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24. März 2026

Geist, Eingebundenheitsverständnis und Glaubensweise

Und also schicke ich mich an, Klarheit in die charakterlichen Unterschiede zu bringen.

Ich behaupte, daß die charakterlichen Unterschiede, soweit sie den Geist betreffen, letztlich daher rühren, daß wir den eingebundenen Bewußtseinsmodus unterschiedlich verstehen, nämlich
  • Gestimmte als Eingebundenheit als Erfassende in eine größere Erfassung (jene Gottes),
  • Fordernde als Eingebundenheit als Entfaltende in eine größere Entfaltung (jene des Lebenskreises) und
  • Erregte als Eingebundenheit als Wirkende in eine größere Wirkung (jene des Seins),
was sich etwa dadurch rechtfertigen läßt, daß
  • die Liebe der Wertschätzung und jene der Anteilnahme im Rahmen der Anerkennung dient,
  • die Wertschätzung der Anteilnahme und jene der Liebe im Rahmen des Gelübdes und
  • die Anteilnahme der Liebe und jene der Wertschätzung im Rahmen der Verpflichtung,
und daß es sich so verhält, sind gerade die Glaubensweisen, also daß
  • die durch die Anerkennung des (subjektiven) Glaubens geklärte Haltung taugt, im Rahmen der Entdeckung ausgesetzt zu werden, um zur gelobten vorgezogenen Entwicklung aufzubrechen (vormals die nicht vorgezogene zu verneinen),
  • die durch ihre Gelobung gesuchte (vormals vorbereitete) vorgezogene Entwicklung taugt, im Rahmen der Nutzbarmachung aufgegriffen zu werden, um die pflichtigen gewissenhaften Vorhaben auf ihr aufzubauen (vormals in ihr anzugehen - aus ihr heraus zu ihnen aufzubrechen beruht auf einer fehlerhaft angenommenen Symmetrie) und
  • die durch gewissenhafte Verpflichtung erwachsenen Vorhaben taugen, im Rahmen der Einstellung eingesetzt zu werden, um eine dem anerkannten (subjektiven) Glauben entsprechende Haltung durch sie zu formieren (vormals sie einer solchen mitzugeben).
Mit anderen Worten bedeuten die Glaubensweisen nichts anderes, als daß
  • der (subjektive) Glaube der Begegnung der Vorliebe dient (Fokus der Gestimmten),
  • die Vorliebe der Umsetzung des Gewissens (Fokus der Fordernden) und
  • das Gewissen der Befriedigung des (subjektiven) Glaubens (Fokus der Erregten),
und dieses zu glauben heißt,
  • des (subjektiven) Glaubens gewiß zu sein (Klarheit & Erwartung),
  • der Vorliebe zu vertrauen (Verheißungsfülle & Erwartung) und
  • auf das Gewissen zu hoffen (vormals ihm zuzutrauen) (Verwandtheit & Erwartung),
wobei sich die Gesinnungsvariante der Gestimmten und Fordernden aus ihrer Glaubensphase ergibt:
  • klärende Gestimmte sind reflektierend und
  • aufbrechende engagiert und
  • suchende Fordernde sind reflektierend und
  • aufbauende engagiert,
und im Einklang mit all dem
  • klären wir, bis wir uns sammelnd gewiß sind und bereit aufzubrechen,
  • suchen wir, bis wir uns positionierend vertrauen und bereits sind aufzubauen und
  • wachsen wir, bis wir unsere Fähigkeiten überschlagend hoffen und bereit sind, sie zu formieren.
Insofern
  • Gestimmte ihre Eingebundenheit auf Gott beziehen und ihr Leben als Erfassen verstehen, sind sie an Anderen von Natur aus nur zum Zwecke des Erfahrungsaustauschs oder der Ordnungsetablierung interessiert,
  • Fordernde ihr Leben als Entfaltung im Rahmen des Lebenskreises verstehen, betrachten sie Andere entweder als Späher oder als Richtungsbestimmende, und
  • Erregte ihr Leben als Wirken im Rahmen des Seins verstehen, betrachten sie Andere als potentielle Verbündete oder Kontrahenten..
Mit anderen Worten betrachten
  • Gestimmte ihnen Verwandte als Funktionäre,
  • Fordernde sie als Führer und Geführte und
  • Erregte sie als Koalitionspartner (oder Faktoren),
wobei die gemeinschaftsstiftenden Erzählungen sie in heterogenen Gesellschaften verbinden:
  • die indogermanische Funktionäre (Brüder) als Forscher mit den Führern / Geführten (Gliedern) als Errichtern,
  • die semitische Funktionäre als Schlichter mit den Faktoren (starken Männern) als Verteidigern und
  • die tibeto-japanische Führer / Geführte als Zwinger mit den Faktoren als Bringern,
und mir der diesbezügliche Spielraum mittlerweile allgemein in allen seinen Formen überschaubar scheint, wiewohl ich hier keinen Überblick geben möchte und nur auf das bisher dazu Gesagte [1, 2] verweisen kann.

Offensichtlich versuchen kulturelle Herrschaften, die ihnen entsprechende Glaubensweise zu formen, indem
  • Repräsentationskulturen die Klärung steuern* und unabhängige Aufbrüche auszureden versuchen,
  • Erlebniskulturen die Richtung der Suche vorgeben** und unabhängiges Aufbauen zu erschweren trachten und
  • Willenskulturen das Erwachsen steuern und unabhängiges Formieren zu unterdrücken suchen,
und dies stellt einen möglichen Angriffspunkt dar:
  • der Klärung kann Gegensteuer gegeben werden und zu unabhängigen Aufbrüchen Ansporn,
  • der Suche Gegensteuer und unabhängigem Aufbauen Unterstützung und
  • dem Erwachsen Gegensteuer und unabhängigen Formierungen Freiräume,
was jedoch nur von China und Rußland gemacht zu werden scheint (beziehungsweise allgemeiner von Altkommunisten), während es sonst darauf hinausläuft, den Gegner als einen Teil des eigenen Herrschaftsbereichs zu betrachten, welcher nur noch nicht weiß, daß er einer ist. Das heißt, eine Ausnahme gibt es wohl: Die Zerrüttung des Erwachsens und der Formierung unabhängig von der kulturellen Herrschaft, welche als reaktionäre Subversion des Liberalismus seit Jahrhunderten geschürt wird, das heißt genauer gesagt seit 1789.

* oftmals durch Begriffsverwirrung, etwa wenn Tucker Carlson suggeriert wird, daß eine Strategie jeden Schritt konkret und unbedingt, und nicht etwa abstrakt oder bedingt, vorherbestimmen müsse (beziehungsweise dürfe). Ich möchte behaupten, daß ein Stratege genau dann, wenn er auf sein Ziel zusteuert, den Eindruck vermitteln wird, daß es sich um einen Zufall handelt, sofern es sich um ein unbeliebtes Ziel handelt, damit er nicht am Ende als dessen Nutznießer als sein Autor erkannt wird, und dazu taugen scheinbare Spieler und Verrückte - ja, sogar echte, wiewohl die Dinge dann etwas aus dem Ruder zu laufen pflegen.

** üblicherweise durch Aufwertung des Annehmlichen gegenüber politischen Mitgestaltungsmöglichkeiten: Patente gut, Gewerkschaften schlecht und so weiter, wobei Zölle, so lange die herrschende Klasse noch national war, gut waren, seitdem sie aber international ist, schlecht sind.

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