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28. November 2012

Eine systematische Betrachtung der Entwicklung der menschlichen Geister

Ich möchte an eine Spekulation aus dem Beitrag Eine genauere Betrachtung der Achtenden anknüpfen und die Genesis der menschlichen Geister wie folgt erklären.

Ursprünglich waren die Menschen hauptsächlich durch ihre Lust motiviert, das sind die Ringenden, dann, sich davon abgrenzend, durch ihre Sorge, das sind Suchenden. Und von diesen grenzten sich dann die Achtenden ab, welche hauptsächlich durch ihr Wertgefühl motiviert sind.

Diese Achtenden nun zerfielen zunächst in zwei Gruppen, einmal jene, deren Wertgefühl sich auf das Wohl ihrer Mitmenschen bezog, und zum anderen jene, deren Wertgefühl sich auf die Anmut ihrer Umwelt bezog.

Dieses nun waren die Versuchenden und die Pflegenden. Beide sind der Reaktionsfähigkeit verpflichtet, und von beiden grenzten sich im Laufe der Zeit jene ab, welche den Dienst von seinem Ziel abkoppelten, also die Bemühung als solche verehren, wodurch sie nicht mehr der Reaktionsfähigkeit, sondern ihrem Gegenteil, der Vertrauenswürdigkeit, verpflichtet sind, genaueres dazu im Beitrag Vier gesellschaftliche Garantien.

Und diese beiden nun sind die Leistenden und die Ehrerweisenden.

Bezogen auf den entwicklungsgeschichtlichen Stammbaum des Y-Chromosoms ist folgendes festzuhalten.

Die Abgrenzung der Suchenden von den Ringenden fand durch die Haplogruppe F statt und die Abgrenzung der Achtenden von den Suchenden durch die Haplogruppe MNOPS. Diese zerfiel dann im wesentlichen in die beiden Gruppen NO und P (über M und S kann ich mangels Informationen nichts aussagen), wobei erstere den Pflegenden und letztere den Versuchenden entrpicht. Von diesen nun grenzten sich Haplogruppe O als Ehrerweisende und die Haplogruppen Q und R1b als Leistende ab.

Damit finden sich Ringende vornehmlich in Afrika, Ostsibirien und Polynesien, Suchende vornehmlich in einem Streifen von Portugal bis Papua-Neuguinea, Versuchende vornehmlich im Raum zwischen Norwegen und Indien, Pflegende vornehmlich in Nordosteuropa, Leistende vornehmlich in Westeuropa und seinen Kolonien, sowie in geringerem Umfang noch in der Türkei und im Iran und Ehrerweisende schließlich vornehmlich in Südostasien.

Selbstverständlich kann man alles unter vage bestimmte Begriffe bringen, und ich gebe zu, daß es ausgesprochen schwierig ist, sich diese Klassifikation zu dem Grad eigen zu machen, daß man Menschen mit Sicherheit unter die verschiedenen Klassen zu bringen vermag, aber es ist möglich, und diese Klassifikation substantiell, wobei die Entsprechung zu den verschiedenen Zweigen des Y-Chromosomstammbaums selbstverständlich nur angenommen ist, der Charakter sich aber vom Vater vererben sollte.

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26. November 2012

Gesellschaftliche Erweckungen

Wenn David Icke sagt, daß wir alles sein können, was wir sein wollen, dann spricht er offenbar von Dingen, welchen er selbst nie begegnet ist, sonst wäre er vorsichtiger.

Wenn wir uns als Bewußtsein verstehen, so sind wir zugleich Substanz, welche Form annehmen kann, Form und durch dieses beides Anzeige dessen, was werden und vergehen mag, so Gott es wert dünkt.

Und letzteres ist ganz eigentlich das, wovon Icke spricht, daß sich die Kombinationen manifestierter Ideen ändern. Ich kann diesbezüglich niemandem Hoffnungen machen. Die Auflösung bestehender Kombinationen ist eine schreckliche Sache, aber ein Ding der Notwendigkeit. Und das Schmieden neuer Kombinationen ist zwar eine herrliche Sache, aber es gebiert neue Formen, nicht einen Zustand der Unabhängigkeit von ihnen.

Es gibt allerdings eine zweite, uneigentliche Weise, seine Worte zu verstehen, nämlich als den Hinweis darauf, daß unsere Geschichte aus zwei gänzlich verschiedenen Elementen geformt wird. Zum einen sind da die quasi zeitlosen Ideen, deren Kombinationen sich nur in sehr langen Zykeln ändern, welche sich zu allen Zeiten manifestieren und zum anderen sind da all die geschichtlichen Zufälle, oder nennen wir es lieber die schicksalhaften Zusammentreffen, welche die Details festlegen.

Gesellschaftliche Erweckung nun ist der Zustand, in welchem sich die Menschen über die Ideen, welche sie verkörpern, klar werden und den akzidentiellen Teil ihrer Geschichte abstreifen.

Oder anders ausgedrückt: Gesellschaftliche Erweckung ist die Zurücksetzung des zweiten, funktionalen Zykels. Die Zurücksetzung des dritten, ideellen Zykels erzwingt die Zurücksetzung des zweiten und diese die des ersten, materiellen, umgekehrt verhält es sich aber nicht so, wie gesagt, es gleicht dem Voranschreiten der Ziffern eines dreistelligen Zählers im Dezimalsystem: auf 999 folgt 000, auf 009 die 010.

Es wird in der jetzigen Situation nicht bei der gesellschaftlichen Erweckung alleine bleiben. Die Konsequenz aus meinen letzten Beiträgen ist, daß die Form des menschlichen Bewußtseins nur dann eine Zukunft haben kann, wenn sie sich ihres eigenen Wesens, wie ich es eingangs beschrieb, bewußt ist, was heißt, daß wir uns unserer transzendenten Akte bewußt sind, und wenn unser Lebenswille sich auf die so erfaßte Ganzheit richtet, also Seelenpflichten erkennt und liebt, wie ich es zuvor ausgedrückt habe.

Letzteres ist der springende Punkt, aber wie sollte ich die Ideen, welche sich in mir manifestieren mehr lieben als mein körperliches Leben, wenn ich nicht wüßte, daß sie in der Tat nach göttlicher Direktion die Welt hervorbringen? Und wie könnte ich das wissen, wenn ich nicht in meinem Leben erfahren würde, wie Gott dirigiert?

