Bereitschaftsbeitrag

Zur Front

7. Juli 2026

Zur Vereinbarkeit von Gemeinwohlstreben und Advokatur

Es heißt in den (so genannten) Protokollen der Weisen von Zion, daß der jüdische Messias gegen die Advokatur vorgehen wird, weil dieselbe eine gefährliche Denkart darstelle, ohne daß dies aber näher erläutert wird. Ich hege eine solche Hoffnung wahrlich nicht, auch nicht, daß der jüdische Messias stets nur von einem Leibwächter begleitet werden wird, aber daß von der Denkart der Advokatur Gefahren ausgehen mögen, verdient meines Erachtens eine genauere Betrachtung.

Indem Konzerne Advokaturvereine (engl. advocacy groups, inhaltlich betrachtet Fürsprache-, strukturell Interzessionsvereine) fördern, fördern sie zugleich Klientelpolitik, das heißt die Bemühung der Parteien um deren Klientelen anstatt um den einzelnen Wähler, wobei sie letztere an ihre eigenen politischen Interessen binden, welche also im Huckepackverfahren zur Grundlage jeder gütlichen Einigung, jedes Proporzes werden.

De jure ändert sich dadurch an einer Parteiendemokratie nichts, de facto verwandelt sie sich indes in ein politisch untergeordnetes Schlichtungsgremium.

Zu einem gewissen Grade ist das natürlich unvermeidlich und in Deutschland, etwa in Form von Betriebsräten, Tradition, allerdings stellen Betriebsräte und Gewerkschaften Advokaturvereine dar, welche im Bemühen um das Gemeinwohl als ihm assistierende Körperschaften eingerichtet wurden, wohingegen die Advokatur als solche dem Wohl des Klienten und nicht jenem der Gemeinde verpflichtet ist und ihre Rechtfertigung stets darin besteht, ein Gleichgewicht herzustellen.

Dieses Gleichgewicht wird notwendig durch die etablierten Vereine präformiert, und es gibt verschiedene Arten von Etablierungen, staatliche wie gesagt, bürgerliche und globalistische, wobei Milliardäre den Unterschied zwischen den letzteren beiden vielleicht nicht verstehen,
  • die staatliche berücksichtigt das Staatsinteresse,
  • die bürgerliche korrigiert es um individuelle Anliegen, während
  • die globalistische das Fundament für eine Gesellschaftsschicht legt, aus deren Interessen der Weltstaat erwachsen soll.
Die Verbindung des Staatsinteresses mit dem bürgerlichen kommt dem Gemeinwohl ziemlich nah, was konkret bedeutet, daß die Advokatur die öffentliche Diskussion um das Gemeinwohl aus dem Hintergrund, etwa durch Expertisen, begleiten kann und damit in dem Rahmen bleibt, welche die Kirche durch die Predigt für die öffentlichen Foren absteckt.

Dies ist bei den globalistischen anders. Die Kirche befürwortet den Globalismus zur Erringung der Weltherrschaft - was nicht heißt, daß sie nicht selbst nötigenfalls die Revolution gegen ihn anführte, dergleichen tat sie schon zuvor: Sie ernannte Könige von Gottes Gnaden und wirkte dann darauf hin, daß sie auf's Schafott kamen - aber in der Advokatur haben die Konzerne ein Mittel, mit welchem sie ihre Macht ausdehnen können, ohne dafür, wie in Kriegen, einen Preis bezahlen zu müssen, und diese Verbindung von Ambition und Kosten erzeugt Maßlosigkeit, und diese erzwingt Gewalt, so daß die Überwindung des Krieges durch Recht und Vernunft eine Fiktion bleibt. Und da die Kirche ihrer Advokatur nicht widerspricht, und sie ihre Position ausbauen wollen, und dem also mehr durch Dreistigkeit als durch Behutsamkeit gedient ist, agiert ihre Advokatur nicht im Hintergrund der öffentlichen Diskussion um das Gemeinwohl, sondern kriminalisiert dieselbe und preist die Schlichtung verschiedener Advokaturen als ihr überlegenes Modell, was, wenn das Volk dies akzeptiert, die Kirche der Möglichkeit benimmt, ihm zu predigen - und warum sollten die Konzerne dies nicht wollen?

Für mich als Bürger stellt die Präformation ein Hindernis dar, welches mich und andere Bürger in einer Weise bindet, welche eine intellektuelle Verständigung durch partikuläre Extrempositionen erschwert, wiewohl sich einwenden läßt, daß sie der praktischen durch Verbindlichkeit dienen mag, was aber mehr bei größerer Zerstrittenheit ins Gewicht fällt und dann lediglich die Hölle etwas erträglicher macht. Ich wünsche mir ein solches Stammeswesen nicht. Zumal der Mensch bei fortschreitender Technologie immer vernachlässigbarer wird.

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