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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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15. Juli 2012

Die Zeit der Reife

Die Zeit der Ernte und die Zeit der Reife sind bei Früchten dieselbe, es werden nur unterschiedliche Aspekte betont.

Gerne nennt man etwas, welches aus etwas anderem erwuchs, dessen Frucht. Und wenn man so redet, dann spricht man dabei auch gerne von der Zeit der Reife dieser Frucht, welche zugleich ja auch die Zeit der Ernte dieser Frucht ist. Aber wenn einer diese Zeit nun die Zeit der Ernte nennte, muß man dann sicher davon ausgehen, daß er meinte, daß derjenige, welcher die Frucht wachsen ließ, kommt, um sie zu ernten?

Viele würden davon ausgehen, gewiß. Aber daß viele sich irrten, wäre nichts Ungewöhnliches.

Augustinus verstarb 430 A.D., ein Jahr, nachdem die Wandalen nach Afrika übersetzten. In seinem Hauptwerk, DE CIVITATE DEI, beschreibt er eine Gesellschaft, welche sich in Frieden auf ihren vergangenen Leistungen aufbauend stetig bis zu jenem Tage vervollkommnet, an welchem Gott kommt, um sie zu sich zu holen.

Nun kann man bei den Wandalen auch bei wohlwollender Betrachtung sicher nicht von Menschen sprechen, welche dieses Vorgehen sonderlich hoch geschätzt hätten.

Augustinus starb von der Geschichte widerlegt.

Aber dann keimte sein Same doch noch und brachte Karl den Großen hervor und mit ihm die Frucht der abendländischen Kultur. 370 Jahre waren seit Augustinus' Tod bis zu Karls Kaiserkrönung vergangen. Und die Zeit der Reife seiner Frucht, nun, wie das mit Früchten so ist, sie gewinnen durch ihre Überreife ja oftmals noch an Interesse, mag 1776 erreicht gewesen sein.

Ist Augustinus da gekommen, um sie zu ernten?

Nicht, daß ich wüßte.

Was erwartet die Christenheit?

Ihre Reife. Die Offenbarung sagt es auch. Aber wird sie geerntet werden, wenn sie reif ist?

Die Offenbarung spricht von einem Kubus mit zwölf runden Eingängen, welcher auf der Erde landen wird.

Voilà, das Neue Jerusalem.



Wie man sieht, wurden wir bereits auf es vorbereitet, allerdings nicht gerade so, daß wir der Ernte freudig entgegen fieberten.

Aber seltsam ist es doch, daß der Aufwand betrieben wurde. Nun, wie ich schon sagte, nichts Ungewöhnliches ist es, wenn viele sich irren. Daß das Neue Jerusalem als Borgschiff verhöhnt wurde, und dies auch noch aus einem Geist der Auflehnung heraus, soll hier nicht als Beweis dafür gelten, daß es ein Raumschiff ist, welches kommen wird, um die Christenheit abzuholen, dabei voraussetzend, daß Luzifer den Seinen dies eingeflüstert hätte und er es ja wissen muß. Ach ja, und daß er nicht lügt.

Wie endet die Offenbarung eigentlich?

Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil von Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.

Also wer das mit dem Neuen Jerusalem unterschlägt, der darf nicht mit, aber wer sich selber was ausdenkt, der wird gequält werden, bis er sich den Tod wünscht.

Leichte Asymmetrie.

Man könnte ja fast schon von einer Gebrauchsanweisung sprechen.

Aber verlieren wir über all diesem Ungewissen nicht das Gewisse aus dem Blick. Die Reife der Christenheit muß sich erst noch erfüllen.

Und zumindest ich bin mir dessen sicher, daß sie es auch wird. Und zwar bald. Nichts anderes verkündet die Offenbarung durch die Zeichen, welche sie beschreibt. Ihre Unreife zu erkennen und zur Reife zu streben, dies ist das Gesetz der Christenheit in diesen Tagen, und sie wird ihm folgen. In der Not wird sie sich zu ihrer wahren Größe aufrichten. Eine Größe, welche sich nicht nur nach außen richtet, sondern auch nach innen.

Einzig, wenngleich die Offenbarung auch dieses und jenes zu diesem Übergang sagt, welches ich verstehe, so weiß ich doch nichts Konkretes.

Das Bewußtsein, gleichsam wie ein Molekül in einem durch Eiseskälte stratifizierten Kern an einem Prozeß teilzuhaben, welcher weit über das eigene Leben hinausgeht, ist ein gewöhnungsbedürftiges. Letztlich, das zeigt Augustinus' Beispiel, gibt es keine subjektive Adäquanz, kein Mensch kennt seine geschichtliche Bedeutung,

Dies alles wäre weniger außergewöhnlich, ja nur ein weiterer, natürlicher Aspekt unseres Daseins, wenn es nicht vorhergesagt worden wäre. Dieser Umstand, dieser Umstand allein, gibt der ganzen Angelegenheit etwas Jenseitiges.

Indes, vielleicht mache ich aus einer Mücke einen Elephanten. Was heißt es denn nur? Daß bestimmte Dinge vorgedacht wurden und sich unter den geeigneten Umständen immer jemand findet, um sie weiter zu denken. Das Erstaunliche dabei ist einzig, daß der Vordenkende eine Ahnung von den Umständen haben mag, welche geeignet für die Konkretisierung seiner Gedanken sind.

Nehmen wir das Fernsehen als Beispiel. Es wird in der Offenbarung erwähnt. Wenn ich nun dächte, daß erst, wenn die Menschen uniforme Erfahrungen machten, die Zeit gekommen wäre, in welcher sie die Wahrheit über sich selbst in der Masse aufnehmen und bewahren könnten, was ja kein abwegiger Gedanke ist, da eine Gemeinschaft eine umso umfassendere gemeinsame Weltanschauung besitzen kann, desto mehr sie sich unter einander austauscht, dann käme ich vielleicht schon darauf, daß die Taten und die Erscheinung des ersten Tieres von einem zweiten vor allen Menschen wiederholt werden müssen.

Nun, es ist nicht unmöglich, nicht wahr?

Andererseits ist das eine Art Flucht aus dem Zusammenhang, in welchem man steht, und welcher durch eine Prophezeiung ja lediglich verstärkt wird, denn wenn die Zukunft auch nicht gesehen worden sein sollte, so ist sie jedenfalls auch nicht direkt erraten worden, daß sich eine Idee dereinst verkörpern wird, das spürt man ja. Und was die Brillanz des obigen Gedankens angeht, dazu ist unser Geist, wenn er träumt, durchaus in der Lage.

Das Faktum der transzendenten Verbindung bleibt. Unsere Gedanken gehen nicht verloren, wenn sie Ideen aufdecken. Was sie dort verbinden oder trennen, das wird dereinst verkörpert. Man kann auch sagen, eine Melodie, welche Gott einmal im Ohr hat, wird vervielfacht wiederkehren.

Nun, und es ist jetzt soweit für die Christenheit.

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27. September 2012

Zur Historizität bei Spengler

Spengler stellt der ahistorischen Betrachtung der Gegenwart die historische Betrachtung der Vergangenheit und Zukunft gegenüber, ohne einzusehen, daß dieser Gegensatz der Gegensatz zwischen der Betrachtung der Welt als Wille und Vorstellung ist.

Hätte er das eingesehen, so wären viele seiner Konzepte in sich zusammengefallen, deshalb erwähne ich es hier auch.

Wenn wir die Welt betrachten, so fassen wir sie entweder als äußere Einkleidung von uns Gleichem, aber Abgeschiedenem auf oder aber als etwas Fremdes, wobei sich beim Fremden die Frage nach einem subjektiven Kern aufgrund mangelnder Erkenntnis erübrigt.

Es gibt keine weiteren Möglichkeiten, und diese beiden Möglichkeiten sind auch nicht gleichwertig, sondern unterscheiden sich in ihrem Anspruch, die Welt zu erklären. Und wie immer, wo das der Fall ist, üben jene, welche den höheren Anspruch stellen, Druck gegenüber jenen aus, welche, ob nun gewollt oder ungewollt, dazu beitragen könnten, daß sich dieser Anspruch auflöst.

Daher die Sorge der Griechen um die endliche Welt. Das Erschauern in Ansicht der unendlichen Weiten ist exakt das, was die Griechen vermeiden wollten. Wer sich beispielsweise die goldenen Verse des Pythagoras durchliest, findet dort den bedingungslosen Willen sich einem Ideal zu unterwerfen, so lange an seiner Haltung zu feilen, bis man es unerschütterlich verkörpert. Ein Stern am Himmel zu werden, eine mythische Gestalt.

Den Griechen war klar, daß Gedeih und Verderb aus dem Willen der Menschen entspringen, sich die Welt untertan zu machen, ihr die eigenen menschlichen Vorstellungen aufzuprägen. Deshalb steht bei ihnen der Mensch im Zentrum, weil er es ist, welcher alle menschlichen Werke wirkt.

Die zentralen Herausforderungen eines griechischen Lebens bestehen darin, aus sich herauszukommen, sich als Streiter für ein Prinzip zu etablieren und die eigene Zuversicht zu bewahren. Äußerungen einer arischen Kriegerkultur, wobei der zweite Schritt der spezifisch arische ist.

Die ehrfurchtheischenden Naturgewalten, sie sind der erste Feind, das, was es unternimmt, den Menschen auszulöschen, das, wem man unerschrocken entgegentreten muß.

Die Griechen verstanden sehr wohl die Zeit, aber ihre Grundhaltung zu ihrem Dasein, daß sie sich erweisen mußten, strafte sie, indem sie zur Anschauungsform degradiert wurde, überall mit Mißachtung. Das Sein ist nur in der Gegenwart, und die Gegenwart ist nicht in der Zeit, sondern die Zeit ist im Bewußtsein und damit in der Gegenwart.

Natürlich kann man dies betrachten und sagen, daß man auf diese Weise schlicht ein Verständniswerkzeug ausschaltet, aber diese Dämmung hat einen tieferen Sinn, nämlich zu verhindern, daß das grelle Licht der Anschauung der Welt die Erkenntnis der eigenen Seele ausblendet.

Und genau so ist es ja auch gekommen. Keine Zeit betrachtet die Welt in grellerem Licht als die unsere und keine hat die Seele der Menschen mehr vergessen.

Nun gut, wie gesagt stellt sich das bei Spengler nicht so dar. Er ist, man muß es sagen, ja sehr zeitgemäß, gänzlich postmoderner Kulturrelativist, und so etwas wie eine Wahrheit der Seele, welche mal mehr und mal weniger verfolgt und verstanden wird, gibt es für ihn nicht. Deshalb sagt er auch nicht über Schopenhauer, was er über Schopenhauer sagen müßte, nämlich daß Schopenhauer ahistorisch ist und die Geschichte keineswegs in Klassik, Mittelalter und Neuzeit einteilt. Er bringt es irgendwie fertig, Schopenhauer als einen typischen Nordeuropäer darzustellen, welcher einfach keinen Bock hatte, sich mit der Geschichte zu beschäftigen.

Dabei sagt Schopenhauer explizit, daß die Zeit für ihn punktförmig ist.

Und wenn Schopenhauer es unternommen hätte, die Geschichte zu beschreiben, so wäre seine Beschreibung, und das ist nun wirklich offensichtlich, wenn man seine Naturbeschreibung betrachtet, ganz von Spenglers Art gewesen, womit sich auch für Spengler selbst die Frage stellt, welche Seele er nun hat.

Historisch oder ahistorisch? Faustisch oder entelechisch? Spengler scheint nicht ganz zu verstehen, daß es ohne Entelechie keinen Spengler gibt.

