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30. März 2024

Segen, Gnade und Los Gottes

Ich werde in diesem Beitrag die inneren Zusammenhänge zwischen den Gehießenheiten, den ideellen transzendenten Akten und dem Erbe, Reich und Beistand Gottes auf der Grundlage des vorigen Beitrags noch einmal gründlicher herausarbeiten.

Zunächst einmal sei dazu bemerkt, daß, wenn Anpassungen Voraussetzungen haben, diese Voraussetzungen dann auch schrittweise erfüllt werden können, nämlich im Falle der Umsetzung durch
  1. Beachtung,
  2. Aufmerksamkeitsschärfung,
  3. Aufnahme,
  4. Bewertung und
  5. Einsatz,
der Begegnung durch
  1. Vergegenwärtigung,
  2. Verständniserweiterung,
  3. Anwendung,
  4. Bewertung und
  5. Einsatz
und der Einordnung durch
  1. Vorstellung,
  2. Bedachtsdetaillierung,
  3. Verbindlichmachung,
  4. Bewertung und
  5. Einsatz.
Wenn nun eine Voraussetzung in einem bestimmten Schrittt nicht erfüllt wird, so kann sie durch den entsprechenden Akt erfüllt werden, und das entspricht der natürlichen Ordnung, welche Gott von uns erwartet, und welche also auch ausgenutzt werden kann, um uns auf eine bestimmte Bahn zu zwingen, wie etwa durch den Jakobinismus, welcher bewußt die bestehende Anwendung, sowie ihre Bewertung und ihren Einsatz durch die übertriebene Betrauung der Jugend untergräbt, so daß sie neu vollzogen werden müssen, nachdem Berücksichtigung, antizipiertes Los und Begegnung den Voraussetzungen nicht entsprachen, wobei ich die Frage, wie genau sich die Antizipation verbessern läßt, hier nur ausweichend mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, sich an jene zu halten, welche richtig zu liegen pflegen, beantworten möchte.

Betrachten wir nun den Fall, daß wir uns nach unserer Gehießenheit anpassen, also
  • nach unserem Gewissen umsetzen,
  • nach unserer Vorliebe begegnen und
  • nach unserem (subjektiven) Glauben einordnen.
Das ist sozusagen die Pflicht. Die Kür besteht darin, von welchen Bildungen wir dabei ausgehen, und diese Bildungen mögen selbst wieder unserer Gehießenheit entsprechen, nämlich
  • die Entwicklung, in welcher wir umsetzen, unserer Vorliebe,
  • die Haltung, in welcher wir begegnen, unserem (subjektiven) Glauben und
  • die Vorhaben, welche wir einordnen, unserem Gewissen,

wo sie dann wie beschrieben ihren Gang durch die Voraussetzungen der jeweiligen Anpassung gehen, derart wir

  • unsere Vorliebe
    1. beachten,
    2. unsere Aufmerksamkeit auf sie schärfen,
    3. sie aufnehmen,
    4. bewerten und
    5. zur Umsetzung unseres Gewissens einsetzen,
  • unseren (subjektiven) Glauben
    1. uns vergegenwärtigen,
    2. sein Verständnis erweitern,
    3. ihn anwenden,
    4. bewerten und
    5. zur Begegnung unserer Vorliebe einsetzen und
  • unser Gewissen
    1. uns vorstellen,
    2. seinen Bedacht detaillieren,
    3. es verbindlich machen,
    4. bewerten und
    5. zur Einordnung nach unserem (subjektiven) Glauben einsetzen,

wobei

  • die Aufgerufenheit zur Vorliebe der Umsetzung des Gewissens entspringt,
  • die Bedeutsamkeit des (subjektiven) Glaubens der Begegnung der Vorliebe und
  • die Sinnhaftigkeit des Gewissens der Einordnung nach dem (subjektiven) Glauben

und

  • der Segen der Umsetzung des Gewissens, Gottes Segen und Erbe, aus der Umsetzung aus der Vorliebe heraus erwächst, um welchen das Gebet um die Bahn im Bewußtsein der Aufgerufenheit letzterer bittet,
  • die Gnade der Begegnung der Vorliebe, Gottes Gnade und Reich, aus der Begegnung aus dem (subjektiven) Glauben heraus, um welche das Gebet um die Gnade im Bewußtsein der Bedeutsamkeit letzterens bittet, und
  • das Los der Einordnung nach dem (subjektiven) Glauben, Gottes Los und Beistand, aus der Einordnung aus dem Gewissen heraus, um welches das Gebet um das Amt im Bewußtsein der Sinnhaftigkeit letzterens bittet.

