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Zur Front

30. Juni 2018

Wer gegen wen?

Wenn ich alles zusammengenommen betrachte, gelange ich zu zwei Machtblöcken, welche die Welt auf unterschiedliche Weisen zu beherrschen suchen:
  1. Die Vereinigten Staaten,
  2. Europäische Financiers.
Ad 1. Der erste Block wird durch die Stichworte US Army, CIA, Kissinger, Soros umrissen. Die CIA ist für die schmutzige Arbeit der US Armee zuständig, Kissinger und Soros stehen für den ideologischen Kampf für den Individualismus westlicher Prägung. US Armee und Kissinger sagen offen, wofür sie stehen, CIA und Soros hingegen spielen über Bande, wobei es Soros' Markenzeichen ist, ideologische Gegenpositionen durch Unterstützung ihrer groteskesten Karrikaturen in Verruf zu bringen.

Diese suchen die Welt von der Spitze aus führend zu beherrschen, wozu ihnen militärische Macht und die damit zusammenhängende globale Leitwährung zuvörderst dienen. Auch ist es so, daß ihnen die Vereinten Nationen als Institution in praktischen Angelegenheiten nützlicher sind als ihren Rivalen, indes als Leitgedanke nicht.

Ad 2. Denn der zweite Block, bestehend aus europäischen Kapitalinteressen, versucht die Welt durch ein Netz von Abhängigkeiten zu beherrschen, welches die eingebundenen Partner zum Interessenabgleich zwingt. Seine Mittel sind Besteuerung, Subventionen und verschleierter Protektionismus durch Natur- und Verbraucherschutz. Insbesondere ist er darauf angewiesen, China als Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten zu mästen und die politische Linke in Europa zur Aufrechterhaltung der Regulationskraft der europäischen Staaten zu päppeln.

Die Vereinten Nationen nützen ihm als Arena wenig, um seine Ziele zu erreichen, außer denn als Podium, um Israel in Verruf zu bringen, um die islamischen Partner zu beruhigen. Indes als Abbild des Ideals der angestrebten Weltregierung sind sie für ihn ideologisch bedeutsam.

Gemeinsame Betrachtung. Israel ist ein Kristallisationspunkt dieses Gegensatzes, da es der islamischen Welt ein Dorn im Auge ist. Es gehört zur Anerkennung des Führungsanspruches der Vereinigten Staaten, Israel mit anzuerkennen, und umgekehrt gehört es zur Anerkennung des Prinzips der Einbindung aller, die lokalen Klagen gegen Israel anzuhören.

Es scheint, daß selbst die Familie Rothschild in dieser Frage zerstritten ist. Jedenfalls hat sich Jacob Rothschild einer israelischen Journalistin gegenüber dahingehend geäußert. Es scheint, daß er verhalten den ersten Block unterstützt und Alexandre de Rothschild vehement den zweiten.

Freilich kommt es dabei zu verwirrenden Erscheinungen. So gehört es ja durchaus zur Strategie des zweiten Blockes, auch Israel gewisse Machtpositionen einzuräumen, nur halt gegen einen gesellschaftspolitischen Preis. Und während es seit jeher zur Strategie des ersten Blockes gehört, zuverlässige Vasallen mit besseren Beziehungen zu belohnen, ist auch dieser Block seit neuestem dazu übergegangen, gesellschaftspolitische Vorgaben zu erlassen.

Letztlich entscheidend bei der Beurteilung dieser beiden Herrschaftsweisen sind indes nicht die angehäuften Häßlichkeiten, sondern die grundsätzlichen Stellungen zur Beseeltheit des Menschen. Der erste Block versucht sie auszunutzen, der zweite sie vorzuschreiben, und wenn der erste Block auch in eine Phase großer Verfehlungen eintritt, so läßt sich doch im Rahmen seiner natürlichen Entwicklung die Korrektur derselben angehen, wohingegen der zweite Block in seiner Systemorientiertheit Zeit seines Bestehens nur vor der einen Frage steht, ob das System zu Lasten seiner einzelnen Teile bewahrt bleibt oder nicht, und das ist wahrlich keine günstige Entwicklungsperspektive.

Wenn die Vereinten Nationen ersetzt werden werden, so wird dies vornehmlich der symbolischen Kraft wegen geschehen, als Zeichen, daß der zweite Block besiegt ist. Ehrlich gesagt erscheint der ganze Prozeß von der Warte der prophezeiten Zukunft aus betrachtet als eine Art Aufführung, welche uns zur Berücksichtigung des menschlichen Herzens bringt, indem die Bitterkeit der Wasser, von Kredit und Geist, in ein warnendes Gleichnis aus alter Zeit überführt wird.

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27. Juni 2018

Morgentau

Einst legte sich die Hoffnung der Furchtsamen, die Gewalten gegen einander zu richten, um in ihrer Mitten Frieden zu finden, auf die von ihren Aufwendungen, das Leben zu kontrollieren, erschöpfte Welt - gleich Tau am Morgen. Und heut' harr' ich der Hoffnung der Ohnmächtigen, Gottes Schöpfung in die Welt zu heben, auf daß sie daselbst lebten.

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Ein zu öffnend' Buch

Unter all meinen Eindrücken, erst der Verlorenheit, dann der Fremdheit, dann der Abgeschiedenheit, dann des Zerfalls um mich herum, auch schließlich meiner Freiheit in der Einfachheit der Fremde, liegt die Erwartung, daß die Zeit der Beleihung vorüber ist.