Auch wenn er auf Augustinus zu sprechen kommt, fangen die Balken an sich zu biegen. Der habe ein dualistisches Weltbild gehabt, welches, wie er vorher schreibt, in sich ruhe. Nun ja, Augustinus konnte schlecht auf ein Mittelalter bezugnehmen, also tat er es auch nicht, aber es ist Augustinus, welcher die Vorstellung eines linearen geschichtlichen Forschritts im Gegensatz zu einem zyklischen entwickelt hat, und zwar ausgehend von der Unendlichkeit Gottes.

Keine antike Seele also. Und die Inspiration Karls des Großen. Das ist natürlich auch gänzlich wider Spenglers Vorstellung von der Landschaft, welche sich ein Volk züchtet und so weiter. Dabei stimmt es natürlich, daß Landschaften sich Völker züchten, aber die Geschichte ist mehr als das, und es ist auch nicht so, daß es jenseits des mathematischen Denkens irgendwo eine Sphäre gäbe, wo alles ein eigenes Sein besäße, welches es nur für sich hat und welches sich mit dem Sein von anderen nicht überschnitte. Vielmehr ist es so, daß sich unterschiedliche subjektive Welten aus der unterschiedlichen Verbindung verschiedener subjektiver Elemente ergeben, welche sich die Menschen, weitestgehend wenigstens, um nicht zu viel zu sagen, teilen.

Spenglers methodischer Anspruch ist eine Peinlichkeit, nichts anderes als das Eingeständnis, nicht über den zweiten geistigen Horizont hinausgekommen zu sein, Stimmungen kennt er, Begriffe nicht.

Der letzte Punkt ist immer wieder verblüffend, denn auch jene, welche Begriffe nicht kennen, meinen ja, sie verstanden zu haben. Sie vermuten wohl denselben Mechanismus wie bei Namen, also Assoziation, hinter ihrer Existenz, wobei es sozusagen systematische Namen wären oder irgendetwas von der Art. Daß es sich um in der Reflexion erfaßte Beziehungen zwischen Verstandesobjekten handelt ist ihnen nicht klar. Wäre es Spengler klar gewesen, so hätte er von der ihr eigenen Sicht auf die Geschichte Abstand genommen, denn das ist kein Begriff, sondern nur ein Name für die Freiheit zu phantasieren, was Spengler auch reichlich tut, wie ich es im obigen exemplarisch beleuchtet habe, und übrigens auch den Unterschied zu meiner Methode, welche stets nach den Begriffen fragt, welche den gemachten Unterscheidungen zu Grunde liegen.

Das ist keine Definition der Vertreter einer Klasse, sondern lediglich die Auffindung ihres charakteristischen Merkmals, um das an dieser Stelle noch einmal für die weniger Verständigen gesagt zu haben.

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24. April 2024

Ursachen und Symptome des Irrtums

Es gibt vier Ursachen des Irrtums. Zunächst einmal können wir Irrtümer danach unterscheiden, ob sie ursprüngliche oder Folgeirrtümer sind. Folgeirrtümer möchte ich Verirrungen nennen, weil wir uns durch folgerichtige Schlüsse auf falscher Basis immer weiter von der Wahrheit entfernen.

Die ursprünglichen Irrtümer beruhen entweder auf einer bewußten Setzung, das heißt auf einer falschen Annahme, oder einer vorbewußten Fehlleistung, etwa wenn wir uns verkucken oder -hören. Und die falschen Annahmen schließlich sind entweder Verkürzungen, das heißt anzunehmen, daß es sich bei einer bestimmten Menge um alle Inbegriffe eines Begriffs handelt, wenn es noch andere gibt, oder sonstige, wobei ich hier unbewiesen behaupten möchte, daß alle sonstigen bewußte Schüsse ins Blaue sind, weshalb ich die sonstigen Fehlgriffe nennen möchte.

Als Beispiel möchte ich einen augustinischen Gedanken betrachten, und nicht nur irgendeinen, sondern seinen einflußreichsten überhaupt, nämlich daß es die Aufgabe jeder Generation sei, sich zu überlegen, wie sie dem Reich Gottes auf Erden näher komme und dann für das Gelingen ihrer Etappe zu beten.

Bis hierhin liegt kein Irrtum vor, aber ein doppelter folgt sogleich, wenn man annimmt, daß Gott dieses Gebet stets erhört, da es ja seinem Willen entspricht. Wäre es so, so könnte die Offenbarung nie statthaben, unter anderem, und das thematisiert Augustinus bereits selbst, wenn er in De Civitate Dei sagt, daß es entgegen der Ansicht der Alten keinen Grund gebe, warum die Geschichte Zykeln unterworfen sein solle, anstatt immer weiter voranzuschreiten, und daß das Ende der Welt (griechisch αἰών, korrekt als Zeitalter zu verstehen) mithin keine natürliche Erscheinung, sondern dem Belieben Gottes anheimgestellt sei.

Das ist denn auch die heute vorwaltende Vorstellung, wie unser ganzes Denken und Glauben auf Augustinus zurückgeht, demnach die Offenbarung die Zeichen enthalte, welche davon künden, daß sich Gott nun dazu entschlossen hätte, mit der Welt Schluß zu machen, und mithin erst in einer an die normale zum Zwecke der Einstimmung angehängten Sonderzeit auftreten.

Das ist nun aber ganz und gar falsch, und die Frage stellt sich: Warum?

Die erste Hälfte des doppelten Irrtums besteht darin, verkürzend zu meinen, daß wir, da wir Gutes und Schlechtes als solches erkennen können, in der Lage wären, die Gesamtheit des Guten und Schlechten einer Tat zutreffend abzuwägen, und die zweite darin, uns zu verirren, indem wir schlußfolgern, daß Gott unser Gebet also erhören müsse.

Es kommt sogar noch ein dritter Fehler hinzu, wenngleich er für's erste folgenlos scheint, nämlich fehlgreifend davon auszugehen, in unseren Überlegungen keinen Fehler gemacht zu haben, so lange wir über keinen stolpern.

Nun, irren ist menschlich. Kommen wir also zu den Symptomen des Irrtums. Wenn wir die Handlungsschrittte Zurechtfinden, Beschäftigen und Vorgeben betrachten, so
  • kann nur das Zurechtfinden als richtig oder falsch betrachtet werden, können Fehler also nur in ihm auftreten und durch es aufgedeckt werden (normalerweise in der eigenen Haltung, in Entwicklungsmustern nur bei Fehlleistungen, etwa wenn man die Orientierung verliert, und in Abzielungen üblicherweise nur das eine Mal, wenn man sie ausprobiert und sie sich sogleich als fehlerhaft herausstellen), während
  • Beschäftigungen und
  • Vorgaben in Folge von Fehlern ausbleiben, da diese ihnen die Grundlage entziehen, an welche sie anknüpfen.
Der umgekehrte Fall, daß ihnen Fehler erst eine Grundlage liefern, an welche sie anknüpfen können, tritt zwar auch auf, aber er wird naturgemäß begrenzt, und zwar von der Wahrheit, und sobald eine Beschäftigung oder Vorgabe auf sie stößt, wird der Fehler offenbar, weshalb es viel leichter ist, jemanden durch Lügen von etwas abzuhalten, als ihn durch Lügen zu etwas zu bringen.

Insbesondere verhindert die Lesart von αἰών als Welt, meiner Einschätzung nach ein Fehlgriff Augustins und keine Lüge, sich über Wesen,Voraussetzungen, Krise und Nachfolge unseres Zeitalters Gedanken zu machen.

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1. Juni 2016

Die Rolle des Negers in der Freimaurerei und im Nationalsozialismus

Die Trumpeske Posse um Gaulands privates Strategiegespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Aber wenn die Fremden gut integriert sind, wie Boateng? Dann denken viele Leute immer noch, den will ich nicht als Nachbarn haben. Schnitt. Gauland beleidigt Boateng! Schnitt. Das habe ich nicht gesagt. Schnitt. Das mag ich gesagt haben, aber wer ist eigentlich Boateng? Schnitt. Es schien uns nicht so, als ob Gauland nicht wußte, wer Boateng ist. - Mal nebenbei, wer will schon einen Fußballnationalspieler als Nachbarn? Da wird doch ständig alles zugeparkt...) kann mir freilich nur als Anstoß dienen, um auf die Fragen zu sprechen zu kommen, welche mich interessieren, aber da ich seit einige Tagen krank liege (Kopfgrippe: Halsschmerzen, Fieber, Schlafentzug, Schnodderfluß, Schüttelfrost und Niesen; zuletzt wird der Schnodder schuppig werden) und mich etwas innerlich quält, was Gefahr läuft unter Belanglosigkeiten (die Trauer um einen Bekannten, welcher mit über 90 Jahren verstarb, und mir in gewisser Weise sein langes Leben mitangerechnet hatte) zu zerfließen, möchte ich sie hiermit als glückliche Fügung nehmen, um ihm doch noch auf die Spur zu kommen.

Der nämlich Bekannte hatte übrigens gute Erinnerungen an Estland und kam sogar noch einmal hierher, wiewohl schon zu alt, um sich noch darüber zu freuen, denn wie anders kann man es erklären, daß er ausgerechnet in Tallinn fand, die Welt habe sich zu sehr verändert?, wo sich doch Tallinns Altstadt seit ein paar Jahrhunderten ungestörter Kontinuität erfreut. Und er schenkte mir eine Gesamtausgabe von Hesses Werken, welcher, wie ich auch erst später in Erfahrung brachte, selbst väterlicherseits aus Estland stammt.

Irgendetwas also an seinem Gedenken geht mir nah, nicht seine Erinnerungen an Hungerburg, sondern wohl der Gedanke, daß ihm mein Urgroßvater bis an sein Lebensende etwas bedeutete, und daß ich also durch ihn eine Verbindung zu meinem Urgroßvater hatte, welche ich weder durch meinen Großvater hatte, noch in erwähnenswertem Maße durch meinen Vater, wiewohl der mir immerhin ein, zwei nützliche Details aus dessen Zeit zum Thema Fleischerwerb und -zubereitung überliefert hat (insbesondere was ein Doppelender ist und wie er hergestellt wird; ein Fall, in welchem Wissen wirklich einmal Macht bedeutet und das Internet keinen Rat gibt, aber natürlich nur als abschreckendes Beispiel, beziehungsweise als das eine Verdienst, welches mein Vater meinem Großvater anrechnet, nämlich daß er damit aufgehört hat, wie meine ganze Familienchronik wohl unter der Überschrift: Mein Vater, der Idiot! steht - auch mein Sohn dürfte reichlich Material finden, jetzt schon was die Konstruktion von Schaukeln betrifft: zu hoch, zu langsam, zu anstrengend... in meinen Augen zuvördest: zu gefährlich, so wie der Ast knackt oder wippt, aber ich setze mich trotzdem drauf, und noch ist mein Sohn leichter als ich; knackte und wippte er, ließe ich freilich die Finger davon).

Welche Verbindungen also werde ich erlauben, wem etwas bedeuten?

Aber wie gesagt, so beleuchtet zerfließt das Unbehagen und nichts Greifbares bleibt. Das Thema ist größer, es hat mit Ängsten zu tun, und mit Idiotismen des menschlichen Verhaltens, es geht auch weit über die Überschrift dieses Beitrags hinaus, aber wenigstens liegt in ihr ein Exempel, welches uns auf einen Vorsprung führen wird, von welchem aus es sich betrachten läßt.

Die Rolle des Negers im Nationalsozialismus.

Obwohl seine Worte es wert wären, exakt zitiert zu werden, begnüge ich mich zum Zwecke der Zeitersparnis mit der Paraphrase. Jörg Lanz von Liebenfels also beklagte wortgewaltig wie kein anderer, welch undankbarem Schicksal der kultivierte Mann ausgelieferte wäre, welcher aufgrund seiner Kultivierung doch gar nicht anders könne, als den Knaben hinterherzujagen und sich vor den Weibern zu ekeln, welche ihn dafür ungerechtfertigterweise schwul nennten, und selbst ungebildeten Naturvölkern und insbesondere Negern hinterherjagten.

