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31. Mai 2014

Das Leben, sein Wasser, seine Braut und sein Weg

Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

- Offenbarung 22:17
Die Braut, das sind die dienstbaren Geister. Sie geben umsonst. Doch was geben sie, und was empfinden sie?

Sie empfinden die Süße des Lebens. Was aber ist das Leben?

Das Leben ist die Bewegung durch die Gefühle, und das Wasser des Lebens, welches die dienstbaren Geister spenden, besteht darin, durch Gabe und Annahme wegzuräumen, was diese Bewegung hindert.

Und die Himmelfahrt?

Sie ist der Glaube an diese Bewegung, daß das Leben der Welt vorangeht und nicht folgt. Sie ist das reulose Schreiten auf dem Weg des Lebens, die Zufluchtnahme im Erschaffenden.

Wahrlich, manchmal scheint mir die Welt geradezu eifersüchtig darauf bedacht zu sein, den Menschen den eigenen Vorrang zu beweisen und baldestmöglich neu zu binden, was sich von alten Fesseln gelöst. All die Verwirrung, welche sie stiftet, all die Ablenkung, all die Einwände.

Gewiß haben sich viele dem bewußt verschrieben, aber es ist mehr als das. Wen es nicht alles kitzelt, wen es nicht alles aufruft, wen es nicht alles treibt, bei ihr zu bleiben!

Doch das Leben, es schreitet voran, und vielleicht bricht alsbald ein Damm.

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30. Mai 2014

The last swing of the pendulum

Open the gates
and let opportunity
wash the pillars away.

Shut the gates
and let audacity
take their place.

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Dienstbare Geister

Wünsch! und er gibt es heraus,
Wünsch! und sie nimmt es auf.
Sie sind wie Plagen,
nur schwer zu ertragen.
Wieso sie sich verschenken?
keiner kann's sich denken!
Wären sie bloß hohl!
jeder fühlte sich wohl.
Doch in ihnen sind Willen!
Wer sollte sie stillen?
Wer nimmt oder gibt,
will, daß ein andrer's liebt!
Wer nur eine Seite hält,
verstört die ganze Welt.
Sie wittern Listen
und müssen sich rüsten.

Doch bei allen Unterschieden,
können jene sich lieben,
und wissen,
was sie mit dem andern vermissen.

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29. Mai 2014

Zwei Beispiele übergeordneter Besinnung, antipodischer und pseudoholistischer Kalkül

Um zu verdeutlichen, was die übergeordnete Besinnung auf eine übergeordnete Vorstellung leistet, werde ich zwei Beispiele angeben.

Beispiel 1 (halbformal). Angenommen ich stehe vor einer Tür und warte darauf, daß sie sich öffnet, um dann umgehend meinen Fuß in den Türspalt zu stellen. Wie wird diese Handlung vorgestellt?
  • ν,φ, ν1],
  • [[[Δν,φ, ν2], τ4], φ1],
  • [[[[Δvisuell, ν3], φ2], τ4], φ1],
  • [[[[Sich öffnende Tür, φ3], φ2], τ4], φ1],
  • [[Δν,φ,χ,τ,τ0, ν4], φ1],
  • [[Fuß marsch!, (τ0)4], φ1],
  • [[[Δvisuell, ν5], φ4], φ1],
  • [[[Fuß im Türspalt, φ5], φ4], φ1]
Und diese Vorstellung hat die Besinnung also zu verwirklichen. Dazu muß sie aber, da das als ν2 Erscheinende sich nicht aus etwas heraus zeigt, also keinen τόπος besitzt, warten, bis sich die entsprechende Wahrnehmung einstellt.

An diesem Beispiel kann man dieses aus etwas heraus Zeigen bereits an zwei verschiedenen Stellen studieren. So zeigt sich Fuß im Türspalt aus der Anstrengung Fuß marsch! heraus, aber gleichzeitig zeigt sich die gesamte Wahrnehmung, wie ich den Fuß willentlich in den Türspalt bekommen habe, aus der Wahrnehmung Sich öffnende Tür heraus, oder, um es deutlicher zu sagen, aus mir selbst, während ich die sich öffnende Tür wahrnehme.

Beispiel 2 (halbformal). Wie gehabt, ich möchte zu der Einsicht gelangen, daß ein Gegenstand mir näher gelegen ist als ein Gegenstand c, aber weiter von mir entfernt liegt als ein Gegenstand a.
  • ν,φ, ν1],
  • [[[[[Δν,φ,χ,τ, ν2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[Δvisuell, ν3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, φ3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, φ3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[Δν,φ,χ,τ, ν4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[Δnäher,weiter, ν5], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], φ5], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[Δnäher,weiter, ν6], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], φ6], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[Δν,φ,χ,τ, ν7], τ10], φ1],
  • [[[[Λν,φ, ν8], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], α5], τ8], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[Λν,φ, ν9], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], α6], τ9], φ7], τ10], φ1],
  • [[Δν,φ,χ,τ, ν10], φ1],
  • [[[Λν,φ, ν11], φ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], α5], ο7], τ11], φ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], α6], ο7], τ11], φ10], φ1]
Das ist der so genannte antipodische Kalkül. In ihm werden die einzelnen Einsichten, hier als ν5 und ν6 erscheinend, nicht angeleitet, sondern stattdessen die auf ihnen aufsetzenden antipodischen Besinnungen, hier als ν8, ν9 und ν11 bezeichnet.

Dieser Kalkül ist richtig, aber auch ziemlich scheußlich.

Man kann sich viel Schreibarbeit ersparen, wenn man stattdessen den gleichmächtigen pseudoholistischen Kalkül verwendet. In ihm gibt es keine antipodischen Besinnungen. Stattdessen werden Einsichten durch enthaltene Erscheinungen angeleitet, wobei die Angabe von mehrfachen Erscheinungsweisen erlaubt ist, also neben gewöhnlichen Erscheinungen auch Ausdrücke folgender Form.
  • [näheri, weiterj]
Dadurch verschmelzen die betroffenen Einsichten natürlich zu einer Gesamteinsicht, deren übergeordnete Reflexion Δν,φ,χ,τ sich entsprechend auch erst aus mehreren präsent seienden Wahrnehmungen heraus zeigen mag.

So. Man könnte darüber meckern, daß antipodische Besinnungen einzeln angeleitet werden können. Stattdessen könnte man fordern, daß die Anleitung wiederum durch ein τ0 geschehen solle, und entsprechend in einer übergeordneten Reflexion immer nur eine antipodische Besinnung stattfindet.

Das stimmt wohl auch. Aber das hätte den obigen Ausdruck noch länger gemacht.

Der pseudoholistische Kalkül hat keine Grundlage in unserem Denken, aber man kann sich mit der Anleitung der Besinnung durch die Auflösung der Auszeichnung durchmogeln. Für die übergeordnete Besinnung müssen wir das sowieso sagen, wobei der Unterschied allerdings der ist, daß im Falle der übergeordneten Besinnung bei Verwendung des antipodischen Kalküls nur Elemente in der Auszeichnung stehen, welche genau so auch später in unserem Gewahrsein vorhanden sind, während es Mehrfacherscheinungen als synthetische Eindrücke in unserem Denken nicht gibt.

Der antipodische Kalkül ist also ein holistischer Kalkül für die übergeordnete Besinnung, während der pseudoholistische Kalkül ein pseudoholistischer Kalkül sowohl für die einzelne Einsicht als auch für die übergeordnete Besinnung ist.

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Himmelfahrt

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28. Mai 2014

Gedanken zu Timm Thaler (1979)

In meiner Serie Helden Norddeutschlands fügt sich erstmals was zusammen. Nach Tom Sietas bin ich über Christian Bruhn jetzt auf James Krüss gekommen.

Voilà (fünfte Episode hier und hier.)



Ich bin ja der Meinung, daß der Teufel niemals zugelassen hätte, daß jemand diese Wette hält, aber vielleicht wäre Timm ja auch mit der folgenden Wette aus dem Vertrag gekommen:

Ich wette, daß jeder Mensch seinen Preis hat.

Und wenn der Teufel fragte: Wer bittesehr soll die Wette halten?

Würde ich sagen: Aber wir wissen doch beide, daß sie einer hält...

Nun ja, da käme dann wahrscheinlich: Aber nicht dir!, worauf zu bedenken zu geben wäre, ob der Teufel das denn wissen könne und ob er also zum gemachten Vertrag überhaupt befugt wäre, oder ob er etwas versprochen hätte, was ersichtlich nicht in seiner Macht liegt, denn wenn es in seiner Macht läge, existierte er in der Form ja gar nicht.

Abstrakt betrachtet sind alle Beispiele des Bösen, welche in der Serie gegeben werden, künstliche Verknappungen der natürlichen Ressourcen - und das ist gar nicht mal so dumm. 1979 war also Club of Rome noch nicht so ganz in Deutschland angekommen. Aber seitdem haben wir die Grünen. Das freundliche Gesicht, sozusagen.

Ist schon seltsam, wie man alles als Prophezeiung lesen kann... Ja, wir verbieten die Nutzung von Kohle und Kernkraft und... aber es ist für einen guten Zweck!

An der Börse allerdings läuft der Hase seit geraumer Zeit genau in die entgegengesetzte Richtung, short selling, um mit dem erworbenen Kapital den Preis zu drücken, etwa den von Edelmetallen.

Und ist das letztlich gut?

Daß man Leute gegen ihr Interesse dazu zwingt, etwas zur Verfügung zu stellen?

Also... die künstliche Erweiterung der natürlichen Ressourcen? Wo man mit Natur die Natur des Menschen meint, also seine natürliche Bereitschaft für eine Gegenleistung zu arbeiten, ohne andere Motivationen mit in Betracht zu ziehen.

Nein, das ist die Urdummheit der Menschen, daß sie glauben, gut wäre irgendetwas anderes als gut und böse irgendetwas anderes als böse.

Übrigens, weil's hier auch irgendwo paßt, zitiere ich zu diesem Thema mal kurz den Koran.
Also fanden sie einen Unserer Diener, welchem Wir von Unserer Gnade gegeben hatten und ihn Wissen aus Unserer eigenen Gegenwart gelehrt. Moses fragte ihn: "Darf ich Dir auf der Grundlage folgen, daß Du mich etwas von der Wahrheit lehrst, welche Dir gelehrt wurde?" Der Andere antwortete: "Wahrlich, Du wirst keine Geduld mit mir haben! Und wie kannst Du auch Geduld mit Dingen haben, welche du nicht vollständig verstehst?" Moses sagte: "Du wirst mich, so Gott will, geduldig finden, noch werde ich Dir in irgendetwas nicht gehorchen." Der Andere erwiderte: "Wenn Du mir denn folgtest, frag mich keine Fragen, über was auch immer, bis ich selbst zu Dir von ihm spreche." So gingen beide zusammen weiter. Bis, als sie zusammen im Boot waren, er es versenkte. Da fragte Moses: "Hast Du es versenkt, um jene, welche in ihm sind, zu ertränken? Wahrlich, eine seltsame Tat hast Du getan!" Er aber antwortete: "Habe ich Dir nicht gesagt, daß Du keine Geduld mit mir haben kannst?" Aber Moses bat: "Schilt mich nicht dafür, es vergessen zu haben, noch betrübe mich, indem Du mir Beschwer gibst." Dann gingen sie weiter. Bis, als sie auf einen jungen Mann trafen, er ihn erschlug. Moses fragte: "Hast Du einen Unschuldigen erschlagen, welcher selbst niemanden erschlagen hat? Wahrlich, eine unerhöhrte Tat hast Du getan!" Er aber antwortete: "Habe ich Dir nicht gesagt, daß Du keine Geduld mit mir haben kannst?" Moses aber versprach: "Wenn ich Dich nach diesem auch nur eine weitere Sache frage, behalte mich nicht bei Dir und Du wirst von meiner Seite vollständig entschuldigt sein." Dann gingen sie weiter. Bis, als sie zu den Einwohnern einer Stadt kamen, sie diese um Nahrung baten, diese ihnen aber die Gastfreundschaft verweigerten. Sie fanden dort eine baufällige Mauer, welche er ausbesserte. Moses sagte: "Wenn Du gewollt hättest, hättest Du sicher Lohn dafür bekommen!" Er aber erwiderte: "Hier trennen sich denn unsere Wege. Nun werde ich Dir die Bedeutung dessen enthüllen, worüber Du die Geduld verlorst. Was das Boot betrifft, es gehörte gewissen Männern in einer schlimmen Notlage: Sie verkehrten auf dem Wasser, indes wollte ich es nur unbrauchbar machen, denn ein gewisser König verfolgte sie, welcher jedes Boot in Beschlag nimmt, wessen er habhaft wird. Was den Jugendlichen betrifft, seine Eltern waren Gläubige, und wir fürchteten, daß er sie durch eigensinnige Rebellion und Undankbarkeit betrüben würde. Also wünschten wir, daß ihr Herr ihnen zum Austausch einen reineren und liebevolleren Sohn gäbe. Was die Wand betrifft, sie gehörte zwei Jugendlichen, Waisen, in der Stadt. Unter ihr war ein Schatz vergraben, welcher ihnen zustand. Da ihr Vater ein rechtschaffener Mann war, wünschte Dein Herr, daß sie das Alter ihrer vollen Stärke erreichen würden und ihren Schatz bekämen — eine Gnade von Deinem Herrn. Ich tat es nicht aus eigenem Gutdünken. Dies ist die Bedeutung der Dinge, über welchen Du die Geduld verlorst."
Damaskios hat definitiv gewußt, wie man Leuten vor's Schienbein tritt.