Und wahrlich, es ist ein Anderes, ein Werkzeug seiner Schaffenskraft halber zu entwickeln, als für das Wohl der Völker.

Die Völker, sie sind teils schon vor langem zu ihrer Reife gelangt, und auch jene, welche auch die letzte Strecke noch gehen mußten zur Erneuerung ihrer Selbstkenntnis, daß sie sähen, was sie schüfen, wenn sie losgelassen, haben ihrem Widerhall genug gelauscht.

Die Welt ist zurechtgemacht - und damit dem Menschen als sein Zeugnis entzogen. Es gibt keine Menschen auf der Welt, welche ernstlich dem zuwider glaubten. Alle wissen, daß sie in sich nichts zu ihrem weiteren Erblühen fänden. Die Kulisse steht, und damit auch die bange Frage an, was nun vor ihr aufgeführt werden wird.

Aber es ist genau diese Furcht vor dem Verschlossenen, welche Wege findet, es zu öffnen.

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26. Juni 2018

Das Ende der internationalen Regulation

Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Stämme und Massen und Völker und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat's ihnen gegeben in ihr Herz, zu tun seine Meinung und zu tun einerlei Meinung und ihr eigenes Recht zu herrschen dem Tier zu überlassen, bis daß vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die das Recht hat über die Herrscher der Erde zu herrschen.
Wieder einmal ist Johannes um etliches präziser als es sich Luther vorstellen konnte.

Im Grunde genommen hätte man die internationale Politik der letzten 70 Jahre aus diesen vier Versen der Offenbarung ableiten können, denn was Johannes hier beschreibt ist eine übliche Figur:
  1. Der Primus inter Pares richtet ein Schiedsgericht ein 
  2. Das Schiedsgericht vernachlässigt die Partner und entscheidet zu Gunsten Außenstehender.
  3. Die Partner flüchten sich unter den Schirm des Primi.
Oder, um es volkstümlicher zu fassen: Den Alten weisen, bis er weiß, wo sein Platz ist.

Und wie es sich heute gestaltet, wie könnte man nicht einer Meinung mit Gott sein, daß sich mit Bedeutungsgeklingel, damit, auf der Weltbühne mitzuspielen, keinerlei faßbare Vorteile verbinden, wo die Weltbühne nur zur Verdrehung von Tatsachen mißbraucht wird und nicht dazu dient, sich auf einen gemeinsamen Weg voran zu einigen, sondern dazu, Beihilfe beim Ausmanövrieren Dritter zu honorieren.

Als Macron gewählt wurde, hatte er noch nicht das Auftreten eines Rüpels. Mittlerweile schon. Es fügt sich alles, gleich ob es weiß wie. Und Merkel erinnert mich zunehmend an eine alte Jungfer, welche sich über unziemliches Auftreten in guter Gesellschaft entsetzt. Wahrlich, was ist's, was die Welt im Innersten zusammenhält?

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25. Juni 2018

For we are laws of motion.

A man's sense of his nature is built on his purpose,
for purpose alone sets his will in motion.

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24. Juni 2018

Oh, wie sie hold lächeln!

Wenn Frauen zwischen Interessengegensätzen vermitteln und Staatsdiener den Ehrbegriff der Gesellschaft, dann herrscht Frieden.

Und wenn's umgekehrt ist?

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23. Juni 2018

Nous

Einem Menschen, bleiben ihm Freunde verwehrt,
das Leben freudvolle Träume beschert,
und wo große Sorgfalt zu Haus,
da bleiben die Freunde aus.

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21. Juni 2018

The structure of my unhinged life.

The six lines of the hexagrams of the I Ching divide our lives into six phases,
  1. the acquiring of skill,
  2. the making of friends,
  3. the consideration of one's prospects,
  4. the demonstration of one's abilities,
  5. the finding of one's place and
  6. the leaving of one's footprint,
and as all people, I'm on my way through them. A way however, that has led from one terrain to another.

My fate was firmly rooted in the age of works, following the ideal of beauty, living in a state of trepidation (in der Bestürztheit der Beklommenheit), seeking the necessary tools to handle the challenges of the future.

I acquired some skill, didn't make many friends and didn't see many prospects, but deep down inside I kept my pride and my hopes and when the time had come to demonstrate my abilities I met Wiebke and I could see that she had similar notions about the shape of the six phases of life and how to advance through them, though I was afraid that they were not quite similar enough to mine.

In any case I was forced on a path of demonstration that didn't quite demonstrate the abilities that I would have had to demonstrate, in order to proceed according to my notions, not because I followed her and not because I didn't follow her either, it was unavoidable, my notions were unrealistic and so were hers.

I got stuck, things grinded to a halt: What good is it to advance in a life that isn't yours? I tried it with humility, but the world slapped it in my face. I offered to do my duty and pursue my hopes in my spare time, but the world wanted not only my service, but also my soul. It can't have it and I couldn't have another world.

Thus went the years by until I accepted another fate, namely that I'm in God's hands, receiving whatever he has in store for me (die Bestürztheit der Besessenheit). I was still in the phase of demonstrating my abilities though and the change in fate didn't alter my progression through the phases of life. But now I needed to demonstrate that being in God's hands was not the end and so I prayed for Him to make it so, to demonstrate the power that He has to help those, who ask Him.

I was 30 years old and it was Christmas. I figured it was my last chance. Well, and since I've been working in my way to find my place, that is orient myself and then see how it fits in with what other people have professed.

