.edu .org .at .ch .de .uk Blogger hier
Bereitschaftsfront

„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
Eesti
EnglishClicky

14. April 2020

Bereitungs- und Eignungszykel

Der Selbstlauf des Ichs, vereinfacht als zyklische Abfolge von Verfolgung, Einlösung und Auslösung verstanden, läßt sich auf die Strukturen, durch welche er bereitet, hin ansehen.

Unser Bewußtsein umfaßt vier Strukturen, drei innere und eine äußere, nämlich
  • die Haltung,
  • das Verständnis,
  • die Stellung und
  • die (erfahrene) Wirklichkeit.
Die Unterteilung der inneren Strukturen in die genannten drei Klassen ist praktisch motiviert. Letztlich handelt es sich bei allen um Regeln, an welche wir uns halten, im Falle
  • der Haltung sind sie angenommen,
  • des Verständnisses beziehen sie sich auf Begriffe und
  • der Stellung haben wir eingesehen, daß wir an sie glauben.
Hier nun möchte ich alle diese Regeln unter dem Begriff der Orientierung zusammenfassen, wiederum aus praktischen Erwägungen, denn damit läßt sich der subjektive Bereitungszykel wie folgt angeben:
  1. Orientierung,
  2. Verständnis,
  3. Wirkung.
Die Orientierung bereitet zum Verständnis, das Verständnis zur Wirkung und die Wirkung zur Orientierung.

Dies geschieht subjektiv, aber auch objektiv, denn Orientierung und Verständnis besitzen in Einrichtung und Anleitung objektive Gegenstücke, und als objektives Gegenstück der Wirkung betrachten wir die Verwirklichung. Also ergibt sich der objektive Bereitungszykel:
  1. Einrichtung,
  2. Anleitung,
  3. Verwirklichung.
Die Einrichtung bereitet zur Anleitung, die Anleitung zur Verwirklichung und die Verwirklichung zur Einrichtung.

Die Gesinnungen, materiell (auch erregt), engagiert (auch heroisch) und reflektiert (auch philosophisch), ergeben sich aus der Beschäftigung mit den Gegenständen des objektiven Bereitungszykels,
  • die materielle aus der Beschäftigung mit der Verwirklichung,
  • die engagierte aus der Beschäftigung mit der Einrichtung und
  • die reflektierte aus der Beschäftigung mit der Anleitung.
Und offensichtlich bestehen zwischen subjektiven und objektiven Gegenstücken beidseitige Erzeugungsbeziehungen:
  • Einrichtungen gehen aus Orientierungen hervor und Orientierungen aus Einrichtungen,
  • Anleitungen gehen aus Verständnis hervor und Verständnis aus Anleitungen,
  • Verwirklichungen gehen aus Wirkungen hervor und Wirkungen aus Verwirklichungen.
Es ist nun aber nicht nur so, daß eine Struktur zur nächsten bereitet, sondern zugleich streben wir danach, daß die vorige sich zur andern eignet. Die kausale Reihenfolge des (strebensgemäß subjektiven) Eignungszykels lautet also:
  1. Wirkung,
  2. Verständnis,
  3. Orientierung.
Das Verständnis eignet sich zur Wirkung durch Absichtlichkeit und wird durch die Absicht anwendbar. Dies zu verstehen bedeutet, den körperlichen geistigen Horizont innezuhaben.

Die Wirkung eignet sich zur Orientierung durch Ordentlichkeit und wird durch Ordnungsgemäßheit einplanbar. Dies zu verstehen bedeutet, je nachdem, in welchen Teilen es verstanden wird, den persönlichen oder den philosophischen geistigen Horizont innezuhaben; einmal wird es nur von Handlungen verstanden, das andere auch vom Übergang vom Wort zu seiner Bedeutung, welcher ebenfalls geordnet sein will, wenn er uns die Orientierung erlauben soll.

Die Orientierung eignet sich zum Verständnis durch Erklärtheit und wird durch ihre Rechtfertigung vor der eigenen Stimmung zufriedenstellbar und berücksichtigbar, denn so lange wir uns nicht erklären, nicht festhalten, woran sich unsere Stimmung stört, und unsere Orientierung dem anpassen, kann sich unsere Orientierung nicht stabilisieren, und unser Verständnis kann nur bekannten Verhältnissen dienen. Und dies zu verstehen bedeutet, den gläubigen geistigen Horizont innezuhaben.

Diese letzte Tugend, die Erklärtheit, zeichnet den Freien aus, welcher in der Lage ist, sein Leben und die Welt seinem Frieden nach einzurichten und auch andere Erklärte auf die selbe Weise zu berücksichtigen. Er kennt die Vorlieben, die angestrebten Beteiligungen und kann für sie Sorge tragen.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Ich verfolgte zuletzt sehr zweifelhafte Wege, um die Geister zu definieren, welche auf der Vorherrschaft von Gefühlen beruhten. Richtig ist stets der Ansatz, daß der Geist die Neigung zu dem ist, was der zugehörige geistige Horizont ermöglicht, und das bedeutet dem obigen gemäß, daß Erregte das Verständnis der Wirkung unterordnen, Fordernde die Wirkung der Orientierung und Gestimmte die Orientierung dem Verständnis, indem sie versuchen, Absichtliche, Ordentliche oder Erklärte zu sein.

Labels: , , , , , ,

19. November 2025

Besinnungen als Verwirklichungen

Ich habe Besinnungen stets als Aussichtswechsel betrachtet, aber sie lassen sich auch als Verwirklichungen intellektueller Eindrücke durch erfahrene verstehen.

Die Auslösung verwirklicht Gesetze durch Übergänge, vorausgesetzt, daß die Gesetze bekannt sind und die Auslösung gelingt, worauf die Zuordnung von Gesetzen zu Etappen in Plänen beruht.

Jeder Begriff, welcher verwirklicht werden soll, ist ipso facto ein Ideal und seine Inbegriffe Beispiele seiner.

Die Einlösung verwirklicht Ideale durch Beispiele,vorausgesetzt, daß sie gelingt, worauf die Zuordnung von Verantwortlichkeiten zu Eventualitäten beruht, indem die Verantwortlichkeiten beispielhaft sind. Sowohl bei der Auslösung, als auch bei der Einlösung entspricht die Verwirklichung dabei dem Verwirklichten, liegen einmal verstandene Verhältnisse intellektuell vor, welche das durch die Besinnung Erfahrene aufweist.

