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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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19. Mai 2014

Besinnung, Themenwechsel und übergeordnete Reflexion

Neben der Reflexion dessen, was wir thematisieren, gibt es, notwendigerweise offenbar, die Reflexion unserer Geisteszustände, also daß ich beispielsweise weiß, daß ich wahrnehme.

In dieser Reflexion erscheinen unsere Geisteszustände
  1. als durch einen der fünf (beziehungsweise sieben) Akte hervorgegangen,
  2. von etwaigen Themen ausgehend,
  3. eine gewisse Dauer besitzend und
  4. im Falle der Thematisierung von räumlichen Gegenständen eine gewisse relative Lage zu einander besitzend.
Die letzten beiden Phänomene sprach ich schon im vorigen Beitrag an. Der Witz dieser Reflexion ist, daß sie sowohl wiederum erinnert und vorgestellt werden kann. Ein gutes Beispiel dafür ist durch einen Rhythmus gegeben.

Die Erinnung und Vorstellung überdeckt in ihrem Fall aber nicht die Wahrnehmung dieser Reflexion, sondern besteht parallel zu ihr und erlaubt auf diese Weise ihre Anleitung, also die übergeordnete Besinnung.

Im Falle des Rhythmus' ist dies trivial, wir verwirklichen stets die Regung, welche wir uns gerade übergeordnet vorstellen, gemäß den vorgestellten Dauern der Wahrnehmungen, bis wir durch die übergeordnete Vorstellung durch sind und bei Belieben die übergeordnete Besinnung wiederholen.

Es gibt allerdings auch kompliziertere Fälle beim Suchen einer Reflexion.

Allgemein zu Besinnungen.

Eine Besinnung wird stets durch die Erscheinungen angeleitet, welche in einer Reflexion erscheinen sollen.

Dies ist die Umkehrung des Falles, daß wir etwas reflektieren und dann einige Erscheinungen thematisieren.

Allerdings, wir müssen ja noch mehr umkehren, das heißt, zu den ursprünglichen Themen zurückkehren, welche wir reflektiert hatten.

Und nachdem wir uns diesbezüglich einige Gedanken über Sinn und Zweck der Umkehrung gemacht haben, gelangen wir zu der Überzeugung, daß auf jede nicht übergeordnete umkehrende Besinnung ein Themenwechsel folgen muß, und zwar derart, daß wir jene Erscheinungen thematisieren, welche die Antipoden der anleitenden Erscheinungen sind, also wenn beispielsweise etwas anleitend größer erscheint, dann zu den Erscheinungen von etwas als kleiner wechseln.

Diese Kombination aus Besinnung und Themenwechsel nennen wir antipodische Besinnung. Es folgen aber stets zwei antipodische Besinnungen auf einander, denn die antipodische Erscheinung interessiert uns ja nicht als ganzes.

Wir fügen also eine antipodische Besinnung an, welche, neben möglicherweise zusätzlich nötigen Erscheinungen, durch die Erscheinung der antipodischen Erscheinungen als, möglicherweise dasselbe, Enthaltendes angeleitet wird, wobei wir im Falle der Identität des Enthaltenen denselben Index für die Erscheinungsweise des Enthaltens verwenden.

Ich werde das später technisch ausführen. Wichtig hier ist nur, daß jede nicht übergeordnete umkehrende Besinnung in diese vier Phasen zerfällt:
  1. Besinnug auf das Verhältnis
  2. Themenwechsel auf die antipodischen Erscheinungen
  3. Besinnung auf das Enthaltenheitsverhältnis
  4. Themenwechsel auf das Enthaltene
Diese mögen sich nun wiederum mehrfach wiederholen, und schließlich mag sich eine Verwirklichung, Entsinnung oder Ausmalung anschließen (auch eine Ausmalung in der Reflexion).

Und all diese Schritte werden als Geisteszustände in einer übergeordneten Reflexion vorgestellt, auf welche wir uns wiederum besinnen, um die Schritte auch auszuführen.

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29. Mai 2014

Zwei Beispiele übergeordneter Besinnung, antipodischer und pseudoholistischer Kalkül

Um zu verdeutlichen, was die übergeordnete Besinnung auf eine übergeordnete Vorstellung leistet, werde ich zwei Beispiele angeben.

Beispiel 1 (halbformal). Angenommen ich stehe vor einer Tür und warte darauf, daß sie sich öffnet, um dann umgehend meinen Fuß in den Türspalt zu stellen. Wie wird diese Handlung vorgestellt?
  • [Φν,φ, ν1],
  • [[[Δν,φ,χ, ν2], τ4], φ1],
  • [[[[Δvisuell, ν3], φ2], τ4], φ1],
  • [[[[Sich öffnende Tür, φ3], φ2], τ4], φ1],
  • [[Δν,φ,χ,τ,τ0, ν4], φ1],
  • [[Fuß marsch!, (τ0)4], φ1],
  • [[[Δvisuell, ν5], φ4], φ1],
  • [[[Fuß im Türspalt, φ5], φ4], φ1]
Und diese Vorstellung hat die Besinnung also zu verwirklichen. Dazu muß sie aber, da das als ν2 Erscheinende sich nicht aus etwas heraus zeigt, also keinen τόπος besitzt, warten, bis sich die entsprechende Wahrnehmung einstellt.

An diesem Beispiel kann man dieses aus etwas heraus Zeigen bereits an zwei verschiedenen Stellen studieren. So zeigt sich Fuß im Türspalt aus der Anstrengung Fuß marsch! heraus, aber gleichzeitig zeigt sich die gesamte Wahrnehmung, wie ich den Fuß willentlich in den Türspalt bekommen habe, aus der Wahrnehmung Sich öffnende Tür heraus, oder, um es deutlicher zu sagen, aus mir selbst, während ich die sich öffnende Tür wahrnehme.

Beispiel 2 (halbformal). Wie gehabt, ich möchte zu der Einsicht gelangen, daß ein Gegenstand mir näher gelegen ist als ein Gegenstand c, aber weiter von mir entfernt liegt als ein Gegenstand a.
  • [Φν,φ, ν1],
  • [[[[[Δν,φ,χ,τ, ν2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[Δvisuell, ν3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, φ3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, φ3], φ2], τ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[Δν,φ,χ,τ, ν4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[Δnäher,weiter, ν5], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], φ5], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[Δnäher,weiter, ν6], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], φ6], φ4], τ7], τ10], φ1],
  • [[[Δν,φ,χ,τ, ν7], τ10], φ1],
  • [[[[Λν,φ,τ, ν8], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], α5], τ8], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[Λν,φ,τ, ν9], φ7], τ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], α6], τ9], φ7], τ10], φ1],
  • [[Δν,φ,χ,τ, ν10], φ1],
  • [[[Λν,φ,τ, ν11], φ10], φ1],
  • [[[[[[a, näher5], α5], ο7], τ11], φ10], φ1],
  • [[[[[[c, weiter6], α6], ο7], τ11], φ10], φ1]
Das ist der so genannte antipodische Kalkül. In ihm werden die einzelnen Einsichten, hier als ν5 und ν6 erscheinend, nicht angeleitet, sondern stattdessen die auf ihnen aufsetzenden antipodischen Besinnungen, hier als ν8, ν9 und ν11 bezeichnet.

Dieser Kalkül ist richtig, aber auch ziemlich scheußlich.

Man kann sich viel Schreibarbeit ersparen, wenn man stattdessen den gleichmächtigen pseudoholistischen Kalkül verwendet. In ihm gibt es keine antipodischen Besinnungen. Stattdessen werden Einsichten durch enthaltene Erscheinungen angeleitet, wobei die Angabe von mehrfachen Erscheinungsweisen erlaubt ist, also neben gewöhnlichen Erscheinungen auch Ausdrücke folgender Form.
  • [näheri, weiterj]
Dadurch verschmelzen die betroffenen Einsichten natürlich zu einer Gesamteinsicht, deren übergeordnete Reflexion Δν,φ,χ,τ sich entsprechend auch erst aus mehreren präsent seienden Wahrnehmungen heraus zeigen mag.

So. Man könnte darüber meckern, daß antipodische Besinnungen einzeln angeleitet werden können. Stattdessen könnte man fordern, daß die Anleitung wiederum durch ein τ0 geschehen solle, und entsprechend in einer übergeordneten Reflexion immer nur eine antipodische Besinnung stattfindet.

Das stimmt wohl auch. Aber das hätte den obigen Ausdruck noch länger gemacht.

Der pseudoholistische Kalkül hat keine Grundlage in unserem Denken, aber man kann sich mit der Anleitung der Besinnung durch die Auflösung der Auszeichnung durchmogeln. Für die übergeordnete Besinnung müssen wir das sowieso sagen, wobei der Unterschied allerdings der ist, daß im Falle der übergeordneten Besinnung bei Verwendung des antipodischen Kalküls nur Elemente in der Auszeichnung stehen, welche genau so auch später in unserem Gewahrsein vorhanden sind, während es Mehrfacherscheinungen als synthetische Eindrücke in unserem Denken nicht gibt.

Der antipodische Kalkül ist also ein holistischer Kalkül für die übergeordnete Besinnung, während der pseudoholistische Kalkül ein pseudoholistischer Kalkül sowohl für die einzelne Einsicht als auch für die übergeordnete Besinnung ist.

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24. Mai 2014

Διαλεκτική

Ich werde in diesem Beitrag eine ganze Reihe von Phänomenen am Beispiel der Dialektik im platonischen Sinne erläutern.

Es ist zur Zeit heiß, und das Denken fällt mir schwer. Aber am Abend finden sich dafür schon noch zwei, drei Stunden. So auch gestern. Nachdem ich unsere Haltung zu einer Erwartung an uns selbst erklärt hatte, wollte mir auf einmal nicht mehr einleuchten, was an unserer Haltung wohl Willkür sei. Also ging ich der Frage nach, worin sich unsere Haltung eigentlich zeigt. Und ich stieß dabei auf das, was ich gerade machte, nämlich spatzieren zu gehen, um nachzudenken.

Unsere Haltung besteht aus Vorgehensweisen, welche wir uns zurechtgelegt haben.

Also aus unseren Gepflogenheiten.

Was aber ist der Unterschied zwischen einer Gepflogenheit und einer Gewohnheit?

Sie mögen jetzt einwenden, das sei dasselbe, aber in dem Moment, als ich unsere Haltung in unseren Gepflogenheiten festzuhalten meinte, war mir etwas wesentlich, was von unseren Gewohnheiten nicht gilt.

Und dies ist nun eine dialektische Frage im platonischen Sinne, also eine Frage von der Art, wie sie der Fremde aus Elea im Sophistes und Politikos immer wieder stellt. Er nimmt zwei Begriffe, welche einander bis auf eines gleichen, und fragt, was dieses eine ist.

Διά bedeutet durch, und λἐξις Vokabel, im Gegensatz zu λόγος, was soviel wie Verständnisform bedeutet, unter anderem etwa Prinzip und Verhältnis.

Διαλεκτική bedeutet also durch Vokabeln.

Es ist manchmal das beste, schlicht den Sachverhalt zu erfassen. Denn wo es um nichts mehr als gerade ihn geht, erspart das fruchtlose Abschweifungen. Übrigens auch im ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Die Verständnisform, welche im Anfang war, ist das Verhältnis zwischen Gott und von ihm ausgehenden Bewußtsein, deswegen ist es sowohl Gott, als auch bei Gott. Dies sind die beiden Teile, welche im Verhältnis stehen: Gott und das bei Gott Sein. Dieses ist das Licht der Menschen und so weiter.

Und so also auch bei Διαλεκτική. Natürlich kann mit durch Vokabeln alles mögliche gemeint sein, aber in jedem Falle hat es etwas damit zu tun, Vokabeln zu einem bestimmten Zweck zu gebrauchen.

Oder jedenfalls sollte es in jedem Falle etwas damit zu haben, denn Hegel und Marx haben sich nicht daran gehalten. Und Kant nur bedingt, insofern er der Angelegenheit ihren Zweck absprach.

Und Platon meinte mit Διαλεκτική wie gesagt die Auffindung einer Erscheinungsweise, welche das Denken einer Vokabel vom Denken einer anderen Vokabel unterscheidet.

Man kann soweit gehen, den gesamten sokratischen Dialog (lustig, nicht? Sokratischer Dialog, eleatische Dialektik.) als ein Mittel zu eben demselben Zweck zu verstehen, wobei ich für mich viel mehr aus dem Sophistes und dem Politikos gezogen habe als aus den sokratischen Dialogen. Aber das platonische Prinzip ist in beiden Fälle dasselbe, nämlich die Bedeutung zweier verwandter Worte neben einander zu stellen oder entsprechend zwei verschiedene Sichtweisen auf dieselbe Sache. Wirklich, warum heißt es nicht Hegelsche Dialogik?

Nein, dieser Aspekt ist nicht Teil unseres Allgemeinwissens über Platon. Falls Sie das in 2500 Jahren lesen...

Die Besinnung auf die Bedeutungsdifferenz zweier Worte heiße dialektische Besinnung.