Wer nun einwendet, daß sich Jörg Lanz von Liebenfels zwar nicht von Hitler distanziert hat, dafür aber Hitler von ihm, verkennt den Kern der Sache, nämlich den geistigen Widerspruch, welcher das Wesen des Nationalsozialismusses ausmacht und welcher sich auch wie ein roter Faden durch Mein Kampf zieht, nämlich die Notwendigkeit rücksichtslos und gewalttätig zu sein, weil man rücksichtsvoll und friedfertig ist, also weil letzteres beweist, daß man von überlegener Art ist und diese einen dazu verpflichtet, ihr auf dem Schlachtfeld zum Sieg zu verhelfen.

Es ist schwer, den vorigen Satz zu lesen, ohne einen Knoten im eigenen Kopf zu schnüren. Leicht dagegen ist es einzusehen, daß man sich manchmal auch mit Frauen einlassen muß, wenn man Knaben liebt. Opfer müssen erbracht werden, und mit gutem Gewissen kann doch nur der in der Oper sitzen, welcher jeden Tag ein Paar Stunden trainiert, um gegebenenfalls selbst einen Neger zusammenschlagen zu können. Deshalb ist der Neger ganz wesentlich für den Nationalsozialismus, genauso wesentlich wie Bach, Beethoven und Wagner: Der Neger ist das herausfordernde Element, wie Bach, Beethoven und Wagner das bestätigende Element sind.

Was objektiv die Aufgabe all dessen bedeutet, was einen mit jenen, welche einen subjektiv bestätigen, verbindet, wird subjektiv doch nicht als solche erkannt. Der Nationalsozialismus ist ein Beispiel einer überstrapazierenden Lebensweise, die martialische Version von Sex, Drugs and Rock'n Roll, welche wie alle deren Varianten dem Menschen, welcher versucht, ihre Widersprüche in seinem Leben zu vereinen, die Kraft zur Reflexion seiner divergierenden Erfolge raubt.

Aber in dieser völligen Vernichtung, und es ist eine völlige Vernichtung, sein Wesen zu verlieren, wie sie auch im Beispiel mit Frauen und Knaben vorkommen könnte, wenn es einer übertriebe, und den  Frauen in einer Weise nachstiege, um Knaben zu zeugen, welche eines Knaben Herz mit Abscheu erfüllen muß, liegt seltsamerweise ein Element der Kontinuität, und Menschen erfahren eine Verbundenheit mit ihresgleichen, welche sie, wenn sie ihr Leben auf gesunde Weise verbrächten, tunlichst vermieden.

Nicht aus Überzeugung, sondern... weil es immer ein Haar in der Suppe gibt? Angst das Reine zu beflecken? Aber ist der Ruf erst ruiniert...?

Gehen wir eine Stufe hinauf.

Die Rolle des Negers in der Freimaurerei.

Das ist der Teufel sicherlich.

Ich betrachte die Zauberflöte als Auftragsarbeit und Manifest, wie auch die Matrix ein paar hundert Jahre später, nur daß Mozart talentierter war als die Wachowskis, und außerdem ist die Zauberflöte grundsätzlicher, während die Matrix lediglich die geistige Vorbereitung auf den ISIS-Terror und so weiter ist.

Nun, was könnte grundsätzlicher sein? Sinn und Zweck... Sinn und Zweck...

Der Neger in der Zauberflöte will auch ficken, wie alle Menschen, und, wiewohl dies nicht laut ausgesprochen wird, soll sich der Prinz doch nicht zu sicher sein, daß die Entrüstung seiner Prinzessin irgendetwas zählt, daß es sich um mehr als hohle Worte handelt, hinter welchen ihre Lust nur wartet, sich vom Neger ficken zu lassen.

Im Gegensatz dazu freilich Papageno, welcher Sarastro wahrlich nicht braucht, um seine Papagena zu finden, noch irgendwelche Negerprobleme hat, weil er instinktiv auf Abstand zu ihnen geht.

Unser Prinz aber, und auch unsere Prinzessin, brauchen Sarastro, und zwar weil sie in einer Welt bestehen müssen, in welcher ihre Freiheit, und insbesondere ihre Gewissensfreiheit nach dem Ende der Herrschaft der Königin der Nacht, vulgo der Katholischen Kirche, Versuchungen mit sich bringt, welchen sie erst erwachsen müssen.

Die ganze Freimaurerei ist ein einziger Hohn gegenüber denjenigen, welche wie Papageno sind, welche weiterhin in dieser Welt einen Leitfaden finden, welcher ihre Handlungen leitet, nennen wir sie Urtypen oder Dickköpfe oder Gestimmte oder auch Erregte, aber denjenigen, welche nach Anleitung suchen und denen zugleich die Kirche nicht mehr plausibel erscheint, nennen wir sie Erwartende, bereitet sie ein Angebot, ein Angebot, einen anderen, neuen Frieden zu finden, dessen konkrete Enthüllung eben die Matrix ankündigt, einen Frieden aus der Wertschätzung der eigenen geordneten Größe und mit dem Segen der Freimaurerei, wie ihn nicht nur die Zauberflöte verheißt, sondern sämtliche freimaurerische Schriften, in welche ich Einsicht nehmen konnte, konkret also wieder Morals and Dogma von Albert Pike.

Zusammengefaßt macht die Freimaurerei Erwartenden also das Versprechen, innerlich nicht mehr die Lust zum Feind haben zu müssen, und äußerlich nicht mehr den Neger, sondern aus Selbstbewunderung und im Vertrauen auf die Autorität der Freimaurer über sie erhaben zu sein, was insbesondere in Frankreich auch gerne rituell zur Schau gestellt wird, durch diverse und verschiedenartige Praktiken, auf welche ich hier aber nicht eingehen will. (Der Film Irréversible liefert ein besonders derbes Beispiel, wenn Sie unbedingt eins wollen, aber es gibt auch weit geistigere.)

Es ist immer gefährlich, wenn ich irgendetwas beschreibe, stets wähle ich Worte, welche die Sache derart klar darstellen, daß ihre tatsächliche Unklarheit völlig unnachvollziehbar wird, aber genau so verhält es sich wirklich: Eitelkeit als Schutz vor der Lust! Gar großes Heil von dort her kommt.

Der Mensch ist irrational, die Letztbegründungen aller seiner Taten sind Lust, Achtung und Sorge, bei den Erregten überwiegt die Lust, bei den Gestimmten die Sorge und bei den Erwartenden die Achtung, aber Achtung ist ihrem Wesen nach transzendent, auf Andere gerichtet, sowohl darauf, was sie erwarten, als auch darauf, was sie ehren,  und kein noch so hoher Grad der Freimaurerei steht damit in irgendeinem Zusammenhang, außer in sofern es ihre innere Hierarchie betrifft, so daß kein Erwartender durch die Freimaurerei ein gefestigterer Mensch werden wird. Es ist wie im Märchen: Wir sehen das glückliche Leben bis an ihr Ende nicht.

Und auch darum geht es hier, den Trost, welchen Märchen spenden.

Doch bevor ich zum versprochenen Ausblick kommen kann, muß ich noch einmal zum Sexuellen zurück. Die Kirche gab und gibt Eheleute einander in die Hand. Und es gab und gibt ein tiefes Bedürfnis, den anderen von einem dritten zu empfangen. Doch was ist das genau?

Der heilige Augustinus zeugte unehelich einen Sohn und lebte mit ihm und seiner Mutter glücklich zusammen, bis ihn seine, Augustinens, Mutter aus diesen Verhältnissen und in eine katholische Ehe mit einer anderen Frau zwang.

Das schmerzte Augustinus sehr, wie er in seinen Bekenntnissen schreibt, aber so ist es wohl richtig. Oder?

Angenommen, alles was ich tue ist richtig, aber keiner klopft mir auf die Schulter und sagt mir, daß es richtig ist, glaube ich dann wirklich, daß es richtig ist?

Sarastro hat dieses Geschäft von der Königin der Nacht übernommen. Medikamente wirken hauptsächlich deshalb, weil der Arzt sagt, daß dieser Weg zur Besserung der richtige ist. Und in diesem Idiotismus, dieser unbegründeten Unterordnung, denn man glaubt dem Arzt ja nicht, daß es das richtige Medikament ist, sondern daß das Medikament wirkt, in welchen Bereich sich seine Expertise gerade nicht erstreckt, ganz zu schweigen von der kupplerischen Expertise der Kirche, liegt wiederum ein Element der Verbundenheit, genauer gesagt der Eingebundenheit in eine größere Struktur, welche, wie es sich darstellt, auf dem Wunsch beruht, Teil eines Märchens zu sein, in welchem irgendwelche Autoritäten über magische Kräfte verfügen.

Und wenn ich nicht Teil eines solchen Märchens bin, was bin ich dann? Und was sind mir jene, welche Teil eines solchen Märchens sind?

Daß letztlich der Glaube zählt und Gott sein Richter ist, kommt an dieser Stelle nicht in Betracht, es geht um etwas anderes, nicht um die Befreiung, welche aus dem bewußten Glauben heraus entspringt, sondern um die Bewußtwerdung der die Menschen verbindenden Strukturen, und darauf sei der Blick hier gerichtet.

Wir haben in der hiesigen Betrachtung das sich in die Verhältnisse Ergeben als das allen Fällen gemeinsame Element herausgearbeitet, sei es aus Überforderung, wie im Falle von Sex, Drugs and Roch'n Roll, aus Scham, wie im Falle der Ehe, aus Verzweiflung, wie im Falle des Arztes, aus Gewissenhaftigkeit, wie im Falle eines zur Prüfung vorgelegten Werkes, oder auch, wie im Falle meines eingangs erwähnten Bekannten, aus Gefangenschaft: Er hat die Freiheit gesucht, welche ihm mein Urgroßvater verwehrte, aber in seiner späteren Gefangenschaft war ihm das ein Halt, er hat gedacht: Nicht ich habe dies gewählt, sondern er, und ich will sehen, wohin mich diese Wahl führt, ob sie mich vernichtet oder schont. - und sie hat ihn geschont. Vielleicht konnte er sich nicht vorstellen, daß ihn mein Urgroßvater in seine Vernichtung geschickt hätte, wie man sich auch nicht vorstellen kann, daß ein Arzt einem ein Placebo andreht. Natürlich hatte mein Urgroßvater lediglich ein Gefühl, daß er den dummen Jungen unmöglich lassen machen könne, was er wolle, 16 Jahre alt, Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, motorradbegeistert und so weiter. Er selbst hatte es ja vor 20 Jahren alles schon gesehen.

Wie auch immer, er hat es überlebt, und hier liege ich, krank an dem Gedanken, daß der letzte Mensch, welcher sein Leben vertrauensvoll in die Hände eines Menschen gelegt hat, welcher so tickte wie ich, tot ist. Wahrlich, ich scheue diese Verantwortung, welche streng genommen gar keine ist, sondern die Materialisierung des Bildes, welches andere von mir haben, wie die Pest, es ist genau wie in Stalker, wo der Schriftsteller sagt, er wolle die Welt nicht mit seinem Schmutz überschütten, nur daß es nicht mein Schmutz ist, sondern der Schmutz des Mißverständnisses, ich fürchte ihm Raum zu geben, aber andererseits ist das keine Option.

Was passiert mit den Menschen, welche den Freimaurern in Bezug auf die menschliche Natur und die gesellschaftliche Ordnung vertrauen?

Der Glaube versetzt Berge, aber die Welt ist da, um sie zu beobachten, wie sie sich immer wieder dem eigenen Griff entzieht. Sie zur bloßen Materialisierung von Konzepten zu erklären, nimmt ihr das belehrende Element. Der Mensch steht auf einem vornehmen Platz, aber wenn er sich selbst nicht führen läßt, zeigt er sich undankbar gegen jenen, welcher ihn dort hingestellt hat. Euer Glaube zwingt euch schon lange, Ihn zu leugnen, nicht? Unabhängig davon, was euch eigentlich vorgeschrieben ist... ein falscher Glaube läßt sich nicht glauben, Gott ist nicht nur Architekt, sondern auch Tröster.

