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Zur Front

30. August 2014

Das Schöpferische, das Empfängliche, das Wesentliche und das Mächtige

Ich möchte noch eine kleine Nachbetrachtung zum letzten Beitrag anstellen.

Wenn ein Mensch von einem Seelenteil willensmäßig bestimmt wird, so wirkt das Schöpferische in ihm in diesem Seelenteil, also im Falle des Gestimmten in der Sorge, im Falle des Erwartenden in der Achtung und im Falle des Erregten in der Lust.

Wo hingegen diese Wirkung schwach oder zu schwach ist, ist der Mensch für die Wirkung des Schöpferischen im entsprechenden Seelenteil eines anderen Menschens empfänglich, und zwar für die Sorge, indem er sich überzeugen läßt, für die Achtung, indem er anerkennt und für die Lust, indem er bezwungen wird.

Er unterwirft sich in diesen Fällen dem Mächtigen, und er kann diese Unterwerfung auch suchen, wenn er glaubt, daß sich seine Lage dadurch besserte, daß er an einen oder etwas Mächtigeres geriete.

Letzteres sind die zurücksetzenden transzendenten Akte: Man überläßt sich der Wirkung des Schöpferischen in der Welt. Man macht sich selber klein und die Welt groß.

Es kann aber auch sein, daß die Wirkung zwar zu schwach, aber andererseits nicht schwächer als in anderen ist. Ist das der Fall, bleibt nur das Vertrauen darauf, daß Gott das Licht in einem vermehre: Das sind die fortschreitenden transzendenten Akte, der Dienst im Wesentlichen.

Grundvoraussetzung der Transzendenz ist aber in beiden Fällen, Gott als das Schöpferische und die Welt (einschließlich einem selbst) als das Empfängliche zu betrachten und sich entsprechend zu verhalten, also sich in bedürftiger Sehnsucht zu unterwerfen oder auszuliefern.

So, damit wäre auch das in Beziehung zum I Ching gebracht.

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Nochmals zum Vajrayogini-Vajravarahi Mandala (16. Jahrhundert)


Nähere Informationen: http://www.himalayanart.org/image.cfm/94.html, Karma, Kagyü, Buddhismus.

Zum Zusammenhang mit den Hexagrammen des I Chings siehe: Eine zweite Erklärung des I Gings.

Zu den fünf zentralen Figuren. In den Urteilen zu 2. Das Empfängliche finden sich zwei Drachen, der mitternachtsblaue Himmelsdrachen und der gelbe Erddrachen.

Offenbar steht Rot für Licht, Yang und Schwarz für Schatten, Yin. Ich vermute, daß der Himmelsdrachen für Platons gutes Roß und der Erddrachen für Platons schlechtes Roß steht, vergleiche Der Führer des Gespanns, also Mitternachtsblau für die Achtung und Gelb für die Lust.

Denn dann geben die vier zentralen Figuren die Orientierung des Hexagramms vor, wobei die Sorge als Führer des Gespanns mit dem Licht selbst zu identifizieren ist.

Und die fünf zentralen Figuren verweisen zugleich auch auf die fünf Hexagramme des I Chings zu jedem der sechs Ecken des Hexagramms des Mandalas, wobei Lust für die Jugend, Achtung für das Alter, Licht für das Wesen, Schatten für die Herrschaft und die Mitte für die Kraft der jeweiligen Ordnung steht.

Zu der zentralen Figur der unteren rechten Ecke. Zugleich steht in den Urteilen zu 2. Das Empfängliche aber auch, daß die Größe der Natur darin besteht, alle Geschöpfe gleichermaßen zu ertragen. Außerdem heißt es:
Durch jenes, durch das die Welt gebunden ist, durch ebendies werden die Bande aufgehoben.

- Hevajratantra
Und darin liegt die Umkehrung begründet, welche im Mandala durch Tara in der unteren rechten Ecke ausgedrückt wird: Jede Qualität wird zugleich gewirkt und wahrgenommen. Das Licht mag alle Qualitäten wirken, aber nur der Schatten erfreut sich an allen. Und wenn wir also erkennen, daß wir selbst Bewußtsein und Schatten sind und gerade so viel mit Licht erfüllt, wie es Gott gefällt, so lösen sich unsere Bande.

Ihr Lotussitz symbolisiert dabei das Hexagramm in seiner Gesamtheit.

Zu den Figuren der rechten Seite. Liest man die rechte Seite des Mandalas als zu den Kulturen der Achtung gehörend, so liegt die Vermutung nahe, daß die Tierköpfe der Figuren dort so zu verstehen sind, daß derartige Kulturen sich um gleichsam tierische Vorbilder scharen, wie etwa der Wolfsbezug der Türken und Römer oder der Bärenbezug der Russen nahelegt, oder auch die Ähnlichkeit menschlicher Sprachen zum Gesang heimischer Vögel, siehe: Alle Vögel sind schon da.

Das ist auch keinesfalls zufällig, denn das einer jeweils geachteten Sitte zugrundeliegende Verhaltensmuster muß den selben funktionalen Anforderungen entsprechen, wie sie das Tierreich beherrschen, wobei die Notwendigkeit der Entsprechung bis in das Sprechen hinein freilich fraglich bleibt.

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28. August 2014

Sensorische Befriedigung



Der Mensch ist, wie man hieran erkennt, ein zerebrales Wesen. Er sucht eine Welt, welche seine Sinne gefangen hält.

Stille und Ernst der Berechnung entkommen dem Marktplatz nicht, sondern hierarchisieren ihn nur nach der Größe der Gesten.

Wirklich!, wie benommen der Mensch vor seinen Werken steht.

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Ein Zeichen für die gegenwärtige Zeit

Eine hölzerne Scheibe einer Kabelrolle liegt im See,
das letzte Glied eines verrottenden Stegs
durch schwimmendes Land.

Die Wurzeln des Schilfs reichen durchs Torf ins Wasser,
seine Oberfläche wogt kaum merklich im schwachen Wind,
Regen nieselt herab und sprenkelt sie mit aufgehenden Kreisen.

In der Mitte der Scheibe eine verrostende Platte,
welche sie einst auf der Achse hielt.
Sie ist ca. dreieinhalb Millimeter dick und partiell überflutet.

Ich betrachte sie seit einiger Zeit.

Die winzigen Wogen rollen heran,
die Wasseroberfläche bäumt sich auf,
das Wasser entweicht zu den Seiten.

Eine kleine, rostende Insel, beinah,
fast gänzlich vom Wasser umspült.
Wie lange wird sich das rotbräunliche Dreieck halten?

Das Wasser kommt nicht recht voran,
die eigene Oberflächenspannung hindert es,
doch dann beginnt es zu nieseln.

Vielleicht ein Viertel des Dreicks ist jetzt feucht,
gleichmäßig über es verteilt,
und wo das Wasser auf einen Flecken trifft, schluckt es ihn.

Langsam zwar, aber nun kommt es voran.

Bis der Regen wieder aufhört.

  1. Sieh zu, nicht im Wasser der Druckausübung zu ertrinken.
  2. Wenn du auf einer der letzten Inseln stehst, schließe die Front.
  3. Wenn es über dir zusammenschlägt, suche Zuflucht im Herrn.
  4. Aber bleibe auch in ihm, wenn du noch auf dem Trockenen stehst, damit er dich vor dem Regen der Abkehr schirme, welcher deine Front durchlässig macht.
  5. Bedenke, daß es mehrere Inseln gibt, große und kleine, und stifte nicht Zwietracht zwischen ihnen, denn das wird dir selbst nur Regen bringen.
Es ist normal, daß sich Idealvorstellungen von einander unterscheiden, und doch läßt sich Frieden zwischen ihnen halten, das Völkerrecht ist kein schlechter Versuch dazu, jedenfalls der beste, welchen wir bisher unternahmen.

Andererseits bringt die Abkehr vom Prinzip volksmäßiger ethischer Ideale nichts als Chaos, Paranoia und Unterdrückung.

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26. August 2014

Malchus' Ohr

Interessanterweise behauptet lediglich Lukas, daß Jesus es wieder an seinen Platz gesetzt hat.

Die Entwicklung der letzten Zeit hat mich bedrückt. Die Leichtfertigkeit, mit welcher der Anspruch auf die Wirkung der Einsicht fallen gelassen wurde, von so ziemlich allen. Als wäre es ein Rettungsboot, drängt sich alles ins vertraute Rudel und macht sich für das kommende Gezerre bereit. Nichts ist zu abgeschmackt, nichts zu obszön, nichts zu zynisch.

Wisset aber, daß ihr nur durch die Sorge im Namen aller beten könnt. Spirituell schrumpft ihr zu gehässigen Zwergen, wenn ihr euch so ins Niedere legt.

Ich denke, was geschehen ist, ist geschehen, aber einhalten sollte man. Es ist gefährlich auf jenem Weg zu bleiben, alle Macht und Gnade liegt letztlich in der Einsicht.

Max Keiser hat heute auch was zum Thema gesagt, eigentlich nicht er, sondern Voltaire, welchen er zitierte:
L'injustice à la fin produit l'indépendance.
Schlechte Regierungen fallen. Wer wollte widersprechen?