Und meine dialektische Besinnung auf die Bedeutungsdifferenz zwischen Gepflogenheit und Gewohnheit führte mich gestern abend darauf, daß unsere Gepflogenheiten unsere Studienobjekte sind und unsere Gewohnheiten nicht.

Das führt auf die nächste Frage: Wodurch kann etwas Studienobjekt sein?

Es ist ja so, wenn ein Eindruck gegeben ist, dann läßt sich reflektieren, wie er erscheint, aber das sind keine Studien, schließlich läßt sich der Eindruck ja gar nicht anders denken, allenfalls unklarer.

Etwas kann also nur dann Studienobjekt sein, wenn es in einem Verhältnis zu etwas steht, was noch nicht gegeben ist.

Unsere Wahrnehmungsvermögen sind also Studienobjekte. Aber abgesehen von unserer übergeordneten Reflexion langweilige Studienobjekte, da das in ihnen Erscheinende für uns als solches Jacke wie Hose ist, wie gesagt, mit Ausnahme der übergeordneten Reflexion, weil das in ihr Erscheinende bewußt werden kann, das heißt die Fähigkeit besitzt, sich zu verstecken und auch versteckt zu bleiben.

Aber im Falle der anderen Wahrnehmungsvermögen... Ich sehe, höre, rieche, schmecke und so weiter... na und? Erwächst mir irgendeine Erkenntnis daraus?

Gut, etwas Erkenntnis erwächst mir auch daraus. Ich weiß, daß, was immer ich sehe, gelegen und farbig ist. Ich weiß, daß, was immer ich schmecke, zu gewissen Graden süß, sauer, salzig, bitter und scharf ist. Und im Falle des Gehörs und des Geruchs kann man noch nicht einmal behaupten, daß die entsprechenden Erscheinungen übersichtlich sind. (Im Falle des Geschmacks auch nicht so ganz, der fünfte Geschmacksnerv soll ja speziell dafür sein zu schmecken, wie lecker Käse ist. Es fällt mir schwer, das subjektiv zu bestätigen.)

All diese Erscheinungen finde ich aber in der übergeordneten Reflexion und nicht in den betroffenen Wahrnehmungen, ich muß nur wahrnehmen, um dort etwas zu finden. Und ich muß mich auch hierbei auf einen Bedeutungsunterschied besinnen, also was zwei wahrgenommene Eindrücke von einander unterscheidet.

An dieser Stelle sollten wir das mit den Studienobjekten noch einmal überdenken. Genügt es zu fordern, daß ein Studienobjekt in einem Verhältnis zu etwas steht, was noch nicht erscheint?

Oder ist es nicht vielmehr so, daß im Falle der dialektischen Besinnung und auch der nahe verwandten Besinnung auf die Differenz zweier Eindrücke, die Studienobjekte Besinnung und Parameter sind?

Oder auch nur Besinnung oder Parameter?

In welchem Falle Parameter beziehungsweise Besinnung zu Parametern des Studiums werden?

Letzteres ist formal gesehen die natürliche Sicht, aber die dazu nötige biduale Beziehung zwischen Parameter und Einsetzungsfunktion auf dem Funktionenraum dürfen wir nicht implizit voraussetzen.

Nein, ein Studienobjekt sei ein Eindruck, welcher, möglicherweise zusammen mit anderen Eindrücken, einen Geisteszustand anleitet und, möglicherweise mit ihnen, als solcher erfaßt wird.

Um also die übergeordnete Reflexion zu studieren, brauchen wir geeignete Studienobjekte, an welchen sie ihren Inhalt preisgibt.

Ohne diese können wir es auch nicht.

Deshalb sokratischer Dialog oder eleatische Dialektik.

Nun gut, mit Bezug auf die vorigen Bezeichnungen läuft es also darauf hinaus, μέθοδος durch νοῦς anzugeben und ἰδιος durch φαινόμενον und die Anleitung dann auf noch zu bestimmende Weise für βάσις und ψεῦδος zu verwenden.

Dabei ist es aber nicht so, daß wir uns nur besinnen würden, um etwas zu studieren. Wir besinnen uns, um unsere übergeordnete Reflexion zu studieren, beziehungsweise (die Erfassungsdifferenz) irgendwelche(r) Eindrücke. Wir hoffen auf diese Weise Erscheinungsweisen zu finden, welche uns zuvor noch nicht bewußt waren.

Aber wenn wir einen wahrgenommenen Gegenstand studieren wollen, so verwirklichen wir dazu eine bestimmte Muskelanspannung, um zu sehen, wie er sich unter dieser verhält. Das ist die ganze Physik. Also, um ein Beispiel zu bringen, wenn ich etwa einen Flummi in meiner Hand halte und dann die Anspannung meiner Muskeln verwirkliche, welche den Flummi fallen läßt, so gewinne ich die Erkenntnis, daß der vorher lediglich als nicht sonderlich schwere Kugel wahrgenommene Flummi springt.

Heureka! Er springt!

(Und wie er springt! Das ist ja kaum zu glauben... Also wenn ich ihn jetzt dagegen werfe... Aua!)

So gewinnen wir also Aufschluß über die Welt und unseren Geist.

Im Falle der Verwirklichung stoßen wir dabei allerdings auf ein Problem. Ich sehe den Flummi ja die ganze Zeit. Also nicht mehr, wenn ich ihn gegen die Wand geworfen habe, aber vorher, wenn ich ihn nur fallen gelassen habe. Es ist also eine Wahrnehmung ihn zu halten und ihn fallen zu lassen. Und parallel zu ihr verwirkliche ich. Aber dadurch wird die eine Wahrnehmung zerlegbar in zwei Teile. Da ist einmal das nur Wahrgenommene, und dann ist da das sich durch die Verwirklichung Zeigende. Und dieses beginnt zunächst ganz unspektakulär, bis der Flummi dann den Boden erreicht.

Und auch bei der Besinnung möchte ich davon sprechen, daß sich etwas zeigt, selbst wenn es dort kein Kontinuum gibt, welches geschieden werden müßte. Sich Zeigen ist schlicht die adäquate Erfassung angeleiteter Eindrücke, sie zeigen sich, Punkt.

Aber zurück zu unseren Gepflogenheiten. Es handelt sich bei ihnen um Auszeichnungen von Taten, ohne daß ich diese an dieser Stelle formal behandeln möchte, und wenn wir diese Auszeichnungen durch übergeordnete Besinnung verwirklichen, so zeigt sich allerlei.

Und genau das studieren wir, bei unseren Gepflogenheiten. Nicht aber bei unseren Gewohnheiten.

Ich hatte beispielsweise gestern abend meinem Spatzieren Gehen anfangs eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Also daß diese Unrast, in einem Haus eingesperrt zu sein, weil draußen die Sonne senkt (mein orthographisches Vermögen, beispielsweise), endlich von mir abfiele.

Aber das war natürlich selten blöd. Wenn ich aus einem Haus gehe, gehe ich aus einem Haus. Das wurde dann aber langsam besser und schließlich erkannte ich, daß die Gepflogenheit, um welche es mir eigentlich ging, darin besteht, mich durch das Schreiten auf das sich Zeigende einzustimmen, mir eine Metapher für das Studium der übergeordneten Reflexion an die Hand zu geben, wie auch dort, durch den Schritt in der Richtung der Untersuchung, sich das Gesuchte zeigt, konkret etwa durch dialektische Besinnung.

Diese Gepflogenheit ist Teil meiner Haltung. Da haben Sie ein konkretes Beispiel im Detail.

Und jetzt zu den Erwartungen im uneigentlichen Sinne.

Wenn ich ein Studienobjekt studiert habe, wie hier beispielsweise meine Gepflogenheit spatzieren zu gehen und als Teil derselben den Unterschied zwischen Gepflogenheiten und Gewohnheiten, wenn nicht gar die dialektische Besinnung an sich, so muß ich ja auf irgendeine Weise festhalten, was sich am Studienobjekt zeigt. Und genau das sind meine Erwartungen im uneigentlichen Sinne, Auszeichnungen dessen, was sich am Studienobjekt (so schlecht ist's mit τόπος nicht benannt) für wahr gehaltener Weise zeigt.

Ich bin mit dieser Betrachtung ziemlich weit vom Vornehmen abgekommen, welches sowohl für unsere Haltung als auch für unsere Erwartungen eine zentrale Rolle spielen sollte, aber durch die vorherige implizite Verquickung habe ich mir keinen Gefallen getan, und die hiesige Ausbreitung sollte den weiteren Weg erleichtern.

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27. November 2019

Klare Definitionen

In der Rückschau auf die vorigen Beiträge erscheint mir Vieles klarer.

Weg:
  • Anschauung, vorgestellt bei der Suche, wahrgenommen bei der Anwendung,
Gesetz:
  • Begriff,
Suchreihenfolge:
  • Verfolgung sucht Begriff,
  • Einlösung sucht vorgestellte Anschauung,
  • Auslösung sucht wahrgenommene Anschauung,
Anwendungsreihenfolge:
  • Verfolgung wendet wahrgenommene Anschauung an,
  • Einlösung wendet Begriff an,
  • Auslösung wendet vorgestellte Anschauung an,
Beklommenheit:
  • Problem besteht bei der Begriffsanwendung,
  • Problem wird behoben durch eine Begriffssuche, Ziel Berufenheit:
    • immanente Behebung durch Erfassung von Verhältnissen,
    • materielle transzendente Behebung durch Spiegelung in Folge der Besinnung auf Rechtschaffenheit,
  • Problem wird behoben durch eine Begriffssuche, Ziel Berufenheit:
    • ideelle transzendente Behebung durch Gebet für die Gnade,
Die Besinnung auf die eigene Rechtschaffenheit ist eine Einlösung, welche eine Anschauung von Aufgaben (selber Begriffe) liefert, welche sich auslösen läßt.

Besessenheit:
  • Problem besteht bei der Anwendung der wahrgenommenen Anschauung,
  • Problem wird behoben durch die Suche einer vorgestellten Anschauung, Ziel Wagemut:
    • immanente Behebung durch Selbstvertrauen,
    • materielle transzendente Behebung durch registrative Überschneidung in Folge der Besinnung auf Verbundenheit, mit anderen Worten den momentanen partiellen Übertritt der Schöpfung zum eigenen Glauben,
  • Problem wird behoben durch die Suche einer wahrgenommenen Anschauung, Ziel Eingeholtheit:
    • ideelle transzendente Behebung durch Gebet für die Bahn,
Die Besinnung auf die eigene Verbundenheit ist eine Einlösung, welche die Anschauung von registrierten Umständen (selber Begriffe) liefert, welche sich auslösen läßt.

Betretenheit:
  • Problem besteht bei der Anwendung der vorgestellten Anschauung,
  • Problem wird behoben durch die Suche einer wahrgenommenen Anschauung, Ziel Eingeholtheit:
    • immanente Behebung durch Vornehmen einer Haltung,
    • materielle transzendente Behebung durch Stabilisierung in Folge der Besinnung auf Frieden,
  • Problem wird behoben durch die Suche einer vorgestellten Anschauung, Ziel Wagemut:
    • ideelle transzendente Behebung durch Gebet für den Glauben,
Die Besinnung auf den Frieden ist eine Einlösung, welche eine Anschauung von Auswirkungen (selber Begriffe) liefert, welche sich auslösen läßt.

kulturelle Beklommenheit:
  • indogermanischer kultureller Ansatz,
  • das gesellschaftlich Erlaubte erschwert die Begriffsanwendung,
  • Ablehnung durch Gesetzesbruch,
  • immanente Akzeptanz durch Erfassung der gesellschaftlichen Regeln,
  • (materielle) transzendente Akzeptanz durch Besinnung auf Rechtschaffenheit,
kulturelle Besessenheit:
  • tibeto-japanischer kultureller Ansatz,
  • gesellschaftliche Überwältigung erschwert die Anwendung der wahrgenommenen Anschauung,
  • Ablehnung durch Rache,
  • immanente Akzeptanz durch Beschwichtigung der Gewaltigen,
  • (materielle) transzendente Akzeptanz durch Übertragung der eigenen Verbundenheit*,
* auf diese Weise wird das Kollektiv zur Berücksichtigung der eigenen Interessen bewegt. Ein Spezialfall aus der Anfangsphase des Christentums besteht darin, das Kollektiv zur Aufgabe der Überwältigung als kulturelles Mittel zu bewegen, also dazu, die Würde von Sklaven zu achten. Akzeptanz bedeutet in dem Falle freilich nur, die Gewaltigen friedlich zur Aufgabe der Überwältigung zu bewegen. Allerdings ist dies nur dann die christliche Position, wenn die Gewaltigen in eine solche Kultur hineingeboren wurden. Wenn sie sich hingegen bewußt gegen das Christentum entscheiden und zu einer solchen Kultur übergehen, so haben sie dem Heiligen Geist abgeschworen, sofern die Bevölkerungszusammensetzung keine tibeto-japanische ist, und stehen außerhalb des Friedens.

kulturelle Betretenheit:
  • semitischer kultureller Ansatz,
  • gesellschaftliches Vertrauen erschwert die Anwendung der vorgestellten Anschauung,
  • Ablehnung durch Verrat,
  • immanente Akzeptanz dadurch, sich vorzunehmen, seine Mitmenschen zu berücksichtigen,
  • (materielle) transzendente Akzeptanz durch Besinnung auf den Frieden,
das Schöne, Gegenstand der Muße:
  • wessen Anwendung dem Problem zum Trotz gelingt,
das Wesentliche, Gegenstand der Bestrebung:
  • wozu sich des Problematischen gelungene Anwendung verwerten läßt,
das Mächtige, Gegenstand der Verantwortlichkeit:
  • wessen gelungene Anwendung des Problematischen gelungene Anwendung erst ermöglicht,
beispielsweise sind Schüler im modernen deutschen Schulsystem beklommen, ihnen bereitet die Lösung der gestellten Aufgaben Probleme, und der Lehrer ist für sie verantwortlich, weil seine Verfolgung des vorliegenden Sachverhalts die Begriffe liefert, welche die Schüler einlösen müssen.

