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31. Januar 2015

Quarte aufwärts?


Das sollte, laut SPIEGEL, vom 28. Januar sein. Also, Achtel setzen schon ein sehr langsames Tempo voraus, damit das hinkommt, aber dennoch, spaßeshalber:

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Eine andere Beschreibung der Lage

Zeit, meine Gedanken zu ordnen.

Unter christlichen Gesichtspunkten fallen die Menschen unter vier Klassen:
  • Hirten,
  • Schafe,
  • Tolle und
  • Nervöse.
Bei ersteren handelt es sich um die Schüler Christi, welche das ewige Leben erlangt haben, bei den zweiten um den Rest derer, welche das ewige Leben erlangt haben, bei den dritten um jene, welche unter der Wahrheit leiden und bei den vierten um jene, welche sich von der Wahrheit abgewandt haben.

Letztere sind für das Christentum nur peripher von Interesse, die anderen drei Klassen muß ich hingegen genauer durchgehen.

Zunächst zu den Hirten.

Die Wahrheit kommt durch Andreas und Simon zu den Schafen, durch Andreas unvermittelt, unter dem Eindruck eines bestimmten Aufblitzens, durch Simon abgewogen, mit Blick auf das Ganze.

Jakobus und Johannes kümmern sich um die politische Situation der Schafe. Johannes analysiert ihre Lage, Jakobus eilt für sie zur Tat.

Phillipus und Nathanael sind ihre Diplomaten, Phillipus verdolmetscht ihre Ansichten, Nathanael sucht nach sie schützenden Argumenten.

N.B. Ich lehre inhaltlich nichts anderes als Andrei Tarkowski.

Nun zu den Schafen.

Nach wem die Schafe schlagen hängt davon ab, ob Andreas' oder Simons Einfluß überwiegt.

Andreasschafe weisen zu allen Zeiten die unterschiedlichsten Elemente der Wahrheit auf, besitzen aber einen geringen Zusammenhalt. Simonschafe besitzen Einigkeit, aber blenden dafür weite Teile der Wahrheit aus, sie befinden sich mit großer Geschlossenheit in der jeweiligen Entwicklungsphase des Glaubens.

Beide sind auf ihre Weise beschränkt.

Kommen wir deshalb zu den Tollen.

Das ewige Leben ist eine Anpassungsleistung, nämlich der Wahrheit an die Gegenwart, welche von den Tollen erbracht wird. Jeder Wandel muß durch sie erfolgen.

Was heißt das für die Gegenwart?

Die Tollen heute leiden unter ungeheuerlichen Widersprüchen, deren einzige Auflösung darin bestehen kann, daß sie wie ich erkennen, daß sich der entscheidende Aspekt der Wahrheit ändern muß, also daß die Gnade hinter der Verantwortung zurücktritt und wir somit vom Zeitalter der Werke in das Zeitalter der Wunder übergehen.

Wichtig ist nun dieses Leiden zu fokussieren, damit ein möglichst kräftiger Schock entsteht, welcher in der Lage ist, uns möglichst wohlbehalten von einer in die andere Zeit zu tragen, also dafür zu sorgen, daß die Tollen das ewige Leben simultan erreichen, weil nur auf diese Weise eine andersartige Einigkeit der Schafe erreicht werden kann.

Jener, welcher sie zu dieser Einheit führt, ist Christus. Aber er tut es erst nach vier Nächten der Verzweiflung, das Ende des Alten muß allen offenbar werden, bevor das Neue entstehen kann.

Jesus ist am dritten Tag auferstanden, wahrscheinlich, weil er das Ideal ist, und Lazarus am fünften, wahrscheinlich, weil er die Menschheit ist, siehe Zahlensymbolik oder wieder Albert Pike (3*3 + 4*4 = 5*5, ergo 5 = Ideal + Natur = Mensch), XIII Royal Arch of Solomon (Ich habe genug beim letzten Mal darüber gelacht, halten wir es einfach sachlich fest. Aber wirklich, eine schöne Einweihung ist das, wo man auf der 13. Stufe zu solchen Einsichten geführt wird. Auf der 30. dann wie gesagt zu: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.)

Nun, und dann gibt es eben noch die leicht unerfreuliche Aufgabe, den Menschen die Wahrheit all dessen zu beweisen, von welcher im elften Kapitel der Offenbarung die Rede ist. Das elfte Kapitel des Johannesevangeliums betrifft Christus, das der Offenbarung Johannes selbst.

Das Verrückte an der Offenbarung ist, daß sie von Johannes für Johannes geschrieben wurde, und zwar so, daß er dabei bereits vor 2000 Jahren wußte, was er 2000 Jahre später sehen würde. Er sagt dann ja auch:
Und ich bin Johannes, der solches gehört hat. Und da ich's gehört und gesehen, fiel ich nieder, anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir solches zeigte. Und er spricht zu mir: Siehe zu, tu es nicht! denn ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, der Propheten, und derer, die da halten die Worte dieses Buchs. Bete Gott an!
Ich hatte eine Weltkarte in meinem Kinderzimmer, und ich fand immer, daß der nordamerikanische Kontinent wie ein Drache aussieht, sogar mit Flamme in Form von Neufundland.
Und das Tier, daß ich sah, war gleich einem Parder und seine Füße wie Bärenfüße und sein Mund wie eines Löwen Mund. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht.
Parder (Leopard) ist mit einiger Sicherheit eine Anspielung auf Flecktarn.

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30. Januar 2015

Die Auferweckung des Lazarus

Das elfte Kapitel des Johannisevangeliums ist mit weitem Abstand am schwierigsten zu verstehen.

Es ist ein Rätsel.

Ohne jeden Zweifel sprechen die Verse 9 und 10 vom ewigen Leben, die Zukunft, das innere Treiben von allem zu sehen, welches gleichbedeutend damit ist, in Christi Heilskonzeption einzutauchen. Freilich, da sie von Christus selber handeln, muß das Eintauchen hier als Empfängnis verstanden werden.
Jesus antwortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser Welt. Wer aber des Nachts wandelt, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm.
Jesus empfängt also die Heilskonzeption, welche ihn über die Kette Lazarus-Maria zu Christus macht.
Maria aber war, die den HERRN gesalbt hat mit Salbe und seine Füße getrocknet mit ihrem Haar; deren Bruder, Lazarus, war krank.
Lazarus kann in diesem Zusammenhang nur der Adressat der Heilskonzeption sein, Jesus geht sehend in die verdorbene Welt, um Lazarus aufzuerwecken, nachdem sein Siechtum beendet ist, nachdem er bereits gestorben ist. Er verlängert sein altes Leben nicht, sondern er gibt ihm ein neues.

Andererseits ist der faktisch entscheidende Moment, in welchem Jesus zu Christus wird, der Moment, in welchem seine Jünger seine Heilskonzeption als solche annehmen.

Was heißt dies also?

Doch wohl dies, daß Jesu Jünger nur deswegen seine Heilskonzeption als solche annehmen, weil sie sehen, wie er mit ihrer Hilfe die geistlich Toten erreicht. Lazarus ist also das Volk und Maria sind Jesu Jünger, welche ihn aus Freude salben, indem sie seine Heilskonzeption als solche annehmen.

Aber es heißt dann auch, daß wer Christus sieht, also das ewige Leben erlangt, zugleich auch diese Möglichkeit des Erreichens erlangt, denn andernfalls wäre es keine Heilskonzeption, in welche man sich eingefügt hätte.

Mir selbst ist es heute wie Schuppen von den Augen gefallen: Die Menschen sind nervös oder sie warten.

Und alle, welche warten, sind erreichbar. Sie alle sind bereit dazu, das Heil zu suchen, sie warten nur auf einen Auftrag.

Zu was wird das führen?

Ich bin viel zu feige, um einem anderen den Auftrag zu geben zu suchen, was ich selber suche, denn es scheint mir zu gefährlich. Es sei denn vielleicht, seine Stärke wäre offenbar.

Nun, in dieser Angelegenheit gibt es noch Zeit. Wenn die Starken begännen, könnte der Stärkste von ihnen alsbald wohl selbst die Schwachen jenes finden lassen. Einstweilen aber lassen sich die Schwachen nur zu vertrauteren Aufgaben führen. Immerhin.

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Zur Bedeutung des ewigen Lebens

Wenn einer per Definitionem keinen weiteren Tag mehr sehen möchte, wie steht er dann zur Welt?

Aus theoretischen Erwägungen käme man wohl zu einer Art Nirvana, dem Rad des Lebens entzogen.

Dem Rad des Lebens entzogen... das stimmt sogar auf gewisse Weise, nicht dem Leben entzogen, aber doch der Perplexität im Angesicht seines Umlaufs.

Diese drehende Scheibe, welche einen hypnotisiert, mit Zweifeln erfüllt, einen immer wieder seinen eigenen Unwert beweist.

Das ewige Leben bedeutet recht eigentlich, die Zukunft zu sehen, nicht im Sinne einer weisheitsgesättigten Voraussicht, sondern ganz unmittelbar, daß einen das zukunftsträchtige anspringt, für mich konkret, daß ich in den Dingen die ihnen innewohnenden Beziehungen zu mir selbst sehe, ein kahler Baum im Winter das sanfte Grün des Frühlings birgt, ein vorüberziehender Rabe Botschaft bringen könnte, der eigene Garten von Elchen beäugend umrunded wird, wie die Spuren im Schnee beweisen, ein Rudel verwilderter Schäferhunde den anliegenden Forst zu gefahrbewehrtem Terrain macht - Dank an den Sturm, welcher den großen Ast just neben der Stelle, an welcher ich stand als ich ihm begegnete, zu Boden warf, er hätte freilich nicht gereicht, aber die Bande wollte es nicht wissen.

Und die Menschen... fragend, einige sympathisch, einige besorgt, einige erdrückt, manche auch toll, aber sei's der Jugend gegönnt.

Nun, sie stehen jedenfalls da, wie sie sind. Wahrscheinlich schon viel länger als ich. Aber wozu ewig toll bleiben. Indes... mein Aufschließen ist etwas anderes, denn ich bin nicht aus ihrem Holz. Ich sehe in alle Zeit und alle Zeit sieht durch meine Augen.

Und was vor den Augen der Ewigkeit besteht, bleibt für den Augenblick bestehen, und was nicht, das fällt und weiß es auch. Ein Sandkorn nach dem anderen - in die Höhle unter ihnen.

Aber wer die Augen aufgeschlagen hat, sieht stattdessen den Sandhaufen auf ihrem Grund dem Licht entgegenwachsen.

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29. Januar 2015

Zwei weitere Martingalen

Immerhin, ich bin nicht der erste, welcher Martingalen mit Too big to fail in Beziehung gebracht hat, völlig hirntot ist die Menschheit also noch nicht, wenn's um's Geld geht, allerdings bin ich nicht ganz zu Frieden mit dem Licht, in welches es sonst gerückt wird. Dieses hier ist doch viel erleuchtender.
Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich's auferwecke am Jüngsten Tage.