Aber das ist kein guter Rat für jene, welchen es um die Unabhängigkeit geht, bewußt ungerecht zu sein, um die Menschen zur Unabhängigkeit zu erziehen, denn es schwächt uns alle in einer Phase, in welcher wir jeden Beistand brauchen werden.

Genauer gesagt:
Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung (davon gesagt ist durch den Propheten Daniel), daß er steht an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist.
Heiliger als die Sorge um das menschliche Schicksal wird es nicht. Ihr fliehet nicht ungestraft von ihr, banale Schachzüge einer höheren Weisheit, welcher die eigentliche Gefahr noch nicht einmal bewußt ist, nämlich das Scheitern des Menschen an der Art seiner Durchdringung der Welt, helfen nicht.

Ihr aber gehet weiter, gell?

Weiter auf dem Weg zum befreiten Menschen.

Abgesehen davon, daß zu dessen Behuf zunächst einmal das genaue Gegenteil seine Schattenseiten vorstellen darf, wendet sich der Mensch nicht deshalb gegen seinen Nächsten, weil es ihm an Freiheit mangelt, sondern weil er keine Grundlage findet, ihm zu vertrauen. Das muß so sein, weil der Mensch selbst derartige Grundlagen entwickelt, um sich selbst entwickeln zu können, und dabei immer nur das mit einbezieht, was er selbst gerade wurde.

Wohl gibt es große Würfe, aber nie den bleibend größten. Und wenn die Zeit gekommen ist, wieder einmal zu werfen, reinigt euren Geist, atmet frei und denket tief.

Laßt ab von den Ohren anderer, was auch immer ihr mit den bereits abgeschlagenen macht.

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24. August 2014

Modern times

Never seen a man killed with a sword before.

Why don't you take a picture?

Wish I had.

Am I in this?

He's a bit old-fashioned. He thinks these things will steal his virtue.

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23. August 2014

Objektivität und Subjektivität des Guten

Was Leistungserwartende, oder auch Achtende, im Kern von Umgangserwartenden, oder auch Versuchenden, unterscheidet, ist der Wunsch, eine Anerkennung zu erfahren, welche nach den Maßstäben der eigenen Kultur objektiv ist, also nicht von den persönlichen Maßstäben der eigenen Mitmenschen abhängt.

Dies ist weder dasselbe wie die Verbannung des Guten ins Anonyme, welche ebenfalls den Einzelnen von seinen Mitmenschen trennt, noch tritt es nur dort auf, wo der Regent das Privileg beansprucht, Anerkennung zu stiften.

Aber beide Phänomene sind mit ihm verbunden, das erste überträgt es auf den religiösen Bereich, nimmt den eigenen Mitmenschen also das Mitspracherecht, wenn es darum geht zu entscheiden, ob etwas gut ist oder schlecht, und das zweite bedient sich seiner auf die nächstliegende Weise.

Beides sind Verirrungen, denn jeder Mensch will das Gute sehen, wogegen der Wunsch nach objektiver Anerkennung, so überhaupt vorhanden, nur schwach ins Gewicht fällt, und die Macht eines Mannes, im Alleingang Anerkennung zu stiften, pervertiert den Anerkennungsgedanken als solchen.

Jeder lebt in der Welt und hat seinen Glauben jenseits ihrer. Diesen Glauben zu vergessen ist ein trostloser Abstieg, aber auch wenn er jenseits ihrer liegt, gilt er doch der Welt, genauer gesagt jenem Teil ihrer, welcher uns in unseren Tiefen bewegt.

Man muß sich nicht von einem Priester sagen lassen, was gut ist und was schlecht, aber man muß es sich von der Welt sagen lassen. Der eigene Glaube muß Friede im eigenen Leben stiften. Und zu diesem Frieden gehört die Verständigung mit den eigenen Mitmenschen darüber, was gut ist und was nicht. Letztlich also muß dies durchaus von Anderen vernommen werden, und dadurch ist die Verirrung überwunden, der Mensch wieder mit seinen Mitmenschen vereint und im Angesicht des Guten.

Es ist wichtig, sich dies klarzumachen, und sich nicht auf eine Position zurückzuziehen, in welcher Gott nichts mit der Welt am Hut hätte, nur damit ja nicht der Unberufene entscheide.

Der Unberufene darf entscheiden, doch auch darin vollzieht sich Gottes Wille. Wir dürfen jeden Mist bauen, welchen wir wollen, nur bleibt der Gestank an uns hängen. Das wiegt schwer, aber traurig ist es nicht.

Selbst wenn es keine Hoffnung auf eine erhebende Verständigung gäbe, muß doch die Wendung hin zum anbestimmten Platz begrüßt werden, genauso wie es zu begrüßen ist, daß der Regen nach unten fällt. Nur auf diese Weise bleibt Gott in uns und wir in ihm. Die Möglichkeit zur Entscheidung ist herrlich, die ganze Architektur das Allerherrlichste überhaupt. Wie wir gezogen werden und aus der Spannung heraus die Möglichkeit zu einer neuen Welt gewinnen.

Wer sollte, das bedenkend, auch nur eine Sekunde kleingläubig sein? Und je länger der Weg, desto weiter ist man am Ziel. Willst du anders leben? Oder deinen Samen in die Erde legen?

Wer alles akzeptiert, kann alles erreichen. Denn wer etwas nicht akzeptiert, schneidet sich von ihm ab. Und wer sich aus Nichtakzeptanz löst, findet Zugang.

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19. August 2014

Kulturschwanken

Nach den vorangegangenen Beiträgen zum I Ching
läßt sich folgendes Fazit ziehen.

Achtung und Lust sind die Füße einer Kultur, die Sorge der Kopf. Um besser zu verstehen, worum es hier geht, nennen wir den einen Fuß Wölfe und den anderen Löwen.

Menschen, in welchen sich Achtung und Sorge verbinden mögen Lämmer heißen, solche, in welchen es Lust und Sorge tun, Falken.

Die Verhältnisse zwischen den sechs Polen Wahrheit, Harmonie, Größe, Glanz, Macht und Ewigkeit sind nun dergestalt, daß die oberen Pole, also Wahrheit und Harmonie oder Wahrheit und Größe, die Füße erheben, das heißt sie predigen den Wandel vom Wolf zum Lamm oder den Wandel vom Löwen zum Falken, konkret also Christentum und Islam.

Dabei binden sie auch die von der Sorge Gestimmten ein, was diese mit Blick auf das Gemeinwohl unterstützen, auch wenn es sie Umsicht oder Genügsamkeit kostet. Die Wölfe hingegen kostet es Vergebung und die Löwen Härte.

Wenn nun ein Lamm unter Falken lebt, so stützt es der Falken Kultur durch Widmung. Und umgekehrt, wenn ein Falke unter Lämmern lebt, so stützt er der Lämmer Kultur durch Strenge.

Dies ermöglicht es, daß eine Kultur der Lämmer unmerklich in eine Kultur der Falken umschlägt und umgekehrt. Aber wenn das passiert, wird der erhebende Einfluß auf den jeweiligen Fuß geschwächt, und so kommt es, daß sich die Wölfe gegen die Kultur der Falken erheben, wozu sie Besonnenheit brauchen, und die Löwen gegen die Kultur der Lämmer, weil sie nicht genug Erkenntlichkeit besitzen.

Hochkulturen sind aufgrund ihrer Nähe zur Sorge um das Ganze anfällig für die Preisgabe ihres eigenen Wesens, in welchem Falle sie aber nach einiger Zeit auf ihren jeweiligen Fuß zurückfallen und Wolfs- oder Löwenrudel bilden.

Beim Bild des Hexagramms bleibend kann man auch sagen, daß der Kopf das Gewicht vom Fuß auf die Schulter zieht, wo es von einer auf die andere wechseln kann, dann aber auf den ursprünglichen Fuß zurückfällt.

Und falls es in einer Gesellschaft keinen Kopf, dafür aber beide Füße gibt, so bekriegen diese sich so lange, feindschaftlich die einen, ausdauernd die anderen, bis sie sich im Pol des Ewigen treffen, was die Wölfe durch Bewahrung ihres Glaubens im Privaten und die Löwen durch Erzwingung sozialen Instinkts bezahlen, allerdings auch nur so lange, wie sie es müssen, denn beide streben zu ihrer Natur zurück.

Alles strebt also nach oben, aber oben kommt es zu Prinzipienlosigkeit oder Prinzipienreiterei, je nachdem wie weit oben, so daß alles auch wieder hinabsinkt.

Insgesamt ist die Dynamik aber ausgesprochen gut, denn sie stellt sicher, daß stets auf längere Sicht der bestmögliche soziale Zustand angenommen wird, gleich zu welchen äußeren Störungen es kommt.

Post Scriptum vom 14.9.2014. Siehe auch den Nachtrag zu den Fünfergruppen im I Ching Mandala.

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18. August 2014

Das Buch des Wandels

Das Spektrum des Lichts: ...im Ewigen

38. Größe im Ewigen: Gegnerschaft.

Entschärfung ist erforderlich, Geduld hilft.

 41. Wahrheit im Ewigen: Senken.

Gleichgewicht ist erforderlich, Moderation hilft.

54. Macht im Ewigen: Die heiratende Magd.

Aushalten ist erforderlich, Demut hilft.

58. Ewigkeit im Ewigen: Freude.

Frieden ist erforderlich, Herzensreinheit hilft.

