„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“ Eesti English
25. März 2012
Vom Voranschreiten der Zykeln
Vor knapp drei Jahren befaßte ich mich bereits mit diesem Thema, aber ich habe einige Bemerkungen hinzuzufügen.
Die Zykeln sind wie folgt angeordnet.
Der untere Zykel ist das Drängen aus der Mischung hin zur Ordnung, wie es aus dem Entropiegesetz unter der Bedingung steter Zufuhr von Energie niedriger Entropie und Abgabe von Energie hoher Entropie resultiert. Am deutlichsten sieht man seine Wirkung in ariden Klimazonen, da Regen ein mischender Faktor ist.
Der mittlere Zykel ist das Drängen aus der Willkür hin zur Achtsamkeit, wie es sich aus der Bevölkerung eines Gebietes mit Lebewesen derselben Art, beispielsweise des Baumskelettes, welches wir Holz nennen, mit Baumfasern, ergibt, wobei die Willkür in diesem Beispiel darin besteht, relativ frei wachsen zu können.
Und der obere Zykel ist das Drängen aus der Auflösung hin zur Verbindung, wie es sich aus den allgemeinen synthetischen Kräften des Lebens ergibt, ob es sich dabei um den Austausch von Genen oder Ideen handelt. (Wird heute unter dem Stichwort Meme behandelt.)
Man kann sich diese Zykeln wie die Stellen im Dezimalsystem denken. Im Laufe der Zeit erhöht sich die Zahl unentwegt, aber die Ziffern an den einzelnen Stellen können dabei zurückgesetzt werden, wobei über dem oberen Zykel noch ein weiterer, unbekannter Zykel anzusetzen ist, um die Zurücksetzung des oberen Zykels zu erlauben.
Vermutlich treibt der untere Zykel diesen Fortschritt an, jedenfalls verlangt es das Entropiegesetz, oder anders ausgedrückt ist es die Zeit selbst, welche sich so offenbart.
Und wir als verfaßte Lebewesen, müssen ebenfalls unerbittlich in unserer Verfassung voranschreiten, also stets neue Nahrung finden, eingespielter werden und Ideen und Erbanlagen verbinden, wobei durch den Nahrungsverzehr die Entropie zwar ansteigt, die Ordnung in geeignetem Sinne aber auch, also wenn man die Fähigkeit zur Nahrungsbeschaffung als ihren Gradmesser verwendet.
Nur was tun wir, wenn wir es nicht mehr schaffen noch weitere Nahrung aufzutreiben, noch eingespielter zu werden oder Ideen (oder Erbanlagen) noch weiter zu verbinden? Es bestehen die folgenden Möglichkeiten.
Wir schreiten auf dem nächsthöheren Zykel voran, wodurch unsere Position in dem betreffenden Zykel zurückgesetzt wird. Wenn wir beispielsweise Ideen neu verbinden, können wir uns größere Willkür erlauben und wenn wir achtsamer werden, stehen uns neue Nahrungsquellen offen.
Wir wandern in ein Gebiet aus, in welchem wir leichter voranschreiten können.
Wenn dies beides nicht möglich ist, kann auf transzendentem Wege durch Wohlwollen, Offenheit oder Verneinung eine Zurücksetzung des betreffenden Zykels erreicht werden.
Die dritte Variante findet sich übrigens schon in Platons Parabel von der irdischen und göttlichen Zeit als Wiederkehr der Götter beschrieben. Sie stellt kein antiphysisches Ereignis dar, sondern schlicht ein unerklärliches. Wie ich schon sagte, ist die herrschende Doktrin bereits zerbrochen worden und der Zykel der Verbindung und Auflösung der Ideen dadurch zurückgesetzt. Es war auch an der Zeit, beklage sich niemand. Was alles noch zerbrechen muß, das wird es auch, der innerste Zusammenhalt ist bereits verloren, die äußeren folgen ihm nach.
Römischer und iranischer Glaubenszykel in der Terminologie des I Chings
Ich hatte ja bereits zur Zeit der Niederschrift meiner Erklärung des I Chings die Hoffnung geäußert, innerhalb der Tabelle der Herrschaft über Völker historisch nachweisbare Zykeln zu finden.
