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28. November 2009

Präzisierung der Bedingtheit

Ich bin nicht ganz zufrieden mit der Bestimmung der drei Weisen der Bedingtheit und werde mich im folgenden um größere Präzision bemühen.

Es macht einen Unterschied durch die körperliche Gegenwart der Welt bedingt zu werden oder durch die Weisen, in welchen man sich mit ihr beschäftigt. Diese Weisen subsumieren eine jegliche mögliche Beschäftigung unter sich, sie bilden die Sprache der trachtenden Beziehungen zur Welt. M.a.W. haben wir es einmal mit dem Spielfeld und den Spielregeln zu tun und einandermal mit den Spielzügen und den Spielzielen.

Dies war der Ansatz, welchen ich bisher verfolgt hatte. Allerdings stellt sich die Frage, in wiefern man durch die Beschäftigungsweisen wirklich bedingt wird: beschränkt ja, aber bedingt? Kann einen etwas, was einen definiert, im Anschluß noch in der eigenen Existenz bedingen?

Nein, ich denke nicht. Bedingt wird man allerdings durch die Beschränkung der übrigen, nur läßt sich die nicht von der körperlichen Gegenwart der Welt unterscheiden.

Wenn man diese Unterscheidung retten will, wofür es zwingende Gründe gibt, so muß man die Bedingtheit durch die Gegenwart der körperlichen Welt im Hinblick auf die Beschäftigungsweisen in zwei Fälle unterscheiden, nämlich zum einen in die Gelegenheit zur Beschäftigung und zum anderen in die Gestaltung der Beschäftigung.

Dabei gibt es natürlich nur eine körperliche Welt, aber in ihr gibt es gesetzmäßiges und zufälliges, und dieses zufällige hat den Charakter der Verbindung verschiedener Ereignisstränge, während das gesetzmäßige den Charakter des Gleichgewichts hat, und beides bedingt.

Daß die Verbindung verschiedener Ereignisstränge den Weg von der Willkür zur Rücksicht darstellt ist, denke ich, einleuchtend. Und das Gleichgewicht hatte ich der Entropie nach diametralisiert, als formgebende und -nehmende Flutung, was freilich nicht per se einleuchtet, sondern auf anderen Betrachtungen beruht.

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26. November 2009

Betrachtungen zur Genesis des menschlichen Sozialverhaltens

Nach dem letzten mehr oder weniger sinnvollen Ausflug in den Anschein der Realität, möchte ich die dort verwendete Erklärung menschlicher Unterschiede noch einmal mit meinen früheren Vorstellungen vergleichen und insbesondere auf Unterschiede in der jeweiligen Genesis hin betrachten.

Bei den zuletzt beschriebenen Unterschieden war es die Umwelt, welche auf die Menschen einen Zwang ausgeübt hat, sich auf bestimmte Weisen zu verhalten, bis schließlich jemand in den diesem Zwang geschuldeten Verhaltensweisen einen Wert an sich gesehen hat.

In gewisser Weise ähnelt dieser Vorgang dem Vorgang der Erschließung eines neuen Organs, wie ich ihn vor nicht allzu langer Zeit dargestellt hatte. Nur ist es hier kein neues Organ, sondern eine neue Form des Zusammenlebens, welche zu erschließen wäre - wenn sie denn erschlossen würde.

Letzteres gilt indes nur in dem Sinne, daß die eigenen Idealvorstellungen ja stets erschlossen werden und dies ein Teil dieser ist. In diese hineingeraten ist es aber durch keine menschliche Übung. Freilich ist dabei nicht ganz klar, wann genau es in diese hineingeraten ist. Subjektiv würde sich es ja immer so darstellen, daß einem irgendwann aufgegangen wäre, wie schön das eigentlich ist, was freilich nichts anderes ist als zu verstehen, daß man sich mit seinem Gefallen identifiziert, sich also nicht von ihm lösen kann. Anschließend fände man dann wohl auch andere Dinge, welche man auch schön fände. Ob jenes nun bereits vor diesem Moment der Identifikation eine Idealvorstellung gewesen ist oder nicht, läßt sich also nicht sagen.

Wie immer sich das aber auch verhalten mag, ein so erweiterter Mensch wird nun seinen Mitmenschen etwas voraus haben, nämlich sein Leben zu genießen und es nicht mehr nur als Last zu empfinden. Er hat es gelernt, die Anpassung an den Zwang zu lieben, und wenn dieser Zwang nur lange genug weiterhin anhält, so würde sich seine Erweiterung als evolutionärer Vorteil auch auf rein geschlechtlichem Wege schließlich durchsetzen.