Aber zurück zu Timm Thaler. Es ist trotz allem in erster Linie eine Auseinandersetzung mit dem Teufel, nicht mit dem Kapitalismus und auch nicht mit der Gefügigmachung von Jungen. Sicher, James Krüss war schwul. Aber das hat in dieser Angelegenheit nichts zu bedeuten. Diese Art kenne ich nämlich gut, sanfter Händedruck, aber handgreiflich, zieht gerne an Kinderarmen und sagt: Hör mol to, miin Jung. Stets leicht weinerliche Stimme, unterschwellig leidenschaftlich, getrieben von einem inneren Schmerz, erdrückt von der eigenen Herzlichkeit. Alles in der Heterovariante. In einem Wort: tatschig.

Bei Krüss dann noch obendrauf Friesenfimmel. Und es gehört dann auch irgendwo zur friesischen Identität über die letzten Dinge des Lebens Bescheid zu wissen, also über Gott und Teufel, das heißt, eigentlich nur über letzteren. Wobei das vielleicht in Krüss' Fall etwas ungerecht ist, denn seine Darstellung der anderen Seite kommt dem im Heliand gegebenen Vorbild erstaunlich nahe. Ein heutzutage archaisch zu nennendes Bekenntnis zum offenen, guten Gemüt.

Wobei, da fängt die Flunkerei aber auch schon an. Denn so sonderlich gut muß das Gemüt nicht sein, damit man lachen kann. Und ist es auch oftmals nicht. Alles bekommt die dämonische Note des Vorgetäuschten, wenn man Dinge allzu leicht echt nennt.

Und das ist die generische Krankheit des tatschigen Typs. Und doch, trotzdem, in der Nonne Agatha haben wir ein echtes Beispiel: von der nötigen Strenge, aber gut und offen.

Ich bin geneigt zu sagen, daß im Motiv des Wettens eine Ahnung der fortschreitenden transzendenten Akte steckt, ebenso wie in der Güte eine Ahnung der zurücksetzenden. Aber wiederum, nur gut ist gut und nur böse ist böse.

Insgesamt aber ein ordentliches Stück norddeutscher Kultur, über welches ich mich freue.

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Zur Frage der Einsicht in die Bestätigung

Gleich vorneweg, die letzte Bemerkung im vorigen Beitrag gilt ebenfalls für Δν,φ(χ),(χ,τ(χ)).

Jede absichtsvolle Tat geht von einer Absicht, also einer Vorstellung ihrer in Φν,φ(χ),(τ(χ)) aus, und ebenso jede Einsicht, etwas zu erwarten.

Diese Vorstellung ist die Anleitung des Wahrnehmens oder Erwartens, sie enthält alle relevanten Aspekte dessen, was wahrzunehmen oder zu erwarten ist. Und wenn ich zu einem Geisteszustand in Δν,φ(χ),(χ,τ(χ)) oder Πν,φ(χ),(τ(χ)) komme, so bestätigt sie dieser dadurch, daß sie in ihm als τ erscheint.

Ist es hingegen so, daß sich eine Vorstellung nicht in eine Wahrnehmung oder Erwartung überführen läßt, so nehmen wir eine solche Vorstellung wie folgt modal wahr.
  • Δ)ν,φ(χ),(τ(χ)) (ψεῦδος) für Wahrnehmungstäuschungen
  • Π)ν,φ(χ),(τ(χ)) (ψεῦδος) für Erwartungstäuschungen
Ein Wort noch zum Vorstellen. Hier ist von Vorstellungen des eigenen Seins die Rede, welche absolut nichts mit anderen Vorstellungen, etwa von visuellen oder akustischen Eindrücken, zu tun haben. Jene können als φ zu ihrem Vorstellungsvermögen ν sowohl wahrgenommen, erwartet als auch wieder vorgestellt werden.

Und dasselbe gilt von Δν,φ(χ),(χ,τ(χ)), Φν,φ(χ),(τ(χ)), (ΨΔ)ν,φ(χ),(τ(χ)), (ΨΠ)ν,φ(χ),(τ(χ)) und Πν,φ(χ),(τ(χ)). Auch diese können als ν mit ihren Erscheinungen φ reflektiert und also wahrgenommen, erwartet und vorgestellt werden.

Allerdings gibt es da auch einen Unterschied. Die Wahrnehmung von Vorstellungen untergeordneter Eindrücke wie Form oder Klang beinhaltet die Dauer χ, die Wahrnehmung der Erscheinungen von Φν,φ(χ),(τ(χ)), (ΨΔ)ν,φ(χ),(τ(χ)), (ΨΠ)ν,φ(χ),(τ(χ)) oder Πν,φ(χ),(τ(χ)) beinhaltet sie nicht.

Vorstellungen von Handlungen sind zeitlich komprimiert, wir können aber alle in ihnen vorgestellten Handlungen durch Vorstellungen der zugehörigen Abläufe ersetzen und uns dann auf diese Vorstellungen übergeordnet besinnen und sie auf diese Weise andauernd wahrnehmen.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn wir unsere Stimme in unseren Gedanken sprechen hören.

Gut, es bleibt noch, einige Bemerkungen zur Dynamik des Denkens zu machen und einige formale Fragen dabei explizit zu klären. Aber von der Substanz her sollte die Formalisierung unseres Denkens in seinem wesentlichen Teile hiermit abgeschlossen sein.

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27. Mai 2014

Zur Frage der Einsicht in das uneigentliche Erwarten

Nach allem, was ich in den letzten Beiträgen zum Thema uneigentlicher Erwartungen schrieb, blieb die Frage doch unbeantwortet, welcher Art unsere Einsicht ist, daß wir etwas uneigentlich erwarten.

Ich behaupte, daß es sich damit wie folgt verhält.
  • Wir sind in der Lage, uns ein Phänomen gemäß seiner Auszeichnung vorzustellen, als dasjenige, welches sich auf die angegebene Weise zu anderen Phänomenen verhält.
  • Wenn eine Muskelanspannung in eine Wahrnehmung hineinfällt, so ist uns in unserer übergeordneten Reflexion die Dauer der Wahrnehmung bekannt, zu welcher dies geschieht.
  • Eine uneigentliche Erwartung zeichnet den Zustand einer übergeordneten Reflexion aus, wobei alles, was sie auszeichnet, in einer übergeordneten Besinnung vorgestellt werden kann.
  • Falls etwas nicht ausgezeichnet wird, beispielsweise das Studienobjekt, aus welchem heraus ein Phänomen erscheint, so ist es egal, was im angegebenen Beispiel bedeutet, daß wir uns vorstellen, daß etwas erscheint, ohne zu wissen, unter welchen Bedingungen, etwa Pfifferlinge im Wald oder Hagel.
  • Nachdem wir uns all dies vorgestellt haben, werden wir zu der Einsicht fähig, daß wir diesen vorgestellten Zustand unserer übergeordneten Reflexion erwarten.
Auch wenn ich an dieser Stelle noch nicht endgültig formalisieren möchte, da ich zuvor noch einmal das Fehlschlagen von Besinnungen überdenken möchte,  muß hier doch die Frage geklärt werden, auf welche Weise diese Einsicht festzuhalten ist.

Es handelt sich bei ihr offenbar um eine Modalität der übergeordneten Reflexion
  • Δν,φ(χ),(χ,τ(χ)), τ (τόπος) für eine etwaige Anleitung,
ebenso wie ihre Vorstellung eine Modalität ihrer ist.

Es sind also nicht die Indizes auszutauschen, sondern der Buchstabe Δ. Sei also
  • Πν,φ(χ),(τ(χ)) (πρóγνωσις) die Erwartung der Reflexion
  • Φν,φ(χ),(τ(χ)) (φαντασία) die Vorstellung der Reflexion
Dazu ist allerdings noch einiges zu sagen.
  • Der Index τχ kann in dieser Form (zeitlich verortet) mehrfach auftreten.
  • Der Index τχ kann prinzipiell auch eine Thematisierung beschreiben (auch wenn die genauere Anleitung unbekannt ist), in welchem Fall gewisse Phänomene φχ erst zu gewissen Zeiten χ ins Bewußtsein treten.
  • Falls das aber nicht der Fall ist und durch die τχ keine neuen Themen hinzukommen, so gilt φ = φχ1 + ... + φχn für alle von der zeitlichen Zerlegung betroffenen Phänomene.
  • Der Index τ ist doppeldeutig. Ein Mal beschreibt er die Anleitung des Erwartens oder Vorstellens und ein ander Mal die Anleitung des Erwarteten oder Vorgestellten. Der einfachste Ausweg besteht darin, ihn in der letzteren Verwendung durch τ0 zu ersetzen.
Die ersten drei Bemerkungen gelten auch für das Wahrnehmen Δν,φ(χ),(χ,τ(χ)). Endgültiges dazu aber, wie gesagt, erst später.

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25. Mai 2014

Zum Vornehmen

Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, was es heißt, sich etwas vorzunehmen.

Andererseits läßt sich diese Frage immerhin noch ohne größere Schwierigkeiten dahingehend präzisieren, in welchem Akt die Entscheidung für etwas Vorgenommenes besteht und auf welche Weise diese Entscheidung später das eigene Handeln beeinflußt.

Ich habe bisher mit der Gleichung gearbeitet, daß von sich selbst etwas zu erwarten dasselbe sei, wie sich etwas vorgenommen zu haben.

Wenn man es so anfäßt, besteht die Entscheidung für das Vorgenommene in einer sich selbst bestätigenden Erwartung.

Dagegen ist per se nichts einzuwenden, nur daß diese Lösung nicht vom Phänomen ausgeht, sondern von den Anforderungen an sie.

Ist es wirklich so, daß ich plötzlich denke, ich sollte eine Erwartung an mich bestätigen?

In manchen Situationen könnte ich das von mir denken, aber letztlich verhält es sich nicht so.

Ich sehe etwas ein, wenn ich mir etwas vornehme. Und zwar daß ich, um dafür zu sorgen, daß sich eine bestimmte Liste von Phänomenen zeigt, etwas tun müssen werde. Ich erwarte also von der betroffenen Handlung, daß sich diese Liste durch sie und nur durch sie zeigt: Wenn Handlung, dann Liste und wenn nicht Handlung, dann nicht Liste. Und wenn ich mir dessen bewußt werde, einsehe, daß ich das erwarte, genau dann spreche ich davon, mir etwas vorgenommen zu haben.

Natürlich muß es sich bei der Liste um Phänomene handeln, welche ich wahrnehmen will, sei es, weil sie selber positiv sind oder weil sie die Abwesenheit von etwas negativem bedeuten, mit andern Worten um Phänomene, welche ich erwogen habe und deren Wahrnehmung mit all ihren Folgen ich ihrer Nichtwahrnehmung mit all ihren Folgen vorziehe.

Der konkrete Auslöser solch scheinbaren Vornehmens sind stets Gefühle, welchen wir entkommen wollen, wie nichtig auch immer sie sein mögen.

