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26. Oktober 2026

Zur persönlichen Funktion der Glaubensgleise

Säuglinge beginnen wie gesagt auf dem ethischen Gleis. Die Funktion des physischen Gleises relativ zu ihm, besteht darin, sich behelfen zu können, wenn die Motivation durch bloßes Bitten nicht gelingt. (Eure schmucken Frau'n, die mein Frei'n verschmäht, sie zwingt zur Lust sich der Zwerg, lacht Liebe ihm nicht.) Und die Funktion des logischen Gleises relativ zu allen dreien besteht in ihrer Reflexion.

Und entsprechend mindert die Beschränkung des
  • ethischen Gleises den Eigensinn,
  • physischen Gleises die Selbständigkeit und
  • logischen Gleises die Kritik,
wobei die westliche Kultur wie gesagt Eigensinn und Kritik zur Beförderung der persönlichen Phase des Glaubenszykels unterdrückt, während die Entwicklung der Physik  vorangetrieben wird. Andererseits hat China traditionell die physikalische Kenntnis beschränkt, und auch heute sind die Militärs weltweit versucht, es zu tun.

Grundsätzlich gesprochen sollte der Eigensinn nach Maßgabe der Kritik beschränkt werden, und idealerweise nach jener der eigenen, und Selbständigkeit und Kritik sollten nicht beschränkt werden. Freilich, in der westlichen Kultur ist die Kritik auf die Kritik von Arbeitsprozessen beschränkt, welche gleichzeitig für basal für unsere geistige Heimat gehalten werden, so daß die Beschränkung als Beschränkung auf das Wesentliche erscheint. Und aufbauend auf dieser Kritik wird der Eigensinn beschränkt. Tatsächlich stellt aber etwa die Einbindung des Eigensinns in die von mir so genannten Hochkulturen durch gemeinschaftsstiftende Erzählungen eine weitere Voraussetzung geistiger Heimat dar, auch wenn sie durch Verwaltungsaspekte ergänzt werden.

Einfach gesprochen läuft die westliche Kultur auf einer sehr schmalen Bahn, welche sich radikal von den im Laufe von Jahrtausenden erworbenen Grundlagen gedeihlichen Zusammenlebens verabschiedet, und ihre Logik kann daran keinen Fehler erkennen, sei es, weil sie verblendet die Augen verschließt, oder weil sie achselzuckend resigniert.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine lächerliche Episode anfügen, welche sich seit kurzem (vielleicht 8 Jahren) in England abspielt: Statt den Indern in Indien ihre koloniale Herrschaft als Garant der Zivilisation schmackhaft zu machen (Ja, ich habe Gandhi gesehen), versucht die englische Regierung das jetzt zuhause mit ihren eigenen Bürgern. Es stellt sich natürlich sofort die Frage: Wer garantiert hier was? Garantiert die Regierung die Zivilisation oder garantieren sie die Regierten, welche sich in ihrem Rahmen regieren lassen? Und wenn es letztere sind, so können sie zwar in barbarischen Kolonien als Pfund in die Waagschale geworfen werden, aber nicht zuhause gegen sich selbst. Freilich, wenn die Inder mittlerweile in jedem Sinne bereit wären, die englische Zivilisation aufrecht zu erhalten, könnte die Regierung auf sie umsatteln, nur sind sie es nicht. (Hitler hat übrigens in Mein Kampf ein solches Umsatteln Wollen in Bezug auf die Regierung Österreich-Ungarns und seine slawischen Völker (ganz unamüsiert) behauptet, aber entsprechende Vorstöße wären damals genauso lächerlich gewesen, wie es die Selbstdarstellung der englischen Regierung heute ist. Wer weiß, vielleicht liegt hier sogar eine Parallele vor, denn Hitler hat es ja nur deshalb gesagt, weil er den Österreichern einreden wollte, daß sie Glück gehabt hätten, daß sie den 1. Weltkrieg verloren hatten, und somit dieser Umsattelung entkommen sind und nun die Gelegenheit hätten, sich mit Deutschland zu vereinigen - mag sein, daß England eine ähnlich demütigende Vereinigung bevorsteht, um sich der Inder zu erwehren.)

Post Scriptum vom selben Tag. Ich meinte den Zusammenhang allgemeiner politischer Dummheit, aber um einen zu den gemeinschaftsstiftenden Erzählungen herzustellen, möchte ich dies nachtragen.

Es ist offensichtlich besser, sich in verschiedenen, den Eigenwillen widerspiegelnden Rollen anzuerkennen, wie bei den gemeinschaftsstiftenden Erzählungen, welche natürlich im Falle der Engländer und Inder übereinstimmen, da sie beide indogermanische Völker sind, als eine Erzählung von den Feinfühligen, welche sich gegen die ungehobelte Masse verbünden, zur Grundlage der Gesellschaft zu erheben, da sie entweder
  • die Leistungen der ungehobelten Masse nicht gebührend respektiert oder
  • nichts weiter tut, als die Interessen des Establishments zu verbrämen.
Letzteres liegt natürlich nahe, aber die entsprechenden Werbefilmchen sind von einer solchen Einladendheit, daß ich über den Gedanken der Rekrutierung von Brillenträgern, um sich der Pausenhofschläger zu erwehren, einfach lachen muß, und was die Verbrämung angeht, was wird durch sie besser? Am Ende kostet sie Naivlingen Leben und Staat wie zurzeit in der Ukraine.

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