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21. März 2019

Erfahrung, Wandel und Streben der Seele

Die Seele ist unser vorweltliches Ich, das Ich aus dem die Welt wird, und um diesen Unterschied zum weltlichen Ich festzuhalten, möchte ich in ihrem Falle an Stelle von Wahrnehmung, Tat und Wille von Erfahrung, Wandel und Streben sprechen.

Wahrnehmung, Tat und Wille erlauben es uns, uns als begründete zyklische Funktion zu verstehen: die Wahrnehmung liefert das Argument, die Tat den Funktionswert und der Wille die Bewertung, welche die Operation rechtfertigt, wobei der Funktionswert zugleich in die nächste Wahrnehmung eingeht.

Und obwohl diese Beziehung im vorstehenden Fall auf der Welt beruht, finden wir sie auch zwischen Erfahrung, Wandel und Streben.

Erfahrung der Seele. Die Seele erfährt auf zwei Ebenen, jener der Anschauung und jener der Begriffe. Durch die Reflexion wird die Ebene der Begriffe angeschaut, und die Schichtung wiederholt sich.

Wandel der Seele. Der Wandel der Seele entspricht den Zeitaltern der Werke, Wunder und Wacht und den sieben Feuern des Gerichts. Ich möchte hier indes erneut eine in sich geschlossene Erklärung geben.

Die Vernunft trachtet danach, das Gesetz zwischen allen ihr zugänglichen Verhältnissen (wie die Griechen (λόγος), verwende ich Begriff und Verhältnis mehr oder weniger synonym) zu erkennen, es sei denn, daß
  1. keine zu analysierenden Verhältnisse mehr verblieben sind oder
  2. ständig neue Verhältnisse hinzukommen,
und darauf basierend kann man die drei Zeitalter definieren, nämlich
  • das Zeitalter der Werke als das Zeitalter, in welchem die zugänglichen Verhältnisse analysiert werden,
  • das Zeitalter der Wunder als das Zeitalter, in welchem neue Verhältnisse hinzukommen und
  • das Zeitalter der Wacht als das Zeitalter, in welchem neue Verhältnisse stabilisiert werden.
Konkret handelt es sich bei den neuen Verhältnissen um Formen der Transzendenz, insbesondere der Telepathie, Begriffe, welche sich in einem bilden und einen in gewöhnlichen oder neuzugänglichen Akten anleiten. Das Zeitalter der Werke ist das Zeitalter der Zügelung, das Zeitalter der Wunder das Zeitalter der Erweiterung und das Zeitalter der Wacht das Zeitalter der Bekennung.

Während wir unsere Begriffe erweitern und anschließend bekennen verändert sich auch die Welt um uns herum, weil dies ein Teil der Transzendenz ist, genauer gesagt jener der ideellen Ebene. Und nachdem der Zykel einmal durchlaufen wurde, kann er wieder mit der Analyse der zugänglichen Verhältnisse beginnen.

Ich behaupte, daß dies das innerste Gesetz unserer Seele ist: Die Welt zu verstehen, um sie zu zügeln, die eigenen Begriffe zu erweitern, um etwas neues zu finden, und die eigenen Begriffe zu bekennen, um sich eine Ausgangsbasis zu verschaffen.

Als reines Gesetz der Funktionsweise der Vernunft ist dies recht profan, aber ich glaube durchaus, daß die Welt und wir selbst das Produkt dieses Prozesses sind. Daß es sich so verhalte, möchte ich die Heilige Ordnung nennen.

Streben der Seele. Das Streben der Seele, zuletzt im Beitrag Die Schule eines Glaubens beschrieben, ist es, zum einen die Heilige Ordnung hervorzubringen, durch Besinnung auf das Heil zur Inspiration und zur Bitte, und zum anderen die Heilige Ordnung zu befolgen, indem wir uns am heiligen Vorbild messen lassen. Das sind die beiden Splitter in unserm Bewußtsein: Unsere Existenz ist heilig und steht in der Pflicht, zum Heil zu führen.

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