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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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12. April 2011

Das Ich

Mir sind in letzter Zeit die Dinge etwas auseinandergelaufen. Der Grund dafür lag in mangelnder Gelegenheit zur Konzentration. Deshalb ist es unter anderem dazu gekommen, daß ich ein und denselben Gegenstand mit parallelen Begriffen traktiert habe (so geschehen mit Stimmung und Sorge). Ich werde diese Dinge nun in angemessener Einfachheit und Klarheit darstellen.

Es ist sinnvoll, unser Bewußtsein als in vier Bereiche eingeteilt zu denken.

Da wäre zunächst das Ich, es bündelt unsere verschiedenen Eindrücke in der Gewahrungsstruktur, wobei es keine vorhandenen Verbindungen darstellt, sondern willkürlich Verbindungen durch Zusammenstellung begründet. Ich werde das gleich genauer erläutern.

Zum zweiten können wir unser Gemüt betrachten, in welchem sich unsere jeweilige Stimmung zeigt, zum dritten unsere Anschauung, in welcher unsere Umgebung im obigen Sinne dargestellt wird.

Schließlich bleibt noch unsere Vernunft, in welcher sich die Verhältnisse zeigen, welche unser abstraktes Verständnis bilden.

Gemüt und Anschauung sind unterschiedslose Teile der Gewahrung, das heißt, es bestehen keine Verhältnisse außer der bloßen Koexistenz zwischen ihnen. Dasselbe gilt auch für die einzelnen Facetten der Anschauung, also Gesicht, Geruch, Gehör, Getast, Geschmack und Gleichgewicht, sowie wiederum für deren Facetten, so vorhanden (e.c. Geschmacksrichtungen). Desweiteren gehören zur Gewahrungsstruktur Gegenstände, welche stets willkürlich aus einem Bewußtseinsbereich gewählt sind, wenngleich womöglich durch einen Spezialfall des im folgenden noch beschriebenen Handlungsprozesses genauer spezifiziert, durch welche sich Verhältnisse auf Inhalte (möglicherweise) anderer Bewußtseinsbereiche beziehen. Findet eine Gegenstandswahl nicht statt, so bleibt auch die Vernunft untätig.

Und schließlich gehören zur Gewahrungsstruktur die Abgrenzung von Vergangenheit, Möglichkeit und Gegenwart von einander, sowie das Gefallen an ihnen.

Bewußt zu handeln heißt, wie bereits gesagt, daß die Möglichkeit ein Vorsatz ist, welcher gefällt, wobei ein Vorsatz die Reflexion des Überganges in ein anderes Verhältnis ist und jenes andere Verhältnis im Zustand der gefallenden Möglichkeit die Grundlage einer unbewußten Handlung. Die Reflexion selbst ist stets eine unbewußte Handlung, wie alle Besinnungen, also Verhältnisvervollständigungen, da der Möglichkeit hier notwendigerweise ein Gegenstand fehlt und sie somit nicht reflektierbar ist. Genau das ist natürlich die oben erwähnte genauer spezifizierte Wahl, welche im Falle der Reflexion glücklicherweise eindeutig (erweiterbar) ist.

Von den bewußten Handlungen wissen wir Dank der obigen Gleichsetzung, daß wir sie getan haben, das heißt, wir wissen, daß uns ein Vorsatz gefallen hat, Vorsatz hier natürlich im obigen Sinne als etwas, das unsere nächste Handlung betrifft. Von den unbewußten Handlungen wissen wir nur, daß uns die Vorstellung ihres Ergebnisses gefiel. Die meisten Handlungen sind natürlich unbewußt, einige, wie gesehen, sogar zwangsläufig, weshalb man auch niemanden zwingen kann, etwas zu verstehen, und als praktische Regel für diese Fälle ist Wunschdenken nur anzuraten, beispielsweise beim Baseball, wenn man versucht den Ball richtig zu treffen. Im Deutschen nennt man dies auch völlig blödsinnigerweise selbstbewußt zu handeln. Es ist natürlich das genaue Gegenteil, besser wäre es also zu verlangen, jemand möge selbstvergessen auftreten, freilich mit Hang zum Größenwahn und nicht zur Selbsterniedrigung.

Die Einteilung des Bewußtseins in diese vier Bereiche ist zu einem gewissen Grade selber willkürlich, und konkret selbstverständlich durch einen willkürlichen Akt zu Stande gekommen, indes sind durch die Gegenstandswahl die Grenzen der Bewußtseinsteile aufspürbar, in sofern sich nämlich gewisse Eindrücke nicht ohne die Begleitung durch andere Eindrücke denken lassen, e.c. die Höhe eines Tons nicht ohne seinen Klang und seine Lautstärke, eine Farbe nicht ohne ein Gebiet, welches sie färbt.

Das Gefallen von Gemütsmenschen hängt stärker von ihrer eigenen Stimmung ab als von ihrer Umgebung. Vernunftmenschen bilden einen Spezialfall dessen, in sofern ihre Stimmung von ihrem Verständnis der Dinge dominiert wird. Letztere Zuschreibung ist natürlich nicht unmittelbar erfaßbar, sondern beruht auf einer Koinzidenzanalyse.

Es kann als gesichert gelten, daß sich diese Typen erst relativ spät in der menschlichen Evolution gebildet haben, also lange nach der Erlangung von Vernunft und Menschentum. Gerade bei den Gemütsmenschen ist man ja oftmals geneigt das zu bezweifeln in Anbetracht ihrer doch beträchtlichen gelebten Dämlichkeit, aber eine gründliche Analyse der intellektuellen Struktur des Menschen läßt keinen anderen Schluß zu. Es ist auch zu bedenken, daß eine Bevölkerung von Anschauungsmenschen nie einen Vernunftmenschen hervorbringen wird, ohne daß sie zuvor Gemütsmenschen in großer Zahl hervorgebracht hätte.

Nun wird man darauf vielleicht einwenden, daß Wissenschaft keine Vernunftmenschen braucht. Die Frage kann ich ehrlich gesagt nicht entscheiden, wenngleich es zu Gründungszeiten immer einen gehörigen Anteil von Vernunftmenschen gegeben zu haben scheint. Was ich allerdings zu bedenken geben möchte ist, daß sich Wissenschaft letztlich, nachdem alles gesagt und getan wurde, für einen Anschauungsmenschen immer so darstellen wird, wie sie sich Theodore John Kaczynski dargestellt hat, wenngleich natürlich nicht jeder Anschauungsmensch mit derselben Vehemenz auf diese Darstellung reagieren wird wie der Unabomber.

Indes liegt genau hier die Erklärung für bestimmte Umstände auf der Welt. Ted Kaczynski ist extrem, in sofern er keinen Ersatz akzeptiert, indes ist das, was er Ersatzhandlungen nennt, für einen Gemütsmenschen gar nicht als Ersatz erkennbar. Mithin ist eine Gesellschaftsform, welche kaum etwas anderes als Ersatzhandlungen zuläßt, für eine Gesellschaft, welche ausschließlich aus Anschauungsmenschen besteht, ein kaum zu ertragendes Ärgernis. Und sobald eine Gesellschaft industrialisiert ist, läßt sie fast nur noch Ersatzhandlungen zu.

Kaczynski sprach davon, daß man die Spannungen in einer solchen Gesellschaft verschärfen müsse, damit ihr Untergang möglich werde, indes werden diesen Untergang nur die wollen, denen Ersatzhandlungen nichts bedeuten. Ob nämlich eine Reform der heutigen Mißstände möglich ist oder nicht, hängt sehr davon ab, was als Mißstand betrachtet wird. Die meisten Menschen in den zivilisierten Regionen der Welt sehen es sicherlich als einen Segen an, wenn sie selber entscheiden können, womit sie sich beschäftigen und nicht durch Not dazu gezwungen werden. Ihre Probleme ließen sich sehr wohl durch Reformen lösen.

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11. Februar 2013

Kulturabrißszenarien

Nun gut, die Dinge scheinen sich zu beschleunigen, heute, an Alex Jones' 39stem Geburtstag, hat Papst Benedikt XVI den Rücktritt von seinem Amt zum 1. März 2013 erklärt, dem Anfang des Römischen Kalenders.

Mich plagt in letzter Zeit die Wahrscheinlichkeit eines kulturellen Abrisses, genauer gesagt eines Technikabrisses.

Nicht so, wie es sich Theordore John Kaczynski ausgemalt hat, nicht aufgrund einer plötzlichen fatalen Verwundung, welche eine Implosion, eine Kaskade einander nachziehender Systemversagen zur Folge hätte, sondern aufgrund des Versagens der langsam und sorgfältig eingerichteten Dezentralisation der Produktion zum Zwecke ihrer besseren Kontrolle.

Wie gesagt, die Sowjetunion ist das Vorbild der Globalisierung, jedenfalls in dieser Hinsicht, es geht darum zu verhindern, daß unplanmäßig produziert wird, da derartige Produktion eine Gefahr für die innere Sicherheit darstellt, aus welchem Grunde Produkte eben aus Einzelteilen zusammengesetzt werden, welche an den verschiedenen Enden der Welt produziert werden, wodurch es möglich wird, die Produktion durch die Herrschaft über die Transportwege zu kontrollieren.

Was würde nun passieren, wenn ein wesentliches Glied dieser Kette ausfällt? Denn das ist heute viel wahrscheinlicher als zu Zeiten der Sowjetunion, da es damals letztlich überall Russen waren, welche die entscheidende Arbeit verrichteten, gleich wo.

Und es gibt noch einen Unterschied. Die Sowjetunion brauchte keine gewachsenen Strukturen zu zerstören. Dieses ist heute aber nötig und die Sicherheitsgarantie, welche sich die verschiedenen Partner geben. Sie vertrauen einander, weil sie sich von einander abhängig machen. Aber das Mittel, welches sie zu diesem Zweck einsetzen, die psychologische Pathologisierung ihrer Bevölkerungen, wirkt sehr langsam und sehr lange.