60. Glanz im Ewigen: Begrenzung.

Einschränkung ist erforderlich, Opportunismus hilft.

61. Harmonie im Ewigen: Innere Wahrheit.

Guter Einfluß ist erforderlich, Aufrichtigkeit hilft.
  • Unschuld erfordert Demut seitens des Fehlens der Sorge,
  • Konflikt erfordert Opportunismus seitens des Fehlens der Sorge,
  • Rückzug erfordert Moderation seitens des Fehlens der Sorge,
  • Nachlässigkeit erfordert Aufrichtigkeit seitens des Fehlens der Sorge,
  • unstete Ordnung erfordert Geduld seitens des Fehlens der Sorge und
  • Torheit erfordert Herzensreinheit seitens des Fehlens der Sorge.

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Das Spektrum des Lichts: ...im Großen

22. Wahrheit im Großen: Erhabenheit.

Korrektheit ist von Nöten, Erhabenheit der Weg zu ihr.

30. Größe im Großen: Festhalten an.

Stetheit ist erforderlich, Ermahnung der Weg zu ihr.

37. Harmonie im Großen: Die Familie.

Ordnung ist erforderlich, Strenge der Weg zu ihr.

49. Ewigkeit im Großen: Umsturz.

Erfolg ist von Nöten, Geschicklichkeit der Weg zu ihm.

55. Macht im Großen: Fülle.
Beratung ist erforderlich, Umgang der Weg zu ihr.

63. Glanz im Großen: Nach der Vollendung.

Solidität ist erforderlich, Genauigkeit der Weg zu ihr.
  • Unschuld erfordert Umgang seitens der Größe,
  • Konflikt erfordert Genauigkeit seitens der Größe,
  • Rückzug erfordert Erhabenheit seitens der Größe,
  • Nachlässigkeit erfordert Strenge seitens der Größe,
  • unstete Ordnung erfordert Ermahnung seitens der Größe und
  • Torheit erfordert Geschicklichkeit seitens der Größe.

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Das Spektrum des Lichts: ...im Harmonischen

18. Wahrheit im Harmonischen: Arbeit am Verdorbenen.

Arbeit am Verdorbenen ist von Nöten, Aufmerksamkeit der Weg zu ihr.

28. Ewigkeit im Harmonischen: Das Übergewicht des Großen.

Reformen sind von Nöten, Gemeinsinn der Weg zu ihnen.

32. Macht im Harmonischen: Beständigkeit.

Beständigkeit ist erforderlich, Flexibilität der Weg zu ihr.

48. Glanz im Harmonischen: Der Brunnen.

Soziale Beiträge sind erforderlich, Gepflegtheit der Weg zu ihnen.

50. Größe im Harmonischen: Der Kessel.

Nützliche Werke sind von Nöten, Widmung der Weg zu ihnen.

57. Harmonie im Harmonischen: Das Sanfte.

Tatkraft ist erforderlich, Entschlossenheit der Weg zu ihr.

Fassen wir es wie folgt zusammen:
  • Unschuld erfordert Flexibilität seitens des Fehlens der Lust,
  • Konflikt erfordert Gepflegtheit seitens des Fehlens der Lust,
  • Rückzug erfordert Aufmerksamkeit seitens des Fehlens der Lust,
  • Nachlässigkeit erfordert Entschlossenheit seitens des Fehlens der Lust,
  • unstete Ordnung erfordert Widmung seitens des Fehlens der Lust und
  • Torheit erfordert Gemeinsinn seitens des Fehlens der Lust.

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Das Spektrum des Lichts: ...im Wahren

Und hier wird beschrieben, vor welchen Aufgaben die Sorge steht, und wie sie sich in ihnen bewährt.

31. Ewigkeit im Wahren: Einfluß. 

Die Sorge befindet sich in einer Lage, in welcher sie andere lehren möchte. Das I Ching rät zur Standfestigkeit.

39. Glanz im Wahren: Behinderung.

Die Lage ist gefährlich, und das I Ching rät zur Besinnung darauf, was die eigenen Pflichten sind. Die Pflichtenkenntnis bewährt sich also für die Sorge inmitten der Achtung.

52. Wahrheit im Wahren: Stillhalten.

Die Urteile beschreiben die Suche nach innerer Ruhe und raten zur Entziehung.

53. Harmonie im Wahren: Gradueller Fortschritt.

Die Urteile beschreiben den Aufstieg auf der Karriereleiter und raten zu Umsicht.

56. Feuer im Wahren: Der Wanderer.

Die Sorge bewährt sich inmitten des Fehlens der Achtung durch Genügsamkeit.

62. Macht im Wahren: Das Übergewicht des Kleinen.

Die Lage hier ist durch einen Mangel an Verständnis gekennzeichnet, und der Sorge wird Zurückhaltung angeraten. Zurückhaltung bewährt sich für die Sorge inmitten der Lust.

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Das Spektrum des Lichts: ...im Glänzenden

Hier wird beschrieben, vor welchen Aufgaben die Achtung steht, und wie sie sich in ihnen bewährt. Es gelten die weiteren Bemerkungen des vorigen Beitrags, sofern nicht explizit ausgenommen, auch hier.

4. Wahrheit im Glänzenden: Jugendliche Tollheit.

Die Urteile hier sprechen davon, wie ein junger Mensch zu disziplinieren ist, um dem Ernst des Lebens gewachsen zu sein. Die Achtung bewährt sich in den Augen der Sorge durch Selbstdisziplin.

29. Glanz im Glänzenden: Der Abgrund.

Die Urteile hier beschreiben ein Minenfeld, Gefahr ist allgegenwärtig, und raten zur Vorsicht. Es besteht hier kein Bezug zu 8. Glanz im Schatten: Zusammenhalten, sondern zu 6. Licht im Glänzenden: Konflikt.

Die Achtung bewährt sich also im Wirken der Achtung durch Vorsicht.

40. Macht im Glänzenden: Befreiung.

Die Urteile hier sprechen von einem schlechten Umfeld, welches es zu ändern gilt, und raten zur Feindschaft. Die Achtung bewährt sich also in den Augen der Lust durch Feindschaft, wobei es darauf freilich nicht ankommt, sondern darauf, daß der höhere Seelenteil die Herrschaft des niederen beendet.

47. Ewigkeit im Glänzenden: Unterdrückung.

Unterdrückung bedeutet hier innere Unzufriedenheit mit den vorherrschenden Umständen. Das I Ching rät, den Mut nicht zu verlieren. Wie im vorigen Hexgramm geht es auch hier darum, eine unerquickliche Herrschaft zu beenden, und zwar die Herrschaft des Fehlens der Sorge durch die Bewahrung des Glaubens.

59. Harmonie im Glänzenden: Auflösung.

Hier schildern die Urteile eine Lage, in welcher sich aus Überdruß heraus psychologische Hindernisse gebildet haben, und raten dazu, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die Achtung bewährt sich in den Augen des Fehlens der Lust durch die Lösung von der Vergangenheit.

64. Größe im Glänzenden: Vor der Vollendung.

Die Lage hier ist die der Vorbereitung des entscheidenden Schlags gegen einen verhaßten Gegner und das I Ching rät zur Besonnenheit. Zur Beendung der Herrschaft des Fehlens der Achtung geziemt der Achtung Besonnenheit.

Die Zusammenfassung gestaltet sich hier komplizierter. Es gibt drei Fälle: Die Achtung möge die Herrschaft stützen und sich in ihren Augen bewähren, sie möge schlicht in ihr überleben oder sie möge auf eine bessere hinarbeiten.
  • Selbstdisziplin bewährt sich für die Achtung in innewohnender Wahrheit,
  • Lösung von der Vergangenheit bewährt sich für die Achtung in Studium / prometheischen Kräften,
  • Vorsicht bewährt sich für die Achtung in Konflikt,
  • Feindschaft bewährt sich für die Achtung in Aktion,
  • Bewahrung des Glaubens bewährt sich für die Achtung in Befreundung / Verwirrung,
  • Besonnenheit bewährt sich für die Achtung in planmäßiger Akquisition / Auflösung.
Die Achtung zielt dabei stets mehr auf eine alte Herrschaft, als auf eine junge.

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17. August 2014

Das Spektrum des Lichts: ...im Mächtigen

Die betreffenden Hexagramme sind aus der Perspektive des Beherrschten heraus geschrieben und beschreiben dem entsprechend die Aufgabe, vor welche die Lust unter der Vorherrschaft von verschiedenen Seelenteilen gestellt ist, und damit auch, wodurch sie sich bewährt.

Diese Sicht ergibt auch im Falle des Schattens das bereits erhaltene Resultat wieder, nicht jedoch im Falle des Lichts, da dort keine Bewährung vorliegt: Die schöpferische Kraft verschenkt sich sozusagen bedingungslos.

Außerdem besteht eine enge Verbindung zwischen den folgenden Urteilen und den entsprechenden Urteilen der Form ...im Schattigen.

3. Glanz im Mächtigen: Schwierigkeiten zu Anfang.

Die Lust bewährt sich in den Augen der Achtung durch Ausdauer.

17. Ewigkeit im Mächtigen: Folgen.

Die Urteile hier sprechen nicht von blindem Gehorsam, sondern von der Wahl der richtigen Partner. Die Lust bewährt sich also in den Augen des Fehlens der Sorge durch sozialen Instinkt.