Bei der Verfolgung verhält es sich indes nicht so, da wir von den durch Belange von Bedingungen, sprich Gedanken, verwirklichten Impulsen nur den Begriff ihres eigenen Eindrucks haben, was die nachträgliche Zuordnung von Anhaltspunkten (Umständen, Abhängigkeiten, Bedingungen) zu den Aspekten des Interesses der einzelnen erwachten Gedanken indes nicht hindert.

Das Interesse wird dadurch zum Gesetz unseres Handelns, welches wir, wenn wir es in Anderen beobachten, wie jedes andere Gesetz zur Planung von Kursen heranziehen können, wenn jedoch in uns selbst, nur sofern es autonome Reaktionen betrifft, wie etwa unter einer kalten Dusche aufzuwachen, während wir sonst unsere Haltung benutzen, um es unseren Idealen anzupassen.

Labels: , , , , , , , ,

16. April 2020

Bestürztheiten als Bedenklichkeiten

Nach dem vorletzten Beitrag bestehen die Gesinnungen in der Beschäftigung mit Einrichtungen, Anleitungen oder Verwirklichungen, welche wiederum die objektiven Gegenstücke der Orientierungen, Verständnisse und Wirkungen sind. Die geistigen Horizonte bestehen in der Fähigkeit zur Anpassung des Verständnisses an die Wirkung, der Wirkung an die Orientierung oder der Orientierung an das Verständnis, und die Geister bestehen in der Neigung zu diesen Anpassungen.

Der vorige Beitrag legt nun nahe, daß die Bestürztheiten in der Erforderlichkeit der Beschäftigung mit Einrichtungen, Anleitungen oder Verwirklichungen bestehen, und das läßt sich auch so sagen, genauer ist es aber, die Bestürztheiten wie folgt zu definieren.

Zunächst einmal ist das Gefühl der Bestürztheit eine (milde) Zuwiderheit, welche daher rührt, daß wir nicht frei in unserer Verfolgung sind, sondern gehalten, etwas zu bedenken, und aus der Gliederung dessen, was wir zu bedenken haben, ergeben sich die einzelnen Bestürztheiten. Müssen wir
  • etwas Wirkliches bedenken, so sind wir betreten,
  • etwas Verstandenes, so sind wir beklommen und
  • etwas Orientierendes bedenken, so sind wir besessen.
Der letzte Fall dürfte der einzige sein, welcher nicht augenblicklich einleuchtet. Eine Last ist es aber ja nur dann, etwas Orientierendes bedenken zu müssen, wenn wir keine Möglichkeit sehen, es zu verfolgen. Genau diese Gehemmtheit bezeichne ich aber als Besessenheit. Sie tritt immer dann auf, wenn die Pflicht auf das Unzugängliche trifft, und dies mag durchaus während der Unterstützungseinübung, Teilhabeerzeugung und Organisationsverwaltung geschehen, in jedem Falle aber wenigstens zu einem gewissen Grad, ebenso wie Anerkennungseinübung, Lehrenerzeugung und Bildungsverwaltung stets Beklommenheit erzeugen und Gewährungseinübung, Aufgabenbewältigung und Kulturverwaltung stets Betretenheit.

Wahrscheinlich ist es besser nur im äußersten Fall von Besessenheit zu sprechen, was ja eh zu den unglücklichsten Assoziationen Anlaß gibt, und im allgemeinen besser von Bedrängtheit, also: Müssen wir
  • etwas Orientierendes bedenken, so sind wir bedrängt.
Post Scriptum vom 19.4.2020. Bestürztheiten und Gefaßtheiten sind nicht dasselbe, aber der Zusammenhang zwischen dem Spüren einer Bedenklichkeit und der Gefaßtheit zu einer Verfolgung, Einlösung oder Auslösung dürfte klar sein, also daß
  • die Bedenklichkeit eines Orientierenden die Gefaßtheit zur Verfolgung, die Eingeholtheit, nach sich zieht,
  • die Bedenklichkeit eines Verstandenen die Gefaßtheit zur Einlösung, die Berufenheit, und
  • die Bedenklichkeit eines Wirklichen die Gefaßtheit zur Auslösung, den Wagemut.

Labels: , , , , , , ,

15. April 2020

Gesinnungsreifung in Bereitungsgemeinschaften

Es fällt nicht schwer den vorigen Beitrag auf den Beitrag Verbindendes und Trennendes der Zeitalter zu beziehen (die Immergrüne Partie auf die Unsterbliche, sozusagen, wenn sich schon keine Bibelstellen unter 18:51 und 18:52 finden lassen), und das erste, was wir in dieser Angelegenheit unternehmen müssen, ist, die Dreigliederung in Basis, Bewegendes und Form als eine natürliche Erscheinungsweise des objektiven Bereitungszykels zu erkennen.

Eine Bereitungsgemeinschaft ist eine Gemeinschaft von Menschen, welche sich darin einig sind, an einem festgelegten Punkt gemeinsam in den objektiven Bereitungszykel einzutreten, also von einer festgelegten
  • Einrichtung,
  • Anleitung oder
  • Verwirklichung
aus, welche es durch die Erlangung ihrer subjektiven Gegenstücke zu erreichen gilt.

Die Phase dieser Erlangung heiße Einübung, und die Einübung
  • der Orientierung heroische Einübung,
  • des Verständnisses philosophische Einübung und
  • der Wirkung materielle Einübung.
Offenbar wird dann
  • der heroisch Eingeübte die entsprechende Einrichtung unterstützen,
  • der philosophisch Eingeübte die entsprechende Anleitung anerkennen und
  • der materiell Eingeübte die entsprechende Verwirklichung gewähren.
Auch können wir uns Gedanken darüber machen, welcher Art derart allgemeine Einrichtungen, Anleitungen und Verwirklichungen wohl sind, und uns an das Allgemeinste haltend, ließe sich vermuten, daß
  • die Einrichtungen das Gemeinwohl betreffen,
  • die Anleitungen den Grundstock an durch die Mitglieder der Gemeinde verkörperten Tugenden und
  • die Verwirklichung die Lebensgrundlage der Gemeinde,
womit es das Gemeinwohl wäre, welches heroisch, der Grundstock, welcher philosophisch, und die Lebensgrundlage, welche materiell eingeübt würde.

