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17. April 2026

Die Zwei Reiche Lehre in den säkularen kulturellen Herrschaften

Die Zwei Reiche Lehre, die bestehenden gesellschaftlichen Belange institutionell von jenen der gesellschaftlichen Entwicklung zu trennen, ist nicht auf das Christentum beschränkt, sondern setzt sich in den säkularen kulturellen Herrschaften auf für die jeweilige charakteristische Weise fort: In der
  • Erlebniskultur in Form konkurrierender Agenden, welchen der Staatsapparat konzeptionell untergeordnet ist und praktisch zu dem Grad, zu welchem die Vertreter der Agenden es verstehen, ihn zur Umsetzung derselben zu organisieren, wobei das konservative politische Lager für die bestehenden Belange Verantwortung trägt und das progressive für jene der gesellschaftlichen Entwicklung,
  • Repräsentationskultur in Form konkurrierender Parteien, welchen der Staatsapparat unter der Bedingung untergeordnet ist, daß sie die universalistischen Autoritäten anerkennen, welche sich um die Entwicklung kümmern, während erstere für verschiedene bestehende Belange Verantwortung übernehmen, und
  • Willenskultur in Form von Abteilungen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, etwa des für die Entwicklung verantwortlichen Kommunistischen Partei und der für die Sicherheit verantwortlichen Roten Armee im Falle der Sowjetunion.
Der Unterschied zwischen den politischen Lagern der Erlebnis- und der Repräsentationskultur zeigt sich insbesondere in der Angst, welche die Ideologen eines Lagers vor dem anderen haben: In Repräsentationskulturen ärgert sie ein anderes universalistisches Lager höchstens, aber in Erlebniskulturen müssen sie darum flehen, als jeweils anderes Reich anerkannt zu werden, was ich in der Zeit zwischen Trump's Überfall auf Venezuela und jenem auf den Iran bei vielen amerikanischen Altlinken beobachten konnte, welchen fast das Herz brach, wenn sie an Rubio's Pläne für Kuba dachten, und da der Wind nun wieder in die andere Richtung weht, werden etliche amerikanische Neurechte nervös.

Und in der jetzigen Konfliktlage ist das Verständnis der beiden Reiche im Iran und in China notwendig, um zu verstehen, warum sich die Dinge entfalten, wie sie es tun: Das iranische Militär kann verteidigen, wie es will, aber nicht angreifen, und die politischen Führungen Irans und Chinas arbeiten zusammen, um größeren Schaden abzuwenden, wobei die politische Führung Chinas das chinesische Militär zuletzt in seine Grenzen verwiesen hat und vorrangig auf wirtschaftliche Druckmittel setzt. In solchen politischen Systemen entwickelt sich im Laufe der Jahrzehnte eine gewisse Ohnmacht angesichts der Vorstellung, was das jeweils andere Reich wohl als nächstes beschließen könnte, und es ist bemerkenswert, daß das Verhältnis zwischen Tier und Hure, beziehungsweise zwischen den Vereinigten Staaten und den Vereinten Nationen von dieser Art ist, also daß bereits eine Art Weltregierung besteht, welche zwar keine Willenskultur ist, aber so angelegt, daß sie idealerweise in eine münden würde.

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