Gestimmte:
  • Hang zur Begriffsanwendung und -suche,
Fordernde:
  • Hang zur Anwendung wahrgenommener Anschauung und zur Suche vorgestellter Anschauung,
Erregte:
  • Hang zur Anwendung vorgestellter Anschauung und zur Suche wahrgenommener Anschauung,
aus diesen Definitionen ergibt sich, daß
  • besessene Gestimmte einen Hang zum Wesentlichen haben, ebenso wie
  • betretene Fordernde und
  • beklommene Erregte
und deshalb neigen
  • Gestimmte zur Ablehnung der tibeto-japanischen Kultur,
  • Fordernde zur Ablehnung der semitischen und
  • Erregte zur Ablehung der indogermanischen,
denn das Schöne ist ihnen dann nur Mittel zum Zweck.

Andere Dinge ergeben sich nicht direkt aus diesen Definitionen, sondern erst aus der Betrachtung der Lebenssituation, insbesondere daß
  • Gestimmten erst der Glaube genügt, weil er das Verständnis krönt,
  • Fordernden die Haltung oder das Verständnis, weil sie die Absicht krönen und
  • Erregten schon die Absicht, weil sie die Auswirkung krönt.
Dennoch ist durch diese Erklärungen viel gewonnen. Zu den Zeitaltern möchte ich hier nicht mehr sagen, es brächte keinen Gewinn, einzig, daß sie nicht öffentliche Bestürztheiten genannt werden sollten, sondern geschichtliche Bestürztheiten, und daß die Zurechnung der materiellen transzendenten Akte zu den Bestürztheiten hier kein Fehler ist und auch nicht im Widerspruch zu meinen Äußerungen zu den Zeitaltern steht, sondern daß die Komplexität der Zeitalter vielmehr beinhaltet, daß es zu Nebenbestürztheiten kommt, insbesondere der dem Mächtigen gemeinschaftlich Dienenden, welche also zu den materiellen transzendenten Akten ihrer Nebenbestürztheit greifen, um der himmlischen Ehrbarkeit im Heiligen Geiste zu genügen, wovon ich weiter oben auch ein Beispiel angegeben habe.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Statt von registrierten Umständen kann man beziehungsweise auch von Angelegenheiten sprechen, welche der wahrgenommenen Anschauung innewohnen.

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16. April 2025

Besinnungsbedingungen oder Wer ist Gott?

Es gibt drei Besinnungsbedingungen:
  • der Ansatz, welcher bestimmt, wie eine Besinnung verlaufen sollte,
    • die Verbindung oder die Vorstellung, wie eine Verfolgung verlaufen sollte,
    • der Belang, wie eine Einlösung verlaufen sollte und
    • das Ziel, wie eine Auslösung verlaufen sollte,
  • die Anpassungs- oder Rechtfertigungsadäquanz, welche bestimmt, wann eine Besinnung stattfinden sollte,
    • die Dringlichkeit, wie eine Ausrichtung und wann eine Verfolgung,
    • die Bedeutsamkeit, wie eine Berücksichtigung und wann eine Einlösung, und
    • die Sinnhaftigkeit, wie eine Rechenschaftgebung und wann eine Auslösung, und
  • die Liebe, welche bestimmt, wie es einer Besinnung ergehen sollte,
    • die Verbundenheit, ob die Verfolgung auf Gewogenheit hoffen darf,
    • die Liebe im engeren Sinne, ob die Einlösung auf Gestimmtheit im Gegensatz zu Verstimmtheit, und
    • die Zufriedenheit, ob die Auslösung auf Entschlossenheit im Gegensatz zu Hemmung.
Die Bedingung durch die Liebe sieht man am deutlichsten an Kindern,
  • welchen nichts gelingen will, wenn sie etwas nicht verbunden, nicht mit dem Herzen dabei sind,
  • welchen sich etwas verhaßtes vorzustellen bereits Unbehagen bereitet und
  • welche gehemmt sind, wenn sie etwas tun sollen, womit sie unzufrieden sind.
Was die Ansätze angeht, so möchte ich sie noch einmal neu definieren,
  • den Impuls als das Erwachte, auch wenn es weder reflektiert noch ausgemalt wird,
  • die Verbindung als das Ausgelöste und Aufmerksamkeitsgenießende, dessen Impulse wir aufnehmen,
  • die Vorstellung als das Vorgestellte und Bedachte, welches verfolgt wird,
  • den Belang als das Verfolgte oder Eingelöste, sowie Verstandene, welches eingelöst wird, und
  • das Ziel als das Vorgestellte und Bedachte, welches ausgelöst wird.
Die Besinnungen gehen dann von einem Ansatz zum nächsten über, wobei der vorangehende die Gestalt des folgenden vorzugeben beabsichtigt, und in diesem Sinne sind alle Besinnungen Auslösungen, welche Ansätze auslösen, was ich als die Vorgebungssicht der Besinnungen bezeichnen möchte, nach welcher die Besinnungen Vorgaben sind, welche sich das vorgeben, was die Entwicklung der Ansätze vorgibt, woraus sich die weitere Entwicklung ergibt. Diese Entwicklung wird also von den Vorgaben aufgegriffen und zugleich ausgesetzt. Ein Einsetzen findet hingegen nicht statt.

Die Besinnungsbedingungen bilden die Grundlage für die revisionszwänglichen Gefühle, insofern
  • der Ärger daher rührt, etwas geliebtes bei einer Besinnung nicht aufgreifen zu können,
  • die Angst daher, einen Ansatz bei einer Besinnung aussetzen zu müssen, und
  • der Schrecken daher, eine adäquate Haltung nicht aufbauen zu können.
Zu letzterem. Ebenso wie die Adäquanz bestimmt, wie eine Rechtfertigung stattfinden sollte, tut es auch die Haltung, also
  • der Umgang, wie die Ausrichtung,
  • die Vorhaltung, wie die Berücksichtigung und
  • die Bestreben, wie die Rechenschaftgebung,
und wenn wir die Adäquanz als Anpassungsadäquanz verstehen, muß die Haltung ihr entsprechen, denn
  • Umsetzen ist ohne einen Umgang, welcher das Aufrufen der einzelnen Verfahrensschritte steuert, nicht möglich,
  • Begegnen nicht ohne eine vorgehaltene Theorie der Auswirkungen und
  • Befriedigen trivialerweise nicht ohne Bestreben,
wobei alle Teile der Haltung durch das Einsetzen von Abzielungen weiterentwickelt werden.

Wir können also von
  • der Angewiesenheit der Besinnungen auf die Liebe,
  • der Ansatzausgeliefertheit der Besinnungen und
  • der Geforderheit einer adäquaten Haltung
sprechen, und aus diesen Seinslagen heraus beten wir, aus der
  • Angewiesenheit materiell, uns auf die Liebe besinnend, wenn wir zur auf sie angewiesenen Besinnung ansonsten nicht fähig wären, beziehungsweise im Falle des spiegelnden Gebets parallel zu ihr,
  • Ausgeliefertheit funktional, uns auf den Ansatz besinnend (ich schrieb Gefaßtheit, was mittlerweile zur Aussicht wurde, welche dem Ansatz sehr ähnlich ist, aber genau genommen besinnen wir uns auf letzteren), wenn wir die übrigen Mitglieder des Lebenskreises in den Bann des Ansatzes ziehen wollen, und
  • Gefordertheit ideell, uns auf die Anpassungsadäquanz besinnend, um unsere Selbstfestlegung, welche mit ihr beginnt, also
    • die Verpflichtung mit der Umsetzung, an welche sich die Begegnung anschließt,
    • das Gelübde mit der Begegnung, an welches sich die Befriedigung anschließt, und
    • die Anerkennung mit der Befriedigung, an welche sich die Umsetzung anschließt,
    holistisch oder analytisch durch Revidierbares zu unterstützen,
    • die Begegnung durch eine aussetzbare Theorie der Auswirkung (Öffnung),
    • die Befriedigung durch einsetzbare Abzielungen (Angriffspunkte) und
    • die Umsetzung durch aufgreifbare Umstände (Anhaltspunkte),
und damit können wir nun die Frage stellen, wer Gott ist.

Betrachteten wir nur das In den Bann Ziehen des Lebenskreises, stellte sich die Welt in Schopenhauer'scher Weise als sich selbst verzehrender Wille dar. Betrachteten wir nur die materielle Bekräftigung der Liebe, stellte sich Gott in Plotinos'scher Weise als materiell emanierende Idee des Guten dar, und wenn wir die transzendenten Einheiten des Lebenskreises und des (materiellen) Seins verbinden, stellt sich Gott in Philip Kindred Dick'scher Weise als Verwandler einer gestörten Welt zum Guten dar.

In gewisser Hinsicht ist die Unterstützung bei der adäquaten Selbstfestlegung der materiellen Bekräftigung der Liebe vergleichbar, nur daß die gute Haltung auf allen Ebenen bekräftigt wird. Dennoch ändert dies die Auffassung, denn zum ersten bedarf Gott zu ihrer Unterstützung einer allwissenden Intelligenz, und zum zweiten findet weniger eine Verwandlung einer gestörten Welt statt, als die Heißung eines ansatzausgelieferten Bewußtseins, einerseits durch die Grenzen, welche die Liebe zieht, und zum anderen durch die Offenbarung und Annehmbarmachung des Adäquaten.

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14. Dezember 2018

Die Mechanismen der Erkenntnis des Möglichen

Einsicht haben wir nur in das, was uns vor Augen steht. Es bleibt also der Ursprung unserer Urteile über das Mögliche zu klären.

Unsere Urteile über das Mögliche sind logische Schlußfolgerungen, welche auf bestimmten Grundannahmen bezüglich unserer Besinnungen beruhen. Es wird am besten sein, die hierbei auftretenden Elemente der Reihe nach vorzustellen.

1. Unter einer Sammlung verstehen wir eine Besinnung, welche zu einer endlichen Anzahl gleichartiger (unter einen gemeinsamen Begriff fallenden) Gegenstände einen weiteren solchen Gegenstand hinzufügt. Über die Art der Gegenstände ist dabei nichts gesagt, sie müssen nur allesamt zugleich durch die Besinnung im Bewußtsein verbleiben, beziehungsweise durch sie in es hinzutreten.

2. Wir nehmen an, daß wir die Gegenstände einer Sammlung versehen können (ihnen etwas zuordnen).

3. Selbst wenn uns die versehende Besinnung Schwierigkeiten bereiten sollte, nehmen wir an, daß ihr Ergebnis stets bewußt gemacht werden kann. Mit anderen Worten setzen wir es voraus.

4. Wir nehmen an, daß unsere Besinnungen und das, was wir an ihnen grundsätzlich erkennen, an einer Sammlung etwa, daß etwas durch sie hinzukommt, unabhängig davon sind, worauf wir sie anwenden. Mit anderen Worten verallgemeinern wir sie.

Die Transitivität des Größeren (A>B und B>C => A>C) ergibt sich aus der Verallgemeinerung der hinzufügenden Natur der Sammlung. Die Transitivität des Ferneren beruht fernerhin auf der Versehung von Lagen mit Entfernungen, sowie der Voraussetzung des Erfolgs dieser Vorstellung.

Die Einsicht in die logische Möglichkeit (daß etwas unter einen Begriff fällt oder nicht) gestaltet sich ähnlich kompliziert. Hier muß jeder Begriff zunächst mit der Wahrnehmung seines Enthaltenseins in dem Teil unseres Bewußtseins, in welchem er wahrgenommen wird, versehen (also reflektiert) werden, bevor erkannt werden kann, daß er nur in diesem Bereich liegen kann oder nicht, indem die logische Möglichkeit zu einer Frage der Existenz des betreffenden Begriffs im betreffenden Teil unseres Bewußtseins wird und Nichtexistenz aufgrund des fehlenden Vorliegens eines Bezugpunktes gar nicht anders definiert werden kann als durch die logische Verneinung der Existenz, womit wir wie folgt auf die Unmöglichkeit eines dritten Daseinszustandes schließen können: Wenn nicht existent, dann nichtexistent, (weil nichtexistent eben nur als nicht existent definiert sein kann). Mit anderen Worten wird das prädikative Sein durch Reflexion in existentielles Sein überführt, und dann aus dem parmenides'schen Unmöglich kann doch sein, daß das Nichtseiende ist. geschlossen, daß es sich beim Nichtsein nur um das Nicht Sein handeln kann (ausgehend von der Notwendigkeit der Bezugnahme beim Begreifen).

