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17. Mai 2021

Bestürztheiten und Aktionsmuster

Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Gebeten um Gewachsenheit in den Bestürztheiten (Auslieferung, Enthebung, Unterwerfung) und den Aktionsmustern (Verfolgen, Studieren, Empfangen).

Auch wenn meine Rekapitulationen der Bestürztheiten langsam ermüdend werden:
  • Beklommenheit bedeutet, nicht ausweichen zu können,
  • Betretenheit, nicht erreichen zu können, und
  • Besessenheit, weder das eine, noch das andere zu können,
oder, was auf dasselbe hinausläuft,
  • Besessenheit bedeutet, etwas finden zu müssen, von welchem man sich abhängig machen kann,
  • Beklommenheit, ein Verständnis finden zu müssen, und
  • Betretenheit, verantwortlich für etwas werden zu müssen.
Die Wege zu letzterem sind natürlich die Besinnungen (Verfolgung, Einlösung, Auslösung), doch besteht in den Bestürztheiten die entsprechende Besinnungsschwierigkeit, von welcher sie uns einen Eindruck geben, und zwar
  1. als Erwartung der Prüfung und
  2. als Zuwiderheit (negative Wertschätzung) angesichts ihrer.
Auch wenn die zyklische Abfolge von Verfolgung, Einlösung und Auslösung nicht ganz mit der von Wahrnehmung, Wille und Tat übereinstimmt, ist es doch so, daß sich das passende Aktionsmuster als Auskundschaftung an die gehemmte Besinnung anschließt:
  • das Verfolgen an die Verfolgung, um zu sehen, zu welcher Lage blindes Wollen führt,
  • das Studieren an die Einlösung, um zu sehen, welche Folgen experimentellen Handelns wir ausnutzen können, und
  • das Empfangen an die Auslösung, um zu sehen, welche Möglichkeiten uns das Vorgefundene eröffnet.
und dieses sich mit den Gebeten um Gewachsenheit deckt, denn es handelt sich ja um
  • die Auslieferung an einen Willen, welcher sich nicht auf die Wahrnehmung stützen kann,
  • die Enthebung durch die Ergreifung einer Möglichkeit, welche wir nur um ihrer selbst willen wählen, und
  • die Unterwerfung unter eine Lage, welche wir nicht beeinflussen können.
Indem wir also dem entsprechenden Aktionsmuster folgen, hoffen wir, durch zusätzliche Erfahrungen gestärkt, uns der Bestürztheit gewachsen zu zeigen.

Die Bestürztheit, von welcher ich im vorigen Beitrag schrieb, ist selbstverständlich die Besessenheit, und das unbedingte Wollen, welchem wir uns in ihr ausliefern müssen, der Dienst am historischen Übergang zu einer durch Verkörperung bestimmten Gesellschaft (eine Gesellschaft, von welcher sich sagen läßt, was sie verkörpert, und welche, wenigstens implizit, dieser Verkörperung zustimmt, deutlicher gesagt eine Gesellschaft unter der Herrschaft der Sorge).

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