Wie ich im gestrigen Beitrag bemerkte, unterscheiden sich römischer und iranischer Glaubenszykel dadurch, daß im iranischen Zykel die zweite Phase eines Glaubenszykels, also die Ersinnung von dem Glauben entsprechenden Institutionen, nicht ausreichend ausgeprägt ist, so daß sich die Auffindung eines Glaubens mit seiner vorbildlichen Umsetzung durch Repräsentanten abwechselt.
Dieser Mangel sollte im Volk begründet sein, in der Sprache des I Chings also durch Yin in der mittleren Zeile des unteren Trigramms. Und die beiden Phasen der Glaubensfindung und vorbildlichen Umsetzung, welche beide funktionale Zykel sind, erstere der eines geistlichen Ordens und zweitere der eines militärischen Clans, sollten also den Hexagrammen Anmut (Berg über Feuer) und Fülle (Donner über Feuer) entsprechen.
Im Falle des römischen Glaubenszykels haben wir eine etwas kompliziertere Überlappung, aufgrund der nur partiellen Ablösung der funktionalen Zykel.
Am Anfang steht immer die Auffindung des Glaubens. Das I Ching suggeriert hierfür, da wir es ja unzweifelhaft mit einem indogermanischen Volk zu tun haben, das Hexagramm Arbeit am Verdorbenen (Berg über Wind).
Glaubensfindung ist immer Einzelarbeit, auch wenn es später zu einer Vereinigung einzelner Resultate kommt. Jesus Christus steht für diese Vereinigung im gegenwärtigen Glaubenszykel, Johannes der Täufer war einer der einzelnen Glaubensauffinder.
Diese Auffindung fand aber nicht in einem Vakuum statt, sondern parallel zur Revolutionszeit des Römischen Reichs, welche durch das Versagen der römischen Institutionen gekennzeichnet war.
Ich kenne diese Zeit indes nicht gut genug, um genaueres über den funktionalen Zykel zu sagen, welcher damals sein Ende fand. Aber ich habe den begründeten Verdacht, daß wir uns heute in genau derselben Lage befinden, und damit wäre dieser Zykel technokratisch und nicht kirchlich gewesen, also das Hexagramm Die Quelle (Wasser über Wind).
Um die Sache noch einmal übersichtlicher darzustellen, gebe ich die beiden sich überlappenden Unterzykel an.
Institutioneller Zykel.
Die Quelle (Wasser über Wind)
Der Kessel (Feuer über Wind)
Das Sanfte (Wind über Wind)
Kapazitärer Zykel.
Arbeit am Verdorbenen (Berg über Wind)
Aufwärts stoßen (Erde über Wind)
Aufwärts stoßen (Erde über Wind)
Es ist allerdings ungewiß, ob sich dieser Zykel so ohne weiteres in dieser Form wiederholen kann, siehe dazu meine Bermerkungen im Beitrag Die Abfolge der Glauben.
Ich denke, ich sollte dies ruhig offen legen. Es gibt Schwierigkeiten, die transzendenten Akte so zu ordnen, wie ich es getan habe.
Die so genannten transzendenten Akte des materiellen Zykels bereiten dabei noch die geringsten Schwierigkeiten, einmal erzwingt man seinen Erfolg, ein ander Mal segnet man eine Pflanze oder etwas ähnliches, das eine Mal verscheucht man die Wolken, das andere ruft man sie.
Erfolg, das heißt ein Spiel gewinnen, einen Zug noch kriegen, unverletzt aus einem Unfall herauskommen.
Das ist das rechte Gottvertrauen.
Es ist in beiden Fällen eine Entscheidung, ein Mal sich selbst affirmierend, das andere sich selbst aufhebend.
Man tritt in eine Entwicklung ein.
Nun gut, sagen Sie was Sie wollen, ich weiß genau, wovon ich spreche.
In diesen Fällen läßt sich kaum jemals etwas beweisen, aber dafür ist der Rahmen, in welchem sich diese Akte vollziehen, klar.
