.edu .org .at .ch .de .uk Blogger hier
Bereitschaftsfront

„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
Eesti
English

13. Oktober 2019

Von der Notwendigkeit der richtigen Seite zu entkommen.

Nicht jeder strebt danach, sich an einer gemeinschaftlichen Darstellung zu beteiligen. Doch auch jene, welche es nicht tun, müssen das Gesetz, welches zwischen verschiedenen Darstellungen herrscht, anerkennen, nämlich die Mißgunst.

Der Mensch wird nicht zum Krieg gezwungen, der Mensch sucht den Krieg, weil der Geist der Darstellung sich den Menschen einverleibt und darum keine Konkurrenz duldet. Und deshalb überlegen sich auch jene, welche der Darstellung abhold sind, was sie zu tun haben, um auf der richtigen Seite zu stehen.

Die richtige Seite ist unter den gemachten Voraussetzungen aber immer jene, welche sich als verletzender und zerstörerischer erweist, denn zwischen verschiedenen Seiten gibt es nur den Druck, welcher darauf wartet, daß eine Seite zerbricht.

Aber ebenso, wie die Dämonen der Darstellung eifersüchtig auf einander sind, ist es auch Gott auf sie und fordert uns für Sich. Und deshalb müssen wir der richtigen Seite entkommen, indem wir aus dem uns zu leiten trachtenden Zwang ausbrechen.

Ausbrechen müssen wir aus einer uns vereinnahmenden Darstellung immer. Die Frage ist nur, wie früh es uns gelingt, den Zwang zu brechen. Wir können den Zwang immer in uns brechen, indem wir bereit sind, uns zu opfern. Dann haben wir unsere Nachwirkung bewahrt. Oder es gelingt uns, ihn vor uns zu brechen. Je nachdem, wie umfassend uns das gelingt, bewahren wir so das Potential in unserem Leben oder sogar das Ziel, zu welchem wir zu gelangen suchen.

Das Mittel dazu ist stets das Gebet. Das Heilige will ergriffen sein. Im Heiligen liegt seine eigene Kraft.

Labels: , , , , , , , ,

12. Oktober 2019

A message from the past.

Any organisation whose funding grows with its effect on public policy will consider itself qualified to rule.

Any such organisation whose growth continues will replace the governing system with its own hierarchy.

Being able to get public support for ever more encompassing blackmail is a skill on which such an organisation can be founded.

That's what Plato said in The Republic.

Labels: , , , , , , , ,

The most recent fall from gratitude.

I wondered yesterday, why people stopped being nice. It was not entirely by accident. First off, being nice is the same as being grateful, you will not find the one and not the other. Now, I have written a post that explains in the most general terms how gratitude dies, namely Dankbarkeit, Darstellung und Eitelkeit, i.e. forms of government that rely on people's display of an ideal of reason, matchedness or power channel gratitude into the relief that the display is flawless, which causes gratitude to die in the shadow of vanity.

This process did according to my considerations already start some 500 years ago. But in the case of the United States it didn't touch the mass of the people before 1950. I observed that fact yesterday, but I didn't explain it. The explanation is however given by a number of films from the era, e.g.
  • The Apartment,
  • Lover Come Back,
  • The Thrill of It All,
i.e. the necessity to integrate the American public into the modern working environment. And the way that was done was by way of displayed grandiosity (of which the listed films are all somewhat critical).

The German ingratitude has other causes. But you see that systemic tendencies finally get through.

Labels: , , , , , , , ,

Zeugnis und Gebet

Wir haben unser Leben zum Zeugnis empfangen, als Rahmen all unserer Träume. Und was in seinem Schein unser Herz erfüllt, nimmt unsere Gebete mit sich. Doch alle Sünde ist Sorglosigkeit, Anteilnahmslosigkeit gegenüber der Gabe. Und so ist das Gebet der Sünder verbannt.

Labels: , , , , , , , ,

11. Oktober 2019

From nice to cynical in five steps.

I always have to go back to the Thin Man movies to find people I can relate to. Consider the necessity that links this chain together:
  • the actors of the 30s were nice,
  • the actors of the 50s were accommodating,
  • the actors of the 70s were overbearing,
  • the actors of the 80s were demanding,
  • the actors of the 2000s were bitter,
  • the actors of the 2010s are cynical.
The difference between nice and accommodating is of course external, somebody asking a nice person to do something that doesn't come naturally to him. In this case: to act grandiose.

But then... the grandiose example breeds overbearing followers, the overbearing example breeds demanding followers, the demanding example breeds bitter followers and the bitter example breeds cynical followers.

Down the drain. And all because of the likes of Gregory Peck? And I really like the man (because of his modest self irony). You really do reap what you sow. An experiment in self governance it surely is, only not particularly sacred - nor blessed.

It would of course be nothing. Except for the fact that it is real.

Labels: , , , , , , , , ,

10. Oktober 2019

Die deutsche Behelfung

Der befindliche Geist kommt definitionsgemäß während der Timokratie an die Macht. Er befindet sich dabei stets in einer Lage, welche er unter erheblichen Schwierigkeiten gestalten muß, und er herrscht aus dem Grunde, daß er Menschen beseelt, welche über die dazu notwendige Qualifikation verfügen. Ein historisches Beispiel wird durch die Regierungszeit Wilhelms I von England gegeben.

Soweit die natürliche Situation. Allgemein bekannterweise brach die gegenwärtige Herrschaft der Unvernunft in Deutschland aber nicht auf natürliche Weise an, sondern in Folge der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Eine Weile litt Deutschland die Herrschaft der Unvernunft, aber nach 14 Jahren hatten die Deutschen die Nase voll. Und dann entschieden sie sich für eine Konstruktion, welche bis heute anhält, nämlich die deutsche Behelfung.