So, there you have it, time can stand still, but it does not flow backwards, and looking at its flow is quite different from floating in it, as he understands, who truly remembers and finds the world empty, bereft of all loose ends.

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Trump's Twitter Feed

This is what we're talking about: twitter.com/realDonaldTrump.

The purpose of this post is analysis, to observe what can be readily observed.

Estimating things, over time the impression has taken on shape in my mind that Trump's Twitter feed is one of the best contemporary news sources.

As far as I can see, this is for three reasons, ordered by increasing importance.
  1. When Trump brings up a talking point you get it there first, and the other news sources' responses are predictable and boring.
  2. When other news sources bring up a talking point, Trump's response will actually judge its merit, and even though you'll learn about it a little later, you do get its decisive turn first again.
  3. In all substantial matters other news sources offer constructive criticism at best, but it is patently obvious that in the confrontational setting that Trump has chosen for his presidency world events are being framed in Poker terms and in Poker terms Trump is the one calling and his opponents are the ones raising, and when Trump eventually sees he's in a weaker position, he'll adjust, while his opponents double down to the bitter end, and so it is little wonder that the eyes of the curious are on Trump.
The result of this is of course that decision makers in the US economy increasingly align themselves with Donald Trump, so that he's increasingly able to throw his weight around.

I can't deduce more so far, but it seems clear to me that Trump is successfully developing his platform.

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20. Juni 2018

At the table

Drawn by the current,
ever circling the eternal: time,
chasing our prospects we forget:
union isn't won.

You feel a fool,
reaching, but whither?
Keep still, from your belief
you've sprung.

He is,
verily: He is!
and so are we
in the center of ol' time.

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19. Juni 2018

Die! Mannschaft... a case study.

Wie könnte ich mir eine solche Überschrift verkneifen? Aber es soll mir in diesem Beitrag allgemeiner um das neue Deutschland gehen, welches Herrn Löws Mannschaft allerdings auch verkörpert.
Die Kerle denken: Die Regel taugt!
und die Weiber: Alles ein Witz!
Ich habe solches zu meiner Jugendzeit nicht gekannt, und ich gedenke nicht, es zu akzeptieren.

Sie irren beide, und die Zeit wird sie's lehren. Mich befremdet gleich zweierlei: daß sich eine Elite stillschweigend bilden sollte, ohne daß ihre Mitglieder
  1. die Notwendigkeit sähen, sich zu rechtfertigen und
  2. Inventur zu machen.
Es erscheint mir nicht deutsch: Kein Adel, keine Verantwortung, dafür Tollkühnheit.

Wollte ich einen Film über nordseegermanische Seeräuber zu spätrömischen Zeiten drehen, die Besetzung fänd' ich wohl, dem Anschein nach... und mehr ist es natürlich auch nicht, nur eine Maske, welche der moderne Glücksritter zu Markte trägt.

Warum sollte man Fußballspielern nicht ihre Gefühle ansehen? Ihren Ehrgeiz, ihre Geltungssucht, ihre Erleichterung, ja Erlösung, die Leidensstrecke, welche hinter ihnen liegt? Ja, warum nur nicht?

Es hat einmal ein Autokonzern erfolgreich seine Autos unter dem Slogan Das Auto an den englischsprachigen Mann und seine Frau gebracht.

Und jetzt verkaufen wir unsere Nationalmannschaft? An wen?

Gut, wir sind Weltmeister. Wenn wir uns're Jungs The Team nennen wollen, dürfen wir's wohl, aber man muß doch nicht alles machen, was man darf! Wie sieht das aus! Und heute spielt die brasilianische Mannschaft gegen die Mannschaft. Womöglich schon im Achtelfinale...

Wirklich... 's is a bisserl hochmüt'g, net wahr?

Und dann die unglückliche Einfügung in den englischen Sprachfluß: Rolls Royce hat seinen Silver Mist nicht unter dem Namen in Deutschland verkauft. Da hatten sie noch alle Tassen im Schrank. Als Vogel und seine Brüder Lies! plakatierten, da hab' ich schon daran gezweifelt. Die Mannschaft has to improve its performance, if it wants to survive the group stage. Genial, nicht wahr?

Nun gut, daraus muß man wirklich keinen Elephanten machen, aber es ist doch bezeichnend, wie blöd im ursprünglichen Sinne des Wortes (Hinauf zur Warte, du blöder Wicht! Was so hell und licht ich sehe, daß das dir nicht entgehe!) die modernen Zauberlehrlinge sind.

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17. Juni 2018

Zur Fußball-WM in Rußland

Wenn Sie wissen wollen, was gerade in Rußland abgeht, in puncto Stimmung und so, sollten Sie bei Instagram vorbeischauen: https://www.instagram.com/explore/tags/fifafanfest/.

Es ist schon lächerlich, ich habe gestern ungefähr vier Stunden gebraucht, um die üblichen Bilder von Fans mit Landesfarben im Gesicht und Flaggen zu finden. Die Bilder sind da, aber Google leitet einen nicht hin. Ehrlich gesagt wird mir zunehmend mulmig, wenn ich daran denke, zu was genau sich Google entwickelt. (Einen Eindruck davon, was es stattdessen sein könnte, gewinnen Sie hier.)