Nun denn, damit beschließe ich diese Zusammenfassung.

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25. November 2012

English or the Babylonian confusion in action

This post is going to be just as one-sided as you might guess, but I hope to elucidate nevertheless a real phenomenon.

I was thinking about writing my posts in English back when I started this blog, but I chose to do otherwise, because I didn't feel comfortable choosing the right expressions. For instance, I don't really know what the English translation for the word Sorge is. So, one might say worry, one might say care, and English people will be quick to point out the splendour of English in that it captures such fine nuances, which, however, I perceive as extremely annoying, because I'm not interested in painting the basic drive as either a thing of hysterical women or benign kings.

You see, I'd simply like to talk about that basic drive itself in a neutral way, but English doesn't allow me to.

And then there are other cases, in which I do know the translation, but am reluctant to use it, like with sagacity for Verstand. The problem here is that sagacity sounds like a property akin to beauty, whereas I mean a faculty akin to reason. So what should I do? Coin the word understand used as a noun? Cats have a well developed understand? I might use understanding of course, but then I replace the faculty by its operation.

So, out of these reasons I decided not to write in English. Anyway, this decision was made years ago and the reason why I'm writing about this matter now is another one altogether, namely that I came up with a theory about the English based on their language.

Now, the English have a history of being known as having double standards, in more civilised times also called bigotry (which has changed since, due to the Jews' provisions not to be ever described by this moniker themselves), or even, as Schopenhauer takes great pains not to explicitly state, liars.

Now, why is that? It can't be the genes, since those come from a good source, that is from where my own genes are coming from, so what went wrong there?

And trying to find an answer to that question, it is tempting to look at the English approximations for Sorge again, worry and care. There is no doubt in my mind that worry did originally mean the exact same thing as Sorge, but since caritas invaded its turf, it changed meaning.

You see, English is full of competing expressions, simple and easy, ghost and spirit, rest and residue, reasonable and rational to name just a few. The reason for this is not that the English have such discriminating minds that they felt the need to boldly distinguish, what no man has ever distinguished before, but to retroactively turn the rape by the French language into something meaningful. Now that all of a sudden two words for the same thing were floating around, the average English mind figured that there had to be some kind of a difference between them, and it usually conluded that the English word was about old women and the French word about kings, as in the case of worry and care.

To this day English people will say that their Germanic heritage is quaint, whereas the Latin heritage is civilised. Well, you made it so, dumb-asses!

At least that's what I like to think. But I don't want to be all negative here, and so I thought that I might add some info for the people interested in the history of Wessex and what the name Gewisse actually means in German, since Wikipedia doesn't do an overly good job explaining that.

First off, that name is super cool and it is kind of ironic that the only ones understanding that have nothing to do with the people in question. The root of it is wiss, like in wissen, to know, the English sibling of it lives in wise. Gewiß now means known for sure. So, when you apply that to a group of people it either means that they know for sure or that something about them (e.g. their loyalty, fighting skills) is known for sure, either way unabashedly arrogant and pretty much the coolest name anyone could come up with.

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24. November 2012

Zur Problematik des Werkzeuggebrauchs

Wenn der Mensch zu einem Werkzeug greift, so sieht er das in aller Regel als einen Ausdruck seiner Wahlfreiheit an und übersieht dabei, daß er damit in aller Regel zugleich weiteren Werkzeuggebrauch notwendig macht.

Nirgends ist dieser Zusammenhang so deutlich zu erkennen, wie bei der Betrachtung von Geschützen und Festungen, womit ich mich jüngst im Beitrag Voraussetzungen und Nutzen des Soldatenstaats beschäftigt habe. Aber die Problematik ist allgemeinerer Natur, und sie verlangt zum ersten, daß ihr Wesen klar benannt werde und zum zweiten, daß die möglichen Ansätze zu ihrer Lösung besprochen werden.

Das Problem beim Werkzeuggebrauch ist nun, daß der Mensch genauso wenig wie irgendein anderes Lebewesen seine Prothesen in seine Evolution einbeziehen kann, und dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob diese Prothesen elektrisch, mechanisch oder auch biologisch sind, denn wenn letztere sich auch weitervererben ließen, so endet an dieser Stelle doch die menschliche Evolution, denn sich selbst zum zu gestaltenden Objekt zu machen ist etwas gänzlich anderes.

Freilich, das Endergebnis ist nicht ganz das gleiche, in den ersten beiden Fällen verzichten wir auf einen Teil unserer Funktionalität zu Gunsten einer bestimmten Prothese und im dritten überlassen wir unsere Evolutionsgeschichte einem Frankensteinmonster, welches wir an unsere Stelle setzen, mit anderen Worten behalten wir nicht einen verminderten Bereich für uns, sondern teilen uns einen erweiterten Bereich mit etwas Fremdem, denn fremd sind uns unsere eigenen Werke.

Wir lernen in der Schule, daß dies dem Menschen schon vor langer Zeit begegnet ist. Aber stimmt das? Braucht man ein Fell in den Tropen? Und was die Krallen angeht, nun gut, irgendetwas wird sich immer greifen lassen. Wenn dieses also vielleicht auch ein gültiges Beispiel ist, was letztlich davon abhängt, ob man eine bestimmte Prothese fixiert oder nicht, so liegt darin noch kaum ein evolutiver Verzicht.

Heute hingegen muß man damit beginnen, Entwicklungen, welche uns an Prothesen fesseln werden, zu überschauen.

Ich sehe im wesentlichen drei solche Entwicklungen.
  1. Störungen unserer Umwelt durch Chemikalien, radioaktive Strahlung, Biowaffen, unnatürlich leichte Verbreitungs- und Mutationsbedingungen für Viren oder auch durch gentechnisch veränderte Pflanzen könnten uns dazu zwingen, uns selbst gentechnisch zu modifizieren.
  2. Fortschritte in der Waffentechnik mögen elektrische Implantate erzwingen, um unsere sensorischen Fähigkeiten zu verbessern.
  3. Fortschritte in der künstlichen Intelligenz werden uns zwingen, unser Überleben maschineller Planung anzuvertrauen.
Und siehe, ich gebe euch ein neues Gebot: Erfindet nicht, was die Anpassung des Menschen an seine Umwelt aufhebt.

