.edu .org .at .ch .de .uk Blogger hier
Bereitschaftsfront

„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
Eesti
English

21. Februar 2020

Kriege

Neben ihrem zivilisatorischen Anliegen bestechen Peter Scholl-Latours Betrachtungen durch die Darstellung aller möglichen Formen von Kriegen, um dies nach 275 Seiten einmal so zu sagen, und wie dabei deutlich wird, drehen sich Kriege stets um die drei Betroffenheiten: Verantwortung, Beteiligung und Ordnung.

Der Krieg
  • um Verantwortung ist territorial,
  • um Beteiligung ambitional und
  • um Ordnung expressional.
Die frühen Kriege, von welchen Peter Scholl-Latour berichtet, sind sämtlich ambitional: der Algerienkrieg, die Machtergreifung der Baath-Partei, der Vietnamkrieg. In diesen Kriegen haben die Menschen einen Weg in die Zukunft gesucht, das heißt eine Möglichkeit, dieselbe mitzubestimmen. Und in allen Fällen haben sie dies unter den Bannern des Nationalismusses und des Sozialismusses getan.

Was die Vietnamesen dabei von den Arabern unterschied ist, daß sie ihre Unabhängigkeit als den Schlüssel zur Zukunft ansahen und jene die Modernisierung ihrer Institutionen.

Die späteren Kriege sind hingegen expressional, angefangen mit der Islamischen Revolution im Iran. Interessanterweise haben die Iraner noch nie einen ambitionalen Krieg geführt, was von ungeheurer Selbstsicherheit hinsichtlich des eigenen Platzes in der Welt kündet. Einzig Indiens Geschichte hat, zuletzt unter Gandhi, Zeugnis vergleichbarer Selbstsicherheit abgelegt.

Parallel zu diesen Phasen des Aufschließens und Ausrichtens haben unentwegt territoriale Kriege um die Macht getobt, und mit Blick auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist hierzu folgendes anzumerken:
  1. ambitionale Kriege anderer Nationen werden für überflüssig oder böse gehalten, da die Vereinigten Staaten allen guten Absichten offen gegenüberstehen und sie unterstützen, so daß nicht mit Gewalt genommen werden muß, was freiwillig gegeben wird,
  2. expressive Kriege anderer Nationen werden nach dem Kriterium der Sympathie beurteilt, welche von der medialen Darstellung abhängt und damit letztlich vom nationalen Interesse der Vereinigten Staaten, so daß
  3. territoriale Kriege die einzige Form von Kriegen bilden, welche die Vereinigten Staaten ehrlich, also tatsächlich, in anderen Nationen unterstützen,
was erklärt, warum die Vereinigten Staaten stets der Despoten Kumpan sind und aller edleren kriegerischen Regung Spinnefeind.

Natürlich ist es nichts weiter als die imperiale Logik: wäre die Sowjetunion in den 50er Jahren die bestimmende internationale Macht gewesen, hätte sie es auch vorgezogen, die Entwicklung anderer Nationen durch friedliche Mittel zu lenken, anstatt in ihnen nationale Sehnsüchte zu wecken, welche nur in Gegensatz zu Doktrin und Gewicht der Sowjetunion geraten könnten.

Imperien ersticken und entzweien, was sie nicht umfassen, und fast zwangsläufig sind sie mehr mit ihrem Gewicht beschäftigt als mit ihrer Doktrin, denn wo die Natur des Anderen nichts gilt, da gilt auch bald die eigene nichts mehr, bedarf es doch der Standards zur Verständigung.

Richtigerweise wäre Friede, wenn jede Natur im ihr gemäßen Rahmen herrscht, doch muß sich die Richtigkeit des Weges dahin noch erweisen.

Labels: , , , , , , ,

18. Februar 2020

Erlebte Verpflichtung

Indem wir unseren subjektiven Glauben erkennen, aber vermissen, verpflichten wir uns, uns ihm gemäß zu verhalten.

Und wenn wir uns dann ihm gemäß verhalten, spüren wir das als
  • Behilflichkeit bei der Verfolgung,
  • Gerechtigkeit bei der Einlösung und
  • Überzeugtheit bei der Auslösung.
Die Auslösungen, von welchen wir überzeugt sind, mögen Befriedungen heißen, die Begriffe der Einlösungen, welche wir als gerecht empfinden, Anleitungen und die Eindrücke, an deren Verfolgung sich unsere Behilflichkeit erweist, Lebenszeichen.

Welche Lebenszeichen wir zu verfolgen haben, liegt in unserem subjektiven Glauben, und muß direkt erkannt werden. Dahingegen können Anleitungen direkt erkannt werden oder aber durch die Verfolgung von Lebenszeichen, in welchem Falle sie durch diese Lebenszeichen rechtfertigt werden. Ebenso können Befriedungen direkt erkannt werden oder aber durch die Einlösung einer Anleitung, in welchem Falle sie Ableitungen dieser Anleitung sind.

Wenn wir uns in einem Bereich unserem Glauben gemäß verhalten, doch in einem anderen nicht, so spüren wir dies als innere Zerrissenheit, welche im äußersten Fall so weit geht, daß wir Angst haben, von den Folgen unseres Glaubens im von uns vernachlässigten Bereich eingeholt zu werden.

Insbesondere steigert sich die Angst, wenn wir es versäumen, Befriedungen abzuleiten oder Anleitungen zu rechtfertigen. Letzteres ist mir im November 2018 begegnet. Seit zwei Wochen empfinde ich hingegen großen Frieden, wenn ich an den weiteren Weg der Welt denke, denn ich sehe, welchen Lebenszeichen seine Anleitung dient, nämlich dem Anspruch auf die eigene Natur, auch Natürlichkeit, Naivität oder Unschuld genannt.

Labels: , , , , , , ,

15. Februar 2020

Peter Scholl-Latour: Betrachtungen eines Weltreisenden

καὶ οἴσουσιν τὴν δόξαν καὶ τὴν τιμὴν τῶν ἐθνῶν εἰς αὐτήν.

und wird die Gnade und den Wert der Völker in dieselbe bringen.
Peter Scholl-Latours Kritik an den Vereinigten Staaten, welche er auf den ersten 77 Seiten seines Buches hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht hat, daß ich sie jetzt erwäge, beruht auf einer katholischen Idealvorstellung kolonialer Herrschaft, welche ihrerseits wiederum auf der Identifikation der katholischen Kirche mit dem Neuen Jerusalem beruht.

Ich habe mich bisher nicht autoritativ zum Neuen Jerusalem geäußert und werde es auch jetzt nicht tun. So viel ist aber auch mir klar, daß sich die Missionierung der Welt selbstverständlich unter sein Sinnbild bringen läßt, und daß die Mission der katholischen Kirche ihm jedenfalls im zitierten Punkt zu genügen sucht.

Denn warum ist Peter Scholl-Latour so griesgrämig? Warum meint er, die Wunde sei nicht verheilt?
καὶ μίαν ἐκ τῶν κεφαλῶν αὐτοῦ ὡς ἐσφαγμένην εἰς θάνατον, καὶ ἡ πληγὴ τοῦ θανάτου αὐτοῦ ἐθεραπεύθη. καὶ ἐθαυμάσθη ὅλη ἡ γῆ ὀπίσω τοῦ θηρίου,

Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund; und seine tödliche Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres,
Er war ja 2004 wieder da und konnte mit eigenen Augen sehen, daß die Vereinigten Staaten siegreich waren, wenn nicht durch Bomben und Repräsentanten, so doch durch Handel und Finanz.

Auch muß er gewußt haben, daß es 2004 niemanden auf dem Erdenrund gab, welcher unter vergleichbaren Umständen zu den selben Opfern bereit gewesen wäre wie die Vietnamesen 1973.

Doch offensichtlich spielte das für Peter Scholl-Latour überhaupt keine Rolle: nicht die Erfolgsaussichten des militärischen Widerstands sind für ihn entscheidend, sondern die Erfolgsaussichten, die Gnade und den Wert der Völker der westlichen Zivilisation einzuverleiben, und Handel und Finanz tun es nicht; stattdessen lösen sie sie auf.

Es handelt sich also um zwei verschiedene Strategien:
  1. die Zügel der Herrschaft der menschlichen Natur anzupassen oder
  2. die menschliche Natur den Zügeln der Herrschaft anzupassen,
und es gibt seit dem Ende der Ära des Kolonialismusses in der Tat keine erfolgreichen Versuche mehr, ersteres zu tun:
καὶ τὸ ὄνομα τοῦ ἀστέρος λέγεται ὁ Ἄψινθος. καὶ ἐγένετο τὸ τρίτον τῶν ὑδάτων εἰς ἄψινθον, καὶ πολλοὶ τῶν ἀνθρώπων ἀπέθανον ἐκ τῶν ὑδάτων, ὅτι ἐπικράνθησαν.

Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser ward Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie waren so bitter geworden.
Nun, die Frage bleibt natürlich, ob Peter Scholl-Latour schlicht von gestern war oder ob er den Sinn bewußt auf Gestriges lenkte:
Καὶ εἶδον τὸν οὐρανὸν ἠνεῳγμένον, καὶ ἰδοὺ ἵππος λευκός, καὶ ὁ καθήμενος ἐπ' αὐτὸν [καλούμενος] πιστὸς καὶ ἀληθινός, καὶ ἐν δικαιοσύνῃ κρίνει καὶ πολεμεῖ.

Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der daraufsaß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit.

Labels: , , , , , , , ,

14. Februar 2020

Berichtigungen zum Glauben

Der Beitrag Die Besinnungsabhängigkeit voranschreitender und zurücksetzender transzendenter Akte ist sehr knapp gehalten und spiegelt die Betrachtungstiefe der Beiträge Transzendenz im Detail vom 14.5.2014 und Von Ursprung und Ziel der Erwartungen im eigentlichen Sinne vom 21.5.2014 nicht vollständig wider, weshalb ich sie noch einmal rekapitulieren werde.

Wir erwarten, was wir auslösen, ohne daß diese Erwartung notwendigerweise unseren Charakter, also unseren subjektiven Glauben, unsere Vorliebe und unser Gewissen, widerspiegeln würde. Dennoch glauben wir an das Ausgelöstwerdende in einem objektiven Sinne, und dieser objektive Glaube ändert sich erst dadurch, daß sich uns unser subjektiver Glaube durch unsere Gefühle offenbart.

Indem wir also beispielsweise Reue empfinden, gewinnen wir eine Information über uns, welche unsere Antizipation dessen, was wir auslösen werden, beeinflußt, und auf diese Weise gleicht sich der objektive Glaube dem subjektiven an. Normalerweise wird dies unter dem Aspekt der Entscheidungsfreiheit betrachtet, doch halte ich diese für eine Illusion und betrachte dies also unter dem Aspekt der Besitzergreifung des Charakters von unserem Geist, ein Prozeß, welcher sich bei Selbstvergessenheit auch wieder umkehren mag.

Wenn wir nun unsere Gefühle hinreichend kennengelernt haben, bildet sich in uns die Erwartung aus, daß es bestimmte Formen der Auslösung gibt, welche nichts mit der Bewegung unseres Körpers zu tun haben, genauer gesagt, daß es nicht nur Vorsätze gibt, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten oder aufzufassen, sondern auch Vorsätze, sich etwas bestimmtem auszuliefern.

