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27. Juli 2026

Zur Unvergänglichkeit der Gefühle

Der vorige Beitrag wirft die Frage auf, welche Gefühle es wohl seien mögen, welche uns dazu bringen, an einer Stelle verweilen zu wollen.

Offensichtlich sind es weder Gefühle der Achtung, noch der Lust, da uns diese, sofern angenehm, denn Leid, Erschöpfung, Übelkeit und Schrecken lassen uns wohl auch verweilen, doch nicht, weil wir es an sich wollen, sondern nur, weil sie unsere Bewegung hindern, unentwegt vorantreiben.

Und was nun also die angenehmen Gefühle der Sorge angeht, so
  • ist die Einsicht zwar so beständig wie unser Gehirn, jedoch ein vergleichsweise schwaches Gefühl,
  • ermißt die Wertschätzung zwar explizit die Idealität einer Verlegenheit, jedoch sind die Verlegenheiten selbst flüchtige Positionen, selbst jene infolge unserer Haltung, welche wir durch unsere Stimmung bewerten,
  • richtet sich der Stolz im weiteren Sinne zwar auf die Vergangenheit, welche nicht vergeht, doch er selbst vergeht sehr wohl nach einer Weile, erlaubt jedoch die Annäherung an die gesuchte Position, indem er uns allabendlich zeigt, wie ideal die derzeitige angesichts des voraufgegangenen Tags ist, was Pythagoras, etwa, zur vorzüglichsten Richtschnur erklärt,
  • ist die Liebe im weiteren Sinne zwar zeitlos, doch
    • stellt die Verbundenheit Anforderungen an den sie Empfindenden, welche im Alter zunehmend nicht mehr erfüllt werden, wobei die Verbundenheit mit Gott am längsten aufrecht erhalten werden kann, worum es etwa in Hexagramm 52 des I Chings geht,
    • stellt sich bei der Liebe im engeren Sinne stets die Frage, ob die erreichte Ordnung der Welt in Auffassung und letzterer Anwendung nicht übertroffen werden könne, wiewohl die eigene Schwäche hier natürlich beruhigend wirkt und es gut sein lassend, und
    • verpflichtet die Zufriedenheit zu ihrer Bewahrung, was es sündig erscheinen läßt zu verweilen, es sei denn, daß ein anderer diese Verpflichtung übernimmt.
Wir sehen also, daß die ideale Position dem Menschen nicht einfach als Ziel vorgegeben ist, sondern daß sie sich aus der Reflexion der eigenen Bewertung des eigenen Bemühens um sie ergibt.

Freilich, manche Menschen bestimmen die ideale Position vorschnell nach oberflächlichen Gesichtspunkten, etwa ihrer sozialen Stellung oder der Perfektion ihrer Unternehmungen, und diese sind gefährlich, und insbesondere, wenn sie sich auf oberflächliche Ordnungen stützen, um die Welt zu formen.

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