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26. November 2017

Die definierenden Tollheiten der Unvernunft

Ich stellte im vorigen Beitrag eine Verbindung zwischen der Hippie-Bewegung und der Bosheit der Verblendung her, welche ein allgemeineres Charakteristikum der Herrschaft der Unvernunft darstellt, nämlich daß unter ihr moralischen Defiziten, welche aus Schwäche oder Bosheit entspringen, der Hof gemacht wird, und zwar indem gewisse zur Entwicklung der Seelenteile gehörige Triebe bis zum Grade der Tollheit verfolgt werden.

Auf diese Weise erhalten wir also die vier Tollheiten, welche die Herrschaft der Unvernunft auch definieren. Im Einzelnen sind es
  • die Einstimmungstollheit,
  • die Gelehrigkeitstollheit,
  • die Führungstollheit und
  • die Bedeutungstollheit.
Einstimmung ist der notwendige Prozeß der willkürlichen Annahme einer Haltung, durch welchen wir sukzessive zu einer Übereinstimmung unserer Haltung mit unserer Sorge kommen, und zwar dadurch, daß wir all das verwerfen, was unsere Stimmung trübt. Tollheit hier bedeutet, ein zu großes Netz auszuwerfen, und mehr Gewicht auf die erfahrbaren Stimmungen zu legen, als auf die bewahrbaren, also die Tatsache zu verleugnen, daß sich der Friede wie das Gold im Sand in der Ruhe nach dem Trubel von den Wirren auf der Pfanne des Gemüts absetzt. Und wer also danach trachtet zu erfahren, was ein Mensch nur erfahren kann, der ist einstimmungstoll, wie eben die Hippies.

Gelehrigkeit brauche ich wohl nicht eigens zu erklären, nur den Grad ihrer Tollheit, welcher darin besteht, Dinge erklärt wollen zu bekommen, an deren Klärung man keinerlei praktisches Interesse hat. Und wer also Wissen im luftleeren Raum ins Felde führt, der ist gelehrigkeitstoll und hofiert die Irreleitung.

Der Führungstrieb besteht darin, sich an die Spitze eines Unternehmens zu setzen, um sich in ihm zu beweisen. Er gehört zur Entwicklung der Achtung, indem er den nötigen Hintergrund für die eigene Entscheidungsfähigkeit bereitstellt. Der Grad seiner Tollheit besteht darin, sich in unumkehrbare Abenteuer zu stürzen, auf deren Ausgang man kaum Einfluß nimmt, wonach man sich also als führungstoll erweist, wenn es einem wichtiger ist, auf dem Bug zu stehen, als das Schiff zu steuern, und wer sich so vordrängt, wird selbstverständlich leichtestens reingeritten.

Der Bedeutungstrieb schließlich ist hier so zu verstehen, die eigenen Anlagen nicht zu verachten, sondern sie vielmehr dadurch, daß man sie für bedeutend hält, auch bedeutend zu machen. Mit anderen Worten geht es darum, sich durch sein eigenes Ausleben eine Bedeutung zu geben, was nichts anderes heißt, als seiner Lust zu erlauben, sich auszubilden. Der Grad der Tollheit ist dabei erreicht, wenn jede Eigenheit für einen Vorzug gehalten wird, und wer sich also über alle Maßen selbst gefällt, der ist bedeutungstoll und neigt sich der Verhetzung.

Beispiele für all dies unter den Heutigen zu finden, ist ein gar leichtes Unterfangen, worin die Schwellung der Unvernunft eben besteht.

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