Bereitschaftsbeitrag

Zur Front

2. November 2017

Amerikas Wanderjahre

Der französische Wirt schweigt wissend und
der amerikanische erkundigt sich und macht sich Notizen.
Wo das Verständnis zwischen den Menschen keine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit ist, da gehe ich nicht hin. Es gibt für mich nur ein Verhältnis zu Menschen, welche mit der Peitsche in der Luft schnalzen, um Löwen zu bändigen, nämlich unter einander belustigte Blicke auszutauschen und dann den Dompteur zu fragen, wo er hier nur Löwen sehe.

Die Franzosen sehen die Welt, wie sie ihnen begegnet. Die Amerikaner sehen die Welt, wie sie ihnen gezeigt wird. Und wer seine Kunden als Fremde betrachtet, der hat auch keine andere Wahl, denn er hat Verständnis für Statistik eingetauscht.

Aber das macht ihn noch nicht zu einem Löwen, welcher dieser Domptur bedürfte. Indes nistet sie sich ein. Und was ist das Ende vom Lied? Die Abkehr im Angesicht des gesellschaftliche Kontur annehmenden Fremdkörpers, vorausgesetzt, daß der bekräftigte Universalismus mit der Domptur Vertrauteren das nötige Gewicht dazu verleiht.

Denn wenn sie auch meinen Spott über die Domptur als solche nicht teilen mögen, meine Aversion gegen Gesellschaften, welche zuweilen so beherrscht werden müssen, teilen sie gewiß. Es ist bemerkenswert, daß sich gesellschaftlich führende Kreise dazu überreden ließen, Teile dieser Domptur zu respektieren, aber wenn sie diese Zügel morgen im Ernst halten müßten, so erwiese sich ihre Verblendung alsbald.

Indes, das eskalierende Feuer sehe ich immernoch nicht. Noch ist alles grundsätzlich friedlich, noch ruft niemand nach Übereinstimmung stiftender Gewalt.

(I Ching: Geformte und Ungeformte unter der Herrschaft der Abgemessenheit.)

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