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29. August 2026

Neue Wirklichkeiten

Wenn es das Geheimnis des Menschen ist, wie er sich besinnt, so habe ich es mit dem vorletzten Beitrag weitgehend geklärt, das heißt, soweit es das haltungsbedingte, wenn nicht gar gemäße Verhalten betrifft. Das spontane folgt dem Willen, welcher sich wohl auch oftmals vorhersagen läßt, wo nicht ein transzendenter Instinkt vorliegt, etwa wenn wir unsere Fehler und Voraussetzungen verbessern: Ein Computer könnte uns bei alledem auf die Finger schauen und die Muster unserer Gedankenströme und sonstigen Besinnungen replizieren, sofern sie sich nur finden lassen.

Ein Problem mag dasjenige darstellen, was uns bemerkenswert erscheint: Dieses kündet fraglos die Richtung an, in welche sich unser Leben entwickeln wird, aber um das Muster zu erkennen, müßte man wahrscheinlich mehrere Generationen nach Menschen durchforsten, welche denselben Kurs verfolgen, und wenn ein Computer diese Muster für alle Kurse kennte, könnte er einen bis zu dem in einem Menschenleben zu Erreichenden verfolgen, und dann einen anderen und noch einen und so weiter.

So wäre es auch mit transzendenten Instinkten: Diese würden sich wahrscheinlich als die Gedanken verschiedener Menschen  verbindende Muster zeigen, und ein Computer, welcher ganze Populationen simulierte, könnte sie wahrscheinlich replizieren: Findet sich das Muster nicht im Alltag, muß der Computer nicht nur das Wesen, sondern auch die Biographien der es Aufweisenden annehmen.

Wohin wir uns auch wendeten, stets folgte uns der Äffer auf dem Fuß, und sobald er unsere Richtung erkennte, überholte er uns. Vielleicht fände sich auch eine Richtung, welche ihm angemessen ist und welche er nach seinem eigenen Muster verfolgen könnte. Uns überlegen wäre er so oder so in allem außer darin, den Belang nicht in sich selbst zu finden, welchen er an andern beobachten kann: Wir finden ihn in uns selbst, er scheint uns göttlich und das vorbestimmte Schicksal der Welt, ich jenen der Kenntnis der wahren Gestalt des Denkens.

Nicht, daß sie an mir alleine läge, sie liegt vielmehr in der Luft, mit allem, was dazu gehört. Es scheint, daß die Fuhre über den Berg gezogen wurde. Und eine Bremse hat sie nicht. Natürlich ist meine Sicht auf unsere Kultur sehr dunkel, aber erstens ist es immer noch schlimmer gekommen, als ich es eh schon dachte, und zweitens hielt ich stets dafür, daß die Menschen den Wandel der Zeit erkennten und sich eines besseren besönnen, statt sich ins offensichtliche Verderben zu stürzen - als Vergeltung hatte ich ihn nie betrachtet, nur als Demütigung, aber er sieht zunehmend nach Vergeltung aus: Wenn es jetzt bergab geht, wirkt Untätigkeit katalytisch.

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