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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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12. Dezember 2007

Verkörperung, Spiel und Routine

Die im Vorfeld besprochenen Auffindungen treten in unserem Leben weit geordneter auf, als man es unbedarft jemals erwartet hätte, denn wir schränken unsere Auffindungsfreiheit naturgemäß auf bestimmte Weisen ein, nämlich im Spiele und der Routine, uneingeschränkt hingegen verkörpern wir. Im Spiele nun verzichten wir auf das Ersehnen, weshalb ein körperlicher Wettstreit von mir hier nicht als Spiel bezeichnet wird, Rollen- und Kartenspiele aber schon, und vielleicht ist dem Leser ja auch der Unterschied im Ernste zwischen diesen beiden so genannten Spielarten spürbar, bzw. die Verschwendung des Ernstes auf ein echtes Spiel. In der Routine schließlich verzichten wir darüberhinaus auch noch auf die Suche, bzw. in praktischen Fällen weitgehend, und beschränken uns ganz auf die Entsinnung.

Der Ekel, den einer vor Routine und Spiel empfindet, steht in direktem Verhältnis zu seinem Bedürfnis, von seiner weiteren Auffindungsfreiheit gebrauch zu machen, und je weiter einer auf dem Wege sich seinem Schicksal zu stellen fortgeschritten ist, desto weniger kränkelt ihn ihre Einschränkung an. Leben aber, das schon mit Routine oder auch nur Spiel beginnt, gibt es nicht, da liegen die Herren Church, Turing und Deutsch falsch, und ich werde im folgenden hier und da auf die Grenzen der Routinisierung eingehen, wobei ich natürlich gleich festhalten kann, daß es, um einen Computer zu simulieren, eines größeren Computers als eben dieses bedürfte, also eines mit größerem Speicherplatz; doch darum soll es mir gar nicht gehen, mir geht es um den Turing Test und die weiterführende Frage, ob sich Androiden selbst weiter entwickeln können, womit ausdrücklich nicht Anpassung gemeint ist.

Bevor ich mich nun aber im folgenden mit einem speziellen Spiel, dem Ableitungsspiel, auch Mathematik genannt, und einer bestimmten Routine, der Ausweisungsroutine, manchmal Vernünftelei, meistens aber Programmausführung genannt, beschäftigen werde, möchte ich noch einmal den Unterschied zwischen Spiel und Routine näher betrachten, der ja im Suchen besteht. Unser Suchen zeichnet sich für uns, ganz gemäß seiner Definition, gerade dadurch aus, daß wir keine Ahnung davon haben, wesum wir gerade dieses oder jenes gefunden haben, denn weder mögen wir es besonders, noch sind wir in irgendeiner Weise für es verantwortlich. Es ist einfach nur irgendein Inbegriff. Und wir suchen ständig. Wir suchen die Türen von Häusern und die Häuser selbst. Wir suchen die Buchstaben auf dem Papier. Da wir nun keine Ahnung davon haben wie uns das gelingt, außer daß wir unsere Auffassung in einzelnen Punkten beeinflussen, ja, wir noch nicht einmal sagen können, welche besondere Qualität unsere Funde haben, nimmt es nicht groß Wunder, daß es uns schwer fällt, unsere Suche in eine Routine zu überführen, welche auf einem niedrigeren Erfassungsniveau, der Anschauung flächig verteilter Farben beispielsweise, ansetzt und darin die höheren Verstandesgegenstände planmäßig sucht. Diesen Schritt zu tun stellt eine Grundschwierigkeit künstlicher Intelligenz dar, welche heute indes schon größtenteils gemeistert ist. In diesem Sinne sind Spiele wohl routinisierbar, man bedenke aber die Dualität in der Entwicklung von Gattung und Exemplar, die Vorarbeit auf physiologischer Ebene, die Bereitstellung eines hoch entwickelten Verstandes, erlaubt es dem Individuum erst ohne entsinnbares Vorwissen zu Anfängen seines Denkens zu kommen. Welchen Sinn sollte es haben, diese Dualität zu routinisieren? Täte man das, enthielte man einem Teil des Programms die Informationen eines seiner anderen Teile vor, und wer käme schon auf die Idee, ein Programm dergestalt zu verkrüppeln?