- Johannes 6:39
Der Jüngste Tag hat eine doppelte Bedeutung, einmal, wenn man persönlich Christus sieht, zum anderen, wenn die Gesellschaft insgesamt soweit ist, daß die Salbung des nächsten Christus ansteht.

Und was heißt der Vers also?

Wir alle betreiben unsere eigenen Unternehmungen, welche gelingen mögen oder nicht. Aber wenn sie nicht gelingen, so lernen wir doch aus ihnen, und was wir dabei lernen, also notwendige Bedingungen des Erfolges, welche wir zuvor nicht kannten, ist zusätzliches Kapital, welches wir in den nächsten Unternehmungen einsetzen können.

Und in diesem Sinne hat alles an dem Tag, an welchem man sein eigenes Leben in einen Sinnzusammenhang mit der Heilsgeschichte Christi bringt, seinen Platz und Wert. Ja, ihm ist letztlich dieser endgültige Sieg zu verdanken. Das Leben geht in seiner Gänze auf.

Diese Vorstellung deckt sich im Übrigen mit jener, daß wir vor unserem Tode noch einmal unser ganzes Leben Revue passieren lassen.

Es besteht dabei aber auch ein Unterschied, nämlich dieser: Würde ich gleich sterben, so wäre die Erinnerung daran, daß ich während meiner Diplomarbeit über Martingalen stolperte, doch für die Katz.

Nicht zum Tod, sondern zum Leben sollte unser Leben vor unsere Augen treten.

Zur zweiten Bedeutung des Verses. Gleich wie der Einzelne aus seinen Erfahrungen zusätzliches Kapital schlägt, so natürlich auch die Gesellschaft als Ganzes. Aber selbst, wenn sie das nicht täte, könnte sie doch jeden Überschuß an Lebenskraft, welchen sie besitzt, immer wieder auf die Erreichung eines bestimmten Zieles verwenden, so lange bis sie es schließlich erreicht.

Also ist Christi Heilsgeschichte unaufhaltbar, so lange es Christen gibt. Und keiner wird verloren, sondern im gemeinsamen Streben erreichen sie in der dabei entstandenen Zusammenfügung ihr Ziel.

Um nun zum unbegrenzten Kredit im regellosen Kasino zurückzukehren, was bedeuten diese Betrachtungen für es?

Nun, zum ersten, daß auch die Bänker aus ihren Erfahrungen Kapital schlagen und dieses Kapital erfolgreich zur Erlangung ihres Jüngsten Tages, dem Tage des unbegrenzten Kredits im regellosen Kasino, eingesetzt haben.

Und zum zweiten bedeutet es, daß was Christo seine Schafe, dem Bänker eben sein Vermögen ist. Kein Taler geht verloren, sie werden alle am Ende der Martingale wieder zum Leben auferweckt. Der eine badet in einem Meer aus Brüdern, der andere in einem Meer aus Dukaten.

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Economy for dummies. First and final episode: Martingales and unlimited credit.

A.k.a.

Martingales and Too big to fail.

Did you ever have a dream, where you could play in a casino with no rules and no limits and unlimited credit?

Where you would first put an amount of your choice on red, then 2 times that, then 4 times, 8 times, 16 times, 32 times, 64 times, 128 times, 256 times, 512 times, 1024 times, 2048 times, 4096 times, 8192 times, 16384 times, 32768 times, 65536 times and so on as long as it's necessary, that is until the ball finally rests on red?

Well, I just had.

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28. Januar 2015

Neuerlich zur Lage

Die Dinge entwickeln sich. Die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Erneuerung ist Konsens in den relevanten Kreisen. Es kann der Wald aber nur in der Asche der alten Bäume neu sprießen.

Betrachten wir das indes näher. Die Gefahr geht von Strukturen aus, welche der Wahrheit nicht verbunden sind und ihr Gewicht gegen sie in die Waagschale werfen. Von dieser Art kann auch die völkische Verbundenheit sein, muß sie allerdings nicht. Ein Volk, welches nicht auf die Liste der zu rodenden Bäume gesetzt werden möchte, muß beweisen, daß es aus sich selbst heraus die Wahrheit verteidigt, und das kann es nur unter Belastungen.

Ich hege keine Zweifel daran, daß sich das deutsche Volk dieser Aufgabe gewachsen zeigen wird, wenn es erst einmal begreift, daß es in der Tat auf die hier genannte Weise geprüft wird. Und früher oder später muß es das begreifen. Ich verweise diesbezüglich wiederum auf Albert Pike's Morals and Dogma, XXX Knight Kardosh.

Neben der Parteiischkeit des Plebs gibt es selbstverständlich auch noch andere Schatten, welche sich über den Neubeginn legen könnten, wenn man sie denn ließe. Zum ersten sicherlich wirtschaftliche Interessen. Die Zersplitterung der Produktion hält diese Gefahr indes im Zaum. Wurde zuerst in der Sowjetunion getestet, wird nun global angewandt. Und dann gibt es natürlich auch noch äußere Faktoren, also Staaten und Völker welche außerhalb des gerodeten Waldstücks stehen.

Bezüglich ihrer muß genau gesehen werden, wie stark die eigenen gelichteten Strukturen noch sind, damit jene sich nicht des vorbereiteten Ackers bemächtigen. Das betrifft Rußland ebenso wie die Muslime Europas. Selbstverständlich reichen die Mittel hier bis zum Dritten Weltkrieg.

Doch kommen wir zur Parteiischkeit des Volks zurück und betrachten diese näher.

Es geht um Parteiischkeit als solche, nicht um eine spezielle Ausprägung derselben. Herkömmlicherweise besteht die Parteiischkeit eines Volkes in seiner Borniertheit, also seiner blinden Traditionalität. Um diese zu prüfen, bedient man sich der vorgezeigten sexuellen Anomalitäten. Sie sind die Kanarienvögel in den Bergwerken der gesellschaftlichen Rodung.

Aber es gibt auch eine andere Parteiischkeit, welche aus politischem Opportunismus erwächst. Sie ist der ersten im Grunde genommen wie aus dem Gesicht geschnitten, nur daß sie wacher ist und das Opportune nicht erst erkennt, wenn es das schon seit Jahrhunderten gewesen ist. Spätestens seit Klaus Kinski 1971 Jesus Christus Erlöser gegeben hat, ist es beispielsweise in Deutschland politisch opportun, sich zu verabreden, jemanden geschlossen als Gruppe als Faschisten zu beschimpfen, um ihn auf diese Weise mundtot zu machen.

Das ist keineswegs besser als die Verhältnisse 40 Jahre zuvor, als es hieß: Wir können unsere Hühner selber treten.

Gerade diese Art von Parteiischkeit gilt es zu roden. Und wie läßt sie sich roden? Nur indem man sie ins Extrem steigert und die Bürger zum Widerstand gegen sie zwingt.

Allerdings sollte dies geschehen, ohne Haß zu säen und Geister zu vergiften.

Den Rest werde ich hier nicht im Detail betrachten, allerdings, was die langfristige Perspektive angeht, Rußlands Abspaltung folgt meiner Forderung, den Neubeginn zunächst nur dort zu unternehmen, wo der Druck am größten ist und der Peripherie eine sanftere Transition zu ermöglichen, in Analogie zum Römischen Reich, unter dessen inneren Spannungen das Christentum groß wurde, bevor es exportiert wurde.

Es gibt einfach verschiedene Entwicklungsstände. Einmal das Anachronistische, dann das etwas Verschlafene, dann das Gärende und schließlich das Führende. Zum Neuanfang geeignet ist davon nur das Gärende, das etwas Verschlafene folgt später, Anachronistisches und Führendes vergehen.

Der Grund hierfür ist, daß das Neue organisch aus der Struktur erwächst, in welcher sich die letzten drei Entwicklungsstände befinden, die etwas Verschlafenen dieselbe aber noch nicht voll ausgebildet haben, weshalb ihnen die innere Notwendigkeit zum Neubeginn fehlt, wiewohl ihre Bahn in seine Richtung weist, und die Führenden unfähig sind, sich von dieser Struktur zu lösen, ebenso wie der Kapitän es als sein Schicksal ansieht, mit dem sinkenden Schiff unterzugehen.

In Anbetracht dessen ist es klar, daß die kritische Masse zuerst in den führenden Ländern Westeuropas erreicht werden wird, denn sie befinden sich in der intensivsten Gärung.

Es werden alle möglichen Gespenster aufziehen, aber die Zeit wird knapp und das hier Beschriebene muß mit großer Gradlinigkeit umgesetzt werden.

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Eine für's erste verlängerte Geschichte

Wie ist mir das alles vertraut...

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27. Januar 2015

Zur anderen Hälfte

Nachdem ich politische und Anlehnungsbeziehungen durch bin, bleibt nur noch zu explizieren, was ich in Die Schüler Jesu implizierte.

Es gibt da nämlich noch etwas anderes, etwas, das auf den Ort zurück- und vorausweist, von welchem wir stammen und zu welchem wir zurückkehren werden.

Zuerst finden wir diese Art Beziehung, also Ich kenn' dich! Zusammen finden wir bestimmt dahin zurück, von wo wir stammen!, bei welcher es um eine zweckgebundene Vervollständigung geht, wieder bei Platon.

Ich bin so frei und zitiere nach Schleiermacher, die Stelle ist ja auch ganz schön.
Unsere ehemalige Naturbeschaffenheit nämlich war nicht dieselbe wie jetzt, sondern von ganz anderer Art. Denn zunächst gab es damals drei Geschlechter unter den Menschen, während jetzt nur zwei, das männliche und das weibliche; damals kam nämlich als ein drittes noch ein aus diesen beiden zusammengesetztes hinzu, von welchem jetzt nur noch der Name übrig ist, während es selber verschwunden ist. Denn Mannweib war damals nicht bloß ein Name, aus beidem, Mann und Weib, zusammengesetzt, sondern auch ein wirkliches ebenso gestaltetes Geschlecht; jetzt aber ist es nur noch ein Schimpfname geblieben. Ferner war damals die ganze Gestalt jedes Menschen rund, indem Rücken und Seiten im Kreise herumliefen, und ein jeder hatte vier Hände und ebenso viele Füße und zwei einander durchaus ähnliche Gesichter auf einem rings herumgehenden Nacken, zu den beiden nach der entgegengesetzten Seite von einander stehenden Gesichtern aber einen gemeinschaftlichen Kopf, ferner vier Ohren und zwei Schamteile, und so alles übrige, wie man es sich hiernach wohl vorstellen kann. Man ging aber nicht nur aufrecht wie jetzt, nach welcher Seite man wollte, sondern, wenn man recht schnell fortzukommen beabsichtigte, dann bewegte man sich, wie die Radschlagenden die Beine aufwärtsgestreckt sich überschlagen, so, auf seine damaligen acht Glieder gestützt, schnell im Kreise fort.