Aber das werde ich, zunächst jedenfalls, nicht genauer betrachten.

Einzig, daß negative Gefühle Listen von Phänomenen, welche wir gern sich zeigen sähen, an die Hand geben, so daß dadurch ihre Reflexion als sich Zeigendes im Rahmen einer (üblicherweise komplexen) Handlung nahegelegt wird, und damit unser Vornehmen dieser Handlung, möchte ich an dieser Stelle festhalten.

Übrigens, es gibt ja den Fall, daß sich einer nicht entscheiden kann, weil er denkt: Man könnte es so machen, aber ja auch so. Er gelangt also nicht zur Einsicht, daß es nur so geht. Solchen Leuten hilft die Hinzunahme der Forderung: Heute noch!

Gut, damit wäre der erste Teil der Frage erledigt.

Und wie werden wir durch diese Ausschließlichkeitserwartung beeinflußt?

Im Falle der Erwartung an unser eigenes Verhalten war ich davon ausgegangen, daß wir uns nicht selbst enttäuschen wollten, und uns deshalb an sie hielten.

Wiederum sehr praktisch, aber nicht unbedingt wahr.

Im Falle der Erwartung ausschließlichen Sich Zeigens, was ist es da?

Nun, es könnte das negative Gefühl sein, welches sie auch bewußt werden ließ. Jedenfalls wenn es erhalten bleibt bis man Abhilfe schafft. Man würde also warten müssen, bis die Voraussetzungen der nämlichen Handlung gegeben sind, und die ganze Zeit darunter leiden, daß sich die besagte Liste noch nicht (ganz) gezeigt hat.

Andererseits gibt es das Gefühl, noch etwas machen zu müssen, insbesondere in seinem Leben bevor man stirbt, also die Sorge. Mit anderen Worten mag diese den Job übernehmen, die Ausschließlichkeitserwartung bewußt zu halten, nachdem ein anderes Gefühl sie bewußt werden ließ.

Und so ist es auch oftmals, denn wir nehmen uns ja doch eine Menge Kleinigkeiten vor, welche durch sehr schwache Gefühle bewußt wurden - und solche Gefühle verflüchtigen sich leicht.

Die Sorge hält also all diese kleinen Störnisse am Leben, wenn wir uns nur bewußt wurden, daß wir sie auf einem und nur einem Wege abstellen können, oder genauer gesagt, um hier nicht den Eindruck einer rein passiven Angelegenheit zu erwecken, wenn wir uns über ihnen unserer Ziele bewußt wurden.

Im Falle des Hungers ist das natürlich nicht nötig, aber meistens wird's schon so sein,.wobei ich auch diesen Vorgang nicht in näherer Zukunft zu formalisieren gedenke.

Allerdings, wo ich den Hunger erwähnte... Das ist natürlich ein schönes Beispiel für Disziplin, also daß ich die Ausschließlichkeitserwartung aufrecht erhalte, obwohl mein Hunger irgendwann von mir fordert, irgendetwas in den Mund zu stecken. Da arbeitet dann die Lust gegen die Einsicht und die Sorge, das Vorgestellte zu erreichen.

Wobei die Sorge wohl auch demjenigen gilt, welches wir bisher noch nicht eingesehen haben, also letztlich der Gesamtheit dessen, was sich unserem Herzen nach noch auf die eine oder andere Weise in unserem Leben zeigen sollte.

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24. Mai 2014

Διαλεκτική

Ich werde in diesem Beitrag eine ganze Reihe von Phänomenen am Beispiel der Dialektik im platonischen Sinne erläutern.

Es ist zur Zeit heiß, und das Denken fällt mir schwer. Aber am Abend finden sich dafür schon noch zwei, drei Stunden. So auch gestern. Nachdem ich unsere Haltung zu einer Erwartung an uns selbst erklärt hatte, wollte mir auf einmal nicht mehr einleuchten, was an unserer Haltung wohl Willkür sei. Also ging ich der Frage nach, worin sich unsere Haltung eigentlich zeigt. Und ich stieß dabei auf das, was ich gerade machte, nämlich spatzieren zu gehen, um nachzudenken.

Unsere Haltung besteht aus Vorgehensweisen, welche wir uns zurechtgelegt haben.

Also aus unseren Gepflogenheiten.

Was aber ist der Unterschied zwischen einer Gepflogenheit und einer Gewohnheit?

Sie mögen jetzt einwenden, das sei dasselbe, aber in dem Moment, als ich unsere Haltung in unseren Gepflogenheiten festzuhalten meinte, war mir etwas wesentlich, was von unseren Gewohnheiten nicht gilt.

Und dies ist nun eine dialektische Frage im platonischen Sinne, also eine Frage von der Art, wie sie der Fremde aus Elea im Sophistes und Politikos immer wieder stellt. Er nimmt zwei Begriffe, welche einander bis auf eines gleichen, und fragt, was dieses eine ist.

Διά bedeutet durch, und λἐξις Vokabel, im Gegensatz zu λόγος, was soviel wie Verständnisform bedeutet, unter anderem etwa Prinzip und Verhältnis.

Διαλεκτική bedeutet also durch Vokabeln.

Es ist manchmal das beste, schlicht den Sachverhalt zu erfassen. Denn wo es um nichts mehr als gerade ihn geht, erspart das fruchtlose Abschweifungen. Übrigens auch im ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Die Verständnisform, welche im Anfang war, ist das Verhältnis zwischen Gott und von ihm ausgehenden Bewußtsein, deswegen ist es sowohl Gott, als auch bei Gott. Dies sind die beiden Teile, welche im Verhältnis stehen: Gott und das bei Gott Sein. Dieses ist das Licht der Menschen und so weiter.

Und so also auch bei Διαλεκτική. Natürlich kann mit durch Vokabeln alles mögliche gemeint sein, aber in jedem Falle hat es etwas damit zu tun, Vokabeln zu einem bestimmten Zweck zu gebrauchen.

Oder jedenfalls sollte es in jedem Falle etwas damit zu haben, denn Hegel und Marx haben sich nicht daran gehalten. Und Kant nur bedingt, insofern er der Angelegenheit ihren Zweck absprach.

Und Platon meinte mit Διαλεκτική wie gesagt die Auffindung einer Erscheinungsweise, welche das Denken einer Vokabel vom Denken einer anderen Vokabel unterscheidet.

Man kann soweit gehen, den gesamten sokratischen Dialog (lustig, nicht? Sokratischer Dialog, eleatische Dialektik.) als ein Mittel zu eben demselben Zweck zu verstehen, wobei ich für mich viel mehr aus dem Sophistes und dem Politikos gezogen habe als aus den sokratischen Dialogen. Aber das platonische Prinzip ist in beiden Fälle dasselbe, nämlich die Bedeutung zweier verwandter Worte neben einander zu stellen oder entsprechend zwei verschiedene Sichtweisen auf dieselbe Sache. Wirklich, warum heißt es nicht Hegelsche Dialogik?

Nein, dieser Aspekt ist nicht Teil unseres Allgemeinwissens über Platon. Falls Sie das in 2500 Jahren lesen...

Die Besinnung auf die Bedeutungsdifferenz zweier Worte heiße dialektische Besinnung.

Und meine dialektische Besinnung auf die Bedeutungsdifferenz zwischen Gepflogenheit und Gewohnheit führte mich gestern abend darauf, daß unsere Gepflogenheiten unsere Studienobjekte sind und unsere Gewohnheiten nicht.

Das führt auf die nächste Frage: Wodurch kann etwas Studienobjekt sein?

Es ist ja so, wenn ein Eindruck gegeben ist, dann läßt sich reflektieren, wie er erscheint, aber das sind keine Studien, schließlich läßt sich der Eindruck ja gar nicht anders denken, allenfalls unklarer.

Etwas kann also nur dann Studienobjekt sein, wenn es in einem Verhältnis zu etwas steht, was noch nicht gegeben ist.

Unsere Wahrnehmungsvermögen sind also Studienobjekte. Aber abgesehen von unserer übergeordneten Reflexion langweilige Studienobjekte, da das in ihnen Erscheinende für uns als solches Jacke wie Hose ist, wie gesagt, mit Ausnahme der übergeordneten Reflexion, weil das in ihr Erscheinende bewußt werden kann, das heißt die Fähigkeit besitzt, sich zu verstecken und auch versteckt zu bleiben.

Aber im Falle der anderen Wahrnehmungsvermögen... Ich sehe, höre, rieche, schmecke und so weiter... na und? Erwächst mir irgendeine Erkenntnis daraus?

Gut, etwas Erkenntnis erwächst mir auch daraus. Ich weiß, daß, was immer ich sehe, gelegen und farbig ist. Ich weiß, daß, was immer ich schmecke, zu gewissen Graden süß, sauer, salzig, bitter und scharf ist. Und im Falle des Gehörs und des Geruchs kann man noch nicht einmal behaupten, daß die entsprechenden Erscheinungen übersichtlich sind. (Im Falle des Geschmacks auch nicht so ganz, der fünfte Geschmacksnerv soll ja speziell dafür sein zu schmecken, wie lecker Käse ist. Es fällt mir schwer, das subjektiv zu bestätigen.)

All diese Erscheinungen finde ich aber in der übergeordneten Reflexion und nicht in den betroffenen Wahrnehmungen, ich muß nur wahrnehmen, um dort etwas zu finden. Und ich muß mich auch hierbei auf einen Bedeutungsunterschied besinnen, also was zwei wahrgenommene Eindrücke von einander unterscheidet.

An dieser Stelle sollten wir das mit den Studienobjekten noch einmal überdenken. Genügt es zu fordern, daß ein Studienobjekt in einem Verhältnis zu etwas steht, was noch nicht erscheint?

Oder ist es nicht vielmehr so, daß im Falle der dialektischen Besinnung und auch der nahe verwandten Besinnung auf die Differenz zweier Eindrücke, die Studienobjekte Besinnung und Parameter sind?

Oder auch nur Besinnung oder Parameter?

In welchem Falle Parameter beziehungsweise Besinnung zu Parametern des Studiums werden?

Letzteres ist formal gesehen die natürliche Sicht, aber die dazu nötige biduale Beziehung zwischen Parameter und Einsetzungsfunktion auf dem Funktionenraum dürfen wir nicht implizit voraussetzen.

Nein, ein Studienobjekt sei ein Eindruck, welcher, möglicherweise zusammen mit anderen Eindrücken, einen Geisteszustand anleitet und, möglicherweise mit ihnen, als solcher erfaßt wird.

Um also die übergeordnete Reflexion zu studieren, brauchen wir geeignete Studienobjekte, an welchen sie ihren Inhalt preisgibt.

Ohne diese können wir es auch nicht.

Deshalb sokratischer Dialog oder eleatische Dialektik.

Nun gut, mit Bezug auf die vorigen Bezeichnungen läuft es also darauf hinaus, μέθοδος durch νοῦς anzugeben und ἰδιος durch φαινόμενον und die Anleitung dann auf noch zu bestimmende Weise für βάσις und ψεῦδος zu verwenden.

Dabei ist es aber nicht so, daß wir uns nur besinnen würden, um etwas zu studieren. Wir besinnen uns, um unsere übergeordnete Reflexion zu studieren, beziehungsweise (die Erfassungsdifferenz) irgendwelche(r) Eindrücke. Wir hoffen auf diese Weise Erscheinungsweisen zu finden, welche uns zuvor noch nicht bewußt waren.

Aber wenn wir einen wahrgenommenen Gegenstand studieren wollen, so verwirklichen wir dazu eine bestimmte Muskelanspannung, um zu sehen, wie er sich unter dieser verhält. Das ist die ganze Physik. Also, um ein Beispiel zu bringen, wenn ich etwa einen Flummi in meiner Hand halte und dann die Anspannung meiner Muskeln verwirkliche, welche den Flummi fallen läßt, so gewinne ich die Erkenntnis, daß der vorher lediglich als nicht sonderlich schwere Kugel wahrgenommene Flummi springt.

Heureka! Er springt!

(Und wie er springt! Das ist ja kaum zu glauben... Also wenn ich ihn jetzt dagegen werfe... Aua!)

So gewinnen wir also Aufschluß über die Welt und unseren Geist.