Der Mensch hat einen Anspruch auf diese Küren, und wenn sie ihm jemand verwehren will, so kann er, je nachdem, um den Segen, die Gnade oder das Los Gottes beten, wobei dem Segen dadurch, das eigene Kreuz zu tragen, Genüge getan wird, der Gnade durch die Herbeiführung des Reichs Gottes und dem Los durch den Beistand Gottes.

Mit anderen Worten ist es eine wirklich schlechte Idee, dem Menschen nicht zu erlauben, seiner Vorliebe aus seinem (subjektiven) Glauben heraus zu begegnen, da das dann anstehende Gebet nicht nur ihn selber betrifft.

Umgekehrt ist es leichter, von Gottes Segen und Beistand überzeugt zu werden, gerade weil sie nur den Menschen selbst betreffen*, und die Vorliebe, welche zum Segen, oder das Gewissen, welches zum Beistand führte, hochzuhalten.

Und dann wie Petrus über Johannes zu schimpfen, daß es jenem an Vorliebe mangele und er sein Kreuz nicht trage und er ganz nutzlos sei.

Nun, die Weltstunde der Schaumschläger ist noch nicht um, wiewohl sich ihr Resonanzraum zusehends zusammenzieht, die Stunde jener, welche an den Hoffnungen und Befürchtungen anderer reich werden und nur an sich denken. Es ist schade, daß unsere Gesellschaft die nötigen Reformen nicht bereitwillig unternimmt, sondern sich stattdessen an die Verheißungen und Drohungen der Macht hält, einer Macht, welche die Gesellschaft betrügt, aber so ist es einstweilen noch, und besser kann es auch nur werden, wenn die Menschen den Schritt aus ihren jetztzeitigen Vorstellungen heraus wagen.

* beziehungsweise im Falle des Loses zu betreffen scheinen, denn der Beistand gilt tatsächlich allen Menschen gleichermaßen, nur daß das für gewöhnlich übersehen wird. Auch könnte sich nur ein Verrückter zum Feind von Gottes Beistand, also menschenfreundlichen Naturgesetzen, machen, während es im Falle des Reiches Gottes recht gewöhnlich ist.