Und dahin muß es wohl kommen, daß die Erwartenden Europas wieder Trost suchen nach ihrem prometheischen Höhenflug, wenn sie keinen mehr in Prothesen finden und reuig zur Natur zurückkehren, aber noch ist es nicht so weit.

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29. März 2012

Verschiedene Bemerkungen zu den vorangegangenen Beiträgen

Zunächst möchte einige Begriffe in Bezug auf die drei Existenzebenen definieren.

Wie gesagt existieren Manifestationen noch auf zwei andere Weisen, nämlich als Funktionen und Willen. Und also können wir zu ihnen noch stets jene mitdenken oder anders ausgedrückt, sie als jene ansehen.

In sofern wir Manifestationen als Willen oder Ideen ansehen, sind sie uns Vorbilder oder Widersacher, je nachdem, ob wir sie mit unserem Willen verbinden wollen oder es vorzögen, die sie konstituierenden Verbindungen aufzulösen.

In sofern wir Manifestationen als Funktionen ansehen, sind sie uns Einwohner oder Teilhaber, je nachdem, ob sie unabhängig von uns agieren oder wir mit ihnen einen eingespielten Verband bilden.

In sofern wir Manifestationen als solche ansehen, sind sie uns Gegenstände oder Entsprechungen, je nachdem, ob wir sie als noch zu ordnen betrachten oder als schon geordnet.

Vorbilder, Einwohner und Gegenstände sind die Urzustände und Widersacher, Teilhaber und Entsprechungen die Endzustände.

Vor diesem Hintergrund ist der Streit um die ewige Wiederkehr zu verstehen, also der Streit zwischen dem augustinischen Christentum und der antiken Philosophie. Während letztere aus der Leblosigkeit der Endzustände die Notwendigkeit zur Zurücksetzung des jeweiligen Zykels ableitet, behauptet Augustinus die Möglichkeit stetigen Fortschritts, also, in Anbetracht meiner Betrachtungen zu diesem Thema, die Zurücksetzung eines Zykels im Rahmen des Fortschritts des ihm übergeordneten Zykels.

Nur was passiert in dem Falle, daß es keine Vorbilder mehr gibt, sondern nur noch Widersacher?

Die Bibel selbst spricht in dem Fall vom Zusammenbruch, also von der Zurücksetzung des intentionalen Zykels, wie ich es im letzten Beitrag geschildert habe. Zugleich wird dabei ein vager Fortschritt versprochen, aber die Ebene, auf welcher dieser liegt, ist uns nicht recht bewußt, Potenz sagt ja nicht gerade viel aus.

Interessant in gewisser Weise, daß Jesus Christus in dieser Betrachtung mit der Neubegründung eines intentionalen Zykels identifiziert wird, man könnte auch sagen, mit dem Willen verbindenden Prinzip. Mir will es nicht recht scheinen, daß dies wirklich der charakteristische Zug des Christentums ist, also daß es die Willensverbindung mehr als jede andere Religion zu seinem Gesetz erhebt, aber unbestritten ist sie ein wichtiges Gesetz des Christentums, also konkret zu versuchen, das Vorbildliche am Gegenüber zu erkennen.

Mir wird dabei zugegebenermaßen etwas mulmig, denn natürlich fällt man umso tiefer, desto höher man steigt. Es will mir gar scheinen, daß es der blanke Wahnsinn ist, so hoch wie möglich hinaus zu wollen. Freilich, letztlich ist der Fall nur psychologisch, denn was ist Todesangst sonst? Aber - man muß doch aber sagen - wozu die verdammte Unbedingtheit? Wären eine Reihe kleinerer Stürze nicht besser?

Nun kann ich das der Bibel natürlich nicht direkt unterstellen, Paulus geht es nur um die Herrschaft der Kirche, nicht um die unbedingte Herrschaft des Willen verbindenden Prinzips, doch zu letzterer ist es gekommen, noch über die Lebzeiten der Kirche hinaus und dieses Prinzip ist es, welches den Rücksetzungsdruck stetig ansteigen läßt, mehr als es jede planmäßige Sabotage der Kirche jemals vermöchte, wobei ich sicher bin, daß es derartige Sabotagen von Seiten der Kirche gegeben hat und sie auch folgenreich sind.

Nun, sie sind natürlich auch geboten, aber das heißt natürlich, daß Johannes vorhergesehen hat, daß nach dem Sturz der Kirche das Willen verbindende Prinzip wirksam bleiben würde und es durch die Verkürzung der Tage untergraben werden muß, damit der Fall nicht zu tief würde.

Schon lustig, wie biblisch Ted Kaczynski ist. Aber all diese Sabotagen sind harmlos, verglichen mit dem gottbestimmten Fall.

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2. April 2026

Gemeinschaftliche Entwicklung ureigener Aussichten und Reformen derselben

Wo Gemeinschaften zugleich verschiedene Gehießenheitsgefäße bilden, werden gemeinschaftlich ureigene Aussichten gebildet wie im vorigen Beitrag gesehen, umgekehrt sowieso und kraft des erzeugten gesellschaftsdynamischen Moments auch in dieser Richtung.

Doch um was handelt es sich bei den reformierenden Eingriffen der Aufgleisung, Indoktrination und Betrauung?

Die gemeinschaftliche Entwicklung der ureigenen Aussichten erfolgt wie folgt:
  • Traditionen modernisieren die ureigene Schöpfung,
  • Schwärme fundieren die ureigene Betrachtung (durch ihre Erfahrung) und
  • Arten ordnen die ureigene Entscheidung,
und
  • Modernisierung führt zur Erschütterung von Schwärmen,
  • Fundierung zum Ausscheren aus Arten (daher etwa das Verbrüderungsverbot für Besatzungstruppen) und
  • Ordnung zur Aufgabe von Traditionen.
Eine Reform des jeweils letzteren Gehießenheitsgefäßes wird also notwendig, da sein Fundament aufgeweicht wird. Die Frage ist nur, ob die Entwicklung der jeweils fundamentalen ureigenen Aussicht abgeschlossen wurde, in welchem Fall die Reform auf ihr aufbaut, oder nicht, in welchem Fall die Reform sie auffängt.

Die unter Karl dem Großen erfolgte Indoktrination baute auf der von den Kirchenvätern akzeptierten ureigenen Betrachtung Jesu Christi auf, und eine vorherige Indoktrination hat es nicht gegeben, denn in dem Fall hätten die indoktrinierten Griechen und Römer in ihren Fundierungsprozessen aus der Doktrin ausscheren müssen und zu ureigenen Betrachtungen kommen müssen, was aber nicht geschehen ist, was sofort erhellt, wenn man etwa Augustinus' Schriften oder jene Damaskios' betrachtet, denn beide kommentieren das Christentum aus vorchristlich antiker Perspektive.

Wiewohl die abendländische Indoktrination also auf Christi Fundierung aufbaut, fängt sie zugleich die germanisch-slawische auf, und stellt sich also später gegen das Ausscheren der Böhmischen Brüder.

Entsprechend baut die im Vertrag von Saragossa fixierte Betrauung auf der iberischen Ordnung auf, wohingegen sie jene Nord- und Osteuropas auffängt und sich also später gegen die Aufgabe der mittelalterlichen Verpflichtungen seitens insbesondere der Holländer und Engländer stellt.

In diesen beiden Fällen ist es nicht ganz klar, was die katholische Kirche zu diesen Eingriffen motivierte: Angst vor den Barbaren oder Zufriedenheit mit ihrer ureigenen Aussicht, zunächst Christi Betrachtung und später der iberischen Entschiedenheit? (Ich fürchte im ersten Fall Angst und im zweiten Zufriedenheit.)

Was hingegen den dritten Eingriff angeht, die globalistische Aufgleisung, sie erfolgt offensichtlich aus Angst vor jeder weiteren Modernisierung, denn bisher ist noch keine abgeschlossen worden, mit welcher jemand zufrieden sein und auf ihr aufbauen könnte, was hingegen damit zusammenhängt, daß wir der Logik des generativen Zykels des Zeitalters der Werke und nicht jener jenes der Wunder folgen, denn letztere sucht den Frieden nicht durch Geräte, sondern durch Ratschläge herzustellen.

Übrigens ist es nicht so, daß die globalistische Aufgleisung einen besonderen Einfluß auf die sich zeigende Oberflächlichkeit der Verbundenheit bei den sie erschütternden Modernisierungen hätte: Jede Modernisierung seit 1970 bringt erschreckende Oberflächlichkeit der Verbundenheit zum Vorschein, gleich welche Verfassung sie erschüttert, selbst wenn der einzelne Modernisierer anderes im Sinn gehabt haben mag, denn gerade das zeichnet den Geist der '70er Jahre aus, daß die Moderne, soweit es die Ansprüche des Volks betrifft, an ihr Ziel kam, so daß also jede weitere Modernisierung nichts mehr für das Volk zu leisten vermag (demgemäß denn auch Flipper zu den beliebtesten Computerspielen gehört).

Als ich noch an der Universität Hamburg studierte, bemerkte ich dieses Phänomen in Form des Gegensatzes zwischen den so genannten langweiligen Seminaren, in welchen es nur um die Entwicklung von Verständnissen mathematischer Sachverhalte ging, und den so genannten interessanten, bei welchen technische Anwendungsmöglichkeiten dazu motivierten, denn letztere erfüllte ein spürbar oberflächlicherer Geist, das heißt, sie erfüllte ein oberflächlicher Geist, während die Teilnehmer der ersteren eher verschlossen waren - nur sehr wenige Mathematikprofessoren und -studenten sprühen vor Freude an der Erkenntnis (Peter Slodowy etwa, welchen ich zwei Jahre vor seinem Tod beim Gedenken zu Emil Artins 100. Geburtstag sah, dessen Sohn auch da war und mich mit Star Trek-Termini im Bereich der nicht-kommutativen Algebra nervte.)

W. F. war auch da - was ich damals bereits komponiert hatte, drückt die Betretenheit aus, in einem oberflächlich verbunden verfaßten Schwarm eine persönliche Beziehung zu einem anderen Zweck als dem strategisch-technischen Fortschritt knüpfen zu wollen: Wiewohl ich damals noch an dessen tiefere Bedeutung glaubte, war mir doch klar, daß es eine solche unmöglich inmitten von Oberflächlichkeit geben könne. Andererseits hatte ich bereits 11 Jahre vorher angesichts Tschernobyls den Schluß gezogen, daß, wenn es auch eine solche geben sollte, sie doch nicht politisch protegiert wird, sondern allenfalls, wie Unkraut, zwischen den Fliesen gedeihen kann.

Nun, die Chinesen haben einen optimistischeren Technikbezug, da sie noch nicht am Ziel der Moderne waren, aber auch sie sind sehr oberflächlich in ihrem Modernismus, wiewohl  ein bißchen weniger, und ich denke, daß sie genau deswegen auch sinnvollere Innovationen studieren als der Westen: Es gibt schon noch hier und da Abhängigkeiten, welche es in schwieriger Lage im Namen des Volks zu überwinden gilt, was uns indessen nicht betrifft, da wir letztere nicht erleiden, sondern in sie zwingen, und diesbezügliche Fortschritte würden uns schließlich alle autarker machen. Aber brauchen tun wir diese Dinge nur für den Übergang und vielleicht noch zur Stabilisierung der neuen Verfassung.

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14. März 2011

Epochenanfänge

Vorneweg, es ist nicht meine Schuld, daß der Begründer der gegenwärtigen Epoche als Menschwerdung Gottes gilt. Ich bitte dies im folgenden zu berücksichtigen.