Darauf müßte sich die Menschheit verständigen und es dann jeweils vor Ort in der Gemeinde überprüfen.

Nun ja, das ist vielleicht ein etwas unbedarfter Lösungsvorschlag.

Kommen wir an dieser Stelle vielleicht wieder zurück zum Militär. Wenn das Militär vom Rest der Gesellschaft unabhängig wäre, wir also einen Soldatenstaat vorliegen hätten, so bestünde eine zufriedenstellende Lösung darin, lediglich das Militär mit allen nötigen Prothesen auszustatten. Nun, in puncto künstlicher Intelligenz ist dies vielleicht nicht gänzlich zufriedenstellend, aber immernoch vergleichsweise gut.

Dummerweise ist das Militär aber nicht vom Rest der Gesellschaft unabhängig, und kann es unter den betrachteten technischen Rahmenbedingungen auch nicht sein. Allenfalls eine vollständig autonom agierende Roboterarmee wäre es, aber diese Lösung ist auch keine besonders gute, und die Roboterarmeee wäre es auch nur dann, wenn ihr Intelligenzvorsprung groß genug wäre, um den Innovationsnachteil desjenigen, welcher technisches Gerät aus Speichern beziehen muß, anstatt es im Verlauf der Auseinandersetzung produzieren zu können, wettzumachen.

Was bleibt sonst?

Massiver Protheseneinsatz über das Militär hinaus, aber das schafft schwerwiegende soziale Probleme, da eine derartig zweckgebundene Elite erstickend auf eine Gesellschaft wirkt und also möglichst klein und isoliert sein sollte.

Vielleicht liest der eine oder andere das Vorige und sieht da noch einen gewissen Spielraum. Das mag auch so sein, aber letztlich sind wir an einem Punkt angelangt, an welchem wir unserer Pflicht zur Gewissenhaftigkeit nicht mehr vollständig nachkommen können. Natürlich können, und sollten wir wohl auch, bis zu der Grenze gehen, ab welcher wir unsere eigene Evolution aufgäben. Aber dabei bleibt ein Restrisiko, und wie mir scheint kein kleines, wenn sich unser Verständnis des Wertes des Lebens nicht grundlegend ändert.

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23. November 2012

Verkörperung

Ich hatte die Form des menschlichen Bewußtseins vor kurzem so symbolisiert.


Dabei wird aber ein wesentlicher Aspekt des Bewußtseins unterschlagen, nämlich daß es dergestalt in Gott wurzelt, daß es aus seinem Entschluß heraus in dieser Form manifestiert wird.

Diesen Umstand möchte ich nun auch noch symbolisieren, und zwar so.


Mir wurde gestern schmerzlich klar, daß der Grund aller Existenz, also Gott, nicht sonderlich fest an die Form des menschlichen Bewußtseins gebunden ist. Sämtliche Bewußtseinsbündelungen sind ihm in gewisser Weise uneigentlich, sich von einer Schallwelle anregen zu lassen und sie auf diese Weise weiter zu verbreiten trifft das Wesen des typischen Existenten weit besser als es das im ethischen Ansatz gipfelnde Knäuel des menschlichen Bewußtseins tut. (Jochen Feldkötters Join the microcosm besitzt eine gewisse hypnotische Wirkung, Sie können es ja selbst ausprobieren, indem Sie es da rechts anstellen, ist aber baßlastig, macht nicht jeder Lautsprecher mit, Kopfhörer sollten es aber tun.)

Die Verworfenheit der menschlichen ethischen Ansätze in ihrer heutigen Form habe ich ja bereits verschiedendlich thematisiert. Daß wir, wenn wir unseren Lebenswillen in die Tiefe, hin zum wesentlichen richten, einen ethischen Ansatz verfolgen, welcher die Form unseres Bewußtseins vor Gott bestehen lassen wird, ist nicht mehr als eine mal eben so eingeworfene Hoffnung: So folgt unsere Verworfenheit nicht mit logischer Notwendigkeit. Schau mal einer an!

Was wirklich geschehen wird, ist eine andere Frage.

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20. November 2012

Der Wolf im Schafspelz

Seht nur den Friedensaktivisten!
Er deckt die Diebe, und sagt, wir sollten uns nicht entrüsten!
Denn wo Wut sich Bahn nicht brechen kann,
da fangen auch keine Kriege an.

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16. November 2012

Voraussetzungen und Nutzen des Soldatenstaats

Ich vertrieb mir heute morgen die Zeit damit, mir alte Steinbüchsen anzusehen, also mich durch die Wikipedia Artikel Faule Grete, Faule Mette und Dulle Griet zu klicken, und alsbald begann ich mir über den Sinn von Festungen Gedanken zu machen. (Ja, nicht daß ich das vergesse, den Artikel über die Dicke Bertha habe ich mir auch durchgelesen.)

Festungen dienen entweder der Kontrolle des Verkehrs, so sie entweder an Flüssen, Pässen, Land- oder Meerengen liegen oder aber mehrere von ihnen eine Verteidigungslinie bilden, oder sie dienen als Stützpunkt für Ausfälle.

Wenn man nun sein Augenmerk auf das Mittelalter richtet, so sieht man dort die zuletzt aufgeführte Verwendung als die wesentliche. Zum Teil wurden diese Stützpunkte benutzt, um Chaos zu verbreiten, zum größeren Teil aber dazu, für Recht und Ordnung zu sorgen. Aber für welches Recht und welche Ordnung?

Und damit kommen wir zum Dreh- und Angelpunkt dieses Beitrags, nämlich der Unterscheidung zwischen der Garantierung immobilen Besitzes und der Garantierung mobilen Besitzes.

Das Militär, so es für Recht und Ordnung sorgt, garantiert den immobilen Besitz, und im Mittelalter hat es das so getan, daß es, indem es in seinen Festungen saß, jedem Invasor zu verstehen gegeben hat, daß er wohl die Bauern töten kann, aber nicht hoffen, daß seine Bauern anschließend ungestört blieben.

Im Grunde die selbe Logik, welche heute aus dem Besitz von nuklearen Waffen entspringt.

Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zwischen der Situation damals und der Situation heute. Damals war es dem Militär ziemlich egal, ob die Bauern getötet wurden oder nicht, während es heute von ihnen abhängig geworden ist. Freilich, den nuklearen Gegenschlag kann es noch führen, aber viel mehr nicht.

Das nun nenne ich einen Soldatenstaat, wo das Militär unabhängig vom Rest der Gesellschaft existieren kann.

Und es ist ein triviales Korollar dieser Definition, daß in einem Soldatenstaat der immobile Besitz alleine durch das Militär garantiert wird, und daß es sich nur in einem Soldatenstaat so verhält.

Entsprechend der Unterscheidung zwischen mobilen Besitz und immobilen, unterscheide ich auch den Rechtsbruch, welcher den einen oder den anderen betrifft, als das eine Mal Kriminalität und das andere Krieg.

Damit läßt sich das letzte Korollar auch so ausdrücken. In einem Soldatenstaat kann nur Krieg zu einer Änderung der immobilen Besitzverhältnisse führen, aber in allen anderen Staaten kann auch Kriminalität letztlich dazu führen, da in ihnen das Militär von ihrer Wirtschaft abhängig ist.

Kommen wir nun, nachdem der Nutzen eines Soldatenstaates damit geklärt wäre, zu seinen Voraussetzungen. Nun, genau dann wird das Militär von der Wirtschaft des Staates, welchen es verteidigt, nicht abhängig sein, wenn diese Wirtschaft keine oder kaum militärisch relevante Güter produziert.

Dabei verdanken alle Soldatenstaaten, welche über Jahrhunderte hinweg bestanden haben, ihre Existenz dem Einfluß der jeweiligen Staatsreligion auf die Arbeit der Zivilisten, denn sie durch reine Gewalt von bestimmten Beschäftigungen fernzuhalten ist nahezu unmöglich.

Sobald die Wirtschaft indes kriegsrelevant wird, und sei es alleine durch die Bereitstellung einer Massenarmee, heute ist sie es vornehmlich durch die Motorisierung, bedarf es ihres Schutzes, um die immobilen Besitzverhältnisse zu sichern.

Und es gibt im wesentlichen drei verschiedene Möglichkeiten, das zu tun. Entweder überwacht eine zentrale staatliche Behörde, daß die Wirtschaft nicht mit kriminellen Methoden angegriffen wird, und dazu braucht sie größere Befugnisse, als sie sie in einem Rechtsstaat hat, dann spreche ich von einem Polizeistaat, oder lokale Gruppen übernehmen diese Aufgabe, dann ist es ein Milizenstaat, oder diese Aufgabe wird individuell übernommen, dann muß man wohl von einem Terroristenstaat sprechen.

Lebensfähige Rechtsstaaten sind es nur auf dem Papier und in Wirklichkeit verkappte Polizei-, Milizen- oder Terroristenstaaten, wobei die Polizei nicht unbedingt so genannt werden muß.

Da mir keine Kontrolle der zivilen Arbeit vorschwebt, entscheide ich mich also für den Milizenstaat, obwohl, wenn ich es recht bedenke, eine solche Kontrolle vielleicht sogar angebracht wäre, um sich in eine neue Lebensweise einzuleben, währenddessen also ein Soldatenstaat eine vernünftige Lösung wäre. Gewiß, jedenfalls, haben sich das andere schon zuvor gedacht.

Wenn man wirklich Fortschritte bei der bewußten Transzendenz in der Breite der Bevölkerung erzielen könnte, würde ich dem Soldatenstaat wohl zustimmen, dann allerdings würde er sich auch alsbald aus den Folgen dieses Prozesses heraus auflösen. Reine Spekulation indes.

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13. November 2012

Generalisierungen des Guten

Es mutet wohl kurios an, daß ich den Aspekt der Verallgemeinerung des Guten bei meiner Behandlung verschiedener Religionen bisher ausgespart habe. Ich ging auf ihn am Beispiel nationaler Konditionierungen ein, aber als etwas aufgesetztes, eitles.

Der tiefere Grund für dieses Versäumnis besteht darin, daß das Fundament all der Verallgemeinerungen des Guten, welche ich betrachtet habe, stets dasselbe ist, nämlich das Gemeinwohl: Jede gute Tat aus jeder Konditionierung heraus läßt sich noch stets als Beitrag zum Gemeinwohl verstehen.

Nun ist Gemeinwohl natürlich auch ein dehnbarer Begriff, aber gemeint ist hier eine bestimmte Vorstellung, nämlich sich das Leben gegenseitig so angenehm wie möglich zu machen.

Angenehm, annehmbar, was man gerne annimmt.

Selbstverständlich ist uns das Leben nicht ausschließlich, ja, wahrscheinlich noch nicht einmal vorrangig etwas, was es anzunehmen gilt, und diese nahezu universelle Verallgemeinerung des Guten besagt auch nichts Gegenteiliges, aber sie besagt etwas, und zwar daß sich hinsichtlich des Übrigen, was uns das Leben ist, nicht so ohne weiteres eine Verallgemeinerung finden läßt.

Der Grund dafür ist, daß dieses Übrige aus unserem Gestaltungswillen besteht und es keine allgemein als gut anerkannte Gestalt gibt.

Das ist nun aber in sofern problematisch, als daß Taten für das Gemeinwohl auf diese Weise eine unverhältnismäßige Adelung erfahren, also Taten, welche das Leben für alle annehmbarer machen, was den allermeisten im Grunde etwas Nebensächliches ist.

Da liegt letztlich auch der Grund für unsere Unorganisiertheit. Wahre Liebe zum Mitmenschen muß stets sein Leben als etwas zum Erblühen zu Bringendes betrachten, auch wenn einem die Blüte selbst eher gleichgültig ist, mißfallen, freilich, sollte sie nicht, und wenn wir uns so verhielten, so würden wir ständig Anleitungen zum Knüpfen von Verbindungen geben.

Aber das ergibt sich für mich eher am Rande. Im Zentrum meiner Gemeinwohlkritk steht die Ignoranz dem gegenüber, was das Leben ausmacht, denn wenn das nicht bekannt ist, kann man auch nicht erwarten, daß viel für es getan wird.