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29. März 2024

Anpassungsvoraussetzungen

Damit wir eine Aussicht auf etwas gewinnen können, müssen wir es uns bewußt machen, nämlich
  • es beachten, damit wir auf es aufmerksam sein können,
  • es uns vergegenwärtigen, damit wir es verstehen können, und
  • es uns vorstellen, damit wir es bedenken können.
Damit wir uns rechtfertigen können, müssen wir zunächst eine Aussicht gewinnen, nämlich
  • eine Aufmerksamkeit, damit wir uns ausrichten können,
  • ein Verständnis, damit wir berücksichtigen können, und
  • einen Bedacht, damit wir uns Rechenschaft geben können.
Damit wir antizipieren können, müssen wir zunächst einen Anfang machen, dessen weiteren Fortgang wir antizipieren, nämlich
  • eine Bewußtmachung, deren Fortgang durch die Adäquanzgefühle antizipiert wird,
    • der Fortgang der Beachtung durch die Aufgerufenheit,
    • der Fortgang der Vergegenwärtigung durch die Bedeutsamkeit und
    • der Fortgang der Vorstellung durch die Sinnhaftigkeit,
  • eine Aussicht, deren Fortgang durch die Stimmung antizipiert wird,
    • der Fortgang der Aufmerksamkeit durch die Heiligkeit,
    • der Fortgang des Verständnisses durch die Geheuerheit und
    • der Fortgang des Bedachts durch die Stimmigkeit, und
  • eine totale Anpassung, deren Fortgang durch eine Einfühlung antizipiert wird, nämlich
    • der Fortgang des Gelübdes durch seine Gnade,
    • der Fortgang der Anerkennung durch ihr Los und
    • der Fortgang der Verpflichtung durch ihren Segen.
Nun ist es allerdings so, daß die Einfühlungen auch unsere Rechtfertigungen antizipieren, da mit ihnen totale Anpassungen einhergehen, nämlich mit
  • dem Ausrichten ein zeitlich begrenztes Gelübde,
  • dem Berücksichtigen eine zeitlich begrenzte Anerkennung und
  • dem Rechenschaftgeben eine zeitlich begrenzte Verpflichtung,
und damit sind wir gerade in der Lage, den weiteren Fortgang unseres Rechtfertigens und seiner Voraussetzungen zu antizipieren, und das müssen wir auch, damit wir uns vernünftig anpassen können, nämlich für
  • das Umsetzen das ihm zugrundeliegende Ausrichten und dessen Voraussetzungen antizipieren,
  • das Begegnen das ihm zugrundeliegende Berücksichtigen und dessen Voraussetzungen und
  • das Einordnen das ihm zugrundeliegende Rechenschaftgeben und dessen Voraussetzungen.
Und da wir das nun haben, können wir die Tafel der Anpassungsstörungen betrachten.
\ beim
Störung
der

Umsetzen Begegnen Einordnen
Bewußt-
machung
Abgelenktheit Abfindung Bescheidung
Aussicht Zerstreutheit Stumpfheit Verlorenheit
Recht-
fertigung
Nachlässigkeit Beliebigkeit Gleichgültigkeit
Antizipation Unsicherheit Leichtfertigkeit Tolpatschigkeit
Anpassung Verhaftetheit Verstocktheit Störrischkeit
Die mittlere Spalte scheint mir in den ersten fünf Schalen des Zornes Gottes zu begegnen:
  • Drüsen für den Verstockten,
  • des Meeres Tod für den Leichtfertigen,
  • blutiges Wasser für den Beliebigen (Überzeugungslosen),
  • feurige Hitze für den Stumpfen (Abgestumpften) und
  • scharfer Rauch für den Sich abgefunden Habenden.
Wenn das stimmt, und es scheint mir zu stimmen, wird die fünfte Schale die Dreisten treffen und der Abfindung mit dem Zynismus ein Ende bereiten.

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28. März 2024

Korrektive und elektive Vergebung der Sünden

Wie ich im vorigen Beitrag ausführte, sind wir gehalten, unserer Gehießenheit in unserer Zeit nachzukommen, und indem wir das tun, passen wir unsere Haltung unserer Gehießenheit an,
  • unseren Umgang an unsere Vorliebe,
  • unsere Vorhaltung an unseren (subjektiven) Glauben und
  • unsere Bestrebungen an unser Gewissen,
direkt, und mittelbar auch an die jeweils übrig bleibenden Teile der Gehießenheit.

Bei dieser Anpassung geraten wir auf Abwege, verfehlen aus der Unvollkommenheit der bisher erreichten Anpassung heraus den nächsten gehießenen Schritt, und bereuen es dann, wenn dies eintritt.

Und darin besteht die korrektive Vergebung der Sünden: daß wir den Glauben daran, unserer seelischen Gehießenheit Form zu verleihen, nicht aufgeben.

Die elektive Vergebung der Sünden besteht hingegen darin, daß Gott einem sich neuerlich bewußt gewordenen seelischen Gesetz in Ansicht der Form, welche es hervorgebracht hat, weiterhin Raum in seiner Schöpfung gibt.

Christus gab den Menschen die korrektive Vergebung ihrer Sünden und öffnete ihnen damit den Weg zu deren elektiver Vergebung in einer Zukunft der Kinder Gottes.

