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1. Januar 2018

Selbstoffenbarung mit 16 Jahren

Im Beitrag Verschreibung im I Ching und Spiritualität habe ich acht Studententypen nach den Hexagrammen der Herrschaft der Abgemessenheit unterschieden. In diesem Beitrag werde ich neun Lebensstrategien unterscheiden, welche Heranwachsenden mit 16 Jahren überdeutlich ins Gesicht geschrieben stehen.

Was bedeutet es, ein netter Junge zu sein?

Nicht, daß alle netten Jungen gleich wären, da gibt es auch wieder Unterschiede, der eine ist offenbar auf Spaß fixiert, der andere hauptsächlich ordentlich und der dritte hat große Pläne. Aber eines haben sie doch alle gemeinsam, was sie zu netten Jungen macht, sie fordern nichts von andern und sie stellen sich auch nicht über sie. Wer ihnen dumm kommt, verliert ihr Wohlwollen, sonst nichts. Und wer sich gleichfalls nett gegen sie zeigt, dem helfen sie gern und ohne Gegenleistung.

Dennoch, obschon es sich so mit ihnen verhält, wachen sie doch über drei Tore, indem sie nämlich die Türsteher der Vereinigungen der Menschen, welche ihre Freiheit dazu gebrauchen, sie Lust, Achtung oder Sorge zu schenken, bilden, also all der Menschen, welche sich selbst als Beiträger zu einem größeren Werk verstehen, ob es nun hedonistischer, utilitaristischer oder eudaimonischer, also die Lebensführung betreffender, Art sei.

Und wenn die 16 jährigen Gesichter auch in mancherlei Hinsicht anmaßend erscheinen mögen, ihr Wesen können sie dabei doch nicht verhehlen.

Was gibt es noch außer netten Jungen, und welche Tore bewachen sie?

Nun, es gibt noch die verbissenen Jungen und die groben Jungen, aber was ist das ordnende Prinzip?

Das ordnende Prinzip lugte bereits bei den netten Jungen hervor: Beiträger zu einem größeren Werk. Die verbissenen Jungen sehen sich denn auch als die Wesentlichen bei der Herbeiführung von Wundern, und die groben Jungen als die Behüter der ihrer Wacht übergebenen Güter.

Praktischerweise vermögen sich die Zeitalter der Werke, Wunder und Wacht auch die sie nicht anerkennenden Jugendlichen einzuverleiben, aber diesen Punkt brauchen wir wohl nicht (schon wieder...) genauer betrachten. Kümmern wir uns lieber um die Untergliederung der Wesentlichen und der Behüter.

Die verbissenen Jungen versuchen für gewöhnlich, etwas besser zu können als jeder sonst, andere sieht man kaum jemals, aber es gibt trotzdem noch die Fälle, daß ein Junge danach strebt, eine alles entscheidende gesellschaftliche Stellung zu erreichen oder ein alles übertreffendes Verständnis. Der zweite Fall ist schon schlimm (Die Stunde naht, mich ruft mein hohes Amt), der dritte streift das Groteske nicht nur, sondern liegt mittendrin.

Der tiefere Grund dafür ist, daß Wunder für gewöhnlich in Wegen aus unentrinnbarer Not bestehen, also einem höheren Zweck dienen, womit sie auf den niederen Bewußtseinsebenen zu suchen sind. Dennoch möchte ich selbst den dritten Fall nicht kategorisch ausschließen oder ihn kategoriell für pathologisch erklären. Einzig im höchsten Maße außergewöhnlich, das ist er mit Sicherheit.

Und was die groben Jungen betrifft, sie behüten Besitz, Ehre oder Recht, je nachdem, wiederum, ob sie sich Lust, Achtung oder Sorge verschreiben, und das sind selbstverständlich auch die Tore, welche sie bewachen, wobei ich allerdings noch nie einen Verteidiger des Rechts mit 16 Jahren gesehen habe.

Die Tore der Verbissenen sind nicht gar so leicht anzugeben, ein Monopol auf Wunder haben sie jedenfalls nicht, schon eher ein Monopol auf Bockschüsse. Aber vielleicht haben sie tatsächlich ein Monopol darauf, durch persönlichen Einsatz die Geschicke der Menschen in die eine oder andere Richtung zu lenken, und zwar durch die Tore des Gefechts, der gesellschaftlichen Aufstellung und der
Indoktrination - alles Dinge, welche auch nur zu dem Maß verfolgt werden sollten, in welchem einen die Hunde beißen: Die Not bleibt in allen Fällen das Maß des Wesentlichen.

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