Unser Leben besteht, so weit es das Wesentliche betrifft, aus den transzendenten Akten, an welchen wir teilhaben: persönlicher Erfolg, Befruchtung der Lage, interpersönliche Interessen (beispielsweise Lenkungs-, Verbindungs- und sexuelle Interessen), Aufbruch zu neuen Ufern, Selbstverpflichung zu Idealen, Bedingungen des eigenen Lebenswillens, korrespondierend den Bildern hier (in umgekehrter Reihenfolge).

Vernunft bewirkt dabei, daß unsere Erfassung unseres Lebens über die konkreten Gegebenheiten hinausgeht, wir also nicht nur unseren Lebensweg auf die Waagschale legen, sondern zugleich mit ihm all die möglichen, welche wir durchgespielt haben. Aus diesem Grund hat das Leben eines Menschen mehr Gewicht als das Leben eines Tiers und das Leben eines Weisen mehr als das Leben eines Narren vor Gott.

Versuchen wir, uns unserer wesentlichen Handlungen bewußt zu sein. Versuchen wir, den Fragen, welche sich aus unseren Idealen heraus stellen, nicht auszuweichen. Seien wir zum Opfer bereit, wenn die Regeln der Welt selbst uns das Leben zu nehmen versuchen, denn wir können nur gewinnen. Helfen wir anderen, ihr Leben zu finden. Nutzen wir unsere Freiheit zur Bebilderung unseres Wesens.

Dieses Leben ist, wie jedes vor ihm und nach ihm, vorläufig. Suchen wir nicht das Angenehme, sondern das Volle, verharren wir nicht beim Schein, sondern werfen uns in den dunklen Strom des Werdens.

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10. November 2012

Und ihr sagt, ihr lebt.

Hart ist euer Herz,
was euch versagt blieb,
das soll auch kein andrer haben.

Ob ihr wohl bedenkt,
wohin euch das bringt?

Seht, ich weilte lange unter euch,
und kaum sah ich je einen Schimmer,
der sein Leben nicht einer Täuschung verdankte.

Aber was ihr in euch tötet,
ist euer einziger Weg aus all diesen Enttäuschungen heraus.

Glaubt ihr, daß, wenn ihr gute Freunde sein wollt,
nicht auch das euer Lebenssinn ist?
Daß euer Leben als Giftspeier Sinn hat?

Oder daß, wenn ihr euch eurer Größe rühmen wollt,
ihr auch als Heckenschützen glücklich werdet?

Oder zuletzt, wenn ihr in allem ein Geheimnis und ein Abenteuer seht,
ihr euch gerecht werdet, wenn ihr die Welt anbellt?

Man hat euch gelehrt,
weise zu sein.

Denn Torheit ist das alles ganz bestimmt,
ihr könnt's mir sicher auch erzählen.

Nur was ihr da jetzt tut, sprecht,
wen wollt ihr damit quälen?

Soll's Buße und Erziehung sein?
Oder gefällt es euch schon längst,
und hofft nun gar, die Menschheit möge es erwählen?

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9. November 2012

Der Spagat

Wir öffnen uns allen,
drum seht ihr wohl ein,
daß wir, um uns vor einander zu schützen,
uns kontrollieren lassen müssen.

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Verantwortungsabgabe

Menschen sind alleine schon aus spirituellen Gründen nicht befugt, Verantwortung abzugeben, aber es gibt im heutigen Umfeld sehr gute Gründe es dennoch zu tun: individuelle Selbstversorgung ist ineffizient und genossenschaftliche Selbstversorgung schwer zu organisieren, letzteres entweder aufgrund der physischen Gegebenheiten, das heißt zu hoher Bevölkerungsdichte, oder aufgrund der psychischen, das heißt inkompatibler Lebensziele.

Also gibt man seine persönliche Verantwortung ab, und zwar an die Gemeinheit: Man verlegt sich darauf, der Gemeinheit etwas anzubieten, welches solange nachgefragt werden wird, wie es der Gemeinheit gut geht. Ich tue das auch, wer tut es nicht?

Indes ziele ich auf weitestgehende individuelle Autarkie, genauer gesagt auf einen Zustand, in welchem ich sämtliche halbwegs effizienten Möglichkeiten zur Selbstversorgung, welche mir offenstehen, ausgeschöpft haben werde. Und wenn ich den erreicht haben werde, werde ich mich nach möglichen genossenschaftlichen Betätigungsfeldern umsehen, was nota bene meine Grundversorgung betrifft.

Sonderlich realistisch erscheint mir ein Erfolg in der zweiten Etappe natürlich nicht, und ich werde also wohl auch weiterhin einen Teil meiner Verantwortung abgeben.

Andererseits gebe ich auch heute schon einen wesentlichen Teil meiner Verantwortung nicht ab, nämlich den Teil meines Wirkens, welcher über die Grundversorgung hinausgeht.

Was ich hier schreibe, schreibe ich nicht im Vertrauen darauf, daß mich andere, um es lesen zu können, entlohnen werden, ebensowenig, wie ich, wenn ich mich mit einem mathematischen Problem beschäftige, daran glaube, jemanden zu finden, welcher mir seine etwaige Lösung abkaufen wollte.

Dies wären ja auch ganz groteske Annahmen, bestenfalls dürfte man auf Geschenke aus Dankbarkeit hoffen, und wenn man nicht eine Instanz wie das Militär hat, welcher begründet aus bester Absicht zugearbeitet wird, und welche es sich daher leisten kann, diese Bemühungen zu finanzieren, so können derartige Bemühungen nur dort existieren, wo die Menschen einen Produktionsüberschuß besitzen, welchen sie bereitwillig mit der Gemeinheit teilen.

Das Militär ist die beste Institution für diesen Zweck, aber es gibt noch andere, etwa staatliche Energieversorgung oder Entwicklungshilfe, das Problem mit letzteren ist nur, daß ihre Vorgaben, auch gerade aufgrund ihres moralischen Anspruchs, zu eng zu sein pflegen, während das Militär ja letztlich alles irgendwie gebrauchen kann, was Gesetze beschreibt, und darauf läuft noch jede intellektuelle Beschäftigung hinaus.