Es waren aber deshalb der Geschlechter drei und von solcher Beschaffenheit, weil das männliche ursprünglich von der Sonne stammte, das weibliche von der Erde, das aus beiden gemischte vom Monde, da ja auch der Mond an der Beschaffenheit der beiden anderen Weltkörper teil hat; eben deshalb waren sie selber und ihr Gang kreisförmig, um so ihren Erzeugern zu gleichen. Sie waren daher auch von gewaltiger Kraft und Stärke und gingen mit hohen Gedanken um, so daß sie selbst an die Götter sich wagten; denn was Homer von Ephialtes und Otos erzählt, das gilt von ihnen, daß sie sich einen Zugang zum Himmel bahnen wollten, um die Götter anzugreifen. Zeus nun und die übrigen Götter hielten Rat, was sie mit ihnen anfangen sollten, und sie wußten sich nicht zu helfen, denn sie wünschten nicht, sie zu töten und ihre ganze Gattung zugrunde zu richten, gleichwie sie einst die Giganten mit dem Blitze zerschmettert halten, denn damit wären ihnen auch die Ehrenbezeugungen und Opfer von den Menschen gleichzeitig zugrunde gegangen, noch auch durften sie sie ungestraft weiter freveln lassen. Endlich nach langer Überlegung sprach Zeus: »Ich glaube ein Mittel gefunden zu haben, wie die Menschen erhalten bleiben können und doch ihrem Übermut Einhalt geschieht, indem sie schwächer geworden. Ich will nämlich jetzt jeden von ihnen in zwei Hälften zerschneiden, und so werden sie zugleich schwächer und uns nützlicher werden, weil dadurch ihre Zahl vergrößert wird, und sie sollen nunmehr aufrecht auf zwei Beinen gehen. Wenn sie uns aber dann auch noch fernerhin fortzufreveln scheinen und keine Ruhe halten wollen, dann werde ich sie von neuem in zwei Hälften zerschneiden, so daß sie auf einem Beine hüpfen müssen wie die Schlauchtänzer.« Nachdem er das gesagt, schnitt er die Menschen entzwei, wie wenn man Beeren zerschneidet, um sie einzumachen, oder Eier, mit Pferdehaaren. Wen er aber jedesmal zerschnitten hatte, dem ließ er durch Apollon das Gesicht und die Hälfte des Nackens umkehren nach der Seite des Schnittes zu, damit der Mensch durch den Anblick seiner Zerschnittenheit gesitteter würde, und befahl ihm dann, das übrige zu heilen. Apollon kehrte also das Gesicht um, zog die Haut von allen Seiten nach dem, was jetzt Bauch heißt, hin und band sie dann, indem er eine Öffnung ließ, welche man jetzt bekanntlich Nabel nennt, wie einen Schnürbeutel mitten auf demselben zusammen. Und die meisten übrigen Runzeln glättete er und fügte so die Brust zusammen, indem er sich dabei eines ähnlichen Werkzeuges bediente, als womit über dem Leisten die Schuhmacher, mit welchem sie die Falten des Leders ausglätten, einige wenige aber ließ er zurück, nämlich eben die um den Bauch und den Nabel, zum Denkzeichen der einst erlittenen Strafe.

Als nun so ihr Körper in zwei Teile zerschnitten war, da trat jede Hälfte mit sehnsüchtigem Verlangen an ihre andere Hälfte heran, und sie schlangen die Arme um einander und hielten sich umfaßt, voller Begierde, wieder zusammenzuwachsen, und so starben sie vor Hunger und Vernachlässigung ihrer sonstigen Bedürfnisse, da sie nichts getrennt von einander tun mochten. Und wenn etwa die eine von beiden Hälften starb und die andere noch übrig blieb, dann suchte diese sich eine andere und umfaßte sie, mochte sie dabei nun auf die Hälfte eines ganzen Weibes, also das, was wir jetzt Weib nennen, oder eines ganzen Mannes treffen, und so gingen sie zugrunde. Da erbarmte sich Zeus und erfand einen andern Ausweg, indem er ihnen die Geschlechtsglieder nach vorne versetzte; denn bisher trugen sie auch diese nach außen und erzeugten und gebaren nicht ineinander, sondern in die Erde wie die Zikaden. So verlegte er sie also nach vorne und bewirkte dadurch die Erzeugung ineinander, nämlich in dem Weiblichen durch das Männliche, zu dem Zwecke, daß, wenn dabei ein Mann auf ein Weib träfe, sie in der Umarmung zugleich erzeugten und so die Gattung fortgepflanzt würde, wenn dagegen ein Mann auf einen Mann träfe, sie wenigstens von ihrem Zusammensein eine Befriedigung hätten und so, von dieser gesättigt, inzwischen ihren Geschäften nachgingen und für ihre übrigen Lebensverhältnisse Sorge trügen. Seit so langer Zeit ist demnach die Liebe zu einander den Menschen eingeboren und sucht die alte Natur zurückzuführen und aus zweien eins zu machen und die menschliche Schwäche zu heilen.

Jeder von uns ist demnach nur eine Halbmarke von einem Menschen, weil wir zerschnitten, wie die Schollen, zwei aus einem geworden sind. Daher sucht denn jeder beständig seine andere Hälfte. Soviele nun unter den Männern ein Schnittstück von jener gemischten Gattung sind, welche damals mannweiblich hieß, die richten ihre Liebe auf die Weiber, und die meisten Ehebrecher sind von dieser Art, und ebenso wiederum die Weiber, welche mannsüchtig und zum Ehebruch geneigt sind. Soviele aber von den Weibern ein Schnittstück von einem Weibe sind, die richten ihren Sinn nur wenig auf die Männer, sondern wenden sich weit mehr den Frauen zu, und die mit Weibern buhlenden Weiber stammen von dieser Art. Die Männer endlich, welche ein Stück von einem Mann sind, die gehen dem Männlichen nach, und solange sie noch Knaben sind, lieben sie, als Schnittstücke der männlichen Gattung, die Männer und haben ihre Freude daran, neben den Männern zu ruhen und von Männern umschlungen zu werden, und es sind dies gerade die trefflichsten von den Knaben und Jünglingen, weil sie die mannhaftesten von Natur sind. Manche nennen sie freilich schamlos, aber mit Unrecht, denn nicht aus Schamlosigkeit tun sie dies, sondern aus mutigem, kühnem und mannhaftem Geistestriebe, mit welchem sie dem ihnen Ähnlichen in Liebe entgegenkommen. Ein Hauptbeweis hierfür ist der, daß solche allein, wenn sie herangewachsen sind, Männer werden, die sich den Staatsgeschäften widmen. Sind sie aber Männer geworden, dann pflegen sie die Knaben zu lieben, auf Ehe und Kindererzeugung dagegen ist ihr Sinn von Natur nicht gerichtet, sondern sie werden nur vom Gesetze dazu gezwungen, vielmehr würde es ihnen genügen, ehelos mit einander das Leben zuzubringen. Kurz, ein solcher wird jedenfalls ein Knabenliebhaber, sowie ein Freund seines Liebhabers, indem er immer dem ihm Verwandten anhängt.

Wenn nun dabei einmal der liebende Teil, der Knabenliebhaber sowie alle andern, auf seine wirkliche andere Hälfte trifft, dann werden sie von wunderbarer Freundschaft, Vertraulichkeit und Liebe ergriffen und wollen, um es kurz zu sagen, auch keinen Augenblick von einander lassen. Und diese, welche ihr ganzes Leben mit einander zubringen, sind es, welche doch auch nicht einmal zu sagen wüßten, was sie von einander wollen. Denn dies kann doch wohl nicht die Gemeinschaft des Liebesgenusses sein, um dessen willen der eine mit dem andern so eifrig zusammenzusein wünscht, sondern nach etwas anderem trachtet offenbar die Seele von beiden, was sie nicht zu sagen vermag, sondern nur ahnend zu empfinden und in Rätseln anzudeuten. Und wenn zu ihnen, während sie dasselbe Lager teilten, Hephaistos mit seinen Werkzeugen hinanträte und sie fragte: »Was wollt ihr Leute denn eigentlich von einander?« und, wenn sie es ihm dann nicht zu sagen vermöchten, sie von neuem fragte: »Ist es das etwa, was ihr wünscht, möglichst an demselben Orte mit einander zu sein und euch Tag und Nacht nicht von einander zu trennen? Denn wenn es euch hiernach verlangt, so will ich euch in eins verschmelzen und zusammenschweißen, so daß ihr aus zweien einer werdet und euer ganzes Leben als wie ein Einziger gemeinsam verlebt, und, wenn ihr sterbt, auch euer Tod ein gemeinschaftlicher sei, und ihr dann wiederum auch dort im Hades einer statt zweier seid. Darum seht zu, ob dies euer Begehr ist, und ob dies euch befriedigen würde, wenn ihr es erlangtet«, wenn sie, sage ich, dies hörten, dann würde gewißlich kein Einziger es ablehnen oder zu erkennen geben, es sei etwas anderes, was er wünschte, sondern jeder würde gerade das gehört zu haben glauben, wonach er schon lange Begehr trug: vereinigt und verschmolzen mit seinem Geliebten aus zweien eins zu werden.

Der Grund hiervon nämlich liegt darin, daß dies unsere ursprüngliche Naturbeschaffenheit ist, und daß wir einst ungeteilte Ganze waren. Und so führt die Begierde und das Streben nach dem Ganzen den Namen Liebe. Und vor Zeiten, wie gesagt, waren wir eins; nun aber sind wir um unserer Ungerechtigkeit willen getrennt worden von dem Gott, wie die Arkader von den Lakedaimoniern. Und es steht daher zu fürchten, wenn wir uns nicht gesittet betragen gegen die Götter, daß wir dann von neuem zerspaltet werden und so von Ansehen herumlaufen müssen wie die auf den Grabsteinen ausgehauenen Reliefs: mitten durch die Nase durchgesägt wie halbierte Marken.