Der Kerngedanke der deutschen Behelfung besteht darin, daß das auf die Darstellung der Vernunft getrimmte deutsche Volk unmöglich der Herrschaft der Unvernunft ausgesetzt werden kann, daß es vielmehr notwendig ist, es durch geeignete Ämter zu behelfen derart, daß diese es dadurch, daß sie sich den unter der Herrschaft der Unvernunft herrschenden Kräften der Opportunität stellen, von jenen abschirmen.

Mit anderen Worten haben sich die Deutschen dazu entschieden, den annehmlichen Geist rein zu erhalten, indem sie dem befindlichen Geist Regierungsaufgaben künstlich übertragen haben.

In Deutschland ist es nämlich so: Entweder man beteiligt sich an der Darstellung der deutschen Tugenden, welche noch aus der Zeit des Feudalismusses herrühren, oder man beteiligt sich zurechtfindend als Führungskraft oder gestaltend als Wirtschaftsplaner.

Da der befindliche Geist aber künstlich zu diesen Würden kommt, gleicht das Schauspiel in etwa dem, wie wenn man Manager aus Sammlern und Jägern rekrutierte oder Wirtschaftsplaner aus Ackerbauern.

Ich bin so ein Ackerbauer und weiß, daß ich ein Ackerbauer bin und kein Wirtschaftsplaner. Der befindliche Geist, ebenso wie der heilige Geist, herrscht nicht über darstellende Untertanen. Die Darstellung beginnt erst, nachdem die transformative Kraft des heiligen und befindlichen Geistes erschöpft ist, mit anderen Worten sobald sich der Glaube persönlich verkörpert, wenn die Erneuerung der Achtung oder Lust abgeschlossen ist.

Ich kann und ich werde nicht auf ein Feld gehen, welches Gottes Segen nicht hat. Das Korsett der deutschen Behelfung sieht Gottes Willen nicht vor. Es hält seinen Träger für selig und einzig der Seligkeit wert, und meines Erachtens ist beides falsch. Es leugnet den Glaubenszykel. Es leugnet die Geschichtlichkeit des Christentums.

Labels: , , , , , , , , , ,

8. Oktober 2019

Die Formen der passiven individuellen Abhängigkeit von der gesellschaftlichen Darstellung

Mit der gesellschaftlichen Darstellung sind die im gestrigen Beitrag beschriebenen Darstellungen gemeint. Und die passive individuelle Abhängigkeit ergibt sich daraus, sich von der gesellschaftlichen Darstellung leiten zu lassen.

Ich will aber nicht lügen. Die Grundlage für diesen Beitrag bildet ein Verlangen nach bestimmten Filmen, welches mich gestern abend überkam, und im speziellen nach Charade. Hepburn's Ausruf I feel like lots of people tonight. bringt den Kerngedanken dessen, worum es mir hier geht, vielleicht am besten auf den Punkt.

Allerdings hat es sich so ergeben, daß die Liste der sechs Filme, welche ich sehen wollte, auf geradezu lächerlich saubere Weise unter die drei Reaktionsmuster gebracht werden kann, und so werde ich die Angelegenheit nun also präsentieren.

Betroffenheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Aufgreifen einer Begeisterung, zu sehen in Charade.
  • Nachkommen eines Aufrufs, zu sehen in Never Say Never Again1.
Bedrängtheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Einfügung in eine Gesellschaft, zu sehen in The Whole Nine Yards.
  • Gesichtswahrung in einer Gesellschaft, zu sehen in Fletch.
Beholfenheit durch die gesellschaftliche Darstellung.
  • Einsetzung als eine Autorität, zu sehen in Ghostbusters II.
  • Anerkennung einer Autorität, zu sehen in 1941.
Die übrigen Fälle sind alle recht transparent, aber zu 1 muß ich etwas mehr sagen. Der Grundgedanke des Films ist, daß der Demokratie von Zeit zu Zeit der Hintern versohlt werden muß, damit sie, wie wenn eine wertvolle Statue ihr in die Arme gelegt wird, sich darauf besinnt, ihrer Verpflichtung zur Erhaltung der von ihr geschätzten Darstellung nachzukommen. Domino Petachi's plötzliche Gemahnung an ihre Pflicht ihrem Bruder gegenüber ist das menschliche Kernstück des Films.

Betroffenheit also durch Besitz und Verlust, Bedrängtheit durch Erwerb und Erhaltung und Beholfenheit durch den Empfang eines Amtes oder den eines Amtsträgers. Wie gesagt, geradezu lächerlich sauber.

Mir persönlich sind diese passiven Abhängigkeiten fremd, ich halte grundsätzlich nichts vom annehmlichen Geist, aber das war natürlich nicht immer so. Man wird in diese Welt geboren und gerät in diese Abhängigkeiten. Man versucht zurechtzukommen, aber dabei bemerkt man auch schon, daß der eigene Weg ein andrer ist, nicht passiv, sondern aktiv.

Es ist aber doch bemerkenswert, wie oft Filme die Prägbarkeit der Passiven aufgegriffen haben. Es ist ja fast so etwas wie eine Art Verspottung, wenn man bedenkt, welche Rolle Filme für die gesellschaftliche Darstellung spielen. Andererseits wird ein passiver Kinobesucher die Eindrücke eines passiven Leindwandhelden jedenfalls nachvollziehen können. Und jedes solche Nachvollziehen birgt Bedeutung. Innerhalb der dabei verfolgten Formen der Abhängigkeit. Geschichten von Abhängigen für Abhängige.

Labels: , , , , , , ,

Synchronising the Platonian sequence of forms of ruling with the cycles of the I Ching

I'm writing this post, because I have to. In the case of the Indo-European cycle I'm relying on European history from 1200 A.D. onward (in the most abstracted way). But in the case of the Semitic and the Tibeto-Japanese cycle I'll allow myself to guess. The major goal here is to show that the Platonian sequence and the cycles of the I Ching are separate, but combinable things.