Das ist also die eine Klasse von Erweiterungen. Kehren wir nun zu der anderen zurück.

Ich habe mich zuletzt gefragt, ob Bereitschaft, oder nennen wir es jetzt einmal offene Schöpferischkeit, nicht auch einem Zwang geschuldet ist, nämlich der Vereinzelung bei gleichzeitigem Reichtum, dem Zwang Verantwortung für sein soziales Umfeld zu übernehmen.

Wenn man es will, kann man Progressivität natürlich auch so auf einen Zwang zurückführen, dem Zwang für die ferne Zukunft Verantwortung zu übernehmen. Aber - was für Zwänge sind das?

Gelegenheiten sind es. Indes spielte es keine Rolle, ob etwas ein Zwang oder eine Gelegenheit ist, solange die Erweiterung einen klaren Vorteil gegenüber ihren Alternativen darstellte. Nur scheinen Gelegenheiten, welche einen klaren Vorteil für den Einzelnen darstellen, durchweg flüchtiger Natur zu sein. Wie also brächte man andere dazu mitzumachen, wenn ihnen selbst das ganze nichts bedeutete?

Durch Appelle an die Vernunft, so daß sie sich selbst gezwungen sähen. Theoretisch, doch die Praxis ist eine andere. Bisher geschah es nicht, noch wird es je geschehen.

Was auch davor passiert, die Menschen werden reihenweise anfangen sich mit einer Form des Gefallens zu identifizieren.

Allerdings ist diese Form auch viel spezieller und nicht ein Gefallen an einer Art von Dingen, wie es bei der ersten Klasse der Fall war.

Die Besonnenheit liegt natürlich vor einer Erweiterung des Gefallens am rechten Verhalten, oder, um es genauer zu sagen, handelt es sich bei diesem Begriff um eine retrospektive Verortung des menschlichen Gefallens an seinen Verhältnissen im Bereich des rechten Verhaltens, was die Begründung freilich auf den Kopf stellt, denn ein rechtes Verhalten ist selbstverständlich stets selbst ein Umstand, an welchem man Gefallen hat. Zur Besonnenheit muß man einen Menschen also nicht aufrufen, es genügt ihn daran zu erinnern.

Auch die Bürgerlichkeit sollte vor einer solchen Erweiterung liegen, was allerdings auf Grund emotionaler Verkrüppelung manchmal auch anders sein mag.

Die Progressivität liegt, wie bereits erwähnt, zwangsläufig dahinter. Verkrüppelung bei höheren Formen des Gefallens mag übrigens auch durchaus nützlich sein, um nicht über die Prioritäten ins Unklare zu geraten. Andererseits liegt darin natürlich stets die Gefahr der Unachtsamkeit.

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16. November 2009

Versuch einer empirisch fundierten Beschreibung der charakterlichen Unterschiede der Menschen

Meine bisherige Klassifikation der menschlichen Charaktere folgt, wie gesehen, aus rein spekulativ logisch psychologischen Erwägungen. Ich möchte dem hier einmal entgegenstellen, wie mir die Unterschiede in den menschlichen Charakteren aus oberflächlicher Betrachtung der Menschen unterschiedlicher Regionen der Welt erscheinen, wobei ich es mir aufgrund meines Erfahrungshorizontes natürlich nicht erlauben kann, Menschen außerhalb Europas binnenzudifferenzieren.

Beginnen wir am besten mit der Binnendifferenzierung Europas, also was die Europäer von einander trennt, ungeachtet dessen, was ihnen gemein ist, denn eine solche Betrachtung läßt sich, denke ich, vorzüglich an den vorherigen Beitrag anknüpfen.

Dort hatten wir ja gesehen, daß sich die Europäer bezüglich der Jägerkulturen, aus welchen sie hervorgegangen sind, unterscheiden oder, um es an dieser Stelle aufzulisten, in baskische, balkanische und uralische zerfallen. Ausgehend davon lassen sich die europäischen Männlichkeitsideale in herausfordernd, streng und ruppig unterscheiden, wobei im Osten Europas (südöstlich von Finnland) wohl eine Mischung aus herausfordernd und ruppig anzunehmen ist. Diese Ideale sind offenbar destruktiver Art, also darauf gerichtet, andere auf die eine oder andere Weise fertig machen zu können, was aber anders von einer Jägerkultur auch nicht zu erwarten ist (mal abgesehen von Verhaltensweisen, welche diese Lebensweise notwendigerweise mit sich bringt, und welche nur so lange von Bedeutung sind, wie die Lebensumstände es noch zulassen.)