21. Größe im Mächtigen: Durchbeißen.

Die Urteile hier beschreiben das Leben eines Mannes für's Grobe. Die Lust bewährt sich in den Augen des Fehlens der Achtung durch Härte.

27. Wahrheit im Mächtigen: Die Winkel des Mundes.

Und hier sprechen die Urteile alle der Vermeidung von Dummheiten das Wort. Die Lust bewährt sich in den Augen der Sorge durch Vernunft.

42. Harmonie im Mächtigen: Erhöhen.

Hier wird kein Mann für's Grobe beschrieben, sondern schlicht einer, welchem viele Türen offenstehen, der also ausgesprochen günstige Umstände vorfindet, und sich dadurch in den Augen des Fehlens der Lust bewährt, daß er sich erkenntlich zeigt.

Falls er es aber nicht tut, siehe 44. Licht im Harmonischen: Das Zusammentreffen.

51. Macht im Mächtigen: Schock.

Die Situation hier ist chaotisch, und die Lust bewährt sich in den Augen der Lust durch Unerschütterlichkeit.

Es gilt also:
  • Unerschütterlichkeit bewährt sich für die Lust in Aktion,
  • Ausdauer bewährt sich für die Lust in Vereinigung,
  • Vernunft bewährt sich für die Lust in innewohnender Wahrheit,
  • Erkenntlichkeit bewährt sich für die Lust in Studium,
  • Härte bewährt sich für die Lust in planmäßiger Akquisition,
  • Sozialer Instinkt bewährt sich für die Lust in Befreundung.

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Zum jüngsten Gericht

Setze ihnen das Gleichnis des Lebens dieser Welt vor: Es ist wie der Regen, welchen Wir vom Himmel herabsenden: Die Vegetation der Erde saugt ihn auf, aber bald wird sie zu verdorrten Stoppeln, welche die Winde zerstreuen: Es ist Gott, welcher die Oberhand über alle Dinge hat.

Reichtum und Söhne sind der Liebreiz des Lebens dieser Welt: aber die Dinge, welche Bestand haben, gute Taten, sind die besten in den Augen deines Herrn, als Belohnungen und die besten als Hoffnungen auf sie.

Eines Tages werden Wir die Gebirge entfernen, und du wirst die Erde eben ausgestreckt sehen, und Wir werden sie versammeln, alle zusammen, und keinen von ihnen werden Wir übergehen.

Und sie werden in Kolonnen aufgestellt vor ihrem Herrn stehen: "Nun seid ihr zu Uns gekommen, wie Wir euch zuerst erschaffen haben: Ah, ihr dachtet, Wir würden unsere Verabredung zum Treffen nicht einhalten!"

Und das Buch wird hervorgeholt werden, und ihr werdet die Sünder in großem Schrecken sehen, dessentwegen was in ihm ist. Sie werden sagen: "Oh! Weh uns! Was für ein Buch es ist! Es läßt nichts aus, weder groß, noch klein, sondern führt Rechenschaft über es!" Sie werden alles, was sie getan haben, vor sich gestellt finden: Und keinen wird ihr Herr ungerecht behandeln.
Es ist ein Gleichnis (Sure 18, Vers 45-49), Gott wirkt alles Leben und insbesondere auch alle Einsicht. Und eines Tages werden wir alle nackt auf einer Pläne stehen. Das ist ein Versprechen, uns zu erleuchten, daß wir unseren Körperbau sehen. Und in Bezug auf ihn den Wert unserer Taten. Damit wir das Rechte finden.

Wenn es soweit ist, werden wir die Erfüllung des Versprechens dieses Gerichts erflehen.

Gesellschaften verwirren sich, Gesellschaften werden entwirrt. Das leuchtet ein. Aber was ist mit uns?

Nun, wir sind Körper, Täter, Auge und Einsehender. Wir sind Anspruch und Wirklichkeit und deren Versöhnung durch Glauben. Wir machen uns nackt, um unser Maß zu finden. Und das kann ein jeder für sich erflehen, wie für die Gesellschaft insgesamt.

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16. August 2014

Das Spektrum des Lichts: ...im Schattigen

Die Perspektive ist hier die der nach Herrschaft strebenden Seelenteile, welche die zu beherrschende Welt bar jeder Qualitäten vorfinden, worauf sie gemäß ihrer Natur reagieren. Es geht hier also um die Art der Durchdringung der Dunkelheit, mit dem Anspruch, sie zu beenden.

Die Fälle der Herrschaft des Lichts und des Schattens wurden ja schon behandelt, wobei sich das Ergebnis der Herrschaft des Lichts über das Schattige aus der hiesigen Perspektive nicht wiederergibt, und auch nicht wiederergeben kann, da die schöpferische Kraft kein subjektives Empfinden besitzt.

8. Glanz im Schattigen: Zusammenhalten.

Im Dunklen halten sich die Ahnungsvollen an den Händen. Die Ahnung durchdringt die Dunkelheit durch Vereinigung.

16. Macht im Schattigen: Enthusiasmus.

Die Lust denkt: Die Welt ist leer? Prima, dann gehört sie mir! Sie durchdringt die Dunkelheit also durch (unbedachte) Aktion.

20. Harmonie im Schattigen: Kontemplation.

Hier hingegen das genaue Gegenteil, wo die Aktion fehlt, wird die Dunkelheit durch ihr Studium durchdrungen.

23. Wahrheit im Schattigen: Spalten.

Die Urteile hier beschreiben die Isolation des Vernünftigen in der Irrenanstalt, aus welcher nur zwei Wege herausführen:
  1. die Anführer der Irren suchen freiwillig den Rat des Vernünftigen, oder
  2. die Irren siegen auf ganzer Linie und richten sich selbst zu Grunde.
Die Sorge durchdringt die Dunkelheit also nicht aus eigenem Antrieb, sondern aufgrund ihrer Parteinahme für die Gesetze, welche die Welt beherrschen, das heißt auf Grund der ihr innewohnenden Wahrheit.

35. Größe im Schattigen: Fortschritt.

Die Urteile hier beschreiben einen Weg planmäßiger Akquisition. Wo die Vereinigung fehlt, wird die Dunkelheit im Alleingang durch planmäßige Akquisition durchdrungen.

45. Ewigkeit im Schattigen: Versammeln.

Im Gegensatz zum Zusammenhalten spielt in den hiesigen Urteilen die Neigung eine große Rolle. Wo die innewohnende Wahrheit also fehlt, durchdringt die Befreundung die Dunkelheit.
  • Die Lust durchdringt die Dunkelheit durch Aktion,
  • die Ahnung durchdringt die Dunkelheit durch Vereinigung,
  • die Sorge durchdringt die Dunkelheit durch die ihr innewohnende Wahrheit,
  • das Gegenteil der Aktion ist das Studium,
  • das Gegenteil der Vereinigung die planmäßige Akquisition, und
  • das Gegenteil des Wirkens der einem innewohnenden Wahrheit ist die Befreundung.

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Das Spektrum des Lichts: Schatten im...

Fehlt der äußere Einfluß des Lichts auf die einzelnen Seelenteile, so müssen sie sich zwangsläufig im Rückgriff auf ihr eigenes Licht in der Dunkelheit behaupten. Fehlt genau ein Seelenteil, so sollte die Lage auch durch das Fehlen seiner Behauptung gekennzeichnet sein. Schatten im Schattigen hingegen steht für die vollkommene Passivität, und der Schatten im Lichten wurde bereits im vorigen Beitrag behandelt, wobei sich das dortige Ergebnis auch aus der hiesigen Sichtweise wiederergibt, denn die Behauptung der schöpferischen Kraft in der Dunkelheit liegt darin, sich der Welt als ganzer anzunehmen.

2. Schatten im Schattigen: Das Empfängliche.

Es gibt nichts weiter dazu zu sagen.

7. Schatten im Glänzenden: Die Armee.

Die Urteile hier raten an, nach dem Rechten zu sehen und für es zu kämpfen. Die Behauptung der Achtung in der Dunkelheit ist also die Aufrechterhaltung der Ordnung.

15. Schatten im Wahren: Schlichtheit.

Schlichtheit ist nicht Bescheidenheit. Es geht nicht darum, sich zu bescheiden, sondern darum, in allen Angelegenheiten des Lebens eine klärende Disziplin an den Tag zu legen, um die Transparenz zu erreichen, von welcher ich bei Hexgramm 26 Wahrheit im Lichten: Die zügelnde Kraft des Großen gesprochen habe. Die Sorge behauptet sich also durch so verstandene Schlichtheit in der Dunkelheit.

19. Schatten im Ewigen: Zugehen auf.

Die Lage ist von allen Lagen hier am schwierigsten zu erkennen, aber letzten Endes geht es wohl darum, daß die Leute fröhlich in die Irre gehen, jedenfalls langfristig. Der Mangel an Schlichtheit führt zu Verwirrung.

24. Schatten im Mächtigen: Rückkehr.

Hier geht's um Entfremdung und Heimkehr zum Vertrauten. Die Lust behauptet sich in der Dunkelheit durch Verhaftung am Geliebten.