The Indo-European cycle.
  • aristocracy: rule of care (mountain),
  • timocracy: rule of ruthlessness (fire),
  • oligarchy: rule of heed (the abysmal),
  • democracy: rule of opportunity / unreason (lake),
  • tyranny: too brief to matter.
The Tibeto-Japanese cycle.
  • aristocracy: too brief to matter.
  • timocracy: rule of ruthlessness (fire),
  • oligarchy: rule of heed (the abysmal),
  • democracy: rule of measuredness (wind),
  • tyranny: rule of Lust [German] (thunder).
The Semitic cycle.
  • aristocracy: rule of care (mountain),
  • timocracy: rule of measuredness (wind),
  • oligarchy: rule of Lust (thunder),
  • democracy: too brief to matter,
  • tyranny: rule of opportunity (lake).
The definitions of the Platonian forms of ruling are given in the previous post. There might be some objections on whether they coincide with Plato's meaning in the case of timocracy and tyranny. Arguably my definitions of these are more benign.

The only statement made in the above that I'd like to highlight is that the Semitic king (i.e. the ruler of Lust) earns his recognition through cleverness (as is the rule for oligarchy), whereas the Tibeto-Japanese king earns it through power (as is the rule for tyranny). The former, although looked up to, has to play the game better than the rest and hence rely on allies (oligarchy), whereas the latter can count on voluntary subordination (tyranny).

It is true that I've used the term tyrant in a different sense before, more along the lines of a Semitic king as described here, but I was only concerning myself with the question of what makes a successful tyrant then, without allowing for regal recognition. But it might be better from a systemic point of view not to use that as the distinction, but to place the tyrant within the Platonic scheme and the king within the scheme of the I Ching.

As for the latter: The ruler of Lust channels the desires of his subjects, gives everybody a share in his regal fate. No fate is independent of his, and his ambition is the horizon under which his subjects live. His subjects might out of regard voluntarily subordinate themselves, but they may also not, the former choice making a tyrant. And vice versa there might be voluntary subordination, but no sense for the expression of the common will in the tyrant, let's say, when he's simply a hardened warrior or robber.

The right name for this tyrant who is no king is probably duke.

Labels: , , , , , , ,

7. Oktober 2019

Zu den platonischen Herrschaftsformen

Mir ist auf meinem heutigen Spaziergang die politische Bewandtnis der Weltverhältnisse und Auftrittsformen der Seele aufgegangen, nämlich daß sie die platonischen Herrschaftsformen, also Aristokratie, Timokratie, Oligarchie, Demokratie und Tyrannei, dialektisch (im platonischen Sinne) herleiten.

Zunächst fragen wir danach, ob eine Herrschaft auf einer Verbindung mit der Welt beruht oder nicht. Beruht sie auf einer Verbindung, so fragen wir danach, ob die Verbindung allgemein ist oder speziell. Beruht sie auf keiner Verbindung, so fragen wir danach, welchen Seelenteil die Herrschaft also darstellt. Und damit haben wir die folgenden fünf Fälle:
  • Aristokratie: allgemeine Verbundenheit, Einfindung und Segnung,
  • Timokratie: spezielle Verbundenheit, Zurechtfindung und Gestaltung,
  • Oligarchie: Darstellung der Vernunft,
  • Demokratie: Darstellung der Abgestimmtheit,
  • Tyrannei: Darstellung der Macht.
Die Sache mit der Darstellung möchte ich im weiteren genauer betrachten. Zunächst einmal beruht jede Darstellung auf der Vorstellung dessen, was darzustellen ist. Diese bildet das Gesetz der Gesellschaft. Genauer gesagt informiert sie die folgenden Umgangsformen:
  • Oligarchie: Anfechtung,
  • Demokratie: Akzeptanz,
  • Tyrannei: Unterordnung.
In der Tyrannei ordnen sich die Bürger also denjenigen unter, welche die Macht vorstellungsgemäß darstellen, und diese Pyramide läuft in einer Spitze zu, in der Demokratie akzeptieren sie diejenigen, welche die Abgestimmtheit vorstellungs- (oder sitten-)gemäß darstellen, und das umfäßt das Volk, und in der Oligarchie fechten die Bürger nach Kräften diejenigen an, welche die Vernunft vorstellungsgemäß darstellen, wodurch es zu einer Selektion der Vernünftigsten kommt.

Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn es unter bestimmten Umständen möglich ist, ungestraft Gewalt anzuwenden, also wie bei den europäischen Adelshäusern anno dazumal oder bei den Mafiafamilien heute. Das Ergebnis ist stets eine Oligarchie mit feudalen Zügen.

Anfechtung, Akzeptanz und Unterordnung sind Vernunft, Abgestimmtheit, beziehungsweise Macht inhärent, letztere ohne erstere gar nicht denkbar. Und aus diesen sie hervorbringenden Umgangsformen ergibt sich die quantitative Form der in ihrer Darstellung bestehenden Herrschaft.

Die die Umgangsformen informierende Vorstellung wird dabei von den Oligarchen, Demokraten oder Tyrannen nicht angetastet. Sie ist ein Erbteil, dessen Abänderung die Grundlage der politischen Macht zerstörte, was den gegenwärtigen Machthabern nicht recht sein kann. Allerdings ist insbesondere die Tyrannei anfällig dafür, daß sich die Untertanen für eine andere Vorstellung begeistern. In der Demokratie ist dies ganz unmöglich, je reicher und bürgerlicher, desto gesitteter, und in der Oligarchie vielfältig erschwert, so daß sich der unter den vorherigen Herrschaftsformen erarbeitete Vorstellungskatalog stufenweise bis in die Tyrannei fortsetzt: die Oligarchen formen noch die Sitten, die Demokraten noch die Vorstellung der Macht.