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27. März 2024

Der ungehießene Geist

Wiewohl Kinder von ihrer Vorliebe, ihrem (subjektiven) Glauben und ihrem Gewissen gehießen werden, verbringen sie doch einen Großteil ihrer Zeit in einem ungehießenen Zustand, in welchem sie ihre Lage entweder genießen oder eine erstrebenswertere anstreben, nämlich
  • angesichts ihres Standes vergnügt sind, wenn er sie mit Begehren erfüllt, oder Trost suchen, wenn er ihnen widerstrebt,
  • von ihren Gelegenheiten verlockt werden, wenn sie günstig sind, oder von ihrer Verlegenheit bedrängt, wenn sie es nicht sind, und
  • Klarheit über eingesehene Begleiterscheinungen empfinden oder uneinsehbare Verhältnisse zu klären trachten.
Später allerdings, wenn wir erwachsen sind, geziemt es uns nicht mehr,
  • uns unbeschwert zu vergnügen,
  • uns arglos verlocken zu lassen oder
  • die Klarheit von Einsichten zu bestaunen,
und es wird uns mindestens als Schwäche ausgelegt, wenn wir allzu eilfertig
  • Trost suchen,
  • uns bedrängen lassen oder
  • um Klärungen bitten,
da die Gesellschaft von uns erwartet, daß
  • uns unser Gewissen in einen glücklichen Stand versetzt,
  • uns unsere Vorliebe einen wertgeschätzten Weg weist und
  • uns unser (subjektiver) Glaube einen lieblichen Überblick verschafft.
Wenn das aber fehlt und ein Erwachsener nur Vergnügen, Trost, Verlockung, Bedrängtheit, Klarheit und Klärung kennt, so erfüllt uns das zurecht mit Furcht vor ihm, denn sein Geist wird nicht durch die Ehrfurcht vor Gott und den Menschen gelenkt.

Mit dieser Ehrfurcht zugleich fehlt einem solchen Menschen das sie begründende Verständnis der größeren Zusammenhänge des Lebens und seine Gedanken haben einen tastenden Charakter, wie ich ihn in den beiden zuletzt behandelten Rätselmahnungen vorgeführt habe - letztlich aus Sarkasmus, denn unserer Gesellschaft scheint es zu belieben, den Einflüsterungen des Teufels erörterungslos Folge zu leisten.

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26. März 2024

Jacobinism

Make youth tall
and let the order fall.
Let the order fall
and make sombreness tall.
Make sombreness tall
and let reluctance fall.

But if the youth's precedes the order's fall,
the latter's defence's is made tall.

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Heilsentzugserscheinungen

Ich möchte die Mahnung

Open the gates
and let opportunity
wash the pillars away.

Shut the gates
and let audacity
take their place.

noch einmal in einem anderen Licht betrachten.

Wir suchen das Heil, und bisweilen entzieht es sich uns in dem Sinne, daß wir es an einer anderen als der gewohnten Stelle suchen müssen, derart wir es an letzterer immer seltener und in immer verdünnterer Form finden. Wenn wir dem dann nicht nachkommen, so gibt es immernoch drei Weisen, mit dem Heilsentzug umzugehen, nämlich
  • ihn entweder verbissen zu verdrängen, oder
  • ihm selbstvergessen auszuweichen oder
  • dreist auf das Heil zu verzichten,
und diese drei Umgangsweisen bestimmen die heutige politische Landschaft:
  • Alex Jones und Donald Trump liefern Beispiele verbissener Verdrängung,
  • die akademische Landschaft und die Grünen Beispiele selbstvergessenen Ausweichens auf Nebenschauplätze und
  • Tucker Carlson und Elon Musk Beispiele dreisten Verzichts.
Letztere fällt aber nicht so ins Auge wie die ersteren beiden, was daran liegt, daß das Heil nicht zum bürgerlichen Bewußtsein der Vereinigten Staaten von Amerika gehört, sie in meiner Terminologie also keine Repräsentationskultur bilden. Doch nur weil das Reich Gottes die Vereinigten Staaten von Amerika nicht legitimiert und die von einer Erlebniskultur in den Mittelpunkt gerückte Freiheit seine Ahnung ausschließt, wird der heilige Geist nicht daran gehindert, den Bürgern einer Erlebniskultur einen Eindruck davon zu vermitteln, was sie konkret in dieser Welt verbessern können. Der Witz ist nur, daß dies stets spontan aus der Gelegenheit zu einer solchen Verbesserung heraus geschieht, und nicht aus dem Bemühen, der eigenen Verpflichtung zur Verwirklichung des Reiches Gottes nachzukommen, und wenn nun diese Gelegenheiten ausbleiben, findet der Verzicht faktisch statt, ohne daß er formal erklärt werden müßte. Was Tucker Carlson aber tut, und weshalb ich ihn hier mit Elon Musk zusammen aufführe, ist, daß er den Leuten Mut zuspricht, ihr Leben wie gehabt zu leben und sich keine Sorgen über den mangelnden Kompaß zu machen, und somit die Selbstbestimmung zugunsten der Zufriedenstellung unterminiert.

