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29. Dezember 2015

Winter

Glaube ich ernsthaft, daß meine Person überflüssig geworden ist?

Einstweilen zieht es mich aus meinen persönlichen Bemühungen heraus.

Wonach ist mir?

Alles scheint wie in einem Film, distanziert, gestern noch lag etwas in ihr, heute scheint die Welt verpackt zum Abtransport.

Ein Moment des Sich Überlassens?, des Urlaubnehmens von sich selbst?, des Träumens von der größeren Möglichkeit?

Aber ich weiß durchaus, welcher Art der wahre Friede ist.

Er kapselt sich nicht ab, sondern hängt einverständlich am Faden des Schöpfers.

Mich lockt kein Trug, sondern die Leere des unbeschwerten Geists, eines Kindes Willkür, aber ich gelange nicht zu ihr, sondern nur in eine Lagerhalle, einen Ort der Illusionen, wo nichts Gehalt hat.

Ich denke, ich halte den Ausflug aus, das I Ching meint:

-o-
-x-
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- -
-x-
- -

Not my turn. oder auch Laß die Häßlichkeit sich zeigen.

geschrieben Montag, 28.12.2015.

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26. Dezember 2015

Die Christusmörder

Diese Weihnachten ist wieder einmal der geballte Mist abgesondert worden. Wahrscheinlich benutzen 70% unserer Zeitgenossen den Namen Christi nur noch zum Zwecke der stalinistischen Gewissenszurechtweisung.

Hat Christus uns das Gebot erlassen, uns töten zu lassen, um unsere Gottförmigkeit zu beweisen?

Nachweislich nicht, denn er sagt:
Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.
Wäre dies ein allgemeines Gebot, hätte Christus es nicht nötig gehabt, dies Petrus noch nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit mit auf den Weg zu geben.

Wann immer die Bibel vom nötigen Tod eines Menschen spricht, und das fängt mit Isaak an, fällt dem Opfer eine Schlüsselrolle zu.

Gott fordert Isaak von Abraham, um Abrahams Prioritäten klarzustellen, damit die Juden fortan nicht im diesbezüglichen Zweifel wären. Gott fordert Christi Leben, um klarzustellen, daß Christus seine Worte aus seinem Glauben heraus sprach. Und er fordert Petri Leben, um klarzustellen, daß Petrus seinen Hirtenauftrag vollumfänglich annahm.

Dieses sind Zeugnisse und Gründungsurkunden. Und nur in diesem Zusammenhang kennt die Bibel die Pflicht, sein Leben zu lassen, wobei es im Falle Abrahams nicht weniger, sondern mehr als sein Leben ist.

Aber was geschieht, wenn das Besondere allgemein verlangt wird?

Petrus haut Malchus das Ohr ab, er war mit einem Schwert bewaffnet, also hatte Christus nichts dagegen, daß seine Jünger bewaffnet waren.

Es ist in der Tat stalinistische Gewissenszurechtweisung, wenn gepredigt wird, daß das Neue Testament den Einsatz von Gewalt zur Herstellung von Recht und Ordnung ablehnt.

Freilich steht es jedem Christen frei, seinen Glauben durch den Märtyrertod zu beweisen, so es denn dazu käme, aber nur dann fügte sich ein solcher Tod in Gottes Bau, wenn er eine aussäende Wirkung hätte.

Häufiger freilich kommt es gar nicht auf den tatsächlichen Tod an, sondern wie im Falle Abrahams nur auf die Bereitschaft zu ihm, um das Recht aufrechtzuerhalten und sich nicht einschüchtern zu lassen. Dies ist eine weit allgemeinere Pflicht, aber sie ist nicht die Pflicht, sich schlachten zu lassen, sondern die Pflicht, sich nicht zu schonen, aus welcher erstere nur in Sonderfällen erwächst.

Also, was geschieht, wenn man das Besondere allgemein verlangt?

Man streut zur einen Seite Befremden und zur anderen Gleichgültigkeit, im allgemeinen wird der Anspruch abgelehnt, und wo ihm entsprochen wird, verliert das Besondere seine Besonderheit.

Sie stellen sich hin und geben vor, den Glauben zu verteidigen.