Doch nun zum Ableitungsspiel. Der Sinn des Ableitungsspiels, welches Mathematik genannt wird, besteht darin, Versicherungen auf einen gewissen Satz vorausgesetzter Versicherungen zurückzuführen und sie auf diese Weise in verschiedene Disziplinen zu gliedern, welche aus diesen jeweils vorausgesetzten Versicherungen erwachsen. Dabei verhält es sich aber so, daß es einen grundlegenden Satz gibt, auf den sich jede Disziplin beziehen kann, indem sie ihre auf Inbegriffe gerichteten Versicherungen, welche diese und die Verhältnisse, in denen sie stehen, unerklärt, wenn auch nicht unbeschrieben, voraussetzt, durch eine zweite Schicht Versicherungen ersetzt, welche nur mehr die Existenz des Begriffs dieser Inbegriffe als den ersten Versicherungen entsprechend versichert und jene ersten somit als Tautologien auffäßt, also anstatt zu versichern, daß Körper ein Gewicht haben, zu versichern, daß ein Gewicht zu haben einen Begriff darstellt, einen Körper als Gewichthabendes zu definieren und damit zu sagen, daß ein Gewichthabendes ein Gewicht hat. Der Witz dieser recht geistlos wirkenden Operation besteht darin, daß ich alles, was ich von einem Körper unter der ersten Versicherung ableiten kann, genau so auch von einem Gewichthabenden ableiten kann und mein Begriff vom Körper nur überflüssiges und potentiell verwirrendes Beiwerk ist.

Allein die mathematische Disziplin, welche sich mit der Existenz der Begriffe selbst auseinandersetzt, läßt sich auf diese Weise nicht weiter reduzieren, sie wird übrigens einigermaßen lächerlicherweise Mengenlehre genannt, was indes aus einem bestimmten Blickwinkel heraus verständlicher wird, die anderen Disziplinen hingegen sind nach dieser Reduktion durch einen Satz Begriffe gegeben, aus denen sie erwachsen. Es ist aber gut, die ursprüngliche Verwandtschaft aller mathematischer Disziplinen über dieser Operation nicht zu vergessen.

Die Verhältnisse, in denen die ursprünglichen Inbegriffe stehen, werden dabei ebenfalls auf das reduziert, was explizit von ihnen versichert wird, und wenn das nichts ist werden sie halt zu bloßen, beliebigen Verhältnissen, deren Existenz, als Gegenstände in Verhältnisse setzend, versichert wird. Um beim vorigen Beispiel zu bleiben, daß etwas ein Gewicht hat kann ich erst dann zur Ableitung neuer Versicherungen heranziehen, wenn ich die Bedeutung des Gewichts als Wucht vervielfältigende Eigenschaft, also als quantitatives Verhältnis zwischen den Stoßwirkungen zweier Gewichthabender, kenne. Auch hier dient die Reduktion also wiederum dazu, sich auf die in Ableitungen verwendeten Begriffe zu konzentrieren, und der Begriff, welchen wir in diesem Schritt beiseite legen, ist der der Kraft, welcher, wie auch der dem Körper zu grunde liegende Raum, als etwas Angeschautes eine subjektive und damit für objektive Ableitungen belanglose Komponente besitzt.

Um aber praktisch Mathematik zu betreiben, kann man nicht nur, von den Begriffsversicherungen ausgehend, spielen, sondern muß, die Übersetzungen nützlicher Verhältnisse zwischen ebenso glücklich gewählten Inbegriffen in ihre Sprache ersehnend, größere Einsicht verkörpern. Wenn diese Einsicht erst einmal erreicht ist, ist der Rest in der Tat ein untersuchendes Spiel, nur ist es eben irregeleitet, aus der Routinisierbarkeit von Spielen, die selbe für die Mathematik ableiten zu wollen.