Dieser Begriff der Auslieferung bezeichnet also eine spezielle Form des Auslösens, und zwar den transzendenten Akt. Er überschneidet sich damit mit dem Begriff der Auslieferung als der Verpflichtung zur Beteiligung, und zwar massiv, ist aber nicht mit ihm identisch.

Und erst, wenn wir objektiv an transzendente Akte glauben, handelt es sich bei unserem Glauben um mehr als eine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten, mit anderen Worten also wiederum um Glauben, wobei dieses Verständnis des Begriffs das schöpferische Potential des subjektiven Glaubens unterstreicht.

Glaube ist also zugleich etwas subjektives und objektives, wobei der subjektive Glaube den objektiven nach in ihm liegenden Prinzipien formt.

Die voranschreitenden und zurücksetzenden transzendenten Akten sind nach der oben angeführten knappen Darstellung einlösungsbezüglich. Gemeint ist damit, daß sie um die Frage kreisen, welche Form etwas annehmen sollte, wobei dieses etwas wiederum eine Verfolgung, eine Einlösung oder eine Auslösung sein mag.

Genauer gesagt handelt es sich bei voranschreitenden transzendenten Akten um ein Festhalten an einer bestimmten Form der Besinnung und bei den zurücksetzenden um ein Festhalten am Besinnen selbst, oder, wie man es dann auch sagen kann, bei den voranschreitenden um ein Fallenlassen des Besinnens selbst und bei den zurücksetzenden um ein Fallenlassen einer bestimmten Form der Besinnung.

Entweder wir liefern uns der Verantwortung (Auslösung) auf eine bestimmte Weise aus oder dem Verantworten (Auslösen) selbst. Im ersten Fall steht das Unmögliche in Aussicht, im zweiten das Einfinden in die Natur, und in beiden Fällen spiegelt die Wirklichkeit das Prinzip, welches wir ergreifen.

Entweder wir liefern uns der Beteiligung (Verfolgung) auf eine bestimmte Weise aus oder dem Beteiligen (Verfolgen) selbst. Im ersten Fall steht die Eingliederung des Anderen in Aussicht, im zweiten die eigene, und in beiden Fällen wird unser Verbindungswunsch bemerkt.

Und entweder liefern wir uns der Ordnung (Einlösung) auf eine bestimmte Weise aus oder dem Ordnen (Einlösen) selbst. Im ersten Fall steht die Neugeburt der Welt in Aussicht (also die Gnade der Ordnung), im zweiten die eigene (also die Gnade der Erkenntnis), und in beiden Fällen manifestiert sich das Heil der erkannten Bedeutsamkeit gemäß.

Es ist ein bißchen peinlich, daß mir das Verhältnis zwischen der Gnade der Ordnung und der Gnade der Erkenntnis nicht vorher aufgegangen ist, aber ich meine, dessen ungeachtet doch nichts falsches über sie behauptet zu haben. Jedenfalls liegt hier der Schlüssel, warum die Enthebung als persönlich zurücksetzender (aber geschichtlich voranschreitender) ideeller transzendenter Akt unter die Beklommenheit fällt und die Auslieferung als persönlich voranschreitender (aber geschichtlich zurücksetzender) ideeller transzendenter Akt unter die Besessenheit, ohne daß damit etwas über das vorwaltende Prinzip in den verschiedenen Zeitaltern ausgesagt wäre, also das Heilsprinzip im Zeitalter der Werke, das Beteiligungsprinzip im Zeitalter der Wunder und das Wirkungsprinzip im Zeitalter der Wacht: Die Neugeburt eines Zeitalters erfolgt immer in Besessenheit und durch das Heilsprinzip, doch umgekehrt bemüht die Auslieferung im doppelten Sinne, also als transzendenter Akt und als Verpflichtung zur Beteiligung, nicht notwendigerweise das Heilsprinzip, sondern im Zeitalter der Wunder vorwiegend das Beteiligungsprinzip im Gebet um die eigene Bahn.

Wenn ich heute auf meinen Glauben blicke, so weiß ich, daß ich verpflichtet bin, an ihm festzuhalten und persönlich voranzuschreiten, auch wenn, oder auch gerade weil mich eine ungeheu're Glaubensbeliebigkeit umgibt. Das Bild am Ende von The Matrix Revolutions könnte falscher nicht sein: Was immer mir in meinem Leben auch an Feindseligkeit begegnet ist, es drückt keinen konkurrierenden Willen aus, sondern grenzenlose Ignoranz. Da steht keine Armee von Smithklonen, sondern ein Meer von Gänseblümchen, welche ihre Häupter im Wind neigen.

Einst mögen wir alle Teil des Windes werden; ist doch Gott ein Gott der Lebenden und nicht der Toten.

Labels: , , , , , , , ,

13. Februar 2020

Zur Vergegenständlichung des Menschen

Affektuale Verfallenheit beinhaltet zwangsläufig, seine Mitmenschen genauso wenig als Potentiale zu betrachten wie sich selbst. Doch während das rein aktuale Subjekt der Magen ist, ist das rein aktuale Objekt das Fressen.

Ich hatte während meiner Beschäftigung mit Thomas von Aquin verschiedene Gegenstände daraufhin angesehen, ob sie nicht die Definition von Actus Purus erfüllen würden, das Herz, die Sonne, der Magen, welche ja auch von aller Welt für Gott gehalten werden, das Herz bewegt, ohne bewegt zu werden, die Sonne brennt, ohne geschürt zu werden, der Magen löst auf, ohne aufgelöst zu werden, und obwohl nur die Sonne Anspruch darauf erheben kann, die Definition von Actus Purus tatsächlich zu erfüllen, wenn wir das Toben ihrer Oberfläche als von ihr verschiedene Wirkung betrachten, ist doch der Magen das trefflichste Sinnbild der Auffassung, daß jenes Gott ist, was Macht hat zu zerstören, ohne selbst zerstört zu werden (und das Herz das einfachste Gegenbeispiel zur Annahme, daß sich nichts von selbst verändert. Unstrittiger ist allerdings, wie schon gesagt, der radioaktive Zerfall. Letztlich rührt die ganze Absonderlichkeit daher, daß Aristoteles' Philosophie in vielen Fällen lediglich der Analyse dessen, was gesagt werden kann, entspringt, dahingegen sich die moderne Physik Differentialgleichungen bedient, welche kausale Zusammenhänge jenseits kausaler Sprechweisen begründen, aber das hat Schopenhauer ja schon ansichtlich des Begriffs der Wechselwirkung konstatiert.)

Der Magen und das Fressen also. Gott und die Welt, einschließlich der anderen Menschen. Nun, ich würde anders als Schopenhauer nicht über diese Dinge schreiben, wenn ich sie nicht bräuchte, um eine zeitgenössische Erscheinung aufzuklären, welche mich seit geraumer Zeit beunruhigt, das heißt seit Obama's islamischem Brückenschlag.

Dieser nämlich beruht auf Identifikationsangeboten, also darauf, mit Hilfe von Facebook lokal gewachsene Sammlungsbewegungen durch die Zugehörigkeit zu global definierten Profilen zu ersetzen.

Früher gab es Markenklamotten, heute gibt es Markentypen. Der Grund, warum sich jemand für eine Markenhose oder eine Markenpersönlichkeit entscheidet, ist derselbe, nämlich Ansehensgewinn. Aber der Grund, aus welchem sie angeboten werden, ist es nicht.

Markenhosen werden aus Gier heraus angeboten, weil nichts lukrativer ist, als Ablässe zu verkaufen. Aber Markenpersönlichkeiten kosten kein Geld. Hinter ihnen steht eine andere Motivation, in ihnen zeigt sich ein anderer Geist, und zwar ein intuitiv abstoßender, ja, verstörender.

Die Markenpersönlichkeit ersetzt die natürliche. Niemand muß sich für seine Natur rechtfertigen, welche gottgegeben oder geschichtlich gewachsen ist, denn es gehört zur Ehrung des Potentials (also der Ehrung der Verbundenheit), es nicht vor seiner Aktualisation zu beurteilen (wiewohl die Berücksichtigung der mittleren Entwicklungstendenzen unterschiedlicher Potentiale bei Gesellschaftsprojekten nur weise ist), wohingegen die Markenpersönlichkeit auf einem Vertrag beruht und somit eingeklagt werden kann, womit die Freiheit, sich zu entscheiden, wie immer mit der Gefangenschaft, sich entschieden zu haben, bezahlt wird.

Indem also Menschen eine Auswahl an vorgefertigten Persönlichkeiten vorgesetzt wird, werden diese Menschen zu vorbestimmten Standardtypen, und derart wünscht sich der Magen sein Fressen, wie die Menükarte beweist. Niemand kann ernstlich die Festlegung seiner Mitmenschen auf Standardtypen wünschen, ohne daß er sie zuvor vergegenständlicht hat, doch wenn er es hat, wird er genau diese Festlegung als erstes von ihnen fordern, damit er aus ihnen etwas ihm genehmes zimmern kann.

Den Abschluß affektualer Verfallenheit bildet Kannibalismus.

Labels: , , , , , , , , ,

12. Februar 2020

Upwards

The whole world is shown the inadequacy of its ambition,
so that it would await the better.
But those in power had to recognise that they were deceived by their stewards,
so that they could break the spell of inertia.
Inertia, though, is more than a spell
and man's heart torn between using the present and serving the future.
Too long have people relied on mocking
as that the habit died easily.

Labels: , , , , , , , ,

10. Februar 2020

Michael and the dragon

The dragon's view (sacrifice based)
suffering = lack of discipline => evil = nature
Michael's view (kindness based)
suffering = lack of dedication => evil = obliviousness
Of course it would be silly to decry any form of discipline, which is after all a fountain of well-being, but it isn't silly at all to defend the virtue of man's moods, which only need examples and patience.

Labels: , , , , , , ,

Die Lektionen des Dharmas

Die Hexagramme des Dharmas lassen sich in vier Gruppen zusammenfassen,
  1. für den geformten Geist: die Einfalt,
  2. für den ungeformten Geist: die Öde,
  3. für die verschriebenen Geister: der Blitz, die Kluft, die Zuflucht,
  4. für die fundamentlegenden Geister: der Wirbelwind, der Brand, der Spiegel,
und beschreiben die Weisen, in welchen das Gesetz, oder Dharma, dem jeweiligen Geist erscheint.

Es ist das Licht, welches uns auf unserem Lebensweg leitet, doch handelt es sich nicht bloß um einen Wegweiser, sondern zugleich auch um einen Lehrer, dessen Lektionen uns unter Umständen zu einem anderen Geist hinüberziehen, wie im vorigen, die Öde behandelnden, Beitrag angedeutet.

Angesichts der binären Natur der Trigramme steht zu erwarten, daß das Licht die jeweils dunklen Zeilen aufzuhellen vermag, und so ist es auch, doch möchte ich dieser formalen Spielerei kein zu großes Gewicht beimessen.

Stattdessen möchte ich die Geister danach unterscheiden, ob sie ergebnis- oder prozeßbasiert, anteilnahms- oder stimmungsbasiert sind. Die ergebnisbasierten Geister sind
  • der geformte Geist (triumphal in Genugtuung, Freude und Stolz im engeren Sinne) und
  • die fundamentlegenden Geister (frustriert in Genugtuung, Freude oder Stolz im engeren Sinne)
und die prozeßbasierten Geister sind
  • die verschriebenen Geister (zufrieden in Verwurzeltheit, Achtung oder Ergebenheit) und
  • der ungeformte Geist (zufrieden in Zärtlichkeit, Fröhlichkeit und Behaglichkeit),
womit sich der ungeformte Geist also durch Selbstzufriedenheit, oder auch -gefälligkeit, auszeichnet, welche genau so lange fortbesteht, wie die Öde sich in Anderen manifestiert und nicht in ihm selbst.