Auf die Einübung erfolgt dann die Erzeugung dessen, zu was das Eingeübte bereitet, also
  • die Einrichtung zur Anleitung,
  • die Anleitung zur Verwirklichung und
  • die Verwirklichung zur Einrichtung.
Gehen wir ruhig von Gemeinwohl, Grundstock und Lebensgrundlage aus; ändern tut es wenig. Die durch die Orientierung am Gemeinwohl bereiteten Anleitungen mögen wir wohl Lehren nennen und die durch das Verständnis des Grundstocks bereiteten Verwirklichungen Aufgaben. Bei den Einrichtungen, welche durch die Wirkung der Lebensgrundlage bereitet werden, handelt es sich letztlich um Lebensweisen, oder auch Schulen, welche durch die Teilhabe an ihnen zum Leben erwachen.

Und indem all dies erzeugt wird, bereitet es zum dritten,
  • die Anleitung zur Verwirklichung,
  • die Verwirklichung zur Einrichtung und
  • die Einrichtung zur Anleitung.
Dieses Dritte aber, welches sich aus der Summe aller Einzelaktivitäten ergibt, wird nurmehr verwaltet, also bewahrt. Und die Summe
  • verwirklichter Lehren nennen wir Kultur,
  • eingerichteter Aufgaben Organisation und
  • angeleiteter Teilhabe Bildung.
Wir erhalten also, daß sich die Zeitalter als die drei möglichen Bereitungsgemeinschaften definieren lassen, und daß im Zeitalter
  • der Werke die Einübung heroisch, die Erzeugung philosophisch und die Verwaltung materiell gesinnt ist,
  • der Wacht die Einübung philosophisch, die Erzeugung materiell und die Verwaltung heroisch gesinnt ist und
  • der Wunder die Einübung materiell, die Erzeugung heroisch und die Verwaltung philosophisch gesinnt ist.
Hinsichtlich der Angeborenheit der Gesinnung ergeben sich hieraus nicht unwichtige Fragen. In unserem Zeitalter liegt die Verwaltung in der Tat überproportional in den Händen einer Minderheit Erregter, also materiell Gesinnter. Im Zeitalter der Wacht müssen sie sozusagen von oben und unten umklammert werden, damit die Gemeinschaft einerseits produktiv und andererseits auf Kurs bleibt. Und im Zeitalter der Wunder? Alle Kinder sind zunächst einmal materiell gesinnt, welchen Punkt ich üblicherweise übergehe, aber hier fällt er ins Gewicht. Wahrscheinlich wird sich im Zeitalter der Wunder diesbezüglich also alles auf natürliche Weise fügen, ohne daß bevölkerungspolitische Maßnahmen zu ergreifen wären.

Labels: , , , , , , ,

25. Mai 2026

Das Problem der Souveränität und die Dialektik seiner Lösungen durch die politischen Instinkte der Völker

Das Problem der Souveränität besteht darin, daß der Souverän das politische Ideal bestimmt und also ihm entsprechende Reichsausdehnungen anstreben mag.

Um es zu lösen, muß ein solches Bestreben durch ihm entgegengesetzte Reichsausdehungsbestreben, Unterstützung Unterdrückter oder Verbündung Schwächerer aufgewogen werden. Indes erlaubt diese Dialektik die Unterscheidung der politischen Instinkte der Völker nur sehr unvollständig, und damit wenden wir uns der folgenden zu.

Um das Problem der Reichsausdehnung zu lösen, müssen entweder die Ideale oder ihre Verwirklichungen beschränkt werden.

Eine Idealbeschränkung erfolgt entweder durch
  • statische zu berücksichtigende Ideale oder
  • im Rahmen der ideellen Entwicklung augenblicklich basale zu berücksichtigende Ideale.
Letztere setzen eine Autorität für ideelle Entwicklungsfragen voraus, welche sich vom Souverän unterscheidet und von mehreren Souveränen akzeptiert wird, so daß andere Souveräne den Angriffen der gemeinsamen Basis seitens eines entgegentreten. Eine solche Autorität ist etwa die katholische Kirche oder auch die humanistische Tradition.

Türken und Chinesen sind zwei Völker, welche die Berücksichtigung eines statischen Ideals fordern, nämlich ihren Wohlstand zu gewähren und sie von allen anderen politischen Idealen zu verschonen, wobei die Türken ihren Wohlstand bereits dadurch gewährt sehen, daß sie niemand beraubt, während die Chinesen ihrem Souverän die Möglichkeit geben, sie diesbezüglich zu beeindrucken.

Auch bei Teilen des englischen Volks hat sich eine pseudochinesische Einstellung breitgemacht, welche sich indes weniger rabiat gegen sonstige Ideale wehrt.

Ansonsten sind die Engländer nämlich wie die Katholiken Traditionalisten auf der Basis des Westfälischen Friedens, und diese supranationale Basis ist es, welche ich meine, wenn ich von dem System spreche.

Eine Verwirklichungsbeschränkung erfolgt entweder dadurch, daß
  • der Souverän schwach ist oder
  • die Verwirklichung Auflagen erfüllt, nämlich entweder
    • andere Ideale miteinzubeziehen oder
    • ihnen Raum zu lassen.
Schwach ist der Souverän im Islam, da jeder, der zur Waffe greift, um das Gesetz durchzusetzen, souverän ist, wozu der Islam einen jeden aufruft, so daß jede Gemeinde (im Sinne der Bewohner eines Dorfes) ihre eigenen Reichsvorstellungen hat. Was darüberhinaus, also im größeren Rahmen, an islamischen Reichsvorstellungen besteht, verdankt sich entweder dem Geprotze der Machthaber oder elementaren allgegenwärtigen Gehießenheitsvorstellungen.