Nun denn, wie minimal auch immer sich die Medien als Katalysator daran beteiligen werden, die angereisten Fans sind jedenfalls vor Ort und erleben die Atmosphäre dort rund um Johanni, die weißen Nächte, den wasserfarbenen Himmel, die spielzeughafte Traditionslosigkeit der Städte, die Weite der Wolga.

Es findet etwas Unerhörtes statt: Der finanzgetränkte Circus Maximus tropft mit seiner dionysischen Schar auf unbestellten Boden, und was ich Würde nannte, wird Zehntausenden aus aller Welt offenbar, wir erleben das große Pfingsten der Offenbarung der geistigen Segnung der Armen, daß der Herr die voll macht, welche sich, weil sie nichts in der Welt zu erhaschen hoffen, auf ihre grundsätzliche Lage als Menschen besinnen.

Nicht, daß es keine Russen gäbe, welche etwas zu erhaschen hofften, aber es gibt genug, welche es nicht tun, und in jedem Falle gerät der Hunger der dionysischen Schar selbst für ein paar Wochen aus dem Takt, und die Seele öffnet sich and'rer Nahrung.

Es ist ja dem Unterhaltungssüchtigen das Unbegreiflichste, daß er überhaupt keine Unterhaltung braucht. Wer weiß, wer am Ende meine Prioritäten teilt:
  1. denken,
  2. lesen,
  3. anschau'n und -hören.

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16. Juni 2018

Gebete sprechen und erhören

Ein Mensch ist frei vor Gott
und den Menschen ein Diener
oder frei vor den Menschen
und Gott ein Diener.

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13. Juni 2018

Die Wächter des Gebets

Wenn ich mich auf die transzendente Dimension meiner Existenz konzentriere, ist mir stets, als ob mir dort bestimmte Kräfte begegneten, Kräfte, welche für die Form unserer Existenz Sorge tragen.

Nun assoziiert der Mensch ja allgemein, was sich bei seinen Unternehmungen einzustellen pflegt, und warum sollte es sich also bei seinen transzendenten Akten anders verhalten?

Jedes Gebet ist von verhandelnder Natur und sucht das etablierte Gleichgewicht etwas zu verschieben. Und als solches wird es natürlicherweise mit anderen Standpunkten konfrontiert. Wirklich interessieren tun mich dabei lediglich jene Standpunkte, welche das Geschick der Zeit betreffen, also die Rahmenbedingungen der ideellen transzendenten Akte.

Kann es sein, daß diese ideellen Standpunkte durch die sieben Engel angegeben werden? Also durch
  • Vervollkommnung,
  • Bereitschaft,
  • Ordnung,
  • Meisterschaft,
  • Dienst,
  • Opferung und
  • Wertschätzung?
Ich betete vor bald 14 Jahren um die Möglichkeit des Gebets selbst, die Teilnahme der Seele an der Schöpfung: daß wir nicht bloße Chronisten unserer eigenen Triebe seien. Ist dies mit einem oder mehreren dieser Standpunkte verbunden?

Vervollkommnung hängt von Inspiration (vom Schönen) ab, Bereitschaft von Gelegenheit (vom Wesentlichen), Ordnung von Macht, Meisterschaft von Vervollkommnung, Dienst von Bereitschaft, Opferung von Ordnung und Wertschätzung von der Summe des Schönen, Wesentlichen und Mächtigen.

Worum ich letztlich bat war Macht, vor dem Hintergrund der demonstrablen Unwesentlichkeit des Ohnmächtigen. Ich bat um eine Verschiebung der Ordnung, so daß die Bereitschaft wiederauferweckt werde.

Und als ich darum bat, empfand ich den Zorn der Opferung, als welche sich auf die bestehende Ordnung gründet. Und genau das war meine Empfindung in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag. Aber dieser Zorn war niedrig, ohne jede Zier, wert nur durch den Namen des, dem die Opfernden opfern: verhärmte Gestalten in demonstrabel barmherziger Mission, ohne ein Iota Gnade über die notwendige hinaus.

Freilich bat ich nur um irgendein Zeichen, nichts konkretes, und im konkreten Fall gab ich den Zürnenden nach, denn was ließe sich schon blind errichten? Aber die Notwendigkeiten der Zeit hatte ich durchaus richtig erkannt, sonst wäre mein Gebet auch nicht erhört worden.

Um also nicht blind zu sein, wendete ich mich der Frage nach der Gerechtigkeit zu. Ich denke, der Symbolismus ist dieser:
  • Lazarus: die Liebevollen,
  • Elia: der Erneuerer der Vervollkommnung,
  • Messias: der Erneuerer der Ordnung.
Es beginnt mit jenen, welche die Liebe wahrnehmen und nicht darüber hinaus kommen. Daran schließt sich dann der Wille zur Neufassung der Liebe an. Und enden tut es schließlich in neuordnenden Handlungen der Liebe.

Angesichts der Tatsache, daß ich mich erst vor kurzem, relativ auf diese bald 14 Jahre gesehen, näher mit der Bibel beschäftigt habe, habe ich hinreichend festen Grund, in den Assoziationen der eingangs erwähnten Kräfte zu meinem Beten einen Beweis für ein angeborenes Verständnis für eine Handlung, welche in unserer Zeit freilich unüblich geworden ist, zu sehen: Letztlich aber wissen wir doch alle, daß unser gegenwärtiger Fokus weit verästelt sich mit sehr speziellen Dingen befaßt, während es in der Tiefe des Bekannt-Gewußten gänzlich and're Zuständigkeiten gibt, deren wir nun wieder, wie ich meine, zu gewarten haben.