Nun gut, ich erinnere mich gerade, daß Theodore John Kaczynski sich sehr wohl aus dem Grund für Freihandel ausgesprochen hat, weil eine international höher vernetzte Industrie anfälliger für Störungen wird, aber diese Vernetzung alleine ist nicht das Gefährliche, sondern die Vorrichtungen, welche die verschiedenen Partner ergreifen, um ihre Vertrauenswürdigkeit durch ihre völlige Abhängigkeit vom Netz unter Beweis zu stellen. We are all in this together.

Ich hege keinen Zweifel daran, daß dies die Sicherheitsstrategie der globalen Eliten ist.

Diese Strategie ist schon alleine aus dem Grunde sehr schlecht, da sie nur funktionieren kann, wenn alle Partner sie fanatisch, das heißt gegen alle vernünftigen Einwände, durchsetzen. Und selbst wenn das gelänge, ist nichts über ihre langfristige Stabilität gesagt.

Ich hielte unter diesen Bedingungen einen kulturellen Abriß für wahrscheinlich. Wenn in einer Gruppe von Menschen, welche alle Sprengstoffgürtel tragen, welche hochgehen, sobald einer den Finger vom Auslöser nimmt, einer stolpert, passiert genau das.

Es stellt sich die Frage nach Formen des Widerstands, und damit verbunden nach der Tiefe des Falls.

Ich würde drei Abrißarten unterscheiden: den kleinen, den mittleren und den großen.

Der große Abriß wäre der Verlust des heutigen technischen Wissens auf unabsehbare Zeit. Er ist nur schwer zu erreichen. Im wesentlichen müßten folgende Ziele erfüllt werden.
  1. Unmöglichkeit aus Schrott selbst etwas neues zu basteln.
  2. Unmöglichkeit für rationale Menschen innerhalb der Gesellschaft zu überleben.
  3. Unmöglichkeit für rationale Menschen außerhalb der Gesellschaft zu überleben.
Der mittlere Abriß wäre der Verlust der heutigen Technologie für ein oder zwei Generationen. Dazu könnte es durchaus kommen, es sieht sogar so aus, als ob es tatsächlich dazu kommen wird, jedenfalls in nicht wenigen Ländern, welche dann allerdings sofort von Ländern, welche dem mittleren Abriß entkommen wären, erobert würden. Darin liegt die Weltkriegsgefahr der hier betrachteten Sicherheitsstrategie.

Der kleine Abriß bestünde lediglich in einem Dämpfer für die Wirtschaft ohne Einschränkung der militärischen Möglichkeiten. Um den Abriß aber klein zu halten, müssen die Funktionseliten des betrachteten Staates in der Lage sein, sämtliche verkrüppelnden Vorgaben auszuhebeln und insbesondere deren willfährige Vollstrecker zu eliminieren. Nicht alle, die Elimination muß ja geheim bleiben, aber der verbleibende Schleier an Zersetzern darf sich nicht funktional auswirken und zugleich müßten internationale Beobachter getäuscht werden.

Ich halte es für meine politische Pflicht mich offen gegen diese Sicherheitsstrategie zu stellen, welche uns alle nur in tödliche Spiele verwickelt.

Die Globalisierung ist ein tödliches Projekt.

Wenn sie nicht gestoppt werden kann, hoffe ich, daß anständige Menschen in Funktionseliten wissen, was ihre Pflicht ist und nicht vor ihr zurückschrecken, damit sie sich und ihr Völker nicht den Wölfen zum Fraß vorwerfen.

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13. April 2011

Widerlegen wir mal den Unabomber

117. In any technologically advanced society the individual's fate MUST depend on decisions that he personally cannot influence to any great extent. A technological society cannot be broken down into small, autonomous communities, because production depends on the cooperation of very large numbers of people and machines. Such a society MUST be highly organized and decisions HAVE TO be made that affect very large numbers of people. When a decision affects, say, a million people, then each of the affected individuals has, on the average, only a one-millionth share in making the decision. What usually happens in practice is that decisions are made by public officials or corporation executives, or by technical specialists, but even when the public votes on a decision the number of voters ordinarily is too large for the vote of any one individual to be significant. [17] Thus most individuals are unable to influence measurably the major decisions that affect their lives. Their is no conceivable way to remedy this in a technologically advanced society. The system tries to "solve" this problem by using propaganda to make people WANT the decisions that have been made for them, but even if this "solution" were completely successful in making people feel better, it would be demeaning.

Was Kaczynski nicht in den Kopf zu kommen scheint ist, daß es eine Sphäre des Notwendigen und eine Sphäre des Ersprießlichen gibt. Wahrscheinlich geht ihm einfach der Sinn für das Ersprießliche ab. Natürlich kann die industrielle Gesellschaftsform, soweit sie das Notwendige betrifft, nur so weit in kleinere Einheiten zerschlagen werden, wie der Effizienzverlust durch Aufgabe des Ersprießlichen bezahlbar bleibt.

Und sinnvoller Weise wird man dabei auch nicht so weit gehen, daß das Autonomiebedürfnis der Menschen in dieser Sphäre erfüllt wird, sondern nur so weit, wie es eine sinnvolle ökonomische Entflechtung aus politischen Gründen erfordert und dann innerhalb dieses Bereichs im höchsten Grade organisiert vorgehen, also wie in den einstigen Kolchosen. Dabei kann und sollte man dem Einzelnen die Möglichkeit geben, sich selbst zu versorgen, also genug Land für seinen Bedarf an Kartoffeln zur Verfügung stellen, was aber eine Option wäre, welche nicht einmal einer unter tausend wählen würde, denn einfacher ist es freilich seine Arbeitsschuld in der Kolchose abzuleisten.

So auf diese Weise für das Notwendige gesorgt wäre, ließe sich die Sphäre des Ersprießlichen unter Rahmenbedingungen, welche die Autonomie der Betroffenen sicherstellen, neu aufbauen. Ich habe das ja alles schon ziemlich detailliert beschrieben, einschließlich eines möglichen dezentralen Geldwesens, und will es hier nicht wiederholen. Nur der Grundgedanke sollte klar sein, daß da, wo Dinge freiwillig getan werden, kein Effizienzzwang herrscht. Und natürlich würde eine Beschäftigung in diesem Bereich, auch wenn sie nicht notwendig ist, immer noch das eigene Leben und das Leben anderer beeinflussen und wäre also weit entfernt von einer rein akademischen Übung.

Kaczynski's Äußerungen zur prinzipiellen Untauglichkeit von so genannten Ersatzhandlungen sind ausgesprochen ärgerlich. Es ist niemandes Schuld, wenn er nichts genießen kann. Und es macht einen himmelweiten Unterschied, ob eine Handlung kein äußeres Ziel hat oder ob sie unter geeigneten Umständen verzichtbar ist. Dies ständig zu vertuschen und so zu tun, als ob es außer einer Hand voller Ausnahmen, darunter insbesondere die Materialisten mit geistigem Vertrauenshorizont, noch jemanden gibt, welcher nur dann Erfüllung findet, wenn er sich in herausgeforderter Weise mit etwas beschäftigt, mit welchem sich ein Mensch schlechthin beschäftigen muß - und was soll da auch die Undeutlichkeit?, das sind nur Nahrungssuche, Kampf und Sex - ist sicherlich das Hauptärgernis, was er gibt. Wie gesagt, als unterschwellige Tendenz mag das in einer reinen Gesellschaft von Materialisten ein Problem sein, aber dort findet eine unbewußte verstärkende Rückkoppelung statt, welche es so in Europa beispielsweise nirgends gibt.

Abschließend zur Möglichkeit der skizzierten Utopie möchte ich noch sagen, daß die Verquickung von Markt und Inspiration auch höchstgradig unnatürlich ist und nicht wirklich funktioniert. Der Markt ist beispielsweise zu eigenständiger Forschungsarbeit nicht fähig, und das heutige Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft in diesem Punkt gleicht nicht nur einem sondern ist auch ein Eiertanz mit immer groteskeren Erscheinungen. Geschichtlich gesehen haben Menschen immer aus freien Stücken gegeben und unverdient empfangen. So wird es auch bald wieder sein, wenn die Menschen wieder frei sein werden, denn alleine schon aus diesem Grund lassen sich Menschen nicht lange gefangen halten. Wer es versucht, versiegelt die Quelle, aus welcher der Mensch sich erst selbst empfängt, ohne welche er als Tier bestehen muß.

Natürlich kann jeder Mensch unter allen Umständen den power process durchlaufen, jedenfalls prinzipiell, darum geht es bei einigen Religionen auch, jenen, welche eine Verbindung mit Gott anstreben, wie auch immer sie das nennen. Freilich, und das habe ich ja auch schon gesagt, ist es nicht gerade erstrebenswert eine große Zahl von Menschen auf diesen Weg zu treiben auf die Weise, auf welche es der atheistische Materialismus tut, nämlich durch systematische Negation der Grundwahrheiten unserer Existenz.

Der Mensch ist kein Tier, ihn artgerecht zu halten kein hinreichender politischer Ansatz, obzwar eine notwendige Rücksicht. Kin-Dza-Dza handelt im letzten Abschnitt ja auch davon, und dem kann ich mich nur anschließen, Planet Alpha ist nicht die Erde, sondern lediglich eine Gruppe auf der Erde, welche sich im selben Geist zu anderen Gruppen hier verhalten sollte, wie Planet Alpha zu den anderen Planeten dort, also wie es Eltern gegenüber ihren Kindern tun. Die Erde mag indes einst Planet Alpha sein, aber wenn man geschichtlich realistisch bleibt, sollte man für diese Umwandlung schon 10000 Jahre veranschlagen.

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19. Januar 2023

Hoffnungen in der menschlichen Entfaltungskrise

Da die Entfaltungskrise durch die künstliche Intelligenz verursacht wird, möchte ich zunächst ein paar Worte zu letzterer sagen.