Dasselbe würde ich so von Elon Musk übrigens nicht sagen, denn er glaubt durchaus an die Selbstbestimmung, nur daß sie für ihn lediglich eine korrektive Rückkopplung darstellt, um Korruption vorzubeugen, und kein aktiv gewähltes Schicksal, an welches er nicht glaubt, wie seine Unternehmen ja auch nicht visionär sind, sondern lediglich der zeitgenössischen Industrieplanung gehorchen. Gelangten die Amerikaner aber dahin, sich von der Politik nicht mehr als eine effiziente Modernisierung zu versprechen, so wäre Elon Musk offensichtlich ihr Mann. Indes liegt hier nur in der Formulierung ein Dissenz zu Tucker Carlson vor, denn die korrektive Rückkopplung ist gerade die Zufriedenstellung der Vorliebe und des Gewissens, während der (subjektive) Glaube, welcher der Selbstbestimmung zugrundeliegt, stets aktiv sein Schicksal wählt, so daß es nichts weiter als geschickte Vermarktung ist, wenn die ungehinderte Mitteilung der eigenen (Un-)Zufriedenheit als gesellschaftliche Selbstbestimmung bezeichnet wird: Das ist sie nicht wirklich, sondern lediglich ein ausgleichendes, stabilisierendes Element.

Ich möchte nicht sagen, daß Elon Musk auch gar keinen (subjektiven) Glauben hat, dessen Objektivierung er vermissen könnte, doch sein (subjektiver) Glaube ist sehr profan. Bei Tucker Carlson liegen die Dinge anders: Er fühlt sich von den Heilsauguren betrogen, er ist tatsächlich ein sehr offener, beinahe weiblicher Mann in diesen Dingen, das heißt nicht mit Sturheit geschlagen und ein guter Zuhörer. Gleichzeitig ist er aber auch stolz und der Meinung, daß Amerika schon etwas besseres finden wird.

Ich traue dem Heilsverzicht wie gesagt nichts zu, aber das heißt nicht, daß er sich nicht als Haltung durchsetzt, vorausgesetzt, daß man den Menschen auch nicht allzu viel zutraut: Es ist sehr schwierig, das Heil an anderer Stelle zu suchen, wenn einen die Ideologie und die Organisation eines Zeitalters davon abhalten, und auf Nebenschauplätze auszuweichen rächt sich schließlich auf den Hauptschauplätzen. Verbissenheit läßt sich nur defensiv über längere Zeit aufrecht erhalten, offensiv - und die aktive Wahl des eigenen Schicksals ist offensiv - führt sie zu Verbohrtheit, doch Verbissenheit vermag immerhin, Restbestände einstweilen gegenwärtig zu erhalten. Und was Donald Trump betrifft: Bisweilen scheint er vernünftig genug, sich auf das Machbare zu beschränken, bisweilen scheint er davorzustehen, sich zu überheben, aber natürlich kann er nur tun, was er gelassen wird, und das ist anscheinend wenig. Was er aber in jedem Fall einstweilen gegenwärtig erhält, ist die amerikanische Normalität vor ihrer neojakobinischen Verrückung.