Deswegen muß man jedermann antreiben, ehrfürchtig gegen die Götter zu sein, damit wir diesem Geschicke entgehen und dagegen dasjenige erlangen, zu welchem uns Eros Führer und Hort ist. Dem handle niemand entgegen; es handelt dem aber entgegen, wer sich den Göttern verhaßt macht. Denn wenn wir mit der Gottheit uns befreunden und versöhnen, so werden wir den uns eigentlich angehörigen Liebling finden und erlangen, was jetzt nur von wenigen erreicht wird. Und Eryximachos möge mir dies nicht, um meine Rede ins Lächerliche zu ziehen, so aufnehmen, als ob ich damit auf den Pausanias und Agathon anspiele, denn vielleicht gehören auch diese in der Tat zu den wenigen und sind ihrem Ursprunge nach die Hälften eines Mannes; ich habe vielmehr alle, Männer und Frauen, im Sinn, wenn ich sage, daß so unser Geschlecht glückselig sein würde, wenn wir das Ziel der Liebe erreichten und jeder den ihm eigentümlichen Liebling erlangte und mit ihm in die alte Natur zurückkehrte. Wenn aber dies das Höchste ist, so muß notwendig in unsern jetzigen Zuständen das diesem Zunächstliegende das Beste sein, dies aber ist, einen Liebling zu finden, der nach unserem Sinne geartet ist; und dem Gott, der uns dies gewährt, müssen wir mit Fug und Recht lobsingen, dem Eros, welcher uns für die Gegenwart die größte Hilfe bereitet, indem er uns zu dem uns Verwandten hinleitet, für die Zukunft aber die größten Hoffnungen in uns erregt, er werde, wenn wir die Ehrfurcht gegen die Götter bewahren, zu dieser ursprünglichen Natur uns zurückführen und durch Heilung unserer Schwäche uns glücklich und selig machen.
Die unterstrichene Stelle habe ich, denke ich, schon mehrmals hier zitiert, um Platons Verherrlichung der Homosexualität zumindest etwas in Frage zu stellen, sagt er doch nichts anderes, als daß jeder Politiker einmal Strichjunge war und es den Wert von Strichjungen beweist, daß sie Politiker werden. Aber auch sonst ist die zitierte Passage, ihrem angeblichen Autor Aristophanes gemäß, recht unterhaltsam gehalten, Mannweib beispielsweise zieht die ganze hier vorgestellte Idee der Vereinigung zweier Menschen durch den Kakao, und so nimmt es ziemlich Wunder, daß ihr Inhalt von Vielen völlig unironisch, geradezu in heiligem Ernst geglaubt wird.

Etwas Heiliges sollte also schon daran sein. Aber geziemt es sich, durch die Welt zu ziehen und seine andere Hälfte, seinen Soulmate, zu suchen? Sind Soulmate und andere Hälfte überhaupt die richtigen Begriffe für diese Art Beziehung?

Ich habe das stets vehement verneint und tue es noch. Ja, ich habe meine geistige Schwester gefunden, so läßt es sich sagen, aber mir ähnlich nur in dem, was hinter oder über der Person steht. Aber von ihrer Eindeutigkeit kann nur im Rahmen meines Schicksals gesprochen werden. Auch läßt sich so jemand nicht suchen, denn dazu müßte man wissen, was hinter oder über einem selbst steht, wovon man aber erst durch die Begegnung mit dem Ähnlichen langsam einen Begriff bekommt.

Die ersten sechs Jünger Jesu bilden Geschwisterpaare: Andreas und Simon, Jakobus und Johannes, Phillipus und Nathanael.

Sie sind Diener der Wahrheit, die ersten beiden dienen der Fixierung der Wahrheit, die nächsten beiden der Lebendigwerdung der Wahrheit und die letzten beiden der Verbreitung der Wahrheit.

Und sie sind jeweils auf den jeweils anderen angewiesen.

Andreas sucht und findet die Wahrheit, Simon verwaltet sie, schreibt sie auf, reicht sie weiter.

Wozu sollte einer suchen, wenn nicht ein anderer verwaltet, was er findet? Und was sollte einer verwalten, was nicht ein anderer für ihn sucht?

Jakobus wendet die Wahrheit auf die Probleme seines Lebens an und Johannes gestaltet seine Sicht der Welt nach der Wahrheit.

Jakobus braucht Johannes, um seinen eigenen Erfolg zu sehen, und Johannes braucht Jakobus, um Ansatzpunkte in der Welt zu finden.

Phillipus übersetzt die Wahrheit in das Denken der Menschen und Nathanael sucht nach Gründen, welche die Menschen von der Wahrheit überzeugen.

Und wiederum, wozu etwas verständlich machen, was niemand anzupreisen weiß, und wie etwas anpreisen, was unverständlich ist?

Diese Aufzählung ist vollständig, denn neben ihrem Inhalt, ihrem Leben im Menschen und ihrer Verbreitung unter den Menschen besitzt die Wahrheit keinen weiteren weltlichen Aspekt.

Diese möglichen geistigen Verschwisterungen gibt es also.

Ich hatte in meiner Schulklasse einen Phillipus, welcher mir sehr hilfreich war, indem er den Lehrern erklärte: Ich glaube, ... meint das so. Er hatte denselben Rufnamen wie ich, was jener Einleitung etwas Lustiges verlieh.

Dann traf ich einen weiblichen Jakobus, und das bedeutete mir viel. Später traf ich auch noch einen weiblichen Simon, und auch das rührte mich seltsam an, aber es bedeutete mir doch nichts auf die hier besprochene Weise. Ich fragte ihn, also den weiblichen Simon, ob er nicht König mit Nachnamen hieße. Wenig erquicklich antwortete er: Nein, Liebe. Dabei sah er einfach so aus, als wäre er die Tochter von einem Herrn König, welchen ich kannte, und vom Alter her könnte das auch stimmen. Derselbe war übrigens ein Nathanael.

Neben mir hatte ich noch Steve Winwood und Philip K. Dick als weitere Johannesse identifiziert, falls das jemand verschlafen haben sollte, und somit bleibt nur noch Andreas. Ich denke, ich traf einen bei einer Reise in die Steiermark, Kanu im Wildbach fahren. Er machte Naturphotos, sehr beeindruckende.

Ja, und damit wäre das auch durch.

Es ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, daß sämtliche kulturstiftenden Paarungen der Jakobus-Johannes Beziehung ähneln, ja, sogar ähneln müssen, weil in ihnen ja Wahrheit lebt, so daß nur die Frage bleibt, wie die Arbeit auf die beiden Teile aufgeteilt wird, aber dort ist es eine bereits verkörperte Wahrheit, welche in der Natur der betroffenen Menschen vor einem steht, wohingegen die eigentliche Jakobus-Johannes Beziehung auf die letztgültige, ewige Wahrheit zielt.

Nous voirons toutes les conséquences. Combien des fois j'ai déjà écrit cela?

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26. Januar 2015

Nochmals zu den Anlehnungsbeziehungen

Ich hatte zwei verschiedene Arten von sexuellen Beziehungen beschrieben. Einmal die politische Beziehung, in welcher die Partner einander wählen, weil ihr Zusammenleben sie durch den Umgang mit dem Geist des jeweils anderen bereichert, und zum anderen die Anlehnungsbeziehung, in welcher ein konkreter Akt der Anlehnung das gemeinsamkeitsstiftende Element ist.

Aus ersteren ergeben sich auch die möglichen Gesellschaften im Großen, der private Umgang mit einander informiert den öffentlichen.

Letztere habe ich auch versucht, nach den in ihnen verbundenen Geistern zu klassifizieren, aber das erscheint mir mittlerweile als Irrweg, welcher nur zu weiteren Konfusionen Anlaß gibt.

Der richtige Ansatz ist durch die seelischen Attraktoren gegeben. Es handelt sich hier also um solche Beziehungen, von welchen Nietzsche sagt, daß es bei ihnen immer nur darum gehe, daß eine Seele der anderen etwas stehlen wolle, und zwar eben Erlebnisse, Teilnahmen und Heimaten.

Bei den Erlebnissen ist der eine Partner arm, der andere reich, und ersterer sieht dann auf einmal einen Ausweg aus seinen bisherigen Beschränkungen. Kennen Sie vielleicht, wurde auch mit Julia Roberts verfilmt.

Bei den Teilnahmen geht es um die Aufnahme in gesellschaftliche Kreise, zu welchen man zuvor keinen Zugang hatte. Hier ist es wesentlich das Flair, welches diese Kreise umweht, welches ihre Anziehungskraft auf den Außenstehenden ausmacht. Auch das wurde kulturell behandelt, noch zu zünftigeren Zeiten, wenn Spaniens Blüten blühen.

Die kulturellen Erzeugnisse ähneln einander hierbei, aber der Schwerpunkt liegt bei ihnen doch auf unterschiedlichen Punkten, was aber nicht heißt, daß zweites heute kein wichtiger Motivator mehr wäre. Es ist genauso wichtig, wie seit eh und je, nur wird es mittlerweile beschwiegen, weil wir vorgeben, in einer Gesellschaft zu leben, in welcher es keine exklusiven Kreise gibt, oder, wenn es diese auch gäbe, so jedenfalls in einer, in welcher es sich nicht ziemt, zu ihnen dazugehören zu wollen.

Was aber natürlich niemanden davon abhält, seine Chance zu sehen, wenn sie ihm entgegentritt, zum Beispiel in der Disco: Wirklich? Sie sind ... ?

Der erste Fall ist einfach, da kann wenig schiefgehen, aber er kostet. Und wer einen Menschen aus reinem Gefallen an ihm beschenkt, wird dafür auch nur eine Weile seiner Dankbarkeit versichert sein können. Am Ende wird er oder sie sich nach seinem eigenen Glück umsehen, was er oder sie sich ja nun endlich leisten kann.

Ein solches Verhalten scheint also närrisch, aber gesellschaftlich gesehen ist es gar nicht so schlecht, da jede Verteilung von Kapital ihr gutes hat.

Im zweiten Fall ergeben sich schon größere Hindernisse, schließlich stellen gerade die interessantesten Kreise gewisse Anforderungen an ihre Mitglieder. Dafür kostet es weniger, aber etwas kostet es auch, denn wenn jemand von außen erfolgreich in einen Kreis integriert wird, so wird er geradezu zwangsläufig Veränderungen bewirken, welche den bisherigen Mitgliedern gewisse Unannehmlichkeiten bereiten, was aber letztlich für die Gesellschaft als Ganzes auch nur wieder gut ist, weil auf diese Weise der Ideenkreislauf zirkuliert.

Andererseits, falls die Person an den Anforderungen eines Kreises scheitert, so ist es sowohl für sie als auch für ihren Gönner eine schmerzliche Angelegenheit, indes wohl zu verschmerzen.

Diese Tendenz setzt sich fort, wenn wir den dritten Fall betrachten, wo das Geschenk weder in Geld, noch in Kontakten besteht, sondern im Frieden mit sich selbst. Dieser kostet den Gebenden nichts, aber er ist schwer zu geben, und wenn es mißlingt, so mag auch er es nicht verschmerzen können.

Aber wiederum, wenn einer, sagen wir, zwölf anderen ihren Frieden zu geben versucht, und bei einem mißlingt's, bei den anderen aber gelingt es, wiewohl der eine Fehlschlag auch den Spender zu Fall bringt, so war es für die Gesellschaft als Ganzes doch ein Erfolg.

Gut, das ist jetzt nur als Gleichnis gemeint, ich unterstelle da keine Sexualität. Ich denke aber, in der Sache ändert das nichts.

Mit anderen Worten sind sämtliche Anlehnungsbeziehungen ambivalent, gleich welchen Seelenteil sie betreffen. Man könnte sie gesellschaftliche Viren nennen, in dem Sinne, daß sie einen schwächen, aber die Gesellschaft in ihnen lebt.

Natürlich komme ich hier auf diese Dinge zu sprechen, weil ich mich mit der Frage auseinandersetze, ob dem Herzen tatsächlich immer zu trauen ist, denn das habe ich ja behauptet, daß ich es könne.