Ein neuronales Netz liefert einen Begriff, beispielsweise ob eine Farbverteilung ein Gemälde darstellt, und ermöglicht es damit auch, ihn einzulösen. Die Fehler, welche neuronale Netze einstweilen machen, liegen darin begründet, daß es sich bei ihnen jeweils nur um einzelne Begriffe handelt, so daß der Gesamteindruck zwar stimmt, aber Details Fehler aufweisen. Um dies abzustellen, müssen zusätzliche neuronale Netze die Begriffe der involvierten Einzelheiten liefern, und schließlich muß noch ein weiteres neuronales Netz den Begriff der Übereinstimmung der übrigen neuronalen Netze liefern, welcher automatische Korrekturen der nicht übereinstimmenden neuronalen Netze auslöst.

Das ist trivial. Es wäre närrisch zu glauben, daß diese Verbesserung nicht vorgenommen werden würde.

Das Problem des Menschen besteht darin, daß sein Gehirn genau dasselbe tut, nur eben durch seine Anlagen beschränkt, so daß ihn ein überlegener Apparat zu verdrängen droht, worin die menschliche Entfaltungskrise besteht.

Es ist wichtig zu verstehen, daß die einzige Möglichkeit, diese Entwicklung zu kontrollieren, darin besteht, künstliche Intelligenz einzusetzen, um die unabhängige Entwicklung künstlicher Intelligenz zu verhindern, mit anderen Worten also darin, sich freiwillig dem zu unterstellen, von welchem man befürchtet, ersetzt zu werden, denn dadurch wird man bereits als seine Entfaltung Bestimmender ersetzt.

Und aus diesem Grund besteht die Hoffnung derjenigen, welche der Entfaltungskrise durch Kontrolle beikommen wollen, in der unbegründeten Annahme weiterer Entfaltungsmöglichkeiten.

Theodore John Kaczynski hat mit seinem power process hingegen eine Theorie der Entfaltung angegeben, welche es ihm erlaubte abzuleiten, daß sich der Mensch unter wiederhergestellten steinzeitlichen Bedingungen wieder entfalten wird. Seine Hoffnung besteht also darin, Bedingungen herzustellen, welche dem Menschen Hoffnung geben, aber seine ist eine sardonische Hoffnung, da er nurmehr im Namen Anderer hofft und für sich selbst keine weitere Entfaltungsmöglichkeit sieht.

Weiterhin haben einige, wie Theodore John Kaczynski es auch schon erkannt hat, auch jetzt noch die Möglichkeit, sich zu entfalten, indem sie die künstliche Intelligenz weiter voranbringen, allerdings bereits jetzt schon nur noch im Rahmen einer fetischistischen Hoffnung.

Und schließlich gibt es noch die Hoffnung auf die transzendente Entfaltung der Zeit und den Beginn des Zeitalters der Wunder.

Und wie gesagt, einstweilen gilt weiterhin, daß
  • die unbegründete Hoffnung die sardonische überwiegt,
  • die sardonische die fetischistische und
  • die fetischistische die transzendente,
aber die Dinge sind in Bewegung geraten, und je näher wir der kurzweilschen Singularität kommen, desto klarer werden wir die Natur unserer Lage verstehen, und das wird das Gleichgewicht zur transzendenten Hoffnung hin verschieben, die unbegründete wird ganz ausfallen, die sardonische ist streng genommen gar keine und die fetischistische muß sich mit jedem Schritt exponentiell mehr verdrehen.

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30. September 2013

Hesse, du Esel!

Verzeihung, aber das ist dann doch zu ärgerlich dumm, um es unkommentiert zu lassen.
Er gehörte zu jenen Naturen, welche daran krank werden, hinsiechen und sterben können, daß sie die von ihnen geliebte und geglaubte Idee, das von ihnen geliebte Vaterland und Gemeinwesen erkranken und Not leiden sehen.
Sowas lesen heißt sich mit Lügen anspucken lassen.

Theodore John Kaczynski verließ Berkeley nachdem er seine erste Vorlesung als Professor dort durch hatte.

Warum?

Weil ihm ein Widerspruch aufging, und zwar der zwischen der Form der Institution Universität und seinem eigenen Antrieb, genauer gesagt zwischen ihrer Ausrichtung auf die Gesellschaft, ihrer Funktion als Karrieresprungbrett, und der Verwirklichung des intellektuellen Programms, das zu erfüllen wir uns versprechen, wenn wir unserer Vernunftbegabung gewahr werden.

Er hat sich darüber so sehr geschämt, daß er die Vernunft verleugnet hat und dem Bedürfnis des Menschen, sich in der Welt zu beweisen, den Vorrang gab. Das intellektuelle Programm wurde ihm zum Lebensersatz, denn so mußte er sich nicht länger mit dessen gänzlicher Entartung quälen.

Nicht wenige reagieren so, wenn sie sehen, daß sie sich getäuscht haben, sie erklären sich selbst zum Schuldigen, und Kaczynski war gewiß ehrgeizig genug gewesen, um in seinem Ehrgeiz Schuld genug zu finden.

Anschließend hat er dann, gleichsam wie Jesus, seinem Ehrgeiz entsagt, um seinen weniger begnadeten Zeitgenossen ihren Ehrgeiz zu lassen.

Gut, das ist schon zu sehr ins Detail gegangen, der wesentliche Punkt ist, daß es stets ihr innerer Widerspruch ist, welcher den an eine Idee Gläubigen dahinrafft. An dem obigen Zitat ist so ziemlich alles falsch, denn dies ist weit davon entfernt, Charaktermerkmal zu sein, es ist allgemeines Gesetz, und wenn der Widerspruch erst einmal erahnt ist, ist der Glaube auch schon hin.

Und wenn man noch länger darüber nachdenkt, dann wird es sogar noch schlimmer, da es in Josef Knechts Fall ja die Tatsache des geschichtlichen Existierens sein soll, in welcher der Widerspruch liegt, Geschichte aber durch persönlichen Einsatz geschrieben wird, und er somit den Auftrag erhielte, sein Möglichstes zu tun, um diesen Widerspruch aus der Welt zu schaffen, anstatt grüblerisch über ihm zu verzwefeln, mithin sein Glaube weit davon entfernt ist, sich aufzulösen, sondern ganz im Gegenteil im Begriff steht, sich in Taten zu beweisen.

Sollte Hesse das irgendwie autobiographisch gemeint haben, wär's in mehrfacher Hinsicht beschämend.

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29. März 2012

Verschiedene Bemerkungen zu den vorangegangenen Beiträgen

Zunächst möchte einige Begriffe in Bezug auf die drei Existenzebenen definieren.

Wie gesagt existieren Manifestationen noch auf zwei andere Weisen, nämlich als Funktionen und Willen. Und also können wir zu ihnen noch stets jene mitdenken oder anders ausgedrückt, sie als jene ansehen.

In sofern wir Manifestationen als Willen oder Ideen ansehen, sind sie uns Vorbilder oder Widersacher, je nachdem, ob wir sie mit unserem Willen verbinden wollen oder es vorzögen, die sie konstituierenden Verbindungen aufzulösen.

In sofern wir Manifestationen als Funktionen ansehen, sind sie uns Einwohner oder Teilhaber, je nachdem, ob sie unabhängig von uns agieren oder wir mit ihnen einen eingespielten Verband bilden.

In sofern wir Manifestationen als solche ansehen, sind sie uns Gegenstände oder Entsprechungen, je nachdem, ob wir sie als noch zu ordnen betrachten oder als schon geordnet.

Vorbilder, Einwohner und Gegenstände sind die Urzustände und Widersacher, Teilhaber und Entsprechungen die Endzustände.

Vor diesem Hintergrund ist der Streit um die ewige Wiederkehr zu verstehen, also der Streit zwischen dem augustinischen Christentum und der antiken Philosophie. Während letztere aus der Leblosigkeit der Endzustände die Notwendigkeit zur Zurücksetzung des jeweiligen Zykels ableitet, behauptet Augustinus die Möglichkeit stetigen Fortschritts, also, in Anbetracht meiner Betrachtungen zu diesem Thema, die Zurücksetzung eines Zykels im Rahmen des Fortschritts des ihm übergeordneten Zykels.

Nur was passiert in dem Falle, daß es keine Vorbilder mehr gibt, sondern nur noch Widersacher?

Die Bibel selbst spricht in dem Fall vom Zusammenbruch, also von der Zurücksetzung des intentionalen Zykels, wie ich es im letzten Beitrag geschildert habe. Zugleich wird dabei ein vager Fortschritt versprochen, aber die Ebene, auf welcher dieser liegt, ist uns nicht recht bewußt, Potenz sagt ja nicht gerade viel aus.

Interessant in gewisser Weise, daß Jesus Christus in dieser Betrachtung mit der Neubegründung eines intentionalen Zykels identifiziert wird, man könnte auch sagen, mit dem Willen verbindenden Prinzip. Mir will es nicht recht scheinen, daß dies wirklich der charakteristische Zug des Christentums ist, also daß es die Willensverbindung mehr als jede andere Religion zu seinem Gesetz erhebt, aber unbestritten ist sie ein wichtiges Gesetz des Christentums, also konkret zu versuchen, das Vorbildliche am Gegenüber zu erkennen.

Mir wird dabei zugegebenermaßen etwas mulmig, denn natürlich fällt man umso tiefer, desto höher man steigt. Es will mir gar scheinen, daß es der blanke Wahnsinn ist, so hoch wie möglich hinaus zu wollen. Freilich, letztlich ist der Fall nur psychologisch, denn was ist Todesangst sonst? Aber - man muß doch aber sagen - wozu die verdammte Unbedingtheit? Wären eine Reihe kleinerer Stürze nicht besser?

Nun kann ich das der Bibel natürlich nicht direkt unterstellen, Paulus geht es nur um die Herrschaft der Kirche, nicht um die unbedingte Herrschaft des Willen verbindenden Prinzips, doch zu letzterer ist es gekommen, noch über die Lebzeiten der Kirche hinaus und dieses Prinzip ist es, welches den Rücksetzungsdruck stetig ansteigen läßt, mehr als es jede planmäßige Sabotage der Kirche jemals vermöchte, wobei ich sicher bin, daß es derartige Sabotagen von Seiten der Kirche gegeben hat und sie auch folgenreich sind.

