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21. Dezember 2017

Die gesellschaftliche Bindung in der Marktwirtschaft und im real existiert habenden Sozialismus

Ich habe dem Beitrag Die Gesellschaftspsychologie der Marktwirtschaft und des real existiert habenden Sozialismusses ein knappes Kapitel hinzuzufügen.

Dort beschrieb ich, was das Verhalten der Individuen in beiden Systemen kennzeichnet, hier möchte ich die damit verbundene Einschränkung der individuellen Freiheit in beiden Systemen kurz thematisieren.

Beginnen wir diesmal mit dem real existiert habenden Sozialismus. Der sozialistisch sozialisierte Mensch besitzt nicht die Freiheit, die Ansprüche der übrigen Mitglieder seines Kollektivs, welches sich aus seinen täglichen gesellschaftlichen Kontakten bildet, zu ignorieren. Er lebt vielmehr in seiner Bekanntenwelt wie in einer Horde räuberischer Nomaden, welche stets von Neuem Rechte ver- und Beute zuteilt, weshalb er die meiste Zeit seines wachen Daseins auf Freundschaftsdienste und üble Nachrede verwendet.

Der kapitalistisch sozialisierte Mensch besitzt hingegen nicht die Freiheit, seine Bekannten an ihre grundsätzlichen gesellschaftlich moralischen Pflichten ihm gegenüber zu gemahnen, also was ihre Verantwortung für das Funktionieren der Gesellschaft, in welcher sie leben, auf ihn im speziellen bezogen ist. Diese Pflichten werden an meist staatliche Institutionen abgetreten, sofern ihnen überhaupt nachgegangen wird, womit der kapitalistisch sozialisierte Mensch wie ein Blatt an einem Zweig lebt, wobei er sich dabei wie am Tropf oder wie auf einer sprudelnden Quelle fühlen mag. Daß er sich diese Quelle selbst erschließen kann, spielt dabei für seine grundsätzliche Lage genausowenig ein Rolle, wie daß der sozialistisch sozialisierte Mensch das mit seinem Kollektiv tun kann, aber festhaltenswert ist es doch, daß
  • der Kapitalist nach begehrtem, also verleih- oder mit Gewinn verkaufbarem Besitz, einschließlich seiner eigenen Qualifikation, strebt und
  • der Sozialist nach der Zugehörigkeit zu einem rechtlich hochstehenden Kollektiv, wiederum durch den möglichen Einsatz seiner eigenen Qualifikation.
Wir sehen, vielleicht leicht überrascht, daß der Kapitalismus in ein System der friedlichen, wenngleich womöglich resignativen, Produktion mündet und der Sozialismus in ein System der fortgesetzten Bandenkriege.

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