Darauf zu bestehen, alle vorgebrachten Ideale miteinzubeziehen, ist ein slawischer Zug, wie ihn etwa Dostojewskij propagiert. Er führt in der Praxis entweder zu wässriger Subversivität oder ihr begegnender eisiger Willkür, wobei der Krieg die Eigenschaft hat, die Ideale in eine hierarchische Ordnung zu bringen und damit sowohl der Subversivität, als auch der Willkür zu begegnen. Theoretisch ließe er sich als Anleitung gebrauchen, um slawische Gesellschaften zu zivilisieren, aber das führte bei hinreichend komplexen zu stalinesken Gemeinwohlentwicklungsräten.

Und darauf zu bestehen, sich zurückzuhalten und Anderen ihren Raum zu lassen, ist ein germanischer Zug, welcher zu stets auf der Lauer liegender Widersetzung führt.

Und damit habe ich die politischen Instinkte der Völker jenseits der bisher behandelten vervollständigt.

Ich sehe keine Möglichkeit, auf der Basis des Systems in das Zeitalter der Wunder überzugehen oder auch nur die notwendigen Reformen vorzunehmen, um der Gefahr durch die Automatisierung des Denkens vorzubeugen. Nachdem ein neues System etabliert worden wäre, würden Traditionalisten kein Problem mehr darstellen, aber bis dahin tun sie es. Mein Ansatz besteht in der Ausräumung der Kriegsursachen, was am besten im kommunalen Rahmen erreicht werden kann, welcher im Islam das theoretische Ideal ist und zu welchem es die Germanen instinktiv zieht. Das einzige verbleibende Problem bei ihm stellt der Zugang zu Bodenschätzen dar, dessen ideale Lösung darin bestünde, jeder Gemeinde, welche Minenarbeiter stellt, vergleichbar schwer ausbeutbare Minen zuzuweisen, bis die einen oder die anderen erschöpft sind, wobei etwaige kommunale Gebiets- und Bauverluste zu entschädigen wären oder im Falle eines kategorischen Nutzungsverzichts des betroffenen Rohstoffs sogar Grund genug sein könnten, das Schürfrecht zu verwehren. Praktisch würde es indes genügen, wenn sich genügend viele Gemeinden nicht dem jeweiligen Kartell anschlössen, und dies würde der slawische Instinkt, alle vorgebrachten Ideale miteinzubeziehen, garantieren, indem er wenigstens selbst die ideale Lösung umsetzt und dadurch das Kartell bricht, siehe auch Imperiale und kleinstaatliche Wirtschaftsdynamik. (Ob es dazu dieses Instinkts bedarf, oder ob eine volkswirtschaftliche Kalkulation ebenfalls zu diesem Ergebnis führte, möchte ich hier nicht entscheiden. Meine Behauptung, daß sich in einer von Kleinstaaten dominierten Weltwirtschaft immer Rohstofflieferanten finden lassen, ist zunächst einmal eine historische Beobachtung.)

Im übrigen stellen Reichsvorstellungen auch dann ein Problem dar, wenn sie nicht zu Expansionskriegen führen, sondern das Staatsvolk lediglich zu internen Verrücktheiten zwingen, und wenn eine traditionalistische Zivilisation mehr keine derselben Tradition angehörenden Gegengewichte besitzt, wie das Byzantinische Reich seinerzeit, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Verschrobenheit des Souveräns das Staatsvolk dazu bringt, jede andere Herrschaft zu bevorzugen, wie seinerzeit die Seldschuken, welche ihm nur verspricht, es mit derartigen Verschrobenheiten zu verschonen; ein Prozeß, welchen man die Türkisierung eines Volkes nennen könnte.

Analog stellt die Aufgabe der Strategie, sich auf die Seite des Schwächeren zu schlagen, und stattdessen Wohlstand vom Stärkeren zu fordern, eine Anglisierung dar.

Labels: , , , , , , , , , , , , ,

15. Juli 2025

Objektiviertes Bewußtes und gemeinschaftliche Verfehlungen Gottes

Bewußtes läßt sich als Nebenordnungen objektivieren,
  • geistige Eindrücke als Markierungen (vormals Ehrungen, Ethiken), welche zur gemeinschaftlichen Augmentierug des Geistes verwendet werden, etwa in Form von Ritualen,
  • weltliche Partizipanten als Verfassungen, welche zur Standardisierung der Rollen der Gemeinde verwendet werden, etwa in Form eines Pantheons, und
  • Erwartungspfänder als Ausstattungen, welche zur Homogenisierung der Verwirklichung der Gemeinde verwendet werden, sei es in Form von Versuchsaufbauten oder praktischen Apparaten, welche Erwartungen gemeindeweit verbreiten,
und dieses findet in den drei Zeitaltern statt, wobei in jenem
  • der Wunder die Teilhabenden um die Gnade beten, ihrem Schwarm angemessene geistige Eindrücke erfahren zu können,
  • der Wacht die Aufgabenbewältigenden um die Bahn, sich in einer ihrer Tradition angemessenen Rolle entfalten zu können, und
  • der Werke die Lehrenden um das Amt, einer ihrer Art angemessene Erwartungen geordnet verwirklichen zu können. 
Dieses führt indes zu Problemen der verfehlten Göttlichkeit:
  • übermäßig augmentierte Geister werden einseitig statt allwissend,
  • übermäßig standardisierte Rollen wechselwirkend verflochten statt geordnet, wie die göttliche Verfassung Seiner Schöpfung, und
  • übermäßig homogenisierte Verwirklichungen selbstmißtrauend statt allmächtig,
löst sie jedoch auch wieder:
  • Einseitigkeit durch angemessen standardisierte Rollen, nämlich jene, welche das göttliche Verständnis des menschlichen Lebens widerspiegeln,
  • wechselwirkende Verflechtung durch angemessen geordnete Erwartungen, nämlich jene, welche der Ordnung der göttlichen Schöpfung entspringen, und
  • selbstmißtrauende Verwirklichung durch angemessen markierte geistige Eindrücke, nämlich jene, welche unsere Verbundenheit mit dem allmächtigen Gott beleuchten.
Übrigens, ein Geist, dessen Körper der Kosmos ist, ordnete denselben, wenn er seine Erwartung ordnet, indem er um sein Amt betet, vorausgesetzt, er könnte das. Um seine Bahn oder seine Gnade zu beten, ergäbe für ihn wenig Sinn, da er Seinesgleichen nicht hat und auch genug wissen sollte. Anaxagoras verfolgt also nicht zufällig die Ordnung der Schöpfung als Hinweis auf einen solchen Geist, sondern weil sie eine Weltseele, wenn sie uns irgend ähnlich ist, in ihrem Bemühen, ihren Maßstab zu befriedigen, hervorbringen sollte.