Nun, sie sind natürlich auch geboten, aber das heißt natürlich, daß Johannes vorhergesehen hat, daß nach dem Sturz der Kirche das Willen verbindende Prinzip wirksam bleiben würde und es durch die Verkürzung der Tage untergraben werden muß, damit der Fall nicht zu tief würde.

Schon lustig, wie biblisch Ted Kaczynski ist. Aber all diese Sabotagen sind harmlos, verglichen mit dem gottbestimmten Fall.

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17. Februar 2023

Mißtrauen in der Politik

Die Wurzel des politischen Mißtrauens ist zwiefältig, zum einen wurzelt es im Mißtrauen der Kaufleute, welches seinen Ursprung in der Unverbindlichkeit ihrer Bekanntschaften hat, im deutschen Sprachraum etwa von Arthur Schopenhauer vertreten, und zum andern in der hegelianischen Vorstellung der Folgerichtigkeit der Geschichte und der auf ihr aufbauenden revolutionären Manipulation, welche im wesentlichen darin besteht, die Aufmerksamkeit auf solche Schwächen des bestehenden Systems zu richten, welche die revolutionäre Ordnung zu verbessern mag, doch ohne dieselbe von Anfang an zu enthüllen und damit der allgemeinen Kritik auszusetzen, sondern erst nachdem die Behebung einer speziellen Schwäche dringlich geworden ist.

Während ihr Geschäft die Kaufleute zum mißtrauen zwingt, ist das Mißtrauen der politischen Manipulatoren der Gesellschaft gegenüber ein frei gewählter Ansatz. Bereits Trotzki verfiel auf die Idee, die weitgehende Unterordnung nicht-weißer Rassen unter die Klassen weißer Gesellschaften (heute etwa als Krankenpfleger und Kassierer) dazu zu benutzen, über die Forderung nach der Autonomie der Rassen zur Aufhebung der Klassen zu gelangen. Und Theodore John Kaczynski erkannte in Industrial Society and its Future in der Umweltbewegung ein Vehikel zur Deindustrialisierung, welche selbstverständlich ebenso wie die Autonomie der Rassen antiimperial wirkt und mit den Mitteln einer sozialistischen Wirtschaft besser gemeistert werden kann als mit jenen einer kapitalistischen.

Und die Popularität dieser antiimperialen Ziele ist der Grund, warum sich Teile des Establishments ein kaufmännisches Mißtrauen bei den Wählern wünschen, welches sie davor bewahrte, auf diese Manipulationen hereinzufallen. Aber dazu ist folgendes anzumerken.

Um den Wunsch zu verwirklichen, bietet sich eine im Anschluß diskreditierbare Aufführung als Lehrexempel, sagen wir Joe Biden, an, doch muß eine solche Aufführung zum einen selbst als Manipulation erkannt werden und erzeugt somit zumindest bei Teilen der Unterrichteten das Gefühl, daß alles erlaubt, da alles gleich, sei, und zum andern läßt es sich nicht vermeiden, daß etliche zwar die Methode verstehen, aber die meisten nur den angerichteten Schaden, so daß das Mißtrauen gegenüber dem Lehrexempel sogleich in unbegründetes Vertrauen gegenüber der Abhilfe umschlägt, und das in einer Gesellschaft, in welcher vermehrt Helfer für Manipulationen zu Zwecken aller Art bereitstehen, ganz einfach, weil etliche das manipulative Spiel verstanden haben.

Mir als Deutschem gefällt das alles nicht. Es erinnert mich zu sehr an die politische Bildung der Schutzstaffel. Vielleicht ist es doch besser, mit offenem Visier zu kämpfen, sich nicht geheimnistuerisch über die Bürger zu stellen, sondern ihrem Vertrauen zu vertrauen. Was kann schon Gutes aus einer zynischen Kloake erstehen? Hat die trotzkistische Manipulation denn mehr als rein verneinende Erfolge vorzuweisen? Und wenn die Trennung zwischen militärischer und ziviler Welt zunehmend schwerer aufrechtzuerhalten ist, wäre es vielleicht besser, sich über die Gestalt der zivilen Gedanken zu machen, als sich auf ihre Militarisierung einzulassen.

Post Scriptum vom folgenden Morgen. Die hier besprochene trotzkistische Manipulation, sonst auch Hegelsche Dialektik und von David Icke problem-reaction-solution genannt, beruht selbstverständlich auf der Bündelung verschiedener politischer Ziele in Parteiprogrammen, welche es Parteien erlaubt, einzelne Anliegen hochzuspielen, um andere umzusetzen. Auf diese Weise präselektieren Parteien politische Kompromisse und drücken politischen Allianzen ihren Stempel auf, wobei sie wie gesagt die Schwachstellen anderer ins Rampenlicht rücken und sie sie als lösungsbedürftige Probleme darstellen, um schließlich als die bessere Wahl zu erscheinen. In einer direkten Demokratie, in welcher die Bürger über einzelne Gesetze abstimmen können, findet hingegen eine Postselektion der politischen Kompromisse statt: Nicht bereiten den Bürgern die Vorschläge der Parteien Kopfschmerzen, sondern den Parteien die Entscheidungen der Bürger.

Es ist offensichtlich, wie dies die Steuerbarkeit der Gesellschaft hin zu ausgearbeiteten politischen Entwürfen ändert und dazu beiträgt, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Politikern und Bürgern durch Theater und Manipulation zu ersetzen.

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21. Oktober 2012

Zum Caesarismus bei Spengler

Bevor ich auf den Caesarismus bei ihm eingehe, möchte ich mich kurz mit Spenglers Bild von der Philosophie beschäftigen.

Nach ihm ist es die Aufgabe der Philosophie, die Menschen einer Zeit zu begeistern. Nun, wenn man es so ansieht, dann gibt es freilich keine überzeitliche Philosophie. Daß er dabei vieles verkennt, wie beispielsweise Platons Einfluß auf den Islam oder Augustinus' Einfluß auf das Mittelalter, das will ich hier gar nicht weiter behandeln. Auch nicht den Rang von Jesus Christus in einer solchen Betrachtungsweise. Aber Spenglers Inbrunst, mit welcher er die Mode vergöttert, nun, auf sie möchte ich noch einmal als Ausdruck des zweiten geistigen Horizonts, den des Gemüts, hingewiesen haben - und darauf, daß er explizit Stolz darauf ist, den Postmodernismus als europäische Variante des Skeptizismusses angeschoben zu haben.

Nur, es will mir scheinen, daß keinem Menschen mit einer Anleitung zum zeitgemäßen Sterben gedient ist.

Und dann gibt es da noch etwas, etwas von der allergrößten Wichtigkeit, nämlich daß der Caesarismus, so wie Spengler sich ihn vorstellt, heute gar nicht mehr vollzogen werden kann. Zu Recht erkennt er sein Wesen in der Ausdehnung. Aber die Welt ist kleiner geworden, wohin soll sich die europäische Kultur denn überhaupt noch ausdehnen?

Da hat Spengler nicht gerade weit in die Zukunft geschaut und nach seinen eigenen Maßstäben ist er damit ein weit unbedeutenderer Philosoph als Thedore John Kaczynski, welcher nicht nur eine Mode in die Welt gesetzt hat, wie Spengler ja immerhin auch, und darüberhinaus sowohl als Mathematiker als auch als Briefbombenversender ein Mann der Tat war, sondern welcher vor allem die Einzigartigkeit unserer Lage im industriellen Zeitalter erkannt hat.

Angenommen die Vereinigten Staaten würden einen Kontinent zwecks eigener Übernahme entvölkern, wie lange bräuchten sie, um ihn anschließend wieder zu bevölkern?

Mehr als 50 Jahre?

Ich glaube es nicht.

Wie kann es unter solchen Umständen einen durch Expansion gekennzeichneten Caesarismus geben?

Sauerstoff ist kein weiterer mehr da, das Feuer erstickt sich selbst.

Unsere Aufgabe in dieser Lage ist es, eine Luftblase in einem Glas Wasser mit uns zu nehmen und vor dem Feuer zu bewahren. Vielleicht nicht das beste Bild, aber gerade die Zwangsläufigkeit, mit welcher eine Zivilisation altert, zwingt uns dazu.

Wenn nur der Tod möglich scheint, muß man das unmögliche Scheinende versuchen. Es gibt auf diesem Planeten kein umfassenderes Gleichgewicht mehr, welches die Lage für uns bereinigen würde. Besser sich als Mensch Gott anzuvertrauen, denn als Marionette der Sachzwänge zu herrschen. Und selbstverständlich ist alles schon längst zum Sachzwang geworden. Nur wer sein Leben als Werkzeug verstehen und gebrauchen lernt, wird dem Tod entgehen können.

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30. März 2021

Von der Ersetzung des Glaubens durch die Planung im Laufe des Glaubenszykels

Der Lebensfreude der Geister läßt sich unter geeigneten Umständen ein gesellschaftliches Ziel geben, nämlich gerade unter jenen, welche Hochkulturen ermöglichen, und wenn das Zeitalter paßt, läßt sich dieses Ziel auch effektiv verfolgen.

Ein Ziel effektiv zu verfolgen bedeutet, sich ihm durch die Erreichung von Teilzielen, zweckmäßigen Stationen auf dem Weg zum Endziel, zu nähern. Und wenn das Ziel ein gesellschaftliches ist, so handelt es sich bei den Stationen um Normen, welchen die Lebensumstände (einschließlich der Gesellschaftsmitglieder selbst) entsprechen.

Je normierter die Lebensumstände sind, desto planvoller wird die Verfolgung des gesellschaftlichen Zieles, und die planvolle Verfolgung kommt schneller voran als die planlose. Also setzen sich Normen und Planung durch. Genauer gesagt lassen sich die freiwillig angenommenen gesellschaftlichen Ziele der Menschen stets auch physikalisch als Steigerung der Effizienz bei der Ausbeutung von Energieressourcen interpretieren, und damit ist der Mechanismus der Durchsetzung gegeben.

Greift der Mensch nicht nach gesellschaftlichen Zielen, so muß er sich auch mühen, seine Effizienz bei der Ausbeutung von Energieressourcen zu steigern, doch kommt er dann dabei nur so schnell voran, wie die jeweils nächste Generation auch ohne Plan effizienter wird.