Spätestens seit 1900 gewinnen diese archaischen Männlichkeitsideale gegenüber ihren jüngeren, im Ackerbau begründeten Entsprechungen wieder an Gewicht, verliert, m.a.W., Europa an Einheit und Kulturfähigkeit. Den Grund dafür weiß ich nicht mit Sicherheit anzugeben, aber es würde mich nicht wundern, wenn die Emanzipation der Frau damit zusammenhinge, ich sage nicht, dafür verantwortlich ist.

Ich möchte aber, bevor ich mit der äußeren Differenzierung der Europäer fortfahre, jene Ideale noch einmal von anderer Seite her beleuchten, nämlich gegen was sie sich richten, und dies scheinen mir Unfähigkeit, Undiszipliniertheit und Unselbständigkeit zu sein, womit ich wieder bei meinen drei Gesinnungen wäre, nämlich materialistisch, heroisch und philosophisch, wenngleich sie in jenem Gewand diese Namen nicht unbedingt verdienen. Auch mag einer sonst eher philosophisch gesonnen sein, während er aus primitiven Gründen dem heroischen Männlichkeitsideal anhängt.

So, nun also zur Betrachtung der menschlichen Großrassen, negrid, europid und mongolid (unter Aussparung der übrigen, wiederum meinem Erfahrungshorizont geschuldet.) Was die wissenschaftliche Seite angeht, so steht meine biologische Binnendifferenzierung der Europäer, wie ich sie im vorangegangenen Beitrag vorgenommen habe, natürlich auf wackeligen Füßen, aber ich habe immerhin eine wissenschaftliche Referenz beigebracht, auf welche ich mich mit Ach und Krach gegründet habe. Was die biologische Definition des Begriffs Großrasse angeht, so fällt sie sehr viel leichter, nämlich als eine Klasse einer Partition der Menschheit mit der Eigenschaft, daß der (vorhandene) genetische Abstand zu den anderen Klassen nicht von der Wahl der Gene abhängt, welche man untersucht (abgesehen von solchen Genen, welche durch Krankheiten stark selektiert werden). Genaueres dazu kann man wieder auf der Seite nachlesen, auf welche ich im vorangegangenen Beitrag verwiesen habe.

Diese Klassen nun unterscheiden sich meines Erachtens durch den Grad ihrer Eusozialität. Beginnen wir damit die Europäer den Afrikanern gegenüber zu stellen. Selten sieht man einen Film über jene edlen Wilden, in welchem sie einem europäischen, meist englischem, Gast nicht den Ratschlag mit auf den Weg geben würden, nicht so schrecklich verkrampft zu sein, und dies ist einmal kein Filmklischee, sondern deckt sich mit der Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist aber, daß der Afrikaner gar nicht weiß, warum der Europäer so verkrampft ist, nämlich weil es ihm etwas an und für sich bedeutet, der Sitte zu entsprechen und nicht nur konkret in sofern, als es irgendjemandem zu Gute kommt, m.a.W., ein Europäer mag sein ganzes Leben über nichts tun, was auch nur irgendjemandem jemals helfen würde, dabei aber das Gefühl haben, daß er der Menschheit einen großen Dienst erwiesen hat, einem Afrikaner hingegen kann das nicht passieren.

Was sich so als Spott auf den Europäer liest und auch stets als solcher dargestellt wird (und freilich ist es schwierig es anders darzustellen), bedeutet doch für die europäische Gesellschaft als Ganzes einen möglichen Vorteil, nämlich sich darauf verlassen zu können, daß die Dinge regelgemäß laufen, selbst wenn den Betroffenen mal nicht so klar sein sollte, warum sie es tun sollten (nun, es ist nicht nur ein möglicher Vorteil, es ist, fairerweise, ein sehr wahrscheinlicher Vorteil.)

Die Europäer nehmen in dieser Hinsicht allerdings nur die Mittelstellung ein, denn einem Chinesen, beispielsweise, bedeutet es nicht nur an und für sich etwas anständig zu sein (im Gegensatz zu konkreter Anständigkeit), sondern es bedeutet ihm auch an und für sich etwas nach gewissen Regeln mit anderen zusammenzuarbeiten, wo es nun der Europäer ist, welcher es nur aus konkreten Gründen, oftmals des eigenen Machtzuwachses wegen, schätzt. In diesem Punkt ist die Wahrscheinlichkeit des möglichen Vorteils, welcher der chinesischen Gesellschaft erwächst, schon fragwürdiger. Während die Chinesen ein Theaterstück aufführen und sich darin gefallen, denkt der Europäer nur über die Schlagkraft von Organisationen nach, wenn er nicht gerade zum Zwecke allgemeinen Besäufnisses Feste feiert.