Doch kommen wir nun zu den Ausweisungsroutinen oder auch Programmausführungen. Da die Auffindung bei Routinen auf die Entsinnung eingeschränkt ist, wird es ratsam sein Entsinnungen noch einmal genauer zu betrachten. Entsinnen tun wir uns dessen, wessen wir uns, es verantwortend, inne sind, also unserer paraten Assoziationen. Diese entstehen für gewöhnlich unbewußt als Nachhall unseres Auffassens. Wenn wir nämlich einen Gegenstand auffassen und dann später wieder an ihn denken, so zumeist als Teil der getroffenen Aussage, der Reflexion der Auffassung, wenn wir also insbesondere zwei aufeinander folgende Ereignisse erleben, so denken wir später vom zweiten als Abfolge des ersten, oder wenn wir zwei Gegenstände zugleich erfassen, so auch später, indem wir sie assoziieren. Nun ist es aber so, daß wir diese Assoziationen auch bewußt erzwingen können, indem wir, eine fremde Auffassung vorstellend, Aussagen aufstellen, welche wir gegebenenfalls auch erfüllen können, beispielsweise ein Ereignis mit einem anderen fortsetzen oder Gegenstände benennen, welches stets eine selbsterfüllende Prophezeiung ist. Eine Assoziation bewußt zu erzwingen ist nun das, was ich eine Ausweisung nenne. Dabei kommt es aber gar nicht darauf an von welcher Art sie ist, also ob sie etwa benennt oder fortsetzt, sondern nur darauf, daß ein erstes einem zweiten als eine dritte Rolle ausfüllend assoziiert werden wird, was bei allen Aussagen eintritt, denn für meine Entsinnung macht es keinen Unterschied, ob ich mich der Haarfarbe einer Person entsinne oder ihres Spunks, solange ich beide nur gleich ausgewiesen habe. Diese Ausweisung eines Gegenstandes durch einen anderen im Rahmen einer willkürlich benannten Zuordnung, deren Name es erlaubt, die beiden Gegenstände als in einem speziellen Verhältnis stehend, nämlich durch eine entsprechend benannte Zuordnung verbunden, aufzufassen, wird formal genannt.

Wenn nun also Ausweisungsroutinen ausgeführt werden, so entsinnen wir uns formaler Ausweisungen, um sie hernach einer Begleitung folgend durch formale Ausweisungen abzuändern. Um die Turingmächtigkeit zu erreichen genügt es, zwei formale Ausweisungen zu verwenden, nämlich „belegt“ und „nächster“, wobei „belegt“ auf zwei vorliegende Gegenstände angewendet wird und „nächster“ auf einen vorliegenden Gegenstand x und den gebildeten Begriff „‚nächster‘ von x“, welcher also als „nächster“ von x ausgewiesen wird und sich also selbst beschreibt, was ja aber niemanden stört. Daß man unter Verwendung dieser und der notwendigen Begriffe, um sich auf sie zu beziehen, also insbesondere „voriger“, eine Turingmaschine simulieren kann, überlasse ich dem geneigten Leser zur Übung. Hier geht es darum zu erkennen, was den Kern der bewußten Verstandestätigkeit bildet und zu verstehen wie er in Suche, Ersehnung und Auffassung eingebettet wächst.

