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22. März 2017

Schwimmdaten

Frau und Kind sind bei der Schwiegermutter, und also habe ich die Gelegenheit genutzt und getan, was ich sonst nie tun könnte, nämlich einmal zu sehen, wie weit ich mit passabler Geschwindigkeit schwimmen kann.

Passabel heißt hier, wie ich schon zuvor ausführte, 1 Meter in 2 Sekunden zurückzulegen. Entgegen meiner ursprünglichen Annahme, daß ich diese Geschwindigkeit auch für 10 Stunden halten könnte, hat sich nun herausgestellt, daß ich es doch nur für 4 Stunden kann. Ich schwamm die gesamte Strecke auf dem Rücken, die erste Stunde im reinen Froschstil mit genau 1,8 km/h, die zweite mit drei angehängten Kraul-Trippel-Schritten mit genau 2 km/h, die dritte auf ebensolche Weise wieder mit genau 1,8 km/h und die vierte mit fünf angehängten Schritten wieder mit genau 1,8 km/h und danach hätte ich das Tempo senken müssen.

Insgesamt schwamm ich 74 Hundert Meter in genau (+/- 20 Sekunden) 4 Stunden. Ich hatte zunächst 70 Hundert Meter ins Auge gefaßt, aber dann fiel mir ein, daß ich ja nicht 1970 geboren bin.

Beim letzten Mal hatte ich tatsächlich keinen nennenswerten Muskelkater. Dieses Mal leide ich sozusagen von oben her: am meisten der Nacken, dann die Schultern und schließlich die Beine. Das mit dem Nacken wäre sicherlich weniger schlimm gewesen, wenn die Bahn frei gewesen wäre. Nicht, daß ich mich groß umgesehen hätte - ich war schließlich zuerst da - aber ich mußte mich doch notgedrungen etwas gegen planschende Kinder verteidigen.

Ansonsten ist noch zu bemerken, daß das Schwindelgefühl nach dem Schwimmen dieses Mal bis in den Magen hinabreichte und mich eine halbe Stunde lang beschäftigte und nicht bloß eine halbe Minute, wie beim letzten Mal.

Es gibt zweifellos schönere Weisen, sich die Zeit zu vertreiben, und das tue ich für gewöhnlich auch. Mein Schlüssel ist in etwa:
  • 40% Whirlpool
  • 20% Sauna
  • 20% Tauchen
  • 10% (Fuß-)Massage
  • 10% Sonstiges (im Winter draußen nach der Sauna frieren, köpfen, rutschen, im Strudel auf dem Rücken treiben lassen)
- schwimmen tue ich, abgesehen von meinen Standard 50 Metern unter Wasser, nie. Bei sehr gutem Saunaangebot können die Werte für Whirlpool und Sauna auch vertauscht sein. Insbesondere lese ich gerne in der Aromasauna, was Bücher feuchtigkeitsmäßig gerade noch so vertragen. Es hängt natürlich von der Luftfeuchtigkeit ab, aber in einer (hier) üblichen Aromasauna kann ich schon eine Stunde lang bleiben (bei 45°C).

Ein paar Bemerkungen zum Tauchen. Ist die Lunge voll, kann ich auf dem Wasser treiben. Ist sie leer, sinke ich wie ein Stein. Es bereitet mir großes Vergnügen mit leerer Lunge schlicht in tiefere Becken hineinzumarschieren. Freilich muß ich mir die Nase zuhalten, um meine Trommelfelle zu schützen, die andere, dem Ohrenwackeln verwandte Methode, habe ich noch nicht 'raus, aber im großen und ganzen ist es doch ein sehr friedlicher Vorgang.

Was das Atmen betrifft. Ich brauche schon eine halbe Stunde für eine hinreichend gute Vorbereitung. Nach dieser Vorbereitung kann ich (gewöhnlicherweise) 25 Meter mit leerer Lunge tauchen und 50 Meter mit voller. Es ergibt sich also, daß die Saturation des Blutes mit Sauerstoff genauso viel wert ist, wie eine volle Lunge.

Natürlich versuche ich, mich beim Tauchen nicht zu quälen, wie auch in der Sauna und beim Frieren nicht, wiewohl sich bei letzterem schmerzende Füße keineswegs vermeiden lassen, wenn man eine gewisse Strecke über Schnee und Eis zurückzulegen hat, aber die Füße sollten schon der einzige Körperteil sein, dem etwas zu viel zugemutet wird, wie in der Sauna gegebenenfalls die Ohren oder Lippen oder Fingerspitzen, aber gegen derartige Probleme kann man sich ja leicht schützen, wie auch gegen zu heiße Luft zum Atmen - irgendwann ist die Dampfwolke schließlich weitergezogen; Ventilation vorausgesetzt. Freilich, ohne Ventilation sieht das alles etwas anders aus, da können die Bedingungen schon so sein, daß man 'raus muß.

Ansonsten habe ich den Fahrtenschwimmer, seit ungefähr 30 Jahren, aber Kraulen kann ich eigentlich nicht, beziehungsweise nur auf dem Rücken oder zu (kurzen) Demonstrationszwecken, was natürlich kein allzu großes Wunder ist, wenn man bedenkt, daß ich problemlos 50 Meter tauchen kann. Wann mir beim Kraulen die Puste ausgeht, weiß ich nicht, und ich habe auch keine allzu große Lust es herauszufinden, aber mir gelingt es in der Regel nur ungefähr jedes dritte Mal, beim Kopfwenden nach Luft zu schnappen - und das ist zu wenig.

Meinen Rekord auf der Kurzstrecke halte ich wahrscheinlich im Schmetterling in Rückenlage oder indem ich die gesamte Strecke durchtauche. Die erstere Variante mag die schnellere sein, aber sie ist sicherlich nicht schön anzusehen.

So, und damit beschließe ich diese Zusammstellungen von Fakten zweifelhaften Nutzens, aber vielleicht zieht ja doch der eine oder andere Gewinn aus ihr bei seinem nächsten Schwimmbadbesuch.

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