Darin sind viele Rahmenbedingungen enthalten, welche der weiteren Geschichte des Abendlandes ein deutlicheres Antlitz geben:
  • Sekunde zu Terz erfolgt unter konstanter Anfechtung als Darstellungsbruch der Abgestimmtheit durch Unterordnung,
  • Terz zu Terz erfolgt als Darstellungsbruch der Vernunft und Macht durch Akzeptanz, Zurechtfindung und Gestaltung,
  • Auflösung der Terz erfolgt als Darstellungsbruch der Abgestimmtheit durch die Verallgemeinerung der Zurechtfindung und Gestaltung zu Einfindung, beziehungsweise Segnung.
Das ergibt durchaus Sinn. Der Punkt, an welchem ein neues Zutrauen unter den Menschen entsteht, sollte derselbe sein, an welchem die Menschen eine neue Verbindung mit der Welt aufbauen, vergleiche auch den vorigen Beitrag. Haben sie dann aus diesem Zutrauen heraus ihre Lage hinreichend stabilisiert, so können sie sich der Zukunft widmen.

Freilich, Darstellungsbrüche sind stets mit Teufelsaustreibungen verbunden, und viel Unheil wird zu Tage treten.

Labels: , , , , , , , ,

5. Oktober 2019

Das Paradox der Freiheit

Das Paradox der Freiheit lautet:
Der freie Mensch ist gebunden und der gebundene Mensch frei.
Wir werden das nach dem folgenden genau verstehen. Der Schlüssel zu ihm liegt in der Frage nach dem Ursprung des Guten:
  • Entspringt das Gute der Wahrnehmung oder
  • dem Willen oder
  • der Tat?
Je nachdem, wie wir das beantworten, kommen wir zu unterschiedlichen Ansichten darüber, was wir sind und worin unsere Aufgabe besteht, nämlich
  • wenn es der Wahrnehmung entspringt, so sind wir zur Mitteilung berufene Ansammlungen,
  • entspringt es dem Willen, so sind wir zur Unterstützung berufene Keime und
  • entspringt es der Tat, so sind wir zur Darstellung berufene Eigengeschöpfe.
Wie ich im Beitrag Aktions- und Reaktionsmuster ausführte, versucht der Mensch von der Wahrnehmung zum Wollen, vom Wollen zur Tat und von der Tat zur Wahrnehmung zu gehen. Und die entscheidende Frage hier ist, ob der Wille in der betrachteten Wegstrecke der Tat vorangeht oder nicht. Letzteres ist nur in der Abfolge Tat, Wahrnehmung, Wille der Fall, dem Studieren. Beim Empfangen (Wahrnehmung, Wille, Tat) und beim Verfolgen (Wille, Tat, Wahrnehmung) ist ersteres der Fall, wobei wir die Wegstrecke mit dem Ursprung des Guten beginnen lassen. Ist ersteres der Fall, so erfüllt das Gute unseren Willen, bevor es unser Tun erfüllt, sonst aber nicht: vielmehr studieren wir den Wert der Darstellung des von uns gewählten Guten. Und das Problem damit ist, daß wir auf diese Weise zu Konkurrenten werden, welche jeweils ihre Darstellung vorherrschen sehen wollen, wie ich es in den Beiträgen Die Dämonen der Mißgunst und Die Auftrittsformen der Seelenteile dargelegt habe.

Wer sagt, das Gute verzaubere uns, erzieht uns zu Brüdern. Wer sagt, das Gute sei uns in unser Herz gelegt, erzieht uns zu Mitstreitern. Wer aber sagt, das Gute entstehe aus unserer Entscheidung für es, der erzieht uns zu Konkurrenten.

Die Konkurrenten aber sind durch Mißgunst gebunden, wiewohl in der Erzeugung des Guten frei, wohingegen Brüder und Mitstreiter an das Gute gebunden sind, dafür aber von den Dämonen der Mißgunst frei.

Der Teufel wird einwenden, daß die Mitstreiter doch Parteien bilden werden, welche sich bekriegen, doch so ist die Natur des Guten nicht, daß es die Herzen gegen einander füllt. Vielmehr füllt es die Herzen der Menschen neben einander.

Und um den Gegensatz in der Freiheit, um welchen es hier geht, noch deutlicher zu machen, seien diese beiden Zyklen betrachtet, nämlich der provinzielle Versauerungszyklus und der koloniale Verjüngungszyklus.

Provinzieller Versauerungszyklus.

Die Provinz ist zur Darstellung der Staatsdoktrin verdonnert, auf deren Gestaltung sie keinen Einfluß hat.

Auf diese Weise ergibt sich der folgende Teufelskreis:
  • Vorhersehbarkeit der Ideen,
  • Desinteresse,
  • Rückzug der Öffentlichkeit aus der Debatte,
  • Stärkung der Unangefochtenheit der Staatsdoktrin,
welcher eben den provinziellen Versauerungszyklus bildet. Richard Wagner war in dieser Hinsicht sehr feinfühlig und hat gegen Ende seines Lebens ganz richtig prophezeit, was Deutschland diesbezüglich zu erwarten hatte.

Allerdings war dem einfachen preußischen Beamten gar nicht klar, daß seine Oberen sich als Eigengeschöpfe betrachteten. Er selbst sah sich als Mitstreiter. Doch die Politik den anderen deutschen Teilstaaten gegenüber wurde selbstverständlich durch die Philosophie der Oberen bestimmt.

Kolonialer Verjüngungszyklus.

Kolonien wurden selbstverständlich nur zur Unterstützung gegründet, doch was im Rahmen der Christianisierung für die Mitteilung unternommen wurde, unterscheidet sich nicht wesentlich.