Auch ist es so, daß nur das Militär ein echtes Interesse an noch dem kleisten technischen Vorsprung hat und im entsprechenden Maße gewillt ist, ihn zu fördern, ja, man könnte dies zur Definition des Militärs verwenden: Das Militär ist diejenige Organisation, welche pro Quantum technischen Vorsprungs den maximalen Machtgewinn einfährt.

Bemühungen dies friedlich zu simulieren, etwa durch künstlich niedrige Zinsen und einen entsprechenden Investitionszwang, werden noch immer auf Abwege geraten, im erwähnten Fall etwa Innovationen im Geschmacksbereich, also Fortschritte in der Kunst, Menschen mit weniger glücklich zu machen. Und diese Abwege sind durchaus nicht ungefährlich, sondern unterminieren stetig die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft.

Die einzige Lösung, welche uns als entwickelte Menschen mittelfristig bestehen läßt, ist die auf Produktionsüberschuß basierende, und die einzige, welche uns als spirituelle Wesen bestehen läßt, die der genossenschaftlichen Selbstversorgung, soweit es die Grundbedürfnisse betrifft. Neben diesen beiden Eckpfeilern bleibt immer noch genug Markt zur bequemen Verantwortungsabgabe übrig.

Indes, dies wird sich unter den heutigen Umständen nicht entwickeln, der sich zurzeit vollziehende technische Fortschritt wird enorme Kräfte auf das Militär der Welt ausüben, welche sich meiner Einschätzung nach nicht bändigen lassen werden. Noch nie in der Geschichte hatte ein Angreifer gegen einen technisch ebenso entwickelten Verteidiger einen Vorteil, doch indem sich der Kampf künftig asymmetrisch gestalten wird, der Angreifer ist eine nicht ohne weiteres Menschen zuordenbare Maschine, der Verteidiger ein Mensch, bricht dieses natürliche Bollwerk der Stabilität in sich zusammen.

Wer weiß schon, wer einen Kampfroboter wie programmiert hat?

Unter Umständen weiß man noch nicht einmal, daß Kampfroboter gegenwärtig sind.

Es ist Wahnsinn zu glauben, daß, was gestern stand und heute fällt, auch morgen noch trägt. Nur wenn neue Gesetze in Erscheinung treten, werden wir leben.

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8. November 2012

Vier gesellschaftliche Garantien

Ich habe einen weiteren Aspekt gefunden, unter welchem sich die vier menschlichen Geister unterscheiden lassen, nämlich die Freiheit gesellschaftlicher Verbindung in Raum und Zeit.

Es ist ein Charakteristikum osteuropäischer Gesellschaften, daß sie in Windeseile in erstaunlicher gesellschaftlicher Breite reagieren können, was daran liegt, daß auch weniger gut mit einander Bekannte zur Zusammenarbeit mit einander bereit sind.

Himmler nannte es einen Zug zum Verschwörerischen, ich nannte es ein Bedürfnis nach Bereitstellung, am zutreffendsten ist es aber wohl als gegenseitige Versicherung unverzüglicher Hilfe beschrieben.

Dem genau entgegengesetzt ist das Bedürfnis nach Vertrauenswürdigkeit.

Das liest sich jetzt erst einmal etwas seltsam, aber so ist, denn durch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Fremden nimmt die Vertrauenswürdigkeit in jeder Beziehung ab, weder sind Fremde so vertrauenswert wie Bekannte, noch sind Bekannte, welche mit Fremden zusammenarbeiten können, so vertrauenswert wie Bekannte, welche es nicht können.

Andererseits ist es natürlich so, daß sich nur ein Menschenschlag, welcher von Natur aus sehr offen und hilfsbereit ist, eine Zusammenarbeit mit Unbekannten leisten kann.

Und in diesem Sinne sind Achtende und Versuchende das genaue Gegenteil von einander, Achtende suchen die Abgrenzung auf vertraute Kreise, Versuchende sind allen gegenüber offen.

Während die Verbundenheit im Raum also für die Fähigkeit einer Gesellschaft zu reagieren verantwortlich ist, ist es die Verbundenheit in der Zeit für die Fähigkeit einer Gesellschaft zu agieren.

Verbundenheit in der Zeit bedeutet dabei, daß Menschen sich einmal auf eine zukünftige Unternehmung vorbereiten können und zum anderen die Möglichkeit besitzen, zum geeigneten Zeitpunkt gemäß ihren Qualifikationen zusammenzukommen. Entscheidend, um dies zu erreichen sind erstens persönliche Freiräume und zweitens ein Forum, um einander ausfindig zu machen, wozu es selbstverständlich auch Techniken der Musterung bedarf.

Das Gegenteil dieser Versicherung zukünftiger Zusammenarbeit ist aber die Versicherung von Sicherheit, und in diesem Sinne sind Suchende und Ringende einander entgegengesetzt, weshalb Ringende auch stets persönliche Nähe und Suchende persönliche Distanz anstreben.

Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit sind das Paradies für die einen, aber die Hölle für die anderen.

Nun, von den übrigen drei unter diesem Aspekt möglich scheinenden Kombinationen (de facto sind mehr möglich), kommen noch zwei vor, Vertrauenswürdigkeit gepaart mit Aktionsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit gepaart mit Aktionsfähigkeit, und namentlich wären das in der Reihenfolge ihrer Besprechung hier die japanisch-tibetische, die romanische und die arische.

Es steht den Suchenden aller Länder natürlich frei, sich in die eine oder in die andere Richtung zu orientieren, man sollte sich nur nichts vormachen, entweder läuft es in einer Gesellschaft auf die eine oder auf die andere Weise (wobei natürlich schon in konkreten Fällen beträchtlich getrickst werden kann, ein schwarzes Hemd ist nicht weiß, aber es gibt schwarz-weiß gestreifte Hemden).

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7. November 2012

Siedlungsformen

Ich würde menschliche Siedlungen in fünf verschiedene Formen einteilen, und zwar in
  • Hofsiedlung
  • Haufensiedlung
  • Reihensiedlung
  • Gittersiedlung
  • Quartiersiedlung.
Bei den ersten vier Formen handelt es sich um Besitzergreifungen des Landes, bei der Quartiersiedlung um die Bereitstellung von Menschen.

