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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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18. April 2022

Zur politischen Ordnung im Zeitalter der Wunder

Wenn ich sage, daß die politische Ordnung im Zeitalter der Werke dadurch bestimmt ist, daß die Menschen Dienern gleich beholfen werden, damit sie als Mitarbeiter zusammenarbeitend innovieren, so können wir uns sofort etwas darunter vorstellen, weil uns die Details, Schul- und Hochschulsystem, Gesellen- und Bankenwesen, bekannt sind.

Und auch die politische Ordnung des Zeitalters der Wacht tritt uns konkret vor Augen, wenn ich sage, daß den Menschen Kandidaten gleich Angebote gemacht werden, damit sie als Helfer verbündet hegen, sofern klar ist, daß sich Angebote und Hege auf die Bewährung in einem Beruf oder einer politischen Allianz beziehen.

Aber wenn ich sage, daß die politische Ordnung im Zeitalter der Wunder dadurch bestimmt ist, daß die Menschen Auftragnehmern gleich orientiert werden, damit sie sich als Helfer sich Zusagen machend bewundern, so bleiben viele Fragen offen.

Die erste dieser Fragen betrifft die Art der Orientierung, die nächste jene der Zusagen. Wer oder was belohnt oder bestraft? Welcher Auftrag wird gegeben? Wer ist der Auftragnehmer? Was Helfer sind, wissen wir, was Bewunderung ist, auch.

Die Orientierung kann vernünftigerweise nur durch das Leben selber erfolgen, das heißt, bei dem Auftrag handelt es sich lediglich darum, als Gemeinde in einem bestimmten, räumlich überschaubaren Gebiet zu überleben. Wir betrachten also einen politischen Zusammenschluß von verschiedenen Gemeinden. Und wie Helfer sich innerhalb der Gemeinden Zusagen machen (etwa in Form von Bereitschaften oder Werkmächten), so müssen sich auch die Gemeinden unter einander Zusagen machen, und dabei stellen sich die folgenden Zusagen als die vernünftigsten heraus:
  1. Jede Gemeinde bekennt eine Verfassung.
  2. Ab dem Erreichen der Volljährigkeit hat jeder das Recht, einer Verfassung seiner Wahl beizutreten, aber die Gemeinden, welche die entsprechende Verfassung bekennen, haben das Recht, darüber zu entscheiden, welche Gemeinde ihn aufnimmt.
  3. Populäre Verfassungen gewinnen Gebietsansprüche gegenüber den Gemeinden unpopulärer Verfassungen, wobei allerdings eine Untergrenze zu respektieren ist, um regenerationsfähige Traditionslinien zu erhalten. Gezieltem Mißbrauch dieser Untergrenze kann durch verfassungsmäßige gezielte Diskriminierung entgegengewirkt werden.
  4. Vertreter aller Gemeinden einer Verfassung kommen in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle neun Jahre) zusammen, um sich über die Aktualisierung der Verfassung zu beraten.
  5. Vertreter aller Verfassungen kommen in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle neun Jahre) zusammen, um sich über die Aktualisierung ihrer Verfassungen auszutauschen, sowie sich über die Neuetablierung von Verfassungen zu beraten, welche Gemeinden bekennen können.
  6. Es wird eine Reserve einer bestimmten Menge Landes von den Gemeinden vorgehalten, um bei Gebietsansprüchen einer Gemeinde gegen eine benachbarte eine allmähliche Umstellung zu erlauben, beziehungsweise bei unbenachbarten Gemeinden einerseits das Anwachsen von Gemeinden bis zu dem Grad zu erlauben, ab welchem sie sich aufspalten können und der abgespaltene Teil umsiedeln, und andererseits die Auflösung von Gemeinden und ihre Verteilung auf andere Gemeinden ihrer Verfassung.
Und sonderlich weit entfernt ist das weder von nomadischen Jägern, noch von griechischen Stadtstaaten. Es läßt sich also schon denken und damit auch schon halb auf diese Weise leben.

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7. Januar 2025

Die Ordnungen als kulturelle Revisionserlebnisse

Auch meine Theorie der Ordnungen, das heißt Kern- und Nebenordnungen, ist in technischer Hinsicht unterentwickelt.

Mit den Revisionen verbinden sich Rückschauen, auf welche sie sich stützen, mit dem
  • Aufgreifen die Abhängigkeiten, welchen wir beim Aufgreifen vertrauen, die Ausstattung,
  • Freilegen die freigelegten Gesetzmäßigkeiten, die Verfassung, und
  • Einsetzen die durch es anvisierten Verantwortlichkeiten, die Ehrung,
und Ausstattung, Verfassung und Ehrung bestimmen also die Revisionserlebnisse.
  • Mit der Ausstattung gehen wir also beim Umsetzen von Vorhaben um,
  • die Verfassung berücksichtigen wir beim Begegnen von Entwicklungen und
  • beim Ermessen nach Haltungen geben wir uns über das Geehrte Rechenschaft.
Kern- und Nebenordnungen sind nun bewußt gestaltete Revisionserlebnisse, und genau das ist Kultur im Gegensatz zu Natur. Die Gestaltung beruht dabei auf dem Wunsch nach Anpassung im nachvollziehenden Sinne:
  • eine einmal vorgesetzte Ausstattung will beim Umsetzen wieder aufgegriffen werden,
  • eine einmal freigelegte und dadurch zurechtweisende Verfassung will beim Begegnen wieder ausgesetzt werden und
  • auf einer einmal einsetzenden Ehrung will beim Ermessen wieder aufgebaut werden,
das heißt
  • eine gestaltete Ausstattung bewährt sich beim und verbreitet sich für das Umsetzen,
  • eine gestaltete (üblicherweise soziale, also sittliche) Verfassung bewährt sich beim und verbreitet sich für das Begegnen, und
  • eine gestaltete Ehrung bewährt sich beim und verbretet sich für das Ermessen.
Ehrungen setzen sich also durch, weil wir uns ehrend wohler in unserer Haut fühlen, unsere Bestreben harmonischer werden.

Somit sind die Kern- und Nebenordnungen
  • Ermächtigung und Kultur (im Sinne des generativen Zykels des Zeitalters der Werke) Ausstattungen,
  • Organisation und Partnerschaft Verfassungen und
  • Glaube und Bildung (im Sinne des generativen Zykels des Zeitalters der Wunder) Ehrungen,
und freie Verhießenheitsgefäße gestalten diese aus sich heraus,
  • Traditionen Ausstattungen,
  • Schwärme Verfassungen und
  • Arten Ehrungen,
und da in unseren westlichen Gesellschaften lediglich die Traditionen frei sind, müssen diese als Ruder benutzt werden, um die Geschichte zu lenken: Waffen führen zu Kriegen und immer bessere Waffen schließlich zur Herrschaft des Tiers, blitzschlagartig mit der Einsicht in ihre Notwendigkeit beginnend und ebenso mit jener in ihre Verkehrtheit endend.

Die Steuermöglichkeiten einer Tradition sind also begrenzt, nicht hinsichtlich des Umfanges, in welchem die Geschichte von ihnen betroffen wird, jedoch hinsichtlich der Wünschenswertheit ihres Kurses, ein Schwarm könnte hingegen alles Unsittliche unterdrücken, ein Gedanke, welchem Platon in den Nomoi ausgiebig Raum gibt. Jedoch hat auch ein Schwarm keine Gewalt über sein Wesen, beziehungsweise sein Schicksal, indem er stets nur dem momentanen Eindruck folgt, so daß sein Werdegang lediglich durch seine Reaktionen auf äußere Anstöße bestimmt wird.

Unfrei, wie wir als Schwarm sind, stehen wir unter dem Eindruck der Annehmlichmachung des Staatstheaters und lassen die Unsittlichkeit gewähren, welcher er seinen Segen gibt, und unfrei, wie wir als Art sind, verkauft es uns seine Version der Ehrung als notwendig, etwa um die Erde vor der Sonne zu retten, derart er unsere Version erdrückt.

Indes, sollten wir irgend Freiheit erlangen, eröffnet sich uns die Chance, unserer Gehießenheit gerecht werden, so wir nur verstehen, worin Freiheit besteht und zu was sie zu führen vermag.

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17. Juni 2014

Hierarchien

Oder auch Formen der Unterordnung.

Ich war im vorletzten Beitrag zugegebenermaßen etwas faul, als ich den Spruch Ein Hamburger kniet vor niemandem! schlicht als Ausdruck der Selbstbehauptung gelesen hatte.

Subsidiarität ist ein Ideal, aber eines, welches auch autoritär verfaßte Gemeinwesen für sich reklamieren können. Bestimmte Dinge sind einem halt so selbstverständlich, daß man sie zumeist nicht bewußt sieht. Und mir ist die spezifisch hamburgische Haltung zu Hierarchie so selbstverständlich, daß ich in jenem Beitrag nicht an sie gedacht habe. Und auch dieser Beitrag verdankt sich einer anderen Betrachtung, welche erst in ihrem Verlauf auf den Hamburger Fall zurückführte.

Doch bevor ich zu ihr komme, möchte ich noch dies anmerken. Ich habe zu keiner Zeit in meinem Leben auch nur einen Gedanken an die heutigen Verfassungen und ihre Begründungen verschwendet. Das betrifft die französische und die amerikanische genauso, wie die der ehemaligen Sowjetunion, des Dritten Reichs oder davor des Deutschen Kaiserreichs. Ich wußte stets, also schon mit 5 Jahren, daß es mit all dem nicht weit her sein kann, da die Menschen, welche mich umgaben, entweder keine politische Ideale besaßen, oder solche, welche mit all diesen Verfassungen nichts zu tun haben, genauer gesagt spezifisch hamburgische, auf welche ich weiter unten zu sprechen komme.

Wenn ich sage, daß Menschen keine politischen Ideale haben, dann meine ich damit, daß sie blind politischen Autoritäten gehorchen.

Blind zu gehorchen ist dabei dasselbe, wie keine Forderungen an denjenigen zu stellen, welcher befiehlt.

