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12. Oktober 2008

Das Geheimnis der Liebe oder Vom Principium der Homogenität der unterschiedlichen Ausprägungen der Beziehungen zweiter Art

Man verzeihe mir meine Ergebnisorientiertheit, aber Einsichten befreien.

Nach einiger Reflexion stellt es sich mir nun so dar, daß es in der Tat nur vier Ausprägungen der Beziehungen zweiter Art gibt, und zwar die bereits genannten. Ich konnte ihnen aber bisher nicht gerecht werden, weil ich sie lediglich aus der Erfahrung heraus und nicht in ihrem natürlichen Zusammenhang gesehen habe.

In allen Fällen geht es, wie gesagt, um einen Wunsch des inspirationsspendenen Teils. Diese Wünsche habe ich bisher allerdings eher bescheiden dargestellt. So ist es besser: Der inspirationsspendende Teil wünscht stets die Wertschätzung seines Wertes, entweder als solchen oder in dem Maße, wie er sich durch seine Werke zeigt. Der Wert eines Menschen ist aber geschlechtsabhängig. Der Wert eines Mannes ist sein Idealismus, und er zeigt sich in dessen Meriten (Verdienste ist nicht gänzlich unzweideutig), der Wert einer Frau ist ihre Güte, welche sich in ihrer Meinung zeigt.

Die besseren Hälften nun sind jene Frauen, welche ihre Meinung verteidigt sehen wollen.

Die, hmm, Tim Allens sind jene Männer, welche ihre Meriten gewürdigt sehen wollen.

Die Musen sind jene Frauen, welche sich nach einer Heimat für ihre Güte sehnen.

Und die, sagen wir, Übrigen sind jene Männer, welche ihren Idealismus Form annehmen sehen wollen.

Wie ersteren gedient wird, ist ja bereits im obigen ausgesprochen.

Den zweiten wird in erster Linie durch Arbeit gedient.

Den dritten durch die Gestaltung und nur durch die Gestaltung einer besseren Welt.

Und was letztere angeht, das ist auch schon ausgesprochen, nämlich durch Beispiel und Vorbild für andere.

Das ist wohl das Geheimnis der Liebe, und wo ich gerade dabei bin, es auf einen bitteren Geschmack zu reduzieren, welchen beide Teile wohl so manches Mal verspüren, ist von einer ausgesprochenen Dunkelheit und es in sofern unverständlich, aus welchem Grund das New Yorker Opernpublikum Richard Strauss' programmatische Fingerübung derart frenetisch feiern sollte. (Ja, ich habe dafür auch noch Geld an der Kinokasse ausgegeben, sollte ich mir sonstwohin fassen, ist mir schon klar.)

Jene Beziehungen zweiter Art sind also Aufrichtungsbeziehungen und ich somit der Lästigkeit enthoben, sie derart umständlich zu benennen.

Ein persönliches Schlußwort. Dinge als das zu erkennen was sie sind, sie richtig einordnen zu können, ist das größte Glück, welches wir uns durch intellektuelle Beschäftigung bereiten können. Ich wünschte Du verstündest das spätestens jetzt auch und hieltest es nicht mehr für langweilig, Wiebke.