Weitere Beispiele erspare ich mir. Aber da mir heute eine Sache klarer geworden ist als sie es mir bisher war, möchte ich dies noch hinzufügen. Begriffe treten natürlicherweise als Teil von Eindrucksbündeln während der Wahrnehmung auf und der Vergleich mehrerer solcher Bündel, welche denselben Begriff enthalten, hilft sowohl, den einzelnen Begriff zu isolieren, als auch seine Bedeutung zu erkennen. Im besonderen bilden sich relative Begriffe, also Verhältnisse, automatisch bei Sammlungen, wobei es immer der gegenwärtig erfaßte Gegenstand ist, welcher unter den relativen Begriff fällt, und der vorangegangene, zu welchem er im Verhältnis steht. Bei nur zwei Gegenständen ist es dabei selbstverständlich möglich, wiederholt vom einen zum anderen zu wechseln und so abwechselnd in sich einander entgegengesetzte Begriffe hervorzurufen. Ob eine Wahrnehmung eine Vorstellung oder eine Erinnerung oder im engeren Sinne wahrgenommen ist, wird durch die Besinnung darauf, durch welche Entscheidung die Wahrnehmung verantwortet wurde, beantwortet. Erinnerungen und Vorstellungen sind in dem Sinne flach, daß es zwar möglich ist, sich zu erinnern oder sich vorzustellen, sich entschieden zu haben, aber nur als reflexives Fazit, als angenommene Aussage, nicht aber in dem Sinne, daß die Besinnung auf den verantwortenden Akt jemals etwas anderes als die gegenwärtige Erinnerung oder Vorstellung selbst in den Sinn riefe, wie auch die Besinnung zur Bestätigung eines Begriffs als Teil eines Eindrucksbündels ihn nur bei dessem Enthaltensein im Sinn behält, woran die Vorstellung nichts zu ändern vermag, was nichts anderes heißt, als daß Wahrnehmungen im weiteren Sinne auf das Ergebnis einzelner Besinnungen beschränkt sind, wie ja auch der Alkoholkonsum einzelne Wahrnehmungen gänzlich unterdrücken kann, ohne die Entscheidungsfähigkeit selbst zu beseitigen, im Gegensatz wozu der Traum darum so kurz ist, weil er aus unerwogenen Vorstellungen heraus entspringt, der Entscheider also ruht und bloß wahrnimmt, wobei in allem die Wahrnehmung die der Entscheidung widerfahrende Gnade ist.

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26. November 2019

Die transzendenten Selbstbezüge der Suche

Die im Beitrag Ideelle Eindrücke als Besinnungsverständnis beobachtete Permutation der chronologischen Reihenfolge von Weg, Gesetz und Schicksal der Ehrbarkeiten, Gefordertheiten und Gefaßtheiten, also von
  • Weg: Verbundenheit, Gesetz: Rechtschaffenheit, Schicksal: Frieden,
  • Weg: Dringlichkeit, Gesetz: Bedeutsamkeit, Schicksal: Sinnhaftigkeit,
  • Gesetz: Berufenheit, Weg: Wagemut, Schicksal: Eingeholtheit,
beruht darauf, daß sich Ehrbarkeiten und Gefordertheiten auf die Anwendung der Suche beziehen, Gefaßtheiten aber auf den Vollzug der Suche.

Anwendung der Suche. Bei der Anwendung der Suche erscheint die Suche als Streben aus der Bewertung des Loses zum versetzten Erfolg. In dieser Sicht ist das Los der Weg, das Streben das Gesetz und der Erfolg das Schicksal, mit anderen Worten wird die Suche als Transformation der eigenen Lage verstanden, ohne zu fragen, wie sich diese Transformation vollzieht. Ehrbarkeiten, nun, bezeichnen das Gesuchte im Los, im Streben oder im Erfolg, beziehungsweise in der Verfolgung, in der Einlösung oder in der Auslösung, konkret,
  • wem wir verbunden sind: was wir einbeziehen müssen,
  • was rechtschaffen ist: worin die Aufgabe der Suche besteht und
  • was zufriedenstellend ist: was zu verwirklichen ist,
und Gefordertheiten die Wichtigkeit der Auffindung des Gesuchten, also daß
  • Verbundenheit dringlich,
  • Rechtschaffenheit bedeutsam und
  • Friede sinnhaft ist,
wobei das Gesuchte hier synonym für das Ziel einer Besinnung steht.

Vollzug der Suche. Der Vollzug der Suche gliedert sich wie folgt:
  • Aufgabe,
  • Lösung (Einlösung, Absicht, Entwurf)
  • Erlösung (Auslösung, Verwirklichung),
und hierbei ist es nun so, daß die Aufgabe das Gesetz, die Lösung der Weg und die Erlösung das Schicksal ist. Die mannigfachen Bezeichnungen hierbei sind kein Spleen, sondern eine praktische Notwendigkeit, um sich nicht zu verwirren. Allerdings vollzieht sich die Suche nicht zwangsläufig in zwei Schritten (Lösung und Erlösung). Den wahren Gang der Dinge habe ich im Beitrag Von den vollständigen Wahrnehmungen beschrieben. Hier möchte ich es so zusammenfassen:
  1. wir finden uns an eine Aufgabe gebunden,
  2. wenn wir es nicht schaffen, sie zu lösen, versuchen wir es mit einem Ansatz (einer Probeaufgabe), zurück zu 1.
  3. wir finden eine (möglicherweise erweiterte) Lösung einer Aufgabe (und möglicherweise eine Teillösung der ursprünglichen Aufgabe) vor,
  4. wenn die Aufgabe von dieser Lösung keine Verwirklichung verlangt, vorwärts zu 6, andernfalls erlösen wir uns lösungsgemäß von der Aufgabe (Probleme hierbei sind praktischer Art und sollen an dieser Stelle übergangen werden),
  5. wir finden eine (möglicherweise erweiterte) Erlösung von einer Aufgabe (und möglicherweise eine Teilerlösung von der ursprünglichen Aufgabe) vor,
  6. wenn sie uns nicht dazu in die Lage versetzt, die jüngste ausstehende Aufgabe zu lösen, zurück zu 1, andernfalls zu 3, es sei denn, es stehen keine Aufgaben mehr aus
  7. wir finden eine (möglicherweise erweiterte) Lösung der ursprünglichen Aufgabe vor,
  8. wenn sie von ihrer Lösung keine Verwirklichung verlangt, sind wir nicht mehr gebunden, andernfalls erlösen wir uns lösungsgemäß von ihr, um es nicht mehr zu sein.
Die Gefaßtheiten, nun, bezeichnen die Stationen des Vollzugs:
  • Berufenheit durch eine Aufgabe,
  • Wagemut zur Verwirklichung einer Lösung,
  • Eingeholtheit durch eine Erlösung,
und wie wir an der voranstehenden Liste erkennen können, kann sich Berufenheit wiederholen und Wagemut direkt zur Berufenheit zurückkehren, ohne daß es je zur Eingeholtheit käme (insbesondere in der Mathematik). 

Mechanismus der chronologischen Permutation. Die chronologische Permutation von Weg, Gesetz und Schicksal kommt nun dadurch zu Stande, daß wir uns aus dem Vollzug der Suche auf ihre Anwendung beziehen oder umgekehrt aus ihrer Anwendung auf ihren Vollzug, wobei Weg auf Weg, Gesetz auf Gesetz und Schicksal auf Schicksal bezogen wird.

Aber betrachten wir dies besser am Beispiel der funktionalen und materiellen transzendenten Akte, bei welchen uns diese Bezüge begegnet sind.

Der Vollzug der Suche erlaubt durch (eigentliche) Erwartung Telepathie, nämlich das Erfassen
  • der Dringlichkeit des Loses der erwarteten Verwirklichung einer Absicht, also des zu Verfolgenden,
  • der Bedeutsamkeit des Strebens, eine Aufgabe zu lösen, deren Lösung erwartet wird, also des Einzulösenden, und
  • der Sinnhaftigkeit des Erfolgs, die Verwirklichung einer Absicht auszulösen, deren Verfolgung erwartet wird, also des Auszulösenden,
und die funktionalen transzendenten Akte rufen diese Telepathie durch die Besinnung auf die zur Erwartung gehörige Gefaßtheit hervor, also auf
  • den Wagemut zur Verwirklichung,
  • die Berufenheit zur Lösung und
  • die Eingeholtheit, an welche sich die Verfolgung anschließt.
Die Anwendung der Suche führt durch Erfahrung zur Weltbildung, nämlich
  • das Verfolgen der Verwirklichung eines Entwurfs zu den registrierten Umständen eines Loses,
  • das Lösen einer Aufgabe zu den geistigen Eigenschaften eines Strebens und
  • das Auslösen der Erlösung von einer Aufgabe zu den zeitlichen Auswirkungen eines Erfolgs,
und materielle transzendente Akte beruhen nun darauf, daß sich die Weltkonstituenten verbreiten lassen, und zwar
  • durch registrative Überschneidung, indem die Besinnung auf dasjenige, welchem das eigene Los verbunden ist, zum Wagemut der Schöpfung zur Verwirklichung des ihm zu Grunde liegenden Entwurfs führt,
  • durch geistige Spiegelung, indem die Besinnung auf dasjenige, was am eigenen Streben rechtschaffen ist, zur Berufenheit der Schöpfung zu ihm führt, mit anderen Worten die Schöpfung es einem gleichtut, wozu auch gehört, daß sich das eigene Streben konsequent verallgemeinert, und
  • durch zeitliche Stabilisierung, indem die Besinnung auf den Frieden des eigenen Erfolgs zur Eingeholtheit der Schöpfung von seinen Auswirkungen führt, mit anderen Worten stabilisieren sich die Auswirkungen der eigenen Auslösungen durch die Besinnung auf den Frieden eines einmal erfahrenen Erfolgs.
Was die registrative Überschneidung betrifft, ist anzumerken, daß jeder Entwurf ein Erklärungsmodell zur Basis hat, wenn er nicht gleich selbst dasselbe ist, und seine Verwirklichung nur möglich ist, wenn wir an dieses Modell glauben, doch wann wir an dieses Modell glauben, verwirklichen wir es und bestimmen dadurch die Umstände, welche wir registrieren. Dafür gibt es epochale Beispiele, wie die von mir unternommene Verbreitung transzendenter Akte, aber auch ganz alltägliche, wie die Verbreitung des Umgangs mit Hunden.

Und was schließlich die Konstituierung der Welt betrifft: Sie entspricht dem physikalischen Modell, das heißt
  • Umstände entsprechen physikalischen Größen, registrierte Umstände solchen Größen, welche die Betrachtung der Wirkung erfordert, im Falle von Gold etwa magnetische Größen nicht.
  • Eigenschaften entsprechen Materie innewohnende Energien.
  • Auswirkungen entsprechen Kraftwirkungen.

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24. März 2011

Einige, wohl notwendige, Klarstellungen zum gestrigen Beitrag

Die Wesensgleichheit zwischen Handlungen und Vertrauen sollte nicht dahin gehend verstanden werden, daß es sich um Äußerungen desselben Organs handelt. Gemeint ist lediglich eine Gleichheit des Auftretens in unserem Bewußtsein. Also, was ich vom Vertrauen schrieb, daß es eine Antwort auf unser Leiden an unserer Wahrnehmung ist, das gilt so auch von den Handlungen. Beides sind Sprünge aus der Not.

Wir können uns darauf bescheiden, sinnlich zu sein, die Reflexionen des Lichts auf der Wasseroberfläche spielen zu sehen, eine Weile, bis die Lichtlachen, welche wir anfangs auffaßten, vorübergezogen sind oder sich rekombiniert haben. Unser Bewußtsein macht dann keinen Gebrauch von unserem Verstand und keine Handlung findet statt, denn die Handlung ist eine Verstandesäußerung. (Freilich arbeitet der Verstand auch dann autonom weiter vor sich hin, in sofern er die Auffassung der einzelnen Lichtlachen aktualisiert.)

Selbst in diesem Zustand können wir indes vertrauen, allerdings nicht auf eine Weise, welche auf den Verstand bezug nimmt. Und um das hier ganz klar zu sagen, ohne Verstand gibt es kein Bewußtsein eines Sprunges, keine Grenze zwischen den Wahrnehmungen, vielmehr wächst eine Wahrnehmung, bis sich schließlich doch wieder der Verstand einschaltet oder sie beginnt, sich örtlich zu verlieren.