Ich hoffe, daß sich die sieben Engel also tatsächlich als die sieben (Leit-)Sterne der sieben Gemeinden erweisen werden.

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11. Juni 2018

Daß nur welche sich der Not in die Hand geben an der Spitze steh'n, auf daß die Not nicht allgemein werd'.

Die ihr eine Richtschnur sucht, in eur' und and'rer Pflicht zu finden, daß ihr nur vorankämt, ihr, für die es bis ins Privateste hinein Verwicklung, mitgefangen, mitgehangen ist, nicht speie ich euch aus, doch größ're Männer steh'n euch vor! - und sei's vermittels Schiedsspruch nur.

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10. Juni 2018

Überbrückungsverlangen

Die im Beitrag Literarische Formate vorgestellten literarischen Formate entsprechen kommunikativen Überbrückungsverlangen. Genauer gesagt gibt es drei grundsätzliche Überbrückungsverlangen, welchen die literarischen Formate wie folgt entsprechen. Verlangen nach
  • mythischer Überbrückung: Erzählungen,
  • zwischenmenschlicher Überbrückung: Berichte,
  • gedanklicher Überbrückung: Darstellungen.
Mythische Überbrückung. Das Verlangen nach mythischer Überbrückung wurzelt in der Notwendigkeit, sich Vergangenheit und mögliche Zukunften zu vergegenwärtigen. Mit anderen Worten führen einen Erzählungen also in andere Umstände, erinnert oder vorgestellt, welche man aber selbst durchlebt.

Märchen sind dabei ein Vehikel, um Erinnerungen aufzuwecken, und Novellen ein Vehikel, um Aussichten zu untersuchen.

Zwischenmenschliche Überbrückung. Das Verlangen nach zwischenmenschlicher Überbrückung wurzelt in der Notwendigkeit, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie das Leben anderen Menschen erscheint.

Dokumentationen sind dabei ein Vehikel, um die Taten anderer nachzuvollziehen, und Reportagen sind ein Vehikel, um Einblicke in das Lebensumfeld anderer zu gewinnen.

Gedankliche Überbrückung. Das Verlangen nach gedanklicher Überbrückung entspringt der Philosophie.

Expositionen sind dabei ein Vehikel, um die Begriffe anderer anzuwenden (mit anderen Worten ist jede Exposition ein Gleichnis), und Fantasien sind ein Vehikel, um den Eindrücken anderer nachzuspüren.

Freilich ist es dabei gewöhnlicherweise so, daß der Autor der Fantasie die dargestellten Eindrücke nach seinen eigenen Begriffen ausgesucht hat, aber nicht immer, und je mehr von seinen ursprünglichen Eindrücken in der Fantasie stecken, desto besser. Ein Beispiel für ausgesprochen schlechte, weil schale, künstlich gestaltete Fantasien wird dabei durch die Star Trek-Serien gegeben. So weit ich es sehe, ist Time's Arrow die einzige Folge mit genuinem, ursprünglichen Eindrucksgehalt und geht ursprünglich wohl auf Plinius den Älteren und dessen Erzählung vom Panther zurück, eine Erzählung, welche das Unbehagen gegenüber Mönchen und Klöstern ausdrückt.

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8. Juni 2018

Wie über unseren Köpfen, so unter unseren Füßen.

Als sich Ramakas Herz betrübte, und der Herr ihm zeigte, was sich über alle Welt spannt, ermannte er sich und wendete seine Kraft für das Empfang'ne auf, bis daß er seine Grenzen sah.

Alsdann nahm er Abschied, die Fremde zu durchkämmen, zu seh'n, was sich dort fände.

Schon erwägend, ob die Welt das ihm bestimmte Heim sei, stieß er sich, und sammelte das Niedergelegte.

Was er erfahren, keinen Weg durch es zu suchen, begann er da, sondern er grub nach dem Schlüssel, es umzuformen, bis daß sich der Himmel im quellenden Naß zeige.

Und siehe: Der Himmel selbst bestimmte, an welchem Ort er Wasser fand, darin der Himmel sich spiegelte, auf daß des Herren Wille vorschnelle. Wer ihn nur sucht, der mag den Schlüssel zur Entfaltung des Gebotenen auch finden.

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7. Juni 2018

Die Entsendung der gehorsam'n Seel'n

Der Herr gab Rana Augen zu seh'n, was sein Gehorsam ihm verheißt. Nita aber nahm Er das Vertrau'n auf alles, was noch nicht geworden ist. Und so hetzten Nitas Nachfahren fortan von Furcht getrieben von einem, dessen Sein doch kräftig scheint, zum andern, und Ranas Nachfahren begann'n sich über den verhieß'nen Herrlichkeiten zu entzwei'n.

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6. Juni 2018

Der Wandel der Sitte als gesellschaftliche Anforderung im Kreislauf der Zeitalter

Ohne uns dessen recht bewußt zu sein, stellen wir an unsere Mitbürger zu jeder Zeit eine Anforderung spezieller Art, welche der jeweiligen Landessitte zugrundeliegt.