Ich schrieb, daß Jesus Christus für den Fortschrittsglauben verantwortlich ist. Die entsprechende Stelle findet sich im Johannesevangelium, Augustinus hat das Thema später im Gottesstaat ausgebreitet. Indirekt stimmt das auch, in sofern Jesus Christus die notwendige Voraussetzung dieses Glaubens geschaffen hat, nämlich daß Menschen die Initiative bei der Gestaltung gesellschaftlicher Ideale ergreifen, selbst bestimmen, was ihnen verdienstvoll ist und es nicht den Umständen überlassen. Erst aus dieser ideologischen Selbständigkeit heraus ergibt ein Glaube an einen kontinuierlichen Fortschritt auch Sinn.

Nun muß an dieser Stelle angemerkt werden, daß die heroisch Gesinnten Träger sämtlicher Kulturen sind, weil sie formbar sind. Eine neue Epoche kann nur beginnen, wenn sie sich neu ausrichten. Die Zielausrichtung des Christentums war gemäß der erstrebten ideologischen Selbständigkeit der Vorrang des Guten, Schönen, Wahren vor der Loyalität der eigenen Interessengruppe gegenüber und das Vehikel, diese Neuausrichtung herbeizuführen, das Martyrium.

Fragen wir jetzt also analog, welche Voraussetzung ein Leben in gegenseitiger Bereitschaft hat. Nun, zentral dabei dürfte, neben wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Disziplin, die klare Erkenntnis der eigenen Natur sein, denn nur unter Voraussetzung allgemeiner Klarheit in dieser Frage kann eine praxistaugliche Selbstorganisation nach Interesse angenommen werden, können etwaige Interessenkonflikte antizipiert und verhandelt werden. Heute wird dieses Problem durch die Nachfrage gelöst, es wird produziert, von wem geglaubt wird, daß es nachgefragt werden wird, aber das Charakteristikum gegenseitiger Bereitschaft ist es ja gerade, sich gegenseitig durch Zusammenarbeit Gestaltungsfreiheit zu geben.

Was ist also die Zielausrichtung der heroisch Gesinnten und wie läßt sie sich erreichen? Das Ziel ist es, daß allgemeine Selbständigkeit in ihren drei Facetten als höchstes irdisches Gut gilt. Der Weg dahin führt über den fröhlichen Verzicht auf alles Unwesentliche beim Bemühen um das Wesentliche.

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21. Oktober 2012

Zum Caesarismus bei Spengler

Bevor ich auf den Caesarismus bei ihm eingehe, möchte ich mich kurz mit Spenglers Bild von der Philosophie beschäftigen.

Nach ihm ist es die Aufgabe der Philosophie, die Menschen einer Zeit zu begeistern. Nun, wenn man es so ansieht, dann gibt es freilich keine überzeitliche Philosophie. Daß er dabei vieles verkennt, wie beispielsweise Platons Einfluß auf den Islam oder Augustinus' Einfluß auf das Mittelalter, das will ich hier gar nicht weiter behandeln. Auch nicht den Rang von Jesus Christus in einer solchen Betrachtungsweise. Aber Spenglers Inbrunst, mit welcher er die Mode vergöttert, nun, auf sie möchte ich noch einmal als Ausdruck des zweiten geistigen Horizonts, den des Gemüts, hingewiesen haben - und darauf, daß er explizit Stolz darauf ist, den Postmodernismus als europäische Variante des Skeptizismusses angeschoben zu haben.

Nur, es will mir scheinen, daß keinem Menschen mit einer Anleitung zum zeitgemäßen Sterben gedient ist.

Und dann gibt es da noch etwas, etwas von der allergrößten Wichtigkeit, nämlich daß der Caesarismus, so wie Spengler sich ihn vorstellt, heute gar nicht mehr vollzogen werden kann. Zu Recht erkennt er sein Wesen in der Ausdehnung. Aber die Welt ist kleiner geworden, wohin soll sich die europäische Kultur denn überhaupt noch ausdehnen?

Da hat Spengler nicht gerade weit in die Zukunft geschaut und nach seinen eigenen Maßstäben ist er damit ein weit unbedeutenderer Philosoph als Thedore John Kaczynski, welcher nicht nur eine Mode in die Welt gesetzt hat, wie Spengler ja immerhin auch, und darüberhinaus sowohl als Mathematiker als auch als Briefbombenversender ein Mann der Tat war, sondern welcher vor allem die Einzigartigkeit unserer Lage im industriellen Zeitalter erkannt hat.

Angenommen die Vereinigten Staaten würden einen Kontinent zwecks eigener Übernahme entvölkern, wie lange bräuchten sie, um ihn anschließend wieder zu bevölkern?

Mehr als 50 Jahre?

Ich glaube es nicht.

Wie kann es unter solchen Umständen einen durch Expansion gekennzeichneten Caesarismus geben?

Sauerstoff ist kein weiterer mehr da, das Feuer erstickt sich selbst.

Unsere Aufgabe in dieser Lage ist es, eine Luftblase in einem Glas Wasser mit uns zu nehmen und vor dem Feuer zu bewahren. Vielleicht nicht das beste Bild, aber gerade die Zwangsläufigkeit, mit welcher eine Zivilisation altert, zwingt uns dazu.

Wenn nur der Tod möglich scheint, muß man das unmögliche Scheinende versuchen. Es gibt auf diesem Planeten kein umfassenderes Gleichgewicht mehr, welches die Lage für uns bereinigen würde. Besser sich als Mensch Gott anzuvertrauen, denn als Marionette der Sachzwänge zu herrschen. Und selbstverständlich ist alles schon längst zum Sachzwang geworden. Nur wer sein Leben als Werkzeug verstehen und gebrauchen lernt, wird dem Tod entgehen können.

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23. Juni 2023

Die Auswirkungen der Entwicklung der Nebenordnungen auf einander und die Symptomatik der Gehießenheit

Beginnen wir mit der Symptomatik der Gehießenheit. Entweder wir folgen
  • unserer Vorliebe oder wir beschäftigen uns mit dem, was anfällt,
  • unserem (subjektiven) Glauben oder wir fragen andere danach, was stimmt,
  • unserem Gewissen oder wir leben im Augenblick,
wobei wir
  • unserer Vorliebe folgend Partnerschaften entwickeln,
  • unserem (subjektiven) Glauben folgend Bildungen und
  • unserem Gewissen folgend Lebensgrundlagen (es ist besser, an dieser Stelle nicht von Ermächtigungen zu sprechen, obwohl Lebensgrundlagen selbstverständlich Ermächtigungen sind),
und indem wir diese Nebenordnungen entwickeln, mag es passieren, daß wir dabei andere Nebenordnungen mitentwickeln, und zwar
  • Partnerschaften dadurch, daß wir andere neu einbeziehen,
  • Bildungen dadurch, daß wir sie aufholen müssen, und
  • Lebensgrundlagen dadurch, daß Menschen ermächtigt werden (wie gesagt).
Es gibt zwei Arten der neuen Einbeziehung, nämlich
  • die Verfeinerung von Partnerschaften durch auf neuer Bildung beruhende Rollen und
  • der Aufstieg in Partnerschaften durch Machtzugewinn (ja, ja),
und ebenso zwei Arten der Ermächtigung, nämlich
  • die technologische Ermächtigung durch auf neuer Bildung beruhende Werkzeuge und
  • die hierarchische Ermächtigung durch neue Rollen,
aber es spielt keine Rolle, ob eine Bildung für das Ausfüllen einer Rolle oder den Gebrauch eines Werkzeugs nachgeholt werden muß.

Bei den anderen beiden Auswirkungen besteht vor allem der Unterschied, daß die Auswirkungen der Entwicklung der Bildung allen zu Gute kommen können, während jene der Entwicklung der Partnerschaften und Lebensgrundlagen lediglich Lasten umverteilen.

Eine kleine Bemerkung hierzu, um nicht Dinge zu suggerieren, welche so nicht stimmen: Die Entwicklung der Partnerschaft im Zeitalter der Wacht beruht selbstverständlich auch auf einer Entwicklung der Bildung, selbst wenn andere Teile der Bildung in Form des Pantheons feststehen, nämlich einer solchen, welche mit der Verbesserung der Erfüllung der Aufgabe einhergeht.

Hinsichtlich der Entwicklung der Bildung gilt, daß, wenn sich Rollenverfeinerung und technologische Ermächtigung beschleunigen, mehr Menschen ihrem (subjektiven) Glauben folgen als zuvor, und wenn sie sich verlangsamen, weniger. Eine solche Beschleunigung trat gegen 1600 ein, und bereits gegen 1800 kam es zu einer Verlangsamung, welche aber erst 1950 richtig durchschlug. Indem die Bildung an Gewicht gewann, gewann auch das Genie an Prestige, und indem sie an Gewicht verlor, trat auch das Genie hinter der Modernisierung der Gesellschaft zurück.

Diejenigen, welchen die Bildung am Herzen lag (die Gestimmten), nahmen es hin, denn mit der Modernisierung stieg auch der allgemeine Bildungsgrad.

Das harte Problem heute ist, daß die künstliche Intelligenz zwar zu einer technologischen Ermächtigung führt, aber die sich daraus ergebende Rollenverfeinerung desaströs ist, und das weiche, daß wir in einem politischen System leben, in welchem es nicht möglich ist, Rollenverfeinerungen direkt anzugehen, sondern immer nur in Folge technischen Fortschritts, wie es der generative Zykel des Zeitalters der Werke nunmal erfordert, an welchem seit Aurelius Augustinus keine Zweifel angemeldet wurden, auch wenn es bisweilen zu Protesten gegen seine Auswirkungen kam, und mehr sehe ich bei Theodore John Kaczynski auch nicht, denn er bemüht sich ja nicht, anderen seine Unangemessenheit begreiflich zu machen, sondern drückt lediglich seinen persönlichen Ekel vor ihm aus.

Und deshalb ist es nun dahin gekommen, daß die Bildung nur um ihrer selbst Willen entwickelt wird, die allgemeine Bildung stagniert und Aufstieg und hierarchische Ermächtigung die einzigen Interessenverbindungen sind, aber zugleich natürlich auch Interessenentzweiungen bewirken.

Und das heißt: Es gibt keine zivile Herrschaft mehr. Alle Entscheidungen werden nach militärischen Kategorien getroffen.

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4. November 2018

Die Fakultät der Lust

Die Fakultät der Sorge ist die Vernunft und die Fakultät der Achtung der Verstand, aber bei der Lust fällt die Benennung etwas schwerer.

Die Anschauung ist in der Tat Teil der Fakultät der Lust, aber nicht diese selbst. Ich sprach von Formung, zuletzt auch vom Erraten. Dies alles bedenkend ist die Fakultät der Lust der Geist, ein anderer gebräuchlicher Begriff vermag es keinesfalls zu treffen, der Geist als Bewußtsein und Welt verbindende Kraft, welche dem Anschein nach in der elektrischen Aktivität von Nervensystemen existiert, aber der Logik nach nicht nur dort existieren sollte.

Ich habe in einigen Beiträgen aus dem Jahre 2012 die Fakultät der Achtung Ich genannt, womit das substantielle Ich gemeint ist und nicht die Ich-Struktur bestehend aus Wahrnehmung, Tat und Wille, das substantielle Ich, welches in der Zeit ist, indem es die Zeit erzeugt.

Interessant daran ist unter dem hiesigen Blickwinkel, daß es keinerlei Versuchung gibt, auf die Ebene der Lust hinabzusteigen: Ich ist etwas konkretes für uns, aber Geist ist eine Hypothese, da wir von dem, was er mit unserem Bewußtsein verbindet, nämlich der Welt, unmittelbar nichts wissen.