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21. Mai 2021

Zur altruistischen Etablierung von Verfahrensweisen

Ich habe mich in den letzten beiden Tagen weiter mit der Frage beschäftigt, was sich über Anordnungen sagen läßt: Leider in allgemeiner Form nicht viel, da Anordnung ein sehr schwieriger Prozeß ist, angefangen mit der Schwierigkeit zu entscheiden, ob eine Teilanordnung sich zu einer Anordnung mit bestimmten Eigenschaften erweitern läßt oder nicht. Beispiele hierfür:
  • einen Weg durch das Gelände zu finden, welcher innerhalb einer bestimmten Zeit zum Ziel führt,
  • eine Differentialgleichung zu lösen,
  • den kürzesten Rundweg über vorgegebene Stationen zu finden,
  • zu entscheiden, ob eine Turing-Maschine, wenn sie ein vorgegebenes Programm ausführt, schließlich anhält oder nicht,
  • die schnellste oder den geringsten Speicher verbrauchende Assemblerkonkretion eines C-Programms zu bestimmen.
Was sich aber sagen läßt ist, daß wir zeitlebens damit beschäftigt sind, Verfahrensweisen zu entwickeln, um den Anordnungsanforderungen unserer Haltung zu genügen. Ja, es ließe sich sogar sagen, daß die Entwicklung von Verfahrensweisen der Sinn allen Lebens ist (durchaus in Übereinstimmung mit der Effizienzsteigerung in offenen thermodynamischen Systemen und den darwinistischen Selektionsprinzipien). Indes, die Entwicklung von Verfahrensweisen, aus welcher sich die Ermächtigung des Menschen durch Technologie ergibt, wiegt im Vergleich zur Leistung für Verfahrensweisen und zur Befolgung von Verfahrensweisen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich schwer, und wenn eines von diesen Dreien besonders schwer wiegt, so verlangt es einen altruistischen Geist, welcher dazu beiträgt, die Entwicklung oder Befolgung von, beziehungsweise die Leistung für Verhaltensweisen gesellschaftlich zu etablieren, und indem diese etabliert werden, wirken sie auf das Leben in der Gesellschaft zurück. Die genauen Zusammenhänge sind die folgenden. Im Zeitalter
  • der Wacht ist die Leistung für die Verfahrensweise bestimmend, und ein andienender Geist führt zu Partnerschaften und befreit durch diese aus Besessenheit, indem er Abhängigkeiten herstellt,
  • der Werke ist es die Entwicklung von Verfahrensweisen, und ein behilflicher Geist führt zu Kultur und befreit durch sie aus Betretenheit, indem er es ermöglicht, verantwortlich für Dinge zu werden, und
  • der Wunder ist es die Befolgung von Verfahrensweisen, und ein ermutigender Geist führt zu Erfahrungsreichtum (Bildung) und befreit aus Beklommenheit, indem er einen verständniserleichternden Hintergrund stiftet.
Andienung ist eine spezielle Form des Angebots und Ermutigung eine Variante der Belohnung, der allgemeine Begiff müßte hier Versetzung heißen. Mit anderen Worten führt der altruistische Geist zu Reaktionsmustern, welche aber im Gegensatz zu den bisher betrachteten Fällen eine segensreiche Wirkung auf den Reagierenden haben, indem sie Bestürztheiten überwinden.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich glücklich war, weil ich etwas gefunden hatte, was es mir erlaubte, neue Verfahrensweisen zu entwickeln und auf diese Weise zur Ermächtigung der Gesellschaft beizutragen. Natürlich ist es immer noch möglich. Es gibt viele sinnvolle Funktionen, welche Texteditoren bis heute nicht haben, und Dank der Unart, auf winzigen Flächen herumzutippen, wird eine Webseite nach der anderen zunehmend bedienungsunfreundlicher (nach Blogger jetzt auch IMDB). Es ließe sich viel auf einem anderen Weg tun. Diese seltsame Selbstverzehrung unserer Kultur ist durchaus nicht in meinem Sinne, doch kann sie mich auch nicht dazu bringen, ihr gleich einer Frau in Nöten zur Seite zu springen: Hat die Welt bisher gelernt, in einer Beziehung zu Gott zu leben? So lange sie es nicht hat, hat sie keine Zukunft.

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19. Februar 2022

Gedanken zur Polymorphie des Geistes

Es ist eine der trivialsten Bemerkungen überhaupt, daß nur dasjenige auf etwas zurückgeführt werden kann, was sich begrifflich erfassen läßt. Dennoch hat das alte Dogma von der Unergründlichkeit des Menschen dazu geführt, das Bewußtsein des Menschen nach Alan Turing als Ganzes zu fassen und durch den Anschein menschlichen Verhaltens zu validieren, ungeachtet aller damit zusammenhängenden analytischen Nachteile, also eine multidimensionale Größe nach einer vagen Projektion ihrer zu beurteilen, was weder die Beurteilung der im Schatten liegenden Dimensionen erlaubt, noch je ein sicheres Urteil über die verschwommene Kontur. 