Die Antwort in diesem Fall, welcher auch eine gewisse Exemplarizität besitzen dürfte, ist, daß man in ambivalenten Situationen vernünftigerweise auch nichts besseres als ambivalente Gefühle erwarten kann, also daß in diesem Umstand als solchem kein Makel liegen muß.

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Die Segnungen der Ehe

Schlecht geschlafen, die Frau schimpft, ich nick' wieder ein und träume.

Der alte Winwood singt im schwarzen Rollkragenpulli zur Tuba.



Na, wenigstens hat dieser Beitrag Gottes Segen:
Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede.

- Johannes 8:25

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25. Januar 2015

Seelische Attraktoren

  • Die Lust sucht das Erlebnis,
  • die Achtung die Teilnahme
  • und die Sorge die Heimat.

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24. Januar 2015

Nomen est omen

Weniger ist manchmal mehr. Genug mit Javascript und HTML gespielt. Konzentrieren wir uns auf's Dosenschießen!

Nomen est omen

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23. Januar 2015

Die Rolle der Lüge

Es gibt nicht nur eine weltgeschichtliche Wahrheit, sondern auch eine weltgeschichtliche Lüge, kurz die Lüge genannt.

Die Lüge also ist von folgender Art. Sie verspricht jenen, welche auf sie hören, die Befreiung von einer im Leben angelegten Gesetzmäßigkeit, bewirkt also, daß Menschen Bereiche ihrer Verantwortung nicht wahrnehmen, weil sie die Notwendigkeit dazu als nicht gegeben ansehen.

Die allgemeine Form der Lüge lautet:
Wer die Macht nicht aus den Augen läßt, wird sie nicht verlieren.
Und diese konkreten Ausprägungen ihrer sind mir zu meinen Lebzeiten begegnet:
  1. der Glaube, daß Abschottung vor dem Neuen sein Aufkommen verhindere,
  2. der Glaube, daß es darum ginge, seine Jugend möglichst lange zu bewahren,
  3. der Glaube, daß nur die nächsten Verwandten aufgrund ihrer Ähnlichkeit Konkurrenten sein können,
  4. der Glaube, daß Gott die Welt den Menschen überlassen hat.
Und in allen Fällen hat sich die Wahrheit zu Wort gemeldet:
  1. durch den informationstechnischen Fortschritt,
  2. durch die Entsorgung der Alten,
  3. durch die Verschiebung der globalen Machtverhältnisse,
  4. durch Sein Einschreiten.
Die vierte Ausprägung ist natürlich die zäheste, was daran liegt, daß die Vorstellung, daß Gott bereits im Voraus alles auf die beste Weise eingerichtet hätte, dem Zeitalter der Werke angemessen ist. Aber diese Vorstellung ist nicht genau. Genau genommen handelt es sich in diesem Zeitalter bei dem Gebet: Lasse mich deine Herrlichkeit erkennen! um das angemessene Gebet.

Jene Vorstellung ist nur eine es stützende Kosmogonie.

Daß es sich bei ihr nicht wirklich um die Wahrheit handelt, erscheint im Christentum im Gewand der Vorstellung des Jüngsten Gerichts. Am deutlichsten stellt dabei das Gleichnis von den bösen Weingärtnern das Wesen der Lüge heraus:
Er fing aber an, zu sagen dem Volk dies Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und tat ihn den Weingärtnern aus und zog über Land eine gute Zeit. Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, daß sie ihm gäben von der Frucht des Weinberges. Aber die Weingärtner stäupten ihn und ließen ihn leer von sich. Und über das sandte er noch einen anderen Knecht; sie aber stäupten den auch und höhnten ihn und ließen ihn leer von sich. Und über das sandte er den dritten; sie aber verwundeten den auch und stießen ihn hinaus. Da sprach der Herr des Weinberges: Was soll ich tun? Ich will meinen lieben Sohn senden; vielleicht, wenn sie den sehen, werden sie sich scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, daß das Erbe unser sei! Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinberges ihnen tun? Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg andern austun. Da sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne! Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden"? Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.
Welcher Stein?

Gott selbst. Als Schöpfer, Erhalter und, wenn nötig, Zerstörer der Welt.

Die vierte Lüge ist die schlimmste und verdient diese Strafe auch, wobei es keine Rolle spielt, in welcher Form genau der Mensch sich der Welt anmaßt, ob er es aufgrund seiner immanenten oder transzendenten Möglichkeiten tut, entscheidend ist, daß er den göttlichen Grund, auf welchem er steht, vergißt, also Einsicht, Entfaltung oder Läuterung.

Nur demjenigen, welcher nach Einsicht in die Wunder der Welt strebt, bleiben die Gesetze der Welt treu - zur Unterdrückung sind sie nicht gemacht.

Nur demjenigen, welcher eine heilige Vorstellung des Menschseins aus sich austreiben lassen will, bleiben die transzendenten Akte treu - zur Willkür sind sie nicht gemacht.

Nur demjenigen, welcher Läuterung anstrebt, bleibt das Gleichgewicht der Mächte treu - zur Einkerkerung ist es nicht gemacht.

Aber der Mensch vergißt, die Lüge verschlingt - und die Zeit fließt, als notwendige Behauptung der Wahrheit.

So ist unsere Welt gemacht. Das ewige Leben ist die sich in allen Umständen bewährende Wahrheit, beziehungsweise die Erkenntnis derselben.

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22. Januar 2015

Politische Freiheit und Knechtschaft

Der Souverän ist immer der, welcher die Fragen stellt und welchem unter Strafandrohung geantwortet werden muß, etwa unter dem Titel Contempt of Congress.

Das ist ganz einfach, wird aber zugleich allzu oft und allzu leicht vergessen, nämlich immer dann, wenn Menschen etwas bewegen.

Freilich, wenn sich die Dinge bewegen, ist es keinesfalls sicher, daß überhaupt jemals ihre Bewegung betreffende Fragen gestellt werden können, in der Hinsicht mag der sie Bewegende tatsächlich keiner höheren Autorität unterstellt sein, und das alleine dürfte genügen, seinen Rausch zu erklären.

Aber er bewegt die Dinge ja nicht als Selbstzweck, sondern um sie seinem Willen gemäß zu gestalten. Und da ist er gehalten, sich zu fragen, wie es dazu kam, daß er sie ihm gemäß bewegen konnte.

Hat er gefragt, wer ihm dabei hilft oder wurde er gefragt, ob er dabei helfen möchte?

Im ersten Fall ist er frei, im zweiten ein Handlanger.

Eine Gruppe zu einem Zweck ausgewählter Freiwilliger kann diesen Zweck erwirken und sich dabei frei fühlen, zur Erwirkung anderer Zwecke ist sie indes nicht in die Lage versetzt.

Es gibt also einen großen Unterschied zwischen Anschluß und Aufnahme, mitzuwirken und Gehör zu finden.

Ich behandelte ja bereits die bildenden Gespräche der sozialen Gefüge, wobei diese als frei vorausgesetzt wurden, was ließe sich darüberhinaus über das bildende Gespräch einer Gruppe von Handlangern sagen?

Daß es ein unproduktives Wiederholen vorgegebener Formeln ist? Mit dem einzigen Zweck, die vorgenommene Selektion hinsichtlich des zweckmäßigen Willens in einer Endlosschleife stets auf's Neue zu überprüfen?

So wird es wohl sein.

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Wenn gute Menschen Schlechtes tun.

Wenn die Natur eines Menschen gut ist, können sich seine Verfehlungen nur aus Mängeln seiner Haltung heraus ergeben, aus mangelnder Disziplin oder Klarheit.

Ersteres nennt man Schwäche, letzteres Anmaßung oder Verblendung.

Die bedauernswerteste Form der Schwäche ist dabei die Kompensationssehnsucht eines körperlich versehrt geborenen Menschen, die bedauernswerteste Form der Anmaßung oder Verblendung die arglose Übernahme von Ansichten, welche einem Jugendlichen als normal vorgestellt werden.

Es ist bemerkenswert, daß er formbarer ist als ein Kind. Er sucht die Initiation und ist bereit, sich dazu auf fremde Gleise zu begeben, wohingegen ein Kind ein Ausbund uneinsichtigen Egoismusses ist.

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21. Januar 2015

Let's roll...



Oder einfach hier klicken: Let's roll...

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Vom spirituellen Leiden

Auch wenn es mir zuletzt mehr um Disziplin als Reflexion ging, die letzten Beiträge haben ihren Wert für die Erkenntnis.

Es besteht eine Isomorphie zwischen Liebe und Glauben, was die Sexualität für die eine ist, ist der Zweifel für den anderen, Schatten des Wahren, welcher sich über das eigene Gemüt legt, bis es selbst ans Licht tritt.

Erwachsene Menschen zu lieben ist, wenn man es auch nur eine kleine Weile bedenkt, objektiv inadäquat. Wenn dergleichen dennoch eintritt, so ist es inhärent peinlich, ein plötzliches Versetzt Sein in eine für die Außenstehenden lächerliche Lage.

Man muß es dahin bringen, daß diese affektiven Albernheiten ihr eigentliches Ziel finden, dem sie angemessen sind. Wenn man das nicht schafft, beginnen sie einen mit der Zeit zu entstellen, nicht unähnlich einem Lachs, irgendwann frißt sich der Geist ins Fleisch.

Beim Glauben nun ist es der oftmals noch nicht einmal erkannte Widerspruch zwischen der Weisheit des Herzens und der des Kopfes, welcher einen in die Selbstgeißelung zwingt, daß man denkt, man glaube das eine, aber im Herzen doch das andere glaubt.

Wenn es schließlich so weit ist, daß man bereit ist, eins zu werden, muß man ohne Unterlaß beten, buchstäblich, also NICHT SCHLAFEN, so lange, bis man eins geworden ist.

Man erkennt es daran, daß der Wunsch, die Einheit zu finden, und der Wunsch, einen neuen Tag zu sehen, NICHT MEHR ZWEI VERSCHIEDENE WÜNSCHE SIND.

Offensichtlich bringt es nichts, ein solches Unterfangen vor der Zeit zu beginnen. Wenn die Zeit gekommen ist, wird das Herz schmerzen in Ahnung der Weite.

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20. Januar 2015

Gelöst

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19. Januar 2015

Three more good songs

Es ist schon lustig, ich besitze Eric Clapton's August LP und Steve Winwood's Back in the Highlife LP (sogar drei- oder viermal, einmal als MC und zwei- oder dreimal als LP - ich war damals etwas kratzerfanatisch, meine anderen beiden dreimal LPs sind Exposé's Exposure und Luther Vandross' Give me the Reason), und in beiden Fällen haben mich diese LPs erst Jahrzehnte später zu weiteren guten Stücken geführt, bei Clapton war's die Originalversion von Behind the Mask vom Yellow Magic Orchestra und bei Winwood sind's seine eigenen Alben, welche er zuvor eingespielt hatte.