Und deshalb bedeutet es, keine politischen Ideale zu besitzen.

Wie war das im alten Griechenland?

Genauso?

Nun, wahrscheinlich nicht. Aber bevor wir darüber spekulieren können, wie es dort gewesen sein könnte, müssen wir zunächst einmal besser verstehen, warum blinder Gehorsam verbreitet ist.

Ich behaupte folgendes.

Blinder Gehorsam entspringt dem unreflektierten Wettbewerb, also einem Ringen um Posten, bei welchem schließlich niemand sagen kann, welche Qualität diejenige war, welche für den Erfolg ausschlaggebend war.

Denn, wenn dies niemand sagen kann, so kann auch niemand einen Beleg für die Eignung zur Autorität einfordern, weshalb der Gehorsam notgedrungen blind sein muß.

Ich behaupte weiterhin.

Die Entscheidung, unreflektiert um Posten zu ringen, ist untrennbar mit der Hingabe an das Schöne, im Gegensatz zur Hingabe an das Mächtige oder das Wesentliche, siehe Das Wesentliche, das Mächtige und das Schöne, verbunden, denn diese bedeutet ja gerade, unreflektiert den eigenen Vorteil zu suchen.

Folglich steht zu vermuten, daß die Alternativen zu blindem Gehorsam mit der Hingabe an das Mächtige und der Hingabe an das Wesentliche zusammenhängen sollten.

Und bei den Griechen war es nun so, daß sie sich dem Anschein nach dem Mächtigen hingegeben haben, siehe Gedanken zum Gegensatz zwischen Menschensohn und Götterhimmel.

Das heißt aber, daß ein Grieche Trost und Freude empfand, wenn er daran dachte, daß andere Griechen, genau wie er selbst, sich ihren Gefühlen auf den als göttlich anerkannten Bahnen hingaben. Und wenn einer darin ein Großer war, also etwa besonders kühn, so wäre er ihm deswegen gerne gefolgt, weil sich die eigene Kühnheit über einen solchen Mit- und Vorstreiter gefreut hätte.

Und so ist es ja mit vielen Gefühlen. Bin ich neugierig, freue ich mich über andere, welche ebenfalls neugierig sind. Liebe oder hasse ich etwas, so freue ich mich über Weitere, welche ebenso empfinden.

Und daraus ergibt sich also ein Gehorsam, welcher nicht blind ist, sondern genau im Auge hat, was er am Befehlenden schätzt.

Und was die Hingabe an das Wesentliche angeht, da kommen wir schließlich zum hamburgischen Fall. Die Hingabe an das Wesentliche bedeutet ja, die eigenen Besitztümer gering zu achten, und sich auf das zu konzentrieren, was einem fehlt, nicht zum Genuß, sondern zum Überleben. Mit anderen Worten besteht die Hingabe an das Wesentliche darin, keine Gründe zu verzweifeln zu übersehen.

Was aber heißt das für den Gehorsam?

Nun, es heißt dies. Da die Gesellschaft sich darin einig ist, daß es am wichtigsten ist, Gründe zu verzweifeln zu finden, wird sie dann und nur dann einem Befehl gehorchen, wenn ihr dargelegt wird, daß es notwendig ist, ihn zu befolgen, um nicht zu verzweifeln.

Mit anderen Worten ist es einer solchen Gesellschaft ziemlich egal, was passiert, solange dadurch kein Grund zu verzweifeln geschaffen wird, denn das ist nicht erlaubt: Man darf nur verzweifeln, wenn man nichts gegen die Lage tun kann. Man darf nur beten, wenn man muß. Man darf Gott, seinen Herrn, nicht versuchen.

Am ehrlichsten wäre es wohl zu sagen: Man scheut die Anwendung von Magie, weil Gott einen Preis dafür fordert, wenn sie unnötig ist.

Magie ist natürlich etwas unpräzise, aber das Bild des bösen Zauberers, welcher jedes Mal altert, eine Narbe erhält oder schlimmeres, wenn er wieder einen Zauberspruch aufsagt, ist ein gutes. Das ist letztlich das, was hinter dem Ganzen steht.

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25. August 2025

Zur Verantwortung für die Ordnung von Gesellschaften

  • Traditionen werden dadurch geordnet, daß sie ausgestattet werdeb,
  • Schwärme dadurch, daß sie verfaßt werden, und
  • Arten dadurch, daß sie Markierungen übernehmen,
wobei das Ziel der Ordnung darin besteht, daß
  • die Ausstattung die Umsetzung der Vorhaben der Tradition in wesentlichen Erfahrungen erlaubt,
  • die Verfassung die Begegnung der Erfahrung des Schwarms in schönen Haltungen und
  • die Markierung die Befriedigung der Haltung der Art durch mächtige Vorhaben,
und
  • wesentliche Erfahrungen herzlich aufgegriffen werden, Traditionen ihre Vorhaben also herzlich umsetzen,
  • schöne Haltungen wunderbar ausgesetzt, Schwärme ihrer Erfahrung wunderbar begegnen, und
  • mächtige Vorhaben auftrumpfend eingesetzt. Arten ihre Haltung auftrumpfend befriedigen.
Insofern
  • Traditionen Vorhaben in Erfahrungen umsetzen, sind sie (mit letzteren) betraut,
  • Schwärme Erfahrungen in Haltungen begegnen, fassen sie auf, und
  • Arten Haltungen durch Vorhaben befriedigen, bewältigen sie,
und indem wir sie ordnen, sind wir dafür verantwortlich wie nahe
  •  die Betrautheit der Tradition durch ihre Ausstattung der Herzlichkeit kommt,
  •  die Auffassung des Schwarms durch seine Verfassung der Wunderbarkeit und
  • die Bewältigung der Art durch ihre Übernahme der Markierung dem Auftrumpfen,
was uns mit Scheu erfüllt, wenn wir
  • pflichtschuldig der Tradition verwandt uns angesichts ihrer Herzlichkeit verpflichten, sie auszustatten, indem wir Vorhaben vorbereiten, bis wir, uns enthebend, absichtsvolle finden und sie angehen,
  • (auf die Klärung) hoffend dem Schwarm verbunden angesichts seiner potentiellen Wunderbarkeit die wunderbarere Verfassung geloben, indem wir unsere Erfahrung klären, bis wir harmonische Erfahrungen finden, welchen wir uns die bisherige verneinend ausliefern, und
  • darauf drängend, uns vorzustellen, der Art gemäß stolz im engeren Sinne angesichts ihres Auftrumpfens ihr Urteil anerkennen und ihr, zu einer ablesenden Haltung erwachsen, deren Markierung mitgeben,
denn
  • die Dynamik der Ausstattung erlaubt und begrenzt die Herzlichkeit zugleich,
  • die Harmonie der Verfassung die Wunderbarkeit und
  • die strategische Markierung das Auftrumpfen.
Außerdem führt die Verantwortungsübernahme für die gesellschaftliche Ordnung dazu, daß uns
  • die gegenwärtigen Traditionen bis zu ihrer Ordnung arm erscheinen,
  • die gegenwärtigen Schwärme wild und
  • die gegenwärtigen Arten blind,
und dies wiederum zu dem Gefühl, auf einer langen Wanderschaft durch die Fremde zu sein, wobei
  • Traditionen dynamikendurchbrechende Ausstattungen gerne annehmen,
  • Schwärme harmonische Verfassungen grundsätzlich auch, aber nicht unter der Programmatik der Tradition, und
  • Arten strategische Markierungen sogar unter derselben,
weshalb ich mich auf diesem Blog nicht ausschließlich auf harmonische Verfassungen beschränke.

Ich muß aber sagen, daß ich es sehr schade finde, daß es so laufen muß.

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24. März 2012

Eine Zusammenführung

Ich möchte an dieser Stelle meine beiden vorläufigen Abschlußbeiträge zur Transzendenz zusammenführen. Die Rede ist von Zusammenhänge vom 1. Juli 2009 und Transzendenz und Stellung zur Welt vom 21. Februar 2012.

Die transzendenten Akte der Ordnung und Mischung in ersterem entsprechen dem Wohlwollen in letzterem, da Ordnung und Mischung dem Gedeihen der organischen Verfassungen gilt.

Die transzendenten Akte der Achtsamkeit und Willkür in ersterem entsprechen der Offenheit in letzterem, da Achtsamkeit und Willkür der Gestaltung der Gewohnheiten gilt.

Die transzendenten Akte der Verbindung und Auflösung in ersterem entsprechen der Verneinung in letzterem, da Verbindung und Auflösung den Willen gilt.

Die übrigen transzendenten Akte in letzterem sind in ersterem nicht erfaßt, weil sie mit immanenten Taten verbunden sind.

Soweit stimmen die beiden Betrachtungen überein, allerdings ergibt sich aus ersterer die Überlegenheit der Verneinung gegenüber allen anderen Akten, während ich sie zuletzt eher als einen Notbehelf betrachtet habe. Alle drei transzendenten Akte bewirken den Sprung vom Ende zum Anfang des betreffenden Zykels, Wohlwollen führt von Ordnung zu Mischung, Offenheit von Achtsamkeit zu Willkür und Verneinung von Verbindung zu Auflösung und ermöglichen dadurch seine Wiederholung in höherer Potenz.

Nun habe ich bereits dreimal konkret verneint. Zweimal den materialistischen Determinismus und einmal... tja, das weiß ich selbst nicht so genau, ich befand mich dabei im Halbschlaf. Ich kann natürlich Vermutungen anstellen, ausgehend davon, was damals geschah. Wahrscheinlich den Jenseitsglauben.

Wenn diese Willen also zerbrochen wurden, und Gott hat freilich seine Zeugnisse dessen der Welt offenbart, auch wenn nur ich weiß, daß es sich dabei um Zeugnisse dessen handelt, und auch immer der einzige bleiben werde, gleich was ich hier schreibe, so werden ihre Bestandteile sich also in Zukunft in höherer Potenz neu verbinden, das heißt der Wille zur Wahrhaftigkeit und der Wille zur Erfüllung oder, wenn man so will, die Ideen der Wahrheit und der Schönheit.