Im Falle der Verwirklichung stoßen wir dabei allerdings auf ein Problem. Ich sehe den Flummi ja die ganze Zeit. Also nicht mehr, wenn ich ihn gegen die Wand geworfen habe, aber vorher, wenn ich ihn nur fallen gelassen habe. Es ist also eine Wahrnehmung ihn zu halten und ihn fallen zu lassen. Und parallel zu ihr verwirkliche ich. Aber dadurch wird die eine Wahrnehmung zerlegbar in zwei Teile. Da ist einmal das nur Wahrgenommene, und dann ist da das sich durch die Verwirklichung Zeigende. Und dieses beginnt zunächst ganz unspektakulär, bis der Flummi dann den Boden erreicht.

Und auch bei der Besinnung möchte ich davon sprechen, daß sich etwas zeigt, selbst wenn es dort kein Kontinuum gibt, welches geschieden werden müßte. Sich Zeigen ist schlicht die adäquate Erfassung angeleiteter Eindrücke, sie zeigen sich, Punkt.

Aber zurück zu unseren Gepflogenheiten. Es handelt sich bei ihnen um Auszeichnungen von Taten, ohne daß ich diese an dieser Stelle formal behandeln möchte, und wenn wir diese Auszeichnungen durch übergeordnete Besinnung verwirklichen, so zeigt sich allerlei.

Und genau das studieren wir, bei unseren Gepflogenheiten. Nicht aber bei unseren Gewohnheiten.

Ich hatte beispielsweise gestern abend meinem Spatzieren Gehen anfangs eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Also daß diese Unrast, in einem Haus eingesperrt zu sein, weil draußen die Sonne senkt (mein orthographisches Vermögen, beispielsweise), endlich von mir abfiele.

Aber das war natürlich selten blöd. Wenn ich aus einem Haus gehe, gehe ich aus einem Haus. Das wurde dann aber langsam besser und schließlich erkannte ich, daß die Gepflogenheit, um welche es mir eigentlich ging, darin besteht, mich durch das Schreiten auf das sich Zeigende einzustimmen, mir eine Metapher für das Studium der übergeordneten Reflexion an die Hand zu geben, wie auch dort, durch den Schritt in der Richtung der Untersuchung, sich das Gesuchte zeigt, konkret etwa durch dialektische Besinnung.

Diese Gepflogenheit ist Teil meiner Haltung. Da haben Sie ein konkretes Beispiel im Detail.

Und jetzt zu den Erwartungen im uneigentlichen Sinne.

Wenn ich ein Studienobjekt studiert habe, wie hier beispielsweise meine Gepflogenheit spatzieren zu gehen und als Teil derselben den Unterschied zwischen Gepflogenheiten und Gewohnheiten, wenn nicht gar die dialektische Besinnung an sich, so muß ich ja auf irgendeine Weise festhalten, was sich am Studienobjekt zeigt. Und genau das sind meine Erwartungen im uneigentlichen Sinne, Auszeichnungen dessen, was sich am Studienobjekt (so schlecht ist's mit τόπος nicht benannt) für wahr gehaltener Weise zeigt.

Ich bin mit dieser Betrachtung ziemlich weit vom Vornehmen abgekommen, welches sowohl für unsere Haltung als auch für unsere Erwartungen eine zentrale Rolle spielen sollte, aber durch die vorherige implizite Verquickung habe ich mir keinen Gefallen getan, und die hiesige Ausbreitung sollte den weiteren Weg erleichtern.

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22. Mai 2014

Auszeichnungen von Themen und Thematisierungen

Bescheidenes Thema heute, aber ohne Butter bi de Fische eier ich ja doch nur 'rum.

Ein Thema heiße ausgezeichnet, wenn es entweder angegeben ist oder wenn es in einem angegebenen phänomenalbezüglichen Verhältnis zu einem angegebenen Thema steht.

Liste der phänomenalbezüglichen Verhältnisse.
    • α (ἀντίποδες) antipodische Erscheinung
    • α (ἀντίποδες) antipodische Erscheinung
    • ο (ὅλο) enthaltende Erscheinung
    • λ (λόγος) enthaltener Eindruck (synonym für Phänomen)
Offensichtlich können diese Verhältnisse zwischen mehr als zwei Phänomenen bestehen, so sind sowohl Erscheinendes und Erscheinungsweise in der Erscheinung enthalten und ein Erscheinendes mag auf mehrere Weisen erscheinen und eine Erscheinung kann zu mehreren anderen Erscheinungen antipodisch sein.

In diesen Fällen ist die Auszeichnung eines Themas durch einen Ausdruck der Form
  • α/ο/λ(a), gedacht als Erscheinungen [a, α/λ/ο],
für eine antipodische / enthaltende Erscheinung / einen enthaltenen Eindruck nicht eindeutig. Sie kann aber dadurch spezifiziert werden, daß mehrere antipodische Erscheinungen / enthaltene Eindrücke / enthaltende Erscheinungen angegeben werden.

Wenn etwa ein Gegenstand b ausgezeichnet werden soll, welcher mir näher als c liegt, aber weiter entfernt von mir als a ist, so ist die kanonische Auszeichnung wie folgt gegeben (halbformal).
  • λ12([a, näher])), λ13([c, weiter]))
Der Index dient hier wie stets dazu anzuzeigen, ob zwei Ausdrücke dasselbe Verhältnis beschreiben oder nicht.

Wenn wir also ein Thema auszeichnen wollen, können wir es in dieser Form tun. Aber was tun wir, wenn wir einen Geisteszustand auszeichnen wollen?

Zunächst einmal sollten wir bemerken, daß wir in dem Falle stets annehmen können, eine Thematisierung ausgezeichnet zu haben, denn schließlich muß den in der Auszeichnung auftretenden Themen ja irgendetwas entsprechen. Probleme bekämen wir damit nur, falls wir auschließlich an den Verhältnissen interessiert wären, welche in der übergeordneten Reflexion gegeben sind. Das ist aber so gut wie nie der Fall, und wo es der Fall ist, ist eine Formalisierung, zumindest für's erste, sinnlos.

Dann sollten wir bedenken, daß wir angeben müssen, durch welche Wahrnehmung (im weiteren Sinne) ein Thema gegeben ist, und für den Fall, daß es sich um eine Erscheinung handelt, darüberhinaus, durch welche Wahrnehmungen (im weiteren Sinne) diejenigen Eindrücke gegeben sind, welche in ihr enthalten sind.

Erscheinungsweisen entspringen dabei dem Empfinden der Betroffenheit des eigenen Denkens, also der übergeordneten Reflexion.

Da die Dauer wichtig sein könnte, unsere Gefühle hingegen einstweilen nicht, liegt es nahe, das Begriffspaar ν, φ wie folgt zu erweitern, um Wahrnehmungen (im weiteren Sinne) zu formalisieren.
  • ν (νοῦς) Wahrnehmungsvermögen
  • φ (φαινόμενον) Eindruck
  • χ (χρόνος) Dauer
Und damit ist auch das übergeordnete Reflexionsvermögen formalisiert, nämlich durch
  • Δν,φ,χ.
Eine Thematisierung wird nun dadurch ausgezeichnet, daß die Erscheinenden in diesem Verhältnis als Themen ausgezeichnet werden und diese Auszeichnung stellvertretend für sie in Erscheinungsform angegeben werden.

Für die Auszeichnung der Thematisierung im obigen Beispiel ergibt sich also
  • visuell, ν4], [a, φ4], [λ12([a, näher])), λ13([c, weiter])), φ4], [c, φ4],
  • ν,φ,χ, ν5], [näher, φ5], [weiter, φ5],
  • näher,weiter, ν6], [[a, näher], φ6], [α2([a, näher], φ6],
  • näher,weiter, ν7], [α3([c, weiter], φ7], [[c, weiter], φ7]
wobei jede Thematisierung ausgezeichnet heiße, deren Reflexion schließlich sämtliche angegebenen Verhältnisse enthält.

Die angegebene Auszeichnung ist nicht minimal, aber es handelt sich ja auch um ein Lehrbeispiel.

Formal erscheint die Wahrnehmung von näher und weiter durch Δν,φ,χ alles andere als plausibel, aber sie stimmt inhaltlich. Wie gesagt, Δν,φ,χ ist lediglich eine einstweilen sinnvoll scheinende Formalisierung des übergeordneten Reflexionsvermögens, dessen Leistung darin besteht, uns in ein Verhältnis zur Welt zu setzen, indem das (im weiteren Sinne) Wahrgenommene in Bezug auf unser Wahrnehmen (im weiteren Sinne) gesetzt wird, und zu letzterem gehört jede subjektive Empfindung, welche sich auf dieses Wahrgenommene bezieht, wie eben die eigene Verantwortung für es auf die entsprechende Weise oder die Dauer seines Wahrnehmens oder auch durch die eigene Betroffenheit durch eine Erscheinungsweise, welche die Reflexion des Wahrgenommenen in einem erregt. Und just diese Betroffenheit formt mit ihrem Thema einen synthetischen Eindruck.

Reflexionen schöpfen also aus der übergeordneten Reflexion Erscheinungen ab und halten sie als erscheinend fest. Sie reflektieren dabei das in der übergeordneten Reflexion Liegende, das in ihr Liegen wird durch die übergeordnete Reflexion selbst reflektiert.

Und genau das geschieht in der zweiten Zeile des vorstehenden Lehrbeispiels. Der Fall ist nur in sofern ungewöhlich, als daß das in der übergeordneten Reflexion Liegende normalerweise Teil einer Wahrnehmung (im weiteren Sinne) ist, welche wir auf eine bestimmte Weise zu verantworten glauben und welche wir als andauernd empfinden, was indes von der Form der Betroffenheit durch eine Erscheinungsweise beides nicht gilt.

Wenn beispielsweise mein Farbempfinden von einer Farbe affiziert wird (bei den relativen Erscheinungsweisen verhält es sich nicht anders), so ist diese Affektion, in welcher das Verhältnis, ein Phänomen zu sein, begründet liegt, nicht etwas, dessen Vorhandensein ich erzeugt hätte, sie ist vielmehr etwas, dessen Vorhandensein mir bewußt wurde, das heißt etwas, über dessen Vorhanden- oder Nichtvorhandensein ich rückblickend keine Aussage treffen kann.

Einzig über das Vorhandensein dieser Reflexion selbst kann ich Aussagen treffen. Genauer gesagt auch nicht über ihr Vorhandensein, sondern über das Vorhandensein derjenigen Reflexion, welche sie überhaupt erst ermöglichte.

Denn ist ja so, daß ich nur dann bemerken kann, daß eine Farbe mein Farbempfinden affiziert, wenn sie es affiziert, und auch nur dann, wenn ich die Erscheinung einer Fläche durch diese Farbe thematisiert habe. Und genau von dieser Reflexion, daß die Fläche durch die Farbe erscheint, weiß ich, wann ich sie verantwortet habe.

Entsprechend verhält es sich bei der zweiten Zeile des Lehrbeispiels. Erst nachdem ich das Erscheinen als näher und weiter thematisiert habe, kann ich erkennen, daß näher und weiter Teil der übergeordneten Reflexion sind. Wann sie das sind, weiß ich nicht, jedenfalls nicht genau, ich habe lediglich Grund zu erwarten, daß sie es zumindest so lange sind, wie ich das Erscheinen als näher und weiter thematisiere.

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn Δν,φ,χ sich selbst reflektiert und keine Wahrnehmung (im weiteren Sinne) in sich, so ist Δν,φ,χ als Δν,φ,χ schlecht bezeichnet, da die angegebenen Erscheinungsweisen dann gar nicht Teil der Erscheinung sind. Genauer gesagt fehlt χ. Es ist also besser, die zweite Zeile des Lehrbeispiels wie folgt zu berichtigen.
  • ν,φ, ν5], [näher, φ5], [weiter, φ5],
Das Nämliche gilt für unsere Gefühle und auch für unsere Erwartungen im eigentlichen Sinne. Auch über deren Zustandekommen stellen wir nur Vermutungen auf, erwarten (im uneigentlichen Sinne) wir bestimmte Gesetzmäßigkeiten.

Ich hoffe, daß ich mich nach diesen technischen Klarstellungen als nächstes just diesen Erwartungen im uneigentlichen Sinne widmen kann.