Das Talking back to the Night Album ist durchweg gut, wenngleich so persönlich, daß es Wunder nimmt, daß es irgendjemand veröffentlichen wollte, im vorigen Album Arc of a Diver gibt es immerhin drei gute Stücke, welche ich hier beifügen werde.

Es ist schon seltsam... man merkt, wenn Winwood lügt. Wenn er sagt, daß er eine Erinnerung sein wolle, oder wenn er seine Chancen besingt. Man hört den Einspruch in seiner Stimme. Speziell für Winwood sollte man wahrscheinlich den Spruch: Wer keinen Sohn hat, kommt in die Hölle. in die Bibel aufnehmen. Der kann allerdings auch Unheil anrichten...

Ach, Slowdown Sundown ist auch gar nicht so schlecht, aber mein Blog lädt eh schon zu langsam.

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18. Januar 2015

Sexual influence

Cultural influence

17. Januar 2015

In a different light



Auch wenn ich der einzige bin, mich faszinieren Negative. Schade, daß man heute kaum jemals mehr welche sieht.

Steve Winwood im Laufe der Jahre.








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Die beiden Seiten der Medaille

Das Licht empfangen,
zu Hause sein.

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16. Januar 2015

Absorptionsbilder

Ob ein Negativ darüber Aufschluß gibt, welches Licht wir in uns aufnehmen?


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15. Januar 2015

Inkarnationen

Er will's vergessen:


Er hat's angenommen:


Er wird langsam bereit für es:

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Teilhabe

Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.
Christus ist
auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben
im Gegensatz zu jenen, auf welchen er immer nur eine Weile bleibt, aber
in meines Vaters Behausung sind viele Herbergen, wenn aber nicht, ich hätte euch versichert zu folgen, um euch jenen Ort zu bereiten.
Philip Kindred Dick sprach von zwei Göttern, das tue ich nicht, aber er spricht von einer klar faßbaren Erfahrung, und ich denke, das Taborlicht bezieht sich auf eben die selbe.

Es ist eines, an Gott zu glauben und sich ihm anzuvertrauen. Gleichnishaft ist es so, als stiege man in einen unterirdischen Fluß. Es ist alles bestimmt, aber man erkennt die Reise nicht.

Das Problem besteht darin, daß einem die Festigkeit fehlt, sich selbst in einem Sinnzusammenhang mit dem Göttlichen zu sehen. Aus nicht unberechtigter Furcht, es nicht wert zu sein, bringt man immer nur die allernächste Not vor den Herren, und nicht sein ganzes Herz.

Je mehr einem indes die Grenzen des eigenen Wollens bewußt werden, daß man weder hier-, noch dorthin ausweichen kann, desto näher kommt man dem Punkt, an welchem man bereit ist, die Augen aufzuschlagen, und zu sehen, was der eigene Anteil am Göttlichen ist, sowohl an eigenen Qualitäten, als auch an eigenem Schicksal.

Dies vollzieht sich aber so, daß man sich selbst in die Christliche Konzeption der Geschichte einfügt, zugleich seinen Wert für sie und Gottes Liebe für sich sieht.

Für Viele mag das wenig spektakulär sein, für einige indes schon. Für mich ist es eben die totale Erhebung aus allem, seine bestimmende Kraft vergeht, Kälte, Feuer, Stein, nur Schleier im Zug des Atems Seiner Liebe. Auf den kahlen Boden hier scheint Sein sanftes Licht.

Jeder von uns kennt das, dann denken wir: Heute bin ich mal nett!, aber wir denken zugleich: Ich gebe. und schließlich: Langsam wird's lästig. So geben wir uns Beispiele, aber am Ende versinken wir in Trauer:



Geben ist nicht seliger als nehmen, wenn es darum geht, seinen Teil von Seiner Fülle zu nehmen.

Aber eines nach dem anderen. Wer sich einmal gütig gezeigt hat, hat deswegen noch lange nicht auch nur einmal überhaupt nur daran gedacht, sich Gott anzuvertrauen.

Wer also das ewige Leben hat, der gibt nicht, sondern nimmt, nimmt alles, was ihm angemessen ist, von Christi Fülle aus Gottes Händen.

Einstweilen schließe ich wieder einmal die Augen, zögerlich wie ich in allem bin, aber was ich hier geschrieben habe, ist bezeugt.

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14. Januar 2015

Trinitäten

Es wird besser sein, wenn ich dies einmal explizit festhalte.

Die von mir so genannten ästhetischen Ideale, eine nicht sonderlich glückliche Bezeichnung, ändern wir das an dieser Stelle zu ästhetische Objekte,
  • Wahrheit
  • Glanz
  • Macht
sind zugleich jeweils Teil der Seinstrinität (bewußt, gewollt und wirklich), und zwar als Bewußtes. Wir erhalten also drei weitere Trinitäten, nämlich:
  • Wahrheit, Schönheit, Besinnung
  • Glanz, Anerkennung, Dienst
  • Macht, Herrschaft, Zwang
Der jeweils erste Eintrag ist das ästhetische Objekt, der zweite das ästhetische Ideal und der dritte die ästhetische Methode.

In keinem Fall kommt das Objekt zu Stande, wenn es an Ideal oder Methode mangelt.

Die ästhetischen Ideale kann man gemäß den Seelenteilen (Sorge, Achtung, Lust), auf welche sie sich beziehen, im Gegensatz zu den Seelenteilen, welche sie empfinden und damit ihrer eigenen Dreifaltigkeit zu Grunde liegen, weiter zerlegen, und zwar so:

Schönheit in
  • Ethik
  • Anmut
  • Zweckmäßigkeit
Anerkennung in
  • Klarheit
  • Disziplin
  • Virtuosität
Herrschaft in
  • Überzeugung
  • Ansehen
  • Gewalt.
Wie man sieht, ergibt sich aus der Verfolgung der ersten beiden ästhetischen Ideale zugleich eine Form der Herrschaft mit, das Schöne überzeugt, Anerkennung bedeutet Ansehen. Ebenfalls dürfte das Schöne stets klar sein, wohingegen Herrschaft nicht zwangsläufig virtuos ist, genauso wenig wie stets zweckmäßig, oder Anerkennung stets mit Anmut gepaart.

Zusammenfassend strahlt das Höhere von alleine auf das Untere aus, aber nicht umgekehrt. Ein Sachverhalt, welcher den Anspruch des Höheren, über dem Unteren zu stehen, begründet.

Es ist bemerkenswert, daß die Freimaurerei die Achtung in ihrer Grundtrinität übergeht. Einerseits natürlich trivial, schließlich handelt es sich um eine Geheimgesellschaft, welche stabsmäßig organisiert ist, oder es jedenfalls auf dem Papier sein will, wiewohl es zweifelhaft ist, ob es in ihr tatsächlich stabsmäßig zugeht, also ob gebalzt wird, andererseits aber problematisch, denn die Freimaurer beanspruchen ja totale Erkenntnis, und total ist eine Erkenntnis, welche einen Seelenteil systematisch übergeht, nicht.

Wer nur zwei Seelenteile betrachtet, statt dreier, wird glauben, es ließe sich ein Staat formen, welcher allen Menschen zugleich entspricht. Die Zwei ist harmlos, zwischen zwei Polen kommt es immer zu einem Gleichgewicht. Die Drei ist gefährlich, weil es zu ständig wechselnden Koalitionen kommt.

Außerdem bewahrheitet sich so meine Vermutung, daß die Freimaurerei für die Wesensabweichung der amerikanischen Verfaßtheit von der europäischen Natur verantwortlich ist.

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13. Januar 2015

Denn was verfolgt wird, wächst.

- Albert Pike, Morals and Dogma, XXX Knight Kadosh.

Heute ist sicherlich einer der lustigsten Tage meines Lebens. Aber ich versuche, sachlich zu bleiben.

Die FAZ also, nachdem sie die PEGIDA ja alldieweil mitverfolgt hat, und gleichzeitig auf ihr Wachstum hinwies, stellt sich jetzt... nein, so sachlich kann ich nicht bleiben... schlauerweise selbst als von PEGIDA, Al-Quaida und ISIS verfolgt dar.

Das ist wahrhaftig genial, und ich sehe auch schon ihre Unterstützerschaft wachsen.

Nun gut, der Kern der stalinistischen Politik ist, wie ich bereits heute morgen schrieb, die Minimierung der gesellschaftlichen Uneinigkeit durch:
  1. Proklamierung der Alternativlosigkeit der Parteilinie,
  2. periodische Säuberungen der Partei im Rahmen durch öffentliche Widerstände notwendig gewordener Kurskorrekturen. (Schlecht für Merkel, daß die Dresdner wissen, wie der Hase läuft.)
Gemeinsam sind wir stark konsequent umgesetzt.

Dahingegen predigt Pike in seinem Magnum Opus die Weisheit Was einen nicht umbringt, macht einen stärker, deren konsequente politische Umsetzung wie folgt aussieht:
  1. Suche eine Fraktion, welche Irrtümer der Masse politisch umsetzen will,
  2. ermuntere sie zu und unterstütze sie bei ihrem Versuch. (Wozu passen würde, wenn er tatsächlich den Ku-Klux-Klan gegründet hätte.)
Daher kommt es also, daß noch jedes Mal die größten Idioten politische Verbündete finden, jedenfalls zeitweilig.

Langsam, Schritt für Schritt, lernt ein Volk so, was alles nicht funktioniert, und die Wahrheit schätzen.

Nun, die interessante Frage auf Deutschland bezogen ist, ob die Antifa weiß, daß sie aus denselben Gründen und von denselben Leuten unterstützt wird, wie der Ku-Klux-Klan. (Umgekehrt ist's nicht weniger lustig.) Vorausgesetzt, daß jene Leute in beiden Fällen ihren Lehren folgen.

Andererseits glauben die Marxisten natürlich, daß ihnen der Kapitalist auch noch den Strick verkaufen wird, mit welchem sie ihn aufhängen werden.

Die Frage ist vielleicht angemessen, ob das Erziehungsprogramm wirkt oder, falls es das tut, ob es nicht schon überholt ist?

Genauso überholt wie der Marxismus?

Beiden geht es ja um den Arbeiter und seine Opfer. Den einen darum, sie zu würdigen, den anderen darum, ihre Last zu mindern.

Welche Last? Welche Würde?

Nihilismus speist sich nicht aus der Verachtung der vorgesetzten Speisen, sondern aus der vorgefundenen Leere.
In Flucht geschlagen, wähnt er zu jagen! Wer gibt den Namen an? 's ist halt der alte Wahn.
Es steht außer Frage, daß Robert Don Hughes Pike gelesen hat.
But what's really going to bake your noodle later on is, have I as well?
Wie gesagt, einer der lustigsten Tage meines Lebens.

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Für Jäger und Konsorten

Die Partei ist nicht nur unfehlbar,
sie läßt auch keine Fehler bestehen.

Mp, mp, ph...