In Wirklichkeit aber ziehen sie ihn durch den Dreck. Ihr grundlegender Makel ist, daß sie die Rechte der Heiligkeit des Lebens nicht halten. Aus ihrem Herzen spricht die satt gewordene Ungerechtigkeit der schaffenden Kraft Hohn.

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25. Dezember 2015

Der Geist der Kokapflanze

Unter allen Unterschieden zwischen den Menschen tritt einer zunehmend vor mir zu Tage. Es ist ein geistlicher Unterschied, mir will es scheinen, daß, was einst verwirrt und unbestimmt war, sich allmählich mit etwas Monströsem anfüllt.

Ich habe mich stets den Ängstlichen zugehörig gefühlt, kleinen Tieren auf der Flucht vor den sozialen Umständen. Wir tragen unser Erbe in uns, und verteidigen es, weil es unser Reichtum ist, uns gleich dem Stab im Staffellaufe anvertraut, Geist aus des Schöpfers Händen, in die Welt geworfen, um sich fortzubilden.

Unser Bezugspunkt ist die Stiftung, vormals, heute und einmal, das uns auf ihre Weise verbindende Band. Unsern Gründern eignen Ernst und Würde und Offenheit, denn wiewohl unser Lebenswandel Tieren nahesteht, geht unser Weben doch über das ihre hinaus, richten sich unsere Bemühungen auf ein erkennbares Sein, welches darum, daß es erkennbar ist, zum Allgemeingut wird, denn Sehen heißt Glauben.

Indes, so gegenwärtig mir dies Antlitz ist, so sicher ich es hinter allem weiß, so seh' ich doch zugleich ein and'res mit jedem Tage deutlicher hervortreten, ein unmenschlich Ding, watend in passivem Entzücken, nicht in den eig'nen Gliedern lebend, sondern sie verschleißend.

Es labt sich am Hohn und der Gier zu erfahren, aber sein Wesen ist die Leere, denn es gibt nichts zurück.

Wer aber ist sein Prophet?

Einstweilen scheint mir keiner größer als die Kokapflanze, das Kokain.

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24. Dezember 2015

The Washington Redskins Go Fock Yourself Star Wars Special!

I don't exactly know what it is with J.J.Abrams - or whether it's even really him - but somehow his rejuvenations all turn out to be completely unmemorable, that is, I do remember characters, young Spock for instance, but I can't remember any turn of events. Stuff happens, I might even understand why, but not for a moment while watching his films was I curious about the resolution of the current situation, that is, I didn't even ever had the feeling that something needed to be resolved. How do you do it? How do you communicate that this is now not meant to be gotten involved in?

It's like... Benny Hill. Only instead of wild gesturing it's... wait!... wild mimicking!

There's too much smugness, too much self assertion, you don't think you're in a film, you think you're in the hallway in high school. But you're not. So...

PewDiePie! Look! What a background! Oh, that's a cool weapon right here! Hey, haven't I met you in some other film, way, way back?

Yeah, I guess that's it, Mr. Abrams secret: Have someone instead of you walk into the films you love. If you're into it...

Otherwise watch a real film.

(This review was inspired by South Park #REHASH and #HappyHolograms.)

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23. Dezember 2015

South Park Lektionen

21. Dezember 2015

Moltke an der Hohen Pforte

Der Devote lädt den Tyrannen ein,
sich schließlich durch Uneigennutz gegen ihn zu befrei'n.

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19. Dezember 2015

Klonovsky sieht rot (-weiß)

Vor wem macht der allgemeine Wahnsinn eigentlich noch Halt?

Pan Klonovsky schreibt am 18. Dezember 2015 in seine täglichen Akten:
Von allen deutschen (westeuropäischen?) Qualitätsmedien beschwiegen, fand - wann eigentlich? - zu Warschau eine der größten oder auch die größte Demonstration(en) in der Geschichte des polnischen inzwischen ja wohl längst Schurkenstaates statt, zu besichtigen hier, und zwar gegen - na Sie wissen schon, den Gorilla auf der Party.
Ja wann, wann fand der Unabhängigkeitsmarsch 2015 wohl statt?

Sehen Sie ihn schon, den Gorilla auf der Party?

Schnell mal Google und Wikipedia bemühen, und Sie können als Experte für polnische Teilungen und Nationalfeiertage in der lustigen weltweiten Talkrunde mitreden.