Quartiersiedlungen zeichnen sich üblicherweise durch ästhetischen Schnickschnack aus, symbolische Gunsterweisungen an die Internierten.

Die übrigen vier Siedlungsformen teilen den Raum auf verschiedene Weisen auf. Bei der Hofsiedlung liegen die erschlossenen Stücke vereinzelt und einzeln besiedelt im Raum. Bei der Haufensiedlung umgeben die erschlossenen Stücke die Siedlung in ihrer Mitte. Bei der Reihensiedlung liegt üblicherweise eine längliche Ressource vor, welche sich die Bewohner gleichberechtigt teilen. Das mag eine Straße sein, ein Ufer oder auch nur ein Ausblick. Und bei der Gittersiedlung schließlich werden die erschlossenen Stücke von der Siedlung durchsetzt, was insbesondere in ehemaligen englischen Kolonien zu beoachten ist, der Schutz des Landes vor wilden Tieren oder umgebenden menschlichen Feinden steht dabei im Mittelpunkt, also das genaue Gegenteil zur Haufensiedlung, bei welcher die Weite des erschlossenen Landes dem Schutz der Menschen dient.

Haufen- und Gittersiedlung haben beide ihre strategischen Vorteile, abhängig davon, daß eine Gittersiedlung partielle Zustände zuläßt und eine Haufensiedlung nicht. Die Hofsiedlung könnte in diesem Zusammenhang als eine noch extremere Form der Gittersiedlung betrachtet werden, deren strategischer Vorteil indes hauptsächlich nur in erschwerter Aufklärung und möglicherweise auch Logistik besteht, und die Reihensiedlung als eine halbherzige Gittersiedlung.

Großstädte sind im wesentlichen Quartiersiedlungen, auch wenn sie oftmals an ihren Rändern Gitter- oder Reihensiedlungen aufweisen, mittelgroße Städte üblicherweise Haufensiedlungen und Kleinstädte entweder Haufen-, Reihen- oder Gittersiedlungen.

Dabei muß eine Haufensiedlung nicht unbedingt direkt vom sie umgebenden Land leben, sondern kann auch schlicht ein wichtiges Handelszentrum sein, wie etwa Venedig oder Amsterdam. Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion finden sich weiterhin eine ganze Reihe von Städten, bei denen man aufgrund des volkseigenen Charakters der sozialistischen Wirtschaft nicht zweifelsfrei sagen kann, ob es sich um Haufen- oder Quartiersiedlungen handelt.

Im eigentlichen Sinne urban, mit allen negativen politischen Folgen, welche ich mit diesem Begriff verknüpfe, sind nur Quartiersiedlungen. Daß der Mensch zur Verfügungsmasse wird, ist das Charakteristikum der Urbanität. Was ich zuvor zur Bestimmung des Urbanitätsgrades geschrieben habe, ist also etwas übertrieben gewesen, wenngleich man andererseits nicht übersehen darf, daß es auch in kleineren Städten Teile gibt, welche Quartiersiedlungen sind.

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6. November 2012

Zuversicht und Liebe

Seltsamerweise habe ich mich bisher auf die sexuell relevanten Aspekte von Liebe konzentriert, wie man an den folgenden Beiträgen sieht.
Die Beiträge, welche sich mit eher abseitigen Aspekten sexueller Beziehungen beschäftigt haben, möchte ich an dieser Stelle lieber nicht auflisten, auch deshalb nicht, weil ich viele von ihnen nie ernsthaft durchdacht habe, den folgenden Beitrag aber schon, denn er berührt das vorliegende Thema.
Nachdem also diese Bezugspunkte ausgewiesen wären, kommen wir nun zu dem aktuellen Anlaß dieses Beitrags. Es ist, wie man sich vielleicht anhand des Datums denken kann, der diesjährige amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. Darüber ließe sich manches sagen, aber mich faszinierte zunehmend die Stimmung, welche Romney entgegenschlägt.

Das seltsame ist ja, daß Romney ein Mann ist, dem niemand auch nur irgendetwas glauben würde - und man muß es schon fast so sagen, daß er in einem Meer von Liebe ertrinkt.

Warum? Es liegt nicht an ihm, vor vier Jahren war er weit davon entfernt, solche Gefühle auszulösen. Bush hat die Welt vorsätzlich in die Finsternis gestürzt und Obama wacht seit vier Jahren darüber, daß sich niemand darüber beschwert. Zwölf Jahre Finsternis nagen an den Nerven, und Romney traut man schlicht nicht zu, sie noch länger aufrecht zu erhalten.

Zuversicht ex nihilo.

Zuversicht ist ein wesentlicher Bestandteil der Liebe, das, was Beziehungen Dauer gibt. Ersetzen kann Zuversicht die sexuell relevanten Interessen nicht, aber umgekehrt können diese auch nicht die Zuversicht ersetzen.

Dabei ist nichts größer als die Zuversicht eines kleinen Kindes und die Zuversicht, welche ihm entgegenschlägt. Und also erklärt sich auch der Zauber der in ihrer Entwicklung Gehemmten, welche nicht ganz richtig als jung geblieben beschrieben würden.

Ein Übermaß an Zuversicht erzeugt die im zuletzt aufgelisteten Beitrag erwähnte Lähmung, welche dann eintritt, wenn man in seiner Zuversicht aufhört, Taten für erforderlich zu halten. Dies ist ganz eigentlich die Zuversicht des Säuglings.

Selbstverständlich ist die Einstellung Etwas besseres als den Tod finden wir allemal! kein Rezept für die Zukunft, aber immerhin gibt sie einem die Gegenwart zurück.

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3. November 2012

After the Thin Man (1936)

Falls Sie den Film nicht kennen, können Sie ihn sich beispielsweise hier ansehen.

Mich interessiert der Film aus folgendem Grund. Man könnte das Script fast unverändert für eine heutige Produktion verwenden, man müßte den Film nur gleichsam transponieren.

Wenn Nick Nora beispielsweise ihr Portemonnaie entwendet, damit sein Bekannter es ihr nicht stehlen kann, dann müßte sie dabei Oh, Nick! sagen, anschließend aber die Berührung ihres Hinterns nicht mit ihrem Verlust in Verbindung bringen. Dann ginge dieser Gag glatt durch.