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24. März 2024

Operationale Kontrolle und seelenausbilderische Dominanz

Ich habe in den letzten Tagen mit einer Antwort auf die Frage gerungen, welchen Hoffnungsschimmer ich in der gegenwärtigen Lage zu vernehmen meine, wo uns doch Repräsentations-, Erlebnis- und Willens-(sub-)kulturen fest im Griff haben.

Der Schlüssel zu diesem Schimmer liegt in der Tatsache begründet, daß die katholische Kirche nicht nur die Operationen der Regierenden durch Buchführung über alle im Staate verübten Gewaltakte kontrolliert, sondern ebenfalls die seelische Ausbildung des Volks dominiert (hat).

Wo gehobelt wird, fallen Späne, und wer ein vollständiges Register über die Späne hat, schafft Tischler von seinen Gnaden. Wozu ist es gut, Sünden vergeben zu können, wenn sich die Menschen nicht versündigen? Aber das gilt eben nicht nur für die Regierenden, das gilt auch für das Volk.

Das Ideal der katholischen Herrschaft ist das folgende:
Entstörend über die sich in den Menschen (gemäß dem generativen Zykel des Zeitalters der Werke) zeigende seelische Bewegung zu wachen.
Zu ihm drängt die katholische Kirche die Regierungen von ihren Gnaden, aber dazu genügt es nicht, die Kontrolle über deren einzelne Handlungen zu haben, vielmehr müssen die Regierungen mit dieser Rolle und der Art ihrer Ausfüllung einverstanden sein, und um sie dazu zu bringen, kann die katholische Kirche ihre Dominanz über die Seelenausbildung des Volkes dazu benutzen, es verrückt zu machen, wie am Vorabend der Französischen Operation, um diesen Begriff hier einmal ins Spiel zu bringen, bis allen Seiten nichts anderes übrig bleibt, als den Rat der katholischen Kirche zu suchen, um wieder eine Ordnung herzustellen.

Auf diese Weise hat die katholische Kirche die Monarchie in Europa abgeschafft und sie durch die demokratische Willenssubkultur ersetzt, denn sie verstand, daß die Monarchie in einen Gegensatz zur damaligen seelischen Bewegung geriet, und daß eine solche Regierung zum Niedergang des von ihr regierten Staates führt.

Was heute begegnet ist, daß sich die Regierenden den Mechanismen der operativen Kontrolle ergeben, aber zugleich den Respekt vor der seelenausbilderischen Dominanz der katholischen Kirche verloren haben, und deshalb nun dreist meinen, die seelische Bewegung ignorieren zu können, da weder sie, noch die katholische Kirche das gewünschte Resultat zu erzielen vermögen, ganz einfach, weil das Zeitalter der Werke  an sein Ende kommt, an welchem sein generativer Zykel pathologisch wird, so daß sie sich lieber auf das stützen, was ihnen noch als solide erscheint, als auf gar nichts.

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22. März 2024

Selbstbestimmung und Zufriedenstellung: Verbündung und Entstörung

Wenn wir uns in allem wiederfinden wollten, derart wir die Gestalt jeder Einzelheit bestimmten, so wäre die Welt wohl nicht groß genug für zwei von uns.

Dennoch können wir uns als Herren des Landes, in welchem wir leben, verstehen, wenn nur bezüglich der grundlegenden Fragen Einverständnis unter seinen Besiedlern herrscht und wir über die nötigen Möglichkeiten verfügen, und abhängig davon, was wir andernorts sehen und wie es uns gefällt, können wir sogar ausgedehntere Bündnisse bilden.

Die Alternative dazu ist, daß wir uns von einer Regierung zufriedenstellen lassen, welche etwaige Beeinträchtigungen zwischen ihren Untertanen entstört (es wird leichter, wenn die Hörner beizeiten weggeätzt wurden).

Der Unterschied zwischen diesen beiden Alternativen, soweit er unsere Selbstfindung betrifft, ist, daß Selbstbestimmung die Ergründung des eigenen (subjektiven) Glaubens voraussetzt, wohingegen wir zu unserer Zufriedenstellung lediglich unsere Vorliebe und unser Gewissen überprüfen müssen (and grow up just like them, won't let you work it out).