Die Wahrheit wird wieder unser Bewußtsein umfassen, wie sie es auch schon einmal tat (siehe den Zeitgeist damals), und die Schönheit als seelentreuer Mut in das Leben hineingreifen.

Mehr habe ich nicht zu verneinen. Bleiben nur Offenheit und Wohlwollen. um sich vom todgeweihten loszureißen und zu gedeihen.

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19. September 2017

Vom Abhandensein der Stimmung

Es gibt zwei Gemütsverfassungen, in welchen uns unsere Stimmung abhanden kommt, also unterdrückt wird,
  1. die im Beitrag Die Weltenlieferanten der drei Seelenteile beschriebene Raserei,
  2. die Reduziertheit auf eine tierische Gegenwartserfassung.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Verfassungen besteht darin, daß sich die erstere in der Vorstellung ergeht, was auch den Grund für die Raserei darstellt, also daß sich sich der Geist immer weiter aufstachelt, weil das Gewicht des Folgenreichtums der Bewegung innerhalb der Wirklichkeit in der Vorstellung entfällt.

Reden wir an dieser Stelle aber über die verbleibende zweite Gemütsverfassung, das rein verstandesmäßige Gewahrsein, welches eine Einschränkung unseres Wachens ist.

Um vollständig wach zu sein, braucht der Mensch Ruhe, sowohl ausreichend viel Schlaf, als auch Lebensumstände, welche ihn nicht zur vordringlichen Bewältigung bestimmter Aufgaben zwingen.

Ein Umfeld, in welchem beides fehlt, ist die Armee, und ich erinnere mich noch gut an die geistlose Wachheit mit welcher ich bei der Übung im Feld von einer Deckung zur nächsten huschte, die selbe geistlose Wachheit, mit welcher ich später in den französischen Alpen die Felswand hochging, ohne auch nur einmal zu zaudern, nachdem ich die Nacht zuvor vielleicht drei Stunden geschlafen hatte.

In beiden Fällen war ich zu taub, um mich zu fürchten, zu gebannt, um mehr als den Raum um mich herum zu denken.

Und wenn man sich in diesem Zustand befindet, und man sich ins Gedächtnis ruft, daß man als Mensch eine persönliche Verantwortung für seine Entscheidungen trägt, fühlt man nichts als die Beklommenheit, der dazu notwendigen Qualifikation zu ermangeln, und verwirft sich selbst in dieser Funktion, indem man stattdessen wie ein Tier nach dem sich jeweils aufdrängenden Ausweg greift.

Schlafentzug wird von anderen mit Suggestibilität oder Gehirnwäsche in Verbindung gebracht; das ist übertrieben: der rein verstandesmäßig Gewahrende läßt sich leichter dirigieren, weil ihm der Sinn für die Tragweite seiner Taten fehlt, denn genau das ist die eigene Stimmung, aber geistig formbar ist er darum nicht, höchstens läßt er sich zu gewissen Kurzschlüssen provozieren, da ihm die leitende Übersicht fehlt.

Und was die derzeitige gesellschaftliche Lage betrifft, so wirkt es fast, als ob die Unterdrückung der Stimmung in systemisch relevantem Ausmaß zum Zwecke irgendeiner Manipulation das eigentliche Ziel der Politik ist, also die Menschen dazu zu bringen, eine politische Entwicklung mitzutragen, gegen welche sich ihr Seinssinn, ihr Bewußtsein dafür, als Menschen in der Welt zu sein, auflehnen würde, etwas, daß mich, so formuliert, an den Gang zum Schlachthof denken läßt, wiewohl ökonomische Pfostenverschiebungen vordergründig, und der tierischen Natur entsprechend, das wahrscheinlichere Ziel sind.

Was aber auch immer ihr Ziel wäre, eine solche Manipulation wäre offen blasphemisch und der Augenblick, in welchem auf dieses Fundament gebaut würde, der kanonische Moment der heiligen Auflehnung gegen sie: Gott gab den Menschen nicht Augen, damit sie sie sich ausstächen.

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19. Juni 2024

Vorbeugende und abhelfende Staatsphilosophien

Eine Doktrin ist nicht nur ein methodischer Umgang mit der Weltlage, sondern nach der Definition der Selbstfestlegungen zugleich auch ein Gelübde zur Wahrung der Anbahnbarkeit einer Entwicklung oder Aneignung, und so stellt sich natürlicherweise die Frage, ob es vergleichbares auch für die Anerkennung von Gesetzmäßgkeiten zur Vermeidung von Nebenwirkungen gibt, welche auf die Staatsphilosophien führt.

Eine Staatsphilosophie beruht also auf Gesetzmäßigkeiten, welche staatlichen Wissens-, Zugangs- und Machtnotlagen abhelfen oder gar vorbeugen.

Der Islam ist im wesentlichen eine abhelfende Staatsphilosophie, insofern
  • Almosen Machtnotlagen abhelfen,
  • Gastfreundschaft Zugangsnotlagen abhilft, und zwar sowohl des Gastes als auch des Beherbergenden, und
  • Foren (Moscheen) Wissensnotlagen abhelfen.
Vorbeugende Staatsphilosophien weisen folgende Elemente auf:
  • Mitgiften zur materiellen Vorbeugung von Notlagen,
  • Zugang zur sozialen Vorbeugung von Notlagen
    • zu Ressourcen zur Ermöglichung materieller Ausstattung,
    • zum Rechtsschutz zur Ermöglichung sozialer Aufstellung und
    • zu Lehren zur Ermöglichung ideeller Ausbildung und
  • Verkehrswissen (Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen, Reiten...) zur ideellen Vorbeugung von Notlagen
Eine genauere Unterteilung der Notlagen ist bei den vorbeugenden Staatsphilosophien aufgrund der kausalen Zusammenhänge zwischen ihnen und ihres hypothetischen Charakters nicht sinnvoll.

Viele dieser Elemente sind recht banal, formgebend ist vor allem der Rechtsschutzzugang. Mit Rechtsschutz ist die Organisation gemeint, welche dafür Sorge trägt, daß das Recht eingehalten wird, und indem Zugang zu ihr besteht, verteidigt sie die rechtlich festgelegte Stellung des sich an sie Wendenden.

Ich habe beispielsweise in meiner politischen Ordnung für das Zeitalter der Wunder verfügt, daß jeder Bürger das Recht hat, seinen Besitz, vorzugsweise seinen Grundbesitz, einer Gemeinde der Verfassung seiner Wahl, also einer, zu welcher er sich bekennt, anzugliedern, um zu verhindern, daß Menschen gezwungen werden, Verfassungen zu unterstützen, welche sie moralisch ablehnen, was Kriege sowohl motiviert, als auch ermöglicht.

Ein anderes Beispiel ist das Standes- oder Kastenwesen, dessen vorrangiges Ziel darin besteht zu verhindern, daß sich der Krieg auf die gesamte Gesellschaft ausdehnt, indem dem kriegsführenden Stand Sonderrechte auf Kosten der arbeitenden Stände gewährt werden, welche ihn dazu motivieren, auf die Hilfe der arbeitenden Stände im Kriege zu verzichten, weil diese seinen Sonderrechten sonst ein Ende setzten, und in der Tat sind sowohl von Frankreich, als auch von Deutschland enorme militärische Verwüstungen ausgegangen, nachdem der Schutzmechanismus des Standeswesens in ihnen aufgehoben wurde.

Ich denke allerdings nicht, daß das Standeswesen unter den heutigen technologischen Bedingungen noch funktionieren würde, da sich die arbeitenden Stände überwacht ermächtigt einziehen ließen, wiewohl es natürlich nicht auszuschließen ist, daß es ihnen gelänge, dieser Kontrolle zu entkommen - indes muß dieser Ausgang wahrscheinlich scheinen, damit er abschreckt und das Standeswesen funktioniert.

Im Vergleich zu dem heute propagierten Recht, etwa dem gesetzlichen Schutz vor Verschmähung zur Zugangsgewährung, sei es als Anbieter oder Kunde, wiewohl natürlich auch heute noch die ältere Staatsphilosophie wirkt, hat das Standeswesen aber immerhin eine wohlüberlegte Grundlage (It is an old and fair arrangement. - Yeah, and somewhat shrewd, I might add. in den Worten von Paul Newman in The Life and Times of Judge Roy Bean).

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16. März 2017

Passive und aktive politische Gemeinschaft

Die Betrachtung der europäischen Mobilisierungsgeschichte führt auf nur zwei wirksame Motivatoren, nämlich
  1. den Appell an das Bedürfnis nach passiver politischer Gemeinschaft und
  2. die Betonung der Vorzüge der Macht,
womit ich nicht gesagt haben möchte, daß es andernorts anders wäre; die Beschränkung dient allein zur Vergewisserung.

Passive politische Gemeinschaft bedeutet, sich in der Lage zu befinden, sich gegebenenfalls anderen anschließen zu können, also am Glauben der anderen nichts zu finden, was einem der eigene Glaube nicht erlaubte zu teilen.

Das bedeutendste Beispiel des Appells an das Bedürfnis nach ihr in der jüngeren Geschichte ist durch den Abolitionismus gegeben, und alle solchen Konflikte haben den Charakter der Bekämpfung einer Häresie.

Um sich weltweit gegen sie zu verwahren, genügte es nach meinem Dafürhalten bereits zu bekunden, daß es die Aufgabe einer jeden Gesellschaft ist, ihren Mitgliedern, gleich, wer sich auch sein mögen, insgesamt die besten Entfaltungsmöglichkeiten zu geben - eine Aufgabe, welche in Ansicht der Mitglieder allerdings durchaus entschiedene Parteiischkeit erfordert, um die tragfähigste Gesellschaftsphilosophie zu wählen, wie ich es in den Beiträgen zur Vereinbarkeit der Seelenteile in einer Kultur beschrieben habe, siehe etwa Gemeinschaftsstiftende Erzählungen und natürlich Nochmals zur Unvereinbarkeit aller Seelenteile in einer Kultur:
 Nur der behauene Stein besitzt Ausdruck.
Aber das sei hier nur am Rande ins Gedächtnis gerufen. Das eigentliche Thema dieses Beitrags ist ganz ein anderes. Gemeinsam die Vorzüge von Macht zu genießen, stellt zwar eine aktive politische Gemeinschaft dar, aber nur die allerprimitivste.