Der koloniale Verjüngunszyklus ist also folgender:
  • neue Verantwortungsbereiche,
  • neue Ideen,
  • Interesse,
  • Einbringung der Öffentlichkeit in die Debatte,
  • neue Institutionen.
Das Überlassen der Verantwortung, welche die Freiheit ausmacht, ist der Grund für das Wachstum, und zugleich die Folge dessen, daß die eigenen moralischen Ansichten nicht als das eigene freie Werk angesehen werden, sondern als Gegenstand gemeinsamer Gebundenheit. So sehr diejenigen, welche Moral für menschengemacht halten, die Sache auch simulieren wollten, es steht ihnen doch die eigene Überzeugung, daß ihre Moral durch dominante Darstellung erzeugt werden muß, im Wege. Sie selbst sind gebunden und ihre Untertanen binden sie auch, wenn sie ihnen auch eine Spielwiese und etwas Auslauf lassen, nachdem sie hinreichend sicher konditioniert wurden.

So schwer fällt es nicht, eine solche Täuschung zu erkennen. Das Paradox der Freiheit gilt, gleich wie wenig es manchen behagt.

Labels: , , , , , , , ,

4. Oktober 2019

Die Auftrittsformen der Seelenteile

Indem wir unsere Betonung eines Seelenteils offen zur Schau stellen, lassen wir denselben auftreten. Dabei gibt es jeweils zwei Weisen, ihn zu betonen, nämlich einmal als eigene Stärke und das andere als fremde Schwäche, also einmal achtend und das andere verachtend. Der achtenden Weise begegnet die Umwelt mit Anschlußbereitschaft, der verachtenden mit Kampfeswillen.

Allerdings ist die Unterscheidung zwischen achtender und verachtender Betonung keine sich gegenseitig ausschließende, und so kommt es auch zu gemischten Begegnungen.

Betrachten wir die Seelenteile im einzelnen.

Die Sorge tritt achtend als Vernunft auf und verachtend als Täuschung. Der Anschluß an die Vernunft ist das Studium und der Kampf gegen die Täuschung die Aufklärung.

Die Achtung tritt achtend als Abgestimmtheit auf und verachtend als Überrumpelung. Der Anschluß an die Abgestimmtheit ist die Anpassung und der Kampf gegen die Überrumpelung das Einhaltgebieten.

Die Lust tritt achtend als Macht auf und verachtend als Zwang. Der Anschluß an die Macht ist die Andienung und der Kampf gegen den Zwang der Widerstand.

Ein paar Bemerkungen. Die so genannte Aufklärung kämpft genauso wenig gegen Täuschung wie die so genannte Resistance (gegen Trump) bisher gegen Zwang kämpft. Indes haben die Vereinigten Staaten in ihrer Außenpolitik traditionell die Lust auftreten lassen, sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch. Unter Obama allerdings trat militärisch die Sorge auf, und zwar als Täuschung, und dieser Auftritt hat zu einer wahrhaftigen Aufklärung geführt. Zur besseren Einordnung möchte ich noch drei Filme angeben, in welchen die drei Seelenteile sowohl achtend als auch verachtend auftreten, nämlich
  • die Sorge in Charley Varrick,
  • die Achtung in The Italian Job und
  • die Lust in Escape from New York,
die Welt im ersten Film wird von Vernünftigen getragen, im zweiten von Abgestimmten und im dritten von Mächtigen, welche dabei auch zu Täuschung, beziehungsweise Überrumpelung oder Zwang greifen.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Im Beitrag Die Dämonen der Mißgunst habe ich die Formen der Feindschaft zwischen verschiedenen Darstellern behandelt und hier die Weisen, in welchen Darsteller einander erscheinen. Zusammen bilden die beiden Beiträge Taktik und Psychologie der Konkurrenz ab.

Labels: , , , , , , , , , ,

3. Oktober 2019

Zum Glaubenszykel: Kritische Sammlung, konservativer Aufbruch

Es gibt Zeiten der Sammlung, wann alles zur Debatte steht, und Zeiten des Aufbruchs, wann alles herrlich austritt.

Wer den Schub in seinem Rücken spürt, den hält, was er von Herzen versteht, auf der gerechten Bahn.

Labels: , , , , , ,

1. Oktober 2019

Some literary background

   Nous causâmes aussi de l'univers, de sa création et de sa future destruction; de la grande idée du siècle, c'est-à-dire du progrès et de la perfectibilité, et, en général, de toutes les formes de l'infatuation humaine. Sur ce sujet-là, Son Altesse ne tarissait pas en plaisanteries légères et irréfutables, et elle s'exprimait avec une suavité de diction et une tranquillité dans la drôlerie que je n'ai trouvées dans aucun des plus célèbres causeurs de l'humanité. Elle m'expliqua l'absurdité des différentes philosophies qui avaient jusqu'à présent pris possession du cerveau humain, et daigna même me faire confidence de quelques principes fondamentaux dont il ne me convient pas de partager les bénéfices et la propriété avec qui que ce soit. Elle ne se plaignit en aucune façon de la mauvaise réputation dont elle jouit dans toutes les parties du monde, m'assura qu'elle était, elle-même, la personne la: plus intéressée à la destruction de la superstition,: et m'avoua qu'elle n'avait eu peur, relativement à son propre pouvoir, qu'une seule fois, c'était le jour où elle avait entendu un prédicateur, plus subtil que ses confrères, s ‘écrier en chaire: « Mes chers frères, n'oubliez jamais, quand vous entendrez vanter le progrès des lumières, que la plus belle des ruses du diable est de vous persuader qu'il n'existe pas ! »
   Le souvenir de ce célèbre orateur nous conduisit naturellement vers le sujet des académies, et mon étrange convive m'affirma qu'il ne dédaignait pas, en beaucoup de cas, d'inspirer la plume, la parole et la conscience des pédagogues; et qu'il assistait presque toujours en personne, quoique invisible, à toutes les séances académiques.