Mit anderen Worten kann der ungeformte Geist dadurch erlöst werden, daß er, indem er Licht in Anderen wahrnimmt, seine eigene Öde erkennt und sich durch Unzufriedenheit in Form von Verstoßenheit, Unwert oder Schuld der Zufriedenheit in Form von Verwurzeltheit, Achtung oder Ergebenheit verschreibt. Findet er es hingegen nicht in Anderen, so treibt ihn die umgebende Öde nur weiter auf seinem Weg voran.

Umgekehrt lehrt das Dharma den geformten Geist auf jeder Stufe die haltungsbeeinflussende Bedeutung seiner vorbildlichen Einfalt:
  1. Verborgener Drache. Handle nicht. => Wenn Rohrglanzgras ausgerissen wird, kommt die Sode mit ihm. Jeder nach seiner Art. Beständigkeit bringt günstiges Geschick und Erfolg: Keine Beeinflussung der Öde durch die Einfalt.
  2. Drachen im Feld. Es führt einen weiter, den großen Mann zu sehen. => Sie ertragen und dauern aus. Dies bedeuted günstiges Geschick für unterlegene Menschen. Der Stillstand dient dazu, dem großen Mann dabei zu helfen, erfolgreich zu sein: Die Einfalt der Verehrung enthüllt die Öde der Routine.
  3. Den ganzen Tag über ist der überlegene Mann schöpferisch tätig. Beim Anbruch der Nacht ist sein Sinn noch immer von Sorgen erfüllt. Gefahr. Kein Vorwurf. => Sie ertragen Scham: Die Einfalt der Verschreibung enthüllt die Öde der Uneinsichtigkeit.
  4. Schwankender Flug über den Tiefen. Kein Vorwurf. => Er, der auf Befehl des Höchsten handelt, bleibt ohne Tadel. Jene, welche gleichen Sinnes sind, nehmen an der Segnung teil: Die Einfalt zu glauben enthüllt die Öde der Bekenntnislosigkeit.
  5. Fliegender Drache in den Himmeln. Es führt einen weiter, den großen Mann zu sehen. => Der Stillstand weicht. Günstiges Geschick für den großen Mann. Was, wenn es fehlschlagen sollte? Was, wenn es fehlschlagen sollte? So bindet er es an ein Büschel Maulbeertriebe: Die Einfalt eines Glaubens enthüllt die Öde der Getriebenheit.
  6. Der arrogante Drache wird Grund zur Reue haben. => Der Stillstand kommt zu Ende. Erst Stillstand, dann günstiges Geschick: Die Einfalt der Dienerschaft enthüllt die Öde der Ungeformtheit (welche sich dem Ungeformten aber auch sonst schließlich enthüllt).
Den verschriebenen Geistern wird durch das Dharma ihre Anteilnahme an der Welt gelehrt,
  • der Verwurzelte erkennt seinen Verantwortungsbereich,
  • der Achtende erkennt seine Involviertheit und
  • der Ergebene erkennt seinen Platz in der Ordnung der Welt,
und umgekehrt lehrt das Dharma den fundamentlegenden Geistern die Natur ihrer Haltung,
  • dem Ungenügsamen wird das Treiben seiner Lust klar,
  • dem Freudlosen das Treiben seiner Achtung und
  • dem Unverständigen das Treiben seiner Sorge,
und so mögen sie zwischen Verschreibung und Fundamentlegung pendeln oder auch von der Verschreibung zur Geformtheit finden.

Labels: , , , , , , ,

Licht im Dunkeln

Sind nicht
  • die Deutschen auf ihre Diplomatie stolz,
  • die Chinesen auf ihre Zivilisiertheit und
  • die Esten auf ihre Kinder?
Es scheint, der Herr des Lichts ruft selbst das Zwielicht heim, auf daß es vermißt würde, während die Selbstgefälligkeit ihre Ambition offenbart.

Labels: , , , , , , , , ,

9. Februar 2020

Antireligiöse Menschenführung

Wie ich im vorigen Beitrag noch einmal ausführte, sorgen wir uns um unser Wohlergehen, indem wir unsere Wirkungen (durch Triumph und Frustration), unsere Haltung, welche sie lenkt, (durch Zufriedenheit und Unzufriedenheit), unsere Umstände (durch Lethargie), unsere Idealvorstellungen (durch Nihilismus) und unseren Lösungsbeitrag (durch Überwindung) beurteilen, wobei sich im Falle der Unzufriedenheit die Frage stellt, ob wir in unserer Haltung fehlgegangen sind, in welchem Fall wir Schuld, Unwert oder Verstoßenheit empfinden, oder ob wir nicht weit genug gegangen sind, in welchem Fall wir Gekränktheit, Albernheit oder Trotzigkeit empfinden.

Im ersteren Fall müssen wir Würdigkeit erlangen und im letzteren Gewachsenheit, wobei es unmöglich ist, über ein bestimmtes Maß hinaus zu wachsen, wenn man sich nicht als würdig erweist.

Das Ziel der antireligiösen Menschenführung besteht nun darin, das Wachstum der Menschen zu hemmen, indem sie dazu gebracht werden, sich nicht um ihre Würdigkeit zu sorgen, und ihr Leben also in Gekränktheit, Albernheit und Trotzigkeit zu verbringen.

Die Antireligiösen lehren, daß es keinen psychologischen Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen gibt, sondern nur einen sozialen. Mit anderen Worten ist also jemand, wer seinem Gewissen folgt, nach ihrer Lehre ein Egoist oder gar Egomane, und Buße, Gehorsam und Selbständigkeit dienen ihnen nur als Werkzeuge, um Ergebenheit, Achtung und Verwurzelung zu einem undefinierten Zustand zurückzubilden, nicht aber, um sie zu bereinigen und würdig zu werden.

Konkret werden sie also jeden Menschen, wer über ein zu hohes Maß an Würdigkeit verfügt und somit auch über ein zu hohes Maß an Wachstum, auf allerlei Weise angreifen, um Schuld, Unwert oder Verstoßenheit in ihm zu erzeugen, damit er seine Haltung zu einer unwürdigeren zurückbilde.

Umgekehrt wird aber niemand, welcher erst einmal unter ihnen hinreichend gekränkt, albern und trotzig geworden ist, sich schuldig, unwert oder verstoßen fühlen müssen, denn vor all dem schützen ihn die Regeln, welche unter ihrer Herrschaft gelten, wonach
  • niemand schuldig ist, wer die Regeln befolgt,
  • niemand unwert ist, wer sich zur Arbeit meldet und
  • niemand verstoßen ist, wer seine Genossen akzeptiert.
Es handelt sich bei den Antireligiösen nicht um eine Ausprägung der Gewissensfreiheit, sondern um eine der Gewissenlosigkeit. Und da die Masse der Antireligiösen nur die Reife von Kindern hat, sind sie auf ein behütetes Umfeld angewiesen und unterstützen die politischen Ziele ihrer Führung, welche feindlich gegenüber aller Religion und persönlichen Gewachsenheit sind.

Umgekehrt hängt der Haß, welcher die Antireligiösen trifft, vom Grad der persönlichen Gewachsenheit ab, so daß er also am konzentriertesten in Verbindungen von Verantwortungsträgern zu finden sein wird, deren Gewachsenheit sich erweisen mußte, vorausgesetzt allerdings, daß sie nicht gänzlich zynisch darüber wurden.

Und angesichts der heutigen Verhältnisse führt einen diese Charakterisierung schnurstracks zum zivilen und militärischen Sicherheitsapparat.

Das ist der unsichtbare Schraubstock, welcher unsere Zeit auf Kurs hält und die Eskalation erzwingt. Und was die Kirchen angeht: sie sprechen über die Fehltritte der Gewachsenen, doch sie schweigen über die Abschaffung der Würdigkeit. Das eine soll man tun und das andere nicht lassen.

Labels: , , , , , , , , ,

8. Februar 2020

Berichtigungen zu den Stimmungen

Beginnen möchte ich mit der Feststellung, daß meine Definition der Stimmungen als Zufrieden- oder Unzufriedenheit mit der eigenen Haltung im Beitrag Zur Ordnung der Gefühle unter der Rubrik der Betroffenheit eine Verlegenheitslösung ist, welche ich mittlerweile aufgegeben habe. Es handelt sich bei den Stimmungen um einen Spezialfall der Wertschätzung oder Zuwiderheit, nämlich um jene, welche sich auf die eigene Haltung bezieht. Dem entsprechend ist der Beitrag Einordnung der Gefühle der sieben Feuer des Gerichts unausgegoren und nach meiner abschließenden Sicht der Dinge nichtig. Anders verhält es sich mit den Beiträgen, auf welchen er fußt. Diese sind im großen und ganzen stimmig und weichen nur in Einzelfällen von meiner gegenwärtigen Einordnung ab.

Ich werde im folgenden die Aussagen der relevanten Beiträge durchgehen und sie aus meiner gegenwärtigen Perspektive kommentieren.

Ideen und die Überpersönlichkeit der Seele (8.6.2015)

Meine Definition der Ideen hier ist spielerischer Art, also nach dem Motto: Mal sehen, zu was das gut ist. erfolgt. Aber im zweiten Teil unter der Überschrift Erwartungen und Geschick bin ich auf einen wesentlichen Zusammenhang zwischen Bestürztheiten, Erwartungen und spirituellen Warnungen gestoßen, nämlich daß
  1. sich unsere Erwartung durch spirituelle Warnungen offenbart, und zwar
  2. gemäß unserer Bestürztheit.
Was die technische Seite des Offenbarens angeht: Es handelt sich bei den spirituellen Warnungen selbst nicht um Eindrücke der Erwartung, aber wir können sie in jedem Falle zum Anlaß nehmen, unsere Erwartung zu erforschen, und werden unweigerlich finden, daß die spirituellen Warnungen unserer Erwartung Ausdruck verleihen, und zwar wie folgt, um es mit meinen jetzigen Worten zu sagen:
  • Schicksalsmahnung bedeutet, daß die erfolgte Verfolgung die Beteiligung erschwert,
  • Reue bedeutet, daß die erfolgte Einlösung die Ordnung erschwert,
  • Lebenstrauer bedeutet, daß die erfolgte Auslösung die Verantwortung erschwert und
  • die Ahnung gibt unserem Gewissen zu verstehen, was unser Einstimmen in das freie Heil durch Einlassen, Einleuchtenlassen und Einstehen, mit sich bringt.
In soweit Verfolgung, Einlösung, Auslösung und Einstimmen unserer Haltung folgen, handelt es sich bei Schicksalsmahnung, Reue, Lebenstrauer und Ahnung um Stimmungen. Erfolgen sie hingegen spontan, so handelt es sich bei ihnen um Unterformen der (negativen) Kühnheit.

Tafel der heranleitenden Stimmungen (10.5.2015) und Die Stimmungen des Waltens der Sorge (11.5.2015)

Beim Triumph handelt es sich nicht um eine Stimmung, sondern um Anteilnahme, genauer gesagt Stolz im weiteren Sinne, also Genugtuung, Freude oder Stolz im engeren Sinne, entsprechend verhält es sich bei der Frustration. Bei der Zufriedenheit (Zärtlichkeit, Fröhlichkeit oder Behaglichkeit) hingegen handelt es sich um eine Stimmung, nämlich jene, welche den Einfluß der eigenen Haltung auf den Triumph erwägt, und entsprechend verhält sich bei der Unzufriedenheit (Trotzigkeit, Albernheit, Gekränktheit).