Nun war es allerdings lange Zeit so, daß sich das höchste Wohl einer Gesellschaft zugleich in der ihr größtmöglichen Machtfülle zeigte, so daß die größte Macht auch immer die besten Einrichtungen mit sich führte, es sei denn, sie wollte bloß verwüsten, was allerdings als distanzschaffende Maßnahme auch nicht unbedingt abzulehnen ist.

Heute hingegen sorgt die nukleare Abschreckung dafür, daß sich überlegene Einrichtungen nicht mehr militärisch bewähren oder anders ausgedrückt: Gesellschaftliches Wohl und militärische Macht können sich in einem breiten Band unabhängig von einander bewegen.

Und das führt dazu, daß die Betonung der Vorzüge der Macht einen zunehmend bedenklichen gesellschaftlichen Motivator darstellt. Und was bedeutet das?

Es bedeutet, daß die Menschheit dabei ist, ihre einzige gemeinschaftlich produktive Initiative an die Destruktivität zu verlieren:
Wo die Machtausübung nicht mehr auf das Gemeinwohl Rücksicht nehmen muß, da tut sie es auch nicht.
Die Abkopplung geschieht unter der Anrufung des Friedens, und sie verhindert auch Kriege, doch was uns heute in erster Linie beschäftigen sollte ist, was sie versäumt.

Sie versäumt es, neue Formen aktiver politischer Gemeinschaft zu etablieren.

Aktive politische Gemeinschaft sollte uns meines Erachtens bedeuten, nach Maßgabe unseres Urteils an der Gestaltung der Gesellschaft, in welcher wir leben, teilzunehmen, daß wir jedes Gesetz, welches zwischen uns gilt, absegnen können, und jedes Anliegen, welches uns am Herzen liegt, zu Ohren bringen, daß wir uns gegenseitig als politische Autoritäten anerkennen und die Körperschaft, in welcher wir solches tun, verteidigen.

Nicht alle müssen, ja, nicht alle können dieser Körperschaft angehören, aber vier von fünf Männern sollten es in jedem Land tun, und in ihr brauchen Gesetze allgemeine Zustimmung, Einzelne können aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden, aber einen Disput um die Rechtmäßigkeit ihrer Gesetze kann sie sich nicht leisten, wenn sie sich als Ausdruck eines gemeinschaftlichen Willens verstehen will:
Zwar kann eine Regelung gelten, sobald sie die Unterstützung der Mehrheit hat, aber nicht, wenn sie auch nur jeder Zwanzigste für Unrecht hält.
Das ist der Sinn von Verfassungen, aber weder erfüllen sie ihn stets, noch bedarf er unbedingt ihrer: Letztlich zählt einzig die Bereitschaft und Fähigkeit einer Gruppe von Menschen, sich auf diese Weise zu respektieren.

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17. Oktober 2026

Das wahr Scheinende

Die militärische Realität der Satellitenüberwachung und Raketentechnik wird das korporalistische System schließlich zur Reform seiner Lieferketten im Rahmen der Rückkehr der Machtpolitik bewegen.

Indes ist die Art der von Trump ausgelösten Krise nicht systemisch, sondern willkürlich, was das korporalistische System einstweilen darin bestärkt zu versuchen, sie auszubügeln.

Im Rahmen der Machtpolitik werden die Vereinigten Staaten die künstliche Intelligenz am aggressivsten adaptieren, und auch Europa und China werden unter der Annahme, daß die Situation analog zur industriellen Revolution im 19. Jahrhundert ist, ihr Heil in deren Adaption suchen, was für China kurz- und mittelfristig auch vorteilhaft ist, da es China hilft, Amerikas Einfluß zurückzudrängen.

Die beste Chance, die Welt dazu zu bewegen zu beschließen, ihre Verfassungen dahingehend zu ändern, daß sie dem machtpolitischen Einsatz der künstlichen Intelligenz vorbeugen, besteht in einer übereilten und alle Lebensbereiche betreffenden Adaption, von welcher sich die Menschen befreien wollen und welche ihnen darüberhinaus klar macht, daß es unverantwortlich wäre, ähnliche Entwicklungen irgendwo auf der Welt zuzulassen.

Israel wird de facto von den Vereinigten Staaten besetzt werden, bis die machtpolitische Zuspitzung überwunden werden wird.

Historisch betrachtet handelt es sich bei unserer Gegenwart also um das, was im sogenannten Vorfeld der kommenden Ereignisse geschieht, deren beide einschneidendste der systemische Einzug und die Überwindung der Machtpolitik darstellen.

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15. Juli 2025

Objektiviertes Bewußtes und gemeinschaftliche Verfehlungen Gottes

Bewußtes läßt sich als Nebenordnungen objektivieren,
  • geistige Eindrücke als Markierungen (vormals Ehrungen, Ethiken), welche zur gemeinschaftlichen Augmentierug des Geistes verwendet werden, etwa in Form von Ritualen,
  • weltliche Partizipanten als Verfassungen, welche zur Standardisierung der Rollen der Gemeinde verwendet werden, etwa in Form eines Pantheons, und
  • Erwartungspfänder als Ausstattungen, welche zur Homogenisierung der Verwirklichung der Gemeinde verwendet werden, sei es in Form von Versuchsaufbauten oder praktischen Apparaten, welche Erwartungen gemeindeweit verbreiten,
und dieses findet in den drei Zeitaltern statt, wobei in jenem
  • der Wunder die Teilhabenden um die Gnade beten, ihrem Schwarm angemessene geistige Eindrücke erfahren zu können,
  • der Wacht die Aufgabenbewältigenden um die Bahn, sich in einer ihrer Tradition angemessenen Rolle entfalten zu können, und
  • der Werke die Lehrenden um das Amt, einer ihrer Art angemessene Erwartungen geordnet verwirklichen zu können. 
Dieses führt indes zu Problemen der verfehlten Göttlichkeit:
  • übermäßig augmentierte Geister werden einseitig statt allwissend,
  • übermäßig standardisierte Rollen wechselwirkend verflochten statt geordnet, wie die göttliche Verfassung Seiner Schöpfung, und
  • übermäßig homogenisierte Verwirklichungen selbstmißtrauend statt allmächtig,
löst sie jedoch auch wieder:
  • Einseitigkeit durch angemessen standardisierte Rollen, nämlich jene, welche das göttliche Verständnis des menschlichen Lebens widerspiegeln,
  • wechselwirkende Verflechtung durch angemessen geordnete Erwartungen, nämlich jene, welche der Ordnung der göttlichen Schöpfung entspringen, und
  • selbstmißtrauende Verwirklichung durch angemessen markierte geistige Eindrücke, nämlich jene, welche unsere Verbundenheit mit dem allmächtigen Gott beleuchten.
Übrigens, ein Geist, dessen Körper der Kosmos ist, ordnete denselben, wenn er seine Erwartung ordnet, indem er um sein Amt betet, vorausgesetzt, er könnte das. Um seine Bahn oder seine Gnade zu beten, ergäbe für ihn wenig Sinn, da er Seinesgleichen nicht hat und auch genug wissen sollte. Anaxagoras verfolgt also nicht zufällig die Ordnung der Schöpfung als Hinweis auf einen solchen Geist, sondern weil sie eine Weltseele, wenn sie uns irgend ähnlich ist, in ihrem Bemühen, ihren Maßstab zu befriedigen, hervorbringen sollte.

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1. November 2025

Die Auswirkungen des Wegfalls der zweckmäßigen Bildung auf die kulturellen Herrschaften

Wie wir im vorigen Beitrag gesehen haben, verwandelt die künstliche Intelligenz die Menschheit in Fünfjährige, welche sich für Könige halten, und hier nun gehe ich der Frage nach, wie sich das auf die kulturellen Herrschaften auswirkt, wobei zwei Aspekte zu unterscheiden sind, nämlich
  1. die Einsatzmöglichkeiten der künstlichen Intelligenz zum Zwecke der Herrschaft und
  2. die Auswirkungen der allgemeinen Verfügbarkeit künstlicher Intelligenz auf die Herrschaft.
Was den ersten Aspekt betrifft, läßt er sich weiter danach unterteilen, ob die künstliche Intelligenz das Ziel der Herrschaft formuliert oder es durchsetzt. Es ist grundsätzlich denkbar, daß sich die Regierten damit einverstanden erklären, daß die künstliche Intelligenz in einer
  • Erlebniskultur eine gesellschaftliche Verfassung entwirft, welche gewissen Vorlieben genügt, und diese auf geeignete Weise herbeiführt,
  • Repräsentationskultur eine epistemologische Markierung entwirft, welche gewissen (subjektiven) Überzeugungen entspricht, und diese auf geeignete Weise lehrt, und
  • Willenskultur eine technische Ausstattung entwirft, welche gewisse Gewissensanliegen befördert, und diese auf geeignete Weise produziert,
in welchem Falle die Regierten die künstliche Intelligenz also als politischen Diener, welcher das charakterisierte politische Gemeinwohl konkretisiert und etabliert, anerkennen, wovon der Fall zu unterscheiden ist, daß Herrschaftsziele von den Herrschenden bestimmt werden, sei es als Skizze oder konkret, und die künstliche Intelligenz also der Unterdrückung der Regierten dient.