Ich bin ehrlich gesagt schockiert, das hatte ich von Klonovsky nicht erwartet. Und dergleichen passiert jetzt schon zum zweiten Mal, das erste Mal hat mich Joel Skousen mit seiner Einschätzung des San Bernardino Anschlags unangenehm überrascht. Formal macht seine Sicht der Dinge dabei durchaus was her, aber die konkreten Aussagen, auf welche sie sich stützt, geben absolut nichts her - selbst wenn man die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Zeugen ausklammert.

Und sonst?

Alex Jones verteidigte zuletzt die Sippenhaft, vorsorglich, sozusagen, für den Fall, daß Trump das mit der Härte gegen die Familien von Terroristen so gemeint haben könnte. Und er fragt seine Zuhörer: Wollt ihr lieber Kriminelle oder jemanden, der vielleicht etwas verrückt ist, aber dieses Land wenigstens wieder groß machen will?

Das Phänomen Trump beruht auf der falschen Macht der derzeitigen Gegenspieler Amerikas. Die Amerikaner wissen, daß sie gegen Schatten kämpfen. Und sie sind es leid, sich die Reden von Politikern anzuhören, welche sie auch weiterhin in diesem Reigen anführen wollen.

Die Scharade ist vorbei. Friede, Freude, Eierkuchen und die bösen Kuchendiebe hat ausgespielt. Jedenfalls in weiten Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit.

Aber dabei schaukelt sich etwas bedenkliches auf, nämlich die Akzeptanz der Übertreibung. Bush hat Obama bei einigen mehr oder weniger für alles einen Freibrief gegeben, um die vorige Übertreibung auszugleichen, und dieser Prozeß setzt sich fort, und wird es selbst dann tun, wenn er in einem kartharsischen Ereignis gebrochen würde, denn er ist wie eine Welle, welche ihr Wasser so oder so voranspült, bis es schließlich auf eine Wand trifft, welche ihrem Gewicht trotzt.

Mit anderen Worten, selbst wenn der nächste Präsident aufgrund irgendeiner Tragödie im Namen des Ausgleichs anträte, so würde er doch nicht ausgleichen, sondern weiter eskalieren, denn die Bereitschaft zum Ausgleich ist nicht vorhanden.

Was ist hier passiert? Was ließen die Amerikaner durchgehen?

Sie ließen sich mit Positionen identifizieren, welche sie nicht vertreten, sie haben ihren Widerspruch gegen die Fehler der politischen Maßnahmen, welche in ihrem Namen getroffen wurden, nicht klar formuliert, und so sind sie einander zu grotesken Karikaturen geworden, und zwar in erster Linie in dem Feld, welches ihnen am wenigsten bedeutet, nämlich der Außenpolitik.

Selbstverständlich steht eine feindliche Absicht dahinter, und die mangelnde ernsthafte Entschiedenheit der amerikanischen Wähler hat ihr erlaubt, sich vom politischen Willen dieser zu lösen - teile und herrsche, binde zwei Magnete an einander. Das ist das Plateau der Instabilität, auf welchem wir stehen. Von hier aus wird sich die Geschichte der Welt fortsetzen. Wir befinden uns nicht auf einer bestimmten Bahn, aber sehr wohl auf einer bestimmten Höhe.

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15. Dezember 2015

Wohin die Flüchtlinge in Deutschland ziehen

Die Frankfurter Allgemeine hatte vor einiger Zeit einen Artikel veröffentlicht, in welchem aufgeschlüsselt wurde, welche deutschen Kreise Zuwanderer welcher Nationalitäten anzuziehen scheinen. Dies war fraglos der informativste Artikel, welchen ich seit Jahren in einer deutschen Zeitung gefunden habe, und er hatte mich dazu verlockt, spontan eine kleine, reichlich alberne, Analyse dieser Vorlieben zu verfassen, welche ich indes unveröffentlicht wieder löschte (Tenor in etwa: Kurden bitte nach Bremen, Iraner nach Hamburg. Danke! Sehr schön! Hätten wir selbst nicht besser planen können.)