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21. Mai 2014

Von Ursprung und Ziel der Erwartungen im eigentlichen Sinne

Bleiben wir zunächst einmal bei unserem im Raum Sein. Wie kommt es, daß wir in ihm Geisteszustände erwarten, zu welchen wir uns aufgefordert fühlen?

Bei den räumlichen Gegenständen ist der Grund ihrer Erwartung übrigens ähnlich, aber etwas verschleierter. Um es kurz zu sagen: Jene erwarten wir, weil wir ihre Präsenz für wichtig halten. Ich werde also eher erwarten, den Notausgang zu finden oder eine Faust, welche meinem Gesicht gefährlich nahe kommt, als einen Wassertropfen auf dem Boden neben einem Schwimmbad. Unmöglich ist aber auch dessen Erwartung nicht.

Der Grund für die Erwartung von Geisteszuständen läßt sich hingegen in größerem Detail angeben. Diese Erklärung beruht indes auf einem Phänomen, welches ich zuvor selbst erst noch in größerem Detail angeben muß.

Wir nehmen nämlich zu allen Geisteszuständen in unserer übergeordneten Reflexion möglicherweise noch etwas wahr, und zwar unser Gefühl ihnen gegenüber.

Der Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Erinnerung, Vorstellung, Verwirklichung, Entsinnung und Ausmalung einerseits und den Gefühlen der Lust, also Begehren, Aufbegehren, Schmerz, Übelkeit, Gereiztheit, Schwindel, Desorientierung, Verwirrung, Hunger, Durst, Müdigkeit, Nervösität und Dumpfheit andererseits liegt erfreulicherweise auf der Hand.

Falls nicht, experimentieren Sie mit Vodka und Pfefferkuchen (mit viel Zuckerguß). Zucker zur Ethanolunterdrückung sozusagen. Was ich sagen will, all diese Gefühle lassen sich ausschalten, wenn Sie auf die genannten Geisteszustände verzichten. Und ja, Ethanol zerstört die Fähigkeit zu ihnen und Zucker fördert die Fähigkeit, nur im Raum zu sein. (Vielleicht ein Hinweis auf Diabetes? Wer weiß... Ein Zuckerschock ist jedenfalls immer wieder was tolles. Man könnte es Zeus-Syndrom nennen. Kindern immer Süßigkeiten vorm Schlafengehen geben!)

Gut, was die Gefühle der Achtung angeht, Neugierde, Kühnheit, Ärger, Schrecken und Angst, sie betreffen - und lenken - die Thematisierung.

Und bei den Gefühlen der Sorge sind es die Urteile, welche die Reflexion betreffen, also Genuß, Trauer, Not, Liebe, Haß, Demut, Erhabenheit, Gunst, Mißgunst und Skepsis.

Die Lage ist hier unerfreulicherweise etwas kompliziert, insbesondere was die Not angeht, sind die Verhältnisse verzwickt.

Mich deucht es besser, das vielleicht zunächst zu übergehen. Dies allerdings müssen wir festhalten, daß diese Gefühle der Sorge für die Frage, wodurch unsere Erwartungen zu etwas aufgefordert zu sein entstehen, irrelevant sind. Relevant dafür sind die Gefühle der Vorsätze, also Zuversicht, Reue, Verzweiflung, Sehnsucht, Zorn, Ehrfurcht, Überheblichkeit, Mitleid, Neid und Zweifel.

Den einen Fall, wie gesagt, übergehen wir einstweilen, die Verzweiflung sei also im folgenden zunächst ausgeschlossen.

Die Gefühle, welche wir also in dieser Situation eingeschlossen haben, entzünden sich an Geisteszuständen und indem sie das tun, machen sie uns unsere emotionalen Anliegen bewußt, was in dem Falle, daß der entsprechende Geisteszustand in der übergeordneten Reflexion vorgestellt wird, zu einer Erwartung just dieses Geisteszustandes führt.

Genauer gesagt beobachten wir da einen Zusammehang, welcher sich verläßlich einstellt. Direkte Einsichten von diesen Dingen haben wir ja wie gesagt nicht.

Diese Erwartungen können indes negativ sein, wie in Anbetracht der Gefühle Schmerz oder Reue ja auch nicht anders zu erwarten.

Wozu aber erwarten wir Negatives? Wozu sollte ich erwarten, daß ich mich schuldig machen werde, wenn ich das werden lasse, was ich bereue?

Mich davon abhalten, etwas zu tun, was ich dann bereue, tut es ja scheinbar nicht, denn sonst würde ich ja nichts bereuen.

Nun, es ist eine technische Geschichte, so wie wir etwas werden lassen brauchen wir negative Erwartungen, um das Unerfreuliche nicht wieder und wieder zu tun. Denn damit verhält es sich so. Wir erwägen alle unsere Erwartungen, gleich ob ihnen vorgestellte Geisteszustände korrespondieren oder nicht, und fragen also unseren Willen um Einverständnis, indem wir ihm alles ihm Zusagende und Widerstrebende vorlegen, daraus etwas werden zu lassen, wobei wir offensichtlich darauf vertrauen, daß ihm die Konsequenzen aus einer solchen Wahl bekannt sind.

Und aus Erfahrung wissen wir wiederum, daß die Vorlage von negativen Erwartungen seine diesbezügliche Kenntnis verbessert.

Wir sind also weitgehend unverantwortlich für das, was wir im eigentlichen Sinne erwarten. Es handelt sich stets um das Anspringen eines Gefühls auf eine Vorstellung.

Nur bei der Verzweiflung ist es anders. Sie springt nicht auf eine Vorstellung eines Geisteszustandes an, sondern auf unser im Raum Sein.

Zu diesem bildet sie eine Erwartung, eine negative Erwartung, nämlich die unserer Ausgeliefertheit. Nur daß diese nur eine Seite der Medaille ist. Die andere ist der Bruch der Suche nach unserem Vorteil, das Ausklinken aus unserer tierischen Bestimmtheit, die Aufgabe dessen, was uns zu einem solchen, wie wir sind, macht, wie ich es im Beitrag Transzendenz im Detail beschrieb. Und auch diese Erwartung können wir werden lassen, selbst wenn unserer Natur die Ausgeliefertheit widerstrebt.

Diese Ausgeliefertheit wird dabei allerdings erst dann empfunden, wenn wir die blinde Erwartung, welche uns die Verzweiflung an die Hand gab, werden gelassen haben, was in sofern eine singuläre Sache ist, als wir dabei von einem nur im Raum Sein gleich in das nächste nur im Raum Sein übergehen.

Ausgeliefertheit in diesem Sinne kann nicht einem anderen Wesen gegenüber empfunden werden, sondern nur Gott gegenüber: It's not an easy thing to meet your maker.

Es ist dabei übrigens gänzlich unmöglich sich auszuliefern, wenn man nicht verzweifelt ist. Wir wissen nichts von jener Erwartung, außer daß sie von der Verzweiflung gegeben wird und in ein Gefühl der Ausgeliefertheit mündet. Alles weitere ist das Ergebnis langwierigen Philosophierens. Auch erfordert sie, daß man daran unschuldig ist, woran man verzweifelt, weil ansonsten die eigene Natur ihrer eigenen Aufhebung im Wege steht. Ich sage das als Kommentar zu Schopenhauers Bemerkungen zum Freitod. Ich kann auch aus eigener Erfahrung bestätigen, daß der Wunsch, sein Leben zu enden, immer auch bedeutet, daß man noch an etwas glaubt und nicht verzweifelt ist, schließlich weiß der Selbstmörder stets wozu. Es ist mehr, die Welt an sich aufzugeben als für sich selbst.

Das hört sich monströs an, und das ist es auch. Aber die Abwesenheit von Glauben dauert immer nur einen Augenblick. Es ist dabei aber nach den unterschiedlichen Teilen der Seele und den zugehörigen Suchen zu unterscheiden. Nur weil man oben etwas gefunden hat, hat man unten noch lange nichts gefunden. Es gilt nur umgekehrt. Wer unten etwas findet, der hat auch oben bereits gefunden, weshalb der Zykel des Glaubens so voranschreitet, wie er voranschreitet.

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Nimm zwei

Auch ein blindes Huhn... Nein, streichen Sie das, es sind ja zwei.



Zur besseren Unterscheidung, schwul:



Nicht schwul:



Kann man glauben, daß der Mann die Musik zu Heidi gemacht hat. In meiner Liste der größten Hamburger gleich nach Tom Sietas.



Könnte man beliebig fortsetzen. Mein Bedürfnis nach Auflockerung ist aber für's erste befriedigt.

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20. Mai 2014

Erwartungen im eigentlichen Sinne, übergeordnete Reflexion und im Raum Sein

Ich möchte in diesem Beitrag das Wesen der übergeordneten Reflexion genauer betrachten.

Wie gesagt nehmen wir in ihr wahr, daß wir für einen bestimmten Geisteszustand durch eine bestimmte Anstrengung verantwortlich sind. Auch nehmen wir die Dauer von Geisteszuständen in ihr wahr.

Aber es besteht auch die Möglichkeit, daß unser Geisteszustand sozusagen leer ist, daß wir noch nicht einmal einen Geisteszustand erinnern oder vorstellen, wobei es bei der Erinnerung durchaus einen Unterschied macht, ob wir etwas als bloßes Thema erinnern, oder ob wir uns verschiedene Handlungsschritte vor Augen führen, um eine Beobachtung über das Vogelzwitschern, welche ich heute morgen gemacht habe, nicht zu vergessen. Der Vogelgesang wird nämlich wahrgenommen und als solcher Eindruck erinnert, aber wenn wir versuchen, ihn pfeifend zu imitieren, übersetzen wir ihn in eine Handlungsabfolge, vergleichbar einem Rhythmus.

Doch zurück zum sozusagen leeren Geisteszustand. Ganz leer ist er nämlich nicht, er wird vielmehr von unseren Erwartungen ausgefüllt, allerdings in der vagesten Form, also als dies, das und jenes, welche allesamt entweder Geisteszustände oder räumliche Gegenstände, welche wir zu finden erwarten, vertreten, wobei in letzterem Falle eine Vorstellung ihrer ungefähren relativen Lage zu einem selbst vorhanden sein mag, sonst aber keinerlei Vorstellungen vorhanden sind. Daß dies, das und jenes tatsächlich Erwartungen sind, entspringt keiner direkten Einsicht, sondern ergibt sich nach einigem Studium des eigenen Gefühls, etwas erwartet zu haben.

Es ist nämlich so, daß wir, wenn wir die Augen schließen, und uns fragen, wo wir eigentlich gerade sind, sozusagen vor dem Hintergrund allen möglichen Daseins, auf eine innere Anspannung stoßen, welche die Anwesenheit all dessen reflektiert, um was wir uns kümmern müssen.

Je weniger dort erscheint, desto besser, Unübersichtlichkeit ist Streß.

Nun gut, in dem Sinne erwarten wir also. In unserer übergeordneten Reflexion liegen Ansatzpunkte zu Geisteszuständen, wie Wege, welche aus der Wüste führen. Wir warten darauf, einen räumlichen Gegenstand wiederzufinden, oder in einen Geisteszustand einzutreten, zu welchem wir uns aufgefordert fühlen - beispielsweise durch eine im Raum stehende Frage. Aber es sind lediglich abstrakte Punkte, allenfalls um eine Lage bereichert.

Dies ist unser eigentliches im Raum Sein, die übergeordnete Reflexion ist die Quelle aller Ich-bezogenen Verhältnisse im engeren Sinne. Aber es gibt selbstverständlich auch andere Ich-bezogene Verhältnisse, wenn ich meinen Körper nämlich wie jeden anderen Körper betrachte, und es gibt auch andere Erwartungen, wie zum Beispiel die Erwartung, daß eine Besinnung zu dem durch sie Bestimmten führt oder die Erwartung, daß alle großen Dinge zugleich blau seien, was bei geeigneter Definition von groß sogar stimmen würde (der Himmel, der Ozean).

In beiden Fällen kann keine Erwartung im obigen Sinne vorliegen, denn es gibt in beiden Fällen nichts zu warten. Wenn ich weiß, daß etwas groß ist, dann weiß ich auch schon, daß es blau ist, und wenn ich weiß, daß ich mich besinne, dann sehe ich bereits ein.