Hinsichtlich der demokratischen Charakterisierbarkeit der erwünschten öffentlichen Ordnung ist festzuhalten, daß sich
  • technische Ausstattungen am leichtesten charakterisieren lassen,
  • gesellschaftliche Verfassungen bereits etwas schwieriger und
  • epistemologische Markierungen am schwierigsten,
und daß also am ehesten mit von künstlichen Intelligenzen verwalteten Willenskulturen zu rechnen ist, wie in den Startrek-Episode When the Bough Breaks, während von ihnen verwaltete Repräsentationskulturen allenfalls mit Hirnstromsensoren möglich sind, da es kein Rezept für das menschliche Verständnis der Welt gibt und es bisher nur intuitiv von Menschen für Menschen geformt wurde, wohingegen eine Verfassung, welche die Vorlieben der Menschen bestmöglich berücksichtigt nach hinreichenden soziologischen Studien schon ausgerechnet werden könnte, aber großes Unbehagen in der Gesellschaft bestehen dürfte, die Sitten künstlicher Intelligenz anzuvertrauen.

Und was den zweiten Aspekt betrifft,
  • beginnt der Kreis der Herrschenden in einer Erlebniskultur schneller zu fluktuieren, wenn prinzipiell allgemeiner Zugang zu künstlicher Intelligenz besteht,
  • löst sich der Kreis der Regierenden in einer Repräsentationskultur mangels Einfluß auf, wenn allgemeiner Zugang besteht, und
  • integriert der Kreis der Regierenden in einer Willenskultur etwaige Umtriebe, wenn er prinzipiell besteht.
Mit anderen Worten
  • werden Erlebniskulturen undurchschau- und unberechenbar, blind vertrauend und sprunghaft,
  • können Repräsentationskulturen nur als freiwillige Verbindungen fortbestehen und
  • scharen sich Willenskulturen um eine zunehmend künstlich intelligente Regierung,
und wiewohl ich es nicht weiß, mag dies bereits heute stattfinden: Crazytown, Off-Grid College und Digital Kaaba, wenn man so will.

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22. Februar 2025

Begrüßung und Bestürztheit in den drei Zeitaltern

Der generative Zykel ergibt sich aus der folgenden Verknüpfung der Gehießenheitsgefäße:
  • die Gesamtheit bildet ein Gemeinde genanntes Gefäß, welches auf der zugehörigen Festlegung beruht,
  • aus der ersten Anpassung (konstituierenden Bildung) der Gemeinde heraus bilden sich Mannschaften genannte Gefäße, deren konstituierende Bildungen wiederum zur Bildung der zu generierenden Ordnungen führt, und
  • ein Verwaltung genanntes Gefäß gründet sich auf die Gesamtheit all dieser konstituierenden Bildungen und vermittelt der Gemeinde eine aktualisierte Ordnung zur Festlegung in Form ihrer konstituierenden Bildung,
im Zeitalter der Wunder
  • in Form einer Tradition, welche sich zur Gewährung verpflichtet,
  • aus deren Entwicklungen heraus sich an ihnen teilhabende Schwärme bilden, deren Haltungen Ehrungen implizieren,
  • welche die Gemeinde (aus)bildende Art ihr vermittelt,
im Zeitalter der Wacht
  • in Form einer Art, welche ein Pantheon vorbildlicher Haltungen anerkennt,
  • aus deren Vorhaben heraus sich ihren Aufgaben stellende Traditionen bilden, deren Entwicklungen Verfassungen implizieren,
  • welche der die Gemeinde zu Partnerschaften zusammenführende Schwarm ihr vermittelt,
und im Zeitalter der Werke
  • in Form eines Schwarms, welcher sich Unterstützung gelobt,
  • aus dessen Haltungen heraus sich Lehren aufstellende Arten bilden, deren Vorhaben Ausstattungen implizieren,
  • welche die die Kultur der Gemeinde bestimmende Tradition ihr vermittelt.
Im Zeitalter der Wunder
  • wendet die Gemeinde also Gewährungen an,
  • sieben die Mannschaften teilhabend aus und
  • beobachtet die Verwaltung die Bildungen der Mannschaften heranziehend,
im Zeitalter der Wacht
  • beobachtet die Gemeinde das Anerkannte heranziehend,
  • wenden die Mannschaften das zu ihren Aufgaben taugliche an und
  • siebt die Verwaltung das zu Partnerschaften Taugliche aus,
und im Zeitalter der Werke
  • siebt die Gemeinde das zur Unterstützung Taugliche aus,
  • beobachten die Mannschaften Lehren heranziehend und
  • macht die Verwaltung die Gemeinde zur Anwendung der Kultur nutzbar.
So lange ein Zeitalter also währt und noch nicht an sein Ende gekommen ist, wird man es an den folgenden Begrüßungen und Bestürzungen ermessen können:

das Zeitalter der Wunder am
  • (freundschaftlichen) Aufsuchen der Gemeinde und dem Fehlen von Betretenheit in ihr,
  • dem (unschuldigen) Zugehen oder der Besessenheit der Mannschaften und
  • dem Aufbrechen (zu neuen Herausforderungen) oder der Beklommenheit der Verwaltung,
jenes der Wacht am
  • Aufbrechen der Gemeinde (in der Nachfolge der Götter) und dem Fehlen von Beklommenheit in ihr,
  • dem (kameradschaftlichen) Aufsuchen oder der Betretenheit der Mannschaften und
  • dem Zugehen oder der Besessenheit (unter dem Spruch des Orakels) der Verwaltung
und jenes der Werke am
  • (vertrauensvollen) Zugehen der Gemeinde und dem Fehlen von Besessenheit in ihr,
  • dem (Fortschritt witternden) Aufbrechen oder der Beklommenheit der Mannschaften und
  • dem (einladenden) Aufsuchen oder der Betretenheit der Verwaltung,
doch wenn es an sein Ende kommt, ergeben sich Krisen, welche sich auf drei Weisen klassifizieren lassen, nämlich
  1. nach der Selbstfestlegung der Gemeinde, welche die Ursache der Inflexibilität ist, also als
    • gelübde-,
    • anerkennungs- oder
    • verpflichtungsverschuldet,
  2. nach der Ordnung, welche mit ihr kollidiert, also als
    • Ausstattungs-,
    • Verfassungs- oder
    • Ehrungskrise und
  3. nach der Phase des generativen Zykels, welche bestürzt wird, also als
    • Festlegungs-,
    • Bildungs- oder
    • Ordnungskrise.
Die Krise am Ende des Zeitalters der
  • Wunder ist dann eine verpflichtungsverschuldete Ehrungskrise der bildenden Teilhabe,
  • Wacht eine anerkennungsverschuldete Verfassungskrise der Festlegung nud besteht mithin in einem Widerspruch zwischen der kulturell geforderten Selbstfestlegung und der persönlichen Gehießenheit (welchen das Christentum aufgehoben hat), und
  • Werke eine gelübdeverschuldete Ausstattungskrise der Ordnung, nämlich extrem ermächtigende Technologien in die Hände einer Gemeinde zu geben, welche gelobt, sich hinsichtlich deren Anwendung zu vertrauen.
Die Lösung besteht wie gesagt darin, das Gelübde so zu modifizieren, daß das Vertrauen begründeter wird. Doch bevor es an die Lösung geht, läßt sich noch eine Vorhersage machen, nämlich daß von den drei kulturellen Herrschaften nur die Willenskultur in die Krise hineingehen kann, denn
  • Erlebniskulturen beruhen ohnehin darauf, den Zugang zu kontrollieren, und werden der Krise also dadurch begegnen, die Gemeinde, den generativen Zykel und das Zeitalter zersetzen zu wollen, womit sie aber den Ast absägen, auf welchem sie sitzen, so daß sie damit nicht erfolgreich sind,
  • Repräsentationskulturen beruhen darauf, die Bildung (von Lehren) zu kontrollieren, und werden der Krise also dadurch begegnen, die Zeit anhalten oder zurückdrehen zu wollen, womit sie aber auch nicht erfolgreich sind, wohingegen
  • Willenskulturen darauf beruhen, den Einsatz der vermittelten Technologie im Namen des Gemeinwohls zu organisieren, womit sie zwar auch nicht erfolgreich sind, aber der Krise nicht ausweichen.
Johannes hätte also durchaus vor 2000 Jahren glasklar schreiben können, daß die technischen Errungenschaften, welche die Christenheit zur Errichtung des Reiches Gottes anhäufen würde, dazu führen würden, daß deren Einsatz im Namen Gottes, aber nicht zu Seinem Gefallen, kontrolliert werden würde, denn das ist einigermaßen naturgesetzlich und könnte nur durch den Verzicht, die Bildung (Handlungshintergründe) durch Kulturen zu beherrschen, vermieden werden.

Daß er es nicht getan hat, liegt daran, daß das Zeitalter der Werke seinerzeit die Antwort auf das Streben der Menschheit war und eine Strecke erst einmal zurückgelegt werden muß, bevor man das Weitere entscheiden kann. Natürlich denken die Menschen heutzutage immernoch nicht daran, auf die kulturellen Hebel zu verzichten, aber wie jede gute Prophezeiung hat auch die Offenbarung die Eigenschaft, daß sie sich durch den Mutwillen jener, welche sie zu widerlegen trachten, erfüllt, letztlich auf der Betrachtung: Naja, Dummen passiert das. fußend, ob es sich nun um giergeleitete Kriege (Du wirst ein großes Reich zerstören), filiale Entfremdung (Dein Sohn wird dich töten und seine Mutter heiraten) oder das Los unter der selbsterschaffenen Technologie handelt. Daß sich derartige Prophezeiungen dann zu erfüllen pflegen, liegt eben daran, daß viele Menschen dumm sind und gerade hinsichtlich des Endes des Zeitalters der Werke ihre Dummheit mit jedem Schritt unter Beweis stellen.

Post Scriptum vom 17.3.2025. Daß
  • beim Nutzbarmachen das Augenmerk auf den Vorhaben,
  • beim Entdecken auf der Haltung und
  • beim Einstellen auf der Entwicklung liegt
überträgt sich hier qua Bestürztheit dergestalt auf die Verhießenheitsgefäße, daß
  • Traditionen brav die Vorhaben umsetzen, durch welche sich die Art konstituiert, während
  • Schwärme nicht brav den Entwicklungen begegnen, durch welche sich die Tradition konstituiert, sondern vielmehr nach Einsatzmöglichkeiten der traditionellen Vorhaben suchen, welche die Scharmverfassung befriedigen und
  • Arten nicht brav die Haltung des Schwarmes befriedigen, durch welche sich der Schwarm konstituiert, sondern vielmehr die Begegnung der Schwarmentwicklung an sich reißen und eine dazu geeignete Haltung anerkennen.