Doch damit genug der allgemeinen, Theodore John Kaczynski-mäßigen Erwägung. Was ist denn die Alternative zu Normen und Planung? Nun, es ist der Instinkt, oder um das genauer zu fassen, es ist daran zu glauben, daß wir durch Erwartung, Aufgerufenheit und Heiligkeit angeleitet werden. Schreiten die Normen voran, so muß diese Anleitung also zurückweichen, und die Normen schreiten im Glaubenszykel voran.

Haben die drei Phasen des Glaubenszykels also etwas mit diesen drei verschiedenen Anleitungen zu tun? Die Antwort lautet: Ja, das haben sie.

In der dogmatischen Phase des Glaubenszykels wird der Kernglaube herausgearbeitet. Dazu müssen sich die Gemeindemitglieder ihres (subjektiven) Glaubens bewußt werden, welcher sich in ihrer Erwartung spiegelt. Also müssen sie daran glauben, durch ihre Erwartung angeleitet zu werden. Und davon haben wir auch historische Zeugnisse in den Heiligengeschichten des ersten Jahrtausends nach Christus. Aber so lange die Gemeindemitglieder ihrer Erwartung folgen, können sie keine sozialen Rahmen entwerfen, denn gemeinschaftlich läßt sich das Leben erst bewältigen, wenn der (objektive) Glaube das zum weiteren Fortschritt Nötige erfaßt und sich die Lebensumstände entsprechend gestalten lassen. Selbstverständlich muß sich die Gemeinde diesbezüglich einig sein, und ist sie es, so ist der gemeinsame (objektive) Glaube ihr Dogma und ursprünglicher Kernglaube und zugleich die Norm, welche die Erwartung verdrängt.

In der gemeinschaftlichen Phase des Glaubenszykels werden soziale Rahmen entworfen, allerdings als Idealgestalten, so daß es den einzelnen Gemeindemitgliedern obliegt, sie glaubensgemäß auszufüllen, wozu sie sich von ihrer Aufgerufenheit anleiten lassen müssen. Also muß die einzelne Person zurückstehen. Wenn die Umgangsregeln verbindlich, das heißt zur gesetzlichen Norm (Rechte und Pflichten), werden, beginnt die nächste Phase des Glaubenszykels.

In der persönlichen Phase des Glaubenszykels gestalten wir unser eigenes Leben so, wie wir es für recht halten, wozu wir uns vom Heiligen anleiten lassen. Schließlich aber erkennen wir noch jedes Mal, daß die physikalisch begünstigte Planung unheilige Züge annimmt. Wenn dies geschieht, besteht der geistlose Impuls darin, sich gegen die freiwillige Annahme des gesellschaftlichen Zieles zu wenden und das dem sich herausgebildet habenden System Dienliche der Gemeinde als heilige Norm vorzuschreiben.

Der Instinkt zieht sich im Laufe des Glaubenszykels also auf seine höheren Formen zurück:
  • erst wird die Erwartung aufgegeben,
  • dann die Aufgerufenheit und
  • schließlich das Heilige selbst.
Wir erleben zur Zeit ein ungeheu'res Geschrei, welches sich an Gottes Stelle zu setzen gedenkt nachdem das Sein und der Lebenskreis bereits abgehalftert wurden, aber mein Herz wendet sich wieder dem Sein zu, dem Leben, welches uns die Welt schenkt.

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23. Juni 2023

Die Auswirkungen der Entwicklung der Nebenordnungen auf einander und die Symptomatik der Gehießenheit

Beginnen wir mit der Symptomatik der Gehießenheit. Entweder wir folgen
  • unserer Vorliebe oder wir beschäftigen uns mit dem, was anfällt,
  • unserem (subjektiven) Glauben oder wir fragen andere danach, was stimmt,
  • unserem Gewissen oder wir leben im Augenblick,
wobei wir
  • unserer Vorliebe folgend Partnerschaften entwickeln,
  • unserem (subjektiven) Glauben folgend Bildungen und
  • unserem Gewissen folgend Lebensgrundlagen (es ist besser, an dieser Stelle nicht von Ermächtigungen zu sprechen, obwohl Lebensgrundlagen selbstverständlich Ermächtigungen sind),
und indem wir diese Nebenordnungen entwickeln, mag es passieren, daß wir dabei andere Nebenordnungen mitentwickeln, und zwar
  • Partnerschaften dadurch, daß wir andere neu einbeziehen,
  • Bildungen dadurch, daß wir sie aufholen müssen, und
  • Lebensgrundlagen dadurch, daß Menschen ermächtigt werden (wie gesagt).
Es gibt zwei Arten der neuen Einbeziehung, nämlich
  • die Verfeinerung von Partnerschaften durch auf neuer Bildung beruhende Rollen und
  • der Aufstieg in Partnerschaften durch Machtzugewinn (ja, ja),
und ebenso zwei Arten der Ermächtigung, nämlich
  • die technologische Ermächtigung durch auf neuer Bildung beruhende Werkzeuge und
  • die hierarchische Ermächtigung durch neue Rollen,
aber es spielt keine Rolle, ob eine Bildung für das Ausfüllen einer Rolle oder den Gebrauch eines Werkzeugs nachgeholt werden muß.

Bei den anderen beiden Auswirkungen besteht vor allem der Unterschied, daß die Auswirkungen der Entwicklung der Bildung allen zu Gute kommen können, während jene der Entwicklung der Partnerschaften und Lebensgrundlagen lediglich Lasten umverteilen.

Eine kleine Bemerkung hierzu, um nicht Dinge zu suggerieren, welche so nicht stimmen: Die Entwicklung der Partnerschaft im Zeitalter der Wacht beruht selbstverständlich auch auf einer Entwicklung der Bildung, selbst wenn andere Teile der Bildung in Form des Pantheons feststehen, nämlich einer solchen, welche mit der Verbesserung der Erfüllung der Aufgabe einhergeht.

Hinsichtlich der Entwicklung der Bildung gilt, daß, wenn sich Rollenverfeinerung und technologische Ermächtigung beschleunigen, mehr Menschen ihrem (subjektiven) Glauben folgen als zuvor, und wenn sie sich verlangsamen, weniger. Eine solche Beschleunigung trat gegen 1600 ein, und bereits gegen 1800 kam es zu einer Verlangsamung, welche aber erst 1950 richtig durchschlug. Indem die Bildung an Gewicht gewann, gewann auch das Genie an Prestige, und indem sie an Gewicht verlor, trat auch das Genie hinter der Modernisierung der Gesellschaft zurück.

Diejenigen, welchen die Bildung am Herzen lag (die Gestimmten), nahmen es hin, denn mit der Modernisierung stieg auch der allgemeine Bildungsgrad.

Das harte Problem heute ist, daß die künstliche Intelligenz zwar zu einer technologischen Ermächtigung führt, aber die sich daraus ergebende Rollenverfeinerung desaströs ist, und das weiche, daß wir in einem politischen System leben, in welchem es nicht möglich ist, Rollenverfeinerungen direkt anzugehen, sondern immer nur in Folge technischen Fortschritts, wie es der generative Zykel des Zeitalters der Werke nunmal erfordert, an welchem seit Aurelius Augustinus keine Zweifel angemeldet wurden, auch wenn es bisweilen zu Protesten gegen seine Auswirkungen kam, und mehr sehe ich bei Theodore John Kaczynski auch nicht, denn er bemüht sich ja nicht, anderen seine Unangemessenheit begreiflich zu machen, sondern drückt lediglich seinen persönlichen Ekel vor ihm aus.

Und deshalb ist es nun dahin gekommen, daß die Bildung nur um ihrer selbst Willen entwickelt wird, die allgemeine Bildung stagniert und Aufstieg und hierarchische Ermächtigung die einzigen Interessenverbindungen sind, aber zugleich natürlich auch Interessenentzweiungen bewirken.

Und das heißt: Es gibt keine zivile Herrschaft mehr. Alle Entscheidungen werden nach militärischen Kategorien getroffen.

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16. März 2019

Rain in the desert

I think the Christchurch shooting is consequential only as a symptom, namely in so far as it demonstrates that tertium non datur is the more potent a motivator the more restricted your idea of what's possible is, the same sentiment I had reading Theodore John Kaczynski: If a man cannot trust in God, he must trust somebody else to create a path through history.

With castles in the sky on the one hand and ever leaner curricula on the other, it is only natural that models of the world are getting simpler and with that possible states of the world ever fewer, and hence tertium non datur ever wider applied: It is difficult to defend a culture, which does not grow as a service to its own well being.

In that lies something that has been decided, a path that is ours, methinks it's an assurance of divine intervention, for that is the way for a captain of the sea of our existence again to set the course.

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16. März 2016

Re-reading the Lord of the Rings, Chapter 13

I left my remarks on the last chapter a little puzzled over the psychology of Elves. There isn't necessarily a reason to assume that they face a different kind of task in their lives than men do, but being in possession of so many things men crave for, it makes you wonder about the balance of their remaining cravings.

Tolkien clears this up some in this chapter. Elves are proud of their works, and they're involved quite a bit in activities aimed at remembering what has happened in their lives before.

They were already rude to a Hobbit once, and they're again at the verge of being it. But they're not interested in Bilbo's attempts to immortalise himself, because to them all works are clothes that they wear, what counts is the pleasant feel of it, tailored to a life of unlimited time.

Elves need to idle themselves, and there's necessarily a strong streak of indulgence in flavours in their character, as a result of which they seem to give of a flavour themselves.
His hair was dark as the shadows of twilight.
Reverence is probably a flavour for them as well, but they don't like the sort of reverence that exploits itself, like Bilbo is exploiting his for inspiration, for that comes to naught in their sight, they seek the reverence that seeks the fairness of their being, and occasionally they renounce their immortality for it.

Echoes of Schopenhauer's views on the lack of women's appreciation of the arts, but we cannot take this too far, for firstly there are male Elves and secondly the Elves have a larger role to play in Tolkien's world.