- Charles Baudelaire: Le Joueur généreux
I'll let it stand like this. Not to get anything wrong, you may copy it into translate.google.com. Dostoevsky was obviously impressed by this. So here's his take, this time translated.
   “That is an artful and traitorous idea. A smart notion,” vociferated the clerk, “thrown out as an apple of discord. But it is just. You are a scoffer, a man of the world, a cavalry officer, and, though not without brains, you do not realize how profound is your thought, nor how true. Yes, the laws of self-preservation and of self-destruction are equally powerful in this world. The devil will hold his empire over humanity until a limit of time which is still unknown. You laugh? You do not believe in the devil? Scepticism as to the devil is a French idea, and it is also a frivolous idea. Do you know who the devil is? Do you know his name? Although you don’t know his name you make a mockery of his form, following the example of Voltaire. You sneer at his hoofs, at his tail, at his horns — all of them the produce of your imagination! In reality the devil is a great and terrible spirit, with neither hoofs, nor tail, nor horns; it is you who have endowed him with these attributes! But . . . he is not the question just now!”
   “How do you know he is not the question now?” cried Hippolyte, laughing hysterically.
   “Another excellent idea, and worth considering!” replied Lebedeff. “But, again, that is not the question. The question at this moment is whether we have not weakened ‘the springs of life’ by the extension . . . ”
   “Of railways?” put in Colia eagerly.
   “Not railways, properly speaking, presumptuous youth, but the general tendency of which railways may be considered as the outward expression and symbol. We hurry and push and hustle, for the good of humanity! ‘The world is becoming too noisy, too commercial!’ groans some solitary thinker. ‘Undoubtedly it is, but the noise of waggons bearing bread to starving humanity is of more value than tranquillity of soul,’ replies another triumphantly, and passes on with an air of pride. As for me, I don’t believe in these waggons bringing bread to humanity. For, founded on no moral principle, these may well, even in the act of carrying bread to humanity, coldly exclude a considerable portion of humanity from enjoying it; that has been seen more than once.
   “What, these waggons may coldly exclude?” repeated someone.
   “That has been seen already,” continued Lebedeff, not deigning to notice the interruption. “Malthus was a friend of humanity, but, with ill-founded moral principles, the friend of humanity is the devourer of humanity, without mentioning his pride; for, touch the vanity of one of these numberless philanthropists, and to avenge his self-esteem, he will be ready at once to set fire to the whole globe; and to tell the truth, we are all more or less like that. I, perhaps, might be the first to set a light to the fuel, and then run away. But, again, I must repeat, that is not the question.”

- Fyodor Mikhailovich Dostoevsky: The Idiot
Evidently Baudelaire and Dostoevsky are saying the same thing, namely that a scientific administration that is deciding the fates of people by adjusting numbers is very much in danger to succumb to petty motives behind its clean desks and do distant harm by decree. So much for the meaning of:
The greatest trick the Devil ever pulled was convincing the world he didn't exist.
In other words: Baudelaire and Dostoevsky foresaw the rising trajectory of callousness at its lift-off in the 19th century.

Labels: , , , , , ,

30. September 2019

Spiritual guidance

Although the post God-Talk was in no way about the Catholic Church, this picture simply
being a quote from an earlier post, the Catholic Church does have a systemic interest in the belief in an evil intelligence, not amongst Catholics, but amongst Non-Catholics, for it weakens the sola scriptura, sola gratia, sola fides argument, in that it casts doubt on gratia and fides.

I've written a post on grace, but that was just for recognising it, not for discussing any of the more difficult questions concerning it. I've dealt with those in some posts I've written in German on superstition. But Philip Kindred Dick is an excellent case study in himself and so I may use his in addition to my own experiences in order to discuss these things again.

Dick described at least two spiritual influences he came under, namely the I Ching and Diana, and it's of course both times just people and God who participate. Although in a state of grace, Dick was involved in what I would call muddled forms of inspiration and prayer. The I Ching, when used by a graced person, can conjure up the situation it describes. It happened to me four times, the last of these accidentally, that is, I thought I was safe, but wasn't. This happens when you ask the I Ching what will happen to you next. Dick counseled in favour of it, I against it, because I don't like excitement. If you do it however and the situation arises, do what the I Ching said, or it will be bad. The situations that the I Ching describes are luckily not all life or death, but it's still wiser not to conjure up one of them every time you're flipping the coins.

This is a misguided prayer. You don't have a real interest in it. It's frivolous, and it's you, who's in danger of paying for it. Just like Dick, I've come to ask the I Ching other questions. Dick asked it what to write about and that is safe. I ask it, what my inner thought is and that is safe as well.

Is there an I Ching spirit? Is the devil hiding behind the I Ching? Neither. It's just that you have developed a confidence in your ability to get results. I have never sensed any intelligence in the I Ching other than my own. Still a double miracle remains: Why do I flip the coins in such a way that the answers make sense? And how can I conjure up situations? Well, because I'm graced, with God's help. But that doesn't mean that I should do it.

Then again I don't want to be hypocritical. It's nice to know that such things exist. So why not take a look at them? (If you don't have to fear God's vengeance. You may after all get Nothing furthers. from the I Ching.)

In the case of Dick's contact with Diana some other intelligence than his was in play. That might have been God's or some other person's. I had this kind of experience only once and the information contained was minimal, yet still consisted of something that I did not know, namely the meaning of the name Tariq. It felt like a human intelligence, though I can't argue the point. Dick on the other hand didn't just receive a pure thought as I did, without even a voice, he imagined all kinds of things surrounding his contact.