Der Unterschied, soweit er die politische Kontrolle betrifft, ist, daß die Regierung, indem sie frei ist, Interessengegensätze zu entstören, zugleich auch frei ist, Interessengegensätze einzufädeln, und die Regierten also zu keiner Zeit wissen, was ihnen ihre Regierung für Tretminen unter die Füße gelegt hat.

Der Grad, zu welchem Regierungen von dieser Freiheit Gebrauch machen, ist freilich unterschiedlich. Die katholische Kirche, beispielsweise, beabsichtigt keineswegs, die Menschen lediglich zufriedenzustellen, sondern sieht eine begrenzte Ergründung des eigenen (subjektiven) Glaubens vor, einstmals seitens des Adels und seit dem 17. Jahrhundert seitens des einfachen Volks, doch das hindert sie andererseits auch wieder nicht daran, im Namen des Friedens dem Frieden entschieden entgegenzuwirken, weshalb sich die Lage im Gazastreifen heute so auswächst, also weil im Namen des Friedens die Bewohner des Gazastreifens von an militärischen Widerstand gebundene Spenden abhängig gemacht wurden (ich lese aus Katar) und Israel genug von der christlich-muslimischen Annäherung auf seinem Rücken hat - die Fäden zieht natürlich Frankreich, aber es geschieht im katholischen Überbau.

Das ist im weltzivilisatorischen Maßstab natürlich nur eine Fußnote, aber sie veranschaulicht, wie wenig Zufriedengestellte Herr der Prüfungen sind, welche sie bestehen müssen, wohingegen Selbstbestimmte nach ihren eigenen Vorstellungen beurteilt werden und nicht nach den imperialen Ränken ihrer Regierungen.

Ich schrieb vor langer Zeit:

Open the gates
and let opportunity
wash the pillars away.

Shut the gates
and let audacity
take their place.

Und jetzt ist es so weit: Die Dreistigkeit nimmt Gestalt an in Form eines Konsortiums von Großkapitalisten, welche den Menschen spezifische Lebensverhältnisse anbieten, um sie zufriedenzustellen - und nur zufriedenzustellen. In diesen Lebensverhältnissen hört die Mitbestimmung der Menschen bei der Frage auf, ob es ihnen in ihnen nicht gefalle, ob sie bisher nicht gut mit ihnen gefahren wären und dem Hinweis darauf, daß sie sich gegebenenfalls eine neue Heimat suchen müßten. Und zwischen diesen Strukturen, welche den angebotenen Lebensverhältnissen zugrundeliegen, herrscht fortwährend Krieg und stets kommen versteckte Sprengladungen ans Licht.

Das ist die Welt, welche auf uns wartet, wenn wir sie haben möchten, und gerade weil sie vor den Toren steht, ziehen heute die Heere zusammen, um über die Zukunft zu entscheiden.

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21. März 2024

Zynismus

Nach dem vorigen Beitrag reißen Laster ein oder wir fallen in sie zurück, doch nicht immer ist das umgangssprachlich so ganz klar, etwa wenn es um Faulheit geht, obwohl es ja schon klar ist, daß Faulheit untergräbt und sich nicht vermißt, so daß wir also auch in sie zurückfallen, wenn wir unsere Hoffnung verlieren oder unsere guten Vorsätze vergessen, und sie nicht etwa als der Konsum einer verbotenen Frucht einreißt.

Ich schicke diese Betrachtung voraus, weil Zynismus der Faulheit oftmals sehr ähnlich zu sein scheint, insofern beide zu resignieren scheinen, aber dies täuscht, da Zynismus oftmals Mittel zum Zweck ist, nämlich indem er entweder
  • durch abstoßende Bemerkungen die Leute vergrault, um von ihnen in Ruhe gelassen zu werden, oder
  • sarkastisch Widerspruch provoziert,
und wie wir an diesen beiden Anwendungen bereits erkennen, wenn wir sie für sich betrachten, muß der eigentliche Zynismus, welcher keinen anderen Zwecken dient, etwas wahrlich Schlechtes sein, nämlich, um uns nicht länger dumm zu stellen, die eigene Verantwortung für andere Menschen aufzugeben und rücksichtslos von ihrer Schwäche zu profitieren.