Da ich nunmal ein Mal eine Offenbarung erfahren habe (nach welcher die Herrschaft Tariks, beziehungsweise des Morgensterns, am 15. Februar 2015 begonnen hat oder jedenfalls begonnen war, ohne mich hier weiter mit Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern. und seinen Implikationen für die Beziehung zwischen Christen, Juden und Luzifer auseinandersetzen zu wollen), weiß ich, daß eine solche Offenbarung definitiv nicht geistvermittelt ist, also nicht durch die Fakultät der Lust erraten wird. Ihr Ursprung liegt auf derselben Ebene wie unser Bewußtsein, und der wahrscheinlichste Offenbarungsmechanismus ist Bewußtseinsausweitung, was im übrigen nicht unbedingt eine angenehme Erfahrung ist, sondern definitiv furchteinflößend.

Das Verständnis der drei Ebenen der Transzendenz, materieller, funktionaler und ideeller, beruht darauf, die Fakultäten der Lust, Achtung und Sorge gewissenhaft studiert zu haben, zu wissen, wo sie anfangen und wo sie enden, was den besten Begriff dessen, was jenseits ihrer liegt, vermittelt, zu welchem wir ohne Ausweitung unseres Bewußtseins gelangen können. Eine etwas tollpatschige Vorwegnahme dieses Programms versuchte ich bereits im Beitrag Die drei Zeugen, aber auch wenn ich da recht willkürlich Brauchbares zusammenraffte, hat er mich doch zu zentralen Einsichten wie der der Depression als evaluativer Inkongruenz geführt. Wahre Philosophie arbeitet mit Hilfskonstrukten, das ist ihr Wesen und Weg, die Aufklärung der Verwirrung, und was die größere Welt betrifft, von welcher Alec Guinness im Krieg der Sterne sprach, so gehen wir doch nicht ohne Grund an den Rand des Meeres, sondern weil wir wissen, daß uns're Seele schon eine Antwort auf das enthüllte Ende finden wird.

Ich war heute wieder im Moor, die Mittagssonne stand so niedrig, daß es schien, als wolle sie sich nur in Erinnerung bringen, sie ergoß ihr Licht wie in eine Schublade und ich fühlte mich wie in einem Speicher, in welchem der Besitz der Vögel bis zum nächsten Lenz verwahrt wird, unter den Augen der periodisch nach dem Rechten schauenden Sonne. Aber seltsam dieses Licht, kalt war's ja noch nicht, das Moor nur etwas gelber, war hier ein Ort gemacht für mich? Erstummt, doch bergend? Das Bild der Insel mag mich treffen, bedeuten tut's mir nichts, doch Noah gleich achselzuckend Zuflucht zu gewähren, strömt mir aus jeder Pore. Einen Augenblick jedenfalls, auf dem Rücken liegend gegen die geschlossenen Augenlider, schien alles wohl geordnet, rechtwinklig, nirgends schief. Mein Studium der Alten, der Mathematik, über Schopenhauer zu Augustinus, den Upanischaden, Platon, der Bibel, über Philip K. Dick zu A. E. van Vogt und zum I Ching, um nur die Hauptstränge zu nennen, ist jedenfalls in dem Sinne erfolgreich gewesen, daß mir die Neuen nun auch geistig nicht mehr größer scheinen, als es mir meine Verachtung der Verhältnisse, in welchen sie leben, schon immer nahelegte.

Just spank it! (Rename it .mod after unpacking and WinAmp might play it depending on the plug-ins you've installed, DeliPlayer certainly will. It is NOT the same as in SCOOPEX' Stunner. It is FAR better.)

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17. März 2025

Bei Sonnenschein im alten Moor

Warum sollten wir nicht sagen können, was wir in der Folge unserer Generationen zu erreichen hoffen?
  1. Wir beobachten uns, erkennen, wofür wir verantwortlich sind, und sieben das Anzuwendende aus.
  2. Wir durchstreifen die Welt, erkennen, wovon wir abhängen, und machen es für unser Verfahren nutzbar.
  3. Wir beobachten das Wirken, erkennen, wie Erscheinungen einander begleiten, und bilden unsere Verfahren seiner Gliederung nach.
Es ist diese Reihenfolge, sowohl im Einzelnen, als auch im Verbund: Stets stürzen wir uns ins Getümmel, bevor wir uns an es anpassen.

In diesem Zeitalter bilden wir die Gliederung des Wirkens nach, im nächsten werden wir uns fragen, wofür wir verantwortlich werden können und wollen. Unsere Einseitigkeit erzeugt Ungleichgewichte: Zunächst, das Ungleichgewicht des vorigen Zeitalters ausgleichend, dann den Ausgleich durch das folgende erzwingend.

Warum sollte ich meinem Sohn nicht sagen, daß es dies ist, was wir tun?, würde er doch verstehen, warum wir es tun und litten, wenn wir es ließen.

Ist es besser zu glauben, vom zweiten Gesetz der Thermodynamik zu immerwährender Effizienzsteigerung verurteilt zu sein? Immerhin ist beiden Auffassungen gemein, daß wir leben, um zu wirken, aber letzterer fehlt das Maß.

Ich habe die Einzelheiten ja schon beschrieben, wobei ich einen Punkt offen ließ, welchen ich heute nachtrug.

Augustinus spricht im 12. Buch von De Civitate Dei von einer sehr schwierigen Frage, nämlich ob die Weltzeiten der Weltzeiten nicht immer sich wiederholende, sondern in wohlgeordneter Verbindung verlaufende Zeitalter sein mögen oder etwas Ewiges, die davon abhängigen vorübergehenden Zeiten gleichsam beherrschend. Unvereinbar sind die beiden Lösungen ja nicht, doch die erste beschreibt etwas nachweisbar vorhandenes, welchem wir ins Auge blicken sollten.

Es bedeutet mir viel, dies so sagen zu können. Es drückt die Erwartung aus, daß sich diese Auffassung kulturell manifestieren wird.

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7. Februar 2008

Eine kleine Galerie der Philosophie

Wenn uns jemand fragte über die Zusammenkünfte derer, welche die Buchstaben lernen, ob, wenn einer nach irgendeinem Worte gefragt wird, aus was für Buchstaben es bestehe, wir dann sagen wollen, die Frage geschehe mehr wegen des einen Aufgegebenen, oder vielmehr, damit er in allem, was aufgegeben werden kann, sprachkundiger werde?
- Πλάτων

Platon unternimmt es, seine Leser zum Vernunftgebrauche anzuleiten, wohl wissend, daß es nur in den seltensten Fällen gelingen wird und auch wissend, daß er den übrigen auch etwas bieten muß, damit sie seine Schriften bewahren. Der Wahnsinn freilich, welcher seither aus diesem Beete sproß, läßt einen wohl manches Mal an seiner Methode zweifeln, wobei man ihm allerdings die Lauterkeit seines Ansatzes zu Gute halten muß, redet er doch niemandem ein, ein selbst bei guter Bezahlung immer noch nützlicher Diener zu sein, wie es Aristoteles tat, obschon er es einigen zweifellos war.

Ähnlich wie auch Kant ist er heute ein Lackmustest für Idiotie hinter Kathedern und Schreibtischen, doch das wird mit Sicherheit eine Episode bleiben, denn unstet sind und waren Idioten stets. Davon abgesehen leidet er unter dem Hochmut jener Rezensenten, welche meinen seit seiner Zeit immense philosophische Fortschritte gemacht zu haben, weshalb sie sich einer ernsthaften Beschäftigung mit ihm überheben zu können glauben, wozu aber selbst jene nicht berechtigen, welche sich, wie bereits erwähnt, in der Hoffnung um ihn scharen, Atlantis zu finden.


„Da wir nunmehr mit jenen Kreisläufen aufgeräumt haben, die, wie man meinte, die Seele mit Notwendigkeit stets in dasselbe Elend zurückführen sollten, erübrigt und ziemt sich für die Frömmigkeit nur noch der Glaube, daß es für Gott nicht unmöglich ist, Neues zu schaffen, was er noch niemals schuf, und doch kraft unbeschreiblichen Vorauswissens seinen Willen nie zu ändern.“
- AVGVSTINVS

Die Abkehr von der ewigen Wiederkehr des Fortschritts wegen, Augustinus gehört damit zu den Begründern der europäischen Kultur, welche sich im Kern dadurch auszeichnet, daß etwas, was nicht geliebt werden kann, auch nicht wahr sein kann. Ihr erster Glaubenssatz ist also, daß es die Zeit darum gibt, damit sich in ihr die frommen Wünsche der Menschen erfüllen mögen, eine Fortschrittsgläubigkeit, welche auch heute noch ungebrochen ist, wenngleich ihr auch nicht alle Menschen anhangen.

Leider neigen seine Rezensenten nicht dazu, seine wahre Bedeutung zu betonen, wohl weil es sie zu gewöhnlich erscheinen ließe. Für gewöhnlich sind die Menschen aber gewöhnlich, und gewöhnlicherweise treibt sie ihre Eitelkeit dazu an, den Anschein von Gewöhnlichkeit zu meiden. Wer indes wissen will, warum er der ist, wer er ist, der darf so gewöhnlich nicht sein und muß sich seinen Prägern stellen.


„Zu jedem Begriff wird erstlich die logische Form eines Begriffes (des Denkens) überhaupt, und denn zweitens auch die Möglichkeit, ihm einen Gegenstand zu geben, darauf er sich beziehe, erfordert.“
- Immanuel Kant

Dieses so geschrieben zu haben, nur um sich in der Folge in Verstandeswesen zu verstricken und dabei die Reflexion, das Begreifen von Begriffen, gänzlich zu übergehen, zeigt Kant klar als pflichtgetrieben und verständig, ein Sehender, welchen die Pflicht bald auf manch bodenlosen Abweg führte. Dieser Makel macht es, daß man ihn bald nirgends an einem Stücke lesen kann und dort am meisten findet, wo er sich die Freiheit nimmt ein wenig zu plaudern oder einem Pfaue gleich zu glänzen.

Er scheint aber insgesammt eher zu den positiven philosophischen Einflüssen zu zählen, wenngleich es sich in seinem Falle weniger prominent zeigt als in Schopenhauers, welcher allerdings, wie auch Beckett, selbst Zeugnis davon gibt. Freilich gehört Kant aber auch zu den Autoren, welche Rezensenten mit Gescheutheitsdünkel anziehen, und einige Vorsicht ist in dieser Angelegenheit geboten.


„Weil nun, wie wir gesehen haben, jene Selbstaufhebung des Willens von der Erkenntniß ausgeht, alle Erkenntniß aber als solche von der Willkür unabhängig ist; so ist auch jene Verneinung des Wollens, jener Eintritt in die Freiheit, nicht durch Vorsatz zu erzwingen, sondern geht aus dem innersten Verhältniß des Erkennens zum Wollen im Menschen hervor, kommt daher plötzlich und wie von Außen angeflogen. Daher eben nannte die Kirche sie Gnadenwirkung - Arthur Schopenhauer

Schopenhauers Verdienst betrifft die Ethik, er wurde nicht umsonst dafür ausgezeichnet, stellt er doch das Primat der Einsicht für jede ethische Verbesserung so klar heraus, wie es zuvor schon lange keiner mehr tat. Er liebt dabei allerdings das weitschweifige Wort und blumige Bild und drückt sich schon mal ganz gerne um Detailfragen. Man sollte seine Ordnungsansätze indes nicht verachten, denn sie entspringen wohl der Ahnung der wahren Verhältnisse.

Wie kaum ein anderer Philosoph hat er Menschen in ihren Taten beeinflußt, Wagner und Schweitzer kommen einem wohl zuerst in den Sinn, und damit seinem eigenen Standard gemäß bewiesen, Einsicht zu verbreiten. An Hochschulen freilich macht er sich nicht so gut, und seine Rezensenten neigen über die Maßen dazu, ihn zu rezitieren.