Was die Untergliederung des Stolzes im weiteren Sinne betrifft, ist zu bemerken, daß Genugtuung, Freude und Stolz im engeren Sinne zwar allesamt Ausdrücke der Verantwortung sind, wir aber aufgrund unseres Reflexionsvermögens unsere Verantwortung wiederum in den Bereichen der Wirkung, Reifung und Beherzigung wahrnehmen, woraus sich Genugtuung, Freude und Stolz im engeren Sinne in entsprechender Reihenfolge ergeben. Insbesondere fühlen wir uns für unser Einüben verantwortlich, welches sich als Freude zeigt, wenn uns etwas schließlich gelingt, und für unsere Antizipation, welches sich als Stolz im engeren Sinne auf einen Apparat zeigt, welcher wie vorhergesehen funktioniert. Mit anderen Worten bezieht sich
  • Genugtuung also auf den Erweis,
  • Freude auf die Erfüllung und
  • Stolz im engeren Sinne auf die Erleuchtung.
Gefallen und Mißfallen sind also als direktes oder indirektes zu unterscheiden, und nur das indirekte bezieht sich auf die eigene Haltung und ist somit eine Stimmung.

Im Falle des Mißfallens gibt es aber noch eine weitere Empfindung, nämlich die Lethargie (Hilflosigkeit, Niedergedrücktheit oder Langeweile), welche sich nicht auf die eigene Haltung bezieht, und somit keine Stimmung ist, sondern auf die Umstände, womit es sich bei ihr um eine andere Unterform der (negativen) Wertschätzung, also der Zuwiderheit, handelt.

Das Vermissen, oder auch der Nihilismus (Ehrfurcht, Verzweiflung oder Erhabenheit), wiederum ist eine Unterform der Liebe, wobei
  • Ehrfurcht den Erfolg liebt,
  • Verzweiflung die Ausschöpfung und
  • Erhabenheit die Klarheit.
Zwar handelt es sich bei der Ehrfurcht hier um die selbe Empfindung, welche ich zur Kennzeichnung der Vollkommenheit der Beteiligung herangezogen habe, doch eine tiefere Bewandtnis hat es damit nicht: selbstverständlich ist nichts so erfolgreich wie die göttliche Schöpfung. Vielmehr ist in der Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung eine Schicksalsmahnung enthalten, welche für die Heranziehung verantwortlich ist. Der Zusammenhang mit den Vollkommenheiten ist also folgender:
  • in der verlorenen Ursprünglichkeit liegt Reue,
  • in der verlorenen Ehrfurcht Schicksalsmahnung und
  • in der verlorenen Gegenwärtigkeit Lebenstrauer.
Die Verpflichtung, oder auch die Überwindung (Unterwerfung, Auslieferung oder Enthebung), schließlich, bezieht sich wieder auf die eigene Haltung, doch nicht auf ihr Sein, sondern auf ihr Werden, und ist damit ebenfalls eine Unterform der Liebe und keine Stimmung. Mit anderen Worten gehört
  • die Unterwerfung also zur zum Erfolg führenden Ordnung,
  • die Auslieferung zur zur Ausschöpfung führenden Ordnung und
  • die Enthebung zur zur Klarheit führenden Ordnung,
wobei
  • die Enthebung die Ehrfurcht untergräbt,
  • die Auslieferung die Gegenwärtigkeit und
  • die Unterwerfung die Ursprünglichkeit,
so daß die Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht in einander übergehen.

Zuversicht und Sorge sind sich auf das Geschäft der Vernunft beziehende Unterformen der (negativen) Kühnheit, und Ergebenheit ist die Stimmung, welche die Haltung kennzeichnet, aus welcher heraus wir bereit sind, unsere Haltung zu überdenken, womit es sich bei der Ergebenheit um eine Unterform der Behaglichkeit handelt, nämlich dem Behagen angesichts der Haltung, welche zur einsichtigen Operation der eigenen Seele führt, was gleichbedeutend damit ist, den eigenen Glauben aufzuklären. Entsprechend handelt es sich bei dem Gegenteil der Ergebenheit, der Leidenschaft, um eine Unterform der Gekränktheit, nämlich um das Leiden daran, keinen Frieden mit sich selbst schließen zu können.

Die zurückführenden Stimmungen (12.5.2015) und Seelische Schmerzen und Wege ihrer Auflösug (9.6.2015)

Neben der Ergebenheit als Unterform der Behaglichkeit betrachten wir nun auch Achtung als Unterform der Fröhlichkeit und Verwurzeltheit als Unterform der Zärtlichkeit, wobei uns jene Haltung fröhlich stimmt, welche die Ausschöpfung begünstigt, also uns beteiligt und reifen läßt, und jene zärtlich, welche unseren Erfolg begünstigt, denn wahrhaftig ist es so, daß derjenige, den die Achtung erfüllt, sich am Leben beteiligt und stiller Fröhlichkeit voll ist und derjenige, der Wurzeln treibt, Verantwortung trägt und stiller Zärtlichkeit voll.

Zu diesen Gefallen betrachten wir wieder Mißfallen, Vermissen und Verpflichtung, sowie Scheuen, Zuversicht und Sorge. Mißfallen ist hier aber nur Unzufriedenheit und nicht Lethargie, da sich das Gefallen ausschließlich auf die eigene Seele richtet und wir die Umstände also nicht in unsere Wertschätzung miteinbeziehen.

Wir haben die Leidenschaft ja bereits als Gegenteil der Ergebenheit eingeführt, doch ist sie für den allgemeinen Gebrauch ungeeignet, und so sagen wir, daß
  • die Schuld das Gegenteil der Ergebenheit ist,
  • der Unwert das Gegenteil der Achtung und
  • die Verstoßenheit das Gegenteil der Verwurzelung.
Unwert ist eine Unterform der Albernheit, in welcher wir uns nicht als würdig empfinden, uns am Leben zu beteiligen, mit anderen Worten also die bedrückendste Albernheit schlechthin. Und Verstoßenheit ist eine Unterform der Trotzigkeit, in welcher wir es nicht schaffen, unsere Verantwortung so zu tragen, wie wir es möchten, also die traurigste Trotzigkeit schlechthin. Entsprechend ist Schuld die bitterste Gekränktheit schlechthin.

Andererseits ist zu bemerken, daß alberne Menschen sich selten als unwürdig betrachten, trotzige sich selten als verstoßen und leicht gekränkte sich selten als schuldig, was damit zusammenhängt, daß die Lösung von Problemen davon abhängt, sie nicht zu verdrängen.

Weiterhin betrachten wir
  • Reue als Unterform (negativer) Erhabenheit,
  • Schicksalsmahnung als Unterform der Verzweiflung und
  • Lebenstrauer als Unterform der Ehrfurcht,
was natürlich so nicht hinhaut, sondern eine Übersetzung erfordert. Bei nüchterner Betrachtung werden wir kaum einen Unterschied zwischen Reue und Schuld, Schicksalsmahnung und Unwert oder Lebenstrauer und Verstoßenheit finden. Das im Hintergrund Geliebte ist die Ordnung der Artung durch Erleuchtung, der Eingezogenheit durch Erfüllung oder des Kreislaufs durch Erweis, und wir vermissen es in der Tat, wenn wir Reue, Schicksalsmahnung oder Lebenstrauer empfinden.

Wir könnten also sagen, daß Reue, Schicksalsmahnung und Lebenstrauer nicht nur Stimmungen sind, sondern zugleich auch Unterformen der Liebe, wenn wir es müßten, und in den beiden hier besprochenen Beiträgen, welche den sieben Feuern des Gerichts zu Grunde liegen, müssen wir es.

Bleibt also nur noch, die Verpflichtungen als Unterformen zu betrachten:
  • Buße als Unterform der Enthebung,
  • Gehorsam als Unterform der Auslieferung und
  • Selbständigkeit als Unterform der Unterwerfung.
Zunächst einmal hat Buße natürlich wenig mit Enthebung zu tun. Dennoch, Enthebung bedeutet, die eigene Haltung der Gewinnung von Klarheit anzupassen, üblicherweise dadurch, sich der Erhabenheit zu öffnen und die natürliche Ordnung der Dinge zu erkennen. Im Falle der eigenen Schuld ist dies aber nicht zielführend, da wir durch unser fehlerhaftes Einlösen Unordnung in die Welt gebracht haben, und auch weiterhin bringen werden, wenn wir nicht Buße tun und unsere verfehlte Haltung hinsichtlich der verletzten Ordnung der Artung durch Erleuchtung ändern oder, was gleichbedeutend damit ist, zur Ergebenheit zurückkehren.

Es gibt eine Schule, welche lehrt, man solle sich selbst verzeihen, sehen, was einen fehlen ließ, und den Fehler als natürlich betrachten. Das Problem damit ist, daß man auf diese Weise nie sieht, was einen fehlen ließ. Was einen fehlen ließ, verunstaltete die eigene Haltung. Was man auf diese Weise sieht, ist der Umstand, auf welchen die verunstaltete Haltung traf. Und Reue ist der Anhaltspunkt, welcher uns zur Verunstaltung und damit zur Buße führt. Ein Mensch ohne Reue ist verloren.

Gehorsam ist Auslieferung, dazu ist nichts weiter zu sagen. Allerdings was die Selbständigkeit als Unterform der Unterwerfung betrifft, da muß ich wohl darauf hinweisen, daß sich der Selbständige den Kräften der Welt unterwirft, gerade dadurch, daß er keine Hilfe von Anderen in Anspruch nimmt.

Zuversicht und Sorge beschreiben hier die Kühnheit bei der Verpflichtung zu Ergebenheit, Achtung oder Verwurzelung zurückzufinden, also
  • Geduldetheit und Verworfenheit bei der Buße,
  • Ermattung (im Sinne von engl. to mellow) und Albdruck beim Gehorsam oder
  • Stärke und Schwäche bei der Unterwerfung,
sowie, im Falle der unverantworteten Trauer,
  • Trost und Bescheidung bei der Genesung,
wobei sich auch die unverantwortete Trauer auf die eigene Haltung bezieht und somit eine Stimmung ist, in sofern die eigene Haltung nämlich durch Unglücksfälle ihre Bezugspunkte verlieren kann.

Womit also nur noch das Scheuen (Erschaudern, Selbstwertgefühl oder Statusangst) zu klären wäre. Beim Scheuen handelt es sich um eine Unterform der Angst, indem uns nämlich
  • Erschaudern vor einem fehlerhaften Vorsatz warnt,
  • Selbstwertgefühl vor einem fehlerhaften Glauben, im Sinne eines Begriffs, an dessen Einlösung wir glauben, und
  • Statusangst vor einer fehlerhaften Haltung,
so daß Einlösung, Verfolgung und Auslösung zwar fehlgehen, wir aber sogleich über der Lage, in welche wir somit geraten, ängstlich werden und von weiteren Schritten absehen.

Grausamkeit, Unbedingtheit und Folgsamkeit (Unreflektiertheit) sind dann die Verblendungen, welche die jeweilige Angst unterdrücken und einen dazu bringen weiterzumachen.