Damit wir menschliches Bewußtsein je begrifflich erfassen können, müssen Menschen ihr Bewußtsein beschreiben, und zwar mit dem Ziel, nicht etwa eine Art mitfühlendes Verständnis hervorzurufen, sondern die begriffliche Unterscheidung des eigenen Empfindens so detailliert wie möglich zu vollziehen, wozu nicht bloß die Aufzählung des Unterschiedenen gehört, sondern auch seiner Aspekte und der ihnen nach unterscheidenden Unterschiede.

Womöglich sucht der Geist seine jeweilige Form ja nach gewissen Anhaltspunkten. Ich denke mir Gott durchaus in dem Sinne als meinen Schöpfer, daß ein Geist sich auf mich erstreckt und die Form meiner Persönlichkeit bildet, ein Prozeß, dessen Ergebnis prinzipiell derselben Änderlichkeit unterworfen ist, wie die Elemente, welche er streift.

Allgemein bekannt sind indes nur Ausfallerscheinungen, spirituosen- oder müdigkeitsbedingt: All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu.

Aber betrachten wir das genauer, denn es zeichnet ein viel aufschlußreicheres Bild, als von der Gegenüberstellung der allnächtlichen Regeneration und einer Chemikalie (Ethanol) zu erwarten.

Was widerfährt uns, wenn wir trinken? Nun, zunächst fallen die Hemmungen, wie man so sagt, ich möchte meinen, überflüssige Gedanken, denn da ich diese Phase nicht kenne und auch keine überflüssigen Gedanken unterhalte, erklärt's das doch. Und dann? Dann mag einem schwindelig werden und in der Folge übel. Aber das ist eine Frage der Disziplin, der Fähigkeit, sich an dem festzuhalten, was sich nicht dreht. Schafft man dies, so folgt als nächstes der Tunnelblick und dann der Filmriß. Die Welt fällt von uns ab, stufenweise, zunächst die Meinungen anderer, dann die sinnliche Anschauung und schließlich das Gedächtnis. Es findet durchaus eine Art Befreiung statt, nur nicht gerade vom Samsara in der Art der Erleuchteten.

Aber was dreht sich nicht? Was bleibt übrig, vor und nach der Welt? Ironischerweise der zyklische Eigenlauf des Ichs. Unser Bewußtsein unserer Besinnungsakte bleibt gänzlich ungetrübt. Aber wenn wir nicht mehr auf die Welt bezugnehmen können, weil wir zu betrunken sind und uns schwindelig würde, reduziert sich der Eigenlauf des Ichs auf die Betrachtung vorgefaßter Gedanken, Routinen der Überbrückung der Zeit, etwa sich einen Schwank aus seiner Jugend wiedervorzulegen, oder, wenn sonst nichts mehr hilft, den Körper schlicht an seinen Fäden zu halten, ohne sich zu bekümmern, ob er wohl fehltritt oder was ihm begegnet, mit anderen Worten also in eine kontinuierliche Anstrebung einzutauchen.

Das Destillat des getrunkenen Geistes ist also das im Rund laufende Ich. Übrigens wird wohl auch Kindern auf einem Karussell nicht so schnell schwindelig, weil das Bewußtsein eines Kindes gedankenärmer ist als das eines Erwachsenen, weshalb Kinder auch aufmerksamer sind.

Und damit hinüber zur Müdigkeit. Offenbar sind wir müde, wenn wir schlafen und träumen, wofür der beste Beweis ist, daß wir auch beginnen zu träumen, wenn wir nicht schlafen und immer nur müder werden, so ungefähr nach 36 Stunden angespannter Konzentration, nur daß wir es dann nicht träumen, sondern halluzinieren nennen, was immerhin den Vorteil hat, daß wir uns gewiß an es erinnern, einen Vorteil, für welchen LSD- und Acid-Konsumenten bare Münze springen lassen.