Was die Akte des funktionalen Zykels betrifft, so ist das lediglich bei den Akten des Interesses der Fall, welche darüber hinaus auch noch den Vorteil besitzen, sich relativ leicht beweisen zu lassen. Es tut nicht Not, dieses Thema hier in seiner Gänze zu wiederholen, in allen Fällen geht es um Telepathie, um spontane gedankliche Gleichzeitigkeit.
Indes gibt es einen Spezialfall dieser Akte des Interesses, welchen ich bisher nicht eigens behandelt habe, weshalb ich dies hier kurz nachholen möchte. Es geht um spontane Kooperation, ein Interesse daran, ein gemeinsames Anliegen voranzubringen. Es ist, wie wenn man begreift, was jemand meinte, als er einem zuzwinkerte. Ich hatte dieses zuletzt Harold Camping und Mitt Romney gegenüber verspürt, ohne daß ich im Detail sagen könnte, warum deren Wirken nun segensreich gewesen sein sollten, aber so viel ist mir doch klar, daß sie Feuer in die Finsternis geworfen haben, Boten einer kommenden Wende sind.
Aber kommen wir jetzt zum kritischen Teil. Sind transzendente Akte der Öffnung überhaupt vorstellbar? Akte der spontanen Auflösung sozialer Strukturen?
Sicher, hin und wieder kommt es zu gesellschaftlichen Erweckungen, dies würde derartige Akte aber sehr einschränken, und kaum jemals würden also zwei solcher Akte zu Lebzeiten eines Mannes stattgefunden haben.
Wenn ich an mein eigenes Leben denke, so gibt es in ihm sicherlich eine Situation, in welcher ich eine bewußte Entscheidung zur Loslösung von meinen damaligen Lebensumständen gewählt habe, und diese verlief auch mit geradezu magischem Erfolg, ich entkam sehr gründlich den Beziehungen, an welchen ich litt, und fand, was mir zuvor nur Gegenstand von Erzählungen und Märchen zu sein schien. Aber natürlich hat sich nichts wirklich aufgelöst, ich wechselte nur den Bezugsrahmen.
Wie sollte man das nennen? Wie es mit einer gesellschaftlichen Erweckung vergleichen?
Die Lage, in welcher sich eine Gruppe von Menschen befindet, generiert einen Geist, und da kaum zwei Lagen identisch sind, haben verschiedene Orte auch verschiedene Geister. Sich wie ein Samenkorn in den Wind zu werfen, um einen günstigen Geist zu finden, ist sicherlich ein persönliches Zurücksetzen des funktionalen Zykels, immerhin. Und so muß man es wohl auch allgemein begründen, daß niemand für andere eine Entscheidung in dieser Angelegenheit fällen kann, sondern daß gesellschaftliche Erweckungen ihre Dynamik daraus beziehen, daß sich Viele zugleich dem Wind überlassen.
Nun gut, damit wäre das immerhin einigermaßen konsistent gefaßt, wobei allerdings auch so noch kaum ein Mann den funktionalen Zykel für sich mehr als einmal zurücksetzen dürfte, wohingegen sich ständig Akte des Interesses ereignen.
Bleibt noch die schicksalshafte Verquickung der menschlichen Lebenslinien. Diese ähnelt den transzendenten Akten des materiellen Zykels in sofern, als daß sie unabhängig davon existiert, ob man im funktionalen Zykel voran- oder zurückschreitet, lediglich ihr Wesen dabei ändert, einmal ins Konzept passend, das andere bereichernd. Es muß sich dabei um eine sekundäre Funktion handeln, etwas, was uns in der einen oder anderen Form abhängig von unseren den funktionalen Zykel betreffenden Entscheidungen begleitet.
Vielleicht gehört sie auch ganz eigentlich zum materiellen Zykel, als eine Form der Zuarbeit zum funktionalen.
Halten wir jedenfalls fest, Voranschreiten im funktionalen Zykel bewirkt gedankliche Gleichzeitigkeit, Zurückschreiten das Einfließen neuer, relevanter, Informationen. Interessanterweise bedeutet dieses Zurücksetzen beim Menschen den Eintritt ins Paarungsalter. Nun, in sofern interessant, als es ein deutliches Bekenntnis der Natur zum learning by doing ist.