Labels: , , , , , , , , , , ,

13. Mai 2014

Handlungen und Verantwortlichkeit

Ich hoffe mein Kopf platzt nicht, bevor ich diesen Beitrag zu Ende geschrieben habe. Er fühlt sich zur Zeit so an.

Ich sprach bisher davon, daß wir Eindrücke dadurch verantworten würden, daß wir sie in unserem Verantwortungsbereich Ι wahrnehmen würden.

So sollte man es nicht anfassen. Denn erstens wissen wir, wodurch wir für einen Eindruck verantwortlich sind, und zweitens sind wir immer nur für ein Hindurch verantwortlich, soll heißen, wir halten uns dafür verantwortlich, daß wir einen Eindruck wahrnehmen, weil es uns so erscheint, daß wir auf einem selbst gewähltem Weg zu dieser Wahrnehmung gelangt sind. Hier liegt also wieder ein auf sich bezügliches Begriffspaar vor, nämlich:
  • ἰ (ἰδιος) gewählte Wahrnehmung
  • μ (μέθοδος) Weg zu ihr
Es gibt aber überhaupt nur drei Wege zu Wahrnehmungen, nämlich:
  • λπ/ε (πρό-/επίλογος) die Fixierung
  • δ (in Anlehnung an Δ) die Besinnung
  • σ (σῶμα) die Verwirklichung
Im Falle der Fixierung können wir das auch gleich benutzen und
  • [a, ἰk], [λπ/ε, μk] = [Λ, ν], [a, φ]
schreiben, womit Λ obsolet wird. Etwas schade freilich, da der graphische Bezug zu Δ verloren geht.

Besinnung und Verwirklichung besitzen hingegen beide einen Parameter, die Besinnung eine möglicherweise unvollständige Aussage und die Verwirklichung die Vorstellung einer Muskelanspannung, welche beide mit angegeben werden müssen, um den Weg zur Wahrnehmung vollständig zu erfassen.

Als Übergänge sind sich Besinnung und Verwirklichung übrigens sehr ähnlich, beide sind Versuche, welche auch mißlingen können, nur daß wir dann bei der Besinnung davon sprechen, daß etwas falsch ist oder es etwas nicht gibt, während wir bei der Verwirklichung sagen, daß etwas unmöglich ist, wozu ich allerdings bemerken muß, daß dies nur daran liegt, daß wir nicht nur vorgestellte Muskelanspannungen zu verwirklichen trachten können, sondern auch die Vorstellungen anderer Sinneseindrücke, wobei ich unseren Willen an dieser Stelle nicht genauer erklären möchte.

Und bevor ich nun zum Parameter komme, sollten wir diesen Punkt berücksichtigen. Für eine Wahrnehmung verantwortlich zu sein, heißt immer auch, erfolgreich gewesen zu sein. Und wo es Erfolg gibt, da mag es auch Mißerfolg geben. Fixierungen betrifft das nicht, weil wir keinen Anhaltspunkt dafür haben, daß oder was wir als nächstes fixieren werden, - unsere etwaigen Fixierungsmißerfolge fielen uns also gar nicht auf, - aber bei Besinnungen und Verwirklichungen haben wir einen Anhaltspunkt, nämlich ihren jeweiligen Parameter. Deshalb brauchen wir offenbar auch ein bezügliches Begriffspaar, um einen Fehlschlag zu erkennen.

Wie lösen wir diese Formalisierungsprobleme?

Ich bin geneigt, bezüglich des Parameters ein auf sich bezügliches Tripel zu erlauben, also neben ἰ und μ noch
  • β (βάσις) Ausgangspunkt des Weges
zu setzen. (Ja, ich weiß, aber ich habe so das Gefühl, daß wir Δθ,β nie wiedersehen werden.)

Aber was machen wir im Falle des Fehlschlags? Das Verantwortete gibt es dann nicht, der Weg bleibt derselbe... Wie wäre es, dann schlicht den Fuß durch einen Klumpfuß zu ersetzen, also β durch
  • ψ (ψεῦδος) Vortäuschung eines Ausgangspunktes des Weges.
Wir brauchen allerdings neben den beiden spezifischen bezüglichen Begriffen auch noch den unspezifischen.
  • βψ (ein Zeichen) ungewisser Ausgangspunkt des Weges
Übrigens, wenn der Parameter eine Aussage der Form
a1, ..., an
ist, müssen wir
  •  [a1, βkk], ..., [an, βkk]
schreiben.

Wo wir dies haben, können wir die Auffassung als Übergang und die Auffassung als Verweis in größerem Detail beschreiben.

Betrachten wir dazu den folgenden Fall (halbformal).
[[Mein Bruder, βψ], τ], [[δ, μ], τ], [[ΔFamilienbeziehungen, ν], π], [[Mein Bruder, φ], π]
Der kursive Bruder ist eine Auszeichnung, genauer gesagt [Ich, Bruder], und der andere der Leibhaftige, ich meine, der leibhaftige, das heißt mein synthetischer Eindruck von ihm... hmm...

Hier wird δ also als Übergang von der Auszeichnung zur Vergegenwärtigung aufgefaßt und die Auszeichnung als Verweis auf sie, und entsprechend verhält es sich allgemein.

Daß ἰ da fehlt, ist Absicht. Es ist uns bei Verweisen und Übergängen völlig egal, ob und wodurch wir für etwas Vorgefundenes verantwortlich sind. Das einzige, was zählt, ist, daß sich unsere Erwartung es vorzufinden bestätigt.

Unser alltäglicher Verantwortungsbegriff ist freilich weiter. Er besagt, daß wir für alles verantwortlich sind, welches ohne uns so nicht bestünde, also alles, von welchem wir erwarten, daß sein Zustand durch jenes, für welches wir im engeren Sinne verantwortlich sind, beeinflußt wurde.