Post Scriptum vom selben Tag. Keine Absicht, wirklich!
und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah (das ist verdolmetscht: gesandt) und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.

- Johannes 9:7

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12. Januar 2015

Was zum Kuckuck?

Wie würden Sie den Herren beschreiben?


Guter Katholik, herzlich, aber scharfsichtig, wäre mein Vorschlag.

Selbstmord?

Das reicht mir. Ich vermute, die Brüder decken einander auch dann, wenn sie sich gegenseitig befehden.

Oder es geht darum, die gegensätzlichen Lager geistig zu festigen.

Denn daß jetzt doch noch der Polizeistaat kommt, nach dieser kraftvollen Geste in Paris, glaube ich ehrlich gesagt nicht.

Das I Ching meint dies:
- -
-o-
-x-
---
---
- -

Herrichtung des Brunnens und fließendes Wasser in der Tiefe, wiewohl womöglich nicht genutzt.

Spricht für die zweite Alternative, kann aber auch anders gemeint sein.

Die Harmonischen restaurieren die kulturellen Grundlagen der Parteiischen, aber es ist fraglich, ob diese davon Gebrauch machen werden. Ein Schock, aus welchem Lehren gezogen werden, welche aber womöglich nicht gehört werden werden.

Das ist die naheliegendste Deutung. Konkret mag es darauf hinauslaufen, daß Wille und Mühen der Menschen schlicht übergangen werden werden.

Oder wenn der Spruch doch der Mobilisierung gilt, wohl im Sinne William Guy Carr's, kündigt er eine weitere Zuspitzung an.

Man sollte aber nicht glauben, daß dies beides dasselbe sei: Ist ersteres der Fall, so werden die Harmonischen wahrscheinlich frustriert werden, ist letzteres der Fall, so ebnen sie dem Dritten Weltkrieg erfüllt den Weg, wobei es allerdings nicht klar ist, daß das so erschaffene Potential zur Kriegsführung auch genutzt werden wird.

Andererseits ist es natürlich schon möglich, daß einige dies und andere zugleich das tun.

Jedenfalls sind die bestimmenden Noten Ernst und Vergeblichkeit, und damit zugleich auch Überraschung, wie mir scheint.

Post Scriptum vom 13.1.2015. Ich habe nochmal darüber nachgedacht, und mit etwas Abstand stellt sich mir die Sache nun so dar.

Diese Demonstration war französisch, nicht europäisch, westlich, demokratisch oder liberal, sondern französisch. Es spielt keine Rolle, daß Frankreich das andere alles ist, denn dieses andere alles zusammen ergibt nicht Frankreich, ja, noch nicht einmal genug, um diese spezielle Demonstration zu ermöglichen.

Das Bild der Geschlossenheit, welches sie vermittelt hat, verdankt seine Existenz der Attraktivität der französischen Lebensart.

Und damit befindet sich Frankreich, wie Israel übrigens auch, in einer langfristig perspektivlosen Lage: Es sähe gerne seinen Ansatz als Rückgrat Europas und womöglich auch der arabischen Welt, aber das entscheidende Quäntchen, welches diesen Ansatz leben läßt, läßt sich nicht langfristig auf andere Länder übertragen.

Es ist eine Art Blase, getragen vom eigenen Willen, und für den Moment stabil.

Frankreich selbst wird das verstehen, und wahrscheinlich verweist der Orakelspruch auf diese Einsicht, also daß Frankreich seinen Geist freilegt, es aber nicht klar ist, daß es sich anschließend auch für ihn entscheidet.

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Die Art der Verheißung des Glücks

Man könnte mein gesellschaftliches Ideal so zusammenfassen, daß es mir primär darum geht, unter Menschen zu leben, welche sich nicht so wichtig nehmen und sich das auch leisten können.

Also Menschen, welche Gewicht haben, aber ihm keine große Beachtung schenken.

Nun ja, bis zu einem gewissen Grad ergibt sich das von selbst, wenn man Gewicht besitzt, man sucht ja stets das, was einem fehlt.

Und doch, es gibt diesbezüglich schon Unterschiede zwischen den Menschen. Die einen also sagen mir zu und die anderen nicht, wobei es allerdings nicht mehr bedarf als genügend vieler angenehmer Bekannter, so lange die anderen auch unter sich bleiben.

Banalitäten. Und noch nicht einmal diese wagte ich zu fordern. Glück, allerdings, wäre gerade das.

Aber wer bescheiden ist, und nur fordert, was er wirklich braucht, hat gute Aussichten, glücklich zu werden.

Freilich, es ist nicht wenig, was wir brauchen.

Man mag mich übersensibel nennen, das ist ein Lob, welches mich nicht erzürnte, ein Lob, von welchem der Lobende nicht weiß, daß es eines ist: Nichts anderes als ein Seismograph will ich auch sein. Wenn die Zeit kommt, wann sie alle an die Tränke des Glaubens stürmen, wird leitende Ordnung eine Gnade sein, die letzte des Zeitalters der Gnade.

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11. Januar 2015

Das Heim hinter dem immergleichen Blick

Wenn man lange genug in der Kälte spazieren geht, schmeckt der Schnee irgendwann süß und hinter den Fichten im Wald erscheinen deutlich Boden und Wände eines Zimmers. Eines hellen Zimmers, genauer gesagt, wahrscheinlich gänzlich aus Fichtenholz gemacht.

Wenn man zeitlebens das Gefühl hat, stets dasselbe zu sehen, deutet das darauf hin, daß man etwas anderes sehen könnte?

Der Wind nervt, bläst durch Pulli und Hemd, aber er siegt nicht, dazu fehlt ihm die Ausdauer, die Bäume bieten zusätzlichen Schutz, wann immer sie an den Weg heranreichen.

Das Eis knarzt, die Hunde kläffen, verwunschene Seelen, zur Wacht verdammt.

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10. Januar 2015

Zum Vergleich

Ich kann's mir nicht verkneifen, es besteht ja auch eine gewisse akustische Ähnlichkeit.



Einfach, reuig, bescheiden, weltabgewandt, Gott zugewandt.

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11 Jahre

Vorneweg ein ehrliches, wenn auch vages Wort: Es war nicht Winnie Puuh, welcher mich dazu gebracht, mich wieder mit diesem Thema zu beschäftigen, aber es fiel mir zu erst an Winnie Puuh auf, genauer gesagt am Vergleich des Films von 1977 und der Serie von 1988.



Das ist inzwischen passiert, aber was ist es?

Der Christopher Robin von 1977 ist ein anderer als der von 1988, so anders, daß ich gleich erschrak, als es mir auffiel. Er träumt, ist offen, unbestimmt, der von 1988 hat immer etwas vor.

Der Christopher Robin von 1977 ist nicht einfach ein anderer Typ. Der Christopher Robin von 1977 ist vom Erdboden verschwunden.

Es gibt, wenn man es daraufhin anschaut, zwei verschiedene Arten Menschen: die leicht und die schwer suggestiblen. Letztere haben einen Charakter, also eine sie bestimmende Natur, erstere eher nicht. Mich interessieren erstere per se nicht, jedoch durchaus das, was mit ihnen in den hier betrachteten 11 Jahren geschehen ist.

Ich hatte das Thema schon einmal am Wickel, aber was ich dort schrieb, ist nicht die ganze Wahrheit: Ja, es ist eine Regression, welche aus der Leere des eigenen Lebens heraus lebt, aber sie ist nicht dadurch in die Welt gekommen, daß das Leben leer war, sondern um das Leben zu leeren.

Man könnte es auch eine Art Autismus nennen: Es zählt nicht, was man gesehen hat, nur daß man hingeschaut hat.

Der suggestible Mensch von 1977 sah sich selbst als Entdecker der Welt, der von 1988 sieht sich hingegen lediglich als Entdecker seines Weges.

Am deutlichsten wird das am Umgang mit anderen Menschen. Für ersteren sind sie gleichwertig und in der selben Lage wie er selbst, und gemeinsam gemachte Erfahrungen haben für beide die selbe Funktion, wohingegen andere Menschen für letzteren von ihm geschieden sind, auf ihrem eigenen Weg, nur im Rahmen gegenseitigen, zeitweiligen Nutzens mit ihm verbunden.

Ob die Alten es wahrnehmen? Wenn ja, müßte jeder Tag die Hölle für sie sein. Also nehmen sie es wahrscheinlich nicht wahr.

Man darf hier nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Sowjetunion schillerte in den 70ern, weil dies die Art des Fühlens der suggestiblen Menschen jener Zeit war. Und sie schillerte nicht mehr in den 80ern, weil es erlosch.

Gut, Carsten Bohns Lied gibt die Antwort: Es hatte sich aus ungezügelter Gemeinsamkeit heraus ein derartiges Gewicht der gemeinsamen Erfahrungen entwickelt, daß es niemand mehr tragen mochte, und alle schüttelten sich und flohen in den Autismus.

Dennoch... die Totalität... Wie kann es sein, daß wirklich jeder von Anfang an diesen Abstand von der Welt nimmt? Man kommt hierher und weiß: Das da birgt nichts, außer zu was es mich macht, wenn es durch meine Hände geht.

Ich selbst habe das die Wesentlichkeit des Wesentlichen im Leben genannt, aber natürlich war ich nie auf diesen Aspekt reduziert. Ich denke allerdings auch, daß ich ausgesprochen insuggestibel bin. Ich sehe meine Mitmenschen und denke mir meinen Teil, und am Ende gelange ich zu demselben Autismus wie die Suggestiblen.

Ein Teufelskreis?

Sicher auch, selbststablisierend, wie so vieles, aber ich renne nicht demselben nach wie die Suggestiblen, ich habe in meiner frühesten Jugend ja auch noch die andere Sorte erlebt, und an deren Seite wäre ich auch nie gerannt.

Aber so leicht sie auch hinterherrennen, die Suggestiblen, sie reagieren eben auf den einen Reiz und auf den anderen nicht. Und da sie nicht groß selbst was denken, wie kommen sie zu diesem Entschluß?

Sind sie wie eine Herde, welche eine Weide sucht?

Es muß ja so ähnlich sein, sie schwimmen mit dem Strom, und der Strom fließt entlang des Pfades, auf welchem er die meiste Energie aufnimmt.

Wenn es denn so ist, so heißt es nicht mehr und nicht weniger, als daß das Volk gegen 1980 die Idee der eigenen Souveränität verworfen hat, es hat die gemeinsame Sache aufgegeben. In gewisser Weise verständlich, denn eine Clique ist weit von einer Schule entfernt und kann entsprechend schlecht Sachen gemeinsam verfolgen, es fehlt der Respekt vor der Einsicht und das Machbare besitzt zu hohes Ansehen, die gottlose Menschheit wird sich nie brüderlich zu sich selbst verhalten, sondern zwischen Kumpelhaftigkeit und Mißtrauen schwanken, ersteres bringt nicht weiter und letzteres führt zur Aufgabe der eigenen Freiheit.

