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31. Juli 2018

Innerliche und äußerliche Inspiration

Der wasserfarbene Himmel des Nordens zwingt einem eine Idee der Gestaltung aller Dinge auf, welche in ihrer Allgemeinheit erst durch den Vergleich mit einer anderen, ähnlich allgemeinen Idee faßbar wird.

Wiewohl ich in Spanien war und auch in Florida und in Italien und Tunesien und auch auf der Krim, habe ich nur auf Kreta, am Strand von Rethymno, einen anderen Ruf vernommen. Dort versprach der Himmel mich zu bergen, gegen die Kälte zu schützen, und wies mich, beständig in meinen Geschäften zu sein: eine Kuppel über einer umtriebigen Diaspora, welche sich über das Meer sucht und findet.

Und der Himmel des Nordens? Er betont das Geschenk der Wärme, die Endlichkeit der Zeit des Wachstums, die Notwendigkeit, sich einzurichten.

In beiden Fällen offenbaren sich die Bedingungen des Lebens am entsprechenden Ort, und sie tun es stets auf die gleiche Weise, konstant im Lauf der Jahrtausende. Dies ist die äußerliche Inspiration.

Und die innerliche Inspiration ist das, was uns treibt, uns selbst in eine bestimmte Form zu bringen, nicht unsere Geschäfte, sondern unsere Wahrnehmung, um den Sinn hinter den Geschehnissen zu erkennen, einen Sinn, dessen Voraussetzungen durch das menschliche Bewußtsein und die unabänderlichen Notwendigkeiten des Glaubens gegeben werden, und dessen konkrete Gestalt aus der Kette seiner geschichtlichen Verkörperungen erwächst, welche zu erkennen Jesus nach Johannes das ewige Leben nannte.

In diesen Sommermonaten vergessen die Leute ihren Weg und saugen die ewigen Notwendigkeiten der sie umgebenden Natur ein. Wir nennen es Urlaub. Er macht die Irrtümer und Fehler des restlichen Jahres verweh'n und stützt zugleich die eigenen grundsätzlichen Lebensentscheidungen. Er setzt die geistliche Entwicklung der Menschen an ihren sicheren Anfang zurück.

Wahrlich, ich lebte 14 Jahre lang unter dem nördlichen Himmel, aber es war kein Urlaub, sondern zum ästhetischen Gesetz meiner inneren Inspiration wurde mir die äußere, daß um des Einrichtens Willen das glücklich Empfangene ordentlich verwahrt wäre.

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