Kommen wir nun zum ideellen Zykel. Hier wird es etwas schwierig, weil sich die Auswirkungen der transzendenten Akte nicht direkt erfassen lassen. Ich weiß dennoch, daß es Akte der Zurücksetzung, also der Auflösung von Verbindungen gewisser Ideen, gibt. Darüber kann ich allerdings nicht frei sprechen. Immerhin, so viel kann ich sagen, daß ich weiß, wie sich ein transzendenter Akt anfühlt, nämlich wie eine Entscheidung, und daß ich natürlich auch weiß, worauf sich diese Entscheidung bezieht. Bei den transzendenten Akten des materiellen Zykels sind das unterschiedliche Varianten möglichen Geschehens, bei den Akten des funktionalen Zykels unterschiedliche Varianten gedachten Geistes. Und beim idellen Zykel sind das unterschiedliche Varianten möglicher Existenz als Bewußtsein.
Eine solche Variante wäre die des Beobachters, welcher wähnt zu handeln, wo er doch nur folgt. Und gegen die habe ich mich entschieden. Und ja, das geht, in einem Akt der Transzendenz, welcher mir durch ein begleitendes, symbolisches Ereignis als solcher bewußt wurde. Ein Ereignis übrigens, welches in direktem spirituellen Zusammenhang zum Zweiten Irakkrieg steht, in sofern es die natürlichen Maßstäbe wieder zum Vorschein brachte.
Nun, ich habe mich ja seit gestern mit dem heiligen Geist als Geist der Befreiung auseinandergesetzt, so gesehen nähme es wenig Wunder, wenn sich Gott auch in seinen symbolischen Akten gegen den menschlichen Gestaltungswillen einer Zeit richtete, wie es George Walker Bush damals sicherlich widerfahren ist.
Das war aber nur der Startschuß, das Omen zum verfluchten Plan, welcher sich heute zunehmend entfaltet. Immerhin, Viele in Bush's Lager haben ihn gehört, da sie Christen sind. Hätte damals ein Demokrat regiert, wäre es bedeutungslos gewesen, da er Gott nicht für sich vereinnahmt hätte. Seien wir also froh darüber, wie es gelaufen ist. Die Ungläubigen können so lange spotten wie sie wollen, sinnvoller würden sie ihre Zeit eh nicht zubringen.
Nun denn, es gab noch einige kleinere Ereignisse seitdem, welche möglicherweise, mit Sicherheit kann ich das nur von zwei von ihnen sagen, mit transzendenten Akten der Auflösung der Verbindung von Ideen zusammenhängen, soweit es mich betrifft. Manchmal schien es mir auch so, als ob ich in einen solchen Akt eines anderen hineingezogen würde, eine Anspannung, welche sehr deutlich fühlbar war. So war es insbesondere während des Hurricane's Sandy, welcher den letzten US-Wahlen voranging. Hurricane Katrina habe ich hingegen nicht gefühlt.
Die Ausgangslage hier ist also recht problematisch, erstens sind diese Akte selten, zweitens verheerend und drittens eng an das Wirken des Geistes der Befreiung gebunden.
Immerhin kann ich aber von ihnen sagen, was ich gesagt habe. Was nun die Akte des Voranschreitens im Zykel der Ideen betrifft, so sind ihre Auswirkungen gänzlich vor uns verborgen, so daß sie reine Spekulation bleiben zu müssen scheinen.
Ich habe aber das Gefühl, daß sie sich aus dem Bewußtsein, daß alles so sein muß, wie es ist, ergeben, aus einem bejahten inneren Gleichgewicht, welches sich in die Welt fortsetzt, und daß ihre Wirkungen verdeckten Karten gleich einst aufgedeckt werden, ein vollkommenes Muster im tiefsten Grund.
Ein Mensch, welcher im Zykel der Ordnung und Mischung voranschreitet, sorgt nicht nur dafür, daß seine Umwelt seinen Vorstellungen entspricht, sondern betrachtet sich auch selbst unter dem Aspekt des Entsprechens, arbeitet also an sich.