Es mag aber durchaus eine Zeit kommen, in welcher sich der Vorteil in dieser Frage verschieben könnte, und zwar möglicherweise in beide Richtungen. Ich bin beispielsweise davon überzeugt, daß eine marktradikale Gesellschaft der negriden Großrasse auf den Leib geschnitten ist, was diejenigen, welche sie zur Zeit vorantreiben, freilich weder glauben, noch auch jemals glauben werden, solange sich ihr Tun nicht bereits unumkehrbar manifestiert haben wird. Wenn andererseits das Zeitalter der bewaffneten Konfrontationen endgültig hinter uns liegen würde, so verschöben sich die Gewichte wahrscheinlich Richtung Asien, was die Chinesen, wenn man ihre Geschichte bedenkt, wohl auch instinktiv wissen.

Diese für Europäer deprimierenden Betrachtungen werde ich indes nun noch daraufhin ansehen, wie sie sich in mein Begriffsschema fügen, und da ist es wahrscheinlich, daß die Anständigkeit um ihrer selbst willen eine Voraussetzung der Progressivität ist, da man ja im Vornherein nicht weiß, ob die eigenen Bemühungen darum fruchten werden und also ein konkret kalkulierender Mensch zu sehr frustriert werden wird. Freilich gleicht ein Beamtengehalt diesen Faktor aus, nur ist die Frage, ob man dann noch das bekommt, wonach man fragt (also wenn das Geld im Vordergrund steht.)

Und freilich kann man für die Bereitschaft entsprechend argumentieren, wiederum darauf hinweisend, daß man nicht unbedingt das von einer Gemeinschaft bekommt, was man sich von ihr versprochen hatte, so daß es sicherlich hülfe, wenn einem gemeinsame Tätigkeit an sich schon etwas bedeutete. Indes betrachte ich das Ideal der Bereitschaft gerade als die europäische Emulation einer asiatischen Motivation, indem es nämlich den Bereich der Anständigkeit auf die Zusammenarbeit ausweitet.

Letztlich tut es sich natürlich nicht viel, ob jemand in seinem Herzen spürt, daß er sein Zusammenleben mit seinen Mitmenschen sinnvoll gestalten müsse (asiatisch) oder ob er spürt, daß sein Leben nur dann sinnvoll eingesetzt sei, wenn er sich und anderen ein Zusammenleben ermöglicht (europäisch), allerdings wird der Europäer in seiner Sozialität wahrscheinlich auch auf diese Weise kritischer bleiben als der Asiate, hat damit aber seine Existenzberechtigung in einer friedlichen Zukunft.

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15. November 2009

Gedanken zu bestehenden Korrelationen zwischen den fünf Hauptkomponenten der genetischen Vielfalt Europas

Ich beziehe mich auf die Arbeit L.L. Cavalli-Sforzas aus dem Jahr 1997: Genes, Peoples and Languages; Proc Natl Acad Sci; 94:7719-7724.

Wie man sieht, ist das Baskenland in beiden Komponenten klar erkennbar.

Und wie man ebenfalls sieht, sind Irland und Westengland durch HK4 mit dem Baskenland verbunden und durch HK5 nicht.

Desweiteren sieht man, daß HK5 keinen linearen Gradienten besitzt, sondern vielmehr -HK5, welche sich als HK5-freie Zone von Kleinasien bis zu den britischen Inseln quer durch Europa erstreckt.

Was mich ehrlich gesagt vor ein Rätsel stellt, wenn ich die Verbreitung von HK5 historisch erklären will; jedenfalls vorläufig.

HK4 hingegen paßt recht gut zum Einflußbereich des Römischen Reiches, wenn man mal von Lappland absieht.

Betrachten wir nun die übrigen Hauptkomponenten.

HK1 und HK2 sind gleichmäßige Übergänge, welche jüngere (d.h. innerhalb der letzten 2000 Jahre) Migrationen moderat respektieren und somit auf alte, friedliche Diffusionen zurückgehen sollten.