Labels: , , , , ,

6. Juni 2014

Zur Formalisierung des Denkens: Ein Lagebericht

Bewußtes Denken stellt eine zeitlich-logische Erweiterung derart dar, daß Teile bestehender Wahrnehmungen als vorangehende Vergangenheit ihnen zeitlich folgenden Wahrnehmungen beigefügt werden oder als logische Begründung entweder einer bereits zuvor bestanden habenden Wahrnehmung oder einer auf sie folgenden.

Die beigefügten Teile hängen dabei davon ab, was in der Ausgangswahrnehmung erfaßt war. Bei reinen Anschauungen ist es eine mehr oder minder klare Erinnerung des anschaulichen Eindrucks, bei Thematisierungen ist es das zuletzt Thematisierte in unveränderter Form, und bei Einsichten gehen wir von einer der vollständigen Thematisierung ihrer Erscheinungen äquivalenten Reflexion aus.

Das zeitlich Vorangehende heiße das Verwaltete (τ).

Das logisch Vorangehende heiße das Waltendeχ).

Und das sich Ergebende heiße das Gewaltete(χ)).

Das Denken selbst heiße entsprechend auch Walten, und dieses Walten zerfällt in folgende Oberarten.

1. Das Spezifizieren, bestehend aus:
  • dem Spezifizierten (τ)
  • der Spezifikation (φ)
Dieser Art sind die Thematisierungen und die Einsichten. Hierbei folgt auf eine Wahrnehmung zeitlich eine logisch reichere Wahrnehmung, ohne daß es dafür eine logische Begründung gäbe.

Genauer gesagt handelt es sich bei Thematisierungen [a1, ..., an] um Synthesen von Themen a1, ..., an, ausgenommen n = 1, aber auch dann bezeichnet [a1] die nämliche Thematisierung, und bei Einsichten um Mengen von Synthesen der Form [ai, γ/ε], wobei γ und ε auf einander bezügliche Erscheinungsweisen sind.

Diese können selbst als Thematisierungen verstanden werden und auch neuerlich thematisiert werden. Und umgekehrt gibt es verschiedene Einsichtsvermögen über Thematisierungen, nämlich Δο,λ, Δσ,μ und Δα,α, sofern es sich in letzterem Fall um Erscheinungen handelt, wobei Δσ,μ wie folgt definiert ist.
σ (σύνθεσις) die vollständige Thematisierung
μ (μέρος) sämtliche ihrer zu einander disjunkten Teile
Aufgrund dieser Bedingungen ist μ gegebenenfalls, also wenn der Teil nicht schon gleich das Ganze ist, zu sich selbst antipodisch.

Das Wahrnehmungsvermögen, in welchem wir Thematisierungen wahrnehmen, bezeichnen wir als Logos (Λ). Falls [ai, γ/ε] ein Eindruck von Δγ,ε ist, so offenbar auch in Λ. Die Einsicht ist mehr als die bloße Unterordnung verschiedener Eindrücke unter einen synthetischen, sie ordnet zugleich verschiedene synthetische Eindrücke einander bei.

Im Gegensatz zu Thematisierungen besteht zwischen anschaulichen Themen nicht das Verhältnis Δσ,μ, sondern das nahe verwandte Verhältnis ΔΥ,Ι, wobei
Υ das Abgedeckte
Ι die zusammen Abdeckenden
Der Gedanke hinter dieser Bezeichnung ist graphischer Natur: Wenn man zwei Ιs ungefähr in der Mitte in einander entgegengesetze Richtungen knickt und sie über einander legt, so decken sie das Υ ab. Man muß hier auf die Disjunktheit verzichten, weil Kontinua keine disjunkten homogenen Zerlegungen erlauben.

Dieses Verhältnis spielt eine besondere Rolle bei der Korrektur unwillkürlicher Thematisierungen anschaulicher Gegenstände. Wenn wir etwa zwei Baumstämme a, b sehen und denken, es sind zwei Bäume, dann aber sehen, daß sie doch unten mit einander verwachsen sind, so drücken wir mit Hilfe des Verhältnisses ΔΥ,Ι die Vereinigung der beiden Baumstämme aus und benutzen diese, um auf das Vereinigte antipodisch hinzuweisen, siehe dazu 5) das Führen:
[a, Ι0], [b, Ι0], [a, Υ1], [b, Υ2],
wobei das Antipodische ein weiteres Ι ist, falls Υ angegeben ist, und Υ ohne weitere Ιs sonst. Entsprechendes gilt für Δσ,μ.

Abschließend muß ich noch auf einen sehr gewöhnlichen Fall der Thematisierung zu sprechen kommen, welcher indes technisch gesehen komplex ist, nämlich der zeitlich offenen Thematisierung, daß heißt der Thematisierung eines Gegenstandes samt seiner Geschichte.

Wenn wir etwa einem Bekannten begegnen, so thematisieren wir gleich alles mit, was er zuvor getan hat. Und im Falle von Zwillingen mag es dabei wieder nötig werden zu korrigieren. Ach, das warst du gar nicht? Da wir in dem Fall aber keine kontinuierliche Anschauung haben, stützen wir uns also auf Δσ,μ, um den unerwünschten Abschnitt loszuwerden.

Dieser Fall ist indes in sofern anders gelagert, als diese Korrektur eine bleibende Wirkung hat. Der Grund dafür liegt darin, daß sich dabei unsere Erwartung ändert und die unwillkürliche Thematisierung der Erwartung folgt, genauer gesagt spekuliert sie, nimmt auf Erwartetes Bezug, siehe dazu 7).

2. Das Unterteilen, bestehend aus:
  • dem Unterteilten (τ)
  • dem Unterteilendenχ)
  • dem Gesondertenχ)
Dieser Art sind die Verwirklichungen, aber Wahrnehmungen können auch passiv durch die emotionale Reaktion auf ihren Verlauf unterteilt werden, etwa durch das leichte Erschrecken jedes Mal, wenn man ein Geräusch hört.

Ein weiteres passives Unterteilendes ist das Erkennen von etwas Erwartetem (im Falle des Unerwarteten wäre es nicht das Erkennen, sondern die Überraschung), wobei alle passiven Unterteilungen zugleich in sofern Spezifikationen sind, als daß der Auslöser des Unterteilenden in ihrem Rahmen thematisiert wird.