Und wenn Nora später sagt: You wouldn't know them, darling, they are respectable people, dann müßte Nick halt nur heruntergekommen genug sein, im Sinne von gross, um auch diesen Gag zu retten.

Hollywood hat in der jüngsten Zeit ja eine ganze Garde von Komödianten hervorgebracht, welche sich darauf verlegt haben, gross zu sein und entprechende Filme, in welchen sie mitspielen.

Ich hatte es zuvor nie unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, aber wenn man diese Komödien neben After the Thin Man hält, fällt es einem wie Schuppen von den Augen, daß der Grund für diese groteske Würdelosigkeit darin besteht, daß man gerne Witze über Klassenunterschiede machen würde und im heutigen politischen Klima nur auf diese Weise machen kann.

Denn einerseits gibt es natürlich auch heute noch Klassenunterschiede, und nicht selten zwischen Mann und Frau der hier betrachteten Art, das ist ja eines der ältesten und stärksten romantischen Motive überhaupt, und damit auch ein Bedürfnis, sich über sie lustig zu machen, und andererseits würde jede offene Aussprache diesbezüglich sofort als Diffamierung geächtet werden.

Deshalb also bevölkern Hollywood's Komödien in letzter Zeit absichtliche Idioten, weil sie sich dafür entscheiden Idioten zu sein, darf man über sie lachen.

Natürlich ist das gar nicht der eigentliche Humor des Dünnen Mannes, welcher darin besteht, daß Nick und Nora oftmals so mit einander umgehen, als wären sie gar nicht da, das heißt, sie tun jeweils, was sie für richtig halten, ohne es mit dem anderen abzusprechen, was, wie ich finde, eine zeitlose komödiantische Goldader ist, aus welcher sich auch ein Großteil der Komik eines Mr. Bean speist, aber dieser Humor ist überall mit einem Klassenkontrast verbunden, welcher diesem Verhalten Plausibilität verleiht, wenn auch sehr zurückhaltend.

Dürfte man das Script anpassen, könnte man, um die Peinlichkeit absichtlicher Idiotie zu vermeiden, Nick und Nora auch schlicht unterschiedliche kulturelle Hintergründe geben, also Nora beispielsweise einen russischen im entsprechenden Exilantenmillieu. Das würde heute wohl noch erlaubt werden, wiewohl es freilich nur einen Randplatz im heutigen Kino einnehmen könnte.

Ausnahmsweise kommt es indes vor, daß auch ein unveränderter Witz noch einschlägt. Mein Lieblingsexemplar: I'm gonna be in bed at midnight, so... happy new year.

Und auf der anderen Seite gibt es Witze, welche man trotz aller Schutzmaßnahmen nicht retten kann, wie diesen - ausgezeichneten! - hier: You know, when it comes to words like that an illiterate person... - What do you mean, illiterate? My father and mother were married right here in the city hall! - You... Having good time, Mrs. Charles? - It couldn't be better.

Ausgezeichnet, weil er es schafft, die weiß Gott häufige leicht arrogante Belustigung so zur Sprache zu bringen, daß niemand etwas dagegen sagen kann, und genau deswegen unübertragbar auf den Fall, in welchem Nick ein absichtlicher Idiot wäre.

Denn wenn die Transposition ins Vorgebliche auch die seichten Sticheleien, welche stets zwischen Menschen stattfinden, ins politisch korrekte Klima zu retten vermag, so muß sie doch dort versagen, wo sich Humor und Würde berühren.

Nun denn, damit wäre der vorhandene Teig ausgewalzt.

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2. November 2012

Vier Fehler

Stehen wir vor unserem Leben und fragen,
wohin es wenden,
weitet sich die Pläne so.

Vorne wartet Angriff,
hinten Unterwerfung,
links Einfluß
und rechts Können.

Solcher Absicht über sie schreitend,
gleitet unser Ansatz ab:
nie finden wir die Antwort darauf,
was uns unser Leben ist.

Die Welt weitet sich uns nur,
uns sein Wesen zu schildern.

Quälende Vorschrift,
geliebtes Gesetz.

Lege es frei,
breite es aus,
folge seinen Wegen!

Und du wirst wissen,
was dir dein Leben ist,
wenn auch nicht,
wohin es wenden.

Indes, wenn du hier anlangtest,
bist du auf umzäunten Gebiet,
am Eingang des Trichters,
und wirst erkennen,
was es füllt -

Es mehr lieben als es leben.

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1. November 2012

Erläuterungen zu den gestern vorgestellten Symbolen

Im Symbol für die rechte Haltung steht die blaue Ellipse für die horizontale Ebene und die drei Ringe für die drei Teile des Bewußtseins, und zwar der innere Punkt für die Lust, der mittlere Ring für das Ich und der äußere Ring für die Vernunft, wobei dieser äußere Ring die anderen beiden gerade über der horizontalen Ebene hält.

Das Symbol für die Lust steht in gleichem Maße gültig für eine Wasserquelle, etwa einen Springbrunnen, und eine sich radial in einer Halbebene ausbreitende Welle. Die Richtung der Lust von unten nach oben versinnbildlicht ihre errichtende Funktion.

Das Symbol für das Ich steht für die Entscheidung, die Wahl einer Alternative im Zeitstrahl. Genauer gesagt bezeichnet es drei Phasen in ihm, die Formulierung einer Absicht, ihre Erwägung und schließlich die Entscheidung über sie. Aus diesem Grund ist der Stamm genau doppelt so lang, wie die Zweige hoch sind. Als naturalistische Versinnbildlichung des Ichs böten sich zwei gegen den Uhrzeigersinn sich um einander hinaufwindende Schlangen an, welche sich indes von einander abwänden.

Das Symbol für die Vernunft versinnbildlicht einen aufgestellten Ordnungsrahmen, welcher viereckig geählt wurde, um seine Einbindung in die Natur herauszustellen. Es kann bei Belieben mit einem Diamanten (in Form eines Oktaeders) und über diesen mit Licht in Verbindung gebracht werden.

Im Symbol für das Bewußtsein ist darüberhinaus die Einheit des Ursprungs aller seiner Teile angedeutet, wenngleich sich diese für die Vernunft aus graphischen Gründen nicht sinnvoll fixieren läßt.

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