Genauer gesagt verhält es sich damit so:
  • das Zeitalter der Werke ist auf Verbindlichkeit gebaut,
  • das Zeitalter der Wunder ist auf Gottesvertrauen gebaut und
  • das Zeitalter der Wacht ist auf Behauptung gebaut,
wobei im Laufe eines Zeitalters die Grundlage für das jeweils nächste Zeitalter entwickelt wird, das heißt
  • im Zeitalter der Werke wird das Gottvertrauen entwickelt,
  • im Zeitalter der Wunder wird die Behauptung entwickelt und
  • im Zeitalter der Wacht wird die Verbindlichkeit entwickelt.
Es liegt nahe, das Christemtum als eine Schule des Gottvertrauens zu betrachten, welche auf den Verbindlichkeiten, welche im Römischen Reich entwickelt wurden, aufbaut. Und dieser Schule steht nun die Abschlußprüfung bevor.

Aber ich bin auf ganz andere Weise zu diesem Thema gekommen, nämlich über der Betrachtung des Gegensatzes zwischen einer europäischen und einer bengalischen Frau. Schon Schopenhauer hat diesen Gegensatz bedacht und landete schließlich bei einer geistigen Verwirrtheit, welche die Europäer ergriffen haben müsse. Aber ich habe heute nachgefaßt und bin schließlich darauf gekommen, daß die europäische Dame ihre Existenz keiner Affektion verdankt, sondern einem knallharten Handel.

Wiewohl ich innerhalb des europäischen Spektrums am konventionsfeindlichen Rand stehe, ist selbst mir der kulleräugige Blick der bengalischen Frau nicht ganz geheuer. Die Sache ist doch die: Sie mag ja lieb sein, aber sie wird ganz offensichtlich ihr eigenes Ding drehen. Sie wird sich nicht erklären, und sie wird sich auf keine Verbindlichkeiten festlegen lassen.

Jetzt seien wir wenigstens ein Mal ehrlich. All die Gesten, welche ein Mann einer Dame gegenüber zu beherzigen hat, dienen doch ausschließlich dazu, die Dame dahingehend zu erziehen, sich, komme was wolle, den gesellschaftlichen Regeln anzuvertrauen. Und diese Erziehung gelingt ja meistens auch, wie der Vergleich mit der Frau aus Bangladesch sofort verdeutlicht.

Freilich, es kann heutzutage keine Rede mehr davon sein, daß der einzelne Mann der Profiteur der Konformität der Frau ist, und doch profitiert er noch als Staatsbürger oder tat es wenigstens noch bis vor kurzem, denn all die Einbußen, welche er in seinem Privatleben hinnehmen mußte, waren durch Gewinne beim Bruttosozialprodukt motiviert.

Nun allerdings, mit dem unbarmherzigen Voranschreiten der ewigen Produktivitätssteigerung, scheint auch diese Schraube überdreht worden zu sein und die Konformität der Frau ein einziges Ärgernis, nicht bloß moralisch abstoßend, wie Schopenhauer bereits ausführte, sondern im engsten Sinne verrückt, in sich selbst widersprüchlich, selbstzerstörerisch, ohne erkennbare Funktion.

Die konforme Frau hat in einer kapitalistischen Gesellschaft, den Investor, welcher in einem Jahr mehr verdient als 100 Arbeiter in ihrem Leben, an die 4000 Mal höher zu schätzen als einen Arbeiter, welcher sein Leben lang arbeitet, und ganz gleich was der Herr von den verliehenen Talenten gesagt hat, mündet diese Konformität schnurstracks im Irrenhaus.

All die Erscheinungen, welche hier in Frage stehen, sind systembedingt und folgen unmittelbar aus der stetigen Machtvergrößerung  und -konzentration, welche als technischer Fortschritt sowohl die Frucht als auch der Fluch des Zeitalters der Werke ist, weshalb die Verbindlichkeit schließlich auch als gesellschaftliches Fundament durch das Gottvertrauen ersetzt werden muß.

Wir müssen Gott vertrauen und zugleich zusehen, daß wir uns in den Prüfungen des Lebens behaupten, bis daß unsere Fähigkeit, uns zu behaupten, das Fundament einer Gesellschaft bildet, welche sich darum bemüht, verbindliche Umgangsformen zu finden, wie heute die Schwarzafrikas.

Auch wenn die Mächtigen es noch nicht verstanden haben: Sie können diese Prozesse nicht steuern. Die künstliche Intelligenz steigert ihre Macht um den Preis ihres Überlebens als Teil einer menschlichen Gesellschaft. Es ist aus mit ihnen selbst, mit ihrem Modell, welches sie auf die Welt übertragen wollen. Während Schwarzafrika ihnen noch zuläuft, weil es in Europa eine Inspiration für die eigene Zukunft sieht, sind ihre Tage bereits gezählt und liegt ihre eigene Zukunft woanders.

Im übrigen ist dies keine Umarmung des Islams, doch die Bürger Bangladeschs sind in ihrer Sittlichkeit grundsätzlich Vorbilder, denn auch die dortigen Männer ticken so. Ob es allgemein in Indien so ist, bezweifle ich, und auch, daß es in Pakistan so ist. Vielleicht liegt es am Leben im Gangesdelta, oder am blutigen Sezessionskrieg, welcher vor erst 47 Jahren übers Land ging.

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5. Juni 2018

Von der Auslieferung an die Vergeltung

All unser Studium der Gleichgewichte, welche die Natur prägen, muß schließlich in eine Ethik münden, welche die regulierende Kraft der Vergeltung umarmt und die Überzeugung verkörpert, daß Rechte und Pflichten des Menschen aus seiner Teilnahme am Gedeihen der Schöpfung erwachsen: Was Kräfte freisetzt stärkt und was sie bindet schwächt ihn selbst.

