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25. Mai 2015

Stalker, eine Inquisition.

Laß alles, wie es vorgesehen ist, wahr werden.
Laß sie glauben und über ihre Leidenschaften lachen.
Denn was sie Leidenschaften nennen ist in Wahrheit keine emotionale Kraft,
sondern nur die Reibung ihrer Seele an der äußeren Welt.
Und vor allem, laß sie an sich selbst glauben,
laß sie hilflos sein wie die Kinder,
denn Schwäche ist ein großes Ding und Stärke nichts.
Wenn ein Mensch gerade geboren ist, ist er schwach und anschmiegsam,
wenn er stirbt, hart und fühllos.
Wenn ein Baum wächst, ist er zart und biegsam,
aber wenn trocken und hart, so stirbt er.
Härte und Stärke sind des Todes Gefährten,
Biegsamkeit und Schwäche Ausdruck der Frische des Seins,
denn was erstarrt ist, wird nie siegen.

Vergiß im Ringen mit der Welt nicht, welcher Reichtum mit ihr ringt.

Experimente, Fakten, Wahrheit der höchsten Instanz.
Es gibt keine Fakten, ganz besonders hier nicht.
All dies ist jemandes idiotische Erfindung.
Fühlst du es nicht?
Aber du mußt natürlich herausfinden, wessen Erfindung es ist.
Und wozu?
Welchen Nutzen kann dein Wissen haben?
Wem wird es ins Gewissen reden?
Mir?
Ich habe kein Gewissen, nur Nerven.
Ein Arschloch kritisiert mich, und es verletzt mich,
ein andres preist mich an, und es verletzt mich erneut.
Einmal ergieße ich mein Herz und meine Seele,
und sie verschlingen mein Herz und meine Seele,
ein andres schreib' ich mir den Schmutz von derselben,
und sie verschlingen auch ihn.
Sie alle sind so gebildet.
Ihnen allen fehlt es an Wahrnehmung.
Und sie alle schwärmen umher, Journalisten, Redakteure, Kritiker, wandelnde Bücherregale.
Uns sie alle fordern: Mehr, mehr!
Was für ein Schriftsteller bin ich, wenn ich das Schreiben hasse?
Wenn es mir stete Folter ist, eine schmerz- und schamvolle Beschäftigung?,
als preßte ich Hämorrhoiden aus.
Früher dachte ich, meine Bücher würden jemanden verbessern.
Nein. Niemand braucht mich!
Zwei Tage, nachdem ich gestorben bin, werden sie jemanden anders verschlingen.
Ich wollte sie verändern, aber sie haben mich verändert,
mich nach ihrem Bilde geschaffen.
Die Zukunft war einst nur die Fortführung der Gegenwart,
und alle Veränderungen lagen weit hinter dem Horizont,
jetzt sind Zukunft und Gegenwart eins.
Sind sie bereit dafür?
Sie wollen nichts wissen!
Alles was sie wissen ist, wie man verschlingt!

Ein langer Weg ist's, sich seiner Situation zu stellen,
was man wollte,
was man tut,
was man zu wollen scheint.
Wer mag sich der Schwierigkeit des Lebens just in dem Augenblick stellen,
in welchem ihn die Kraft zu verlassen beginnt?

Freilich, es ist nur das Alter und schmerzhaft nur für den, wer noch nicht alt sein will oder keine Gelegenheit dazu hat.


Wir sind nun an der Schwelle.
Dies ist der gewichtigste Augenblick in eurem Leben.
Ihr müßt wissen, daß eure innersten Wünsche hier in Erfüllung gehen.
Euer ernstester Wunsch! Durch Leiden geboren!
Es braucht keine Worte.
Konzentriert euch nur und erinnert euer ganzes Leben.
Wenn ein Mensch an die Vergangenheit denkt, wird er gütiger.
Und vor allem,
vor allem:
Ihr müßt glauben!
Nun könnt ihr gehen.

Wenn ich mein ganzes Leben erinnere, so steht vor mir ein Junge mit einer Empfänglichkeit für das Schöne und wenig sonst.

Was sollte ich mir andres wünschen, als daß Gott die Liebe der Menschen zu ihm anerkennt?

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