Wenn ich Kader sehe, wie sie die Parteilinie stalinistisch durchboxen, weiß ich, daß ihre eigene, in der Reflexion ihrer eigenen sozialen Wirkung begründete Zuversicht völlig wertlos ist, und eine grimmige Schadenfreude blitzt auf. Aber eigentlich ist das nicht das richtige Gefühl. Vielleicht kommen sie langsam auch an einen Punkt, an welchem sie zu hören bereit sind.

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9. Januar 2015

Zum Einsatzgebiet von False-Flag-Operationen

Der Sinn einer False-Flag-Operation besteht darin, eine Verhaltensänderung herbeizuführen, genauer gesagt feindliche, scheinbare, Gegenmaßnahmen.

Dieses Unterfangen hat trivialerweise zwei Voraussetzungen:
  1. Die betroffene Gruppe befindet sich nicht bereits in einer von jener so wahrgenommenen gewaltsamen Auseinandersetzung mit der Zielöffentlichkeit.
  2. Die Zielöffentlichkeit schreibt der betroffenen Gruppe einen ihr feindlichen Willen zu.
Was 2) angeht, man denke an Autofahrer oder auch an Umweltschützer wie Theodore John Kaczynski oder Volkert van der Graaf, wobei die Schizophrenie, beide Gruppen zugleich als einem freundlich gesonnen zu betrachten, der Normalfall ist.

Wenn man dies so bedenkt, könnte man zu dem Schluß kommen, daß False-Flag-Operationen prinzipiell nur Gutes bewirken, frei nach Goethes Beschreibung von Mephistopheles.

Allerdings, den Einwand muß man machen, daß die Willenszuschreibungen der Öffentlichkeit nicht immer akkurat sind.

Indes, je vertrauter ihr die betroffene Gruppe ist, desto seltener irrt sie sich in deren Absichten. Doch auch da muß man nochmals etwas einwenden, nämlich daß die Öffentlichkeit oftmals jedes vernünftige Maß verliert und über den nichtigsten Kleinigkeiten spinnefeind wird.

Schließlich, allerdings, rücken sich ihre Maßstäbe immer wieder gerade, und wen sie nicht kennt, den lernt sie im Kampf kennen.

Ein Freibrief ist das allerdings nicht, denn die Relativität der Maßstäbe ist stets ein Problem, meistens sogar ein großes, und es liegt im Wesen der Natur, schlechterdings alles gerade zu rücken.

Ein Freibrief ist es nicht, ein Trost schon. Der Mensch ist dieser Unbill ausgeliefert, aber sie kann ihn nur strafen, wo er sich verrennt, und andernorts zwingt sie ihn einzig dazu, klare Verhältnisse zu schaffen, das Mögliche als sich auch Ereignendes zu behandeln.

Freilich, damit ist nicht gesagt, daß die Reaktionen auf False-Flag-Operationen dies auch tun, aber wenn sie stattdessen ganz etwas anderes tun, so kann die Öffentlichkeit ja ihren Unmut darüber ausdrücken, und davon hat sie bisher gewöhnlich auch Gebrauch gemacht.

False-Flag-Operationen sind kriminell, aber wie jede Form der Kriminalität erziehen sie zum Schutz vor derselben, und zwar in ihrem Fall vierfach:
  1. Schärfung des Sinns für das Wahrscheinliche,
  2. Schärfung der Kenntnis anderer Gruppen,
  3. Disziplinierung der eigenen Maßlosigkeit,
  4. umsichtige und absehende Absicherung.
Ich kann jene verstehen, welche meinen, man solle sie schlicht ignorieren, aber das Leben verlangt wie immer mehr von uns.

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7. Januar 2015

À Jacobine de Jean

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5. Januar 2015

Shivas Plan


Mir geht es in erster Linie um die unterste Alternative, ich kenne beide Gebete, ich weiß aber nicht mit Bestimmtheit, in welchem von beiden Fällen wir uns heute befinden, es ist bis zu einem gewissen Grad eine Stimmungsfrage, es gibt auch heute noch Orte der Wacht, und an sie läßt sich nicht anknüpfen, doch wie sie zu gewichten sind... nun, es wird wohl das Beste sein, wenn ich auch weiterhin auf meine innere Stimme höre, zuletzt, vorgestern, hat sie mich zurückgepfiffen...

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Gloria in excelsis Deo

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4. Januar 2015

Gottesbilder

Nachdem ich es nochmals reflektiert habe, was es denn sei, was Gnade der Annehmlichkeit voraus hat und Heilswirkung dem Bestand und Verantwortung der Freiheit, möchte ich meine vorherigen Sinnbilder nochmals verbessern.
  • Der Gnade Geheimnis liegt im Licht der Einsicht,
  • der Heilswirkung Geheimnis im Feuer der Läuterung und
  • der Verantwortung Geheimnis in den Wurzeln der Entfaltung.
Einsicht ist besser als Wahrheit, Läuterung besser als Sünden und die Wurzeln der Entfaltung mögen das Wasser des Lebens suchen, aber letzteres ist zu weit hergeholt, um einen intuitiv zu berühren.

Der Wille sucht die Läuterung, das ist es, was wir hinterlassen wollen, ein geläutertes Selbst in Form unserer Söhne. Im Zeitalter der Wacht wird daraus gar der Wunsch nach der Zeugung von Göttern, welche zum Maßstab allen Wollens wurden.

Andererseits, das Feuer der Schmiede wäre auch gar nicht schlecht.

Es dürfte klar sein, daß wir seit 2000 Jahren dem Licht der Einsicht den Vorzug geben. Und wie ich andernorts auch schon sagte, eine weitere Verlängerung dieser Ära ist denkbar, vorausgesetzt, daß geeignete physikalische Phänomene gefunden würden, nur wäre damit jeweils immer nur eine kurze Weile gewonnen - lustig, daß der Mann Kurzweil heißt, nicht?

Wir werden den Schwerpunkt also auf die Wurzeln der Entfaltung verschieben müssen und unser Recht als lebendige Wesen einklagen. Und einst werden wir das Feuer der Läuterung erhöhen und dann wieder das Licht der Einsicht.

Diese Art Beiträge hat etwas langweilendes Redundantes in ihrer aufzählenden Art, aber ich denke, daß die hiesige nochmalige Veranschaulichung Wert und Berechtigung hat.

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3. Januar 2015

Annehmlichkeit, Bestand und Freiheit

Ich lese zur Zeit die Pelmen the Powershaper-Trilogie von Robert Don Hughes, und es liegt natürlich nahe, Chaomonous, Lamath und Ngandib-Mar als den Zeitaltern der Werke, Wacht und Wunder zugehörig anzusehen, aber so ganz paßt das nicht.

Denn Lamath und Chaomonous gehören beide zu unserem ausgehenden Zeitalter, die Pietät der Kirche galt stets der Entfaltung des menschlichen Geistes, in Kunst, Wissenschaft und Administration. Und Ngandib-Mar vereint in sich Wesenszüge sowohl des Zeitalters der Wunder, als auch des Zeitlaters der Wacht.

Die Verzweiflung des Stolzes gehört zum Zeitalter der Wunder, als Grundlage des Drangs zum Wesentlichen, aus welchem heraus die (persönlich) fortschreitenden transzendenten Akte entspringen. Die Jovialität gehört zum Zeitalter der Wacht, sie speist sich aus der Unterwerfung unter das Notwendige und das Hinreichende und den Verzicht auf alles Beiwerk, aus welchen heraus die (persönlich) zurücksetzenden transzendenten Akte entspringen.

Es ist ein Zeichen des aufziehenden Zeitalters der Wunder, daß die moderne Fantasy-Literatur von guten Zauberern durchdrungen ist, während in den authentischen Zeugnissen aus dem letzten Zeitalter der Wacht die Magie als solche als gefährlich und zu vermeiden dargestellt wird, durchaus auch noch in der Bibel und im Koran, wiewohl dort wohl als Zugeständnisse an die Vergangenheit.

Ebenso sollte die Indienbegeisterung der Hippies hiermit in Zusammenhang stehen, denn Indien kommt dem Zeitalter der Wunder heutzutage sicherlich mit am nächsten, also neben Neuguinea, beispielsweise.

Alle Zeitalter können von einer Kirche begleitet werden. Ob dies der Fall ist oder nicht, ist eine Frage der Höhe der Kultur. Ein Beispiel für eine Hochkultur der Wacht ist durch das antike Griechenland gegeben, dessen bekannte Geschichte indessen wesentlich vom Aufziehen des Zeitalters der Werke bestimmt wird.

Beim Buddhismus handelt es sich um eine Kirche des Zeitalters der Wunder.

Doch genug davon. Die drei Zeitalter der Schönheit, des Wesentlichen und des Mächtigen sind recht spezifische und wohl auch entlegene Konzepte. Robert Don Hughes geht es um etwas anderes, welches indes mit ihnen im Zusammenhang steht, nämlich den immanenten Entsprechungen der drei Formen der Heiligkeit des Seienden:
  • Annehmlichkeit genügt der Gnade immanent,
  • Bestand genügt der Heilswirkung immanent und
  • Freiheit genügt der Verantwortung immanent.
Ich weiß nicht, ob der Leser fühlt, daß dieses Genügen in jedem Fall etwas Wesentliches ausläßt, und was dies ist, aber gerade das, was es ist, begründet Anspruch und Notwendigkeit eines Zeitalters jenseits dieser immanenten Einrichtungen.

Indes, diese immanenten Einrichtungen sind für sich genommen bereits interessant genug. Es fällt nicht schwer, historische Beispiele für Staaten anzugeben, welche von dem einen oder anderen Gedanken beherrscht wurden, Preußen etwa vom Bestand, Venedig von der Freiheit, das Kalifat von Córdoba von der Annehmlichkeit.

Preußen als Lamath und das Kalifat von Córdoba als Chaomonous paßt auch gut. Nur bei Ngandib-Mar hat Hughes wohl mehr an Wikinger als an Venedig gedacht. Oder gar an die Schweiz? Nun, das zeigt nur, daß es eben nicht weiter schwerfällt, historische Beispiele zu finden.

Übrigens, wo ich das gerade am Wickel habe: Die Art und Weise wie New York ans Wasser gebaut ist verweist, denke ich, bewußt auf Venedig, nicht mal einen halben Meter über den Meeresspiegel.

Und wenn man dies so betrachtet, ist es ja nur natürlich, sich zu fragen, ob man diese Drei, Annehmlichkeit, Bestand und Freiheit, nicht harmonisch verbinden könne.

Die Aufgabe scheint lösbar, aber das liegt daran, daß sie auf dem Papier gedacht wird, als Verfassung geeigneter Erklärungen und Gesetze. Und was sollte einen da schon stoppen?

Ich selbst bin den Gesellschaftsentwurf ursprünglich auch so angegangen, aber der Mensch ist nicht Herr all dessen, was er anstößt, und also müssen wir notgedrungen die Bewegung der Geschichte erfassen, um das Angemessene zu erkennen.

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