The point is: That means nothing. Dick himself let Diana tell him that he would never understand what she was. This is who we are. My approach to all this is the same as Heisenberg's: Never mind the model, just isolate the information, though I allow myself a conjecture once in a while so that I may test hypotheses.

As a student of these matters I can tell you that you can perceive a distant person's thought, give a distant person a thought, think of the same thing as another person at the same time, conjure up situations that align with your belief, even when it's a stupid superstition. That's all quite real. The question is: What do you make of it and how do you wield it?

Monotheism is Occam's Razor in action. God moderates these things, on occasion He may reveal His intelligence. He definitely has an intelligence, because His moderation betrays one. You can make it more complicated, but it will do you bad, make your belief superstitious and then you will start conjuring up situations according to your superstition.

In other words, you have to stay in the light so that you can be a light in the world. Mental discipline is important. Now, a person in a state of grace may get himself tangled up as well, but grace pretty much means that his nature strives for the light, so usually no bad will come of it.

In particular Dick is a beacon of light in spite of all his muddled thought.

This is the spiritual reality. Through this you have to find your course when you discover it. You have to deal with your own faults. And then on top of it with a superhuman evil intelligence?

That would overwhelm you. You'd run to the Catholic Church and cry for help and it'd tell you that you're safe.

As vigorously as a person can be seized by bad spirits, it's just succumbing to lower pressures. The highest spirit is always depending on its standing in the eyes of God, according to it it suffers or is graced. And therein lies our guarantee: That God deals out creation.

Labels: , , , , , , , ,

Formen der Gefaßtheit

Die im Beitrag Ideelle Eindrücke beschriebenen Eindrücke der Gefaßtheit treten in unterschiedlichen Formen auf, abhängig davon, worauf wir gefaßt sind.

Dies könnte man sicherlich auf vielerlei Weisen weiter unterscheiden, doch mir geht es immer nur um solche Weisen, welche mir selbst als Eindrücke etwas bedeuten, und nachdem ich meinen unterschiedlichen Eindrücken eine Weile nachgespürt hatte, ist mir das Prinzip ihrer Heterogenität klar geworden, nämlich, daß wir darauf gefaßt sind, einem Gesetz zu folgen, einen Weg zu bewältigen oder uns in ein Schicksal zu fügen (und dadurch etwas zu hinterlassen).

Diese drei Formen werde ich hier also genauer betrachten:
  • die Berufenheit ist auf das Gesetz gefaßt,
  • der Wagemut ist auf den Weg gefaßt und
  • die Eingeholtheit ist auf das Schicksal gefaßt.
Dabei ist oftmals so, daß die Trennung vom Gegenstand uns den Eindruck der Gefaßtheit auf ihn erwarten läßt.

Wenn uns unser Leben wertlos erscheint, so erwarten wir, berufen zu werden. Wenn uns unser Leben leer erscheint, so erwarten wir, uns auf den Weg zu machen. Und wenn uns unser Leben behütet erscheint, so erwarten wir, vom Schicksal eingeholt zu werden.

Heute vor 64 Jahren kam The Trouble with Harry in die Kinos. Ich sah den Film gestern abend, und die Abhängigkeit der Dorfbewohner von der sie umgebenden Idylle lag mir schwer auf dem Herzen. Wie sie alle nur darauf warten, daß sich das Schicksal ihnen offenbare. Und das tut es dann ja auch in Form der beiden Liebschaften.

Ich selbst erinnere mich an den Anfang meiner Studienzeit, als ich mich fühlte wie auf einem Bahnhof, und auch oft auf Bahnhöfen war, vor allem Sternschanze. Ich wußte nicht, wozu das alles. Es gefiel mir besser als die Schule und die Bundeswehr, aber letztlich war ich alleine auf einer ungewissen Bahn durch's Sonnensystem. Etwas mußte mich doch berufen.

Und was den Wagemut angeht, da gibt es die Ritterlichkeit und auch ganz profan den Hunger, welcher einem Beine macht.

Indes muß es auch eine Gefaßtheit geben, welche sich nicht aus unserer individuellen Suche ergibt, einen Eindruck, welcher sich von Mensch zu Mensch fortpflanzt, die Berufenheit zur Verständlichmachung etwa. Denn das bedeutet es konkret, wenn ich mir wünsche, daß die Menschen auch fernerhin als Menschen leben können, indem ihnen die fortschreitenden und zurücksetzenden transzendenten Akte offenstehen: erstens, daß sie mir offenstehen, und zweitens, daß sich von meinem Verständnis eine personenunabhängige Berufenheit ableitet.

Nun denn, es sind schon erste Impulse der Berufenheit zur Verständlichmachung in weit profaneren Angelegenheiten um die Welt gegangen. Die Dinge stehen seit einiger Zeit hinreichend auf dem Kopf, und auch der Honig ist, wenn noch nicht ausgesaugt, so doch nur noch unter unverantwortbaren Gefahren weiter zu erlangen. Entscheiden aber muß immer nur der, wer es kann. Der deutsche Apparat trippelt einstweilen weiter auf seiner eigenen Bahn.

Labels: , , , , , , , , , , ,

28. September 2019

Vertigo as a metaphor

She asks you to accompany her to her apartment, you decline and don't get a second chance. Then you seek to replicate the situation only to find that it was all in your mind.

Sounds about right?

It's not. Just insert another example of missed opportunity and see how interesting that would be.

No, we've come nowhere near the essence with that. It's about realising that you can be someone, that by conviction you can muster the alertness to represent an idea. It's about the thrill of the potential, the sudden emergence of your ideational nature. Few ideas can outshine the joy over being lifted to their rank.

And yes, other examples of this would be just as interesting.

Labels: , , , , , , , , ,

A woman with dragon-green eyes.