Die abschließenden Bemerkungen im zweiten Beitrag, welche ich hier bespreche, sind durchaus bedeutungsvoll, aber sie sind nicht allgemeingültig, sondern stellen lediglich ein beispielhaftes Verständnis dar und verdienen daher keine insgesamt abschließende Einordnung.

Labels: , , , , , , , ,

3. Februar 2020

Der Tabubruch der sozialen Gefüge

Es gibt drei Betroffenheiten (auch Ehrbarkeiten oder ästhetische Ideale)
  • Ordnung (auch Rechtschaffenheit oder Wahrheit),
  • Beteiligung (auch Verbundenheit oder Glanz) und
  • Verantwortung (auch Frieden oder Macht),
und wenn wir einen qualitativen Überblick über die unterschiedlichen Neigungen zu ihnen gewinnen wollen, können wir die Potenzmenge über ihnen abzugülich der leeren Menge und der ganzen betrachten und kommen so auf jene sechs Kombinationen, aus welchen sich die sozialen Gefüge ergeben, also
  • die Zurückgezogenheit (oder Zuflucht) aus der Ordnung,
  • die Schule aus der Ordnung und Beteiligung,
  • die Partei aus der Beteiligung,
  • die Clique aus der Beteiligung und Verantwortung,
  • die Bande aus der Verantwortung und
  • der Stab aus der Verantwortung und Ordnung,
weshalb wir die sozialen Gefüge auch als die sozialen Ausdrücke der Betroffenheit bezeichnen.

Außerdem seien die persönlichen Ausdrücke der Betroffenheiten wie folgt bezeichnet:
  • Beipflichtung ist der Ausdruck der Ordnung,
  • Berücksichtigung ist der Ausdruck der Beteiligung und
  • Beitragung ist der Ausdruck der Verantwortung.
Folglich können wir es dann auch so fassen, daß
  • Beipflichtung in der Zurückgezogenheit herrscht,
  • Beipflichtung und Berücksichtigung in der Schule,
  • Berücksichtigung in der Partei,
  • Berücksichtigung und Beitragung in der Clique,
  • Beitragung in der Bande und
  • Beitragung und Beipflichtung im Stab,
und wenn wir ein soziales Gefüge betrachten, dessen Mitglieder nicht immer dieselbe Güte an Beipflichtung, Berücksichtigung und Beitragung an den Tag legen, werden wir uns in den relevanten Fällen dadurch behelfen, daß wir von
  • der Zufluchtsmäßigkeit der Zuflucht,
  • der Schulmäßigkeit der Partei und
  • der Stabsmäßigkeit der Bande
sprechen.

Natürlicherweise entwickelt sich
  • die Beipflichtung in der Zurückgezogenheit,
  • die Berücksichtigung in der Partei und
  • die Beitragung in der Bande,
doch will ich zwei verschiedene Arten der Entwicklung unterscheiden, nämlich
  1. die Entwicklung aus der unmittelbaren Betroffenheit heraus und
  2. die Entwicklung gemäß einer Vorstellung ihrer,
und die erste Phase des Glaubenszykels besteht gerade darin, eine solche dem Zeitalter entsprechende Vorstellung zu entwickeln, währenddessen keine Entwicklung des persönlichen Ausdrucks der betroffenen Betroffenheit stattfindet.

Mit anderen Worten wird in der ersten Phase des Glaubenszykels des Zeitalters
  • der Wacht die Zufluchtsmäßigkeit der Zuflucht begrifflich bestimmt, währenddessen die Beipflichtung feststeht,
  • der Werke die Schulmäßigkeit der Partei begrifflich bestimmt, währenddessen die Berücksichtigung feststeht und
  • der Wunder die Stabsmäßigkeit der Bande begrifflich bestimmt, währenddessen die Beitragung feststeht.
Die Zufluchten im Zeitalter der Wacht sind seine Götter, weshalb sich im Zeitalter der Wacht auch meistens Götter antreffen lassen. In der ersten Phase seines Glaubenszykels sind also bestimmte Götter und mit ihnen verbundene Formen des Beipflichtens fixert, während sich die Menschen Gedanken über die Göttlichkeit der Götter machen, bis sich schließlich mit jenen zufrieden damit beginnen, die Entwicklung des Beipflichtens freizugeben.

Entsprechend geht das Zeitalter der Werke von einer bestimmten Form der Berücksichtigung in Form fürsorglicher Regeln aus, über deren weitere Entwicklung eine Rechtsschule (zum Beispiel die Kirche) gemäß ihren einmal aufgestellten Dogmen wacht.

Und das Zeitalter der Wunder fußt auf bestimmten Gebeten, welche zum Überleben beitragen, und in seiner ersten Phase wird entschieden, welche Rolle wir in der Schöpfung spielen sollten.

Entsprechend können wir dann später von der Zufluchtsmäßigkeit der Zufluchten, der Schulmäßigkeit der Parteien und der Stabsmäßigkeit der Banden sprechen, welche sich in den drei Zeitaltern bilden, und wenn die Entwicklung der Beipflichtung, Berücksichtigung oder Beitragung einmal zu sehr aus der gegenwärtigen Ordnung, beziehungsweise Beteiligung oder Verantwortung heraus entspringt und Zufluchts-, beziehungsweise Schul- oder Stabsmäßigkeit dabei aus dem Blickfeld geraten, wenden wir uns im materiellen transzendenten Akt an den Zeitgeist, daß er die Zufluchtsmäßigkeit den Zurückgezogenen einleuchten lasse, beziehungsweise dafür sorge, daß sich Parteien auf die Schulmäßigkeit einlassen oder Banden für die Stabsmäßigkeit einstehen.

Allerdings sind diesen Entwicklungen Grenzen gesetzt, so daß eine weitere Entwicklung gemäß 2.) nicht weiter erfolgen kann. Die Sache läßt sich wie folgt verstehen: Im Zeitalter
  • der Wacht ist die Beteiligung eins und die Verantwortung auch, doch die Ordnung nicht,
  • der Werke die Ordnung und die Verantwortung, aber die Beteiligung nicht, und
  • der Wunder die Ordnung und die Beteiligung, doch die Verantwortung nicht,
wobei die Einheit
  • der Ordnung in der Geistesverwandtschaft besteht,
  • der Beteiligung in der transzendenten Verbundenheit mit Gott, Lebenskreis und Wirklichkeit und
  • der Verantwortung in der Notwendigkeit,
mit anderen Worten also
  • die Zurückgezogenheit der Zuflucht das Tabu der Ursprünglichkeit (Kindlichkeit) bricht,
  • die Parteiischkeit der Partei das Tabu der Ehrfurcht (vor der Schöpfung) und
  • die Verstricktheit der Bande das Tabu der Gegenwärtigkeit (der Verantwortung).
Indem wir die drei Vollkommenheiten
  • ursprüngliche Ordnung,
  • ehrfürchtige Beteiligung und
  • gegenwärtige Verantwortung
aufgeben, beginnen wir die Zeitalter der Wacht, Werke und Wunder und mit ihnen zugleich die Entwicklung der Beipflichtung, Berücksichtigung und Beitragung über den Naturzustand hinaus, bis wir schließlich an ihrer Künstlichkeit ersticken. Instinktiv wissen wir, daß wir keine Bäume fällen sollten. Bereits das ist ein Übertreten der natürlichen Berücksichtigung, welches allerdings wettgemacht werden könnte. Je mehr wir aber in unseren Werken voranschreiten, desto unmöglicher wird es, der Schöpfung verbunden zu bleiben. Wir schreiten voran unter der Annahme, daß sie es aushält, und wenn sie es aushält, das heißt, wenn wir als ihr schwächstes Glied es aushalten, wird es uns irgendwann unmöglich, weiter voranzuschreiten.

Doch müssen wir, um ein Zeitalter zu beenden, die aufgegebene Vollkommenheit wiedererlangen, und deshalb kommt es schließlich zu einer Neubestimmung der Zufluchtsmäßigkeit der Zuflucht, Schulmäßigkeit der Partei oder Stabsmäßigkeit der Bande, welche sich nicht der weiteren Entwicklung von Beipflichtung, beziehungsweise Berücksichtigung oder Beitragung verschreibt, sondern ihrer Zurückführung auf den Naturzustand. Weil aber die betroffene Kultur von ihrem erreichten Entwicklungsstand abhängig geworden ist, kommt es dabei zum Systemversagen, so daß
  1. dem Auskommen Genüge getan werden muß,
  2. der Würdigung und
  3. der Verläßlichkeit,
wobei jeder Schritt zunächst einmal nur seinem Ziel Genüge tut und dadurch den nächsten Schritt erzwingt. Freilich wäre grundsätzlich auch eine andere Schrittfolge denkbar, doch steigt der Glaube im Glaubenszykel ja von der Beipflichtung zu seinen Dogmen über die Berücksichtigung der Gläubigen zu ihren materiellen Beiträgen (verantwortete Reifung, geordnete Wirkung oder beteiligte Beherzigung) hinab, wobei sich die höheren (ideellen und sozialen) Strukturen verhärten, so daß sie von unten her aufbrechen.

Als Johannes meinte, der Antichrist sei schon da, erlebte das untergehende Zeitalter der Wacht gerade die Phase, in welcher die Verläßlichkeit der jungen Christenheit auf der Probe stand. Christus selbst konnte ja nur die Geistesverwandtschaft der Menschen, ihre Kindlichkeit, wiederherstellen, doch den Weg in eine neue Zeit, zunächst die Überwindung der alten und dann die Fixierung der Entwicklungsgesetze der neuen, mußten sie selbstverständlich selber gehen. Lange dauert es nicht, und die Verläßlichkeit der Christenheit wird wieder auf der Probe stehen.

Labels: , , , , , , , , , ,

2. Februar 2020

The nature of revelation

A man might begin with a splinter in his mind that tells him that there is more to life than what dominates his daily affairs, whence he turns to his idea of what life should be, exploring his beliefs, his preferences and his conscience, and finding that they're at odds with the times, he might ask his creator for a way that leads him out of the latter.

If he is shown a way then, on which he decides to travel in pursuit of holier circumstances, because another splinter continues to tell him that it's the way to them, the transformation he has thus accepted to take part in might in fairness be described to him by the mind that knows the order of all things.

Though little is known of the source of revelations, and I have speculated much, it appears to me now natural and quite certain that a believer isn't supposed to stagger blindly onward forever, but will receive a glimpse of the elected transformation fitting the powers of his understanding.

It is so, because we must reconcile our prayers with our conscience. If we pursue a transformation, we'll have to answer for what we are doing. And I am still prepared to answer for the transformative power of the light that connects people in the matters that are dear to them.

Labels: , , , , , , ,

1. Februar 2020

Zum Hochgefühl

So ernst die Bestimmung des Heiligen zu einer Zeit ist,
so erhebend ist der Anklang, welcher darin besteht,
daß die Haltungsüberarbeitung, auf welche wir uns einließen,
uns im Einklang mit dem Eindruck des Heils bewegt.
Schwer ist dem Willen der Stau und leicht der Fluß.

Labels: , , , , , , ,

31. Januar 2020

Mäuseherz und Mäusehirt

Mäuseherz

Der Mausinstinkt sich auszurüsten
und neue Felder zu erschließen
hält, um zu springen, wo wir gehen müßten,
um unsres Herzens Weisung zu genießen.