36. Schatten im Großen: Verdunkelung des Lichts.

Und hier geht es, gänzlich vorhersehbar, um die Auflösung der Ordnung, denn ein Mangel an Aufrechterhaltung der Ordnung führt zur Auflösung derselben.

46. Schatten im Harmonischen: Aufwärts stoßen.

Die Lage hier wird recht positiv geschildert, die allgemeine Situation verbessert sich, man kommt gar den Göttern nahe. Aber letztlich ist das lediglich die andere Seite der Medaille des Dem-Geliebten-verhaftet-seins.

Fassen wir wieder zusammen:
  • Lust behauptet sich durch Verhaftung am Geliebten,
  • Achtung behauptet sich durch Aufrechterhaltung der Ordnung,
  • Sorge behauptet sich durch Schlichtheit,
  • wo die Verhaftung fehlt, wirken prometheische Kräfte,
  • wo die Aufrechterhaltung fehlt, herrscht die Auflösung,
  • wo die Schlichtheit fehlt, endet es in Verwirrung.

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15. August 2014

Das Spektrum des Lichts: ...im Lichten

Wenn die schöpferische Kraft in Teilen der Seele weilt, zeigen sich die Wirkungstendenzen der jeweiligen Seelenteile.

Wird umgekehrt die schöpferische Kraft nach Maßgabe von Seelenteilen geformt, zeigen sich die Wirkungsmethoden der jeweiligen Seelenteile.

In ersterem Falle lautet die Frage: Was geschieht, wenn jene wirken? in letzterem: Wie können jene nur wirken?

In ersterem wird ihnen die schöpferische Kraft gegeben, in letzterem nehmen sie sie sich, der Vorstellung folgend, daß das obere Trigramm über das untere herrscht und es entsprechend beeinflußt.

Herrscht genau ein Seelenteil über das Licht, sollte das I Ching also dessen spezifische Stärke beschreiben, auf Grund derer er wirkt. Fehlt genau einer, so beschreibt das I Ching hingegen die Tugend, welche der Herrscher braucht, um seinen Mangel am nämlichen Seelenteil wettzumachen.

Für den Fall, daß der Schatten das Licht formt, ist eine Orientierung am Irdischen zu erwarten. Den Fall des Lichts im Lichten haben wir hingegen schon im vorigen Beitrag behandelt.

5. Glanz im Lichten: Abwarten.

Es geht in den Urteilen dieses Hexagramms um das Warten auf die gerechte Anerkennung. Die Wirkungsmethode der Achtung ist eben diese, die Anerkennung, gestützt auf die Macht der Zeit.

9. Harmonie im Lichten: Die zügelnde Kraft des Kleinen.

Hier sprechen die Urteile von einer Unmenge von Schwierigkeiten, welche den Erfolg verhindern, und raten zur Arbeit am Detail. Der Mangel an Bezwingung wird also durch die Tugend der Bescheidenheit wettgemacht.

11. Schatten im Lichten: Frieden.

Die Urteile sprechen dem Pragmatismus das Wort.

14. Größe im Lichten: Besitz in großem Maß.

Hier ist es recht schwierig, in Worte zu fassen, von welcher Situation die Urteile sprechen, aber sie raten Selbstachtung an, um den Mangel an Anerkennung auszugleichen.

Zu dieser Selbstachtung gehören etwa Großzügigkeit, Würde und Sich-nicht-gemein-machen.

26. Wahrheit im Lichten: Die zügelnde Kraft des Großen.

Und hier ist es recht schwierig, überhaupt zu erkennen, von welcher Situation die Urteile sprechen, doch glücklicherweise hat mich ein Orakelspruch, welchen ich in einer geschäftlichen Angelegenheit eingeholt habe, darüber aufgeklärt.

Es geht um die Schwierigkeiten beim überzeugen. Und das ist die Wirkungsmethode der Sorge, die Überzeugung, gestützt auf die Transparenz der eigenen Persönlichkeit, in welcher sich die Kraft der eigenen Argumente widerspiegelt.

34. Macht im Lichten: Die Macht des Großen.

Hier hingegen ist alles sehr einfach, die Urteile sprechen von der Bezwingung der Unterlegenen, und eben diese Bezwingung ist die Wirkungsmethode der Lust.

43. Ewigkeit im Lichten: Durchbrechen.

Im Gegensatz zur Lage hier, denn wenn sich die Lage hier auch klar erkennen läßt, so läßt sie sich doch wieder nur schwer in Worte fassen, man könnte sagen, es geht einfach zu viel schief.

Andererseits, wenn man sie auf die Tugend hin ansieht, welche den Mangel an Überzeugung wettmachen könnte, so läßt sich doch ein durchgehendes Thema auffinden, nämlich das der Kritik, insbesondere der Selbstkritik.

Die Einsichten hier sind wohl für die meisten nützlicher als die des letzten Beitrags:
  • Lust muß bezwingen,
  • Achtung muß anerkannt werden,
  • Sorge muß überzeugen,
  • wo Bezwingung fehlt, hilft Bescheidenheit,
  • wo Anerkennung fehlt, hilft Selbstachtung,
  • wo Überzeugung fehlt, hilft Kritik.

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14. August 2014

Das Spektrum des Lichts: Licht im...

Ich hielt den ursprünglichen Beitrag sehr knapp und sollte wohl eine Erklärung hinterherschicken.

Hier in diesem Beitrag seien die Hexagramme mit Himmel im oberen Trigramm genauer betrachtet.

Licht hatte ich als Sinnbild für die schöpferische Kraft gewählt. Wenn es in genau einem Seelenteil zu finden ist, sollte das entsprechende Hexagramm das Wesen der Wirkung dieses Seelenteils beschreiben, wenn es in genau einem Seelenteil nicht zu finden ist, sollte es das Wesen des Mangels an dieser Wirkung beschreiben und in den anderen beiden Fällen gestaltet sich die Lage eher langweilig (es ist überall, es ist nirgends).

1. Licht im Lichten: Das Schöpferische.

Wie gesagt, intellektuell gesehen eher langweilig.

6. Licht im Glänzenden: Konflikt.

Die Aussage des I Chings zum Seelenteil Achtung wäre also, daß, wo die Achtung rein wirkt, Wettstreit entbrennt.

10. Licht im Ewigen: Triezen.

Und wo die Sorge fehlt, geht es töricht zu.

12. Licht im Schattigen: Stillstand.

Der zweite, dieses Mal in jeder Hinsicht, langweilige Fall.

13. Licht im Großen: Gefährten.

Die Urteile zu diesem Hexagramm klingen schön, betonen aber die Gunst der Stunde, daß gerade unter den jetzigen Bedingungen etwas getan werden kann, weil die Führung stimmt.

Ich denke, die Aussage ist in der Tat, daß da, wo die Achtung fehlt, Ordnung Glückssache, also unstet, ist.

25. Licht im Mächtigen: Unschuld.

Wo die Lust rein wirkt, geht es kindlich zu.

33. Licht im Wahren: Rückzug.

Und wo die Sorge rein wirkt, löst man sich von der Welt.

44. Licht im Harmonischen: Das Zusammentreffen.

Das geschilderte Zusammentreffen ist ein fatales, die Torheit wird unterschätzt und wühlt den Frieden auf. Man könnte sagen: Dort wo die Lust fehlt, herrscht Nachlässigkeit.

Paßt doch.

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Ausdrucksloser Funktionalismus

Auch wenn dieses Phänomen gänzlich banal ist und sich nichts an ihm einsehen läßt, möchte ich doch einmal den Blick eines künftigen Kunsthistorikers einnehmen und den Geist der gegenwärtigen Ästhetik, insbesondere der gegenwärtigen deutschen Ästhetik, benennen.

Denn die gegenwärtige Ästhetik ist ein Beispiel deutschen Erfolges, getragen vor allem von der deutschen Automobilindustrie.

Während französische, britische und amerikanische Autobauer ihren Modellen einen erkennbar nationalen Anstrich verpaßten, und amerikanische es auch immer noch eingeschränkt tun, erkannten die deutschen, daß es gesellschaftlich angemessener ist, seine eigene Meinung für sich zu behalten, wie ja auch von Slogan-T-Shirts eine enervierende Wirkung ausgeht.

Die deutschen Autobauer begriffen Autos also als erste als alltäglichen Gebrauchsgegenstand, anstatt sie als Extravaganzen anzusehen, und das ist nicht nur grundlegend für ihren Erfolg, sondern bildete zugleich auch die Keimzelle eines neuen deutschen ästhetischen Bewußtseins, welches sich seitdem in allen künsterischen Bereichen durchsetzt.

Wenn man etwa die Beatles mit Frank Farian oder Dieter Bohlen vergleicht. Oder auch David Lynch mit Tom Tykwer.

Wie gesagt, das Phänomen ist banal, die Deutschen haben sich nach zwei verlorenen Kriegen schlicht ins Unverbindliche geflüchtet und erzielen damit seitdem große Marketingerfolge, welche bis zur Beherrschung des ästhetischen Zeitgeistes geführt haben.

Sie haben sich zum Handlanger eines anonymen Weltmarktes gemacht, welcher keinen einheitlichen kulturellen Hintergrund hat und dementsprechend auch keine kulturellen Subtilitäten versteht.