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13. März 2020

Sorglosigkeit und Glückseligkeit

Ich habe mich im Laufe der Jahre immer einmal wieder mit der Frage beschäftigt, was genau mit der Ordnung der Gesellschaft, in welche ich hinein geboren wurde, nicht stimmt. Anfangs, also im Alter von 12 Jahren, beließ ich es dabei festzuhalten, daß meinen Mitmenschen eben nicht dieselben Dinge wichtig sind wie mir.

Später verfolgte ich dann einen Zusammenhang zwischen Arbeitswelt und psychologischer Verfassung; die folgenden Stationen seien hier angeführt:
Wie die Arbeitswelt wohl die psychologische Verfassung formt, das werde ich an dieser Stelle nicht ausführen, denn es ist nach dem Vorangegangenen klar genug. Aber ich werde hier noch einmal erklären, um welche psychologischen Verfassungen es bei dieser Formung geht.

Als erstes möchte ich dazu auf die im Beitrag Hypostasen und Holostasen beschriebenen Steuerungsmuster für unseren Selbstlauf verweisen. Diese verfolgen verschiedene Gefühle, und ich möchte aus diesen zwei Gruppen bilden:
  1. Anteilnahme, Wertschätzung, Liebe, Einsicht.
  2. Gunst, Neugierde.
Wenn wir eine Beteiligung, eine Ordnung oder eine Verantwortung betrachten, so können wir es entweder subjektiv tun, also danach fragen, wie wir die Beteiligung wertschätzen, die Ordnung lieben oder an der Verantwortung anteilnehmen, oder wir tun es objektiv und fragen danach, welche Situationen sich aus diesen ergeben, mit anderen Worten fragen wir also einmal danach, wie unserer Sorge oder Vernunft eine Erfahrung gefällt, und das andere danach, was diese Erfahrung für unsere Achtung oder unseren Verstand bedeutet.

Entsprechend möchte ich im ersten Fall, wenn wir eines der Gefühle der ersten Gruppe verfolgen, davon reden, daß wir unsere Glückseligkeit verfolgen, und im zweiten, wenn wir eines der Gefühle der zweiten Gruppe verfolgen, davon, daß wir unsere Sorglosigkeit verfolgen.

Der letztere Begriff bedarf einer kurzen Rechtfertigung. Das Treiben der Achtung drückt sich in Gunst und Neugierde aus. Aber dieses Treiben muß selbstverständlich die durch der Vernunft erfaßten Gegebenheiten zur Kenntnis nehmen, und das führt zu einer Hinderung, einer Minderung unserer Kühnheit, welche wir Besorgtheit nennen. Überlassen wir also unseren Eigenlauf unserer Achtung, so wird sie nach Sorglosigkeit streben, um den ihr fremden Ballast loszuwerden, wohingegen unsere Sorge, wenn wir ihr unseren Eigenlauf überlassen, nach der ihr innewohnenden Glückseligkeit strebt (Sorge einmal als Gefühl und das andere als Seelenteil.)

Offensichtlich treibt uns unsere Arbeitswelt zur Verfolgung der Sorglosigkeit. Weder der Politiker, welcher die Energiewende, noch der Restaurantbesitzer, welcher die Schließung einer Kaserne in seiner Umgebung erwägt, fragt sich, welche Beteiligung er mehr wertschätzt, welche Ordnung er mehr liebt oder an welcher Verantwortung er mehr anteilnimmt, beide fragen sich, was anzustoßen günstiger für sie ist (Glückseligkeit wird festgehalten, Sorglosigkeit angestoßen).

Und umgekehrt führt jedes Bemühen um Glückseligkeit schließlich zum selben Ziel, erlaubt jedes festgehaltene Gut, andere Güter festzuhalten, und schließlich wenden wir uns der Verfolgung des Heils zu; ein Gedanke, welchen ich bereits 2008 im Beitrag Die drei Wege zum Ausdruck brachte, welcher sich mit dem Zusammenspiel der drei Gesinnungen opportunistisch (erregt), heroisch (engagiert) und philosophisch (reflektiert) beschäftigt.

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3. April 2022

Antizipativer Tausch, Prognostik und Versprechensinversion

Ich behandelte bereits die Kategorien dessen, was Menschen tauschen, doch wird nicht nur dasjenige getauscht, was gegenwärtig besessen, sondern auch dasjenige, dessen Besitz von den Tauschenden antizipiert wird.

Sind Tauschende mit einer Prognose einverstanden, so tauschen sie nicht nur Güter, sondern auch versprochene Güter, wobei ein positives Versprechen in der Zusage eines Gutes bestehe und ein negatives in der Zusage, ein Gut nicht zu erhalten, womit das letztere offenbar als Übel gekennzeichnet wird. Da Zugänge keine Übel sein können und es lächerlich ist, daß Verfassungen Gegenstand eines negativen Versprechens wären, bleibt also nur destruktive Arbeit.

Wenn sich nun so eine Prognose als (wesentlich) falsch herausstellt, kann der Tausch nicht wie antizipiert vonstattengehen. Doch wenn es sich bei dem Tausch um einen Ausgleich zwischen festen Partnern handelt, wird der Tausch auch nicht einfach ausbleiben. Vielmehr kommt es zur Inversion des Versprochenen, wird ein positives Versprechen durch ein negatives ersetzt: Statt ein Gut zu erhalten, muß sich der eine Partner glücklich schätzen, vom andern kein Übel zu empfangen, denn in Abwesenheit des Gutes hat der andere keine andere Möglichkeit, einen Ausgleich herzustellen.

Ich betrachtete bereits ein Beispiel hierfür, nämlich daß es zur Inversion des Versprechens der Industrie gekommen ist, sich an die Vorgaben politischer Meinungsführer zu halten, denn heute halten sich politische Meinungsführer an die Vorgaben der Industrie; ein Zustand, welcher letztlich auf eine zu optimistische Wirtschaftsprognose zurückzuführen ist.

Es läßt sich zwar einwenden, daß die Industrie schlicht mehr gefragt ist als zuvor, aber wenn sie außer Standes wäre, Übel anzudrohen, wäre die Machtverschiebung weit weniger prononciert.

Ein anderes Beispiel ist durch den Film Ready Player One gegeben, welcher eine Welt zeigt, in welcher der Einsatz der Computertechnologie den (nicht sonderlich weisen) Wünschen der Bürger entspricht, wohingegen heute das Verhalten der Bürger zunehmend den Wünschen der Computertechniker zu entsprechen hat.

Es ist ein allgemeines Phänomen schlechter Prognostik, die antizipierte Leistung weicht der antizipierten Verschonung, die Auswahl der Auflage, und da über die Zukunft zur Zeit großes Unwissen besteht, führt uns unsere Stützung auf das Versprochene geradezu zwangsläufig in Gefangenschaft.

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23. August 2026

Zur Tendenz des Umgangs verschiedener Bekenntnisse mit einander

Unter der Führung sei die Einrichtung verstanden, welche die Kernordnung eines Glaubensgefäßes von Gefolgsleuten bestimmt, wobei
  • die Anleitung einer Hoffnung durch Hinweisen erfolgt und
  • die Ermächtigung einer Hinwendung durch Probieren,
was beides keine bleibende Führungsrolle begründet, im Gegensatz zum
  • Verfügen (nach gelungenem Buhlen), durch welches die Verfassung eines Bekenntnisses erfolgt,
so daß es sich bei der Führung also genauer gesagt um die Einrichtung handelt, welche die Verfassung eines Bekenntnisses bestimmt.

Insofern eine Führung eine bestimmte Verfassung eines bestimmten Bekenntnisses anstrebt, hat sie Gegenspieler, welche eine andere Verfassung für es anstreben, und Zuspieler, welche die Verfassung eines anderen Bekenntnisses anstreben (Bekenntnis kurz für bekennender Schwarmansatz: eine Gemeinschaft gleich Bekennender).

Verschiedene Spieler können
  • sich entweder meiden oder
  • sie bekämpfen sich, indem sie Schlechtes austauschen, oder
  • sie tauschen mit einander Gutes,
wobei letzteres, da von beiden ohne vorherige Provokation gewollt, die vorgezogene Variante unter Zuspielern ist, welche nicht zugleich auch Gegenspieler sind.

Gerade weil sie es aber ist, unterhöhlt sie ihre eigene Basis, denn der Tausch fällt beständig zu Ungunsten des Abhängigeren aus, so daß Spieler ein Interesse an der Abhängigkeit ihrer Zuspieler gewinnen, welches sie dazu bringt, deren Verfassung dahingehend zu beeinflussen - ich sprach es bereits vor 8 Jahren als leviathanisches Interesse des Handels an der Verstümmelung des behemothischen Staats an - wodurch sie zu Gegenspielern werden.

Zugleich führt das Interesse am Tausch aber auch dazu, daß Spieler vermeiden, den Unwillen von Zuspielern zu erregen, welcher diese sie meiden ließe, so daß sie diese also zu beschwichtigen suchen, naturgemäß durch Entgegenkommen beim Tausch.

Letzteres findet insbesondere bei Kämpfen statt, bei welchen es den Unwillen der Gegenspieler erregte, wenn Zuspieler ihnen nicht entgegenkämen, wobei die Zuspieler natürlich jener Seite mehr entgegenkommen, von welcher sie abhängiger sind, weshalb sich beispielsweise England seit Napoléons Absetzung mit Frankreich gutgestellt hat (Krimkrieg, 1. und 2. Weltkrieg).