I've been taking Big Trouble in Little China seriously lately, it's not easy, but you can see David Lo Pan as a king sitting on the secret insights of 24 Buddhas waiting for a suitable people to rule by them, that is waiting for a woman with dragon-green eyes.

The case that interests me in particular is when you identify that woman with those, who take part in the moulding of the Zeitgeist by ideational prayer, i.e. those who care about the venerability of principles (cf. Idelle Eindrücke), because their treatment has been changed in the last decades.

I've been analysing the change in popular culture that occurred during that time already several times, but not from this angle. I'll assume, because I'm convinced of it, that the bulk of ideational prayer comes from ordinary, decent people. So I'm going to ask now how ordinary, decent people have been addressed by Hollywood over the course of time.

Pursuing this line of investigation I soon discovered that Hollywood avoided to address them prior to 1970. So I'll begin my analysis at that point. Ordinary, decent people in the
  • 70s carried the torch, e.c. The Bad News Bears,
  • 80s enjoyed the (societal) body, e.c. Back to the Future,
  • 90s received the (societal) body, e.c. Ace Ventura: Pet Detective,
  • 2000s had to survive outside the (societal) body, e.c. The Hammer.
The third phase lasted more precisely from 1994 to 9/11, which, remarkably, coincides with my academic career. The first years of the 90s saw an attempt to lead cinema to more serious issues, which was culled by a change in production culture. The obvious direction over the last decades then is that of disenfranchisement, a theme that I had first picked up in 2011.

But what does this disenfranchisement do in terms of ideational prayer? Ideational prayer in the
  • 70s and 80s was bound to the (societal) body,
  • 90s explored counter-realities,
  • 2000s supported counter-realities,
and so far that hasn't changed.

It would appear that John Carpenter noticed this already in 1994, at least In the Mouth of Madness can easily be understood in that way.

Labels: , , , , , , , , , ,

27. September 2019

The blessing and curse of fire

The flame straightens out the free
- and unhinges the bound.

This is, because the free man can heed the lesson, whereas the bound man feels the hindrance ever increasing (see also Stephen Norton's methods).

Labels: , , , , , , , , ,

26. September 2019

Le secret des Français

Au même temps quand Jacques Chirac mourait, je m'ai occupé avec ça. En français. Vraiment. Parce-que j'avais vu Le Grand bleu. J'ai déjà écrit la même pensée ce midi en allemand, mais je l'écris encore en sa forme originale.

Les autres gens aiment les idéaux, parce-qu'ils aiment les buts,
mais les Français aiment eux-mêmes, parce-qu'ils sont les moyens des idéaux.

Labels: , , , ,

Ideelle Eindrücke

Im Gegensatz zu Platon werde ich doch nun daran gehen, genau zu sagen, auf welche Weise wir Ideen wahrnehmen, nämlich durch die titelgebenden ideellen Eindrücke.

Bevor ich mich aber mit den verschiedenen Arten von ideellen Eindrücken beschäftige, möchte ich zunächst auf ihr Wesen eingehen. Ich habe mich im vorigen Beitrag undeutlich mit der Wahrheit beschäftigt, und bei dieser Wahrheit handelt es sich um eine ganz bestimmte Art von ideellen Eindrücken, welche wir, wie alle anderen Arten auch, als Wahrnehmungen dessen, was und wie wir als Ideen sind, auffangen, und zwar aus dem Reich der Ideen, wie es uns scheint, denn wir lenken unsere Aufmerksamkeit, zum Beispiel durch Luftholen und -anhalten, spürbar in einen eigenen Bereich. Auch wenn wir also ganz auf uns selbst beschränkt zu sein scheinen, sind die ideellen Eindrücke doch von einer sehr universellen Art, so daß wir uns ohne weiteres alle möglichen Übertragungen auf Andere vorstellen können.

Ideen sind, wie ich bereits zuvor sagte, Kombinationen von Seinsprinzipien, welche wir bejahen und verneinen können, und welche Rekombinationsprozessen unterworfen sind. Also steht zu erwarten, daß es drei Arten von ideellen Eindrücken gibt, nämlich einen, welcher die Kombination erfaßt, einen zweiten, welcher unsere Stellung zu ihr erfaßt, und einen dritten, welcher die Unterworfenheit unter einen Rekombinationsprozeß erfaßt. Und so ist es auch:
  • die Gefaßtheit erfaßt, welche Idee wir sind,
  • die Ehrbarkeit erfaßt, wie wir zu uns als Idee stehen, und
  • die Gefordertheit erfaßt, welche Transformation wir als Idee durchstehen müssen.
Den Franzosen ist ihre ideelle Natur wahrscheinlich deutlicher als allen anderen Völkern, aber diese Affinität zu den Ideen geht bei ihnen mit der Selbstliebe als Ideendarsteller einher, welche macht, daß sie die Darstellung darüber oftmals vergessen.

Gefaßtheiten. Hierbei handelt es sich um Eindrücke der Vorbereitetheit, der Bündelung der relevanten Erinnerungen und das Ergreifen einer bestimmten Haltung.

Ehrbarkeit. Wir fragen uns, ob wir unserem Herren erfolgreich zuarbeiten oder nicht. Entweder er warnt uns, oder er bemüht uns. Davon schrieb ich auch im vorigen Beitrag.

Gefordertheiten. Wir spüren, daß eine bestimmte Transformation von uns als Ideen gefordert wird. Die Engel in der Offenbarung fallen in diese Kategorie. Der Engel des Feuers steht für die Verbrennung der Kompromisse, welche sich auf der Seele angelagert haben. Und der Engel mit der scharfen Hippe steht für die Ablösung des bloß zirkumstanziell Verbundenen.

Auf diese Weise verstehen wir also unsere ideelle Lage, und darauf aufbauend vermögen wir die ganze Welt zu idealisieren.

Labels: , , , , , , , , , ,

Zur Front Vorherige Beiträge