Bereitschaftsbeitrag

Zur Front

26. Juli 2014

Das Ringen zwischen Frankreich und dem Islam in Afrika

Die Afrikaner sind größtenteils Erregte, im Norden gibt es eine signifikante Minderheit Gestimmter und Erwartende gibt es auf dem ganzen Kontinent nur eine Hand voll.

Die französische Kultur ist romanischen Typs, also eine Anlehnungskultur der Erwartenden an die Gestimmten, allerdings im Vergleich zu anderen solchen Kulturen, etwa der spanischen oder italienischen, mit größerer Würde des Achtungsgedankens.

Diese Würde ergibt sich daraus, daß die französische Kultur sich nur da an die Stimmung anlehnt, wo es unmöglich fällt, die Dinge leicht zu nehmen. Der Franzose ist also ausgesprochen ernsthaft und leichtfertig zugleich, er beschönigt nichts und setzt sich ein, wo es Not tut, aber wo es nicht Not tut, genießt er geradezu seine Sorg- und Achtlosigkeit.

Letzteres nun imponiert natürlich Erregten, welche ja per Definition wenig zu Sorge und Achtung neigen. Daher Frankreichs natürlicher afrikanischer Anklang. Und auch in der arabischen Welt ist er substantiell. Nur, was da anklingt, klingt sozusagen aus den falschen Gründen an.

Das hat Frankreich in Algerien und im Libanon ja auch schon zur Genüge studieren dürfen. Die Schlechtesten schreien Vive la France! und die Besten empfinden Ekel.

Daß die französische Eleganz nichts weiter als der Stolz der Erwartenden ist, welche sich nicht mit Haut und Haar Rom unterworfen haben, sondern ihm eben diese Sorglosigkeit abgetrotzt, verstehen beide nicht, denn beiden sind Erwartende gänzlich fremd.

Wo es freilich keine Gestimmten gibt, also südlich der Sahara, mit Ausnahme Äthiopiens, gibt es auch dieses innere Zerwürfnis nicht, das ganze Volk ist gern Franzose, ohne freilich zu wissen, was es heißt. Probleme bereitet das indessen nur, wenn das betreffende Volk nicht hinreichend von wahren Franzosen geführt wird, in Wirtschaft, Wissenschaft und Militär, wie das Beispiel Gabuns beweist.

Wohingegen der Islam in diesem Gebiet mit Somalia und Nigeria nicht gerade Glanzlichter vorzuweisen hat.

Besser also die Wilden Franzose spielen lassen und sie vorsorglich an der Hand führen.

Nun ja, so es denn geht, denn über die Rahmenbedingungen, welche im Falle Gabuns sonst noch vorliegen, müßte man schon noch genauer nachdenken.

Viele Wilde wissen das auch ganz genau und freuen sich über die Möglichkeit dazu, so sie sie denn haben, und wenn man Anmut und Gnade in Aktion sehen möchte, schaue man nur dahin, auch wenn es vordergründig weder anmutig noch gnädig aussieht, sondern normal.

Doch überall, wo sich die Kraft ballt, zeigt sich ein anderes Bild, überall, wo der Anspruch besteht zu herrschen. Das gilt natürlich allgemein, aber kaum ein Gegensatz ist so kraß wie der zwischen Gabun und Kongo.

Was allerdings den arabischen Raum angeht, zeigen Geschichte und Einsicht in die menschliche Natur, daß Franzose-Spielen keine Friedensoption ist. Will Frankreich sein Glück da suchen, so muß es die Araber schon Araber spielen lassen, wozu allerdings auch herrschaftliche Gewalt gehört. Und ob sich Frankreich damit einen Gefallen tut?

Beherrschbar wäre der arabische Raum nur, wenn ein Statthalter, welchen Frankreich in der Hand hätte, den Arabern gegenüber weitestgehend autonom herrschen könnte - eine Konstellation, welche wohl kaum ein Imperium sonderlich ansprechend finden dürfte: etliche Kolonien in einer Hand vereint und zu Hause zerstritten.

Dies alles schon im Hinterkopf, befragte ich das I Ching, was es zu Eurabien zu sagen hätte. Die Antwort war:

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Es ist wohl die historische Sicht der Gestimmten in Algerien und im Libanon. Ein fürchterlicher Orakelspruch, aber kein unüberwindbares Los.

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