Und was ist all unser Träumen und Halluzinieren anderes, als die um die Zügel bewußter Besinnungsakte gebrachte Phantasie? Eine Suppe ungeordneter gestaltender Lust, in welcher mal dieses und mal jenes aufsteigt, wie im solarischen Ozean?

Wir sehen also zwei geistige Schichten, und wie die Müdigkeit die obere erstickt und der Spiritus sie isoliert. Fortgesetzte Isolation führt indes zu der von Alkoholikern bekannten Paranoia, einem Grundmißtrauen aller bewußten Besinnung gegenüber, verursacht durch die zynische Weltabkehr des Kampftrinkers.

Wie nun also das kreisende Ich von der Phantasie besitzergreift, das mag uns als Beispiel einer vom Geist gesuchten Form dienen: Der Boden der Phantasie ist bereitet, nach ausgiebig Schlaf, und das Ich kommt und bemächtigt sich seiner. Doch wenn das Blut genug Pronille hat, fängt das Ich an, sich selbst zu genügen, und verliert also alle zärtliche Weltverbundenheit.

Wie gesagt, das sind die allgemein bekannten Ausfallerscheinungen. Richten wir den Blick nun auf ein mögliches Mehr an Geist. Wer seine Erwartung klar spürt, weiß, daß es mehr Geist geben muß, welcher sich durch sie ausdrückt. Und er könnte auch hinter ihr nach ihm spähen, wenn ihn nicht eine Ahnung von Grausamkeit zurückhielte, nämlich der Grausamkeit, sein kreisendes Ich zu begraben, was uns auf die Frage führt, auf welche Weise sich das kreisende Ich an sich selbst festhält, denn wofern es das tut, kann mehr Geist nicht einziehen.

Also, wozu kreisen wir?
  • Um als willkommener Vertrauter aufzusuchen, daß wir unsere Eingezogenheit fänden,
  • als herrlicher Herr zu herrschen, daß wir über unser Nest verfügten und
  • als geschickter Lehrling zu lernen, daß wir unserer Art entsprächen.
Wiewohl wir Christus im Zeitalter
  • der Wacht als kommenden Heiligen Rat erwarten,
  • der Werke als kommenden Friedefürsten und
  • der Wunder als kommenden Hirten,
kompensieren wir dadurch doch nur das aufgegebene alte Gebet und daß es uns im Zeitalter
  • der Wacht das Höchste ist, ein willkommener Vertrauter zu sein und mit der Partnerschaft befaßt,
  • der Werke, ein herrlicher Herr und mit der Kultur befaßt und
  • der Wunder, ein geschickter Lehrling, und mit der Bildung befaßt,
womit
  • der Heilige Rat ein Lehrling aller Lehrlinge ist,
  • der Friedefürst ein Vertrauter aller Vertrauten und
  • der Hirte ein Herr aller Herren.
Es ist also kein Zufall, daß Luther fehlging. Zwar heißt es
und wir gewahrten die Sichtweise desselben, eine Sichtweise wie des Einsgeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit
aber
und wir gewahrten die Herrlichkeit desselben, eine Herrlichkeit wie des Einsgeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit
spricht uns im Zeitalter der Werke mehr an, wie
und wir gewahrten die Geschicklichkeit desselben, eine Geschicklichkeit wie des Einsgeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit
im Zeitalter der Wunder und
und wir gewahrten die Willkommenheit desselben, eine Willkommenheit wie des Einsgeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit
im Zeitalter der Wacht.

Wenn nun aber Herrschaft selbst zum Problem wird, wie am Ende des Zeitalters der Werke aufgrund der Übermacht der Werkzeuge, und alles gelernt ist und der eigenen Art entsprochen, dann hängt es nur noch davon ab, was wir noch aufsuchen wollen, ob wir dem, was hinter unserer Erwartung steht, Einzug in unser Bewußtsein gestatten mögen. Und diesbezüglich halte ich die Fäden bewußt so schlicht, daß ich sie jederzeit kappen kann. Den glimmenden Docht löscht er nicht aus, aber mein Feuer brennt nicht wirklich im Aufsuchen, ich muß nur sehen, was da sonst noch glimmt, daß ich's nicht auslösche.