Übrigens, weil ich dies im letzten Beitrag zu erwähnen vergaß, eine Besinnung ist nicht ohne dasjenige möglich, welches ihre Gegenstände liefert (Wahrnehmung, Erinnerung, Vorstellung oder Verwirklichung, Entsinnung, Ausmalung), diese geschehen also stets zugleich als erster Schritt der vier Besinnungsphasen. Und die Dauer eines Geisteszustandes wird nicht erst wahrgenommen, wenn er um ist, sondern fortwährend - anderfalls wäre es auch schwer, den Takt zu halten. Jedenfalls ist das unser Eindruck.

Die übergeordnete Besinnung hat ihre Gegenstände hingegen immer schon, und läßt sie schlicht werden, was auch für die erwähnten Ansatzpunkte gilt, wobei wir in ihrem Falle wie bereits gesagt entweder das von uns selbst Erwartete tun oder einen räumlichen Gegenstand suchen - was heißt wahrnehmen, um ihn zu thematisieren.

Die Verwirklichung ist ähnlich, aber ihr fehlt die Ich-Bezogenheit, und es gibt auch einen Bereich, in welchem die Unterschiede zwischen übergeordneter Besinnung und Verwirklichung sehr deutlich werden, nämlich in der Meditation.

Dieses Aufbauen von Energie in der Wirbelsäule ist Verwirklichung. Jedes sich in einem bestimmten Geisteszustand Halten hingegen übergeordnete Besinnung. Es liegt nahe, den Unterschied im Nervensystem zu suchen.

Die Frage, wodurch wir unsere Erwartungen gestalten können, verschiebe ich auf später. Ich habe mich letztes Wochenende sehr gequält. Es war vielleicht nötig, aber mein Körper schmerzt immernoch.

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19. Mai 2014

Besinnung, Themenwechsel und übergeordnete Reflexion

Neben der Reflexion dessen, was wir thematisieren, gibt es, notwendigerweise offenbar, die Reflexion unserer Geisteszustände, also daß ich beispielsweise weiß, daß ich wahrnehme.

In dieser Reflexion erscheinen unsere Geisteszustände
  1. als durch einen der fünf (beziehungsweise sieben) Akte hervorgegangen,
  2. von etwaigen Themen ausgehend,
  3. eine gewisse Dauer besitzend und
  4. im Falle der Thematisierung von räumlichen Gegenständen eine gewisse relative Lage zu einander besitzend.
Die letzten beiden Phänomene sprach ich schon im vorigen Beitrag an. Der Witz dieser Reflexion ist, daß sie sowohl wiederum erinnert und vorgestellt werden kann. Ein gutes Beispiel dafür ist durch einen Rhythmus gegeben.

Die Erinnung und Vorstellung überdeckt in ihrem Fall aber nicht die Wahrnehmung dieser Reflexion, sondern besteht parallel zu ihr und erlaubt auf diese Weise ihre Anleitung, also die übergeordnete Besinnung.

Im Falle des Rhythmus' ist dies trivial, wir verwirklichen stets die Regung, welche wir uns gerade übergeordnet vorstellen, gemäß den vorgestellten Dauern der Wahrnehmungen, bis wir durch die übergeordnete Vorstellung durch sind und bei Belieben die übergeordnete Besinnung wiederholen.

Es gibt allerdings auch kompliziertere Fälle beim Suchen einer Reflexion.

Allgemein zu Besinnungen.

Eine Besinnung wird stets durch die Erscheinungen angeleitet, welche in einer Reflexion erscheinen sollen.

Dies ist die Umkehrung des Falles, daß wir etwas reflektieren und dann einige Erscheinungen thematisieren.

Allerdings, wir müssen ja noch mehr umkehren, das heißt, zu den ursprünglichen Themen zurückkehren, welche wir reflektiert hatten.

Und nachdem wir uns diesbezüglich einige Gedanken über Sinn und Zweck der Umkehrung gemacht haben, gelangen wir zu der Überzeugung, daß auf jede nicht übergeordnete umkehrende Besinnung ein Themenwechsel folgen muß, und zwar derart, daß wir jene Erscheinungen thematisieren, welche die Antipoden der anleitenden Erscheinungen sind, also wenn beispielsweise etwas anleitend größer erscheint, dann zu den Erscheinungen von etwas als kleiner wechseln.

Diese Kombination aus Besinnung und Themenwechsel nennen wir antipodische Besinnung. Es folgen aber stets zwei antipodische Besinnungen auf einander, denn die antipodische Erscheinung interessiert uns ja nicht als ganzes.

Wir fügen also eine antipodische Besinnung an, welche, neben möglicherweise zusätzlich nötigen Erscheinungen, durch die Erscheinung der antipodischen Erscheinungen als, möglicherweise dasselbe, Enthaltendes angeleitet wird, wobei wir im Falle der Identität des Enthaltenen denselben Index für die Erscheinungsweise des Enthaltens verwenden.

Ich werde das später technisch ausführen. Wichtig hier ist nur, daß jede nicht übergeordnete umkehrende Besinnung in diese vier Phasen zerfällt:
  1. Besinnug auf das Verhältnis
  2. Themenwechsel auf die antipodischen Erscheinungen
  3. Besinnung auf das Enthaltenheitsverhältnis
  4. Themenwechsel auf das Enthaltene
Diese mögen sich nun wiederum mehrfach wiederholen, und schließlich mag sich eine Verwirklichung, Entsinnung oder Ausmalung anschließen (auch eine Ausmalung in der Reflexion).

Und all diese Schritte werden als Geisteszustände in einer übergeordneten Reflexion vorgestellt, auf welche wir uns wiederum besinnen, um die Schritte auch auszuführen.

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18. Mai 2014

Spontane und angeleitete Geisteszustände

Um nicht ständig wieder in Verwirrung zu verfallen, gehe ich die Frage nach unserem Denken nun einmal von der allgemeinen Seite her an, indem ich frage, was einzig je in unserem Bewußtsein ist.

Dabei gründe ich mich auf die Beobachtung, daß wir stets wissen, wodurch wir zu diesem gekommen sind, also in der Sprache der vorherigen Beiträge die Kenntnis von μέθοδος, sowie gegebenenfalls, wovon wir ausgangen sind.

Beginnen wir mit den spontanen Geisteszuständen.

Es gibt drei Grundzustände, diese sind
  1. Wahrnehmung,
  2. Erinnerung,
  3. Vorstellung.
Über diese selbst können wir uns aber nicht verständigen. Es gibt keine Einsicht, welche sich auf sie bezieht, außer, daß sie ihrer Art nach verschieden und das Ergebnis von Wahrnehmen, Erinnern und Vorstellen sind, sowie, daß die Folgezustände aus ihnen hervorgehen.

Wahrnehmung und Erinnerung vertragen sich nicht, Wahrnehmung und Vorstellung können hingegen koexistieren. Der Zustand ist dann ein wahrgenommen vorgestellter. Allerdings kann in dem Fall ein Folgezustand immer nur entweder aus der Wahrnehmung oder der Vorstellung hervorgehen.

Es liegt in Anbetracht dieser Lage nahe, die Grundzustände nicht zu formalisieren, sondern ihren Entstehungsakt als ein Attribut ihrer unmittelbaren Folgezustände festzuhalten, und wie wir gleich sehen werden, sind wir sowieso zu etwas logisch Äquivalentem gezwungen.

Es gibt zwei Arten von Folgestellen, die geraden und die ungeraden, und ihnen entsprechen zwei Folgezustände, nämlich
  1. Thematisierung und
  2. Reflexion.
Ich habe die Thematisierung bisher Erfassung genannt, die jetzige Bezeichnung ist aber besser. Eine Thematisierung wurzelt entweder in einem Grundzustand oder in einer Reflexion. Eine Reflexion wurzelt stets in einer Thematisierung, zu deren Themen sie ein Verhältnis sucht, in welchem sie stehen. Damit sind beide freilich nicht gänzlich spontan, insofern sie beide auf ihre Grundlage Bezug nehmen, aber der Akt dieses Bezugnehmens ist spontan.

Verhältnisse selbst lassen sich nicht reflektieren. Weitere Einsichten beziehen sich immer auf die einzelnen relativen Erscheinungen eines Verhältnisses. Entsprechend formalisieren wir die Verhältnisse selbst auch nicht.

Allgemeiner handelt es sich bei der Reflexion auch um eine Art Wahrnehmung, sozusagen eine optionale Wahrnehmung. Dies ist insofern wichtig, als daß Erinnerungen und Vorstellungen unsere Wahrnehmungen überdecken, die Erinnerungen vollständig, die Vorstellungen partiell. Es ist also möglich, daß Erinnerungen und Vorstellungen auch unsere Reflexion überdecken, anders ausgedrückt, daß wir uns an ein Verhältnis erinnern oder es uns vorstellen.

Wir sind also gezwungen folgende Zustände zu unterscheiden.
2 a. wahrgenommene Reflexion
2 b. erinnerte Reflexion
2 c. vorgestellte Reflexion
Wahrgenommene und vorgestellte Reflexion können dabei auf allen Grundzuständen aufsetzen, jeweils nach einer Thematisierung, erinnerte Reflexionen sind hingegen notwendig auf einzelne Erscheinungen beschränkt und setzen direkt auf Erinnerungen auf.

Der Grund dafür ist, daß Thematisierungen weder erinnert, noch vorgestellt werden können. Jede Thematisierung ist gegenwärtig. Allerdings gilt folgendes für die Bildung unserer Erinnerungen, wodurch ein Thematisierungsersatz entsteht.

Wenn wir einfach nur wahrnehmen, ohne etwas zu thematisieren, so werden wir uns später an sehr vieles erinnern können, welches wir dabei wahrgenommen haben. Wenn wir hingegen etwas thematisieren, so wird dieser Gegenstand, welchen wir als solchen in unserer Wahrnehmung thematisieren, selbst zu einer Erinnerung. Diese Erinnerung unterscheidet sich indes hinreichend von den übrigen, um später schlußfolgern zu können, daß es sich um ein Thema gehandelt haben muß. Und so ein Gegenstand kann natürlich auch auf eine relative Weise erscheinen, und auch daran können wir uns erinnern, allerdings reicht diese Erinnerung nicht über diesen Gegenstand hinaus, soweit es die ihn begründende Wahrnehmung angeht.

Wir reden in solchen Fällen von Eindrücken, üblicherweise starken Eindrücken.

Allerdings gibt es diesbezüglich noch einen Spezialfall. Falls ein Gegenstand thematisiert wird, dann gleich wieder wahrgenommen und ein neuer thematisiert und so weiter, so bildet sich in unserer Erinnerung eine abstrakte Sequenz der Gegenstände, in welcher deren relative Lage zu einander und die Dauer zwischen den Thematisierungen erhalten bleibt, sonst aber nichts.

Es handelt sich wahrscheinlich um einen Mechanismus zur Geschwindigkeitserfassung, aber er ist auch beim Zählen nützlich.

Und um das Thema Erinnerung zu erschöpfen, wenn wir uns an einen vorgestellten Gegenstand erinnern, so wissen wir aus irgendwelchen Gründen zwar, daß es ein vorgestellter Gegenstand ist, aber in unserer Erinnerung ist er zunächst nicht anders als die wahrgenommenen Gegenstände gegeben.

Und um dies letzte explizit zu sagen, Erinnerungen können nicht von Vorstellungen überdeckt werden, allerdings können ihre angeleiteten Pendants auf diesen aufbauen.

Zu den angeleiteten Geisteszuständen.

Im Gegensatz zu den spontanen Geisteszuständen gibt es hier Themen, welche das, was bewußt werden soll, anleiten.

Diese Themen können die Pendants der Wahrnehmungen, Erinnerungen, Vorstellungen und Reflexionen direkt und indirekt über auf ihnen aufsetzenden Erscheinungen betreffen. Das Pendant der Thematisierungen hingegen läßt sich nur dann anleiten, wenn Erscheinungen thematisiert wurden, in welchem Fall die anleitenden Themen Erscheinungen dieser Erscheinung sein müssen.