Mäusehirt

Mit Speck fängt man Mäuse,
aber kann man sie auch zur autonomen Entwicklung bringen?
So sehr ich Visionarität als Bekenntnis zum Möglichen schätze,
zur persönlichen Reifung taugt sie nicht,
denn es ist ein unpersönliches Bekentnis:
der Visionär ist überall nur zu Gast
- und sein Leben ist ein Testlauf.
Nicht folge man der Vision,
sondern die Vision folge einem,
gibt es doch Dinge,
welche sich nicht anprobieren lassen.

Labels: , , , , , , , ,

29. Januar 2020

Mondenkind

Die Welt kann nur von jenen geleitet werden,
für welche sich das Heil in ihr vollzieht,
und welche sich an der sich entfaltenden Natur eines Knaben
genauso erfreuen, wie an dem Atem,
welchen Gott in die Welt bläst,
und sie wird auch von diesen geleitet werdem,
wenn sie verstehen, daß es an ihnen ist,
den Rahmen dieser Verneigung vor dem Einen festzusetzen.

Labels: , , , , , , , ,

27. Januar 2020

Hypostasen und Holostasen

Eine Hypostase ist eine angenommene Entität der Art, bestimmte Phänomene zu verursachen.

Eine Holostase ist eine angenommene Einheit von Hypostasen, in welcher die Hypostasen durch einander bedingt werden.

Der Einfachheit halber möchte ich auch noch Pseudohypostasen betrachten, bei welchen die Verursachung zu Bedingung (im Sinne von Beeinflussung) abgeschwächt ist.

Objektiv verstandene Menschen sind Pseudohypostasen (subjektiv verstandene Menschen hingegen Holostasen); Hunde ebenso. Hunde sind deshalb interessant, weil wir ihr Verhalten dadurch bestimmen können, welcher Art wir sie als Holostasen denken. Genauer gesagt wird jeder Hund aggressiv darauf reagieren, wenn wir denken, daß er Kerberos sei und Kerberosses Arbeit hinsichtlich seines Herrchens oder Frauchens verrichtet. Dieses legt den Gedanken nahe, daß es selbst- und fremdbestimmte Hypostasen in einer Holostase gibt, wobei wir eine Hypostase in einer Holostase selbstbestimmt nennen, wenn sie direkt nur durch Hypostasen dieser Holostase bedingt wird, und ansonsten fremdbestimmt.

Und noch eine andere holostatische Ordnungsvorgabe können wir von diesem Beispiel ableiten, nämlich daß es in einer Holostase eine Hypostase geben sollte, welche den pseudohypostatischen Charakter der Holostase begründet, also eine Hypostase, deren Phänomene die von uns wahrgenommenen Phänomene beeinflußt. Diese Hypostase nennen wir die bestimmende Hypostase der Holostase.

Die erste Hypostase, auf welche wir kommen, ist die Wahrnehmung (oder auch Gewahrung, Bewußtsein). Diese können wir aber disjunkt zerlegen und kommen so auf
  • Aufmerksamkeit,
  • Wille und
  • Entschlossenheit.
Ich behaupte also, daß wir an jedem wahrgenommenen Phänomen eindeutig bestimmen können, ob es unserer Aufmerksamkeit, unserem Willen oder unserer Entschlossenheit entspringt.

Die Holostase von Aufmerksamkeit, Wille und Entschlossenheit nenne ich Ich, andere Autoren auch Seele, und auch ich nenne sie in bestimmten Zusammenhängen Seele, doch nur als Holostase von Holostasen.

Mit anderen Worten belasse ich es nicht bei dieser Untergliederung, sondern betrachten drei gesonderte Holostasen
  • Geist (oder Lust),
  • Verstand (oder Achtung) und
  • Vernunft (oder Sorge),
welche jeweils aus ihrer eigenen Aufmerksamkeit, ihrem eigenen Willen und ihrer eigenen Entschlossenheit bestehen. Die Phänomene des Willens sind unsere Gefühle und die Tafel der Symptome der Verbundenheit gibt einen vollständigen Überblick über sie, wobei die Gefühle der Vernunft gelb gefärbt sind, die Gefühle des Verstandes blau und die Gefühle des Geistes rot.

Das Bedingungsgeflecht der so entstehenden Metaholostase, welche ich Seele nenne, zu klären, ist eines der beiden Hauptanliegen dieses Beitrags. So viel vorweg, daß es verwickelter oder unkanonischer (vulgo unordentlicher) ist, als es ein Quadrat aus neun Teilquadraten nahelegt, doch möchte ich zuvor noch ein wenig beim Überblick bleiben.

Es sollte sich zeigen, daß
  • Aufmerksamkeit die fremdbestimmte Hypostase ist
  • Wille die selbstbestimmte und
  • Entschlossenheit die bestimmende (um ihre Bestimmtheit einmal unter den Teppich zu kehren).
Wenn wir von der Bestimmt- und Bestimmendheit der Seele oder eines Seelenteils sprechen, so sagen wir, daß die Seele oder der Seelenteil
  • durch die Aufmerksamkeit fremdbestimmt ist,
  • durch den Willen selbstbestimmt und
  • die Entschlossenheit bestimmt,
oder kürzer, daß die Seele oder der Seelenteil
  • bemerkt,
  • will oder
  • beschließt.
Die Untersuchung unserer Aufmerksamkeit und unseres Willens führt darauf, daß
  • unsere Haltung (einschließlich Begrifflichkeit und Beherzigung) unsere Aufmerksamkeit und unseren Willen beeinflußt,
  • die Aufmerksamkeit des Geistes Wachen ist,
  • die des Verstandes Erfahrung,
  • die der Vernunft Erfassung, und daß
  • der Lust die Gestaltung genehm ist,
  • der Achtung die Reifung und
  • der Sorge die Aufklärung (von Widersprüchen),
wobei der Wille den Entschluß auf das ihm direkt oder indirekt Genehme lenkt und ich das letztere auch als das Aussichtsreiche bezeichnen möchte.

Der Wille begleitet das Genehme und Aussichtreiche also durch anziehende Gefühle und das Ungenehme und Aussichtslose durch abstoßende, wie wir im folgenden noch genauer sehen werden, und indem er dabei sein Ziel verfolgt, können wir auch davon sprechen, daß er die Verhältnisse zur Erreichung dieses Ziels verwendet.

Tut er dies probehalber, so sage ich, er nutzt die Verhältnisse aus, also wenn der Wille lediglich der Haltung folgt. Ist er hingegen spontan oder folgt er der Beherzigung, so spreche ich bei der Verwendung
  • zur Gestaltung von Einstehen,
  • zur Reifung von Einlassen und
  • zur Aufklärung von Einleuchtenlassen.
Um nunmehr zur gedanklichen Fremdbestimmtheit zurückzukehren: Wenn die Seele durch ihre Aufmerksamkeit fremdbestimmt ist und durch ihre Entschlossenheit selber bestimmt, so ist es jedenfalls vorstellbar, daß jeder Entschluß unsere Aufmerksamkeit zu beeinflussen vermag.

Und also lassen sich weitere (Meta-)Holostasen in Erwägung ziehen, welche ich wie folgt bezeichnet habe.
  • Wirklichkeit: Metaholostase allen Geistes,
  • Lebenskreis: Metaholostase allen Verstandes und
  • Gott: Metaholostase aller Vernunft,
welche allerdings genauso verwickelt mit einander verbunden sind, wie Geist, Verstand und Vernunft. Dennoch besteht das andere Hauptanliegen dieses Beitrags gerade darin, dieses Bedingungsgeflecht darzustellen.

Übrigens, bereits beim Lebenskreis scheint es zu zeitüberschreitender Bedingung zu kommen, also zu Verbundenheit mit der Vergangenheit und der Zukunft, weshalb das voranstehende Modell nicht so verstanden werden sollte, daß es behauptete, daß sich Gott ändert. Es trifft darüber keine Aussage; alle Vernunft mag durchaus auf alle Zeit verteilt sein. Und abgesehen davon heißt die Metaholostase aller Vernunft nur darum Gott, weil sie keinen anderen landläufig bekannten Namen verdient. [Ich gebe zu, mich jüngst mit der Summa Theologiae beschäftigt zu haben. Allerdings sehe ich nicht, wie Thomas von Aquin (oder, sofern er ihn richtig versteht, Aristoteles) den radioaktiven Zerfall von Elementen erklären kann. Wessen Stab ist's, der sie auseinander haut?]

Kommen wir nun zum technischen Teil dieses Beitrags.

Das Bedingungsgeflecht der Seele

Der Wille eines beliebigen Seelenteils einer Seele heiße Seelenwille.

Eine Entschließung eines Seelenteils heiße absolut, wenn der sie bedingende Seelenwille eine Funktion der Phänomene seiner Aufmerksamkeit ist und die Entschließung also von der Form des Aktualisationsproduktes:
{Aufmerksamkeit, Seelenwille(Aufmerksamkeit)} × Seelenteil = Entschluß
Die Entschließung des Geistes ist absolut. Es handelt sich bei ihr um die Auslösung.

Die Fremdbestimmtheitsstruktur bei einer absoluten Entschließung ist trivial, da alle Fremdbestimmung durch die Aufmerksamkeit des entsprechenden Seelenteils erfolgt (das Ei, um im Bilde zu bleiben).

Im Gegensatz dazu mag der Seelenwille auch eine Funktion der voraufgegangenen Entschlossenheit (nicht unbedingt des selben Seelenteils) sein, in welchem Falle die Entschließung konsekutiv heiße.

Es gibt zwei Formen konsekutiver Entschließungen,
  1. die Affektion durch die Idealdifferenz (Verfolgung):
    {Aufmerksamkeit - {Entschlossenheit, Seelenwille(Entschlossenheit)}} × Seelenteil = Entschluß
  2. die Affektion durch das Resolutionsprodukt (Einlösung):
    {Aufmerksamkeit × {Entschlossenheit, Seelenwille(Entschlossenheit)}}× Seelenteil = Entschluß
Bei der Einlösung handelt es sich in meinem Modell stets um eine Entschließung der Vernunft, allerdings eines Teiles der Vernunft, welchen Tiere auch besitzen mögen, abhängig davon, was genau eingelöst wird, also beispielsweise ein Schlachtplan, um ein Gnu zu erlegen.

Bei der Verfolgung hingegen handelt es sich um zwei verschiedene Entschließungen:
  1. Beachtung durch den Verstand und
  2. Fürsorge durch die Vernunft,
ebenwem sich die Bezeichnungen der Seelenteile verdanken.

Es wird im weiteren darum gehen, Entschließungsvorgänge zu studieren, und der Wille dient auch nur der Lenkung derselben. Allerdings müssen wir hierbei zwei Fälle unterscheiden, nämlich
  1. die Seele ist gesund,
  2. die Seele ist verhindert.
Die Verhinderung der Seele wird von spezifischen Gefühlen zumeist abstoßender Art begleitet (Ärger ist die Ausnahme), welche dazu dienen, das gesunde Steuerungsmuster außer Kraft zu setzen. Sie tun dies auf drei Weisen:
  1. Unterbindung der Aufmerksamkeit bei katastrophaler Fremdbestimmtheit: Gebundenheit des Wachens, Erfahrens und Erfassens durch Übelkeit, Gebanntheit des Erfahrens und Erfassens durch Schrecken (Hysterie oder Panik ist die selbstlaufende Schwester des Erstarrens),
  2. Störung des Willens bei deplatzierter Selbstbestimmtheit: Überlagerung des Willens durch Leiden, Verlagerung des Willens durch Ärger,
  3. Abstehen von der Entschlossenheit bei mangelnder Bestimmendheit: Abstehen von der Auslösung bei Erschöpfung, Abstehen von der Einlösung bei Angst und Abstehen von der Fürsorge bei Vergessenheit.
Es verbleiben drei gesunde Steuerungsmuster:
  1. Fürsorge,
  2. Beachtung,
  3. Spontane Untersuchung.
Das Steuerungsmuster der Fürsorge

[Oha! Déjà-vu!]