They are stores of intellectual wealth, who finally realise that their place is in Valinor, for Middle-earth is given to more radical works than theirs in man's pursuit of his share of glory. It's difficult to speak about Elvendom without touching upon Theodore Kaczynski.

In terms of the fullness I was speaking about yesterday, it would appear that Elves don't quite know it nor its opposite, they have to resign themselves to their lot as well, and if they don't, they're open to the venom of the Enemy, but their peace of mind has not to be gained, Elves live in a kind of mist, when it comes to final questions, and they can afford it, because they may never meet their end.

Tom Bombadil on the other hand knows the answers and sees that they are good.

Gandalf makes a remark about having seen Valinor as being sufficient for an Elf to be safe.
They do not fear the Ringwraiths, for those who have dwelt in the Blessed Realm live at once in both worlds, and against both the Seen and the Unseen they have great power.
It's no absolute, as the fate of Fëanor, for instance, shows. But the Ringwraiths might well be a number too small for them, for the mere knowledge of what's right is already a great force for the good. Why would an Elf stoop to crookedness, if the straight ways are known to him?

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15. Januar 2022

Frontverläufe des Glaubens im Rahmen meines Lebens

Die im vorigen Beitrag entwickelten dynamischen Ich-Verständnisse lassen sich zu einer einfachen Klassifizierung der Glauben heranziehen, wie sie bereits im Beitrag Die sieben Feuer des Gerichts angeklungen ist, wobei jeder Glaube durch die Gelübde, welche er ablegt, gekennzeichnet wird, nämlich
  • der schreitende Glaube durch das Gelübde der Unterwerfung unter die Mechanik der Macht,
  • der regelnde Glaube durch das Gelübde der Enthebung zum an sich Schönen und
  • der erfahrende Glaube durch das Gelübde der Auslieferung an die wesentliche Entwicklung.
Wiewohl  der schreitende Glaube das Zeitalter der Wacht bestimmt, der regelnde das der Werke und der erfahrende das der Wunder, gibt es doch viele, welche dem vorigen Glauben anhängen.

Insbesondere handelt es sich bei der in meiner Heimat weit verbreiteten Bissigkeit um den Ärger der Marschgläubigen darüber, daß die Unterwerfung unter die Mechanik der Macht unangenehm ist und noch unangenehmer wird, wenn sich Mitbürger nicht an ihr beteiligen, sondern es vorziehen, sich, aus Sicht der Marschgläubigen, schönen Illusionen hinzugeben.

Schöne Vorstellungen müssen sich nach dem schreitenden Glauben stets durch technologische Ermächtigung beweisen, und das zeichnet eben eine erfolgreiche Verwaltung im Zeitalter der Werke aus, daß sie den regelnden Glauben so zu befeuern weiß, daß er genügend viele Früchte abwirft, um den schreitenden Glauben zu befriedigen.

Indes führt die Mechanik der Macht am Ende des Zeitalters der Werke dazu, daß der Wert menschlichen Lebens der Effizienz des Systems untergeordnet wird, was eben zu zunehmend gereizteren Gemütern bei den Marschgläubigen führt.

Ich war, seit ich drei Jahre alt war, regelungsgläubig. Dies zeigte sich zunächst in meinem Eintreten für die Gerechtigkeit und später an meinem Interesse an der Energiegewinnung. Allerdings wurde mir im Rahmen des Reaktorunfalls zu Tschernobyl klar, daß sich Ökonomie und Sicherheit in unserer Zeit ausschließen, weil keine Mittel zur Verhinderung des unwesentlich Scheinenden vorhanden sind, gleich, ob es sich dabei um Naturkatastrophen oder Krebserkrankungen handelt. Wiewohl Deutschland seitdem Mittel zur Ersetzung der Atomenergie aufgewendet hat, gilt der behauptete ökonomische Zusammenhang weiterhin, und wird noch ganz andere Kosten von der Menschheit fordern, wenn die künstliche Intelligenz weiter voranschreitet. Freilich, was zur Zeit diesbezüglich abläuft, ist in seiner Unverhohlenheit als Lehrbeispiel nicht zu übertreffen.

Es gibt in dieser Lage für Regelungsgläubige also zwei Alternativen, nämlich entweder zu verstehen, daß das Schöne an sich unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr existiert, da es über die Parameter der Effizienz definiert wird, oder politisch darauf zu drängen, die Parameter der Effizienz, wenn nicht aufzuheben, so doch zu verschieben, von einem Bereich in den andern. Das Dumme ist nur, daß Effizienz grundsätzlich und in allen ihren Formen auf das unwesentlich Scheinende keine Rücksicht nimmt, und es sich bei der Verschiebung der Parameter der Effizienz sinnbildlich darum handelt, das Problem unter den Teppich zu kehren.

Ich hatte also mit zwölf Jahren sowohl das Feld der Gerechtigkeit, als auch das der Energiegewinnung für das Schöne an sich als verloren aufgegeben, und damit zugleich meinen Regelungsglauben. Fortan sann ich nur noch darauf, mich durchzuschlagen, bis ich im Alter von 21 Jahren daran erinnert wurde, daß Gläubige dafür verantwortlich sind, ihren Glauben mitzuteilen und der Zukunft gemeinsam zu begegnen. Also besann ich mich wieder auf das Schöne an sich, dieses Mal aber auf dem Feld der Selbsterkenntnis, zu welchem ich mich aus der Vorstellung heraus, daß es mit den Menschen besser werden müsse, wenn sie sich in ihrem Selbstverständnis als Maschine nachgebildet im Spiegel sähen, hingezogen fühlte. Und an dieser Einschätzung hat sich auch nichts geändert, ungeachtet der debilen Darstellung des Gegenstands in den Matrix-Filmen.

Allerdings wurde mir schließlich klar, daß auch das Feld der Selbsterkenntnis für das Schöne an sich verloren ist, wenn die Mechanik der Macht allein die Geschichte bestimmt. Ich möchte sagen, daß ich mit 30 Jahren ungefähr da stand, wo Theodore John Kaczynski stand, als er Industrial Society and Its Future schrieb: Die Bewegtheit des Bestehenden aus sich heraus verstehend und verwerfend. Zu einer höheren Warte gelangte ich erst später. Indes erlaubte es mir mein Festhalten am an sich Schönen, zu der Überzeugung vorzustoßen, daß mein Glaube nicht in Regelung erschöpft sein kann, sondern daß unser Erfahren gottgewollt ist, was mich zur Auslieferung an die wesentliche Entwicklung der Geschichte in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag 2004 brachte.

Hieran festzuhalten ist, daß die Marschgläubigen in gleichen Maßen unzufriedener und unversöhnlicher werden, die Regelungsgläubigen zunehmend auf verlorenem Felde stehen, Erfahrungsglaube sehr fremd ist, Regelungsglaube mit dem Schönen an sich zerbricht, Erfahrungsglaube mit der Wesentlichkeit der Entwicklung und Marschglaube mit dem Mechanismus der Macht und Vereinzelung im Glauben sein Zerbrechen begünstigt und also dazu führt, sich nur noch irgendwie durchzuschlagen.

=> Das Zerbrechen des Mechanismus' der Macht ist unausweichlich.

Fürwahr, wie die Gischt ist der Spiegel unsres Weges.

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20. September 2024

Natürliche und künstliche Demütigungen

Natürlicherweise demütigend ist es, wenn uns jemand oder etwas an Gütern übertrifft: Werden wir an
  • Wissen übertroffen, so erkennen wir die Expertise des uns Übertreffenden an,
  • Zugang übertroffen, so fühlen wir uns ausgesetzt, und
  • Macht übertroffen, so leiden wir sie,
wobei die Anerkennung mit der Liebe des Anderen, die Ausgesetztheit mit Zuwiderheit und das Leiden mit Schmach einhergeht; jedenfalls möchte ich es meinen, denn Selbsthaß scheint mir ein zu starkes Wort für das Gefühl bei der Anerkennung der Expertise eines Andern.

Diese Demütigungen können nun auch künstlich herbeigeführt werden, nämlich gerade
  • Anerkennung durch Fesselung,
  • Ausgesetztheit durch In Bredouille Bringung und
  • Leiden durch Kleinhaltung.
Wie ich schon sagte, können künstliche Demütigungen aus Rohheit erfolgen oder von Staats wegen. Betrachten wir nun, wie sich höherintelligente Maschinen (solche, welche die Menschen an Intelligenz übertreffen) auf die künstliche Demütigung auswirken.

Zunächst der rohe Fall, höherintelligente Maschinen
  • ändern an der rohen Fesselung an sich gar nichts, denn die Intelligenz des Fesselnden spielt bei derselben keine Rolle,
  • werden von roh in die Bredouille Bringenden bei ihren Machenschaften eingesetzt (nicht wenige amerikanische Actionfilme sind geradezu versessen auf diesen Aspekt, etwas Live Free or Die Hard, auch Johnny English Strikes Again, obwohl es weder ein Actionfilm, noch ein amerikanischer ist) und
  • übernehmen die Arbeit für roh Kleinhaltende, was zu Wettrüsten und allseitigen Ausrottungsbeühungen führt, also zu einem Szenario, wie es etwa in The Terminator zu sehen ist,
und abschließend der von Staats wegen,
  • ersetzen die kultivierte Fesselung durch die natürliche Anerkennung ihrer überlegenen Intelligenz, da dem von Staats wegen nichts entgegen steht, wie etwa in WALL-E zu sehen,
  • werden von der Regierung einer Erlebniskultur bei deren Machenschaften eingesetzt, wie es bei der Cancel-Kultur nach Algorithmus bereits geschieht, und
  • werden die gesamte Menschheit autonom klein halten, wie etwa in The Matrix zu sehen, da jede Einschränkung Rohheit wäre.
Und dieses alles überblickend, gibt es wieder drei Weisen, auf die Möglichkeit dieser leichtsinnigen maschinenunterstützten künstlichen Demütigungen zu reagieren, nämlich
  • die autonome Beherrschung durch höher intelligente Maschinen als einzigen Weg, dem menschlichen Leichtsinn Grenzen zu setzen, anzuerkennen, woran der Architekt in The Matrix Reloaded allerdings scheitert,
  • sich nicht der künstlichen Demütigung auszusetzen und das Potential der höherintelligenten Maschinen für den menschlichen Geist einzusetzen, was bedeutete, nicht mehr von ihnen übertroffen zu werden, wofür
    • an Wissen eine Verschmelzung des Geistes mit ihrer Intelligenz nötig wäre, wie sie in Star Trek: The Next Generation bei den Borg zu sehen ist,
    • an Zugang lediglich eine Schnittstelle und
    • an Macht wenigstens eine Leibgarde,
    wobei ich nicht glaube, daß die Verschmelzung möglich ist, und erhebliche Bedenken hinsichtlich der Effektivität der Leibgarde habe, denn ohne die Verschmelzung wären wir bei einem Zusammenprall höherintelligenter Maschinen dumm und langsam und deshalb wahrscheinlich nur schwer zu beschützen, doch selbst wenn das gelänge, würden wir aufgrund der fehlenden Verschmelzung die höhere Intelligenz der Maschinen natürlicherweise anerkennen und befänden uns dementsprechend im WALL-E Szenario,
  • die Existenz höherintelligenter Maschinen nicht zu leiden und uns technologisch auf den Stand der Steinzeit zurückzukatapultieren, mit anderen Worten Theodore John Kaczynski zu folgen.
Auf diese Weise also strukturiert die Demütigung die Zukunft der die Ehrbarkeiten Nichtehrenden und gleichfalls ihre Erwiderung auf das auf sie Zukommende, abhängig davon, welcher anstehenden Demütigung sie begegnen.

