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6. Februar 2017

Geist und Weltgeist (oder auch Atman und Brahman)

Die menschliche Überzeugung, Herr über die eigenen Entscheidungen zu sein, setzt den Menschen unter die Erzeuger der Existenz, also unter die Götter, und diese Setzung schließt die Bestimmtheit des menschlichen Geistes durch die Wechselwirkungen der erzeugten Welt aus.

Wenn auch in hohem Grade diesen Wechselwirkungen ausgeliefert, wirkt doch in ihrer Mitten etwas Unberührbares, dessen Gegeben Sein unabdingbarer Teil unseres Gegeben Seins ist.

Dieser Geist hat seine eigene Aufgabe, und die verständigeren Naturen ahnen wohl, daß sie sich auf die Erzeugung der gesamten Existenz bezieht, daß der Geist ein Verhältnis finden muß, in welchem er den ihm gemäßen Anteil an der Weltschöpfung nimmt, indem er sich in die seinem Wesen gemäße Rolle fügt.

Wie ich im vorletzten Beitrag schrieb: Die Lust sucht die Selbstdarstellung, die Achtung die Selbstautomatisierung und die Sorge die Selbstaufspannung, und in der letzteren liegt die Schnittstelle zur Schöpfung der Welt, stellen wir Ordnungsvorstellungen bereit, welche die unserem Geist innewohnende Liebe ausdrücken, und diese flechten sich in die Umbildung des Existenten, manches Mal langsam und unmerklich und manchmal abrupt.

Dabei geht es nicht darum, der Welt den eigenen Willen aufzudrücken, sondern vielmehr sind die eigenen Vorstellungen, welche wir verwirklichen, in uns angelegt, wie das Wachstum eines Baumes in seinen Zellen angelegt ist, und der entstehende Bau trägt nicht unsere Handschrift, sondern die des einen Schöpfers, des einen Geists, dem wir zustreben.

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