Die Tragik der tatsächlichen und die Chimäre der fabrizierten Zustimmung zum Krieg
Damit eine Bevölkerung einem Krieg (im undifferenzierten Sinne) zustimmt, muß sie
Die beiden Verteidigungsmechanismen, mit welchen sich eine Bevölkerung gegen die Kriegspropaganda wehrt, sind entsprechend die Sympathie für den Schwächeren, den Underdog, und die nüchterne Erfassung der Kriegskosten, über welche Goebbels sls deutschen, aber leider nicht russischen Wesenszug klagte.
In der Tat sind Sympathie und Nüchternheit nicht bei allen Völkern gleich stark ausgeprägt, und entsprechend sind einige
Und die einzigen Menschen, welche ihr Urteil an der Garderobe abgeben, sind die Propagandisten selbst, wenn sie in ihre Kunst eingeführt werden: Des Lied ich sing', wes Brot ich ess', was heute indes angesichts des Verlockung, online groß zu tun und den Meinungsführer zu geben, weitere Teile der Bevölkerung erfaßt als zuvor, muß man sich doch am Stammtisch kritische Einwände gefallen lassen.
Trotzdem glaube ich nicht, daß sich Zustimmung zu Kriegen mittlerweile herbeizaubern läßt. Im Falle Israels mag es so scheinen, daß die Zustimmung an- und ausgeschaltet werden kann, aber das liegt daran, daß Juden in erster Linie anderen Juden vertrauen und deshalb bereit sind, die vorherrschende Strömung unter ihnen bis auf weiteres mitzutragen, selbst wenn sie wenig von ihr halten*.
Nicht Wenige versuchen heute indes, Zustimmung zu Kriegen dadurch herzustellen, daß sie sie einfach beginnen und dann an das Prestige appellieren, welches nun auf dem Spiel steht. Mich überzeugt das nicht: Eine Machtdemonstration aus einem Versehen heraus ist nicht wirklich förderlich für das Prestige. Man stelle sich nur vor, man ohrfeigte ein Kind, weil man sich verhört hat und forderte anschließend seinen Respekt. Allenfalls bekäme man sein Mitleid, wahrscheinlicher aber sein Mißtrauen.
Nein, in einer solchen Situation ist ein anderer Weg aus der Verfahrenheit der Lage gefragt und das ist auch gar nicht so schwer einzusehen. Ich kann nur daran appellieren, sich nichz von bezahlten Wichtigtuern irre machen zu lassen.
* Owen Shroyer gefällt es zu sagen: If it can't be applied universally, it's propaganda. Das ist natürlich eine dumme Regel: Wenn ich sage, daß die Post am Vormittag kommt, und dann kommt sie aber am Nachmittag, so handelt es sich nicht um Propaganda, sondern um eine Ungenauigkeit der Formulierung. Natürlich vertrauen auch Christen in erster Linie anderen Christen, aber es macht bei dieser Praxis einen großen Unterschied, wie groß die Gruppe ist, welcher man vertraut, und was verhältnismäßig kleine Gruppen dieser Art angeht, so verhalten sie sich in der erwähnten Hinsicht alle wie Juden.
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an ihre Tradition glauben, also der Bahn, welche sie durchläuft, vertrauen,
- den strategischen Wert des Krieges für diese Tradition verstehen und
- die Kriegskosten für diesem Wert angemessen halten.
Die beiden Verteidigungsmechanismen, mit welchen sich eine Bevölkerung gegen die Kriegspropaganda wehrt, sind entsprechend die Sympathie für den Schwächeren, den Underdog, und die nüchterne Erfassung der Kriegskosten, über welche Goebbels sls deutschen, aber leider nicht russischen Wesenszug klagte.
In der Tat sind Sympathie und Nüchternheit nicht bei allen Völkern gleich stark ausgeprägt, und entsprechend sind einige
- rücksichtsvoller (Sympathie +),
- rücksichtsloser (Sympathie -),
- pragmatischer (Nüchternheit +) oder
- fanatischer (Nüchternheit -).
Und die einzigen Menschen, welche ihr Urteil an der Garderobe abgeben, sind die Propagandisten selbst, wenn sie in ihre Kunst eingeführt werden: Des Lied ich sing', wes Brot ich ess', was heute indes angesichts des Verlockung, online groß zu tun und den Meinungsführer zu geben, weitere Teile der Bevölkerung erfaßt als zuvor, muß man sich doch am Stammtisch kritische Einwände gefallen lassen.
Trotzdem glaube ich nicht, daß sich Zustimmung zu Kriegen mittlerweile herbeizaubern läßt. Im Falle Israels mag es so scheinen, daß die Zustimmung an- und ausgeschaltet werden kann, aber das liegt daran, daß Juden in erster Linie anderen Juden vertrauen und deshalb bereit sind, die vorherrschende Strömung unter ihnen bis auf weiteres mitzutragen, selbst wenn sie wenig von ihr halten*.
Nicht Wenige versuchen heute indes, Zustimmung zu Kriegen dadurch herzustellen, daß sie sie einfach beginnen und dann an das Prestige appellieren, welches nun auf dem Spiel steht. Mich überzeugt das nicht: Eine Machtdemonstration aus einem Versehen heraus ist nicht wirklich förderlich für das Prestige. Man stelle sich nur vor, man ohrfeigte ein Kind, weil man sich verhört hat und forderte anschließend seinen Respekt. Allenfalls bekäme man sein Mitleid, wahrscheinlicher aber sein Mißtrauen.
Nein, in einer solchen Situation ist ein anderer Weg aus der Verfahrenheit der Lage gefragt und das ist auch gar nicht so schwer einzusehen. Ich kann nur daran appellieren, sich nichz von bezahlten Wichtigtuern irre machen zu lassen.
* Owen Shroyer gefällt es zu sagen: If it can't be applied universally, it's propaganda. Das ist natürlich eine dumme Regel: Wenn ich sage, daß die Post am Vormittag kommt, und dann kommt sie aber am Nachmittag, so handelt es sich nicht um Propaganda, sondern um eine Ungenauigkeit der Formulierung. Natürlich vertrauen auch Christen in erster Linie anderen Christen, aber es macht bei dieser Praxis einen großen Unterschied, wie groß die Gruppe ist, welcher man vertraut, und was verhältnismäßig kleine Gruppen dieser Art angeht, so verhalten sie sich in der erwähnten Hinsicht alle wie Juden.
Labels: 42, formalisierung, geschichte, gesetze, identitäten, institutionen, sehhilfen, wahrnehmungen, zeitgeschichte, ἰδέα, φιλοσοφία