Tag und Geist des Ortes
Am Morgen sind wir von den Gedanken daran, was wir tun sollten, also
- worin wir uns zurechtfinden und was also von Belang für uns sein sollte,
- womit wir uns beschäftigen und welche Ziele wir also haben und
- was wir uns vorgeben und mit wem wir uns also verbinden* sollten,
Es gibt nur eine Variation, nämlich an eine Stätte zu fliehen, an welcher es nichts für uns zu tun gibt, weil der Ort auf natürliche Weise seine Betretbarkeit erhält, etwa ein Hochgebirgstal, eine Wüste oder ein Moor, aber natürlich auch vorübergehend unsere eigene Wohnung oder ein anderes Gebäude, und uns seiner Ordnung zu unterstellen.
Tun wir das, treten zwei Effekte ein:
- fragen wir uns nicht mehr, was wir tun sollten, sondern was für den Menschen im allgemeinen von Belang sein, welche Ziele er haben und wem er sich verbinden sollte, und
- bemerken wir durch die Distanz akzentuiert, wie es um die Ansätze, also Belange, Ziele und Verbindungen, Anderer bestellt ist, sowohl konkret begegnender Einzelner, als auch einer den Augen entzogenen Menge.
Die Fähigkeit zur Besinnung auf diese Handlungen und ihre Ansätze ist in der Tat eine Gnade, deren Erfahrung wir als Geburt eines Tages wertschätzen, eines Werktags im Normalfall und eines Sonntags im variierten.
* Mir ist hinsichtlich des Verbindens eine Undeutlichkeit aufgefallen, welche die Verlegenheit betrifft, nämlich daß ich begonnen habe, implizit hypothetische und akute Verlegenheiten zu unterscheiden. Das Verbinden besteht natürlich gerade darin, aus einer hypothetischen in eine akute Verlegenheit überzugehen, welche mit einem Ablauf verbunden ist.
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