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4. April 2021

Gebietung durch Glauben und Spiegelung seiner Heiligkeit

Ich scherze nun schon seit sieben Jahren, wenn auch hauptsächlich privat, daß jedesmal, wenn ich Juden verspotte, irgendein überteuertes Plastikteil an meinem Auto zerbricht, und ich jedesmal, wenn ich Moslems verspotte, Hämorrhoiden kriege. Heute ist nun zum zweiten Mal etwas passiert, was diesen Vorkommnissen einen Rahmen gibt.

Das erste Mal ist mir weiterhin ausgesprochen peinlich [ja, noch peinlicher], aber es hilft nicht, Dinge nur im allgemeinen zu behandeln. Also, ich nahm verärgert die Matrix-DVD aus meinem Computer, so ungefähr mit dem Gedanken: Wir leben nicht in einer Matrix! (Oder vielleicht doch?), sie glitt mir aus den Fingern und landete unter demselben, was unmöglich geschehen konnte, da sie breiter war als er und er auf Stützen stand und sich links und rechts neben ihm Kartons voller Bücher gegen ihn preßten [nein, er hing nicht in der Luft]. Und heute schickte ich mich an die folgende Passage aus der Offenbarung zu verspotten.
Und ich weinte sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzutun und zu lesen noch hineinzusehen. [...] Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürget und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zunge und Volk und Heiden.
So nach dem Motto: So, so, Johannes hat Christus als Weisen gesehen
aber er muß den Völkern als Inspiration in folgender Weise präsentiert werden, damit die Siegel brechen und uns die Geschichte zeigt, was in dem Buch steht.

Und gerade als ich self-fulfilling prophecy nachschlagen wollte, fiel in der ganzen Stadt der Strom aus.

Also keine selbsterfüllende Prophezeiung. Aber worauf richtete sich mein Spott? (Ebenso wie bei meiner Erwägung einer Matrixexistenz.) Es ist, ganz allgemein gesprochen, die Annahme eines Glaubens.

Das Jenseits, der Himmel, die Engel, dies alles bezieht sich auf die Vorstellung, daß es etwas gibt, was festlegt, was wir sein sollten, was unseren Geist, unsere Seele spendet, und indem wir dies annehmen, erfüllt es uns als unser Glaube und sagt uns, wer wir sind. Mit anderen Worten tauchen wir in die Vorzeitlichkeit unseres Geistes ein, und indem wir dies tun, sind wir auf dem Weg, einen gebietenden materiellen transzendenten Akt zu vollziehen, doch wenn wir die Annahme eines Glaubens im allgemeinen und unseren Geist im besonderen verspotten, so löst der entsprechende transzendente Akt die Existenz der Welt mit auf, jedenfalls partiell.

Der johannäische Glaube, welcher Johanni Geist bestimmt, besteht darin, daß die Besinnung dem Begriff des Heils gehorcht, also daß das Heilige verfolgt, eingelöst und ausgelöst wird. Dies ist Johanni Leben, welches den Inhalt des Buches Wirklichkeit werden sehen will. Ich kann es nicht verspotten, ohne die Existenz der Welt zu riskieren. Ich selbst habe für seine Voraussetzung, die Schöpfung der Welt aus dem Heil, gebetet. Es ist mein Glaube, so und nur so kann ich leben.

Was nun das Glauben betrifft, so besteht seine Heiligkeit in zwei Punkten, nämlich
  1. sorgfältig zu bewahren, woran man glaubt, und
  2. Muße zu finden, es weiter zu ergründen.
Und also knüpfen sich an Sorgfalt und Muße zwei spiegelnde materielle transzendente Akte, welche mich insbesondere meine Abkehr von ihnen im obigen Rahmen wie dort beschrieben büßen lassen.

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