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31. Januar 2016

Heiliges

Jede Kultur verfolgt ein Bild dessen, was sie selber gerne wäre, beziehungsweise in ihren besten Momenten ist.

Dieses Bild ist ihr Eigentum, ihr Stolz und ihr Zusammenhalt, indem es ihre Mitglieder zu Mitstreitern macht.

Den Griechen ging es um Lebensgestaltung, den Römern um Stabilität, den Juden um die Ehrung Gottes, dem Islam um Autonomie und dem Christentum um die Erwiderung Gottes Liebe.

Die Griechen sahen auf die Anlagen, und daß sie genutzt wurden, die Römer auf die Gesellschaft, und daß sie erhalten blieb, die Juden auf das Rechte, und daß ihm Folge geleistet wurde, die Muslime auf die Autoritäten, und daß sie erwiesen waren und die Christen auf die Güter, und daß sie veredelt wurden.

In gewisser Weise verhält sich der Islam dabei zum Judentum, wie Rom zu Griechenland, indem erstere gesellschaftliche Aspekte betonen und letztere persönliche. Konkret erwuchs aus der griechischen Schulung der Schutz von Schulen und aus der jüdischen moralischen Überzeugung der Schutz moralischer Überzeugungen, die griechisch-römische Schiene strebt die Harmonie von Exzellenz in Wahrheit an und die jüdisch-islamische die Größe von Macht in Wahrheit, um die vorigen Betrachtungen zu diesem Thema an dieser Stelle aufzufrischen.

Das Christentum wiederum lenkt die Harmonie der Exzellenz in Wahrheit der griechisch-römischen Schiene auf eine enger definierte moralische Bahn, wie sie zum ersten Mal meines Wissens bei Augustinus aufscheint. Wesentlich an dieser Wendung ist die Ersetzung des Profanen durch das Geistliche, also des Zweckes durch die Schönheit oder, klarstmöglich ausgedrückt, die Abstrahierung und teleologische Aufladung der menschlichen Geschichte. Und da ich an dieser Stelle sowieso schon Parallelen am Wickel habe, sei hiermit die Anmerkung beigebracht, daß sich die Freimaurerei als entsprechende Wendung der jüdisch-islamischen Schiene verstehen ließe.

Freilich, das Judentum ist historisch enger mit dem Christentum als mit dem Islam verbandelt, und dasselbe gilt von der Freimaurerei, aber das ändert die ideengeschichtliche Einordnung nicht und dieser Beitrag verfolgt keine technischen Absichten, so daß ich hierzu an dieser Stelle nicht mehr sagen werde.

Nein, das Thema dieses Beitrags ist die entsetzliche Leere, welche entsteht, wenn die Kultur verdunstet.

Ich fühle mich einsam, ich weiß, daß es mir nicht um die Bilder der höheren Entwicklungsstufen der genannten Schienen geht, jedenfalls nicht auf Perspektive, bei diesem Blog mag es sich um meine Erwiderung Gottes Liebe handeln, ebenso wie bei meinen übrigen Werken, aber für die Zukunft suche ich in den persönlichen Urzuständen Zuflucht, genauer gesagt in der Lebensgestaltung - keine moralisch blinde Lebensgestaltung, ihr Ziel ist im Schwarm auf göttlicher Bahn zu fliegen, die ihr zugehörigen moralischen Affekte sind indes Welten von den heutigen entfernt.

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17. Juni 2024

Entwicklungs- und Aneignungsdoktrinen

Das Potentiale ist die Flamme, an welcher sich jene, welche nur das Aktuale sehen, verbrennen, wenn sie nach ihm greifen.

Unsere Ausrichtung ist entweder spontan oder methodisch, und wenn sie methodisch ist, ist die ihr zugrundeliegende Haltung, welche ich Umgang nenne, entweder individueller Art oder gemeinschaftlicher, und wenn sie gemeinschaftlicher Art ist und den Umgang mit der Weltlage betrifft, so nenne ich sie eine Doktrin oder den Umgang doktrinär.

Menschen nehmen Doktrinen an, weil Doktrinen Gruppen in die Lage versetzen, gemeinsam der Weltlage zu begegnen, und ihnen so das Gefühl vermitteln, wenigstens zum Teil Herr ihres eigenen Schicksals zu sein.

Jeder Umgang beruht auf der Klassifikation des Standes, mit welchem er umgeht, da ihre Klassen die Anwendung seiner Regeln bedingen, und da wir also gezwungen sind, jeden Stand, mit welchem wir methodisch umgehen wollen, unter ihre Klassen zu bringen, fördert das Vorhandensein eines formal fixierten Umgangs das Schablonendenken, wobei die Schablonen die Klassen seiner Klassifizierung bezeichnen.

Und wie also zu erwarten lassen sich Menschen, deren Umgang doktrinär ist, daran erkennen, daß sie die Welt, zur Not auch gewaltsam, in seine Schablonen pressen, wobei sie sich nicht der Doktrin entsprechender Ausrichtungsmöglichkeiten aufgrund der Verweigerung einer sachlichen Lageerfassung (eines sachlichen Zurechtfindens) begeben.

Jede Doktrin beschneidet das Potentiale also durch ihre Schablonen, und gerade darin besteht der Zauber von Supertramp's Album Crime of the Century, daß es es im adoktrinären, fragenden und zweifelnden, Geist der Jugend nicht beschneidet, sondern seine Fühler in es ausstreckt, ganz im Gegensatz zur schneidenden, zynisch selbstgewissen Rede mancher Indoktrinierten, und doch sind manche Doktrinen für es offen, indem sie der Weltlage mit dem Ziel begegnen, eine Entwicklung zu fördern, etwa
  • eine ideelle, die Bildung betreffende, in der Gesellschaft, wie im Zeitalter der Wunder,
  • eine funktionale, die Organisation betreffende, in ihr, wie im Zeitalter der Wacht, oder
  • eine materielle, die Technologie betreffende, in ihr, wie im Zeitalter der Werke,
und wenn er vielleicht auch nicht jede Facette des generativen Zykels des Zeitalters der Werke in De Civitate Dei ausformuliert hat, denke ich schon, daß Augustinus die Ehre gebührt, die Doktrin unseres Zeitalters nach ihm als die augustinische zu bezeichnen.

Hingegen öffnet sich nicht jede Doktrin auf diese Weise dem Potentialen, denn das Ziel, welches ihre Anhänger verfolgen, mag nicht dort, sondern im Aktualen liegen, und daraus entspringt der Gegensatz zwischen Entwicklungs- und Aneignungsdoktrinen, wie es etwa der Marxismus ist, oder allgemeiner jede Befreiungsdoktrin, welche insgesamt darauf abzielen, sich Aktuales, welches ihnen vorenthalten wird, sei es Wissen, Zugänge oder Macht, anzueignen.

Es ist aber so, wie ich eingangs schrieb: Der zynisch weltverzerrende Griff nach dem Aktualen zeigt, je weiter er gedeiht, desto deutlicher, welche Potentialitäten er ausschließt, und das ist die Flamme, an welcher er sich verbrennt (wobei jene, welche nach dem Aktualen greifen, eben auch nach dem Potentialen greifen - ob sie das nun verstehen oder nicht).

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11. März 2014

Ignatius von Loyola: Geistliche Übungen (Regeln über die kirchliche Gesinnung)

Loyola hat doch tatsächlich auch Regeln über die Skrupeln aufgestellt, allerdings bleibt er da wohlweislich so vage, daß mein diesbezügliches Vorurteil weder bestätigt noch widerlegt wird, also daß, wer über Skrupel schreibt, zur Skrupellosigkeit erziehen will.

In Fragen der kirchlichen Gesinnung andererseits läßt er nichts an Klarheit zu wünschen übrig, Numerierung wiederum wie bei Loyola.

10. Die Ansicht ist nicht unvernünftig, eine Kirche muß ihre Probleme selber lösen und sollte nicht das Volk dazu verwenden, Druck auf unliebsame Teile ihrer selbst auszuüben.

11. In gewisser Weise selbstverständlich, daß eine Kirche sowohl ihre Gründer als auch ihre späteren Ausgestalter ehrt, aber zugleich auch gefährlich, denn die Gründer liegen ferner und brauchen wohl ein Übermaß an Verehrung, um diese Ferne auszugleichen.

12. There we go. Grundlos sagt Loyola das ja sicher nicht. In Spanien hielten sie sich seinerzeit also alle für besser als die Kirchenväter, und rein technisch gesehen stimmte das wohl auch, genauso wie es heute an mathematischen Fakultäten 'zig unbekannte Professoren gibt, die Weierstraß haushoch überlegen sind. Aber darum geht's nicht, es geht um die Verantwortlichkeit für die gemeinsam verfolgte Form.

13. Keine Gewissensfreiheit in der Kirche. Was soll der Blödsinn? Nichts, außer meinem Gewissen, könnte mich dazu bringen, mich dem Urteil meiner Kirchenoberen zu beugen. Es wäre also vernünftiger die Gründe für den Gehorsam aufzuzählen als den Gehorsam zum Prinzip zu erklären. Freilich, wie im Parlament mag es hier einzig um die Akzeptanz solchen Verhaltens seitens anderer gehen. Aber wozu so schwere Geschütze? Ein hierarchischer Orden muß sich seiner Hierarchie doch nicht schämen. Ich neige hier eher dem Geist der preußischen Armee zu, in welcher ein Offizier schonmal einen Befehl ignorieren konnte und anschließend Pardon erhielt, wenn er dadurch erfolgreich war. Freilich, Pardon kann es in einer Kirche nicht geben, nur postume Rehabilitierung.

14. Hier wird Loyola selbst des Redens in Andeutungen schuldig. Der Punkt ist ganz einfach, und die Inder haben es schön ausgedrückt: Nicht wählt der Guru Brahman, sondern Brahman wählt den Guru. Was gibt es daran mißzuverstehen? Außer Gott weiß doch niemand, wem er wann seine Gnade schenken wird.

15. Wiederum kein großes Problem, wir haben die Wahl, aber Gott weiß im Voraus, was wir wählen werden. Hat der Heilige Augustinus schon so geschrieben, und ich bin im Alter von sechs Jahren auch selbst drauf gekommen.

16. Verzeihung, aber das heißt entweder, daß Loyola nicht weiß, was Glaube ist, oder, daß er nicht glaubt.

17. Das ist quasi der Offenbarungseid. Die Katholiken sind zu große Gnade gewöhnt und arbeiten nicht hart genug.

18. Wenn man Haare spalten wollte, könnte man sagen, daß man Gott selbst lediglich vertrauen sollte - und das, was er einem zeigt, lieben oder fürchten. Im Falle der Liebe ist es freilich nicht weiter schlimm, wenn man das nicht so genau nimmt, im Falle der Furcht hingegen mag es schon schlimm sein, und eingedenk Loyolas Absicht, die Katholiken härter arbeiten zu lassen, weil er sich vor dem Fleiß der Protestanten fürchtet, wobei sich die Frage stellt, vor wem er sich da eigentlich fürchtet, muß man wohl davon ausgehen, daß die anempfohlene Furcht auch schlimm gemeint war.

Der Punkt ist allerdings subtil, und ich sollte ihn klären. Wer Gott vertraut, der fürchtet Gott allgemein, als Richter der Welt, er fürchtet ihn nicht speziell. Und umgekehrt, wenn in jemandem eine spezielle Furcht vor Gott erwächst, daß Gott sich also gegen irgendetwas Bestimmtes richten könnte, was demjenigen, welcher Gott vertraut, ganz egal ist, weil er weiß, daß Gott dadurch nur sein Urteil spricht, so verliert dieser durch seine Furcht sein Vertrauen in Gott, denn er hat sich gedanklich aus Gottes Hand begeben und seine Seele erschrickt davor und verliert ihren Halt.