Ja, die Dinge laufen dann doch oftmals so kraß ab, daß es schwerfällt, das richtige Maß an Ernst zu treffen, die beleuchtenswerten Aspekte auf die ihnen gemäße Weise zu beleuchten.

Gibt es so etwas wie Karma?

Fakt ist, die Hamburger Einstellung Zuwanderern gegenüber ist durch deren Achtung der Umgangsformen geprägt, und Fakt ist auch, daß aus dem islamischen Bereich einzig die Iraner und Afghanen diese Hamburger Erwartung als etwas Ehrenswertes respektieren, daß sie etwas ist, das sie auf ihre eigene Weise genauso praktizieren.

Die Bremer Devise ist hingegen: Immer feste druff!

Laut FAZ besteht der Zuzug nach Hamburg fast ausschließlich aus Iranern und Afghanen, welche auch fast ausschließlich nur nach Hamburg und Umgebung ziehen. Gewiß, Hamburg hat eine bedeutende schiitische Moschee unweit Hagenbecks Tierpark Richtung Schlump, so bedeutend, daß spätere iranische Präsidenten dort schon für ein paar Jahre Ämter bekleidet haben, aber das beantwortet die Frage: Warum ausgerechnet Hamburg? nicht, sondern verlegt sie nur einen Schritt weiter zurück.

Pakistaner hingegen scheint es an den Rhein bei Wiesbaden und Mainz und ein Stück weiter südlich zu ziehen, welche Städte auch immer dort liegen mögen, vielleicht hört man ja bald Näheres von ihnen, von der Furcht ihrer Verwaltungen, bei der Strafverfolgung als rassistisch zu gelten, weshalb es geschehen konnte, daß ... - aber verallgemeinern wir lieber nicht zu sehr.

Oder sollten wir genau das doch tun?

Die Bremer kenne ich, die Hamburger auch. Sonst kenne ich noch die Kieler, die Berliner, die Leipziger und die Münchner, aber das war's dann auch. Wahrscheinlich kennen die Pakistaner die Mainzer besser als ich - und irgendetwas muß ihnen ja an den Mainzern, Wiesbadenern, und was es da sonst noch gibt, gefallen.

Wenn ich Österreich höre, denke ich an Fritzl, und wenn ich Hessen höre, an Meiwes.

Aber kommen die Pakistaner wirklich deswegen? (Vielleicht nur oberflächlich islamisiert? Kali ma!)

Nun gut, man kann es übertreiben mit der Verallgemeinerung. Und doch... was sagt es eigentlich ganz allgemein über Menschen aus, wenn sie es untertreiben mit der Verallgemeinerung? Wenn sie aus persönlicher Erfahrung wissen, daß das Selbstverständnis noch jeden Mitglieds einer anderen Gruppe, welches sie getroffen haben, in ihnen zu Bekämpfende sieht, sie dies aber geflissentlich ignorieren, so in etwa wie in einem Cartoon, wo Hühner einen Hühnerhabicht aufzuziehen versuchen, welcher ihnen bei jeder Gelegenheit in den Hintern beißt?

Ohne ein solch bissiges Verhalten an dieser Stelle einer bestimmten Gruppe zuschreiben zu wollen, den potentiellen Ignorierern muß ich eine Geringachtung des Wertes des Einzelnen zuschreiben, eine Mentalität, welche sich in Aussprüchen der Art: Mach endlich! Was glaubst du, wer du bist? Ist schon besser so. offenbart.

Und gerade diese Mentalität scheinen mir viele Pakistaner tatsächlich zu haben.

Vorausgesetzt also, daß Gleiches sich zu Gleichem gesellt, könnten wir aus der Vorliebe der Pakistaner für die Gegend um den Zusammenfluß von Rhein und Main schließen, daß die genannte Ignoranz als wahrscheinlichste Form der Kommunikation der nämlichen Gesinnung den Pakistanern gegenüber dort am ausgeprägtesten ist.

Hamburg zieht eitle Gecken an, Bremen Schläger und Mainz und Umgebung Mobber - man verzeihe mir die abschätzige Ausdrucksweise, sie ist dem Zweck geschuldet, nämlich dem zu verhindern, daß der Rest Deutschlands zu wütend auf mich und Hamburg wird.