Dies mit einer gewissen Würde, einem gewissen Sinn für das unverbindlich Schöne zu tun, fällt allen, welche sich etwas Speziellem verbunden fühlen, ungleich schwerer, und so ist der deutsche Erfolg auch kein Zufall: Aus der Abnabelung vom Eigenen erwuchs das Gespür für das Allgemeine.

Das ist vielleicht der einzige Punkt, an welchem man innehalten kann und die Ironie des moralischen Gesetzes beschauen:
Wenn du eines and'ren Eigenart für unsinnig hälst,
pass' auf, daß er dich nicht den Unsinn deiner lehrt.
Aber das betrifft die anderen, der Deutsche kann aus all dem nichts lernen.

Einstige Kunsthistoriker werden hingegen sagen, daß die Deutschen vom Klassizismus über die Wirren der Romantik zum ausdruckslosen Funktionalismus fanden, womit die Deutschen ganz wesentlich für die fühlbare Uneigentlichkeit des postmodernen Lebens verantwortlich geworden sind.

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11. August 2014

Die vier Haltungen im Falschen

  1. Angriff: Das Falsche herausstellen.
  2. Ausharren: Beim Wahren bleiben.
  3. Rückzug: Sich mit dem konformen Wahren bescheiden.
  4. Überlaufen: Ins Falsche einstimmen.
Nur von der dritten Sorte von Menschen habe ich bisher nicht geschrieben, aber gerade diese verdeutlicht wie keine andere den Zustand einer Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit.

Ende der 80er Jahre bestand die Bescheidung noch im Rückzug in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit, heute hingegen im Rückzug in den aus dem zeitlichen Zusammenhang gelösten Augenblick.

Ich vermute, noch früher genügte der Rückzug in die öffentliche Bedeutungslosigkeit, aber was den weiteren Verlauf angeht, sehe ich keinen weiteren Rückzugsraum.

Und wo immer die Front verläuft, besteht die Möglichkeit der Bekehrung der im Falschen Lebenden, und zwar, je nachdem, durch Rückzug ins Private, Rückzug in die Rolle eines unbeteiligten Beobachters oder heute eben Rückzug in einzelne Momente.

In ersterem Falle kann ein Bekehrter der Gesellschaft noch aktiv dienen, in zweitem sie noch passiv stützen, aber heute?

Die Gesellschaft hat keine lichten Räume mehr, jedenfalls keine gesellschaftlichen, Licht gibt es unter ihrer Lehre nur noch im Subjektiven, und damit wird es zum Fluchtpunkt, eine Art antisoziale Verführung, welcher nachzugehen auch ein Gefühl der Sünde hervorruft.

Und damit ist die Verkehrung vollendet.

Nun, die Bekehrten werden so schon mit der Nase auf ihre einzige Hoffnung gestoßen, aber der Weg aus dem Morast führt senkrecht nach oben. Indes, es ist der richtige Rahmen, um darin zu verzweifeln.

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10. August 2014

Nicht schwerer, als es ist.

Glaube auch in der widrigsten Lage,
aber suche eine dich unterstützende.

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Moonraker audio commentary (highlights)

Es sprechen: Lewis Gilbert (L.G.), William P. Carlidge (W.P.C.), Michael G. Wilson (M.G.W.), Christopher Wood (C.W.) und Michael Lonsdale (Drax).

11:15 L.G. She was quite pretty, wasn't she?

12:15 W.P.C. Oh yes! They're still doing it, by the way.

14:00 M.G.W. This is where we get the idea that there are beautiful women in Bond films. Do you remember that?
L.G. Yeah.
W.P.C. What you mean there hadn't been any before?
M.G.W. Well, the idea that they are all over the place.
L.G. Yes.

15:00 M.G.W. May I press you to a cucumber sandwich? was one of your... I haven't quite figured out what that means, but I guess you...

15:30 M.G.W. She had a nice decolltage.
L.G. Yes.

16:35 C.W. Holly Goodhead is of course an invented name in a long, you know, category of Pussy Galore et cetera?
W.P.C. In a good tradition.
C.W. Exactly.
W.P.C. Of subtle names.
C.W. Right.

22:00 C.W. We now approach my most hated line in any Bond movie for which I even haven't got a hell of a response, because it was changed, a terrible line when she says: I never learned to read.
W.P.C. What did you write then?
L.G. Such a cheerful line!
C.W. What matter!

25:10 L.G. What I think is really incredible about James Bond films, in most countries in the world, because they are dubbed into a different language, they think it's their... their... you know, they think he's for instance German or whatever.

29:05 L.G. But I remember these dogs as being not as good as they seem to be now.

30:10 L.G. Shame we cut away.

30:55 L.G. She was very pretty, the Polish girl.

32:30 C.W. (annoyed) She's a pretty girl.
L.G. (guilty) Oh damn, yes. Very sweet girl.

33:45 W.P.C. I don't just speak as the male species, we  all quite like Bond as a bit of a male chauvinist, don't we?
L.G. Oh, absolutely, I mean, that's what he was and...
W.P.C. That's what he should be, really.
L.G. Yeah.

44:30 M.G.W. We had a lot of alternative lines here, didn't we? He had an ear for music.
C.W. I wanted to used that so much.
M.G.W. Play it again, Sam. was the final choice. Hmm.

52:00 L.G. She was very pretty, wasn't she?
W.P.C. Yes, Emily...
L.G. Bolton.
W.P.C. Bolton, yes.

1:03:40 W.P.C. This was Christopher Wood's romantic touch.
C.W. Wheel of fortune.

1:04:10 L.G. She's lovely this girl though, isn't she? She's so sweet!

1:18:10 L.G. She was attractive, the red headed girl.
C.W. She was great!

1:18:20 M.G.W. So you got all the girls in this shot, huh, Lewis?
L.G. Yuh.
W.P.C. They all appear, together. They don't do a lot, but they all appear.
C.W. Damn right.

1:18:40 L.G. She was attractive.

1:30:10 L.G. What is going on here?
M.G.W. We should ask the director what is going on here.
L.G. Yes, oh no, I remember now, they were taking them up to get a perfect race. Some kind of a Hitler stuff, yuh, of course.

1:36:00 C.W. There's a valuable lesson for mankind in this film! People got to live together, you know?

1:36:15 Drax ...and know that there is law and order...
C.W. Exactly!
W.P.C. This is sort of a classic Bond, isn't it? The heavy's got to be definitely a complete, absolute loony.
C.W. (bemused) What?

1:41:25 C.W. The splendor of my conception!

1:41:45 L.G. What about all their families?
C.W. Well, you can't make an omelette without breaking eggs, Lewis.

1:42:30 Drax And you, Dr. Goodhead, your desire to be America's first woman in space will shortly be fulfilled.
M.G.W. Oh, Christopher! Love it, love it.

1:53:10 L.G. Did he know that everybody called him Jaws?

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9. August 2014

Brüderliche Erziehung

Macht schafft Mitläufer,
Ohnmacht Partner.

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Ein einfacher Blick auf die Welt

Was da ist, nennen wir es Körper.

Wenn sich etwas an ihm ändert, nennen wir es eine Empfänglichkeit eines Körpers.

Und das, was ein Ungleichgewicht zwischen einer Empfänglichkeit verschiedener Körper in ein anderes Ungleichgewicht zwischen ihnen überführt, nennen wir es eine Beseelung.

Körper sind dann kombinierte Seelenzustände, die Gesamtheit aller Seelenzustände einer Empfänglichkeit bildet einen Seelenteil und eine Beseelung beherrscht diesen.

Dabei kann es allerdings geschehen, daß ein Seelenzustand verschiedenen Empfänglichkeiten unterliegt, daß sich also mehrere Ungleichgewichtsüberführungen überlagern.

Ansonsten aber haben wir nichts Abweichendes zu erwarten, denn nur Unruhe gebiert Unruhe und insbesondere ist uns alles nur zu dem Grad bekannt, zu dem es nicht ruht, da Wahrnehmung einen Wechsel äußerer Unruhe zu innerer voraussetzt.

Helligkeit und Wärme sind solche wandelbaren Seelenzustände, und Radiation, Konvektion und Diffusion sind Beseelungen heller und warmer Körper, wobei nicht jeder solche Körper für jede dieser Beseelungen empfänglich ist.

Die Hebung und Senkung des Wassers ist ein anderer Seelenzustand, und dh/dt = -dh/dx beschreibt die Überführung der entsprechenden Ungleichgewichte. Offenbar sind alle physikalischen Differentialgleichungen von dieser Art (haben keine konstanten Terme), es folgt aus der Bemerkung zur Unruhe.

Nun, was den Menschen angeht, die Lust besselt ihren Seelenteil und so auch Achtung und Sorge, in unserer Seele sehen wir sich also unser Gemüt bewegen, wie draußen die Welt.

Interessanter ist aber diese Betrachtung.

Die Lust erhält den Körper, die Achtung lenkt ihn in der Gesellschaft nach dem Prinzip der Überführung von sozialen Ungleichgewichten und die Sorge wählt die Art dieser Überführung.

Eine Metapher Gottes, ja mehr noch, ist die Lust nicht Teil des die Welt schöpfenden Geistes, die Achtung Teil des die Welt lenkenden und die Sorge Teil des die Welt wählenden?

Wer kann verstehen, daß wir nach dem Bild Gottes geschaffen sind, wenn ihm Metaphern fremd sind?