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28. April 2021

Liberalisierung und Hierarchisierung

Die Quintessenz des vorigen Beitrags ist, daß es den Menschen stets zu dem zieht, was er als gut erkannt hat. Karl der Große erkannte das staatsbegründende Potential des Christentums und schuf damit die europäischen Gottesstaaten (in Anlehnung an De Civitate Dei von Aurelius Augustinus). Später erkannte die englische Gentry das Potential größerer Selbständigkeit und legte damit den Grundstein der britischen Kolonisation Nordamerikas und Australiens. Ersteres Ereignis war der Beginn der zweiten Phase des gegenwärtigen Glaubenszykels und letzteres der Beginn der dritten, und beide bezeichnen so den Weg, welchen der Glaube nahm, sich in der Welt zu verkörpern, nachdem er Menschen fand, welchen er in seiner jeweiligen Entwicklungsstufe einleuchtete.

Ersteres Ereignis ist ein Beispiel für Hierarchisierung, letzteres für Liberalisierung, doch wenn wir die Dinge auf der weltgeschichtlichen Ebene betrachten, gehen uns bald die Beispiele aus. Wenn gegenwärtig wieder etwas weltgeschichtliches ansteht, wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn wir verstünden, welche Art Gut uns zu Liberalisierung zieht und welche zu Hierarchisierung.

Damit verhält es sich aber so:
  • Das erwartete Gut zieht uns zur Liberalisierung und
  • das absehbare Gut zur Hierarchisierung,
Erwartung und Absicht wie im Beitrag Wesentlichkeitserwartung erklärt.

Ich befinde mich in der leicht ironischen Situation, die Hierarchisierung als Gut zu erwarten und gerade deshalb von bestehenden Hierarchien Abstand zu nehmen. Allerdings wird meine Vorfreude wohl getrübt werden, wenn die ersten Hierarchisierungsversuche Gestalt annehmen. Nichtsdestotrotz haben die Menschen viel absehbar Gutes zu verkörpern, bevor das erwartete Gute wieder die Oberhand gewinnt, auch wenn es weltgeschichtlich betrachtet sehr schnell gehen mag.

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5. Juli 2025

Implizite und explizite Sehnsuchtsgemeinschaften

Die Frage, welche Gemeinschaft zu uns paßt, läuft auf Ebenbürtigkeit hinaus, also daß
  • unsere Erfahrung den strategischen Voraussetzungen einer Art genügt,
  • unsere Haltung der Absicht der Dynamik eines Traditionsnexus und
  • unsere Vorhaben der Harmonie eines Schwarms,
entweder, weil wir uns entsprechend bilden, oder weil wir die Gemeinschaft entsprechend bilden.

Freilich sind die Möglichkeiten, die Gesellschaft entsprechend zu bilden, beschränkt und lassen also oftmals auf die eine oder andere Weise zu wünschen übrig, und wenn wir uns selber wie gehießen bilden, ist doch nicht gesagt, daß uns anschließend eine der existierenden Gemeinden entspricht, auch wenn Goethe, im Vertrauen darauf, daß uns unser Blut heißt, das nicht als Problem angesehen hat (Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen).

Also spricht Christus:
Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl vermengte, bis es ganz durchsäuert ward.
- nicht machen wir uns die Gesellschaft passend, noch bereiten wir uns auf die Gesellschaft vor, sondern indem wir uns auf das Himmelreich vorbereiten, bereiten wir auch die Gesellschaft auf es vor, indem sie eine implizite Sehnsuchtgemeinschaft mit uns bildet.

Sehnsuchtsgemeinschaften können aber, soweit muß man Goethe Recht geben, ihre Wurzel in unserer Gehießenheit durch Vorliebe, (subjektiven) Glauben und Gewissen oder in einem Vorbild, welches wir bewundern, haben, und auch wenn es mir hier nicht um letzteren Fall geht, ist er doch einerseits geeignet, Licht auf sie zu werfen, und muß zum anderen zur Klarstellung einiger verwirrender Aussagen, welche ich über ihn gemacht habe, hier noch einmal behandelt werden.

Zunächst sagte ich, daß
  • wahrhaftige Verbundenheit Verheißungsfülle in uns entfacht,
  • wahrhaftige Liebe im engeren Sinne Klarheit und
  • wahrhaftige Zufriedenheit Verwandtheit,
dann, daß
  • wahrhaftige Verbundenheit den Glauben an das Klären als Mittel der Begegnung,
  • wahrhaftige Liebe im engeren Sinne jenen an die Verneinen / Lösen als Mittel der Befriedigung und
  • wahrhaftige Zufriedenheit jenen an das Bestimmen als Mittel des Nutzbarmachens,
und schließlich, daß
  • Verheißungsfülle in
    • Steuerbarkeit,
    • Harmonie und
    • Verwendbarkeit besteht,
  • Klarheit in der Erkenntnis
    • der Entsprechung der Verhäktnisse einer Art in verschiedenen Umständen (Dynamik),
    • der Zweckgemäßheit des Verantworteten für verschiedene Umstände (Verwicklung) und
    • der Ursächlichkeit der Abhängigkeiten für die Herbeiführbarkeit von Umständen durch ihre Nutzbarmachung (strategischen Voraussetzungen) und
  • Verwandtheit in
    • der Absicht der Dynamik eines Traditionsnexus,
    • dem Harmonieren mit einem Schwarm und
    • dem Teilen der strategischen Voraussetzungen mit einer Art.
Dies alles stimmt, ist aber unvollständig. Zunächst einmal gilt, daß
  • Verheißungsfülle stets auf einen Glaubensgrund verweist,
  • Klarheit stets auf eine Glaubenskritik (vorgezogene -prüfung) und
  • Verwandtheit stets auf eine ebenbürtige Gemeinde,
und somit nicht nur
im Rah-/ des
men    / der \
Begegnens Befriedigens Nutzbar-
machens
Bejahung
(Verbun-
denheit)
Steuerbares
Klären
von Ver-
wickeltem
Verneinen /

Lösen
in einer Art
Bestimmen
Vollkom-menheit
(Recht-
schaffenheit)
Steuerbares
Reiten
zu Har- monischem
Erwachsen
in einer Art
Mitgeben
Bewahrung
(Frieden)
Steuerbares
Angehen
harmonisch
Gefaßtsein
-
wobei
  • die smyrnische Sehnsuchtsgemeinschaft durch Klären und Verneinen / Lösen zur bestimmensvorausetzungen erfüllenden Erfahrung zu gelangen trachtet,
  • die ephesische durch Erwachsen und Mitgeben (vormals Vererben) zur Reitensdynamik kennenden Haltung und
  • die pergamonische durch Vorbereiten (vormals Näherbringen) und Angehen (vormals Übergehen) zu harmonisch gefaßten Vorhaben,
sondern auch

Glaubens-
grund

Glaubens-
prüfung

ebenbürtige
Gemeinde
Smyrna Steuerbares
Klären
von Ver-
wickeltem
Verneinen /

Lösen
in einer Art
Bestimmen
Ephesos in Har-
monischem
Erwachsen
Strategie revidierendes
Mitgeben
in einer
Tradition
Reiten
Pergamon Verwendbares
Vorbereiten
Dynamik
änderndes
Angehen
in einem
Schwarm
gefaßt Sein

Mit anderen Worten erfassen Verbundenheit, Liebe im engeren Sinne und Zufriedenheit den größeren Zusammenhang, welcher von der Glaubensweise (smyrnisch, ephesisch oder pergamonisch) abhängt, und regen sich nicht nur in der smyrnischen Weise, wie sich ja auch Verheißungsfülle, Klarheit und Verwandtheit wiederum auf drei Dimensionen beziehen, wobei
  • der Glaubensgrund dadurch gelegt wird, daß eine Bildung am Vorbild im weiteren Sinne geliebt oder gehießen wird und
    • das Gelübde der Klärung der Erreichung einer Erfahrung dient,
    • die Anerkennung des Erwachsens der Erreichung einer Haltung und
    • die Verpflichtung des Vorbereitens der Erreichung eines Vorhabens,
  • die Glaubenskritik dadurch ausgelöst, daß die der ersehnten Bildung bei der Selbstfestlegung untergeordnete Bildung am Vorbild im weiteren Sinne geliebt oder gehießen wird, also
    • die Haltung bei der Verneinung / Lösung,
    • die Vorhaben beim Mitgeben und
    • die Erfahrung beim Angehen, und
  • die ebenbürtige Gemeinde sich dadurch erweist, daß die an ihr geliebte Bildung die ersehnte und mittlerweile im goetheschen Sinne erworbene ist, also
    • zufrieden mit den Vorhaben einer Art zu sein,
    • der Erfahrung einer Tradition verbunden und
    • die Haltung eines Schwarmes im engeren Sinne zu lieben.
Letzteres ist im christlichen Sinne der eigenen Gehießenheit natürlich nur vom Reich Gottes zu erwarten.

Schon Johanni Jünger forderten Christus vor diesem Hintergrund heraus, und wenn das Reich Gottes nicht auf den St. Nimmerleins Tag verschoben werden soll, müssen wir uns Gedanken über die Strategie der Durchsäuerung machen.

Wie gesagt, Smyrna, Ephesos und Pergamon bestehen in unserer Gesellschaft implzit, das heißt
  • Smyrna arbeitet an einer Haltung als Schlüssel zu einer Erfahrung, welche wiederum der Schlüssel zu Vorhaben ist, ersteres sei das Passende, mittleres das Maß und letzteres die Sehnsucht, und das Passende wird der Gesellschaft in dieser Funktion in Wort und Tat gepredigt, konkreter die altruistische Dynamik, wie auch
  • Ephesos die Funktion harmonischer Vorhaben und
  • Pergamon jene strategischer Entwicklungsstadien in Wort und Tat predigen.
Die gesamte Gesellschaft wird also in die Reise zum ersehnten Ziel miteinbezogen, ohne daß klar wäre, wer die Sehnsucht nach ihm teilt und wer nicht.

Das hat entschiedene Vorteile, zuvörderst den, sich weder mit dem Bestehenden abfinden, noch es mühsam daimonisch manipulieren zu müssen. Indes ist der Übergang zur daimonischen Manipulation fließend, insofern
  • Smyrna die Gesellschaft in die altruistische Dynamik verwickelt,
  • Ephesos durch harmonische Vorhaben versetzt und
  • Pergamon als strategischer Unterstützer betritt,
so daß sich schon die Frage stellt, wer oder was genau die Engel der ersten sechs Gemeinden sind. (Ich will jetzt mal nicht sagen, daß ich der Engel der Gemeinde Smyrnas bin, aber besessen von ihm definitiv, und zwar seit Anbeginn meiner Erinnerung.)

Das Wesentliche ist aber, daß es ein Gemeinschaftsprojekt und kein persönliches ist, also daß sich Mehrere an ihm bewußt beteiligen. Wenn Einzelne in dieser Funktion wirken, nun, da hätte man schon Grund, sie Engel zu nennen. Heute allerdings werden die Regeln der Regierungen gepredigt, der Erlebnis-, Repräsentations- und Willenskulturen. Sie sind es, welche den Weinberg nicht herausrücken wollen. Und unter ihrem Einfluß verliert die Strategie der Durchsäuerung ihren Wert. Der Teig ist durchsäuert, das Reich eingenommen, und der Herr fordert seinen Weinberg von ihnen.

Wie Augustinus um das Seelenheil der Frommen besorgt, kann ich aber die Sehnsuchtsgemeinschaften nicht missen, und so schlage ich folgendes zu ihrer Rettung vor,
daß sich explizit smyrnische, ephesische und pergamonische Gemeinschaften bilden, welchen die Menschen beitreten, um der Gehießenheit genüge zu tun, und zu erkennen, welche Haltung Gott den Arten, welche Vorhaben den Traditionen und welche Erfahrung den Schwärmen heißt, um die politischen Gemeinden danach für sich auswählen und für sie beraten zu können.

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