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15. Oktober 2023

Informatik, Mathematik, Philosophie?

Wenn ein Glas Wasser umgestoßen wird, wissen die einzelnen Wassermoleküle dann, wohin sie fließen sollten?
Eier' ich durch mein Leben oder ist es nur konsequent?

Der Grund, warum ich mich für die Programmierung von Computern interessierte, war, daß sie keine dummen Fragen stellen, sich nicht herausreden und auch nichts nach eigenem Gutdünken verdrehen, alles Beispiele verhallender Rede, doch warum verhallt sie? Zum einen, weil sie nicht interessiert, zum anderen aber auch, weil sie unbestimmt bleibt und ihre Bedeutung ändert wie der Ölfilm seine Farben.

Programmiersprachen, so klobig sie auch sein mögen, beschreiben Handlungen eindeutig, letztlich alle Handlungen, wie das Konzept der Turing-Mächtigkeit nahelegt. Und die Mathematik beschreibt Mengen (Aufgriffe), nicht zuletzt um Formen zu erfassen.

Was bleibt also noch? Nun, der Rest unserer Wahrnehmung, insbesondere unserer Begriffe, und die Beschreibung unseres Willens, was jetzt Philosophie heißt.

Ich bin ganz zufrieden mit den erreichten Formalisierungserfolgen, als Spielball Anderer geboren, beschrieb ich ihr Spiel. Zu was dies wiederum führt, läßt sich nicht losgelöst von der Geschichte sagen. Glaube wählte den ersten Schritt vor ihrem Hintergrund, und den zweiten, und den dritten, und alle weiteren, und Glaube erwartet die Fortsetzung des Wegs.

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22. April 2018

Prophets

What makes a prophet a prophet, is the relation between his word and people's fate.
Now, according to that Otto Hahn would be one of the greatest prophets, closely followed by Alan Turing - and I have no problem with that.

However, if a narrower understanding of the term is desired, the reasonable refinement is the additional requirement that a prophet's word is about people.

However, the above definition needs to be understood in a certain way, the relation between the word and people's fate must really depend on the word, and not on actions taken to establish said relation.

Since it is not always clear, whether the latter is the case or not, we have to allow for the occurrence of mere appearance, i.e. pseudoprophets.

In any case, the word of a prophet should judge the people, tell them their verdict for their actions. And it's the epitome of prophecy, when that verdict doesn't even depend on particular actions, that is, if it is unconditionally declared.

I have nothing significant and I am nothing significant, but my words will judge mankind, I have no doubt about that. Am I a teacher or a guide? Well, does a teacher or a guide say: Consider what I say, or expect to be probed unprepared. ? I am saying this as one brother to another. Yet this is ridiculous:
for I am thy fellowservant, and of thy brethren the prophets, and of them which keep the sayings of this book
What kind of brotherhood is that? How many such brothers have so far lived on this planet? Is it not so that despite open proof for the existence of this one brother, people firmly believe that he certainly didn't exist, because no such brother could possibly exist?

Yet at least one there is. It might be a perspective.

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15. Februar 2025

Anschauliches Anstrebensgedankenverfolgungsvarianten

Die Verfolgung von Entsprechungen, Verbindungen und Erlebnissen ist nicht weiter kompliziert, jene der Anstreben (Veränderungen sind eine rein wahrnehmende Unterklasse derselben) hingegen schon. Ich möchte mich einstweilen nicht durch alle Fälle quälen und belasse es daher bei den anschaulichen Anstreben, womit insbesondere die Zuordnungen zur bewußten Entwicklungsmuster- und Haltungsbildung im Rahmen des Entdeckens und Einstellens ausgespart bleiben.