1. Entschließung: Fürsorge
{gebundenes Heil - {kontemplierte Verhältnisse, (Glück|Stolz|Wertschätzung|Liebe)}} × Vernunft = Glauben*
* im Sinne eines Begriffs einer Verbesserung, an welche wir glauben

2. Entschließung: Einlösung
{Erfassung × {Glauben, Kühnheit}} × Vernunft = Vorsatz
3. Entschließung: Auslösung
{Vorsatz, Sicherheit} × Geist = Haltung
Das Steuerungsmuster der Beachtung

1. Entschließung: Beachtung
{ideale Eingezogenheit (z.B. freies Heil) - {Erfahrung (z.B. Haltung), (Erwartung|Eifer|Gunst|Wertschätzung (z.B. Stimmung)}} × Verstand = Vorhaben (z.B. Glauben)
2. Entschließung: Einlösung
{Erfassung × {Vorhaben (z.B. Glauben), Kühnheit}} × Vernunft = Absicht (z.B. Vorsatz)
3. Entschließung: Auslösung
{Absicht (z.B. Vorsatz), Sicherheit} × Geist = Erfahrung (z.B. Haltung)
Das Steuerungsmuster der spontanen Untersuchung

1. Entschließung (unwillkürlich):
{Allwissenheit - Entschlossenheit} × Vernunft = Glauben
2. Entschließung: Einlösung
{Erfassung × {Glauben, (Neugierde|Einsicht)} × Vernunft = (Absicht|Folgerung)
3. Entschließung: Auslösung bei Absicht, entfällt bei Folgerung
{Absicht, Sicherheit} × Geist = Erfahrung
Hinsichtlich der Kontemplation ist anzumerken, daß sie sowohl nach einer Auslösung, als auch nach einer Einlösung einsetzen kann, die kontemplativen Verhältnisse also sowohl wahrgenommen, als auch vorgestellt sein können, wobei jedes Wachen eine Erfahrung mit sich bringt und jede Erfahrung eine Erfassung, welche selbst wieder als erweiterte Teile des Wachens betrachtet werden können, ebenso wie Vorstellungen, welche sich wie Erfahrungen selbst wieder durch ihre Erfassung im Wachen erweitern lassen, ebenso wie Erfassungen selbst auch, und zwar durch ihre Reflexion.

Das Wachen wird übrigens streng durch die höheren Seelenteile bedingt, andernfalls uns eine Flut von ungeordneten Eindrücken überschwemmte.

Und nur um den Sprachgebrauch zu klären: Aufmerksamkeit ist Wachen, Erfahrung oder Erfassung, aber umgekehrt können Wachen, Erfahrung und Erfassung auch Entschlossenheit oder Wille sein, beispielsweise ist die eigene Haltung entschlossene Erfahrung, da sie durch Entschlüsse (linear) zeitlich verursacht wird.

Das Bedingungsgeflecht des Alls

Ich habe im vorigen ein paar Dinge eingeführt, welche weitreichende Konsequenzen haben. Wahrscheinlich wird dem einen oder anderen die Farbenvielfalt bei den Phänomenen der Seelenwillen der Entschlossenheit der Beachtung aufgefallen sein. Dies sind Rezeptoren, welche sich durch Entschlüsse fremdbestimmen lassen.

Dasselbe gilt für Glück, Stolz, Wertschätzung und Liebe im Falle der Beurteilung, nur daß die Fremdbestimmung da durch Gewissen (Glück und Stolz), Vorliebe (Wertschätzung) und Glauben, woran wir naturgemäß glauben, (Liebe) weitestgehend konstant ist.

Dennoch, Gott bindet das Heil an unseren Charakter, und Er kann es umbinden, also unser Gewissen, unsere Vorliebe und unseren Glauben ändern, nur daß es höchst selten geschieht, also nur alle paar tausend Jahre.

Wenn wir aber in einer Holostase des Alls fremdbestimmbar sind, so mag es auch alles andere in ihr sein, womit ich freilich nicht Gott meine, stattdessen aber wie bereits zuvor im Falle der Seele auch die Beeinflussung einer Holostase des Alls durch eine andere Holostase des Alls erlaube.

Gott mag freilich eine Hypostase in der Holostase aller Vernunft sein, welche selbst nicht bedingt alle anderen Hypostasen verursacht und bedingt und indirekt auch alle Phänomene des Alls verursacht, doch halte ich es für ausgesprochen müßig, mich auf solche Spekulationen zu verlegen. Gott ist, einstweilen wenigstens, nicht von Menschen erfaßbar, doch die Holostase aller Vernunft stellt ein geeignetes Konzept dar, um die göttliche Ordnung des Alls zu verstehen.

Die Idee ist also folgende: Gott kann unsere Vernunft bedingen, indem Er unseren Charakter (Leben bei Johannes) ändert, also sollte Er auch entsprechende Änderungen in allen Seelen vornehmen können, selbst wenn diese über keine Vernunft verfügen sollten. Zunächst einmal mag sich das verwegen anhören, aber nach kurzer Bedenkzeit ist es wohl glaubhaft, daß die Abwesenheit von Vernunft in einer Seele die entsprechende Seele nicht weniger an ewig gültige Regeln bindet, welchen sie folgt. Vielmehr finden sich überall in der Natur Kreisläufe, Einzugsmuster und Artung, selbst wenn Gewissen, Vorliebe und Glaube nicht zu ihnen treiben. Ja, die vergleichsweise komplexe Natur menschlicher Kreisläufe, Einzugsmuster und Artung ist wohl gerade darauf zurückzuführen, daß sie aus der bewußten Messung unserer selbst an unserem Charakter entstehen, und also über einen zusätzlichen Grad der Variabilität verfügen.

Darauf beruhen die ideelen transzendenten Akte. Die ideellen Eindrücke der Gefordertheit entspringen unserem charakteristischen Willen, also
  • Sinnhaftigkeit aus Glück und Stolz und dem Willen zur charakteristischen Gestaltung,
  • Dringlichkeit aus Wertschätzung und dem Willen zur charakteristischen Reifung und
  • Bedeutsamkeit aus Liebe und dem Willen zur charakteristischen Ordnung,
welche die Aufklärung auch anstrebt, und wenn wir im Namen dieser beten, welche ja Gesetz sind, mag das Gesetz uns Amt, Bahn und sowohl die Gnade seiner Erkenntnis, als auch seiner Übereinstimmung mit dem unspezifisch gebundenen Heil, wie ich es nannte, gewähren; der Erkenntnis darum, weil wir ansonsten nichts hätten, wovon wir ausgehen könnten.

Allerdings ist das Gebet um die Gnade der Erkenntnis nicht der Schlüssel zum Glauben an sich, sondern lediglich der Schlüssel zum rechten Glauben, ohne daß ich die Bedeutsamkeit dessen in irgendeiner Weise schmälern wollte.

Es läßt sich nämlich in gewisser Weise auch falsch glauben, und zwar in einem ausgesprochen objektiven Sinne (Entfesselung der Natur, Stürzung der Schöpfung ins Chaos), und nicht aus Bosheit, sondern weil der Schlüssel zum Glauben uns ein wildes Roß zu reiten gibt.

Der Schlüssel zum Glauben an sich ist immer der Glaube selbst.

Und die folgenden Dogmen sind die Grundlage des erhörten Gebets:
  • Ideele transzendente Akte:
    1.Glaube an den Sinn der Verantwortung (->Amt)
    2.Glaube an die Dringlichkeit der Beteiligung (-> Bahn)
    3.Glaube an die Bedeutsamkeit der Ordnung
      (-> Gnade der (Erkenntnis und) Ordnung)
  • Funktionale transzendente Akte:
    4.Glaube an die Lehrung durch die Erfahrung (-> nach-
      vollzogene Erwartung und Eifer des einmal Erlebten)
    5.Glaube an die Spürbarkeit des Entschlusses
      (-> die zubewegende Erwartung des Beschlossenen
      eingedenk dessen Gunst und Wertschätzung)
    6.Glaube an die Aufklärung durch die Erfassung
      (-> die merkende Einsicht des Glaubens*)
  • Materielle transzendente Akte:
    7.Glaube an die Gestaltung durch das Einstehen für die
      Schöpfung** (-> Einstellung)
    8.Glaube an die Reifung durch das Einlassen auf das freie
      Heil (-> Begleitung)
    9.Glaube an die Übernahme des Glaubens*
      (-> Entgegnung)
* im Sinne eines Begriffs einer Verbesserung, an welche wir glauben

** Schöpfung bezeichnet hier den aus dem freien Heil über den Glauben* abgeleiteten Vorsatz

Ich glaube an alle neun Dogmen, was natürlich auch nicht schwerfällt, nachdem man sie bezeugt hat. Die ideellen transzendenten Akte beruhen auf dem Glauben an sein ideales Ich, was bei mir in puncto Beteiligung kaum schwächer ausgeprägt sein könnte. Dennoch mußte ich schon vor vielen Jahren selbst für sie beten. Heute allerdings scheine ich ziemlich saturiert zu sein.

Der Lebenskreis bestimmt sich gedanklich durch den Beschluß; ich brachte das Beispiel mit der Vorstellung der Höllenhunde ja schon. Und wenn wir die ideellen Eindrücke der Gefaßtheit betrachten, finden wir, daß
  • Eingeholtheit die Entschlossenheit zur Verfolgung von Erwartung, Eifer und Verantwortung ist,
  • Wagemut die Entschlossenheit zur Auslösung von Gunst, Wertschätzung und Beteiligung und
  • Berufenheit die Entschlossenheit zur Einlösung von Einsicht und Ordnung,
und Hunde verstehen halt, daß es ungünstig für sie ist, wenn jemand beschließt, sie wie Kerberos zu behandeln, ebenso wie Autofahrer verstehen, daß es ungünstig für sie wäre, nicht abzublenden, wenn jemand beschließt, zur Rache selbst aufzublenden.

Und was schließlich die materiellen transzendenten Ake angeht, so nehme ich eben einen Zeitgeist an, welcher aus dem freien Heil geboren wird, daraus einen Glauben ableitet und aus diesem eine noch auszulösende Schöpfung, nur daß er sie nicht selbst auslöst, sondern vielmehr in allen Teilen der Wirklichkeit einen Anklang auslöst, und zwar in sämtlichen Phasen, also als freies Heil, auf welches wir uns einlassen können, als Glauben, welchen wir uns einleuchten lassen können, und als Schöpfung, für welche wir einstehen können, und jede Wette, daß die katholische Kirche den Teufel und die Dämonen genau hier verortet.