Der Freihandel begünstigt wie gesagt eine korporalistische Klasse, welche als Produzenten von geldschöpfenden Banken abhängt, und diese drängt also stets darauf, den Vereinigten Staaten von Amerika entgegenzukommen. Ihr entgegen stehen aber die Gefolgsleute der Zuspieler, deren Verfassungen auf diese Weise durch die Globalisten ihre Unabhängigkeit verlieren, und deren beste Waffe darin besteht, Globalisten und Vereinigte Staaten zu meiden, wo immer sie es können.

Am erfolgreichsten sind Globalisten und Vereinigte Staaten also dann, wenn sie keinen Unwillen erregen, und je mehr erstere an der Leine letzterer reißen, desto eher reißen sich ihre Zuspieler von ihrer globalistischen Fessel und den Vereinigten Staaten los.

Der Globalismus ist wie gesagt die moderne Version der Feudalherrschaft, mit welcher die katholische Kirche bereits vor 1200 Jahren die Welt in ihre Gewalt brachte, er wurde durch den vierten Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten vorbereitet und durch den Federal Reserve Act institutional etabliert: die Vereinigten Staaten sind zu seinem stillen Teilhaber geworden, dessen Schicksal an seines gebunden ist. Offensichtlich torpediert Israel dieses Schicksal, doch was wird in den Wellen, welche dieser Angriff schlägt, untergehen?

Bis auf weiteres zunächst einmal Trump. Im Dezember wird man dann sehen, was sich alles wieder einrenkt. Die Neue Welt als christliches Bollwerk aufzubauen, war natürlich immer ein kurioser Gedanke angesichts dessen, daß die Elite der Vereinigten Staaten aus materiellen Gründen, wie einst die Feudalherren, die katholische Kirche den Amerikanern das Christentum predigen läßt - nicht gerade ein Beleg doktrinaler Reinheit.

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19. Oktober 2026

Die Dialektik der rollenkonservierenden Koordinationen

Ich bin in meiner Dialektik der Reformen vielleicht etwas zu stillschweigend davon ausgegangen, daß Reformen nie aktiv gesucht werden, sondern stets als Reaktion auf Mißstände. Es stimmt aber: Verfassungen werden nicht auf gut Glück geändert. Der Ursprung staatlicher Wechselhaftigkeit ist ein anderer.

Der Mensch, indem ihm in seiner Rolle etwas anvertraut ist, neigt dazu, es mit dem, was anderen in der gleichen Rolle anvertraut ist, zu seiner und ihrer fortgesetzten Ausübung dieser Rolle zu koordinieren.

Bei der Koordination handelt es sich dabei um
  • Pflege, wenn sie sich um die Effizienz der eigenen Rollenausübung bemüht (Spezialfall von Pergamus),
  • Unterstützung, wenn sie die Kosten der Ineffizienz der Ausübung einer anderen Rolle trägt (Spezialfall von Philadelphia), und
  • Verschwörung, wenn sie die Ausübung anderer Rollen hindert.
Und die Verschwörungen unterteilen wir wiederum ihrem Umfang nach in
  • übernationale, wenn sich mehrere Nationen verschwören,
  • nationale, wenn sich eine Nation verschwört,
  • politische, wenn die Verschwörer versuchen, ihre Ziele mithilfe des Staatsapparats gegen den Willen der Nation zu erreichen, und
  • lokale andernfalls. 
Angenommen, es besteht ein Unterschied zwischen dem Interesse der Konsumenten einer Nation und dem gemittelten ihrer Konsumenten und Produzenten. Dann stellt dieser Unterschied ein Motiv dafür dar, sich national zu verschwören, und zwar entweder
  • defensiv, um die eigenen Produzenten gegen den Freihandel zu schützen (durch Zölle oder Subventionen) oder
  • offensiv, um ausländische Produzenten mithilfe des Freihandels unter Druck zu setzen (durch Subventionen),
wobei im ersteren Fall die Unterstützung der heimischen Produzenten durch die heimischen Konsumenten durch entsprechendes Konsumverhalten die nationale Verschwörung auf staatlicher Ebene ersetzen kann.

Indes ziehen nationale Verschwörungen, sofern sie stattfinden, politische  nach sich, da sie eine Möglichkeit darstellen, auf die Verteilung der Lasten Einfluß zu nehmen, welche durch die nationalen Verschwörungen entstehen.

Im Hinblick auf die Weltwirtschaft gilt, daß sich die Menschheit zum maximalen Profit von der Friedensdividende gegen sich selbst verschwört, nichts anderes sind die Wirtschaftsbünde wie die Friedensprojekt genannte Europäische Union. Und natürlich erwächst aus den Verschwörungen Krieg. Und aus dem Krieg wiederum Frieden, indem dieser den wirtschaftlichen Überschuß vernichtet.

Eine tatsächliche Friedenspolitik müßte den Wettbewerb der Produktion, einschließlich des Zugangs zu Ressourcen, regulieren. In einer friedlichen Ordnung überwöge die Pflege die Verschwörung, und der Zweck der Verschwörung wäre die Erhaltung der Pflege.

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6. September 2026

Die Gesellschaftsverträge der seelenteilerneuernden Herrschaftsformen

Ich habe mich zuletzt eingehender mit der sorgeerneuernden Herrschaft der Unvernunft beschäftigt, und es ist nur billig, daß ich einige ihrer Aspekte allgemein behandle.

Die seelenteilerneuernden Herrschaftsformen versetzen die Beherrschten in logische Zusammenhänge, die Herrschaft
  • der Rücksichtslosigkeit in heimatliche Vertiefungen,
  • der Unvernunft in geordnete Zeugnisse (genauer gesagt Verfassungen) und
  • der Abgemessenheit in Rollenaufgebote,
welche die gemeinsame Bildung der
der Regierten darstellen, und im Gegenzug dafür, daß sie ihrem Glauben aus ihnen heraus folgen, erwarten sie, daß
  • die regierungstreu gelobte Vertiefung an ihre bürgerlich pflichtige Sorgfalt,
  • die regierungstreu anerkannte Verfassung an ihren bürgerlich gelobten Wohlstand und
  • das regierungstreu pflichtige Aufgebot an die von ihnen bürgerlich anerkannte Sittlichkeit angepaßt ist,
so daß die Regierung unter der Herrschaft
  • der Rücksichtslosigkeit mit der Verständig-Verständlichkeit der Regierten,
  • der Unvernunft mit deren Fähigkeit und
  • der Abgemessenheit mit deren Vertrauenswürdigkeit
steht und fällt, nur daß im ersteren und letzteren Falle die gesamte Gesellschaft zu Grunde ginge, während im zweiten lediglich eine neue Verfassung ausprobiert wird.

Genauer gesagt wird im ersteren und letzteren Fall also nicht im überprüfenden Sinne erwartet, sondern
  • im ersteren die Sorgfalt bedingt erwartet, weshalb der soziale Fokus auf der Vertrauenswürdigkeit der Vertieften liegt, und
  • im letzteren die Sittlichkeit unter Vorbehalt, weshalb er auf der Verständig-Verständlichkeit der Regierenden (der Pharisäer) liegt, welche es ihnen erlaubt, die Formierung der Aufbietenden vorherzusagen.
Im Gegensatz zu sozialen Rollen, welche die Sitte bilden, bestehen geschuldete und aufgebotene Rollen nicht in gelobten Umgängen, sondern in pflichtigen Vorhaben.

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27. April 2020

Aneignung und Weiterführung

Bisweilen trägt es sich zu, daß einer auf eine Weise verfaßten Gesellschaft eine auf eine andere verfaßte sozusagen in die Hände fällt.

Die Verfassungen mögen dabei als analytisch, synthetisch und ontisch unterschieden sein. Dann finden folgende Formen der Aneignung statt:
  • die analytisch verfaßte bemächtigt sich der geeigneten Bildung,
  • die synthetisch verfaßte spannt verwertbare Organisationen ein und
  • die ontisch verfaßte nutzt gewährungsförderliche Kultur aus.
Dasselbe findet auch beim Übergang eines Zeitalters zum nächsten statt, doch findet dort noch etwas anderes neben der Aneignung des Erworbenen statt, nämlich die Fortführung des Ererbten. Doch bevor wir dazu kommen, möchte ich einige historische Beispiele der Aneignung betrachten.

Ich bin durch Platons Freiheitsbegriff auf dieses Thema gestoßen:
Frei ist, wer sein Leben so einrichtet, wie es ihm gedeihlich ist.
Dieser harmlos scheinende Satz hat das Korollar, daß der Freie ein todesverachtender Krieger sein muß, da nur er der Freiheit den ihr angemessenen Vorzug gibt. Alle anderen enden als Sklaven. Der Weg aus diesem Dilemma besteht selbstverständlich darin, freundlicherweise auch anderen ihr Leben so einzurichten, daß es ihnen gedeihlich ist, aber in diese Richtung habe ich den Gedanken nicht verfolgt, sondern vielmehr im Hinblick auf vergleichbare Gemeinschaften, welche ebenso wie die griechischen Städte durch die Mobilisierung ihrer sich Hervortuenden um ihre Existenz kämpften, und welche Dynamik es wohl sei, welche solche Gemeinschaften formen würde.

Ist es gewissermaßen hier in Deutschland im Mittelalter nicht ganz ähnlich gewesen als Städte unabhängig wurden und die Spießbürger sie verteidigten? Und ganz allgemein gesprochen, wenn ein Ganzes in seine Teile zerfällt, werden nicht die sich Hervortuenden der einzelnen Teile sich ihrer bemächtigen wie auch bei den Schweizern, als sie die Chance dazu erhielten?

Das ist nun aber nicht der Prozeß, welcher in Griechenland angenommen wird. Dort sei ein fremdes Volk eingefallen und habe auf Tafelfelsen Städte gebaut. Nun, es spielt keine Rolle. In beiden Fällen waren Menschen von andern zu bestimmten gebildet worden, und eine analytisch verfaßte Gruppe hat sich ihrer bemächtigt, womit nicht gesagt ist, daß sie versklavt wurden, nur daß sie als so Gebildete der Organisation der analytisch verfaßten Gruppe eingegliedert wurden.