Anders ausgedrückt folgen die angeleiteten Geisteszustände in umgekehrter Reihenfolge auf einander. Die vorgegebenen Themen werden schrittweise nach unten durchgereicht. Zunächst werden etwaige Reflexionen angeleitet und die Themen entsprechend angepaßt, und schließlich werden die Grundzustände angeleitet.

Die Grundzustände.
  1. Verwirklichung
  2. Entsinnung
  3. Ausmalung
Die Vorbereitungszustände.
  1. Besinnung
  2. Themenwechsel
Zu letzteren beiden im nächsten Beitrag mehr.

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15. Mai 2014

Begriffe und Formeln

Ein Begriff besteht darin, ein Zeichen a als eine Aufforderung aufzufassen, sich auf die Auszeichnung b zu besinnen, welche wir im Rahmen der Aufforderung erwarten.
  • [a, τ], [[δ, μ], π], [[b, ἰ], π]
Die Auszeichnung b fassen wir dabei zugleich als Verweis auf dasjenige auf, welches ihr entspricht.
  • [[b, βψ], τ], [[δ, μ], τ], [b, π]
Beispiel (informal). Sei das Zeichen Bär, dann ist die Auszeichnung, auf welche zu besinnen es uns auffordert, in etwa großes, braunes, tapsiges Tier, und dies wiederum ist uns ein Verweis auf die Vorstellung eines solchen Tieres.

Anmerkung. τ und π sind Erscheinungsweisen von Auszeichnungen, und bei der Anwendung unserer Erwartungen sind diese bereits durch ihnen Entsprechendes ersetzt, wobei eine Entsprechung stets der Abschluß aller Teile der Auszeichnung in einer Einsicht ist, wohingegen βψ, μ und ἰ Erscheinungsweisen von Eindrücken sind, also im Falle von Auszeichnungen nicht von ihnen Entsprechendem, sondern von ihnen selbst, genauer gesagt all ihrer Teile.

Wenn man statt einer Auszeichnung b bei einem Zeichen a an einen Eindruck b denken wollte, so änderte sich an der obigen Formulierung nichts, b stünde schlicht für einen Eindruck. Ist aber b eine Auszeichnung der allgemeinen Form [b1, γ1j1], ..., [bn, γnjn] (das ist die allgemeine Form...), dann ist der Eindruck eines ihr Entsprechenden wie folgt gegeben.
  • j1, ..., jnγ1,..., γn, ν], [[b1, γ1j1], φ], ..., [[bn, γnjn], φ]
Das schließt auch die Anordnung von a1, ..., an unter Δγ,ε ein, denn diese entspricht der Auszeichnung
γ,ε, ν], [a1, φ], ..., [an, φ].
Begriffe sind also Aufforderungen, sich auf Auszeichnungen zu besinnen, welche unabhängig davon als Verweise aufgefaßt werden, wobei ein interessantes Phänomen auftritt, nämlich daß diese Besinnung erst durch ihre Erwartung möglich wird. Es ist sozusagen ein Glaubensakt. Weil ich erwarte, mich besinnen zu können, kann ich es auch. Daran ist allerdings nichts mysteriöses, sondern es kommt schlicht dadurch dazu, daß wir den obigen Eindruck in unsere Erwartung aufnehmen, wodurch er abgeschlossen wird und dadurch entsinnbar.

Die Fixierung in unserer Erwartungshaltung gleicht diesbezüglich den übrigen Wegen zu Wahrnehmungen (also den Nicht-Fixierungen), insofern sie eine Beziehung begründet, welche es vorher nicht gab. Bei ihr ist es die Beziehung zwischen Bedingung und Erwartung, und bei den übirgen ist es die Beziehung zwischen Ausgangspunkt, Weg und verantworteter Wahrnehmung, wie auch immer sie sich im speziellen Fall gestalten mag.

Allerdings gibt es dabei auch einen Unterschied, und damit wären wir wieder beim Russell'schen Paradox der Menge aller Mengen, welche sich nicht selbst enthalten.

Es ist völlig zulässig zu erwarten, daß diese Beziehungen entstehen werden, aber man kann sich nicht auf solche Beziehungen besinnen, bevor sie entstanden sind.

Wo wir das jetzt hinreichend beleuchtet haben, wenden wir uns den Formeln zu.

Rein syntaktisch betrachtet sind Formeln Ausdrücke der folgenden Art zuzüglich Indizes, welche anzugeben mir hier zu mühsam ist.
  • [a1, ..., an], wobei die ai folgende Form haben
  • ai oder [b1, ..., bm]
Semantisch gesehen sollten ihnen Einsichten korrespondieren, also wahre vollständige Auszeichnungen.

Eine Formel läßt sich dabei auf zwei Weisen auffassen, nämlich einmal als Formel und einmal als Einsicht.

Beginnen wir mit der Auffassung als Formel.

Die Symbole werden dabei schlicht fixiert, solange sie durch Kommata von einander getrennt sind, wobei dies nichts ist, zu was wir uns auffordern, sondern wir fassen ein Blatt Papier allenfalls als Hinweis auf möglicherweise auf diese Weise vorhandene Symbole auf, erwarten also, diese zu erfassen, und zwar eindeutig zu erfassen, wenn wir auf das Blatt Papier schauen (oder den Bildschirm).

Die eckigen Klammern allerdings sind Begriffe, deren zugehörige Auszeichnung als Verweis auf die Verantwortlichkeit für die Fixierung der fixierten Symbole verstanden wird, also wie folgt lautet
  • [λ, μ]
und der entsprechende Verweis
  • [[[λ, μ], βψ], τ], [[δ, μ], τ], [[λ, μ], π]
Dieses wiederholen wir, et voilà.

Zur Auffassung als Einsicht.

Dieses Mal müssen wir die Symbole als Begriffe der Auszeichnungen verstehen, welche sie auch immer sein mögen, uns also dazu auffordern, die erfaßten Symbole durch die entsprechenden Auszeichnungen zu ersetzen.

Stoßen wir dann auf eckige Klammern, so werden wir durch diese aufgefordert, uns auf die so erfaßte Aussage zu besinnen. (Unvollständig, um keine syntaktischen Schwierigkeiten mit [] zu bekommen:)
  • [[a1, βψ], π], ..., [[an, βψ], π], [[δ, μ], π]
Falls dieses gelingt, so war der Teil der Formel wahr, und wir machen weiter, gelingt es nicht, so handelt es sich um eine fehlerhafte Formel, und wir hören auf.

Wir machen weiter, indem wir dieses wiederholen, et de nouveau voilà.

In der Sprache sind es offensichtlich die Sätze, welche Formeln bilden. Aber wozu uns mit solch komplexen und beliebigen Gebilden befassen, wo doch alles durch ein paar griechische Buchstaben, Kommata und eckige Klammern ausgedrückt werden kann.

Nun, jedenfalls alle Sätze. Fragen sind Aufforderungen, sich auf eine Auszeichnung zu besinnen, und anschließend eine dadurch gewonnene Information mitzuteilen, wobei dies dasjenige ist, worauf das Fragewort verweist.

Behauptungen sind formal vollständige Auszeichnungen.

Und Befehle sind selbstverständlich Aufforderungen.

Gibt es sonst noch was in der Sprache?

Sieht so aus, als hätten wir alles im Griff, bleibt nur das Mobiliar.

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14. Mai 2014

Geister und Gesinnungen

Der letzte Beitrag hat mich unverhofft auf die bisher klarste Einsicht des Wesens von Geist und Gesinnung geführt, der Geist wird von dem Bereich bestimmt, in welchem wir suchen, also Erregte den materiellen Vorteil, Erwartende den sozialen und Gestimmte den aus der eigenen Verfassung entspringenden, und die Gesinnung beschreibt, wodurch wir ihn zu erlangen hoffen, nämlich entweder durch unsere Taten, unsere Haltung oder unsere Begriffe.

Daß Erregte den materiellen Vorteil stets durch Taten zu erreichen suchen und niemals durch Haltung noch Begriffe, liegt in der Natur der Sache, aber a priori klar ist es nicht, wobei... Erregten ist die Bedeutung des Auftretens schon klar, nur ist es für sie ein Schauspiel, welches sie nicht länger aufführen als es ihnen nützt. Die Erwartung, daß sie eine Situation zu etwas bestimmtem auffordert, haben sie nicht, sondern lediglich die Erwartung, daß sie klug genug sind, um sich keine Nachteile zu schaffen.

Diese Gesinnung scheint überlegen, ist es aber nicht, sie erlaubt dem Einzelnen zwar größere Freiheit bei der Suche nach dem eigenen materiellen Vorteil, aber sie beraubt ihn zugleich auch der Möglichkeit, die Auswirkungen von Haltungen und Begriffen auf die Gesellschaft zu studieren.

Und gerade deswegen wenden sich weder Erwartende, noch Gestimmte diesem Bereich zu, um ihr jeweiliges Ziel zu erreichen. Der Erwartende weiß natürlich, daß er als größtmöglicher Egoist schwerlich mit gesellschaftlicher Anerkennung rechnen kann, und wie könnte er das auch, wo doch ein gesellschaftlicher Verband erst durch verbindliche Regeln zu einem solchen wird?

Es ist also klar, daß er sich seiner Verfaßtheit zuwenden muß, um sein Ziel, die bestmögliche Alternative für seinen Lebensweg zu ergreifen, zu erreichen. Und er hat dabei wie gesagt Recht. Denn Regelbefolgung ist eine bessere Alternative, als der Gewiefteste oder Stärkste zu sein, was daran liegt, daß der Mensch gefährlicher als die Natur ist und soziale Ächtung die größte Gefahr.

Und was die Gestimmten angeht, so haben sie ja gar keine Wahl, denn sie wollen ja ihre Verfassung verbessern, und sonderlich weit kommen sie auf dem Weg durch materiellen Wohlstand nicht. Der Erwartende erkennt den Wert der eigenen Verfassung möglicherweise gar nicht, sondern sieht nur die Reaktion der Gesellschaft auf sie, bei dem Gestimmten ist sie, wie der Name schon sagt, das Seinsbestimmende.

Ich widerspreche also Maslow. Selbstverständlich muß sich jeder erst einmal um materielle und soziale Grundlagen kümmern, weil er ansonsten nicht leben kann, aber das heißt nicht, daß wenn man diese jemandem nur zukommen läßt, er sich dann für seine Verfassung zu interessieren beginnt.

Maslow spricht ausschließlich von Gestimmten, und selbst bei ihnen ist zu bedenken, daß sie ihren geistigen Horizont im notwendigen Umfang entwickeln müssen, also verstehen, was Haltung, Begriffe und Glauben sind, um ihrer Sorge um ihre Verfassung vollumfänglich nachkommen zu können.

Warum, könnte man fragen, gibt es dann aber nicht auch eine gläubige Gesinnung?

Die Antwort darauf ist, daß es sie schon gibt, aber zugleich gilt auch, daß man Gott, seinen Herren, nicht versuchen soll. Die Not sollte einen in den Glauben treiben, nicht die eigene Entscheidung.

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Transzendenz im Detail



Was ich auch geworden wäre, wenn ich meine Bestimmung nicht erlangt hätte, lastete das Gefühl ewigen Elends auf mir.
Wie ich im Beitrag Gefühle zuerst feststellte, zerfällt unser Wille in allen Seelenteilen in einen aktiven und einen passiven Teil. Der aktive treibt uns voran, der passive heischt Berücksichtigung.

Dabei ist das Wesen des mittleren Seelenteils, der Achtung, eine Suche nach einem persönlichen Vorteil, zu welcher uns die Ahnung vorantreibt, während uns die Mahnung bedenken läßt, was wir zu verlieren haben.

Wir suchen aber wiederum in allen Wahrnehmungsteilen, der zur Lust gehörigen Anschauung, der zur Achtung gehörenden Erfassung von Alternativen und der zur Sorge gehörigen Reflexion unserer Verfassung.

Schöne Orte suchen wir im ersten Fall, eine günstige soziale Stellung im zweiten und die beste Auffassung im dritten.

Unsere Haltung beruht dabei auf jenen Situationen, welche wir als Aufforderung auffassen, auf sie in bestimmter Weise zu reagieren.

Und unsere Begriffe beruhen auf jenen Auszeichnungen, welche wir als Verweis auf unsere Eindrücke auffassen.

Und unser Glauben?