Es kann aber Willen, also Leiden, und anknüpfendes Vertrauen in diesem Zustand geben. Leiden ist sehr melodramatisch gesagt, zumeist kann man's nicht wirklich so nennen, aber es verdeutlicht den Zusammenhang zum Vertrauen halt sehr schön. Wobei der explizit natürlich durch Ohnmacht gegeben ist. Und da stellt sich die Frage, ob es neben der Handlung, welche ja des Verstandes bedarf, noch eine andere Form der Macht gibt. Oder ist alles Organische, Sinnliche stets auf Vertrauen angewiesen? Die Frage wird leichter zu beantworten, wenn man sich besäuft, denn in dem sich dann vollziehenden organischen Versagen wird es klarer erkennbar. (Ich habe gerade ein Déjà vu, das zweite heute..., wahrscheinlich habe ich mich schonmal hierzu geäußert, schlimm wäre das natürlich nicht.) Nun, die Antwort muß notwendig unbefriedigend bleiben, es gibt dort erkennbare Anstrengungen, bestimmte Formen zu bilden, doch stecken wir in diesen Anstrengungen nunmal nicht drin, wie es bei den Äußerungen unseres Verstandes der Fall ist, es bleibt also Spekulation, ob dabei stets Vertrauen eine Rolle spielt oder nicht. Allerdings, wenn etwas autonom in unserem Bewußtsein abläuft, dann müssen wir, um es gut einzubinden, auf höherer Ebene darauf vertrauen. Das gilt insbesondere für unsere Vorstellung und damit für unsere malerische Begabung, nun, bezogen auf Stimmungen gilt es natürlich ebenso für unsere kompositorische Begabung. Aber, interessanterweise, werden Dinge, die zuvor autonom abliefen, wenn man betrunken ist, abhängig von bewußter Konzentration auf sie. (Die Gedankenführung hier sieht wahrscheinlich besoffener aus, als sie es ist. Nichts für ungut, an dieser Stelle ist eben Schluß, bewußte Konzentration ist ja nicht das eigentlich Interessante, sondern lediglich der letzte Schritt davor.)

Im Sinnlichen bleiben wir also am besten undifferenziert. Es kommt zu Anstrengungen. Manchmal sind diese transzendent, das läßt sich durch Experimente erschließen. Wie es um sie gewöhnlich bestellt ist, dafür fehlt uns schlicht der Begriff.

Lassen wir aber das Sinnliche hinter uns und ziehen unseren Verstand hinzu, dann sind wir uns des zwischenzeitlichen Abgrunds nur zu bewußt, welcher vor unseren Handlungen klafft.

Es sind dies die Angst und das Nichts, von denen Heidegger spricht. Die Angst entspringt dabei daraus, in diesem Bewußtsein keinen Anhaltspunkt für die nächste Handlung zu haben, denn so ist es, wenn wir uns auf unser Sein in der Zeit als Ganzes konzentrieren, unser Wesen wird von unserer Phantasie vor uns ausgebreitet, aber alles bleibt zu dunkel, als daß es uns anleiten könnte. Natürlich besteht der nächste Schritt dann immer darin, sich auf einen Teil dieses Ganzen zu konzentrieren, und sobald das geschieht, gibt es wieder Anleitung genug. Diese Teile sind aber Vertrauen, Verstand, Gemüt und Sinnlichkeit, wobei letztere normalerweise nicht ohne Verstand wahrgenommen wird, sondern nur, wenn man explizit das Bewußtsein der Innerzeitlichkeit unterdrückt. Bei den anderen Teilen geht dieses nicht, denn sie sind, in dieser Form (das betrifft das Vertrauen, welches ansonsten ohne Bewußtsein seiner stattfindet), allesamt Verstandesäußerungen, wobei allerdings beim Gemüt nicht recht von Innerzeitlichkeit die Rede sein kann, da bleibt man beim Leiden an einem bestimmten Eindruck stehen, wenn man nicht gerade der Phantasie folgt, und beim Vertrauen vielleicht auch eher von Überzeitlichkeit die Rede sein sollte, denn der Sprung geht ja quer zur Zeit.

Der tiefere Grund für den vorigen Umstand ist natürlich, daß unser Wille in diesen Teilen steckt.

Die vorige Erklärung ist im Hinblick auf das Gemüt verwirrend. Wir erfassen unsere Willensäußerungen in unserem Gemüt, es sei denn, sie wären rein sinnlich, also Anstrengungen. Da es aber so viele Erfahrungen und Ideen gibt, auf welche unser Wille reagiert, wenn man sie ihm zuführt, macht es eben Sinn, sich auf sein Gemüt zu konzentrieren, in welchem alle Anhaltspunkte von Interesse von der Phantasie aufbereitet werden. Dies funktioniert natürlich nur deshalb, weil unsere Phantasie unseren Willen kennt.

Im sinnlichen Bereich ergibt der letzte Gedanke überhaupt keinen Sinn, da die Sinnlichkeit selber das Produkt der Anstrengungen ist, und allenfalls gefragt werden könnte, welchen Bereichen der eigenen Sinnlichkeit der eigene Wille wohl gerne zum Bewußtsein verhülfe, was aber für die eigentliche Sinnlichkeit deswegen nie gefragt wird, weil der Wille, sofern er rein sinnlich ist, gerne die gesamte Sinnlichkeit zum Bewußtsein brächte.

Der Unterschied zwischen der Besinnung auf das Gemüt und der Besinnung auf die Sinnlichkeit besteht darin, daß in letzterer der Wille nicht reflektiert wird, sondern direkt auf ihrer Grundlage wirkt. Man könnte auch sagen, daß im Gemüt alle unaufgelösten Emotionen gespeichert werden.

Post scriptum vom 25.3.1011. Natürlich handelt es sich bei der Besinnung auf das Vertrauen auch um eine Besinnung auf etwas, das sonst schlicht nebenher läuft. Ich denke, ich habe mit dem Vorigen Sinn und Zweck der Besinnung auf das Gemüt gut getroffen, also Fehler des ersten Durchgangs auszubügeln, doch das Vertrauen verhält sich nicht analog dazu. Und wo ich gerade dabei bin, die Besinnung auf den Verstand erlaubt natürlich den systematischen Ausbau von Begriffen, nicht daß ich morgen noch ein Post Scriptum anfüge. Beim Vertrauen allerdings geht es um etwas ganz anderes, nämlich um die Begrenzung, also Überwindung, diesseitiger Ambitionen. Es erlaubt eine objektive Sicht auf die Existenz als Ganzes, befreit von den Ängsten des zwingenden Geistes, also eine objektive Wahl zwischen Haß und Liebe.

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28. Oktober 2019

Ideelle Besinnung und transzendente Akte

Ich sprach bereits im Beitrag Ich-Erweiterungen davon, daß die transzendenten Akte sich durch suggerierende Besinnung vollziehen, die ideellen Gott anrufen, die funktionalen transzendente Verbundenheit hervorrufen und die materiellen die Welt anleiten. Doch läßt sich das dem vorigen Beitrag analog noch näher nach der Art der suggerierenden Besinnung unterscheiden.

Materielle transzendente Akte.

Um die Welt anzuleiten, besinnen wir uns auf die Ehrbarkeit, also genauer gesagt auf Rechtschaffenheit, Verbundenheit und Frieden.

Ich werde wiederum nur Beispiele betrachten, welche ich persönlich kenne.

Wenn ich mich auf die Rechtschaffenheit eines Gedanken konzentriere und ihn rechtschaffen finde, so führt dies in der Regel dazu, daß die Wolken aufreißen.

Wenn es um das körperliche Ertragen geht, von Hitze, Kälte oder auch beim Einstellen der Atmung, hilft die Besinnung auf den Frieden, welchen der beherrschte Geist vermittelt, weiter.

Funktionale transzendente Akte.

Um transzendente Verbundenheit hervorzurufen, besinnen wir uns auf die Gefaßtheit, also genauer gesagt auf Berufenheit, Wagemut und Eingeholtheit.

Für den Wagemut gibt es etliche Beispiele, das von hinten Anstarren, bis sich die Person umdreht, die Bedrohung des Gegenüber mit dem eigenen Aufblenden, um es zum Abblenden zu bewegen, das Auslösen der Flucht in einer Jagdsituation oder der Herausforderung in einem Wettkampf und was es sonst noch alles an transzendenten Akten des Interesses gibt. Auch die Offenheit für das Neue, welche andere dazu einlädt, einen anzusprechen, stellt eine Besinnung auf den Wagemut dar.

Ideelle transzendente Akte.

Um Gott anzurufen, besinnen wir uns auf die Gefordertheit, also genauer gesagt auf Bedeutung, Dringlichkeit und Sinnhaftigkeit.

Die Bedeutung stellt mit Abstand den wichtigsten Fall dar: Wir besinnen uns darauf, was uns eine Fähigkeit für unser Leben bedeutet, um für ihre Existenz als Fähigkeit menschlichen Lebens zu beten.

Daneben kenne ich noch das Gebet aus der Dringlichkeit heraus, wenn eine tödliche Situation durch das Wunder vereitelt wird. Wie bei allen transzendenten Akten entscheidet selbstverständlich Gott, in welchem Maße er sie gewährt. Wäre es anders, wären wir mittlerweile alle Götter eingedenk der Vorteile des Gottseins für die sexuelle Selektion.

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20. Mai 2014

Erwartungen im eigentlichen Sinne, übergeordnete Reflexion und im Raum Sein

Ich möchte in diesem Beitrag das Wesen der übergeordneten Reflexion genauer betrachten.

Wie gesagt nehmen wir in ihr wahr, daß wir für einen bestimmten Geisteszustand durch eine bestimmte Anstrengung verantwortlich sind. Auch nehmen wir die Dauer von Geisteszuständen in ihr wahr.

Aber es besteht auch die Möglichkeit, daß unser Geisteszustand sozusagen leer ist, daß wir noch nicht einmal einen Geisteszustand erinnern oder vorstellen, wobei es bei der Erinnerung durchaus einen Unterschied macht, ob wir etwas als bloßes Thema erinnern, oder ob wir uns verschiedene Handlungsschritte vor Augen führen, um eine Beobachtung über das Vogelzwitschern, welche ich heute morgen gemacht habe, nicht zu vergessen. Der Vogelgesang wird nämlich wahrgenommen und als solcher Eindruck erinnert, aber wenn wir versuchen, ihn pfeifend zu imitieren, übersetzen wir ihn in eine Handlungsabfolge, vergleichbar einem Rhythmus.

Doch zurück zum sozusagen leeren Geisteszustand. Ganz leer ist er nämlich nicht, er wird vielmehr von unseren Erwartungen ausgefüllt, allerdings in der vagesten Form, also als dies, das und jenes, welche allesamt entweder Geisteszustände oder räumliche Gegenstände, welche wir zu finden erwarten, vertreten, wobei in letzterem Falle eine Vorstellung ihrer ungefähren relativen Lage zu einem selbst vorhanden sein mag, sonst aber keinerlei Vorstellungen vorhanden sind. Daß dies, das und jenes tatsächlich Erwartungen sind, entspringt keiner direkten Einsicht, sondern ergibt sich nach einigem Studium des eigenen Gefühls, etwas erwartet zu haben.

Es ist nämlich so, daß wir, wenn wir die Augen schließen, und uns fragen, wo wir eigentlich gerade sind, sozusagen vor dem Hintergrund allen möglichen Daseins, auf eine innere Anspannung stoßen, welche die Anwesenheit all dessen reflektiert, um was wir uns kümmern müssen.

Je weniger dort erscheint, desto besser, Unübersichtlichkeit ist Streß.

Nun gut, in dem Sinne erwarten wir also. In unserer übergeordneten Reflexion liegen Ansatzpunkte zu Geisteszuständen, wie Wege, welche aus der Wüste führen. Wir warten darauf, einen räumlichen Gegenstand wiederzufinden, oder in einen Geisteszustand einzutreten, zu welchem wir uns aufgefordert fühlen - beispielsweise durch eine im Raum stehende Frage. Aber es sind lediglich abstrakte Punkte, allenfalls um eine Lage bereichert.

Dies ist unser eigentliches im Raum Sein, die übergeordnete Reflexion ist die Quelle aller Ich-bezogenen Verhältnisse im engeren Sinne. Aber es gibt selbstverständlich auch andere Ich-bezogene Verhältnisse, wenn ich meinen Körper nämlich wie jeden anderen Körper betrachte, und es gibt auch andere Erwartungen, wie zum Beispiel die Erwartung, daß eine Besinnung zu dem durch sie Bestimmten führt oder die Erwartung, daß alle großen Dinge zugleich blau seien, was bei geeigneter Definition von groß sogar stimmen würde (der Himmel, der Ozean).

In beiden Fällen kann keine Erwartung im obigen Sinne vorliegen, denn es gibt in beiden Fällen nichts zu warten. Wenn ich weiß, daß etwas groß ist, dann weiß ich auch schon, daß es blau ist, und wenn ich weiß, daß ich mich besinne, dann sehe ich bereits ein.