Aber im Ernst: Wer sich Bisse gefallen läßt, will etwas schmieden. Wer etwas schmieden will, will etwas beherrschen. Wer etwas beherrschen will, ist ein Arschloch.

Nun gut, hinreichend genau muß es heißen: Wer etwas beherrschen will, dessen Beherrschung ständige Unterdrückung erfordert, ist ein Arschloch. Wer sich hingegen auf der Grundlage gemeinsamer Wertvorstellungen zusammenschließt, zum Grade welcher Innigkeit auch immer, ist vernünftig.

Immerhin, nach der schlimmen Usurpation des Begriffs im Dritten Reich kommt nun doch noch die Wahrheit zu ihrem Recht und Hamburg kann sich erwiesenermaßen die edelste, das heißt arischste Stadt Deutschlands nennen, aus genau den richtigen und wahren Gründen.

Au weia, ich fürchte, das endet hier auch wieder in löschenswerter Albernheit, aber vielleicht werde ich diesen Beitrag besser behandeln, als er es verdient.

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14. Dezember 2015

Hagia Sophia

Der Geist wählt sein Erleben,
das Mirakel ist die Zeit,
daß sich Schicht auf Schicht legt,
daß sich die Wahl begründet.

Was sonst ist der Heil'ge Geist,
als den göttlichen Beschluß erkennen,
wie er die Bahn vorzeichnet,
in vollkomm'nerer Erkenntnis des Wertvollen als man selbst?

Fühl' ich doch, daß ich nicht der Weisheit Schluß bin,
daß ihre Weite Raum für and're hat,
welche auf die meine wie auf eines Kindes Weisheit blicken,
und der einz'ge Trost ist, daß, was für alle Zeit dasselbe ist, tatsächlich ist.

Der Geist ist horizonthaft, wesentlich,
ein Weib verschleiert mit der Welt,
wie die Sonne hinter ihrem Lichte hinter ihrer Wahl verborgen,
sichtbar erst im Augenblick des Schweigens, wenn alles nur besteht.

Wenn das, was treibt, erkannt ward und gewogen,
in seiner heilen, allgemeinen Form,
was Kraft hat, 'zig Tausende 'zigtausend Mal zu leiten,
lächelt sie, nach der'n Gefallen es einzig ist.

In ihr wird die Wahrnehmung Person,
der Wille in den Charakter'n,
im Allherrscher bald die Tat -
worin der Ernst der Ordnung, das Erleiden, und ihre Würde, das Bemüh'n.

Anselm meint: Unmöglich kann die Tat nicht tätig werden!
Und so ist's: Ernst und Würde erden sich -
der Schüler aber bleibt dem Lehrer schuldig, seine Schule zu bewahr'n,
er fordert nicht aus seinem Recht, sondern aus dessen, der's ihm gab.

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11. Dezember 2015

Kri-Kra-Kratylos

Schlecht geschlafen, das Hirn zu Brei zerstampft,
steh' ich hier im Pang, abgestandenes, schales Pang!,
daß doch der Schlummer die Wunde schließe
und alldurchdringendes Ien wieder durch mich fließe!

Aching from the lack of sleep,
bop settles all around me,
almost like snow, but stale und rude,
if only slumber embalmed the hurting gate to ute!

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10. Dezember 2015

Entwicklungsprinzipien am Beispiel der Synapsiden und Sauropsiden

Der Überblick über die noch lebenden Synapsiden (Kloaken-, Beutel- und Säugetiere) und Sauropsiden (Brückenechsen, Echsen, Schlangen, Krokodile, Vögel und Schildkröten) führt bald auf die beiden Entwicklungsprinzipien der
  • Kontrolle (Selbstbestimmtheit) und
  • Anpassung.
Zu den Kontrollmechanismen gehört insbesondere die Kontrolle des Metabolismusses, aber auch die Kontrolle des Lebensumfeldes des Nachwuchses und die Kontrolle des eigenen Verhaltens durch eine zielgerichtete Intelligenz, vergleiche auch Geist in Tieren und Menschen, denn indem die Intelligenz die Erfahrung auswertet, steuert sie das Verhalten derart, daß die Erfahrung möglichst innerhalb vorbestimmter Grenzen verbleibt.

Zu den Anpassungsmechanismen gehören Bewehrung, Panzerung, Wahrnehmung, Tarnung, Entziehung und Skalierung.

