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13. Februar 2015

Die drei Ebenen der Meditation und ihr Zusammenspiel

Wenn wir uns in unser Dasein hineinfühlen, so können wir dies auf drei grundverschiedene Weisen tun, gemäß den drei Teilen unserer Seele.

Wenn wir uns in unsere Sorge hineinfühlen, so finden wir unseren Frieden in der Reinheit unseres Herzens, in unseren heiligen Wünschen.

Wenn wir uns in unsere Achtung hineinfühlen, so finden wir unseren Frieden in den Grenzen unseres Platzes hier und jetzt, in unserer Angebundenheit an die Gegenwart.

Und wenn wir uns in unsere Lust hineinfühlen, so finden wir unseren Frieden in der Kraft, welche durch uns und unseren Körper strömt.

Die erste Form der Meditation dürfte Christen am vertrautesten sein, die dritte hat vielleicht jeder schon einmal ausprobiert, sich vorstellend, wie die Kraft der Wirbelsäule folgt.

Die zweite ist wahrscheinlich am unbekanntesten, aber gerade in ihr liegt die Erkenntnis der transzendenten Akte, also die Erkenntnis ihres gegenwärtigen Vollziehens. Der arme Tsorzh Sanzhzhav hier gibt eine Vorstellung der bescheidenen Unmittelbarkeit, welche sie prägt.


Ohne Kraft kann sich aber kein transzendenter Akt vollziehen. Und eine Art der transzendenten Behauptung entspringt also der Verknüpfung von materieller und funktionaler Meditation, also der Ebenen der Lust und Achtung. Das folgende Bild dokumentiert ein Beispiel dessen.


Wenn nun funktionale und ideelle Ebene verbunden sind, also die Ebenen der Achtung und Sorge, so ist gerade das das ewige Leben, welches sich dadurch auszeichnet, daß das ideelle im Gegenwärtigen erkannt wird.

Kommen wir an dieser Stelle aber auf Probleme zu sprechen.

Eine Gefahr der Verbindung der funktionalen und ideellen Ebene besteht darin, daß die Lust sozusagen aus ihrem Bett gehoben werden kann, mit anderen Worten die Kontinuität, welche noch jeder Anstrengung eignet, nicht hinreichend Beachtung finden mag.

Es entsteht dann ein Gefühl der Parallelität verschiedener Welten, welches mich zuletzt auch beschäftigt hat, ebenso wie, wie es scheint, Philip Kindred Dick.

Es ist aber klar, daß man für sich einen Weg wählen muß, und daß dieser Weg nicht über die eigene Kraft hinausgehen kann, man also nicht beliebig viele Alternativen in einem Weg verbinden kann.

Andererseits hat der weitere Blick natürlich als Blick durchaus seinen Wert.

Es bleiben die Verbindungen, welche die Ebenen der Lust und Sorge enthalten. Fehlt die Ebene der Achtung, so befindet sich der eigene Geist bald in einer erschöpften Blindheit, oder, wo er durch Zufall den Kurs hält, erschrocken in der Leere.

Wenn sie aber auch eingeht, so ist das Gebet gemessen, wenn auch nicht berechnet.

Das Verbietende, von welchem ich im vorigen Beitrag schrieb, bereit mir dabei wenig Schwierigkeiten, es ist das Befeuchtende, welches, auf Gegenwärtigkeit und eigene Kraft hin gleichzeitig anzusehen, Probleme aufwirft. Einmal ziehe ich ins Blinde, ein andermal ins Surreale.

Der Schlüssel mag darin bestehen, den Augenblick nicht zu fürchten, wann das Meer sich über den Deich ergießt, bis an die eigene Grenze zu gehen und zu akzeptieren, daß die Welt nicht nur für einen selbst da ist, sondern auch umgekehrt man selbst für die Welt.

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