Dies ist das östliche Denken. Es wurzelt in Strukturgleichheit. Es ist nicht elaboriert, es ist vertiefend, gibt recht wörtlich dem scheinbar Oberflächlichen die Tiefe des Bezugs zur unergründlichen Wurzel analoger Erscheinungen.

Aristoteles hat viel getan, um es aus der Welt zu schaffen, ich hoffe, ich meinen Teil, um es zurückzuholen.

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8. August 2014

Von den haltungsbestimmenden Ahnungen

Das Tier hat, poetisch gesprochen, eine artbestimmende Ahnung seiner selbst, und konkret, einen Ahnungsschatz, welcher seine Verhaltensmuster bestimmt.

Seinen Ahnungsschatz hat der Mensch auch, aber eine artbestimmende Ahnung seiner selbst gibt es nicht, und zwar weil seine Sorge sich mal dieser und mal jener Ahnung zuwendet, darauf bedacht, ein logisch stimmiges Ganzes aus ihnen zu formen.

Nichts anderes ist die Arbeit an der eigenen Haltung, wobei die wesentlichen Aspekte, welche ein Mensch in sein Verhalten aufnehmen möchte, die Dienste am Wesentlichen, Mächtigen und Schönen sind.

Letzteres wird selbstverständlich geahnt, das Schöne etwa in der Langeweile, auch Muiße genannt. Die Ahnung der anderen beiden ist heutzutage seltener: Das Mächtige ließe sich leichter ahnen, wenn wir in den Menschen dieselben Kräfte wirken sähen, und das Wesentliche, wenn uns der Umstand unseres Bewußtseins rätselhaft erschiene.

Letztlich führen diese beiden zu den transzendenten Akten, den zurücksetzenden und den fortschreitenden. Und die transzendenten Akte der ideellen Ebene, des Glaubenszykels, entspringen der Ahnung der Umschöpfung.

Streng genommen sollte man vielleicht nur die den fortschreitenden Akten zu Grunde liegende Ahnung eine der Umschöpfung heißen, aber wenn man die Ausdruckskraft bewußter Existenz als solcher ahnt und sich ihr unterwirft, wird man, unabhängig davon, ob man es ahnt, auch umgeschöpft.

Über die Schattenseiten der Ahnung der Umschöpfung im engeren Sinne sprach ich im letzten Beitrag. Aber in welcher Richtung liegt das Licht?

Ich denke, das Licht liegt stets in der Richtung der Frage, was für ein welcher wir werden müssen. Unsere Bahn ist aber nicht schnurgerade, sondern prallt an unseren Grenzen ab: Einen Teil müssen wir aufgeben, an einem anderen festhalten.

Ich bin nicht so der schnitzende Typ, eher der aufsaugende, aber ich mußte doch das Schnitzen beginnen, in Grenzen. Und auch wenn ich nicht so der bestimmende Typ bin, muß ich auch das in Grenzen beginnen. Weder kann man sich selbst unbestimmt lassen, noch andere: Eine natürliche Entwicklung hin zur Starre.

Indes, entscheidend ist eine Umschöpfung nur, wenn sie das menschliche Verhältnis zur Welt ändert, was aber nur dann passiert, wenn dasselbe dem eigenen Sein im Wege steht - eine im wahrsten Sinne überpersönliche Not.

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6. August 2014

Erscheinungsweisen als antipodische Ahnungen

Die Eindrücke abgezählter Themen einerseits und erscheinender Themen andererseits sind einander sehr ähnlich. Bei ersteren wird das jeweils nächste Thema geahnt und bei letzteren?

Eine antipodische Erscheinungsweise kann, und sollte wohl auch, als Ahnung der jeweils antipodischen Themen verstanden werden. Die antipodische Besinnung ist dann schlicht der Übergang zum Erahnten.

Für Erwartungen heißt das, daß ein antipodisch Erscheinendes geahnt wird, und zwar in Bezug auf das durch den Eintritt ihrer, ebenfalls antipodisch erscheinend beschriebenen, Bedingungen erweiterte Bekannte.

Übrigens, Erwartungen nehmen natürlicherweise zwei Formen an.
  1. Wenn-Bedingung
  2. Weil-Bedinung
Erstere gelten für jeden Zeitpunkt, an welchem die Bedingung erfüllt ist (abgeleitet von wann), letztere für die Gegenwart (abgeleitet wohl von derweil). Diese Unterscheidung ist von überzeitlichem Nutzen, da bestimmte Bedingungen stets erfüllt sind. In dem Fall also: Ich erwarte, weil..., sonst: ..., wenn....

Die Besinnung auf das Gute kann hilfsweise durch die Frage, was wir von einem Menschen, welcher sich in einer guten Lage befindet, erwarten, geschehen. Beruhen tut sie aber auch dann auf der Ahnung der Umschöpfung, ausgesprochen in der Erwartung, daß jedes Wesen, welches sein Sein erfährt, an ihm verantwortlich sein wird. Denn aus dieser Ahnung speist sich der Trieb, Gutes zu tun. Vielmehr, das Faktum der Beschwörung erzeugt erst die Kategorie: Wir werden sein, was wir für uns wählen, und alles, was dort auf uns wartet, ahnen wir.

In diesen Zusammenhang gehören die Träume zu fliegen. In ihnen problematisieren wir unsere Glaubenstreue. Wenn wir beim Guten bleiben, fliegen wir, blicken wir nach unten, und bekommen wohl Angst, stürzen wir ab.

Da unten mag die Hölle warten, oder tierische Ahnungen, oder auch nur die Isolation glaubensloser Weiblichkeit (Fürchtet Begonien!)

Oder auch die Unterwerfung unter eine Formel.

Das Licht selbst ist ungeformt. Und so muß es gesucht werden, um in ihm zu bleiben und es zu verkörpern, selbst wenn es nichts Neues unter der Sonne gäbe: Alles hat seinen Wert von Gott, in jedem Augenblick.

Gott gehört die Auslieferung, seinen Werken die Unterwerfung und deren Werken wiederum die Liebe.

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4. August 2014

Das Jesusgebet

Κύριε | Ιησού Χριστέ | ελέησόν.

Anapaistos, Diiambos, Bakcheios,

oder, nach meinem Dafürhalten,

Tusch, Anker, Auslauf.

Die Frage darf erlaubt sein, ob es bei 'zigtausendfacher Wiederholung auf die Worte oder auf den Takt ankommt.

Го́споди | поми́луй.

Daktylos, Bakcheios,

oder

Bann, Auslauf.

Ich würde sagen, der Takt ist Programm. Die Griechen zelebrieren die Unverrückbarkeit Gottes, des gepriesenen, immer wieder auf's Neue waltenden Prinzips, wohingegen die Russen das Walten des Unbegreiflichen, des Ursprungs zelebrieren, wobei der Auslauf in beiden Fällen für das Walten steht.

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Von der kulturellen Bedeutung von Ahnungen

Ich sagte, das Tier ahnt, der Mensch dient. Doch der Mensch ahnt natürlich auch, oder sollte es wenigstens, das heißt, seine Menschlichkeit.

Die Menschlichkeit des Menschen besteht aus dem, was er ist, Lust, Achtung und Sorge, den Teilen seiner Seele, und aus deren Stellung im Ganzen, ihrer Beziehung zu ihm durch die transzendenten Akte.

Dies ist zu ahnen, darin besteht eine wichtige Aufgabe hier auf Erden. Wir werden sein, was wir ahnen, wie ein Wolf sein wird, was er ahnt, und was man auf einen Schlag durchschaut, wenn man ihm in die Augen blickt.

Aus menschlicher Sicht ist er besessen, weil Menschen, welche die Ahnung eines Tieres in sich aufnehmen, besessen sind. Sie gehören ihr, sozusagen. Und es hat schon menschliche Kulturen gegeben, in welchen Menschen die Ahnung ihrer selbst gegen Ahnungen von Tieren eingetauscht haben.

Heute allerdings zeichnet die Menschen Ahnungslosigkeit aus, sie ahnen nichts, weder in sich, noch in Tieren.

Wenn sie also auch nicht besessen sind, so sind sie doch etwas anderes, ähnlich schlimmes, nämlich verstoßen: Wer hier nicht zu Hause ist, hinterläßt auch nichts, nichts hat er geschaffen und nichts wird er schaffen.

Und umgekehrt, wo nichts ist, da ist auch niemand zu Hause. Die Ahnung erst gibt uns den zu bestellenden Acker in die Hand, und die geahnte Menschlichkeit erlaubt erst Gebet und Gründung der Haltung.

Wir müssen nur nehmen, was frei gegeben, wenn einmal erkannt.

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1. August 2014

Was eigentlich bedeutet Sens in Konsens?

Die Medien benennen ihre Funktion gerne als Konsensstifter.

Daran ist vieles klar, aber nicht alles.

Medien: Vermitttler.
Kon: zusammen.
Sens: ?

Ich fürchte fast, die Definition, welche die Brüder verwenden, ist: Alles was im Kopf steckt.

Sollte das so sein, könnte man sie auf Knopfdruck implodieren.

Man muß nur wissen, welchen Knopf man drücken muß.

Ich schrieb es schon im letzten Beitrag, das Wesen der Medien wandelt sich, hin zur Gestaltung und Ergründung des Gewissens.

