortung hingegen recht gut, unter anderem gibt es auch den Grad der Präzisierung meiner Beiträge vor und macht also, daß ich mich der Generationenfolge unterwerfe. Dazu gehört sowohl, unbeirrt voranzuschreiten, als auch, es gut sein zu lassen, wenn es reicht, und beides ließe eine Schlinge um den Hals nicht zu.

Aber dieses zweite Gefühl betrifft die Vergangenheit. Wenn ich heute an die Unterschicht denke, so sehe ich keine Frage des Kurses mehr. Mein Eindruck ist der eines eingepferchten Tiers, alle Bewegung ist engstens begrenzt. Und dieser Geist stört mich nicht. Alle sind an die Aufgabe gebunden, wodurch sie selbst als zu berücksichtigende Faktoren wegfallen, und jene, welche die Aufgabe verstehen, sind durch diesen Vorzug verpflichtet, sie anzugehen.

Unser Schicksal ist beschlossen. Ich habe nicht den geringsten Zweifel. Alles steht unter seiner Forderung und Gewähr gleich wie im Schatten eines Felsens.

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20. Mai 2018

Die Erweiterung der Kontextualisierung der einordnend-partizipativen Klassifikation

Es gibt zwei Weisen, auf welche die Direktheit des Kontextes der einordnend-partizipativen Klassifikation der Gegenstände verletzt werden kann, nämlich
  1. durch das in fremdes Belieben Stellen der Absicht einer Entfesselung,
  2. durch die Wiederholung der Hinwirkung.
Ersteres ist wahrscheinlich so abstrakt formuliert nicht besonders erhellend. Betrachten wir also die konkreten Klassen. Wir bezeichnen das in fremdes Belieben Stellen auch als Überlassen.
  • überlassenes probieren: Proben entnehmen,
  • überlassenes zwingen: rüsten,
  • überlassenes evozieren: notieren.
Desweiteren erhalten wir
  • nicht abschließendes hinwirken: benutzen,
  • überlassenes benutzen: ausnutzen,
  • überlassenes abschließendes hinwirken: vorbereiten,
mit anderen Worten schließt sich an die Benutzung eines Geschehens, welches üblicherweise aus der Benutzung eines Werkzeuges herrührt, ein weiteres Geschehen an, auf welches wir also indirekt hinwirken, das heißt nicht bloß durch die Anstrengung unseres Körpers.

Beziehen wir auf die nämliche Weise ein Geschehen ein, auf welches wir nicht selbst hinzuwirken brauchen, beziehungsweise es auch gar nicht können, so benutzen wir dieses Geschehen nicht, sondern nutzen es aus, in welchem Falle die Absicht der Entfesselung ebenfalls in fremdes Belieben, nämlich das der ausgenutzten Kräfte, gestellt wird.

Und wo ich gerade von Falle spreche, selbstverständlich ist auch eine Falle ein Beispiel von Überlassung, genauer gesagt Rüstung, wobei es bei ihr ihrem potentiellen Opfer überlassen wird, sich von ihr zwingen zu lassen.

Bücher wiederum, und auch dieser Blog, überlassen es ihren Lesern, die in ihnen enthaltenen Vorstellungen zu evozieren.

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17. Mai 2018

Being an inspector

Why is it, that my heart rejoices, when I see a pupil blossom into the best shape he could possibly be, keeping his master's words in his heart, waiting to apply them, or when a homemaker blossoms into the best shape she could possibly be, turning an estate into a bastion of beauty and independence, but when I then think about what it means for an inspector to blossom into the best shape he could possibly be, I'm struck by a sudden feeling of incongruence that makes me burst out with laughter?

For make no mistake, it is most fortunate for the world, when an inspector blossoms into the best shape, he could possibly be.

Yet...

I think it is, because I'm born of shame. If there was no shame, where there is pride, I would not be.

Those other growths fill you with pride, my growth leads to an ever clearer sense of shame.

I am the yew in the garden: You have to suck the flesh from the berries to find them sweet, naively chewed, you'll find them to the utmost bitter.

Now, when the harvest comes, those who bear treasures can bring them into the edifice of my observations and digesting them they won't be harmed, which I know and knowing too the torment that bad teachings cause, I do feel proud of that. I haven't produced weapons to the order of anybody's vanity. I've written about duties, hopes and limitations.

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