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9. Januar 2015

Zum Einsatzgebiet von False-Flag-Operationen

Der Sinn einer False-Flag-Operation besteht darin, eine Verhaltensänderung herbeizuführen, genauer gesagt feindliche, scheinbare, Gegenmaßnahmen.

Dieses Unterfangen hat trivialerweise zwei Voraussetzungen:
  1. Die betroffene Gruppe befindet sich nicht bereits in einer von jener so wahrgenommenen gewaltsamen Auseinandersetzung mit der Zielöffentlichkeit.
  2. Die Zielöffentlichkeit schreibt der betroffenen Gruppe einen ihr feindlichen Willen zu.
Was 2) angeht, man denke an Autofahrer oder auch an Umweltschützer wie Theodore John Kaczynski oder Volkert van der Graaf, wobei die Schizophrenie, beide Gruppen zugleich als einem freundlich gesonnen zu betrachten, der Normalfall ist.

Wenn man dies so bedenkt, könnte man zu dem Schluß kommen, daß False-Flag-Operationen prinzipiell nur Gutes bewirken, frei nach Goethes Beschreibung von Mephistopheles.

Allerdings, den Einwand muß man machen, daß die Willenszuschreibungen der Öffentlichkeit nicht immer akkurat sind.

Indes, je vertrauter ihr die betroffene Gruppe ist, desto seltener irrt sie sich in deren Absichten. Doch auch da muß man nochmals etwas einwenden, nämlich daß die Öffentlichkeit oftmals jedes vernünftige Maß verliert und über den nichtigsten Kleinigkeiten spinnefeind wird.

Schließlich, allerdings, rücken sich ihre Maßstäbe immer wieder gerade, und wen sie nicht kennt, den lernt sie im Kampf kennen.

Ein Freibrief ist das allerdings nicht, denn die Relativität der Maßstäbe ist stets ein Problem, meistens sogar ein großes, und es liegt im Wesen der Natur, schlechterdings alles gerade zu rücken.

Ein Freibrief ist es nicht, ein Trost schon. Der Mensch ist dieser Unbill ausgeliefert, aber sie kann ihn nur strafen, wo er sich verrennt, und andernorts zwingt sie ihn einzig dazu, klare Verhältnisse zu schaffen, das Mögliche als sich auch Ereignendes zu behandeln.

Freilich, damit ist nicht gesagt, daß die Reaktionen auf False-Flag-Operationen dies auch tun, aber wenn sie stattdessen ganz etwas anderes tun, so kann die Öffentlichkeit ja ihren Unmut darüber ausdrücken, und davon hat sie bisher gewöhnlich auch Gebrauch gemacht.

False-Flag-Operationen sind kriminell, aber wie jede Form der Kriminalität erziehen sie zum Schutz vor derselben, und zwar in ihrem Fall vierfach:
  1. Schärfung des Sinns für das Wahrscheinliche,
  2. Schärfung der Kenntnis anderer Gruppen,
  3. Disziplinierung der eigenen Maßlosigkeit,
  4. umsichtige und absehende Absicherung.
Ich kann jene verstehen, welche meinen, man solle sie schlicht ignorieren, aber das Leben verlangt wie immer mehr von uns.

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27. Mai 2022

Über den spirituellen Abgrund

Ich habe im Laufe der Jahre wiederholt meinem Mißfallen über die Annahme von bösen Geistern Ausdruck gegeben, durch welche sich das Wort Jesu
Ihr schließt das Himmelreich vor den Menschen zu! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen.
erfüllt. Hier nun möchte ich mich mit zwei Phänomenen beschäftigen, welche spiritueller Natur sind und zweifellos schädlich, nämlich spirituelle Leere und spirituelle Unwillkürlichkeit.

Beginnen wir mit letzterer, denn über sie habe ich schon des öfteren geschrieben. Es gibt zwei Arten spiritueller Unwillkürlichkeit, nämlich
  • Geplagtheit und
  • Verstricktheit.
Geplagtheit bedeutet, daß der eigene Geist zu schwach ist, um sich unwillkürlich aufsteigenden Ängsten zu erwehren. Dies kann durch Traumatisierung gezielt herbeigeführt werden, worauf die so genannte Gehirnwäsche beruht, wie einigermaßen überzeugend im Film The Ipcress File gezeigt. Die Vorstellung, daß Theodore John Kaczynski das Gehirn gewaschen wurde, ist natürlich lächerlich, weil niemand parallel zu einer solchen Traumatisierung Mathematikvorlesungen an der Universität Berkeley halten kann. Die Wollust hingegen, mit welcher sich Politiker und Presse in den letzten zwei Jahren auf die Traumatisierung der Allgemeinheit gestürzt haben, stellt durchaus einen ernsthaften Gehirnwäscheversuch dar.

Und Verstricktheit entsteht, wenn das Gebet um die Gnade auf Beliebiges gerichtet wird und man sich also in einem Geist der Beliebigkeit verfängt. Dieser Geist ist entweder ein Teil des eigenen Geistes, welcher jenseitig wirkt, zum Beispiel indem er kleine Sünden sofort bestraft oder das eigene Trachten durch ironische Begebenheiten kommentiert*, wobei dies eine sehr milde Form der Verstrickung ist, oder er ist das Agglomerat vieler solcher Geister, welches jenseitig zwischen ihnen vermittelt, wie etwa bei der Befragung des I Chings, welche bereits zu als bedrohlich empfundenen Verstrickungen führt (schön am Anfang von 11 Harrowhouse eingefangen).

Wie ich schon sagte, stellt das I Ching selbst wieder eine milde Form divinatorischer Verstrickung dar und das Ouijabrett die schlimmste. Es liegt aber, wie bei allem Aberglauben, denn Verstrickung und Aberglaube sind dasselbe, kein eigentlich fremder Geist vor, sondern nur ein Agglomerat beliebig gewordenen menschlichen Glaubens. Die Divinationseinschränkung auf die Nachfahren Aarons ist vor diesem Hintergrund als prinzipiell vernünftig zu betrachten.

Dies also widerfährt uns unwillkürlich. Spirituelle Leere liegt vor, wenn wir uns danach sehnen, eine geistige Konfiguration zu finden, welche unserer geistigen Heimat entspricht, aber unsere Prospektion nicht zureicht. Die Sehnsucht sehnt sich dabei nach zwei Gefühlen, welche die Wahrnehmung eines fremden Geistes begleiten, und welchen sie sich tagträumend hingibt, nämlich
  • die Getragenheit durch einen fremden etwas verantwortet habenden Geist und
  • die Angenommenheit durch einen fremden von etwas abhängigen Geist.
Die ersteren Tagträume drücken sich etwa in schwarzen Ledermänteln aus oder in der Vorstellung, über die Kräfte eines Superhelden zu verfügen, oder auch in beidem, wiewohl die einzelnen Komponenten älter sind als ihre Verbindung. Es ist nur natürlich, daß die Jugend ihren eigenen Weg zu gehen versucht, aber wenn ihr der Staat dabei mit schwarzen Lederklamotten helfend zur Seite springt, so ist es dem Verständigen klar, daß der Staat sie das Eine träumen lassen will, während sie das Andere tut, was noch bei jedem Fetisch geschieht.

Aber während dieser Fetisch, egal ob nun Ledermantel oder magisch aufgeladene Fantasieuniform à la Breivik, zu einer spirituellen Leere führt, welche der Einfachheit halber als Psychopathie bezeichnet werden kann, wobei es äußerlich auch ganz anders aussehen kann wie bei der Manson Family, innerlich aber stets Verblendung vorliegt, führt der andere Fetisch, in welchem sich die letzteren Tagträume ausdrücken, und welcher etwa in ätherischen Ölen und bunten Steinen besteht, und was es sonst noch an esoterischem Krimskrams gibt, zu einer Leere, welche Einsamkeit genannt wird: Der Psychopath wähnt sich getragen, doch handelt allein, und der Einsame wähnt sich angenommen, doch ist es nicht.

Fast muß ich Breivik als eine Manifestation meines Geistes betrachten, weil ich mich in der Nacht vor seiner Tat besonders ungetragen gefühlt habe, womit er einen hämischen Kommentar darstellt, doch wenn ich nunmal die Angewohnheit habe, die Welt nur wie in einer Kristallkugel zu sehen, sind derartige Erfahrungen vielleicht das probate Mittel, um mir ihrer Anwesenheit bewußt zu werden.

* Diese Kommentare sind der beste Beweis, daß es in der Tat ein Teil unseres eigenen Geistes ist, denn ihr Humor deckt sich mit dem unserer Träume.