Wer hingegen im Zykel der Achtsamkeit und Willkür voranschreitet, verbringt die meiste Zeit damit, den vermeintlichen Vorstellungen seiner Mitmenschen nachzulaufen, in der Hoffnung dadurch Teilhabe zu erlangen.
Nun mag man einwenden, daß es zu den Vorstellungen der Mitmenschen gehören mag, daß man an sich arbeitet, aber subjektiv würde diese Arbeit unterschiedlich empfunden, einmal unter dem Druck, den Anforderungen zu genügen und das andere Mal unter dem Druck, seinen Teil beizusteuern.
Und wer im Zykel der Verbindung und Auflösung voranschreitet, ist schlicht anhänglich.
Es fällt auf, daß wir in unserer Kindheit zunächst im oberen Zykel voranschreiten, dann im mittleren, wenn wir beginnen mit anderen Kindern zu spielen, und schließlich im unteren, wenn wir anfangen, uns beweisen zu wollen, daß wir erwachsen sind.
Natürlich ist ein Voranschreiten in einem höheren Zykel nicht möglich, ohne zugleich auch in den niederen Zykeln voranzuschreiten. Die vorangegangene Aussage ist also so zu verstehen, daß unser bewußter Fokus auf der entsprechenden Ebene liegt oder, anders ausgedrückt, daß wir uns zunächst um das große Ganze kümmern und dann im Laufe der Zeit in die Einzelheiten hinabsteigen.
Nachdem wir also hinabgestiegen sind, schließt sich indes bei manchen ein Wiederaufstieg an, welcher sich dadurch auszeichnet, daß wir uns der unterschiedlichen Ebenen als solcher bewußt werden und damit zugleich die Fähigkeit erwerben, den entsprechenden Zykel zurückzusetzen.
Außerdem erlangen wir zusätzliche Lebensgefühle, nicht des Voranschreitens, sondern der Bereitschaft zur Zurücksetzung, welche sich einstellt, wenn uns unser Leidenswille nicht weiter in den Zykeln vorantreibt.
Die Bereitschaft zur Zurücksetzung des Zykels der Ordnung und Mischung äußert sich als Freigiebigkeit und die Bereitschaftschaft zur Zurücksetzung des Zykels der Achtsamkeit und Willkür als Neigung zur Ermunterung.
Die Bereitschaft zur Zurücksetzung des Zykels der Verbindung und Auflösung schließlich zeigt sich als Überdruß an irdischen Dingen, Schmerzunempfindlichkeit der Begrenzung des eigenen Schicksals gegenüber und herzliche Freude über die Entstehung und Verkörperung der Ideen.
Kulturspezifische Anerkennungen des generativen Zykels
Der vorletzte Beitrag führt auf die Frage, wie sich die verschiedenen Hochkulturen für den generativen Zykel begeistern ließen, welcher, ebenso wie die Seele, durch den Dreischneuß symbolisiert wird.
Ich bin der Antwort auf diese Frage bereits recht nahe gekommen, aber bei der semitischen und tibeto-japanischen Hochkultur habe ich einen Aspekt übersehen.
Der Stand, welcher sich bewährt, heiße Wohlstand,
die Abhängigkeit, welche sich bewährt, verläßlich, und
das Gesetz, welches sich bewährt, überzeugend,
und
Erregte begeistert der Wohlstand,
Fordernde die Verläßlichkeit und
Gestimmte die Überzeugendheit,
und also muß der generative Zykel in der
indogermanischen Hochkultur den Forschern überzeugend und den Errichtern verläßlich erscheinen,
semitischen Hochkultur den Schlichtern überzeugend und den Verteidigern wohlstandsbringend und
tibeto-japanischen Hochkultur den Zwingern verläßlich und den Bringern wohlstandsbringend.