Interessanterweise gibt es nicht nur ein klares Ungleichgewicht zwischen den noch lebenden Synapsiden und Sauropsiden hinsichtlich Kontrolle und Anpassung, sondern dieses Ungleichgewicht zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Entwicklung, beginnend mit ihrer Aufspaltung, nämlich der Entwicklung einer stärkeren Kaumuskulatur mit den dazugehörigen Schläfenfenstern bei den Synapsiden.

Am sinnfälligsten für den Menschen ist aber vielleicht das Zusammenwandern der Beine bei den Synapsiden, genauer gesagt den Therapsiden, zu Beginn des Perm. Damals also hörten die Therapsiden auf, wie John Wayne zu gehen und mit jedem Schritt die Hüfte zu drehen, was den Unterschied zwischen Kontrolle und Anpassung geradezu fühlbar macht.

Doch dessen ungeachtet, daß niemand so recht so wie John Wayne gehen möchte, übt das Entwicklungsprinzip der Anpassung zumindest auf einen Teil der Menschen eine starke Faszination aus, sei es die Giftigkeit einer Schlange, die Panzerung einer Schildkröte, die Tarnung eines Chamäleons oder die Entzogenheit eines Vogels, oder alles zusammenfassend die mythischen Gestalt eines Drachens - oder Godzillas (mit leicht anderer Gewichtung freilich).

Unschwer erkennen wir im Entwicklungsprinzip der Anpassung den militaristischen Geist. Was aber ist dann unser Urmenschlichstes? Worin zeigt sich das Entwicklungsprinzip der Kontrolle?

Doch wohl darin, daß wir im Stande sind, aus einer Gemeinschaft unserer funktional Gleichen, also einer Gemeinschaft, deren diesbezügliche Absichten mit unseren übereinstimmen, heraus, stets dieselben gesellschaftlichen Früchte hervorzubringen, mit anderen Worten also unser Kulturschaffen, nicht unser kulturelles Schaffen, sondern unser beständiges Neuetablieren unserer Kultur.

Alles nähere dazu findet sich unter Charakterrelativismus, aber die Bemerkung sei hier angebracht, daß gar zu viele Menschen heute keinen Stolz ihrem Urmenschlichsten gegenüber empfinden und zu sehr mit Sauropsidem beschäftigt sind.

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7. Dezember 2015

Beethovenesk

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5. Dezember 2015

Halt in der Zeit des Abfalls

Wenn es stürmt, fliegt einem schonmal ein Stück Unrat ins Gesicht,
die Schwerkraft scheint aufgehoben,
unberechenbar wird der Dinge Fluß,
und mächtig schiebt sich die Vorstellung vor die Erfahrung.

Viele setzen dann auf Optionen, welche ihnen zuvor brüchig erschienen,
und machen sich zum Narren.
So manches Blatt wird fallen im Wind,
es bläst nicht zum Frühling, sondern zum Herbst.

Die Schreie im Brausen, sie rufen zur Anmaßung,
rücksichtslos Ersatz für das Entgangene suchend,
so wollen sie die Menschen seh'n,
und, leider Gottes!, sie finden Gehör.

Winter, das heißt das Leben in sich zu bergen und zu verschließen,
was kahl dasteht, ist nicht tot:
Was der Mensch tut, gleich wie alt er sein mag,
sei immer dem Frischen, Sprießenden zu Diensten.

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3. Dezember 2015

Menschenrecht

Es gibt nur zwei Wege, um zu verhindern, daß die Gesetze dem Volk schließlich unrecht erscheinen:
  1. sie werden unter den Vorbehalt der Zustimmung des Volks gestellt, also geändert, sobald das Volk dies für recht hält,
  2. sie werden nicht erlassen, ohne daß eine Rechtsschule, welche sich dem Recht als etwas Heiligem verschreibt und sich aus dem Volk rekrutiert, gehört wird.
Andernfalls wird der Teufel, fürwahr, das Volk verführen,
die Regeln, welche seine Freiheit umrahmen, so zu gestalten,
daß weder der Bedürftige der Hilfe, noch der Verdiente seiner Erwerbungen sicher ist:
Recht wird nicht statthaft sein und Unrecht erlaubt.

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