3. Das Zeitigen, bestehend aus:
  • dem Zeitigenden ([Λ, τ0])
  • dem Gezeitigten ([Δ, φ])
Hierbei handelt es sich um das Eintreten in einen zeitlichen Horizont nach Maßgabe von zu erzielenden Eindrücken, wobei ein zeitlicher Horizont durch die jeweils gerade aktuelle Einsicht in die zeitliche Abfolge zeitlich auf einander folgender Wahrnehmungen gegeben ist.

Wenn wir etwas im Logos vorgestelltes zeitigen, so steht die jeweils aktuelle Einsicht in die zeitliche Abfolge des bereits Gezeitigten im Verhältnis φ der Zeitigung zum Zeitigenden. Dabei wird das als nächstes zu Zeitigende stets erwartet, und wenn etwas anderes als es gezeitigt wird, so bricht die Zeitigung dort mit einem Gefühl der Enttäuschung ab, welche die gerade aktuelle Wahrnehmung überdies unterteilt.

Der Inhalt des Logos besteht wie gesagt aus Thematisierungen, sowohl auf der Grundlage von inner- als auch überzeitlichen Wahrnehmungen, also solchen, welche zeitliche Verhältnisse nicht beziehungsweise doch wahrnehmen. Parallel dazu gibt es aber auch inner- und überzeitliche vorgestellte Thematisierungen im Logos, wobei die innerzeitlichen gegebenenfalls im Rahmen einer logischen Erweiterung erwartet wurden und die überzeitlichen erst noch zu zeitigende zeitliche Erweiterungen beschreiben mögen.

Wenn man beispielsweise auf den richtigen Moment wartet, etwas zu tun, ohne die Richtigkeit genauer zu bedenken, so bewirkt das Gefühl, daß dieser Moment gekommen sei, eine Unterteilung, welche zugleich der vorgestellten und erwarteten Verwirklichung die Tür öffnet. Die eigene Wahrnehmung reißt dabei nicht notwendigerweise ab und ganz bestimmt nicht, wenn im Beispiel Tennis gespielt wird.

Der Logos ist also zu mehreren Thematisierungen neben einander fähig, wobei überzeitliche Wahrnehmungen aufgrund der Endlichkeit ihrer Verhältnisse stets als vollständig thematisiert betrachtet werden können und die vorstellende Thematisierung nur in soweit von Belang ist, als sie nicht spontan geschieht, da im Falle einer spontanen Thematisierung nur ihr Ergebnis zählt, dann aber als Themenwechsel einer spontanen Thematisierung verstanden werden kann, siehe dazu 5) das Führen.

4. Das Prognostizieren, bestehend aus:
  • dem Gegebenen (τ)
  • der Prognose, oder auch der Erwartung ([Π, φ])
Das Prognostizieren ist die überzeitliche Entsprechung der Einsicht und besagt, daß wir erwarten, daß die Prognose zeitlich auf das Gegebene folgt, vermittelt uns also einen Begriff davon, wie sich die Gesetze der zeitlichen Abfolge aus unserer subjektiven Sicht heraus darstellen.

Dabei kann das Gegebene auch eine bloße Vorstellung in Λ sein. Allerdings erwarten wir eine Erwartung nur dann, wenn das Gegebene eine Wahrnehmung in Δ ist. Daher rührt der Unterschied von eigentlichen zu uneigentlichen Erwartungen.

5. Das Führen, bestehend aus:
  • der Ausgangslage (τ)
  • dem Führenden, oder auch dem Hinweis ([Λ, τ0])
  • dem Ziel (φ)
Die Führung ist die innerzeitliche Entsprechung der Zeitigung und die logisch begründete Entsprechung der Spezifikation. Dieser Art sind also die Themenwechsel und Besinnungen, wobei das jeweilige Ziel durch auf es hinweisende vorgestellte Erscheinungen wie folgt bestimmt wird.

Im Falle eines Zielthemas werden Erscheinungen der Art [a, ο], [b, λ], [c, α] als Hinweise im Logos vorgestellt vorgegeben, und im Falle einer Zieleinsicht werden Erscheinungen der Art [a, ν], [b, φ], wobei a, b, c entweder vorgestellte Themen oder wieder vorgestellte Hinweise auf Themen sind.

Formal gesehen ist das Zeitigende ebenfalls ein Hinweis auf eine Einsicht.

Hinweise auf Themen enthalten oftmals Bezüge auf Erwartungen der Art [[Λ, τ0], αi], [[Π, φ], αi], so daß das Zielthema ein solches ist, von welchem wir (zugleich!, vgl. 7 das Spekulieren) etwas bestimmtes erwarten. Das einfachste Beispiel dafür ist der Hinweis auf eine Kugel, aber selbst dieses Beispiel ist noch zu kompliziert, als daß ich es an dieser Stelle angeben möchte.

Falls eine Führung fehlschlagen sollte, sind Ziel und Ausgangslage identisch, aber in dem Falle wird es von der Enttäuschung, daß die erwarteten Hinweise sich in der Form nicht ergeben haben, unterteilt.

Was man daran bereits sieht: Eine Zielthematisierung besteht zumeist nicht nur aus einem Thema - wir können schlicht nicht verhindern, auch noch anderes zu thematisieren, - aber sie besteht nur aus einem Thema, auf welches hingewiesen wurde, mit anderen Worten nur aus einem Zielthema.

Natürlich könnten wir sagen, daß etwaige sonstige Themen Teil anderer Thematisierungen sind - doch dem ist nicht so. Sie sind Teil derselben Thematisierung, aber von ihnen gilt die Einsicht nicht, Ziel zu den vorgestellten Hinweisen zu sein, das heißt, sie haben sich zwar zeitlich aus der Ausgangslage ergeben, aber nicht logisch.

Oder, um es noch auf eine weitere Weise auszudrücken: Es liegt eine Thematisierung vor, welche teils das Ergebnis einer Spezifikation ist und teils das Ergebnis einer Führung.

