Bereitschaftsbeitrag

Zur Front

22. Mai 2017

Vom Wägenden

Wenn ein Mensch seine Erfahrungen wägt und sein Leben darauf abstellt, seiner Empfindung zu genügen, so verbleibt er doch im kleinen Zirkel seiner Befindlichkeiten, und sein Leben ist nur der Versuch der Beantwortung der Frage, was ihm entspricht.

Aber entspricht uns dies? Liegen die Maßstäbe zur Ordnung des Ganzen in uns? Und wenn nicht, wie verfahren wir dann von unsrer kleinen Insel aus mit dem Meer, dessen Wogen unsren Bestand allzeit gefährden?

Wir brauchen die Beziehung zum Meer, etwas, das uns mit ihm verbindet. Und dahin drängt uns all unsre Erwartung, daß alles erwogen ist und gleich unsrem Einzelleben auf etwas abgestellt, und daß wir in ihm Gedanken sind, welche an ihren Platz gehören, und daß wir es spüren können, wenn uns die Absicht ruft, und daß wir, wenn wir uns recht besinnen, einen vagen Begriff davon fassen, auf was der größere Wägende das All abstellt, und, schließlich, daß wir, wenn wir diesen Begriff verletzt vorfinden, ihn anrufen können, uns in unsrer Lage zu wägen und sie auf seinen Ratschluß abzustellen.

Der ungläubige Mensch soll in einem Konzert spielen und entweder seine Einfälle zur Harmonie erheben oder in der allgemeinen Kakophonie an seinem Thema festhalten. Es ist eine Frage der Invalidität.

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