Übrigens, weil ich dies im letzten Beitrag zu erwähnen vergaß, eine Besinnung ist nicht ohne dasjenige möglich, welches ihre Gegenstände liefert (Wahrnehmung, Erinnerung, Vorstellung oder Verwirklichung, Entsinnung, Ausmalung), diese geschehen also stets zugleich als erster Schritt der vier Besinnungsphasen. Und die Dauer eines Geisteszustandes wird nicht erst wahrgenommen, wenn er um ist, sondern fortwährend - anderfalls wäre es auch schwer, den Takt zu halten. Jedenfalls ist das unser Eindruck.

Die übergeordnete Besinnung hat ihre Gegenstände hingegen immer schon, und läßt sie schlicht werden, was auch für die erwähnten Ansatzpunkte gilt, wobei wir in ihrem Falle wie bereits gesagt entweder das von uns selbst Erwartete tun oder einen räumlichen Gegenstand suchen - was heißt wahrnehmen, um ihn zu thematisieren.

Die Verwirklichung ist ähnlich, aber ihr fehlt die Ich-Bezogenheit, und es gibt auch einen Bereich, in welchem die Unterschiede zwischen übergeordneter Besinnung und Verwirklichung sehr deutlich werden, nämlich in der Meditation.

Dieses Aufbauen von Energie in der Wirbelsäule ist Verwirklichung. Jedes sich in einem bestimmten Geisteszustand Halten hingegen übergeordnete Besinnung. Es liegt nahe, den Unterschied im Nervensystem zu suchen.

Die Frage, wodurch wir unsere Erwartungen gestalten können, verschiebe ich auf später. Ich habe mich letztes Wochenende sehr gequält. Es war vielleicht nötig, aber mein Körper schmerzt immernoch.

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5. Mai 2014

Besinnung und Verneinung

Wohlan ich will es dir sagen, welche Wege der Forschung allein denkbar sind. Du aber höre mein Wort und bewahr es wohl! Der eine ›zeigt‹, daß das Seiende ist und daß es unmöglich ist, daß es nicht ist. Das ist der Pfad der Überzeugung; folgt er doch der Wahrheit. Der andere aber ›behauptet‹, daß es nicht ist und daß es dieses Nichtsein notwendig geben müsse. Dieser Weg ist – das sage ich dir – völlig unerforschlich. Denn das Nichtseiende kannst du weder erkennen noch aussprechen.
›Mein‹ Scharfsinn ist erstaunlich. Ich behaupte mal frech, daß wirklich niemand außer ›mir‹ versteht, was Parmenides hier gemeint hat.

Der zweite Teil der Rede bezieht sich auf den Widerspruchsbeweis. Man stellt eine absurde Behauptung auf und zeigt, daß diese Absurdität notwendig nicht sein kann, weil sie mit dem Seienden im Widerspruch steht.

Schon das verstehen Viele falsch, aber es läßt sich andererseits ja doch recht leicht verstehen, wenn man nicht zu sehr an den Worten klebt.

Was hingegen wirklich schwer zu verstehen ist, ist Parmenides' Kritik am Widerspruchsbeweis.

Parmenides behauptet, daß auch der Widerspruchsbeweis auf etwas Seiendem beruhen müsse, da er ansonsten völlig unverständlich wäre.

Seine Kritik ist also eine formale, sie besagt in etwa: Diese sind zu faul, das Seiende zu erfassen, von welchem sie reden.

Genau das ist mein Thema hier. Viel habe ich gar nicht darüber zu sagen, aber die Gelegenheit, an mein Vorbild anzuknüpfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Die Wahrheit ist, daß wir niemals einsehen, daß ein Gegenstand nicht auf eine bestimmte Weise erscheint, sondern immer nur, daß er auf eine bestimmte Weise erscheint.

Platon hat Parmenides im Sophistes also auch nicht verstanden. Es geht gar nicht um die Frage des absoluten versus relativen Gebrauchs des Wortes ist, sondern darum, daß, wer zum Beispiel sagt:
Der Theaitetos, mit dem ich jetzt rede, fliegt nicht.
streng genommen eine Behauptung aufstellt, von welcher er lediglich erwartet, daß sie wahr ist, und zwar, weil es ihm unmöglich ist, sich den sitzenden Theaitetos als fliegend zu vergegenwärtigen.

Wie ich in den vorigen Beiträgen schrieb, fixieren wir geschachtelte Bündelungen von Eindrücken gewisser Art. Fixieren diese Einsichten, so nennen wir sie Aussagen, fixieren diese Einsichten unvollständig, so handelt es sich um Auszeichnungen oder Anzuordnende, alles wie gehabt.

Auf derartige Fixierungen können wir uns nun besinnen, und wenn diese Besinnung gelingt, so gelangen wir zu einer bestätigenden Einsicht einer der folgenden Arten:
  • die Aussage ist wahr
  • es gibt etwas der Auszeichnung entsprechendes
  • die Anzuordnenden lassen sich anordnen.
Formal tun wir das, indem wir die Fixierung a vergegenwärtigen:
  •  ο(a).
Oder aber, die Besinnung gelingt nicht. Dieser Fehlschlag ist uns als solcher bewußt, nicht als ein Nichtsein, sondern als das Sein von Gegenwärtigkeit (in welcher wir wiederum die Gedankenlosigkeit vermuten) und Frustration.

Wir sagen dann, es hat uns aus unseren Gedanken gerissen, oder daß wir desorientiert wurden, beides wieder nach einer kurzen Analyse.
Der Theaitetos, mit dem ich jetzt rede, fliegt!
Nein, nein, der ist ja eingebildet!
Der, den ich sehe!
Häh?
Nicht immer, wenn uns eine Besinnung mißlingt, wo ist der Autoschlüssel?, werden wir sagen, daß
  • die Aussage falsch ist
  • es nichts der Auszeichnung entsprechendes gibt
  • die Anzuordnenden sich nicht anordnen lassen,
sondern oftmals verschieben wir unsere diesbezügliche Erwartungsanpassung, aber irgendwo muß er doch sein!, bis wir schließlich hinreichend von ihrer Notwendigkeit überzeugt wurden, tja, der ist weg, da kann man nichts machen.

Freilich, wenn die Besinnung in hinreichendem Umfang mißlingt, so erwarten wir genau das auch weiterhin, und auf diese Weise können wir dann auch erwarten, daß etwas nicht auf eine bestimmte Weise erscheint, da nämlich, wo es gewahrt wird, seine Vergegenwärtigung, als auf die nämliche Weise erscheinend, mißlingt.

Wir stützen uns dabei auf die Reflexion unseres Handelns, in welcher das Nichterscheinen auf die beschriebene Weise auf ein Erscheinen zurückgeführt wird.

Der Vollständigkeit halber ist diese Reflexion als solche zu formalisieren, aber natürlich können wir für negative Fixierungen im Sinne der Unvergegenwärtigbarkeit einer Fixierung a eine Kurzschreibweise verwenden, etwa wie bisher
  • >a<.

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13. Mai 2014

Handlungen und Verantwortlichkeit

Ich hoffe mein Kopf platzt nicht, bevor ich diesen Beitrag zu Ende geschrieben habe. Er fühlt sich zur Zeit so an.

Ich sprach bisher davon, daß wir Eindrücke dadurch verantworten würden, daß wir sie in unserem Verantwortungsbereich Ι wahrnehmen würden.

So sollte man es nicht anfassen. Denn erstens wissen wir, wodurch wir für einen Eindruck verantwortlich sind, und zweitens sind wir immer nur für ein Hindurch verantwortlich, soll heißen, wir halten uns dafür verantwortlich, daß wir einen Eindruck wahrnehmen, weil es uns so erscheint, daß wir auf einem selbst gewähltem Weg zu dieser Wahrnehmung gelangt sind. Hier liegt also wieder ein auf sich bezügliches Begriffspaar vor, nämlich:
  • ἰ (ἰδιος) gewählte Wahrnehmung
  • μ (μέθοδος) Weg zu ihr
Es gibt aber überhaupt nur drei Wege zu Wahrnehmungen, nämlich:
  • λπ/ε (πρό-/επίλογος) die Fixierung
  • δ (in Anlehnung an Δ) die Besinnung
  • σ (σῶμα) die Verwirklichung
Im Falle der Fixierung können wir das auch gleich benutzen und
  • [a, ἰk], [λπ/ε, μk] = [Λ, ν], [a, φ]
schreiben, womit Λ obsolet wird. Etwas schade freilich, da der graphische Bezug zu Δ verloren geht.

Besinnung und Verwirklichung besitzen hingegen beide einen Parameter, die Besinnung eine möglicherweise unvollständige Aussage und die Verwirklichung die Vorstellung einer Muskelanspannung, welche beide mit angegeben werden müssen, um den Weg zur Wahrnehmung vollständig zu erfassen.

Als Übergänge sind sich Besinnung und Verwirklichung übrigens sehr ähnlich, beide sind Versuche, welche auch mißlingen können, nur daß wir dann bei der Besinnung davon sprechen, daß etwas falsch ist oder es etwas nicht gibt, während wir bei der Verwirklichung sagen, daß etwas unmöglich ist, wozu ich allerdings bemerken muß, daß dies nur daran liegt, daß wir nicht nur vorgestellte Muskelanspannungen zu verwirklichen trachten können, sondern auch die Vorstellungen anderer Sinneseindrücke, wobei ich unseren Willen an dieser Stelle nicht genauer erklären möchte.

Und bevor ich nun zum Parameter komme, sollten wir diesen Punkt berücksichtigen. Für eine Wahrnehmung verantwortlich zu sein, heißt immer auch, erfolgreich gewesen zu sein. Und wo es Erfolg gibt, da mag es auch Mißerfolg geben. Fixierungen betrifft das nicht, weil wir keinen Anhaltspunkt dafür haben, daß oder was wir als nächstes fixieren werden, - unsere etwaigen Fixierungsmißerfolge fielen uns also gar nicht auf, - aber bei Besinnungen und Verwirklichungen haben wir einen Anhaltspunkt, nämlich ihren jeweiligen Parameter. Deshalb brauchen wir offenbar auch ein bezügliches Begriffspaar, um einen Fehlschlag zu erkennen.

Wie lösen wir diese Formalisierungsprobleme?

Ich bin geneigt, bezüglich des Parameters ein auf sich bezügliches Tripel zu erlauben, also neben ἰ und μ noch
  • β (βάσις) Ausgangspunkt des Weges
zu setzen. (Ja, ich weiß, aber ich habe so das Gefühl, daß wir Δθ,β nie wiedersehen werden.)

Aber was machen wir im Falle des Fehlschlags? Das Verantwortete gibt es dann nicht, der Weg bleibt derselbe... Wie wäre es, dann schlicht den Fuß durch einen Klumpfuß zu ersetzen, also β durch
  • ψ (ψεῦδος) Vortäuschung eines Ausgangspunktes des Weges.
Wir brauchen allerdings neben den beiden spezifischen bezüglichen Begriffen auch noch den unspezifischen.
  • βψ (ein Zeichen) ungewisser Ausgangspunkt des Weges
Übrigens, wenn der Parameter eine Aussage der Form
a1, ..., an
ist, müssen wir
  •  [a1, βk/ψk], ..., [an, βk/ψk]
schreiben.

Wo wir dies haben, können wir die Auffassung als Übergang und die Auffassung als Verweis in größerem Detail beschreiben.

Betrachten wir dazu den folgenden Fall (halbformal).
[[Mein Bruder, βψ], τ], [[δ, μ], τ], [[ΔFamilienbeziehungen, ν], π], [[Mein Bruder, φ], π]
Der kursive Bruder ist eine Auszeichnung, genauer gesagt [Ich, Bruder], und der andere der Leibhaftige, ich meine, der leibhaftige, das heißt mein synthetischer Eindruck von ihm... hmm...

Hier wird δ also als Übergang von der Auszeichnung zur Vergegenwärtigung aufgefaßt und die Auszeichnung als Verweis auf sie, und entsprechend verhält es sich allgemein.

Daß ἰ da fehlt, ist Absicht. Es ist uns bei Verweisen und Übergängen völlig egal, ob und wodurch wir für etwas Vorgefundenes verantwortlich sind. Das einzige, was zählt, ist, daß sich unsere Erwartung es vorzufinden bestätigt.

Unser alltäglicher Verantwortungsbegriff ist freilich weiter. Er besagt, daß wir für alles verantwortlich sind, welches ohne uns so nicht bestünde, also alles, von welchem wir erwarten, daß sein Zustand durch jenes, für welches wir im engeren Sinne verantwortlich sind, beeinflußt wurde.

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12. April 2024

Die Dinge an sich

Ich habe mir gestern die Frage gestellt, welche denkbaren Beziehungen zu Gott es gibt und wie sie sich auf uns auswirkten. Die Antwort auf die Frage wird durch die Kräfte gegeben, welche wir kennen.