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26. Dezember 2011

Im Angesicht des Versagens der menschlichen Funktionsmuster

Vielleicht tat ich Theodore John Kaczynski ja Unrecht, als ich meinte, der Mensch könne die Industrialisierung meistern, aber auch wenn ich meine Einschätzung in diesem Punkt revidierte, und ich bin freilich geneigt das zu tun, so sehe ich doch in seinem Lösungsvorschlag keinen Wert, denn was hielte die Menschen davon ab, die Geschichte zu wiederholen?

Freilich, das Problem, welchem wir heute begegnen, entspringt einer ganz bestimmten Spiritualität, deren entscheidende beiden Faktoren die Entrückung des Vorbildlichen und das Fehlen eines Seelenverständnisses sind (siehe meine vorigen beiden Beiträge zu diesen Themen), und also müßte sich die Geschichte nicht unter allen Umständen wiederholen, aber allzu große Hoffnung kann ich deswegen nicht in diesen Einwand setzen, weil jede Spiritualität gelebt werden wird und mit spezifischen Vor- und Nachteilen verbunden ist, deren Zusammenspiel immer wieder zu den selben Ergebnissen führen wird.

Als ich sagte, daß sich die Suchenden vom technischen Fortschritt abwenden würden, weil sie den Unsinn des weiteren Vorangehens erkennen würden, da habe ich natürlich geflissentlich ignoriert, daß sie bereits zu weit vorangegangen sind.

Wir leben in einer Zeit, in welcher ständig auf verschiedenste Weise Anlaß zur Aggression gegeben wird, was freilich nichts Neues ist, und wir geraten bald in eine, in welcher Aggression gegen eine beliebige Übermacht erfolgversprechend sein wird.

Ist das das logische Ende menschlichen Seins?

Das logische Ende von Aufklärung und Individualismus unbestreitbar, aber halten wir uns nicht mit Kleinigkeiten auf, ist es das, worauf unsere gesamte Anlage hinausläuft und hinauslaufen muß?

Ich neige zum Ja, wenn man es etwas systematischer faßt, liegt der Hang zur totalen Kontrolle des Einzelnen im Wesen der Vernunft selbst, denn, wie Schopenhauer es so schön gesagt hat, ist Intellekt unteilbar. Totale Kontrolle erfordert vom Einzelnen aber totale Verantwortung, und wir sind uns unserer Verantwortung nunmal nicht dahinreichend bewußt, sondern lediglich bis zu unserem eigenen Fortkommen. Mit anderen Worten stößt durch die Vernunft ein Totales auf ein Isoliertes im Willen. Im Gegensatz zu Schopenhauer sehe ich aber nicht die Aufhebung des Willens als dessen logische Konsequenz, sondern, sollte hier Tertium non datur gelten, die Aufhebung der Vernunft und also des Menschen.

Oder gibt es ein Drittes?

Mensch freilich, wie bisher, ist es nicht. Und allzu schwierig ist es nach allem Vorigen auch nicht abzuleiten, daß der einzige vorwärtsgerichtete Weg darin besteht, in bewußter Transzendenz und also überpersönlicher Verantwortung zu leben; die Verantwortung gilt dann nämlich dem Konzert, dem man seine Stimme gibt.

Natürlich läßt sich die Lage auch ganz profan analysieren und es sich feststellen, daß wir nicht in genügendem Rahmen soziale Verantwortung übernehmen, und ich habe das ja auch schon getan, aber das Totalversagen all derer, welche sich je berufen fühlten, just diesen Mißstand zu beheben (alles was diese in jedem Falle doch nur tun ist, den Malstrom zu begradigen), bestätigt auf traurige Weise, daß wir erstens keinen frei wählbaren Willen haben und zweitens alles in der Natur klein anfängt, was uns aber freilich nicht von der Pflicht entbindet, so weit wie nur möglich auf dem Wege unserer Entwicklung voranzukommen.

Übrigens, was die Malstrombegradigung angeht, der Grund dafür besteht darin, daß jede wirkliche Verantwortungsübernahme sich gegen die Sachzwänge stellen muß und der Sinn für Verantwortung das Einzige ist, was solches rechtfertigt. Was einer dabei an der Fassade zu retten vermag, bezahlt er doppelt und dreifach an dem Gebäude hinter ihr. Untrüglich.

Amen.

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6. März 2012

Glück

Und man weiß natürlich, daß man am Ende das Gefühl haben wird, eine Stunde im Wartezimmer gesessen zu haben.

Feindschaft, Ungerechtigkeit, Abgrenzung: Grade derselben Sache.

Ohnmacht.

Power process hat es Ted Kaczynski genannt. Aber ich glaube nicht, daß jeder einen Rienzi komponieren will.

Was wäre denn Erfolg für mich?

Nun, das läßt sich präzise sagen: Wenn die Menschen vollständig die Verantwortung für ihre Organisiertheit übernähmen.

Ich sagte, dazu müßten sie den vierten geistigen Horizont besitzen. Wenn man es streng nimmt, schon. Dessen ungeachtet ließen sich allgemeine Regelungen von der weitreichendsten praktischen Bedeutung niederlegen. Und ich betrachte es so, daß kein Mensch das Recht hat, sich den ihm so zugewiesenen Aufgaben zu entziehen. Die Verantwortung besteht, und wer sie aufgrund seiner geistigen Unreife nicht eigenständig übernehmen kann, muß sich eben der Anleitungen zu ihrer Übernahme bedienen, welche ihm Reifere überließen.

Es bliebe auch dann ein Wartezimmer für mich. Aber es verwandelte sich in eine Schale, welche vom Lebendigen abfiele. Es ist schon so, wir fürchten in der Erde zu verfaulen, ohne zu keimen, Glück, das ist das Ende der Selbstverurteilung, nur ob und wie die Schale bricht?

Es wird mir zunehmend klarer, daß es einen Zwang zur Kirche gibt, nicht daß ich übermäßig glücklich mit den bestehenden wäre, welche nicht die Anleitungen geben, welche ich gäbe, aber Anleitung muß sein und nur eine Kirche kann sie geben.

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10. April 2018

The best strategy for fact checking?

Publish what you want to expose to fact checking!

To illustrate this, let us consider proofs of the Riemann Hypothesis.

How sane would it be to not allow the publication of a proposed proof for the Riemann Hypothesis, until it has been fact checked, that is until a licensed fact checker would have verified that the proof is correct?

There are a number of proofs over at arxiv.org, for instance
and if you feel like helping mankind to progress, you can study these proofs and find out, whether they are correct, but you can only do so, since they have been published.

Would it be different, then it would fall to some person in the mathematics department of Berkeley, say, to check, whether all the apparent mathematical proofs that are claimed to actually be mathematical proofs on blogs hosted by Google on Californian servers are correct.

Muahahahaha!

By the way, Theodore John Kaczynski worked in that department before he wrote Industrial Society and Its Future.

So, given that God is probably the biggest fan of irony in the whole universe, this seems to have a reasonable chance to come about, but then again there are probably still enough people left who understand that it is the lie that has to fear the light of day and not the truth.

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2. Dezember 2007

Übersicht

In chronologischer Reihenfolge der besprochenen Personen und Werke.

Pythagoras (570 v. Chr. - 510 v. Chr.)
Parmenides: Über die Natur (~500 v. Chr.)
Sophokles: König Ödipus 2 (~425 v. Chr.)

Platon
Ignatius von Loyola: Geistliche Übungen (1523)
Goethes Märchen (1795) 

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Richard Wagner: Werk und Ort (1837-1859)
Albert Pike: Morals and Dogma of the ancient and accepted Scottish Rite of Freemasonry (1871)
 Richard Wagner: Siegfried (1876)
Richard Wagner: Parsifal (1882)
Hans Pfitzner: Die Rose vom Liebesgarten (1900)

Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili (1878-1953)
Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes (1918)
William Butler Yeats: The Second Coming (1919)
Sir Arthur Conan Doyle: The Land of Mist (1926)
Das blaue Licht (1932)
After the Thin Man (1936)
Werner Bergengruen: Der Tod von Reval (1939)

Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel (1943)
A.E. van Vogt: The Book of Ptath (1943)
Friedrich A. Hayek: Der Weg zur Knechtschaft (1944)
Der Verlorene (1951) 
Ulisse (1954)

John Ronald Reuel Tolkien: The Lord of the Rings (1954-1955)
Vertigo (1958) 
Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer / die wilde 13 (1960-1962)
Eins, Zwei, Drei (1961)
L'année dernière à Marienbad (1961)
Philip K. Dick: The Man in The High Castle (1962)
James Bond (1962- ) 
Marnie (1964)
The three Investigators (1964-1987)
Blow-Up (1966)
Au hasard Balthazar (1966)
Catweazle (1970-71)
Der Seewolf (1971)

Solaris (1972)
Manson (1973)
Der Spiegel (1975)
Picnic at Hanging Rock (1975) 
Cadaveri eccellenti (1976)

Philip Kindred Dick (1928-1982)
Doctor Snuggles (1979)
Stalker (1979) 
Timm Thaler (1979)

Robert Don Hughes: Pelmen the Powershaper (1979-1985)
Tanzbar (1979-2016)
Scarface (1983)
Dune (1984)
Magnum, P.I.: Fragments (1984)
Die unendliche Geschichte (1984)
Lifeforce (1985) 
Kin-Dza-Dza! (1986) 
The Mosquito Coast (1986) 
Offret (1986)
Raising Arizona (1987)
They Live (1988)
Prince of Darkness & In the Mouth of Madness (1987 / 1994)
In the Mouth of Madness (1994)
Star Trek: Generations (1994)
Theodore J. Kaczynski: Industrial Society and Its Future (1995)
Prinzessin Mononoke (1997)

Matrix (1999)
Film socialisme (2010)
Inception (2010)
Astérix & Obélix - Au Service de sa Majesté (2012)
Men in Black 3 (2012)
La grande bellezza (2013)
The LEGO Movie (2014) 
Wiebke Freese: Die Bergpredigt (2015)
Blade Runner 2049 (2017)
Ready Player One (2018)
The Mule (2018)

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