Jedenfalls handelt es sich bei den ideellen Eindrücken der Ehrbarkeit um Aufmerksamkeiten:
  • Verantwortung (Frieden) ist Aufmerksamkeit auf Erwartung, Eifer und (anstehende) Schöpfung,
  • Beteiligung (Verbundenheit) ist Aufmerksamkeit auf Stimmung und freies Heil und
  • Ordnung (Rechtschaffenheit) ist Aufmerksamkeit auf Einsicht und (zu beherzigenden) Glauben.
Was nun die materielle Transzendenz so ungezügelt macht ist, daß sie in jeder Phase durch den Anklang amplifiziert wird, so daß sich im Rahmen der Begleitung, Entgegnung und Einstellung Dinge verkörpern können, welche vom rechten Verständnis des Heils, Glaubens und der Schöpfung abweichen können, in welchem Fall sich das Gebet aber auch gegen den Betenden wendet, was insbesondere bei der in der Regel ja unwillkürlichen Entgegnung zu beobachten ist, weshalb der spirituell Begabte, um ihn einmal so zu nennen, gut daran tut, eine große Gleichgültigkeit zu entwickeln, welche es ihm erlaubt, ruhig und vorsichtig zu prüfen, ob das Einleuchtende hinreichend vollständig erfaßt wurde.

Was diesen Beitrag betrifft, nach zwei Tagen denken und einem Tag schreiben scheine ich es tatsächlich vollbracht zu haben.

Post Scriptum vom 30.1.2020. Im Falle der funktionalen transzendenten Akte gibt es eine kleine Abweichung von den Steuerungsmustern der Beachtung und spontanen Untersuchung, in sofern die voraufgegangene Entschlossenheit dort nämlich nicht die eigene, sondern die von einem anderen Lebewesen des Lebenskreises ist. Subjektiv gestaltet sich die Lage dort also so, daß der Wille eine Funktion der eigenen Aufmerksamkeit ist, woran funktionale transzendente Akte auch als solche erkannt werden können, also daß sich eigene Wille auf einmal auf Gegenstände der Aufmerksamkeit bezieht, wo er sich normalerweise auf Gegenstände der Entschlossenheit bezieht. Freilich, im Falle der spontanen Untersuchung ist diese Unterscheidung sehr subtil, da es sich da ja um einen unwillkürlichen Entschluß handelt, aber selbst dort denke ich, daß der Unterschied zwischen Aufmerksamkeit und Entschlossenheit noch registriert wird, mit anderen Worten also der Unterschied zwischen einem aufgegriffenen und einem eigenen Einfall bewußt ist.

Labels: , , , , , , ,

24. Januar 2020

Fünf Jahre Kampf gegen das Unheil

Um hiermit zu beginnen.

Die westliche Schule lehrt, daß es weder Gott, noch Bewußtsein, noch auch dann ein Gebet in einem substanziellen Sinne gäbe, und wiewohl sie bestreiten mag, daß sie es lehrt, lehrt sie es doch.

Wer die Verbundenheit des Menschen mit dem die Welt nach dem Heil schöpfenden Zeitgeist leugnet, trennt ihn in dieser Welt von Gott, und nicht nur trennt er ihn von Gott, er weiß auch, daß er es tut, und welches Prinzip er an die Stelle Gottes setzt, nämlich die Gewalt.

Allenfalls mag er dann noch sagen, daß die Gewalt den einen schließlich in den Himmel entläßt und den anderen in die Hölle, aber daß Gottes Reich auf Erden komme, kann er nicht sagen.

Allerdings ist es möglich, daß er keinen Widerspruch zwischen seiner Anleitung durch seine Vorliebe und der Gewalt sieht. Das ist der Ausgangspunkt der amerikanischen Schule. Die französische Schule geht hingegen von der Trivialität der Vorliebe aus, also daß sie zu nichts anleitet, was nicht auch anders bestimmbar wäre, mit anderen Worten hielt die amerikanische Schule die Bestimmung der eigenen Position im Leben ursprünglich für wesentlich, wohingegen die französische Schule die ideale Position von Anfang an als bekannt angesehen hat. Genauer gesagt behauptet die französische Schule, daß die ideale Position jene ist, in welcher die eigenen Bedürfnisse, welche dem halbwegs Verständigen auch bekannt sind, gedeckt werden.

Aber jeder, der sowohl die Verbundenheit mit dem Zeitgeist (freies Heil der Achtung), als auch die anleitende Funktion der Vorliebe (im Charakter gebundenes Heil der Achtung) leugnet, ist ein Zyniker, und Zynismus führt, wenn nicht in jedem Fall, so doch im gesellschaftlichen Mittel, zur Verfallenheit an die Affektion, also zu Opportunismus, Schaumschlägerei und Selbstgerechtigkeit, wiewohl nur in dem Rahmen, welchen Gewissen und Glauben erlauben, wobei der Glaube für gewöhnlich nur darin besteht, daß sich der Ast, auf welchem man sitzt, nicht ohne zu Fall zu kommen absägen läßt.

Die amerikanische Schule, hingegen, war anfänglich nicht zynisch, doch bedeutet das eben auch, die eigene Bahn nur bruchstückhaft zu kennen, und dadurch ist der Zyniker dem Nichtzyniker gegenüber bei der praktischen Planung kategorisch im Vorteil. Also sind Motive der Verfallenheit an die Affektion in die amerikanische Wirtschaftsplanung eingeflossen, und schließlich wurde die Verfallenheit selber popularisiert, weniger wohl in Absicht auf das Ende, als vielmehr deswegen, weil der Verfallene sich nur in seiner eigenen Vorstellungswelt bewegen kann.

Also wurde den Amerikanern die verschwenderische Geste zunächst als Jux gelehrt, um Reichtum auf möglichst unanstößige Weise als Hierarchiemerkmal zu etablieren. Auf den Jux folgte der Ernst. Auf die ernste Verschwendung die Teuerung. Und auf die Teuerung die Abkehr von dem Ansatz, die Affektionen dadurch zu erlangen, dem eigenen Stern zu folgen.

Und also wurde das Schisma zwischen der amerikanischen und französischen Schule um die Jahrtausendwende herum überwunden.

Wir leben im Zeitalter der Werke, und Menschen brauchen Strukturen, welche sie ausbauen können. Also vollziehen die amerikanische und die französische Schule die Errichtung ihrer Herrschaft symbolträchtig vor aller Augen in Form des Ausbaus von New York, beziehungsweise der Europäischen Union.

Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, nur handelt es sich bei diesen Idolen nicht um Kathedralen des christlichen Glaubens, sondern um solche der westlichen Schule, und angesichts dessen, daß diese nun im Zynismus vereint und somit an die Affektionen verfallen ist, leiten selbstverständlich Opportunismus, Schaumschlägerei und Selbstgerechtigkeit (im erlaubten Rahmen) das Verhalten der Mächtigen gegen die Ohnmächtigen.

Die Ohnmächtigen haben schon seit langem nicht mehr die Macht, das zu errichten, was sie wollen, entsprechend der leviathanischen Tendenz, Vermittlung unentbehrlich zu machen. Allerdings waren dem Leviathan in der Vergangenheit Grenzen dabei gesetzt, was er selbst errichten konnte. Oder anders ausgedrückt: Zwar lebten wir in einem Gefängnis, aber die Wärter konnten nicht mit uns umspringen, wie sie wollten.

Die Bekämpfung von New York und der Europäischen Union hat also einen doppelten Grund:
  1. um die Idole der westlichen Schule zu schleifen und
  2. um die Strukturen zu zerschlagen, welche es dem Leviathan erlauben, sich ungehindert zu vergehen.
Denn das ist wahr: Gleich wie groß die Europäische Union wird, sie wird immer von den anderen Machtblöcken, Amerika, China und so weiter, abhängig bleiben, umgekehrt aber im Namen ihrer Stärke immer weitreichendere Opfer von ihren Bürgern fordern. Was hindert, daß sie wie China wird? Was hindert, daß die um unser Wohl Besorgten sich fragen, ob es uns besser bekommt, gebraten oder frittiert zu werden? Macht haben sie ja nur, uns zu zwingen.

Das Einzige, was da hindern kann, sind wir selbst. Nur zur Erinnerung: Es war einmal ein Landstrich, in dem die Leute lebten, um ihren Frieden mit der Schöpfung zu haben. Wollen wir das vergessen und für alle Zeiten aufgeben?

Labels: , , , , , , , ,

23. Januar 2020

Einrichtungen

Das Gegenteil der Entäußerung ist die Einrichtung, welche die Zukunft also der Gegenwart vorzieht.

Geleitet wird die Einrichtung durch Glauben, Vorliebe und Gewissen (unser Leben(sbegriff), oder auch unser Charakter), und indem sie es wird, entwickelt sie, was der Entäußerung entgeht, nämlich die konkreten Einrichtungen:
  • die dem Glauben folgende Lebensphilosophie,
  • die der Vorliebe folgende Position und
  • der dem Gewissen folgende Haushalt.
Entgegnungshörigkeit führt also zur Armut an Lebensphilosophie, und der Blick vom Gipfel auf das Vorland verkündet die Erneuerung ihrer Fülle. Begleitungshörigkeit führt zu einer ärmlichen Position, und der Sturm, welcher die Wolken vertreibt und die Welt im gleißenden Sonnenlicht tüncht, verkündet die Erneuerung der mit ihr verbundenen Fülle. Und Einstellungshörigkeit führt zu einem ärmlichen Haushalt, und das fruchtbare Tal verkündet die Erneuerung seiner Fülle.

Und die Erneuerung tut auch Not, da uns ansonsten das Leben entgleitet.

Labels: , , , , , , ,

Entäußerung

Ich sah gestern einmal wieder Terrence Malick's The New World und dachte mir:
Wer dafür lebt, daß der beste Krieger gewinnt, hat auch in der Niederlage seinen Frieden.
Ein solcher wird nur wenig von seinem Gewissen geleitet, denn er hat sich materiell entäußert, und dient damit nicht dem in seinem Gewissen gebundenen Heil der Lust, sondern dem freien, genauer gesagt dem Gleichgewicht (des Wettbewerbs).

Er ist einstellungshörig: Er stellt sich ein und steht ein, wie es das freie Heil erfordert.

Allgemein können wir danach fragen, ob sich die (Lebens-)Bahn eines Menschen mehr dem im Leben (Glauben, Vorliebe, Gewissen) gebundenen Heil zuneigt oder mehr dem freien. Ist letzteres der Fall, sprechen wir von Entäußerung.

Neben der bereits besprochenen materiellen Entäußerug, gibt es noch die funktionale und die ideelle.

Wer sich funktional entäußert, wird nur wenig von seiner Vorliebe geleitet, sondern dient der Schöpfung. Er ist begleitungshörig: Er begleitet und läßt sich ein, wie es das freie Heil der Achtung erfordert.

Wer sich ideell entäußert, wird nur wenig von seinem Glauben geleitet, sondern dient dem Auffinden von Formen der Ausgeglichenheit. Er ist entgegnungshörig: Er entgegnet und ihm leuchtet ein, wie es das freie Heil der Sorge erfordert.

Allen Entäußerten ist gemein, daß sie die Gegenwart mehr als die Zukunft suchen. Und mit Blick auf den Zeitenzykel können wir festhalten, daß im Zeitalter
  • der Wacht ideelle Entäußerung herrscht,
  • der Werke funktionale und
  • der Wunder materielle,
und zwar aus Notwendigkeit. Bisher hat sich die Notwendigkeit des Zeitalters der Wunder selbstverständlich noch nicht entfaltet, und auch seine bestimmenden Gleichgewichte haben sich bisher nicht entwickelt.

Labels: , , , , , ,

Zur Front Vorherige Beiträge