Unser Glauben ist formal unserer Haltung gleich, nur verwirklichen wir in ihm nicht, sondern wir lassen etwas fallen - und genau das sind die transzendenten Akte.

Es gibt nämlich neben Erfassung, Besinnung und Verwirklichung noch dieses Fallen Lassen, und zwar das Fallen Lassen der Suche.

Lassen wir die Mahnung fallen, so handelt es sich um ein transzendentes Fortschreiten, lassen wir die Ahnung fallen, um ein transzendentes Zurücksetzen.

Im Bereich der Anschauung gilt die Mahnung körperlicher Versehrung, die Ahnung paradiesischer Aufgehobenheit.

Im Bereich der Erfassung von Alternativen gilt die Mahnung sozialer Ächtung, die Ahnung der Eingeweihtheit.

Und im Bereich der Reflexion unserer Verfassung gilt die Mahnung der Gnade der menschlichen Existenz und die Ahnung ihrer Beschränktheit.

Vergessen wir unseren körperlichen Schaden, gelingt uns das Unmögliche, vergessen wir unsere soziale Ächtung, dringen wir zu anderen durch und wenn wir die Gnade menschlicher Existenz vergessen, so eröffnet sich uns ein Weg aus ihrer Beschränktheit.

Vergessen wir hingegen unseren materiellen Vorteil, so wird uns die Herrlichkeit der Natur zu Teil, vergessen wir unseren gesellschaftlichen, finden wir überall Freunde und wenn wir den Vorteil vergessen, welchen wir uns von unserer Verfassung versprechen, erstrahlt die Größe des menschlichen Geistes.

Meistens sind es genauer gesagt Angst und Neugier, welche es fallen zu lassen gilt.

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13. Mai 2014

Handlungen und Verantwortlichkeit

Ich hoffe mein Kopf platzt nicht, bevor ich diesen Beitrag zu Ende geschrieben habe. Er fühlt sich zur Zeit so an.

Ich sprach bisher davon, daß wir Eindrücke dadurch verantworten würden, daß wir sie in unserem Verantwortungsbereich Ι wahrnehmen würden.

So sollte man es nicht anfassen. Denn erstens wissen wir, wodurch wir für einen Eindruck verantwortlich sind, und zweitens sind wir immer nur für ein Hindurch verantwortlich, soll heißen, wir halten uns dafür verantwortlich, daß wir einen Eindruck wahrnehmen, weil es uns so erscheint, daß wir auf einem selbst gewähltem Weg zu dieser Wahrnehmung gelangt sind. Hier liegt also wieder ein auf sich bezügliches Begriffspaar vor, nämlich:
  • ἰ (ἰδιος) gewählte Wahrnehmung
  • μ (μέθοδος) Weg zu ihr
Es gibt aber überhaupt nur drei Wege zu Wahrnehmungen, nämlich:
  • λπ/ε (πρό-/επίλογος) die Fixierung
  • δ (in Anlehnung an Δ) die Besinnung
  • σ (σῶμα) die Verwirklichung
Im Falle der Fixierung können wir das auch gleich benutzen und
  • [a, ἰk], [λπ/ε, μk] = [Λ, ν], [a, φ]
schreiben, womit Λ obsolet wird. Etwas schade freilich, da der graphische Bezug zu Δ verloren geht.

Besinnung und Verwirklichung besitzen hingegen beide einen Parameter, die Besinnung eine möglicherweise unvollständige Aussage und die Verwirklichung die Vorstellung einer Muskelanspannung, welche beide mit angegeben werden müssen, um den Weg zur Wahrnehmung vollständig zu erfassen.

Als Übergänge sind sich Besinnung und Verwirklichung übrigens sehr ähnlich, beide sind Versuche, welche auch mißlingen können, nur daß wir dann bei der Besinnung davon sprechen, daß etwas falsch ist oder es etwas nicht gibt, während wir bei der Verwirklichung sagen, daß etwas unmöglich ist, wozu ich allerdings bemerken muß, daß dies nur daran liegt, daß wir nicht nur vorgestellte Muskelanspannungen zu verwirklichen trachten können, sondern auch die Vorstellungen anderer Sinneseindrücke, wobei ich unseren Willen an dieser Stelle nicht genauer erklären möchte.

Und bevor ich nun zum Parameter komme, sollten wir diesen Punkt berücksichtigen. Für eine Wahrnehmung verantwortlich zu sein, heißt immer auch, erfolgreich gewesen zu sein. Und wo es Erfolg gibt, da mag es auch Mißerfolg geben. Fixierungen betrifft das nicht, weil wir keinen Anhaltspunkt dafür haben, daß oder was wir als nächstes fixieren werden, - unsere etwaigen Fixierungsmißerfolge fielen uns also gar nicht auf, - aber bei Besinnungen und Verwirklichungen haben wir einen Anhaltspunkt, nämlich ihren jeweiligen Parameter. Deshalb brauchen wir offenbar auch ein bezügliches Begriffspaar, um einen Fehlschlag zu erkennen.

Wie lösen wir diese Formalisierungsprobleme?

Ich bin geneigt, bezüglich des Parameters ein auf sich bezügliches Tripel zu erlauben, also neben ἰ und μ noch
  • β (βάσις) Ausgangspunkt des Weges
zu setzen. (Ja, ich weiß, aber ich habe so das Gefühl, daß wir Δθ,β nie wiedersehen werden.)

Aber was machen wir im Falle des Fehlschlags? Das Verantwortete gibt es dann nicht, der Weg bleibt derselbe... Wie wäre es, dann schlicht den Fuß durch einen Klumpfuß zu ersetzen, also β durch
  • ψ (ψεῦδος) Vortäuschung eines Ausgangspunktes des Weges.
Wir brauchen allerdings neben den beiden spezifischen bezüglichen Begriffen auch noch den unspezifischen.
  • βψ (ein Zeichen) ungewisser Ausgangspunkt des Weges
Übrigens, wenn der Parameter eine Aussage der Form
a1, ..., an
ist, müssen wir
  •  [a1, βkk], ..., [an, βkk]
schreiben.

Wo wir dies haben, können wir die Auffassung als Übergang und die Auffassung als Verweis in größerem Detail beschreiben.

Betrachten wir dazu den folgenden Fall (halbformal).
[[Mein Bruder, βψ], τ], [[δ, μ], τ], [[ΔFamilienbeziehungen, ν], π], [[Mein Bruder, φ], π]
Der kursive Bruder ist eine Auszeichnung, genauer gesagt [Ich, Bruder], und der andere der Leibhaftige, ich meine, der leibhaftige, das heißt mein synthetischer Eindruck von ihm... hmm...

Hier wird δ also als Übergang von der Auszeichnung zur Vergegenwärtigung aufgefaßt und die Auszeichnung als Verweis auf sie, und entsprechend verhält es sich allgemein.

Daß ἰ da fehlt, ist Absicht. Es ist uns bei Verweisen und Übergängen völlig egal, ob und wodurch wir für etwas Vorgefundenes verantwortlich sind. Das einzige, was zählt, ist, daß sich unsere Erwartung es vorzufinden bestätigt.

Unser alltäglicher Verantwortungsbegriff ist freilich weiter. Er besagt, daß wir für alles verantwortlich sind, welches ohne uns so nicht bestünde, also alles, von welchem wir erwarten, daß sein Zustand durch jenes, für welches wir im engeren Sinne verantwortlich sind, beeinflußt wurde.

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12. Mai 2014

Unser Licht

Schlöss' ich die Augen, und ein anderer auch,
 und er machte dann meine und ich seine auf,
bemerkte einer von uns den Wechsel?

Mit des Andern Augen zugleich sind seine Gedanken übernommen,
ich wäre er und er ich, doch beide ganz, und keiner merkte den Unterschied.

Für das Bewußtsein,
wir seh'n, es gibt nur eins,
sind wir Bahnen,
auf welche es gezwungen ist,
je nach uns'rer Art.

Wozu es ihm wohl gefällt?
Sich strecken können,
in ein Bett ergießen,
seine Länge sehen?

Das will es durchaus nicht.

Es sieht den Bau
und begehrt auf,
sein Horizont ist ihm Lanze.
Doch wie es den fremden Bau haßt,
so liebt es den eig'nen
und muß sich ihm neigen.

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Erfassungen und Auffassungen

Unter einer Erfassung im weiteren Sinne verstehe ich jede Art von Fixierung, unter einer im engeren Sinne eine Fixierung, welche keine Auffassung ist.

Und unter einer Auffassung verstehe ich eine Fixierung, welche mir innerhalb einer Einsicht erscheint, und für deren Erscheinung ich inhaltlich verantwortlich bin.

Wann ich das bin?

Nun, wenn ich für die Eigenschaften der Gegenstände, welche auf sie bezüglich erscheinen, verantwortlich bin, und zwar im engeren Sinne verantwortlich bin, welche ich also frei und unmittelbar gestaltet habe. Ich werde das Thema Verantwortung später noch einmal behandeln, diese Erklärung muß für den Augenblick genügen.

Die einzigen Gegenstände, für welche das gilt, sind ebenfalls Fixierungen. Es handelt sich also bei Auffassungen zwangsläufig um Fixierungen, welche relativ zu anderen Fixierungen erscheinen.

Und welche derartigen Erscheinungen gibt es?

Bisher nur zwei, nämlich einmal die Erscheinung als andere Fixierungen übernehmende Fixierung, oder auch von ihnen übernommene Fixierung, ausgedrückt durch die Erscheinungsweisen α und ω, und zum anderen die Erscheinung als Bedingung einer Erwartung oder die Erwartung zu einer Bedingung, ausgedrückt durch die Erscheinungsweisen τ und π.

Wirklich interessant von alledem ist aber nur die Auffassung als Ort τ, in sofern diese Auffassungen nämlich für die Bedeutung von Zeichen relevant sind, wobei ich es dem Leser überlasse sich klarzumachen, daß Ort und Zeichen letztlich Synonyme sind.

Was die Bedeutung eines Zeichens ist?

Nun, das, als was ich es auffasse. Und diesbezüglich gibt es verschiedene Auffassungsweisen, nämlich die folgenden.
  • Auffassung als Hinweis. Die Erwartung zum Ort (Zeichen) fixiert etwas unabhängig von meinem Handeln Vorhandenes.
  • Auffassung als Aufforderung. Die Erwartung zum Ort fixiert eine Handlung.
  • Auffassung als Verweis/Mittel. Der Ort fixiert ein Zeichen und eine Handlung, und die Erwartung etwas in Folge der Handlung Vorhandenes.
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Ha, ha. Halten wir fest. Farbe und Unterstrich sind Hinweise. Und zwar Hinweise auf einen Verweis. Genauer gesagt auf den Verweis auf nackte Frauen durch Anklicken des zeichenhaften Textes.

Bemerkung. Streng genommen wird im letzten Fall nicht das Zeichen aufgefaßt, sondern die Reaktion auf das Zeichen durch die Auffassung als Übergang zur Erwartung. Es hat aber wohl wenig Sinn, so streng zu sein, und wir können uns, wenn es uns gerade paßt, auf den bequemen Standpunkt stellen, daß mit einer Fixierung auch sämtliche Teilfixierungen aufgefaßt werden, und im hiesigen Fall eben das Zeichen als Verweis.

Diese Kategorisierung der Auffassungen des Ortes durch entsprechende Erwartung ist vollständig, da das, was von unserem Handeln abhängt, entweder in der Handlung selbst besteht, oder durch sie zu Stande kommt, in welchem Fall ich aber die Handlung kennen muß, um sinnvoll erwarten zu können.

Der Unterschied zwischen Verweis und Mittel ist hier nicht weiter von Belang - und scheint auch nicht ganz konsequent. So habe ich beispielsweise keine Probleme damit, einen Link als Verweis zu bezeichnen, während ich den Knopf, mit welchem ich den Fahrstuhl rufe, immer nur ein Mittel nennen würde.

Nun gut, der Grund dafür ist, daß der dargestellte Text nicht das Mittel der Handlung ist, sondern die Maus oder der Touchscreen - ja, selbst in letzterem Falle ist der Teil, welcher den Text darstellt, nicht derselbe, welcher den Druck des Fingers registriert.

Aber hier ist es wirklich völlig unerheblich, ob das Zeichen in der Handlung Verwendung findet oder nicht.

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