In der indogermanischen Hochkultur ist das automatisch der Fall, da der generative Zykel die Gestimmten auf natürliche Weise überzeugt und sich die Fordernden in ihrer Rolle als Errichter dessen, was die Forscher erforschen, bereits auf den generativen Zykel verlassen, wobei sie sich konkret an eine spezifische Norm halten, welche für sich in Anspruch nimmt, das Fortschreiten des generativen Zykels zu gewähren, in Deutschland etwa, die Anordnungen der Autoritäten zu befolgen, und in den Vereinigten Staaten, einander auf die Sprünge zu helfen.
Im Falle der semitischen Hochkultur ist in der Anerkennung des Schlichters die Anerkennung des generativen Zykels jedoch noch nicht enthalten, und deshalb muß an seine Anerkennung ein Wohlstandsversprechen in Form einer irdischen Belohnung dafür, den Gestimmten Kulturhoheit zu gewähren, geknüpft werden, sei es in Form von Gottes Segen für die Einhaltung seiner Gesetze oder in jener des Elia, welcher dem Messias den Weg ebnet.
Und im Falle der tibeto-japanischen Kultur gibt es, da die Gestimmten fehlen, nur die Lehre, welcher die Zwinger vertrauen und von welcher sich die Bringer Wohlstand versprechen müssen, und genau das sucht der Buddhismus zu erreichen, indem er die Glückseligkeit vollkommener Ordnung betont.
Am Ende eines Zeitalters gerät sein generativer Zykel in eine Krise, in welcher die persönliche Entwicklung zum Problem für die gemeinschaftliche wird, im Zeitalter der Werke also die Forschung für die Modernisierung, da die Innovationen zunehmend destabilisierend wirken, was dazu führt, daß die Verwaltung danach trachtet, die Forschung zu kontrollieren, und weil das Gesetz, welches ihr dabei vorschwebt, nicht überzeugt, verfällt sie zunehmend auf Verläßlichkeits- und Wohlstandsversprechen im tibeto-japanischen und semitischen Stil, also glücklich über die vollkommene Ordnung zu sein oder auf den überwältigenden Nutzen im Geheimen vollzogener Forschungsprojekte zu wetten.
Dahinter steht aber selbstverständlich nicht der Versuch, dem generativen Zykel Anerkennung zu verschaffen, sondern lediglich der eigenen Verwaltung, und das führt auf den zweiten Blickwinkel auf den Dreischneuß, nämlich daß er deshalb in Klöstern und Tempeln anzutreffen ist, weil hinter Klöstern und Tempeln die Idee steht, daß wir überzeugende Gesetze, verläßliche Abhängigkeiten und Wohlstand nicht der Qualifikation eines Königs oder einer Verwaltung zu verdanken haben, sondern einer mit diesen Dingen befaßten Schule, und wir sehen heute also, daß sich unsere Verwaltungen wieder dem Kulturstiftungsverständnis der Bronzezeit zuwenden und darin nur von der Erinnerung an die kulturellen Errungenschaften der letzten 3600 Jahre gestoppt werden werden.
So trivial die folgende Aussage auch sein mag, so bedenkenswert ist sie doch:
Bewegung im materiellen, funktionalen oder ideellen Zykel findet stets durch die Beschäftigung mit ihren jeweiligen Gegenständen im körperlichen oder persönlichen und philosophischen oder gläubigen geistigen Horizont statt.
Das Streben nach Harmonie in weltlichen Dingen läßt den materiellen Zykel atmen. Das Streben nach Nachwirkung in den gesellschaftlichen Verbünden läßt den funktionalen Zykel atmen. Und das Streben nach Wesentlichkeit vor Gott läßt den Glaubenszykel atmen.
