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14. Juni 2021

Etablierung und geistige Willkommenheit

Hinter dem Bemühen, das Heil zu etablieren, steht die Sehnsucht nach geistiger Willkommenheit, das heißt in
  • der eigenen Kraft,
  • dem eigenen Wirken und
  • den eigenen Überzeugungen
willkommen zu sein. Sind wir solcherart willkommen, so ist das Heil jedenfalls zu einem gewissen Grade bereits etabliert. Und wenn wir solcherart unwillkommen sind, so tragen wir durch unsere Etablierungsbemühungen zu größerer künftiger Willkommenheit unseres Geistes bei.

Sind wir in unserer Kraft unwillkommen (Wehwalt mußt ich mich nennen!), so versuchen wir, aus unseren Verhältnissen auszubrechen, und der Moment, in welchem wir Willkommenheit finden, ist der Augenblick unseres Aufbruchs, wann wir beginnen, unsere eigene Geschichte zu schreiben.

Sind wir in unserem Wirken unwillkommen, wofür wir auch mißachtet sagen, so versuchen wir, uns mit Anderen auszutauschen, uns einerseits zu informieren und andererseits zu präsentieren, und der Moment, in welchem wir Willkommenheit finden, ist der Augenblick unseres Beitritts zu einer Gemeinschaft ihr Wirken gegenseitig Achtender. Wirken fällt unter die Aktionsmuster und verträgt sich mit der Initiativität des Eins- und Bestürztseins.

Sind wir in unseren Überzeugungen unwillkommen, wofür wir auch unverstanden sagen, so versuchen wir, nach Anzeichen kompatibler Überzeugungen auszuschauen, und der Moment, in welchem wir Willkommenheit finden, ist der Augenblick unserer Einbringung in eine Gemeinschaft sich um dasselbe Sorgender.

Das orientativ Richtige, von welchem ich im vorigen Beitrag sprach, besteht also konkret in dem Aufbruch-, Beitritt- und Einbringungspendenden. Der Augenblick der Willkommenheit ist ein geweihter Moment:
  • Willkommenheit in der eigenen Kraft weiht unseren Stand,
  • Willkommenheit im eigenen Wirken weiht unseren Busen und
  • Willkommenheit in den eigenen Überzeugungen weiht unser Haupt,
was wir als Schauer beim Eintauchen des entsprechenden Körperteils in das Heil empfinden.

Ich fand Willkommenheit in den ersten beiden Punkten bei meiner Heirat, nicht aber im dritten.

Größtenteils finden die Deutschen durch das Verbandsmandat (die aristotelische Selbstoptimierungsgemeinschaft) ihre geistige Willkommenheit, am Rande äußert sich ihre Sehnsucht nach ihr in Reisen und Supertramp? Nun, jedenfalls äußerte sie sich einmal so. Das Erwachen der Liberalen, von welchem ich im vorigen Beitrag sprach, ist ein Ausschauen, eine Regung, sich einzubringen, welche sich indes einstweilen an die Waffen der Illiberalität hält. Und wenn ich von Liberalität spreche, meine ich selbstverständlich die Freiheit des Gewissens. Die Graffitis in Tartu stimmen jedenfalls: It has to be fought! Merry crisis and a happy new fear. und noch einige andere, welche Männer in Gasmasken und Ponchos und... aber das läßt sich sprachlich nur unzureichend widergeben. Seltsam, daß mich das Schicksal in das einstige freie Gallien verschlug.

Nun, da stehen die Dinge also.

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