Wer also betet, daß ihm selbst und seinen Mitmenschen das eig'ne Tun vergolten werde, der ist herangereift, sich auf's Gedeih'n des Göttlichen in dessen Gliedern zu verpflichten. Wir schmeckten Unrecht und sehnlich' Wünsch', aber wir glauben, daß uns die all's Gedeih'n richtende göttliche Vergeltung am besten dient.

Denn so sind wir reif, die Welt so zu lieben, daß es Gott nicht grämt, reif, zu empfangen, was wir erbeten.

Uns ward gegeben eine Idee, danach zu leben, doch endlich nur fügt sie sich in die Zeit. Die Liebe, welche der Idee nachfolgt, ändert sowohl die Welt, als auch das Herz, welchem sie innewohnt. Und so ward uns gegeben der Idee End' zugleich mit ihr: Ein Gesetz, vollkomm'n in allen Teilen. Wie's sich begibt, daß so gebund'n wir werden, ich weiß es nicht. Doch da steht die Bindung, eingeschrieben in mein Herz.

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3. Juni 2018

Offenbarung, 2: Die ersten vier Gemeinden

Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: Ich weiß deine Werke und deine Arbeit und deine Geduld und daß du die Bösen nicht tragen kannst; und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sind's nicht, und hast sie als Lügner erfunden; und verträgst und hast Geduld, und um meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde geworden. Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust. Aber das hast du, daß du die Werke der Nikolaiten hassest, welche ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben vom Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist.
Deutung. Die Kontrollsucht der Gerechten.
Und dem Engel der Gemeinde zu Smyrna schreibe: das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich weiß deine Werke und deine Trübsal und deine Armut (du bist aber reich) und die Lästerung von denen, die da sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern sind des Satans Schule. Fürchte dich vor der keinem, das du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf daß ihr versucht werdet, und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem andern Tode.
Deutung. Die Ohnmacht der Liebevollen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Pergamus schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert: Ich weiß, was du tust und wo du wohnst, da des Satans Stuhl ist; und hältst an meinem Namen und hast meinen Glauben nicht verleugnet auch in den Tagen, in welchen Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet ist, da der Satan wohnt. Aber ich habe ein Kleines wider dich, daß du daselbst hast, die an der Lehre Bileams halten, welcher lehrte den Balak ein Ärgernis aufrichten vor den Kindern Israel, zu essen Götzenopfer und Hurerei zu treiben. Also hast du auch, die an der Lehre der Nikolaiten halten: das hasse ich. Tue Buße; wo aber nicht, so werde ich dir bald kommen und mit ihnen kriegen durch das Schwert meines Mundes. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will zu essen geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, welchen niemand kennt, denn der ihn empfängt.
Deutung. Die Verbiegung der Streitenden.
Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und seine Füße sind gleichwie Messing: Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und deine Geduld und daß du je länger, je mehr tust. Aber ich habe wider dich, daß du lässest das Weib Isebel, die da spricht, sie sei eine Prophetin, lehren und verführen meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich habe ihr Zeit gegeben, daß sie sollte Buße tun für ihre Hurerei; und sie tut nicht Buße. Siehe, ich werfe sie in ein Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wo sie nicht Buße tun für ihre Werke, und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken. Euch aber sage ich, den andern, die zu Thyatira sind, die nicht haben solche Lehre und die nicht erkannt haben die Tiefen des Satans (wie sie sagen): Ich will nicht auf euch werfen eine andere Last: doch was ihr habt, das haltet, bis daß ich komme. Und wer da überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden, und er soll sie weiden mit einem eisernen Stabe, und wie eines Töpfers Gefäße soll er sie zerschmeißen, wie ich von meinem Vater empfangen habe; und ich will ihm geben den Morgenstern. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Orientierungslosigkeit der Schaffenden.

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Offenbarung, 3: Die letzten drei Gemeinden

Und dem Engel in Sardes' Gemeinde schreibe: Das sagt, welcher die sieben Atem Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Geschäfte, daß du im Ruf stehst, daß du lebest, und bist doch verschieden. Werde wach und festige das Übrige, was dabei ist umzukommen, nicht erfüllt habe ich deine Werke im Angesicht meines Gottes gefunden: Erinnere dich also, wie du empfangen und gehört hast, und beherzige es und tue Buße. Doch wenn du nicht wach sein wirst, werde ich wie ein Dieb kommen, und du wirst die Stunde nicht kennen, zu welcher ich vor dich kommen werde. Aber du wirst vieles gerufen in Sardes, was seine Kleider nicht beschmutzt hat, und dasselbe wird mit mir wandeln in Engelskleidern, denn es verdient sie. Wer überwindet soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Müdigkeit der Treuen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus des Satanas Schule, die da sagen, sie seien Juden, und sind's nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebt habe. Dieweil du hast bewahrt das Wort meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen; und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Erhebung der Barmherzigen.
Und dem Engel der Gemeinde zu Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes: Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! 16 Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest. Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Stuhl. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Deutung. Die Gleichgültigkeit der Empfangenden der Werke der Liebe.