Daß HK3 hingegen tatsächlich Aufschluß über den Weg der Indogermanen gibt, ist aufgrund des Fehlens von HK3 im Süden Griechenlands ausgesprochen zweifelhaft. Auch werde ich den Verdacht nicht los, daß die Verteilung von HK3 relativ jungen Ursprungs ist, genauer gesagt mit der Völkerwanderung verbunden. Man beachte in dem Zusammenhang auch, daß es keine Anzeichen des baskischen Rückzugs gibt, im Gegensatz zu HK2. (Bei HK1 fällt es aufgrund des Verlaufs des Gradienten schwer darüber eine Aussage zu machen.)

Kommen wir also erneut auf den baskischen Rückzug zu sprechen und HK5, sowie auf die übrigen Komponenten, soweit behilflich.

Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß es sich bei HK5 um einen Verdrängungsprozeß durch eine südosteuropäische Jägerkultur gehandelt haben muß. Man sieht eindeutig, daß das Massif Central, die Pyrenäen und der Westerwald Rückzugsgebiete sind, während es die Alpen nicht sind, was nur dadurch erklärbar ist, daß die Alpen bereits in der Hand des Aggressors waren. Ein Vergleich mit HK2 deutet darauf hin, daß HK2 der ältere Prozeß ist (welcher allerdings bis heute andauert.) Alle sonstigen Vergleiche weisen mehr oder weniger deutlich darauf hin, daß HK5 älter ist. Die Chronologie ergibt sich also wie folgt.

1. HK2: uralische Diffusion
2. HK5: balkanisch-alpine Verdrängung
3. HK1: landwirtschaftliche Revolution
4. HK4: römische Expansion
5. HK3: Völkerwanderung

Zum Abschluß möchte ich noch einige Worte zu phänotypischen Unterschieden, welche sich durch diese Komponenten erklären ließen, anfügen.

Zu HK2 bis HK4 habe ich nicht viel zu sagen, die sich dort ergebenden Unterschiede sind offensichtlicher Art, also Überlagerungen verschiedener Phänotypen. -HK5 würde ich nach dem Vorangehenden als einen Hang zur Grobheit im Aussehen und zur Strenge im Verhalten lesen. Und HK1, nun, stimmt einigermaßen mit der Pigmentation überein, aber das ist ganz offensichtlich eine Koinzidenz, und ich wage zu behaupten, daß sich HK1 phänotypisch überhaupt nicht bemerkbar macht, sondern lediglich den Grad der Ursprünglichkeit einer in ganz Europa vorherrschend gewordenen Anlage widerspiegelt.

Insgesamt ergibt sich das Bild dreier Jägerkulturen, welche schließlich von einer aus dem Mittleren Osten stammenden Ackerbaukultur aufgesogen wurden, welche im Anschluß wiederum unterschiedliche Typen ausbildete, wobei die stärksten beiden im Donbogen und in Griechenland entstanden.

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1. November 2009

Über die vierten Wurzeln von -1/4 in gewissen Galoisfeldern

Lustigerweise läßt sich folgende Aussage recht leicht beweisen. Es handelt sich um einen Zusatz zum Fermatschen zwei Quadrate Satz.

Lemma 1. Es sei p=1 mod 4. Dann besitzt -1/4 in Zp vierte Wurzeln.

Beweis. Es sei p=4n+1, also -1/4=n. Nach dem Fermatschen zwei Quadrate Satz gibt es eine Quadratwurzel r von n, (2r)²=-1. Nun ist offenbar auch (2r-1)² eine Quadratzahl und die Differenz (2r)²-(2r-1)² beträgt 4r-1, m.a.W. ist also (2r-1)²=-4r oder r=-(2r-1)²/4 und somit r-2n = 1/2+r eine Quadratwurzel von r. Eine Quadratwurzel von -r ist 1/2-r.

Anmerkung. Eine Quadratwurzel zu besitzen ist natürlich gleichbedeutend damit, eine Ordnung zu haben, welche (p-1)/2 teilt und entsprechend eine vierte Wurzel zu besitzen damit, eine Ordnung zu haben, welche (p-1)/4 teilt, und ersteres sieht man für -1 sofort, da muß man also nicht unbedingt Fermat herauskramen.

Korollar 1. Genau dann ist 2 in Zp, p=4n+1, quadratisch, wenn n gerade ist, also p=1 mod 8 gilt.

Beweis. -1/4 besitzt genau dann vierte Wurzeln, wenn entweder -1 vierte Wurzeln und 2 quadratische Wurzeln besitzt oder wenn -1 keine vierten Wurzeln und 2 keine quadratischen Wurzeln besitzt. Daraus folgt die Aussage, wenn man das vorangegangene Lemma und die vorangegangene Anmerkung bedenkt.

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