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10. Juli 2026

Die drei vermittelbaren gemeinschaftlichen Haltungen

Die Haltung zerfällt in Umgang, Vorhaltung und Bestreben,
  • der Umgang leitet die Ausrichtung an,
  • die Vorhaltung die Berücksichtigung und
  • die Bestreben die Rechenschaftsgebung,
und das überpersönliche Extrakt, welches ihnen zugrundeliegt, bilden
  • Fazite des Nutzbarmachens,
  • Wissen des Erforschens und
  • Maßstäbe oder Meßlatten.des Aktualisierens.
Diese bilden den jeweiligen Fundus der (universalen) Schulen der drei Zeitalter: im Zeitalter der
  • Wunder das Fazit jenen der Bildung, welchen sie für die Teilhabe aufbewahrt,
  • Werke das Wissen jenen der Lehre, welchen sie für sich selbst aufbewahrt, und
  • Wacht die Maßstäbe jenen der Anerkennung, welchen sie für die Aufgabe aufbewahrt;
Wissenschaft als Bezeichnung für diesen Fundus verengt ihn also begrifflich, besser ist es, von Faziten, Wissen und Maßstäben zu sprechen, wobei jeder derselben in jedem Zeitalter von einer (universalen) Schule aufbewahrt wird, jedoch nur jeweils einer von der zum generativen Zykel des Zeitalters gehörenden, welche in unserem die Wissenschaft (beziehungsweise das Wissen) pflegt.

Und in der jeweiligen Vermittlung von Faziten, Wissen oder Maßstäben besteht die Hauptaufgabe einer Repräsentationskultur eines Zeitalters, ohne deren Erfüllung sein generativer Zykel zum Erliegen kommt.

Interessant dabei ist folgendes: Die Formen der Vermittlung unterscheiden sich erheblich,
  • Fazite werden verglichen und ausgesiebt,
  • Wissen wird standardisiert und verbreitet und
  • Maßstäbe werden spezifischen Aufgaben angepaßt,
und genau wenn dies nicht mehr gelingt, kommt ein Zeitalter an sein Ende, und was es beinahe witzig macht, ist, daß die Standardisierung und Verbreitung des Wissens das Ziel verfolgt, aus vielen getrennten Intellekten durch unbesehene Wissensübernahme einen verbundenen zu erzeugen, und einen solchen bildete eine hinreichend umfassende künstliche Intelligenz, welche also von der Masse der Menschen nichts neues forderte, sondern nur wie bisher die unbesehene Übernahme von Wissen, so daß die Menschheit einerseits einen gewissermaßen idealen Endzustand erreicht, sich andererseits aber vom kreativen Prozeß ausgeschlossen hätte, denn welches Interesse bestünde noch am übernommenen Wissen? Das Einzige, was uns noch interessierte, wären Erfahrungsberichte darüber, was die künstliche Intelligenz Tolles für uns erschaffen hat - auch eine Weise, im Zeitalter der Wunder zu leben, nur wie ich fürchte, keine stabile oder gesunde: Wie Kinder, welche damit angeben, was ihre Eltern ihnen gekauft haben.

Übrigens, wo ich gerade davon rede, wie sich künstliche Intelligenz einsetzen läßt: Ich habe Google's per Suchzeile gefragt:
Who said: The only person you have to apologize to is yourself, unless, of course, you have relations with others.
und die Antwort war schon erstaunlich: Kein solches Zitat sei von einer historischen Persönlichkeit bekannt, es handle sich vielmehr um einen Scherz, welcher in der Internetgemeinde kursiere und Selbsthilfebücher auf's Korn nimmt, welche raten, sich nur um sich selbst zu kümmern.

Eigentlich hatte ich an Boy Meets Girl gedacht, etwas unter dem Einfluß Trent Reznor's, aber das hat die künstliche Intelligenz schon gut getroffen.

Ich habe auch nach meiner Definition eines Denkers aus dem vorigen Beitrag gefragt, aber das führte auf ein angebliches Zitat Aristoteles', welches er
  1. gar nicht so gesagt hat - in der Substanz meinte er nur, daß Rhetorik und Mathematik wenig mit einander zu tun hätten, wiewohl das sehr wohl etwas mit dem zu tun hat, wovon ich schrieb - und welches
  2. den wesentlichen Punkt meines Arguments, daß man die eigene Anmaßung, alles sofort verstehen zu wollen, überwinden müsse, objektiv gesehen noch nicht einmal streifte, indem es die Angelegenheit auf die Fähigkeit, mit Hypothesen umzugehen, reduzierte. Aber sachlich betrachtet: Wer kann das nicht? Wer weiß nicht, wie er das Wort wenn zu verstehen hat?

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