Fehlt eine dieser Beschäftigungsweisen, so stagniert der entsprechende Zykel. Zwar ist es möglich, daß sich die Beschäftigung mit den Gegenständen eines niedrigeren Zykels gegen die Einrichtungen eines höheren wendet, aber diese Zerstörung aus Unachtsamkeit vollzieht sich niemals in freiem Belieben, denn es ist die Aufgabe der Erdverbundeneren die Einrichtungen der höher Fliegenden entweder anzunehmen oder zu verwerfen, und zwar auf der Grundlage des Gedeihens ihrer eigenen Beschäftigung, also als deren Rahmenbedingungen, und deshalb kann sich die Beschäftigung mit den Gegenständen einer niedrigeren Zykels nur so lange gegen die Einrichtungen eines höheren wenden, bis sie bemerkt, daß sie sich selber schadet, und da sie unfähig ist, im höheren Zykel irgendetwas auszubessern, wird dies stets früher oder später geschehen. Mit anderen Worten sind die Einrichtungen eines höheren Zykels, welche einmal von den Erdverbundeneren eines niedrigeren Zykels angenommen wurden, als Ast, auf welchem jene sitzen, vor unachtsamem Kappen geschützt.
Wenn ein höheren Zykel allerdings durch die höher Fliegenden, welche sich mit seinen Gegenständen beschäftigen, soweit vorangetrieben wurde, daß er an die Grenzen der in ihm entwickelten Einrichtungen stößt und bald zurückgesetzt werden muß, nimmt die Verwerfung dieser Einrichtungen durch die Erdverbundeneren in einem Maße zu, welches den Zug zu seiner Zurücksetzung unaufhaltbar macht.
Für den körperlichen geistigen Horizont zählt dabei die Harmonie der eigenen Umwelt, oder anders gesagt der eigene Wohlstand. Und für den persönlichen und philosophischen geistigen Horizont zählt ein glaubwürdiges Fortschrittsversprechen, in dessen Rahmen die eigene Nachwirkung eingeht. Sobald dieses nicht mehr gegeben ist - und es ist heute nicht gegeben - wird die, zumindest in christlichen Gesellschaften beträchtliche, Masse von Personen des persönlichen und philosophischen geistigen Horizontes zu einer großen, scheinbar gänzlich irrationalen, Abrißbirne.
Nichts anderes besagt das Hexagramm Abgrund unter dem See, Herrschaft der Unvernunft über die Achtung: Die Austrocknung.
Sowohl die katholische Kirche, als auch die Freimaurer, kümmern sich beflissentlich um allgemeinen, weltweiten Wohlstand, aber beide reagieren geradezu allergisch gegenüber dem Anspruch auf ein glaubwürdiges Fortschrittsversprechen, woraus allein ich den Schluß zu ziehen wage, daß die Freimaurer ein Ableger der katholischen Kirche sein müssen: Gäbe es eine Religion, welche forderte, daß Flugzeugkapitäne mit ihren Flugzeugen abstürzen müssen, und kämen dann Flugzeuge ohne Schleudersitz auf den Markt, was würde ich von ihren Herstellern denken?
Das letzte von katholischer Seite anerkannte Fortschrittsversprechen, wenngleich unter ungeheuerlichem selbstverleugnerischen Theater, gipfelnd in der Plünderung der Vatikanischen Bibliothek, war der Code Napoléon. Seitdem haben weder Freimaurer, noch katholische Kirche irgendein neu ersonnenes Fortschrittsversprechen gut geheißen, was freilich nicht heißt, daß sie nichts mit derartigen politischen Bewegungen zu tun gehabt hätten. Genauer gesagt versuchen beide seitdem, das Ersinnen solcher Versprechen selbst nach Kräften zu ersticken und wo dies nicht gelingt, es zu vergiften, beziehungsweise abzulenken.
Freilich, angesichts des Eifers, mit welchem amerikanische Institutionen die Offenbarung in die Tat umsetzen, kann ich nicht gänzlich ausschließen, daß die Freimaurer dort insgeheim ein anderes Drehbuch befolgen. Aber was das angeht, kann ich es auch bei der katholischen Kirche nicht gänzlich ausschließen. Irritierend ist es aber doch, vor allem bei der katholische Kirche:
Der Papst gibt jeden katechonischen Anspruch auf,
aber die Endzeit ruft er nicht aus.
Glaubt euren Augen, nicht euren Ohren. Oder wie soll man es deuten?
Nun denn, ich hätte formal mehr herausarbeiten können, doch die (nicht) erreichte Genauigkeit genügt mir, das Schwatzen anfangen will ich aber auch nicht - so beende ich den Beitrag hier.