Bereitschaftsbeitrag

Zur Front

10. März 2021

Stellung

Bevor wir uns besinnen, stellen wir uns zur Besinnung, und dies erlaubt es uns, unsere Wahrnehmungen in drei Klassen zu unterteilen, welche den drei Besinnungen voraufgehen,
  • die Aufmerksamkeit der Verfolgung,
  • das Verständnis der Einlösung und
  • die Flucht der Auslösung.
Aufgrund unserer Stellung nehmen Aufmerksamkeit, Verständnis und Flucht verschiedene Formen an, welche aller Wahrscheinlichkeit nach Rückschlüsse auf die Funktionsweise unseres Gehirns erlauben.

Unsere auf einen Gegenstand gerichtete Aufmerksamkeit wird auf zwei Weisen modifiziert:
  1. durch seine Inbezugsetzung zu anderen erfaßten Gegenständen und
  2. durch seine potentielle Auffassung,
und wenn wir dies daraufhin ansehen, wodurch es standardmäßig bestimmt wird, so erhalten wir das, was ich unsere Orientierung genannt habe:
  1. setzen wir begegnende Gegenstände standardmäßig in Bezug auf unseren (objektiven) Glauben, genauer gesagt aber unsere (eigentliche) Erwartung, über welche uns unser (objektiver) Glaube Aufschluß gibt, und
  2. fassen wir gemäß unserer Haltung und Begrifflichkeit auf.
Und mit unserem Verständnis verhält es sich nicht anders. Unser sich in einem Begriff ausdrückendes Verständnis (Platons εἶδος) wird ebenfalls auf zwei Weisen modifiziert:
  1. durch seine Inbezugsetzung zu einem erfaßten Gegenstand, in welchem Falle es sich um einen relativen Begriff wie größer oder weiter handelt, und
  2. durch seine Auffassung als formal definierter und benannter Begriff,
und auch diese werden durch unsere Orientierung standardmäßig bestimmt:
  1. setzen wir Begriffe standardmäßig in Bezug auf unsere Haltung und unseren (objektiven) Glauben, insbesondere den relativen Begriff der Entsprechung, und
  2. wird unsere Auffassung von unserer Begrifflichkeit bestimmt.
Meine ursprüngliche Definition der Stellung war auf die Modifikation unserer Aufmerksamkeit durch die Berücksichtigung unserer Erwartung beschränkt, zuletzt (hier und hier) habe ich den Begriff aber im hiesigen Sinne verwendet. Die Aufarbeitung dessen, was dazwischen liegt, sei auf den Zeitpunkt verschoben, zu welchem sie nötig wird.

Und auch unsere Flucht zu einer Anspannung wird analog modifiziert, nämlich
  1. durch ihre Inbezugsetzung zu erfaßten Einströmungen und
  2. durch ihre Auffassung als einströmungsförmige Absicht.
Einströmungen nenne ich unsere Sinne, durch welche wir sich kontinuierlich ändernde Qualitäten wahrnehmen. Für unsere Stellung von Bedeutung ist aber nur unser Tastsinn, welcher hingegen kein monolithischer Sinn ist, sondern aus vielen Tastsinnen, welche alle unabhängig von einander einströmen, zusammengesetzt, denn
  1. bestimmt unsere Gewöhnung standardmäßig, welche Einströmungen unseres Getasts wir bei der Anspannung berücksichtigen, und
  2. bestimmt unsere Gewöhnung ebenfalls standardmäßig, durch welche Einströmungen unseres Getasts unsere Absichten präzisiert werden.
Desweiteren bestimmt sie auch, wie nahe wir durch die Anspannung unserer Muskeln der Absicht kommen, denn die Abstimmung von Vorstellung, Anspannung und Tastsinn will insgesamt gelernt sein.

Adäquanz bezieht sich also auf die richtige Form der Aufmerksamkeit, des Verständnisses und der Flucht, und die Haltungs-Stellungs-Reflexion sucht nach Wegen, auf welchen die Haltung nicht zu inadäquaten Stellungen führt, auf welchen sie also standardmäßig gute Stellungen bestimmt, was praktisch gesehen darauf hinausläuft, sich auf der Sitte entsprechende Abläufe zu beschränken.

Post Scriptum vom selben Tag.
Statt von Stellung kann man auch von Gefaßtheit sprechen, und zwei der drei Gefaßtheiten sind spezialisierte Adäquanzgefühle. Genauer gesagt bescheinigt
  • Überblickung adäquate Aufmerksamkeit,
  • Berufenheit adäquates Verständnis und
  • Wagemut adäquate Flucht;
Eingeholtheit, hingegen, bescheinigt inadäquate Aufmerksamkeit.

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