Doch was ist eine Kraft? Den Ansätzen der Rechtfertigungen entsprechen Dinge an sich, welche sie (in gewissem Sinne) erzeugen,
  • eine Präsenz verbindet,
  • ein Verhältnis belangt und
  • eine Kraft zielt.
Diese Dinge an sich lassen sich unter Anwendung des Genitivs beliebig verknüpfen, wobei das Resultat entweder wieder ein Ding an sich ist oder etwas, worin sich etwas anderes zeigt, also eine Erscheinung. Die erste Gruppe dieser Verknüpfungen wird durch
  • Präsenz
    • Präsenzkraft: Besinnung
    • Besinnungenverhältnis: Übergang
  • Verhältnis
    • Verhältnispräsenz: Erkenntnis (Wahrnehmung koexistenter Verhältniseindrücke)
    • Erkenntniskraft: Inbezugsetzung
  • Kraft
    • Kräfteverhältnis: Abfolge
    • Abfolgenpräsenz: Überzeitlichkeit
gegeben, wobei alle neu definierten Begriffe Erscheinungen sind, Kraft stets die Kraft meint, welche etwas hervorbringt, und Übergänge spezielle Abfolgen sind, Inbezugsetzungen spezielle Besinnungen (genauer gesagt spezielle Verfolgungen) und Überzeitlichkeit eine spezielle Erkenntnis.

Und die zweite Gruppe wird durch
  • Präsenz
    • Präsenzverhältnis: Befindlichkeit (des Subjekts zu den Präsenzen)
    • Befindlichkeitskraft: Schöpfung
  • Verhältnis
    • Verhältniskraft: Verstand
    • Verstandespräsenz: Reflexion
  • Kraft 
    • Kraftpräsenz: Einfluß
    • Einflüsseverhältnis: Überlagerung
gegeben, wobei Befindlichkeit, Verstand und Einfluß wieder Dinge an sich sind, welche der Unterordnung der Erscheinungen der ersten Gruppe unter die verbliebenen der zweiten dienen.

Diese Unterordnung basiert darauf, daß
  • Präsenzen stets unter Verhältnisse gebracht werden,
  • Verhältnisse stets Kräften ausgesetzt werden und
  • Kräfte stets Präsenzen präsentieren,
so daß insbesondere
  • Befindlichkeiten Besinnungsentschlüsse der Schöpfung aussetzen und erstere somit letzterer unterordnen,
  • der Verstand Erkenntnisse Reflexionen präsentiert und erstere somit letzteren unterordnet und
  • Einflüsse Abfolgen unter Überlagerungen bringen und erstere somit letzteren unterordnen.
Eine Bemerkung zum Sprachgebrauch: Ist die Ordnung bekannt, in welche etwas eingeordnet wird, so ist es am natürlichsten von Einordnung zu sprechen, doch wenn sie nicht bekannt ist, von Unterbringung. Unterordnung (Prozeß) meint hingegen die Verfeinerung einer Oberordnung durch eine Unterordnung (Ordnung), also die Betrachtung zusätzlicher, untergeordneter Eigenschaften, konkret, daß
  • Besinnungsentschlüsse in die Schöpfung eingehen,
  • Erkenntnisse in die Reflexionen und
  • Abfolgen in die Überlagerungen.
Als Besinnung können wir Gott nicht verstehen, aber als Kraft, Verstand und Schöpfung, wobei, wenn wir Ihn
  • als Kraft verstehen, wir entweder von ihr überwältigt würden oder sie gleich einem Pferd instrumentalisierten,
  • als Verstand verstehen, wir eine Offenbarung empfingen, und
  • als Schöpfung verstehen, unsere Besinnung mit ihr verschränkten.
Instrumentalisieren läßt sich Gott nicht, auch wenn es Menschentreiber ständig versuchen, und weder von Seiner Kraft überwältigt zu werden, noch eine Offenbarung zu empfangen, ist besonders angenehm, die eigene Besinnung hingegen mit der Schöpfung zu verschränken, gibt unserer Seele Frieden.

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12. Juli 2025

Handlungsaspekte und die sie bestimmenden Gegenstände

Unser Bewußtsein betrachtet das ihm Bewußte den Seelenteilen gemäß als
  • geistige Eindrücke,
  • weltliche Partizipanten und
  • Erwartungspfänder,
in der Rückschau
  • das Verantwortliche und Verantwortete als geistige Eindrücke,
  • das Begleitete und Begleitende als weltliche Partizipanten und
  • die Basis und das Abhängende als Erwartungspfänder.
Unser Körper verbindet Welt und Geist, indem er ein an der Welt anteilnehmender und in sie eingreifender Partizipant ist, doch vermöge der Reflexion wird unser Geist selbst zu einer Welt, an welcher er auf die gleiche Weise anteilnehmen und in sie eingreifen kann.

Damit unser Geist hingegen in eine Welt eingreifen kann, bedarf er eines Erwartungspfandes, welches er als geistigen Eindruck zur Absicht seines Eingriffs verwertet, und an ihr anteilnehmend gibt er auf die Abhängigkeiten der Erwartungspfänder von einander Acht, um die strategischen Voraussetzungen seines Eingreifens festzuhalten und es, ihnen begegnend, auf sie zu richten..

Wir eignen uns also Handlungsaspekte bestimmende Gegenstände an, die
  • die Besinnung bestimmenden geistigen Eindrücke, indem wir uns einstellen,
  • das Geschehen bestimmenden weltlichen Partizipanten, indem wir entdecken, und
  • die Verwirklichung bestimmenden Erwartungspfänder, indem wir nutzbarmachen,
und treffen dabei entweder auf alt Bestehendes oder neu Entstandenes, indem wir entweder
  • einen verantwortlichen Übergang zwischen alt Erfaßtem erkennen oder neu erfassen,
  • ein altes Gesetz zwischen Partizipanten erkennen oder ein neues, wobei es zur Entscheidung dieser Frage Zeitzeugen braucht, und
  • einen alten strategischen Wert eines Erwartungspfandes erkennen oder ein eine neue Erwartung begründendes.
Die neue
  • Erfassung ist das neue Bewußtsein,
  • Partizipation besteht in den neuen Beziehungen und
  • Erwartung verweist auf die neuen Kraftgleichgewichte,
wobei die Frage natürlich ist, ob überhaupt jemals etwas neues entsteht.

Im Falle der Erfassung kann ich es aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Und im Falle neuer Gesetze läßt es sich, wenn man das sittliche Verhalten des Menschen als gesetzlich akzeptiert, und von diesem ist hier ja die Rede, historisch belegen.

Das mag man nun kein Wunder nennen, und es ist wichtig, keine falschen Vorstellungen von den damit zusammenhängenden Wundern zu erzeugen, denn es ist nicht an uns, die Naturgesetze, welche den Kosmos ordnen, zu beeinträchtigen, sondern nur jene, welche den Lebenskreis betreffen, dessen Ordnung in unserem Falle durch unsere Sitten bewerkstelligt scheint, jedoch ordnen die zubewegenden funktionalen transzendenten Akte, welche das Verhalten der Tiere anderen gegenüber regeln, auch unseres, und die Änderung dieser telepathischen Entgegnung stellt durchaus ein Wunder dar.

Bleiben also die Erwartungspfänder. Entstehen neue? Ein neues Kraftgleichgewicht wurde auch durch Schußwaffen geschaffen, aber Schußwaffen beruhen auf alten strategischen Werten, welche lediglich neu ins Werk gesetzt wurden. Neue Erwartungspfänder bilden sich aber dort, wo die Erwartung bisher keine Anhaltspunkte hatte, sich aber nun ein Zusammenhang zwischen dem gegenwärtig Vorgefallenem und dem Erwarteten abzeichnet, und das Gebet um das Amt besteht eben darin, daß die anscheinende Brücke im Namen ihrer Sinnhaftigkeit trägt. Wiederum bin ich geneigt, derartige Verfestigungen aus persönlicher Erfahrung zu bestätigen und auch angesichts des von Ingo Swann Geschilderten, welches selbstverständlich auch die Existenz neuer Erfassungen nahelegt, wiewohl nicht direkt beweist, da jeder nur seine eigene ursprüngliche kennt.

Unsere Physik verfolgt den Handlungsaspekt des Geschehens, jener der Besinnung beschränkt sich auf die Konzipierbarkeit von Experimenten zur Überprüfung der Theorie, die Aufgabe des Physikers, und jener der Verwirklichung betrifft an und für sich nur die Bewegung der Hände und Augen, um ein Experiment zu starten und es auszuwerten.

Das Problem der Quantenmechanik entspringt dabei zunächst daraus, daß ein Geschehen nur durch Eingriff und Anteilnahme zu einem präparierten Studienobjekt wird und unsere Anteilnahme an der Quantenwelt durch mehrdimensionale Vorgänge vermittelt wird, von welchen wir aber nur jeweils eine genau festhalten können, so daß Unschärfen entstehen, welche die Quantenmechanik verwaltet, doch zugleich erlauben diese auch, scheinbar Widersprüchliches zu vereinen.

Damit die Quantenwelt zu einer Quelle der Unbestimmtheit unserer werden kann, bedarf es der Instabilität des betroffenen Vorgangs, nur bedarf die Unbestimmtheit dann nicht der Quantenwelt: Wenn überhaupt diente letztere dazu, eine solche Instabilität zu kontrollieren, aber Beispiele dafür mögen wir nie finden.

Freiheit ist ein Konzept der Besinnung, welches ihr Eigenleben betrifft, sei es, insofern dieses nicht an der Welt abzulesen ist, oder wenigstens traditionell nicht abzulesen war, oder sei es, insofern es unserem Willen entspricht und wir es also verantworten. Wenn wir also sagen, daß wir die Freiheit schätzen, gedenken wir, die Verantwortung für unsere Besinnung auf das Geschehen auszudehnen, wodurch wir selbstverständlich in einen Konflikt mit einander geraten, welcher sich indes, Vernunft vorausgesetzt, in ihren Grenzen halten läßt, und daraus entspringen die Sitten, welche unser Verhalten gesetzmäßig erscheinen lassen, indem sie uns einerseits hindern, doch zugleich auch versprechen.

Und das Wunder ist ein Konzept der Verwirklichung, insofern jeder besinnungsgemäße Übergang des Geschehens zunächst einmal ein Wunder ist und die Verwirklichung also verwundert. Wir leben, indem wir ihre Regeln lernen, es sei denn, wir empfänden keine Verbundenheit zu der Welt, in welcher wir zu leben trachten. Und glücklich ist, wer stirbt und weiß, daß er für diese Welt gelebt hat, und glaubt, daß sie bevorsteht.

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12. Mai 2014

Bedingte Erwartungen

Ich hatte bisher gesagt, daß Erwartungen durch möglicherweise unvollständige Aussagen gegeben sind, welche durch analytische Fixierung von synthetischen Eindrücken bestätigt werden können und im Falle, daß sie nach einer Besinnung auf diese möglicherweise unvollständige Aussage nicht bestätigt werden, ein Gefühl der Enttäuschung hinterlassen.

Und für bestimmte Erwartungen verhält sich das auch so, nämlich für ortlose, wobei auch dort Unterschiede bezüglich des Umgangs mit Enttäuschungen bestehen. So werde ich zum Beispiel nur mäßig enttäuscht sein, wenn ich irgendwo keine Maus finde, auch wenn meine Vorstellung davon, wo es Mäuse gibt, den Ort nicht näher bestimmte. (Schließlich könnte sie sich gerade in den Krallen eines Mäusebussards befinden und also sogar fliegen, und was das All angeht, wer weiß, was wir da alles 'raufschießen.) Andererseits wäre ich zurecht schockiert, wenn ich meine Erwartung, daß es eine Zahl, welche um Eins größer als Eins ist, nicht bestätigen könnte. Der Unterschied zwischen beiden Fällen besteht natürlich im Grade der Eigenverantwortetheit des Ergebnisses der Besinnung, doch dazu erst einandermal mehr.

Viele Erwartungen, wahrscheinlich die meisten, sind aber verortet. Ich mag erwarten, daß eine Stadt einen Rathausplatz hat, oder daß auf einem Rathausplatz ein Springbrunnen steht, wobei, um dies gleich zu sagen, ein Ort selbstverständlich auch eine Zeitangabe enthalten kann oder allgemeiner irgendeinen Eindruck näher beschreiben kann, bei dessen Vorliegen der Ort gegeben ist. Und wenn eine Erwartung eine solche Bedingung, wiederum eine möglicherweise unvollständige Aussage, besitzt, so tritt die Enttäuschung nur dann ein, wenn die Bedingung durch eine analytische Fixierung eines synthetischen Eindrucks bestätigt wird, aber die Erwartung nach einer anschließenden Besinnung nicht.

Übrigens, wo wir das so festgesetzt haben, könnten wir auch eine vollständig leere Aussage als Bedingung zulassen, wenn wir denn die Existenz eines Nichts erlauben würden, (was wir selbstverständlich nicht tun), aber auch ohne die gibt es Aussagen, welche stets bestätigt werden, und welche wir also für die Einbettung der ortlosen Erwartungen in die verorteten verwenden können, etwa die Aussage: Ich bin wach, welche darüberhinaus noch den Vorteil hat, daß sie das Fehlen von Enttäuschungen in Träumen erklären würde, (wenn es nicht schon aus anderem Grunde folgte, wobei, wir können uns schon enttäuscht fühlen, in Träumen, aber nur als Vorstellung und nicht als emotionale Reaktion.)