Der diesbezügliche Konsens ist durchaus notwendig. Und wenn in unserer Gesellschaft die Medien für jegliche Form des Konsenses verantwortlich sind, dann auch für ihn.

Nur daß Konsensfindung im Bereich des Gewissens nicht durch Vermittlung gelingen kann.

Geht nicht, wird immer in Barbarei münden, man hat nur die Wahl zwischen zwei gleichschlechten Szenarien.

Das Problem ist folgendes. Der ethische Grundsatz schlechthin ist, daß man durch seine Taten keine Welt wählen sollte, in welcher man nicht leben möchte.

Gut, da gibt es einmal das Problem unvereinbarer Vorstellungen, aber ja nicht überall. Meistens läßt sich eine Übereinkunft finden, und da ich hier einen Unmöglichkeitsbeweis führen möchte, muß ich natürlich die günstigsten Bedingungen annehmen.

Aber selbst unter den günstigsten Bedingungen kann keiner rational erklären, warum zur Vermeidung dieser oder jener Welt diese oder jene Unterlassung absolut zwangsläufig ist.

Da wären wir wieder bei der Sure Die Höhle und der Geschichte von Moses' Unzulänglichkeit.

Die rechte Wahl läßt sich nicht durch Gesetze lehren.

Aber was heißt das für den Ansatz der Vermittlung?

Der konsensuelle Vermittler kann seine Rolle nur ausfüllen, wenn die beiden Parteien, zwischen denen er vermittelt, durch ihre Auseinandersetzung mit einander zu einer Übereinkunft kommen.

Im Bereich des Gewissens heißt das konkret, daß sie sich in einer bestimmten Angelegenheit entweder beide zusammen schuldig oder unschuldig fühlen.

Aber die Schuld ist nur ein Gefühl, welches keiner auf eine rationale Basis stellen kann. Was wird also passieren, wenn einer sagt: Und ob du schuldig bist, wenn du das machst! und der andere schlicht: . denkt?

Werden die beiden zu einer Übereinkunft kommen?

Konkret wird es dabei meistens darum gehen, daß einer in einem bestimmten Verhalten ein unüberwindbares Hindernis sieht und ein anderer nicht. Und weder kann man in diesem Konflikt auf den Zartesten, noch auf den Gröbsten hören.

Was man einzig machen kann, ist, alles genau durchzudenken, und anschließend zu predigen. Aber selbst dann werden der Zarteste und der Gröbste ihre Vorstellungen nicht aufgeben. Die Vermittlung scheitert prinzipiell.

Man muß vielmehr alle Dissidenten irgendwie eingliedern, den Gröbsten hierhin leiten, den Zartesten dahin.

Mit anderen Worten, die einzige Lösung des Problems des Gewissenskonsenses ist eine der autoritären Anmaßung: Großväterchen weiß schon, was am besten für dich ist.

Und im Falle der Medien heißt das folgendes. Entweder sie lassen diese Anmaßung nicht zu,  dann versinkt die Gesellschaft im Chaos, oder sie lassen sie zu, in welchem Falle es aber die stärkere Fraktion sein wird, welche sich anmaßt, und nicht die Medien selbst, und die schwächere Fraktion so lange traumatisiert, bis sie sich aus Angst schuldig fühlt, wenn es von ihr erwartet wird.

Täten die Medien irgendetwas anderes, wären sie keine Vermittler mehr.

Wer dies also versteht, und das System der Brüder zu Fall bringen will, muß nichts weiter tun, als einen Gewissensgegensatz zu erzeugen.

Es gibt verschiedene Weisen das anzufangen, aber am Ende wird es ungemein helfen, wenn die Lage bedrohlich und verworren erscheint.

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Ein Pressevergleich

Die FAZ hat heute einen großen Artikel gebracht, daß die Republikaner Obama anklagen (sic) wollen - und die Washington Post schon vor zwei Tagen einen, daß die Republikaner das (im Sinne von to impeach) dementieren.

Wozu hat man Auslandskorrespondenten...

Nun, wenn schon das derartige Schwierigkeiten bereitet, darf man sich an anderer Stelle auch nicht wundern.

Freilich, heute hat die Washington Post nachgelegt, indem sie darauf verweist, daß Boehner nicht sagen mag, daß die Anklage (im Sinne von to impeach) des Präsidenten keine Option sei. Pläne gibt es keine, aber eine Option ist sie. Und in China fällt ein Sack Reis um. Für die Presse indes - und wohl auch für Obama - ein gefundenes Fressen.

Was den Stil betrifft, der Journalist als Gesinnungsschnüffler des Präsidenten, Sie würden so etwas doch niemals tun, oder nicht? Das ist doch völlig undenkbar, oder nicht? Oder können Sie es etwa denken?, kann man wohl nicht viel tiefer sinken - oder doch, wenn man die zynische Falschdarstellung in der FAZ samt einkalkulierter Empörung der Leserschaft ob solchen Ansinnens zur Kenntnis nimmt.

Ein Einzelfall?

Wohl nicht. Aber was sind Journalisten eigentlich für Menschen?

Oder ist es schlicht bedingungslose Liebe zu Obama, wie sie sich ja auch schon bei der Vergabe des Friedensnobelpreises an ihn vor seiner Amtszeit zeigte?

Wohl nicht.

Gut, reiten wir nicht länger darauf herum, auch wenn es tief blicken läßt, und kommen zu einem anderen amüsanten Vergleich, nämlich FAZ und Izvestia.

Was eigentlich ist die veröffentlichte Meinung dort zum Geschehen rund um die Ukraine?

Ich kann zwar kein russisch, aber man kann die Schlagzeilen ja einfach bei Google Translate eingeben, und wenn's sein muß auch ganze Artikel.

Nun, dort stellt sich die Sachlage in etwa wie folgt dar:
  • Putin ist zögerlich.
  • Es kann Rußland aber wenig bringen, passiv zu bleiben.
  • Obwohl, vielleicht will Kerry ja doch noch verhandeln.
  • Das Yukosurteil ist schlimm, aber vielleicht führt es zu befriedigenden Verhandlungen mit der EU.
Und wenn man die FAZ liest, sieht es so aus:
  • Putin muß gestoppt werden (dem Sinne nach, der SPIEGEL war da einfach prägnanter).
  • Jetzt, wo Rußland die Pistole auf der Brust spürt, wird es hoffentlich stehen bleiben.
  • Und hoffentlich wird es dann zur Vernunft kommen und das bestehende Recht achten.
  • Das Yukosurteil ist eine zusätzliche Belastung, aber vielleicht findet man noch eine einvernehmliche Lösung.
Ich will mich hier nicht mit der Frage aufhalten, wie man richtig pokert. Mich interessiert vielmehr, was die Herren Journalisten glauben einzusetzen.

Unsere Leser stehen hinter uns?

Also, ich weiß nicht. Vollständig heißt der Satz ja nicht: Unsere Leser stehen hinter uns., sondern: Unsere Leser stehen hinter uns, wenn die Verhandlungen scheitern.

Und da schaue man sich diese beiden Darstellungen doch einmal an. Rußland meint, aktiv werden zu müssen, wenn die andere Seite nicht verhandeln will, und Deutschland meint, es gäbe nichts zu verhandeln, sondern die Russen hätten ihre Aggression einzustellen, dann könne auch der Frieden bewahrt werden.

Das soll wahrscheinlich etwas nach Poker aussehen, aber das ist doch keiner.

Alles, was die EU zu sagen hat, ist: Schnauze, wir ziehen unser Ding durch. Je weniger ihr zappelt, desto schmerzloser ist es. Und Rußland sagt: Vorsicht, die ziehen ihr Ding durch. Je weniger wir uns wehren, desto dicker kommt es.

Etwas anderes kann ich beim besten Willen nicht in die Positionen hineinlesen. Auf der Grundlage wird es mit Sicherheit keine Einigung geben.

Und was tun die Journalisten damit?

Sie erschweren Verhandlungen und stärken die Kriegsmoral, auf beiden Seiten, sonst nichts.

Wiederum, was sind Journalisten für Menschen?

Sie haben die Rolle von Priestern übernommen, reden statt in der Kanzel stehend hinterm Schreibtisch sitzend. Freilich haben Priester einst durch ihre Rede Krieg und Frieden vorbereitet. Aber immerhin waren sie organisiert und hatten eine anständige Bildung erfahren. Ich sehe nicht, wie auch nur ein Journalist ernsthaft glauben kann, er wäre ihnen gleichwertig und zu denselben Taten befugt.

Es ist wirklich ein Rätsel.

Übrigens, nur so nebenbei, angenommen Baden-Württemberg hätte sich Frankreich angegliedert, und jetzt sagten die Leute in Schwaben (Bayern), sie wollten das auch tun, und in Berlin würden daraufhin Leute: Tod den Parisern! anfangen zu rufen, und beschrieben damit die allgemeine politische Stimmung...

Also, mich würde das schockieren. Wenn das in Deutschland passieren würde... ich hätte nicht recht Lust, Angriffe auf Augsburg zu fliegen.

Und was wohl unbeteiligte Augsburger dächten?

Es ist schon seltsam mit den Menschen. Andererseits, Caligula vergewaltigte die Frauen seiner Leibwächter. Ich weiß jetzt nicht genau wie lange, aber eine Weile ging selbst das noch gut.

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