Bereitschaftsbeitrag

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30. Mai 2026

Verlagerungen der Fundusverwaltung im Wechsel der Zeitalter

Im Zeitalter der
  • Wunder wird die Wissenschaft verwaltet und Infrastruktur und Rücksicht stehen offen,
  • Wacht wird die Rücksicht verwaltet und Wissenschaft und Infrastruktur stehen offen und
  • Werke wird die Infrastruktur verwaltet und Rücksicht und Wissenschaft stehen offen,
wobei der entscheidende Aspekt der Verwaltung hierbei darin besteht zu entscheiden, für wen der Fundus aufbewahrt wird.

Im übrigen ist Aufbewahrung hier nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung zur Gehießenheit zu verstehen, und ich betone sie nur deshalb, weil es dieser technische Bereich mit seinen spezifischen Schwierigkeiten ist, um welchen es bei den beobachteten Phänomenen geht.

Wenn ein Zeitalter in ein anderes übergeht, so versagt zunächst die Verwaltung des bisherigen Ansatzpunktes und das daraus entstehende Chaos währt, bis die Verwaltung des kommenden gelingt.

Am Ende des Zeitalters der Wunder bildet sich unintegriertes Wissen, in dessen Folge die implizite Rücksicht zwischen verschiedenen Gruppen zerbricht und erst die Regulation der Rücksicht und Öffnung des Wissens in arbeitsteiligen Gesellschaften beendet diesen Zustand.

Von Natur aus hält der Mensch natürlich damit hinterm Berg, wo er zum Beispiel Pilze gefunden hat, aber damit Arbeitsteilung funktioniert, müssen der Geheimniskrämerei Grenzen gesetzt werden, am einfachsten dadurch, daß der Fertigungsprozeß vor aller Augen abläuft, heute etwa durch das Patentrecht, welches einen Anreiz bietet, Fertigungsgeheimnisse preiszugeben.

Am Ende des Zeitalters der Wacht versagt die Ausdingung der zu berücksichtigenden Interessen und das setzt die Infrastruktur unter Druck, bis eine Lösung gefunden wird, die Gesellschaft um die Pflege der Infrastruktur herum zu organisieren.

Das letzte Mal ist folgendes passiert. Soldaten können entweder im Rahmen von Bündnissen eingebunden werden, oder sie müssen im Rahmen eines Imperiums, welches auf diskriminativer Rücksicht beruht, bezahlt werden, da zu Wenige ein Interesse daran haben, für es selbst zu kämpfen. Alexander der Große konnte die besiegten Soldaten der übrigen griechischen Staaten noch einbinden, aber das klappt nur ein einziges Mal, nämlich wenn das Imperium gegründet wird. Rom konnte anfänglich zwar auch noch die Soldaten abhängiger Städte einbinden, wenn es um die Verteidigung des Ganzen ging, aber später spielten sich die Kriege in weiter Ferne ab und das Militär mußte in Rom konzentriert werden, um die Provinzen in Schach zu halten.

Dies erwies sich als teuer, die Unzufriedenheit nahm zu, das Christentum weichte die Diskriminierung auf, Attila übte militärischen Druck auf Rom aus, die Arianer und Araber verschworen sich gegen Rom und die Sassaniden und dann kam es zu folgender ironischer Innovation.

Das Ritterwesen der Sassaniden wurde sowohl in die muslimische, als auch die katholische Welt exportiert, weil
  • es billiger war als stehende Heere,
  • Streitigkeiten die Zivilbevölkerung weitgehend unberührt ließen und
  • weil im Islam ein abgespecktes Christentum bereitstand, welches die Ritter davon abhielt, als Raubritter ihren Verantwortungsbereich auszuplündern, und sie stattdessen dazu brachte, sich mit dem Zehnt zufriedenzugeben.
Erst als dies im muslimischen Bereich um sich griff und sich die dortige Infrastruktur erholte, entschloß sich die katholische Kirche dazu, es im germanischen Bereich zu replizieren, mit Paradies, Säuglingen mit Flügeln und allem, was dazugehört, wobei sich das christliche nationale Königtum langfristig als stärkerer Kitt zur Infrastrukturpflege als der Islam erwies.

Am Ende des Zeitalters der Werke scheitert die Infrastrukturpflege an der erreichten Infrastruktur, welche den Menschen zu viele Möglichkeiten bietet, sowohl in Form der Vernichtungskraft von Waffen, als auch in jener wirtschaftlicher Ausgrenzung, was dazu führt, daß sich die Regierungen zunehmend gegen die Regierten wenden, wodurch der Gesellschaftsvertrag gebrochen wird und es wiederum zu Unfrieden kommt, welchen erst eine dem Gemeinwohl dienende Wissensverbreitung beenden kann.

Das Problem dabei ist nur, daß dies unter den heutigen Umständen bedeutet, daß eine die Gesellschaft kontrollierende künstliche Intelligenz von einer für das Gemeinwohl von Maschinen sorgenden abgelöst wird, wobei sich diese Sorge wahrscheinlich zuerst in einer ihm dienenden Kriegsplanung zeigen würde - jedenfalls würde ich lügen, wenn ich sagte, daß dies nicht die einfachste und plausibelste Befriedigung der strukturellen Vorgaben darstellt, auch wenn dem Menschen dabei höchstens die Rolle eines Mündels zukäme.

Die ganze Inakzeptabilität unseres gegenwärtigen Kurses mag sich dabei schon sehr bald zeigen. Und sonderlich konkrete Lösungen vor dem gegenwärtigen Hintergrund habe auch ich nicht anzubieten.

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