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Die sieben Engel der sieben Gemeinden

Ephesus ist die Gemeinde der Gerechten. Ihr Engel ist die Vervollkommnung.
Smyrna ist die Gemeinde der Liebevollen. Ihr Engel ist die Bereitschaft.
Pergamus ist die Gemeinde der Streitenden. Ihr Engel ist die Ordnung.
Thyatira ist die Gemeinde der Schaffenden. Ihr Engel ist die Meisterschaft.
Sardes ist die Gemeinde der Treuen. Ihr Engel ist der Dienst.
Philadelphia ist die Gemeinde der Barmherzigen. Ihr Engel ist die Opferung.
Laodizea ist die Gemeinde der Empfangenden. Ihr Engel ist die Wertschätzung.

Die Gemeinden sind Ableitungen der Liebe und der Dreifaltigkeit des Ichs. Genauer gesagt haben wir
  • Haltung der Liebe: Vervollkommnung und Meisterschaft,
  • Wahrnehmung der Liebe: Bereitschaft und Dienst,
  • Tätigkeit der Liebe: Ordnung und Opferung,
wobei die drei Paare jeweils Würdigkeit und Gewachsenheit bezeichnen, wie auch in den sieben Feuern des Gerichts. Freilich, da hören die Gemeinsamkeiten auf. Die hiesige biblische Siebenfaltigkeit ist nicht mit jener auf den Bestürztheiten basierenden identisch, wiewohl durchaus mit ihr verwandt.

Johannes erwähnt die Gemeinden, um die Zeit zu beschreiben, in welche die Offenbarung hineinfällt, nämlich dadurch, daß er
  • die Gerechten als kontrollsüchtig,
  • die Liebevollen als ohnmächtig,
  • die Streitenden als verbogen,
  • die Schaffenden als orientierungslos,
  • die Treuen als müde,
  • die Barmherzigen als erhoben und
  • die Empfangenden als gleichgültig
kennzeichnet. Eine Kennzeichnung, welche unsere Zeit hinreichend genau beschreibt.

Die sieben kennzeichnenden Attribute sind die sieben Versuchungen der Engel. Ich fühle mich hauptsächlich durch Müdigkeit versucht. Und letzthin vielleicht auch etwas durch Erhebung, aber sehr viel gibt es da bei mir nicht zu versuchen: Wenn die Sorge abfällt, hat die Lust freie Bahn, aber sie führt ja nirgends hin, sondern verbraucht sich im Augenblick. Wie groß Johannes der Täufer auch sein mag, der Kleinste im Himmelreich ist größer, denn er begründet Johannes' Größe. Und so weiß auch ich, wem ich verbunden bin.

Ob es auch jene, zu deren Füßen jene aus Satanas Schule, welche sagen, sie seien Juden und sind's nicht, niederfallen, wissen?

Nun, so sie ihre Kleider tragen, daß man ihre Blöße nicht sehe.

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1. Juni 2018

Zwei Alternativen

Wenn sich die Fesseln der Unterdrückung lösen, gibt es zwei Alternativen, die bestehenden Mißstände zu beheben, nämlich
  1. einen Koaleszenzpunkt zu suchen und sich ihm zu unterwerfen oder
  2. zu sich zu finden und die behebenden Maßnahmen aus eigener Verantwortung heraus anzutreiben.
Fraglos ist der Koaleszenzpunkt Armageddons auf die eine oder andere Weise mit Israel verbunden: Entweder in Form der Mohammedaneraustreibung oder in Form der antikapitalistischen Judenaustreibung.

Beiden Unterfangen ist ihr Aktionismus gemein, und das ist auch im allgemeinen so, daß die Unterwerfung unter einen Koaleszenzpunkt, um aufrecht erhalten zu werden, in beständig erneuerten Ritualen wiederholt werden muß. Es ist also klar, daß beide Unterfangen über das vernünftige Ziel hinausschießen würden, und sich also als Christi Feinde in Armageddon wiederfänden.

Das vernünftige Ziel der Mohammedaneraustreibung ist die Wiederherstellung des gesellschaftlichen Vertrauens und das vernünftige Ziel der antikapitalistischen Judenaustreibung ist die Wiederherstellung des allgemeinen Zugangs zu den Früchten der fortgesetzten Effizienzsteigerung in allen wirtschaftlichen Bereichen. Weder sage ich, daß Mohammedaner, noch Juden ursächlich für diese Mißstände sind, noch daß ihre Behebung uns aus unserer Not befreite, sonderlich lediglich, daß in der Vernünftigkeit dieser Ziele die überzeugende Kraft des entsprechenden Koaleszenzpunktes steckt.

Daß diese beiden Unterfangen heute als gegensätzliches Paar vor uns stehen dient offensichtlich der Verschleierung der Zukunft, auf daß wir nicht allzu klar sähen, auf was die Geschichte hinausläuft. So um unsere Berechnung gebracht, sind wir gezwungen, uns an unsere Überzeugungen zu halten, erwächst aus der Ungewißheit des Kommenden unser Glaube.

Und wenn er es einmal beginnt zu wachsen, mag er auch weit über das gestellte Problem hinaus wachsen, aber am Anfang aller eigenen Verantwortung steht die Begabtheit mit einem Sinn für das Heilige, und der verhüllende Schleier wirft uns auf ihn zurück.

Man täusche sich aber nicht: Einstweilen flüchten sich die Besitzenden in Waffen und die Andern ergehen sich in unproduktivem Neid und gegenseitiger Maßregelung, welche ihre Hoffnung auf größere Macht am Leben hält. Und wenn die Unterdrückung endet, bricht der größere der beiden aufgestauten Seen los und ergießt sich schließlich bis Armageddon.

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