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1. Mai 2018

Die unterschiedlichen Erscheinungsweisen einer Sache in den Formen der Zeit

Ich beziehe mich wiederum auf die Zeitbegriffe der drei Seelenteile.

Der Zeitbegriff der Sorge: die sich verästelnde begriffliche Erfassung.

Dasjenige, was sich bei sich weiter verästelnder begrifflicher Erfassung ändert, ist der Fall des betrachteten Begriffs.

Der Zeitbegriff der Achtung: das linear vergehende Leben.

Dasjenige, was sich beim linearen Vergehen des Lebens ändert, ist der Zustand des betrachteten Gebildes.

Der Zeitbegriff der Lust: die punktförmig pulsierende Formung.

Dasjenige, was sich beim punktförmigen Pulsieren der Formung ändert, sind die Chancen der betrachteten Anstrengung*.

Die unterschiedlichen Erscheinungsweisen
  • eines Begriffs sind seine Fälle,
  • eines Gebildes sind seine Zustände und
  • einer Anstrengung sind ihre Chancen,
und Begriff, Gebilde und Anstrengung sind die drei zeitlichen Gegenstände.

* Jede Formung entspringt einer Anstrengung und jede Anstrengung mündet in eine Formung, und die Lust formt unser Bewußtsein unablässig. Allerdings ist es durchaus so, daß dabei Formungen andere Formungen vorbereiten, und deshalb können wir davon sprechen, daß die Chancen einer bestimmten Anstrengung auf der Grundlage einer vorbereitenden Formung eher gut oder eher schlecht sind, also beispielsweise einen Salto nach vorangegangener Konzentration korrekt auszuführen.

Post Scriptum vom selben Tag. Ein paar Worte zum Abgleich mit dem eingangs referenzierten Beitrag.

Die Frage hier ist nicht, wodurch die Zeit jeweils voranschreitet, sondern wessen Änderung wir in der Zeit jeweils verfolgen, das heißt, wem mit dem Vergehen der Zeit jeweils unterschiedliche Eindrücke zugewiesen werden oder, logisch äquivalent dazu, was die vorhandenen natürlichen Funktionen der Zeit in die Menge der Eindrücke sind.

Im Rahmen der begrifflichen Auffassung werden einem untersuchten Begriff seine nach einander betrachteten Entsprechungen als dessen Fälle zugewiesen. Der Witz ist, daß dies automatisch geschieht.

Im Rahmen des Durchlebens werden inneren und äußeren Gebilden ihre nach einander betrachteten Erfassungen als deren Zustände zugewiesen, und zwar wiederum automatisch. Es ist dabei möglich, sich selbst als ein inneres Gebilde, das heißt als eine von den eigenen Entscheidungen betroffene Datenstruktur, zu betrachten, in welchem Fall die jeweils gefällte Entscheidung in den eigenen Zustand mit eingeht, und zwar als das, wofür wir gerade verantwortlich sind. Es ist aber nicht so, daß das jeweils zu Entscheidende aufgrund dieser Stellung automatisch an anderes zu Entscheidendes gereiht wird. Vielmehr wird das zu Entscheidende, sofern es nicht anderweitig, sich selbst reflektierend aufgefangen wird, umgehend wieder vergessen. Mit anderen Worten sind die inneren und äußeren Gebilde Orientierungshilfen auf dem Weg zu einer gesegneten Zukunft und genauso sekundär wie Orientierungshilfen auf einer Wanderung.

Auch die anderen beiden zeitlichen Objekte sind Orientierungshilfen, die Begriffe und die Anstrengungen, zugleich aber die jeweiligen primären Motoren der Zeit.

Schließlich werden im Rahmen der sinnesmäßigen Durchdringung unseres Körpers Anstrengungen nach Intensität und Ausmaß von einander unterschieden, also als unterschiedliche Anstrengungen erkannt, welche gerade nicht auf einander bezogen werden. Aber jeder so unterschiedenen Anstrengung werden ihre Chancen aus der gerade waltenden Anstrengung heraus automatisch zugewiesen. Deshalb ist die Form dieser Zeit punktförmig, weil alle Anstrengungen potentiell in jedem Augenblick vorhanden sind, also jeder Augenblick in diesem Sinne jedem anderen gleicht, und es keine Beziehungen gibt, welche die Menge der Augenblicke ordnen würde. Zwar unterscheiden sich die Chancen der potentiellen Anstrengungen der waltenden Anstrengung nach, aber zu einer Anordnung der Augenblicke taugt dies nicht, wiewohl es wohl kurze Zeitabschnitte bei einsetzender Müdigkeit gibt, deren Anordnung sich am Chancenverlauf jeder beliebigen potentiellen Anstrengung ablesen läßt.

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