Für die Ausnutzung durch ontisch verfaßte Gruppen kann ich nur triviale Beispiele angeben, für interessante ist zu wenig über das Zeitalter der Wunder bekannt, doch für die Einspannung durch synthetisch verfaßte gibt es interessante historische Beispiele, nämlich die Einspannung von volkstypischen Organisationen im Dienst der katholischen Kirche, sowohl militärischer, als auch ökonomischer Art, das heißt militärischer bei den Heiden und ökonomischer bei den Juden. Mit etwas bösem Willen mag man das auch noch um kriminelle Organisationen bei den Sizilianern erweitern.

Damit wäre also zur Aneignung das Nötige gesagt. Kommen wir also zur Weiterführung. Analyse endet in Organisation, Synthese in Kultur und Sein in Bildung, und dahin gelangen sie durch Haltung, Verständnis oder Stellung (objektiven Glauben), siehe Orientierungen als Formen des Bedenkens. Da es sich so verhält, kann es nicht ausbleiben, daß sich Orientierungen hinsichtlich der Form, in welche sie münden, hervortun, und
  • die vorzügliche Haltung hinsichtlich der Organisation ist die vertrauenswerte,
  • das vorzügliche Verständnis hinsichtlich der Kultur ist das lebensverstehende und
  • die vorzügliche Stellung hinsichtlich der Bildung ist die tugendhafte.
Wann die Orientierung also derart reif wurde, legt sie den Grundstein für eine andere Verfassung, und so führt
  • die synthetische Verfassung das ererbte Vertrauen weiter,
  • die ontische den ererbten Begriff des Lebens und
  • die analytische die ererbte Tugend.
Das habe ich alles natürlich schon zuvor beschrieben, doch auch den kleinsten Erkenntnisgewinn gilt es für das Zeitalter der Wunder festzuhalten, da so wenig über es bekannt ist, und der besteht hier darin, daß es sich homomorph ergibt, daß wir, wie Parmenides schreibt, tatsächlich darum die Welt zu ergründen suchen, um, nachdem wir unsere körperlichen Abhängigkeiten und Möglichkeiten studiert haben, zu unserem Geist zurückzukommen, indem uns das körperlich Unbekannte weder zu locken, noch zu beunruhigen vermag, kurzum nicht abzulenken. Ist unser Geist darüber zur Ruhe gekommen, können wir uns an unserem Sein orientieren. Und wir wissen dann auch, was wir den Andern schulden, und werden keine Begeisterung über die Vernunft stellen und das Ganze des Lebens nicht vergessen.

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16. Oktober 2026

Die Dialektik der Reformen

Reformen stellen Verfassungsänderungen dar, und Verfassungen ergeben sich entweder aus dem Zusammenspiel einzelner Ansätze oder aus gemeinsamen Beschlüssen, und entsprechend werden Reformen entweder beschlossen oder sie ergeben sich aufgrund der Ansatzentwicklung.

Wenn sie beschlossen werden, so entweder deshalb, weil eine Gemeinde unter Teilen ihrer Verfassung leidet, üblicherweise weil sie von einer anderen erobert wurde, und sich also von ihnen befreit, oder weil Teile einer anderen Verfassung
  • einer konkurrierenden Gemeinde Vorteile verschaffen, in welchem Fall sie für die eigene adaptiert werden,
  • einer kongenialen Nachteile, in welchem Fall sie von der eigenen geächtet werden, oder
  • die menschliche Natur mißachten, in welchem Fall ihnen vorgebeugt wird,
wobei die Ächtung lediglich in der eigenen Vermeidung von Strukturen besteht, während die Vorbeugung darauf abzielt, sie nirgends entstehen zu lassen.

Die
  • Ansatzentwicklung stellt seit der Verschonung Kains den Normalfall der Reform dar (Soll das Schlechte doch an seinen Sünden ersaufen!),
  • Befreiung hat im 20. Jahrhundert etwa in Indien, China und Vietnam stattgefunden,
  • Adaption im 19. etwa in Deutschland und Japan und
  • Ächtung etwa im Rahmen protestantischer Glaubensgemeinschaften von den Böhmischen Brüdern bis zu den Amischen.
In gewisser Weise findet die Vorbeugung gegenüber widernatürlichen Verfassungsteilen ständig statt, insofern wir uns vorsehen, offensichtlichen Torheiten nicht die Tür zu öffnen, aber nicht auf öffentlichen Beschluß hin, sondern als Teil unserer persönlichen Ansätze. Die Frage ist nur, wie daraus heute verbindliche Politik werden kann: Erst über die Kante der Klippe zu gehen und sich dann darauf zu einigen, daß es nicht gut ist zu fallen, ist keine Alternative, und weder Adaption, noch Ächtung reißt uns aus dem Strom, welcher auf den Wasserfall zutreibt.

Eine naheliegende Antwort auf sie sehe ich weiterhin nicht.

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18. Mai 2023

Ermöglichung und Anleitung: Auf- und absteigende Bestimmung der Existenzebenen

  • Das Ideelle entspringt Einsichten,
  • das Funktionale Haltungsannahmen und
  • das Materielle Taten,
und
  • Taten ermöglichen Haltungsannahmen, indem sich erstere in letzteren einsetzen lassen,
  • Haltungsannahmen ermöglichen Einsichten, indem erstere letztere freilegen (zum Beispiel mathematische Auffassungen mathematische Beweise),
  • Einsichten leiten Haltungsannahmen an,  indem erstere in letzteren berücksichtigt werden oder letztere ersteren nach einordnen, und
  • Haltungsannahmen leiten Taten an, indem letztere sich ersteren nach ausrichten (zum Beispiel das Überholen auf der Autobahn danach, sich möglichst weit rechts zu halten) oder letztere ersteren gemäß umsetzen,
aber da sich
  • Einsichten stets in Formalisierungen niederschlagen,
  • Haltungsannahmen stets in Auflösungen und
  • Taten stets in Bewältigungen
können wir auch sagen, daß
  • Bewältigungen Auflösungen ermöglichen (indem erstere in letzteren referiert werden),
  • Auflösungen Formalisierungen,
  • Formalisierungen Auflösungen anleiten und
  • Auflösungen Bewältigungen.
Die auf- und absteigende Bestimmung der Einsicht durch die Tat, beziehungsweise der Tat durch die Einsicht, kann immer indirekt vermittelt gedacht werden.

Betrachten wir also die Anleitung der Zeitalter:durch das Ideelle. Im Zeitalter
  • der Wunder generiert das Ideelle das Funktionale versetzend durch einordnungsbestimmende Verhältnisse, welche durch Einordnen freigelegt werden (Umstandsnormierung'),
  • der Wacht selektiert das Ideelle
    • das Materielle rechtschaffen nach durch Umsetzen freigelegten Zeichen und
    • das Funktionale rechtschaffen nach durch Einordnen freigelegten
    (Geistzugangsnormierung) und
  • der Werke generiert das Ideelle das Materielle durch Ausrichten an den Lagen, für welche Auflösungen, welche Hinweise auf durch Einsetzen freigelegte Formalisierungen berücksichtigen, verantwortlich sind (Hebelnormierung).
In den Zeitaltern der Wunder und der Werke sind Anleitung und Ermöglichung zyklisch in der Norm verbunden, das heißt, die Anleitung ermöglicht die weitere Anleitung, also die Umstände, welchen Rechenschaft getragen wird, die Freilegung neuer Umstände, beziehungsweise die Hebel, welche die Erfordernisse bestimmen, deren weitere Freilegung, doch im Zeitalter der Wacht sind Anleitung und Ermöglichung getrennt, das heißt, eine Schule bestimmt, was der göttlichen Ordnung entspricht, indem sie durch esoterische Schulung den Zugang zum Geist freilegt und ihre Einsichten dadurch ermöglicht, und leitet dann das Materielle und Funktionale ihrgemäß an, indem sie ihnen beim Umsetzen und Einordnen beratend (oder orakelnd) unter die Arme greift.

Am Ende des Zeitalters
  • der Wunder kommen sich verschiedene gewählte Umstände, verschiedene Kriterien des Gemeindelebens, letztlich Verfassungen, in die Quere, da sie sich in unabhängiger Entwicklung zunehmend von einander entfernt haben (in John Boorman's Smaragdwald etwa das unsichtbare und das wilde Volk), und die Lösung des Zeitalters der Wacht besteht darin, diese sich verselbständigenden unabhängigen Entwicklungen unter eine zentrale Anleitung zu zwingen, wobei es durchaus nicht trivial ist, daß es schließlich dazu kommt, aber es dazu gekommen ist,
  • der Wacht erlahmt der Wille jener, welche die göttliche Ordnung nicht sehen, unter dieser Anleitung, und die Lösung des Zeitalters der Werke besteht darin, das Materielle, die Hebel oder die Technologie zu entwickeln, was an der Stelle auch einzig möglich ist, da das Funktionale, das Soziale vollkommen an die bestehende Technologie angepaßt ist und Verbesserungen also von unten her ermöglicht werden müssen, wobei es wiederum nicht trivial ist, daß es dazu kommt, aber eben dazu gekommen ist, und
  • der Werke wächst die Technologie den Menschen über den Kopf, so daß sie entweder deren Macht verringern müssen oder ihre eigene, beziehungsweise die Gunst einer befreundeten vergrößern. Wenn nun Haltungsannahmen irgendwelche zuvor unbekannten Auswirkungen haben (und das haben sie, da transzendente Akte von Haltungsannahmen, insbesondere Gelobung, Anerkennung und Verpflichtung, abhängen), so ist es zu deren Studium unerläßlich, die Haltungsannahmen anzuleiten und je nach dem, was dabei freigelegt wird, weiter fortzufahren, doch genau das ist der generative Zykel des Zeitalters der Wunder.
Mit anderen Worten: Wenn wir sehen wollen, ob wir es auf einem bestimmten Weg schaffen, müssen wir ihn gemeinsam gehen, und wenn wir uns nicht alle einig sind, so müssen wir es eben mit jenen, welche so glauben wie wir, versuchen.

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