6. Das Erwägen, bestehend aus:
  • dem Gegebenen (τ)
  • dem Erwogenen ([Λ, τ0])
  • der Erwägung ([Π / ?Π / ΨΠ, φ])
Das Erwägen steht zur Prognose, wie das Besinnen zur Einsicht steht, das Erwogene wird auf die Wahrscheinlichkeit seines zeitlichen Folgens auf das Gegebene überprüft.

Die Angabe des Hinweises φ, um anzuzeigen, daß das vorgestellte Thema Teil der Prognose ist, ist hier obligatorisch, der Hinweis ν auf das Wahrnehmungsvermögen hingegen ausgeschlossen, denn da das Erwägen nicht zeitlich eingebettet ist, also nicht das Verstreichen der Zeit, die Dauer, wahrnimmt, kann es auch nicht unterteilt werden, und entsprechend kennt es auch kein Fehlschlagen, sondern stattdessen ein Offenhalten und ein Ausschließen in Form zweier gesonderter Wahrnehmungsvermögen ?Π und ΨΠ, so daß a priori die Art der angestrebten Wahrnehmung bei der Erwägung unklar bleiben muß.

7. Das Spekulieren, bestehend aus:
  • dem Gegebenen (τ)
  • dem Spekulierenden, oder auch dem Hinweis ([Λ, τ0])
  • der Spekulation ([Π / ?Π / ΨΠ, φ])
Das Spekulieren steht zum Erwägen, wie der Themenwechsel zur Besinnung steht, das Spekulierende weist auf vorgestellte Themen hin, welche wir zum Gegebenen wahlweise erwarten, offenhalten oder ausschließen.

Um letzteres zu tun, verwenden wir [τ, αi], [[[Π, ν], φ], αi], beziehungsweise [τ, αi], [[[?Π, ν], φ], αi] oder [τ, αi], [[[ΨΠ, ν], φ], αi].

Es ist natürlich möglich, daß eine Spekulation nicht gelingt, aber in dem Falle blieben wir sozusagen hängen, bis es uns zu dumm wird. Ein definitives Gefühl, daß sie fehlgeschlagen ist, gibt es jedenfalls nicht.

Freilich, es gibt Spekulationen, welche wir gar nicht erst begännen, weil wir erwarten, daß sie unmöglich sind.

Und um nicht Anlaß zu Mißverständnissen zu geben, sowohl das Erwägen als auch das Spekulieren können gezeitigt werden, wobei es das Spekulieren erlaubt, bedingt zu zeitigen, nämlich durch die Erwartung unter diesen oder jenen Umständen mit dem passenden Schritt zum vorgegebenen Ziel zu kommen.

Labels: , , , , ,

7. Dezember 2007

Besinnung

In sofern wir uns unserer Besinnungen bewußt sind, handelt es sich um Ansinnen. Das Ziel jeden Ansinnens ist es, zu einem bestimmten Verständnis zu gelangen und die erste Unterscheidung allen Ansinnens also, ob wir versuchen etwas wahrzunehmendes zu verstehen, in welchem Fall wir von Auffassung sprechen, oder einen einem vorgegebenen Verständnis gemäßen Anschauungsgegenstand zu erlangen, in welchem Fall es eine Entsprechung ist. Auffassungen unterscheiden wir nicht weiter, es handelt sich bei ihnen stets um die Deutung einer Anschauung durch Begriffe, welche wir uns auf der Grundlage unserer Überzeugung von ihrer Nützlichkeit zum Gebrauche angewöhnt haben, deren Vorsatz zur regelhaften Begleitung gewisser Anschauungen wir also beschlossen. Nichtsdestotrotz wird der Akt des Auffassens in jedem einzelnen Augenblick spontan als jeweils beste Verstandesleistung vollzogen, welche nicht durch Beschlüsse erschöpfbar ist und liefert somit ein Ergebnis, von dem wir zu keiner Zeit einen hinreichenden Begriff haben, so daß eine Auffassung auch durch Reflexion nicht zu einer Entsprechung werden kann.

Die Entsprechungen nun unterscheiden wir als nächstes danach, ob sie uns widerfahren, dann sind es Auffindungen, oder ob wir sie durch Taten verantworten, wann es Erfüllungen sind, welche wiederum in Verwirklichungen und Vorstellungen unterschieden werden, abhängig davon, ob die Taten Gegenstände einer Gegenwart sind oder nicht, und Vorstellungen schließlich unterscheiden wir in Verdeutlichungen und Verfassungen, je nachdem, ob die Taten Erweiterungen ihrer Vorsätze zu Anstrengungen sind oder die Anstrengungen selbst, oder, mit den vorigen Bezeichnungen, vorgefundene oder gebildete Gegenstände.

Die Auffindungen schließlich werden danach unterschieden, ob der angeschaute Gegenstand der Beschreibung direkt entspricht oder mittelbar durch zusammentreffen in der Ich-Erfassung, ob ich also ihn beschreibe oder mich, während er mir widerfährt, was darauf hinaus läuft, daß ich entweder auf meinen Willen oder mein Tun bezug nehme, auf meinen Willen nämlich, was mir gefiele, wenn die Entsprechung noch aussteht, und auf mein Tun, was ich verantworte, wenn sie in mir liegt. Wird der Gegenstand direkt beschrieben, handelt es sich um eine Suche, nehme ich auf meinen Willen bezug, um eine Ersehnung und wenn ich auf mein Tun bezug nehme, um eine Entsinnung, da ich versuche meinen tätigen Verstand als solchen zu verstehen, etwa wenn ich mich frage, was mir gestern passiert ist oder durch welche Begriffe die menschliche Existenz zu deuten wäre. All dies verfaßt nämlich jederzeit der Verstand, ohne daß ich ein klares Bewußtsein dieser Anstrengungen hätte, aber indem ich mich auf diese meine Haltung besinne, finde ich es auf.

Zum Abschluß will ich noch den Irrtum ausräumen, daß man Entscheidungen erfüllen würde. Es ist ja auch der größte Blödsinn: „Los, entscheide dich endlich!“ Jede Entscheidung beruht auf einer Einsicht dessen, was einem zuträglich ist und kann also nur ersehnt werden, aufgefunden als das, worin man sich gefiele.

weiter

Labels: ,

Zur Front