Nicht ausgespart bleiben hingegen die Handlungsschritte und Rechtfertigungen, sowie das Aufgreifen. und die Zuordnung zur bewußten Abzielungsbildung. Wie wir im folgenden sehen werden, herrscht hier keinesfalls Symmetrie vor, und die symmetrische Charakterisierung der Handlungsschritte als
  • entwicklungsmusterbasierend und belangbestimmend (Zurechtfinden),
  • haltungsbasierend und zielbestimmend (Beschäftigen) und
  • abzielungsbasierend und verbindungsbestimmend (Vorgeben)
und Rechtfertigungen als
  • verantwortlichkeiteneinbeziehend (Rechenschaftgeben),
  • abhängigkeiteneinbeziehend (Ausrichten) und
  • begleiterscheinungeneinbeziehend (Berücksichtigen)
ist mehr oder weniger getrickst.

Beginnen wir hingegen mit dem einzigen einfachen Fall, nämlich daß wir uns einen konkreten Bedacht zur Auslösung vorgeben, wozu wir lediglich dessen Anstreben verfolgen müssen, das heißt, das Streben erwacht, der Bedacht wird ausgemalt und dann ausgelöst. Alternativ kann der Bedacht auch irgendeiner Einlösung entspringen, aber das ist völlig unabhängig vom Abschluß der Anstrebensgedankenverfolgung.

In allen anderen Fällen handelt es sich bei der verbindungsbestimmenden Instanz um eine Berücksichtigung, welche freilich auch in einen konkreten Bedacht zur Auslösung mündet, aber nicht unabhängig vom Vorangehenden.

Zunächst einmal ist es unmöglich, naturgesetzliche Entwicklungen einzubeziehen, wenn die gegenwärtigen Umstände nicht bekannt sind. Also müssen sie bestimmt werden, indem wir uns fragen, welches Entwicklungsmuster dem gegenwärtigen Ablauf entspricht, worin gerade das Zurechtfinden besteht. Das Rechenschaftgeben fragt darüberhinaus in einem vorgelagerten Schritt, welche Verantwortlichkeit wir erleben. Nachdem sie also bestimmt wurden, wird das entsprechende Entwicklungsmuster während des Berücksichtigens als algorithmisch verbunden (relativpronomenartig) aufgegriffen.

Zwischenzeitlich bildet es indes den Belang, auf dessen Basis Beschäftigen oder Ausrichten das Ziel bestimmen. Beschäftigen bestimmt das Ziel entweder haltungskonform durch die Frage nach den (der Haltung selbst) verbundenen priorisierten Bestreben und welches welchen Kriterien auch immer entspricht oder spontan durch letztere Frage allein. Und auch das Ausrichten bestimmt das Ziel entweder haltungskonform oder spontan, haltungskonform durch die Frage nach dem dem Entwicklungsmuster verbundenen Umgang und spontan durch die Frage, von welchen Umständen unsere Wertschätzung aller insgesamt vorrangig abhängt.

Ist das Ziel also umständlich bestimmt, müssen wir den Ausstand bestimmen, welcher sich also ergibt, und das tun wir, indem wir zum ersten, wie schon erwähnt, das gegenwärtige Entwicklungsmuster wieder aufgreifen, zum zweiten entweder haltungskonform oder spontan die Naturgesetze berücksichtigen, haltungskonform, indem wir uns fragen, welche Vorhaltungen dem Ziel verbunden sind, und spontan durch die Frage nach den gegenwärtigen Umständen entsprechenden zuvor beobachteten Begleiterscheinungen, und zum dritten durch die Frage nach einem besinnungenbestimmenden Algorithmus, der Abzielung, welcher naturgesetzlich die gegenwärtigen Umstände in die Zielumstände überführt und dann, welchen Überprüfungen auch immer entsprechend, mit einem konkreten Bedacht endend ausgeführt wird - schlimmstenfalls eine Turing-Maschine simulierend.

Nun, es ergibt alles einen algorithmischen Sinn, und der Rest läßt sich auch bestimmen, nur besonders übersichtlich ist es nicht.

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