Gut, wir sagen also fortan, daß Erwartungen im weiteren Sinne bedingte Erwartungen sind, welche wiederum der synthetische Eindruck aus zwei Fixierungen sind, von denen eine die Bedingung und die andere die Erwartung im engeren Sinne ist. Die dazu nötigen auf einander bezüglichen Begriffe seien wie folgt gegeben.
  • τ (τόπος) Bedingung
  • π (πρόλογος) Erwartung
Aus reiner Faulheit und als reine Schreibweise sei es bei ortlosen Erwartungen auch weiterhin erlaubt, die Synthese nicht zu analysieren und nur die Erwartung anzugeben.

Post scriptum zum Träumen. Da hat sich jetzt natürlich eine gewisse Ironie eingeschlichen, da ich zuvor behauptet hatte, daß man gerade dadurch weiß, daß man träumt, daß einem die Besinnung auf das sinnlich Wahrgenommene mißlingt. Allerdings wäre zu fragen, ob man dann wirklich noch träumt oder nicht schon halb wach ist, insofern man wenigstens sein Denken bereits wieder unter Kontrolle hat. Es gibt ja, wie ich bereits zuvor bemerkte, sogar den verrückten Fall, daß man bereits dreiviertel wach ist, und seine Bewegungsfähigkeit wiedererlangt hat, seine sinnliche Wahrnehmung aber nur insofern, als diese die eigenen Vorstellungen steuert, man also nicht beliebiges träumt, sondern die sinnliche Wahrnehmung verfremdet.

Jedesmal wenn mir das passierte, war es widerlich. Ich nehme besser keine halluzinogenen Drogen. Nun ja, wenigstens weiß ich auch dann, daß ich nicht sinnlich wahrnehme. Die nämliche Enttäuschung stellt sich ein.

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16. Dezember 2020

T R A N S Z E N D E N Z

Anläßlich des gestrigen Beitrags habe ich mein Verständnis der Transzendenz zum Zwecke seiner Erneuerung auf den Prüfstand gestellt. Dies ist das Ergebnis.

Ingo Swann sprach davon, daß es ein größeres Bewußtsein als unseres gäbe, in welches wir eintauchen könnten. Es gibt aber grundsätzlich gesehen zwei Arten solchen Eintauchens: Wenn etwas durchsickert, so kann es entweder aus unserem Bewußtsein aussickern oder in es einsickern. Swann hat sich nur mit dem Einsickern beschäftigt und ich habe mich, vom Begriff des Erwartens einmal abgesehen, nur mit dem Aussickern beschäftigt.

Einsickern und aussickern kennzeichnen die stattfindenden transzendenten Prozesse aber nicht am deutlichsten. Besser ist das Begriffspaar entgrenzen und mitteilen. Bei der Entgrenzung überwindet ein Teil unseres Bewußtseins die Grenzen des gegenwärtigen Augenblicks, wie etwa bei der Erwartung. Ich sprach davon, daß
  • die Verfolgung von einer Versetzung ausgeht,
  • die Einlösung von einem Begriff und
  • die Auslösung von einer Veranschaulichung.
Hier müssen wir die Angelegenheit aber etwas anders betrachten, nämlich nach dem, was uns in den unterschiedlichen Zeitformen begegnet, und da auch wiederum nicht allgemein, sondern im Hinblick auf das transzendent Relevante:
  • in der linearen Zeit begegnet uns unser Los,
  • in der netzförmigen das Heilige und
  • in der punktförmigen die Spannung.
Zwischen diesen bestehen Beziehungen, nämlich
  • versetzt eine Spannung in ein Los,
  • ruft ein Los ein Heiliges hervor und
  • fixiert ein Heiliges eine Spannung.
Im Eigenlauf des Ichs fixiert die Einlösung die Auslösung durch die Bildung einer Absicht, versetzt die Auslösung die Verfolgung und ruft die Verfolgung die Einlösung hervor. Die Schwammigkeit an dieser Stelle ist gewollt:
  • Los ist sowohl vor als auch nach der Verfolgung, die Verfolgung spezifiziert es, und eben so ist
  • Heiliges sowohl vor als auch nach der Einlösung und
  • Spannung sowohl vor als auch nach der Auslösung.
Wenn wir aber ein alles umfassendes Bewußtsein annehmen, so müssen wir von Verfolgung, Einlösung und Auslösung etwas abstrahieren, wenn wir die hier betrachtete Struktur zwischen Los, Heiligem und Spannung erhalten wollen. Statt von Verfolgung müssen wir von Anknüpfung sprechen und statt von Einlösung von Einspannung. Einspannung bedeutet dabei, daß der Auslösung ein sie lenkendes Gesetz vorgegeben wird. Und allgemein postulieren wir dann, daß es keine Abläufe in der Welt gibt, bei welchen nicht
  • die Einspannung die Auslösung durch das Heilige fixiert,
  • die Auslösung die Anknüpfung durch die Spannung versetzt und
  • die Anknüpfung die Einspannung durch das Los hervorruft.
Unser heutiges physikalisches Verständnis hat mit dem zweiten Punkt wahrscheinlich kein Problem, und wenn das Heilige nunmal die Naturgesetze sind, so auch nicht mit dem ersten. Der dritte Punkt aber, daß die Gesetze vom Los abhingen, dürfte nicht der gegenwärtigen physikalischen Sicht entsprechen.

Da wir das nun haben, können wir sagen, daß die (eigentliche) Erwartung darin besteht, das Los zu erfassen, in welches uns die gegenwärtige Spannung versetzen wird, es sich also um eine selbstlose Antizipation des Eigenlaufs der Welt handelt, um es einmal so zu sagen.

Mehr kann ich zu den entgrenzenden transzendenten Akten zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.

Kommen wir also zu den mitteilenden transzendenten Akten. Das Prinzip der Mitteilung ist das Folgende: Jede Besinnung (Verfolgung, Einlösung oder Auslösung) kann als anknüpfend, einlösend und auslösend betrachtet werden, insofern jede Besinnung
  • an ihre Argumente anknüpft,
  • einen Funktionswert einlöst und
  • eine Änderung unseres geistigen Zustands herbeiführt.
Also gibt es auch bei jeder Besinnung sowohl ein Los, als auch ein Heiliges als auch eine Spannung, und diese können wir mitteilen. Genauer gesagt wird
Dies sickert aus uns aus und in die Welt ein. Man kann auch von einem Zeittunnel sprechen: von unseren Zeitformen zu jenen der Welt. Indem wir der Welt
  • unser Los mitteilen, ruft es in ihr eine geänderte Einspannung hervor,
  • unsere Spannung mitteilen, versetzt jene sie in ein geändertes Los (Telepathie) und
  • unser Heiliges mitteilen, fixiert es in ihr eine geänderte Auslösung.
Den die Einlösung begleitenden ideellen transzendenten Akt, in welchem die Bedeutsamkeit der Einlösung einen Eindruck von unserem Los liefert, habe ich in das Gebet um die Gnade der Ordnung und das Gebet um die Gnade der Erkenntnis (oder Inspiration) unterteilt. Es ist nicht abwegig, unsere Erkenntnisfähigkeit als die Ordnung unseres Geistes zu bezeichnen. Mit anderen Worten wäre das letztere Gebet somit das Gebet um die Gnade unserer Ordnung, doch das möchte ich kurz sickertechnisch betrachten.

Wenn uns die Inspiration fehlt, so muß uns das ja nicht stören. Aber wir können uns die Bedeutsamkeit der Inspiration bewußt machen, und dann stört es uns. Indem wir so unser klägliches Los erkennen, hoffen wir, daß es ein Heiliges hervorrufe, welches wir durch Einlösung spezifizieren könnten, was selbstverständlich gerade die Inspiration ist. Wenn diese Hervorrufung aber aus irgendwelchen Gründen nicht eintritt, so können wir uns immer mehr auf unser klägliches Los konzentrieren, bis unsere Klage bis zu Gott durchsickert und Er gnädigerweise unsere Einsicht hervorruft, indem er unsere Besinnung entsprechend einspannt.

Heiliges, Los und Spannung sind übrigens die Gegenstände, welche sich in den unterschiedlichen Zeitformen entwickeln und zurückgesetzt werden:
  • das Heilige in der netzförmigen Zeit im ideellen Zykel,
  • das Los in der linearen Zeit im funktionalen Zykel und
  • die Spannung in der punktförmigen Zeit im materiellen Zykel.
Wenn wir aber einen Gegenstand auf seine Entwicklung hin ansehen, so verfolgen wir weder, noch lösen wir aus, sondern wir lösen ein, und deshalb handelt es sich bei den voranschreitenden und zurücksetzenden transzendenten Akten um einlösungsbegleitende transzendente Akte. Gestern, beispielsweise, besann ich mich auf die Berufenheit, in welcher sich die Spannung der Einlösung möglicher Entwicklungen des Loses der Menschen unserer Zeit ausdrückte. Und heute trage ich immanent zu eben jenen möglichen Entwicklungen bei.

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31. Januar 2017

Die Themen der Anschauung

Ich hatte bereits im Beitrag Erfassungen, beurteilende Eindrücke oder Anschauungen eine Unterteilung der Anschauungen in Erfassungen, beurteilende Gefühle und Begriffe angegeben, welche ich hier im Rahmen der Fixierung der uns bekannten logischen Verhältnisse weiter explizieren und in ihren natürlichen Zusammenhang stellen werde.

Es gibt vier Arten der Anschauung, nämlich
  • Erfassung,
  • Erwägung,
  • Untersuchung und
  • Sortierung.
Jede dieser Anschauungsarten ist zugleich eine spezielle Art der Thematisierung,
  • die Erfassung erzeugt einen Gegenstand,
  • die Erwägung erzeugt eine Ratsamkeit (ein beurteilendes Gefühl),
  • die Untersuchung erzeugt einen Begriff und
  • die Sortierung erzeugt eine Position.
Diese Themen dienen unterschiedlichen Zwecken,
  • der Gegenstand dient der Identifizierung,
  • die Ratsamkeit dient der Entscheidung,
  • der Begriff dient dem Umgang und
  • die Position dient der Aufsuchung.
Identifizierung ist der Akt, durch welchen wir zu unterschiedlichen Zeiten von demselben Gegenstand sprechen können.

Entscheidung ist die Aktualisierung einer von mehreren alternativen Handlungsmöglichkeiten, bei welcher uns also Erwartung, Eifer und Verdruß, Vertrauen auf Gunst oder Sicherheit, sowie Glücklichkeit, Wertschätzung, Liebe und Stolz beraten.

Umgang ist jeder sich auf den Inhalt der Formen der Sensibilität beziehende Akt.

Und Aufsuchung ist der Akt der Einengung des Möglichen auf das Relevante.

Ein Begriff ist ein Eindruck, welcher einen Gegenstand der Formen der Sensibilität um ein Verhältnis zur eigenen Existenz anreichert, etwa einen Körper durch den Eindruck seiner Nähe und seines Winkels, einen Raum durch den Eindruck seiner Ausgefülltheit oder eine Stimme durch den Eindruck ihrer Freundlichkeit.

Positionen hingegen sind das, was ich sonst bezügliche Begriffe oder Verhältnisse genannt habe, nämlich Eindrücke, welche sich nach einer Eichung auf einen zuvor erfaßten Gegenstand zu auf ihn beziehbaren Gegenständen einstellen, etwa daß ein Körper größer sei oder weiter entfernt als ein anderer oder eine Distanz länger als eine andere oder auch, daß ein Körper auf einem anderen stehe, ja, sogar daß eine Farbe eine Fläche ausfülle, wobei die Fläche dort zur Eichung herangezogen werden muß.

Bezeichnung, die willkürliche Entscheidung zur Besinnung auf den bezeichneten Eindruck unter dem Eindruck der Bezeichnung, erzeugt einen Beschluß, welcher Teil der eigenen Haltung ist, und welcher den Begriff der Bezeichnung, etwa der Lautfolge Capuccino, ändert, und zwar wie folgt. Sprechen Sie mir nach: Cannucci. Was passiert? Nichts. Cappucci. Was passiert? Nichts. Cappuccino. Was passiert jetzt? Sie spüren eine unangenehme Verpflichtung, den Wohlklang durch Sinn zu ersetzen, und dieser Verpflichtung kommen Sie alsbald nach.

Sprache, unabhängig davon, daß sie auf Bezeichnungen beruht, besteht aus der Analyse und Synthese der Themen der Anschauung, im Falle der Analyse ist es Sprechen und logische Fixierung, im Falle der Synthese Lauschen und Besinnung.

Die hier vorgenommene Analyse beginnt mit den in den Anschauungen vorliegenden Gesamtheiten der Einsicht, und es muß genügen zu diesen vermittels der Besinnung zurückzufinden.

Eine Anmerkung zum Schluß.
Jene, die der Stille lauschen, verpüren wenig Neigung, Menschen zu lauschen.
Es ist nicht grob, was feinfühlig ist.

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