Ich möchte im folgenden die Bundesrepublik Deutschland als Fallstudie betrachten, aber nicht direkt unter dem Aspekt des Zynismusses, sondern unter dem Aspekt der Selbstbegrenzung der Politik, welcher seit Gerhard Schröder mit ersterem zusammenhängt.

Adolf Hitler höchstpersönlich führte in Mein Kampf das Konzept der Selbstbegrenzung der Politik ein, da Politiker nunmal keine Fachleute in den Angelegenheiten des Lebens sind, welche es ausmachen. Die einzige Aufgabe der Politik bestehe demnach darin, das mit seiner Arbeit und seinen Anliegen beschäftigte Volk vor systematischen Freibeutern zu schützen, welche es gezielt in Notlagen brächten, um es auszupressen, und sich ansonsten von den produktiven Teilen des Volks in Wirtschaftskammern und durch Schriftstellerverbände beraten zu lassen und, um hier keinen blinden Fleck bestehen zu lassen, richtigerweise auch von Wissenschaftsräten.

An diesem hehren Selbstverständnis der Politik hielt die Bundesrepublik Deutschland bis Helmut Kohl fest. Zwar wirkte Willy Brandt in viel öffentlicherer Weise als politische Wetterfahne als alle anderen Bundeskanzler, aber auch er hielt sich noch an die Rolle eines Moderators, welcher lediglich den Geist, welcher seinerzeit das Volk erfaßte, organisiert, und außerdem kam er schließlich über der Guillaume-Affäre zu Fall und Helmut Schmidt kehrte zu einer gediegeneren Amtsführung zurück.

Was nun Gerhard Schröders Amtszeit auszeichnet ist, daß die Politik und die Wirtschaft zu dem Schluß kamen, daß ihre Probleme nicht mehr im Rahmen der politischen Selbstbegrenzung und der Gewährung verläßlicher sozio-ökonomischer Verhältnisse zu lösen wären, sondern daß es des aktiven Kampfes der Politik bedürfe, um wirtschaftsfreundliche Verhältnisse zu schaffen, nämlich
  • der Privatisierung von Energiewirtschaft, Bahn, Post und Fernmeldewesen zum Staatsschuldenabbau,
  • der Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe und nicht zuletzt
  • der Subventionierung von Niedriglohnarbeit im Rahmen des Arbeitslager-, äh, Aufstockermodells
- es ist schon recht, die Subventionierung der deutschen Industrie durch von der Schutzstaffel vermietete Arbeitssklaven hier anzusprechen, um zugleich dem Faktischen gegenüber dem Idealen etwas mehr Gewicht zu verschaffen, als auch die unter Schröder stattgefunden habende Neupositionierung von Politik, Volk und Wirtschaft zur Kenntlichkeit zu entstellen.

In diesen Jahren, so gegen '98-'99, kam ich angesichts des offensichtlichen Irrsinns, Staatsgrundlagen zur einmaligen Tilgung von Staatsschulden zu privatisieren, und später auch über dem Spektakel, daß die Presse die Erzielung eines Rekordpreises für die UMTS-Frequenzen bejubelte, welcher nichts anderes bedeutete, als daß die Deutschen höhere Telephongebühren bezahlen werden mußten als alle anderen, zu dem Schluß, daß der Zynismus in Deutschland flächendeckend eingerissen war.

Ich möchte den Zynismus hier aber wie gesagt nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern die Selbstbegrenzung der Politik, welche Gerhard Schröder aufgab, indem er die Menschen in eine Zeit und auf ein neues wirtschaftliches Spielfeld führte: Gäbe es heute etwa noch die Post, müßte sich niemand von Jeff Bezos sein Geschäft vorschreiben lassen, wiewohl es natürlich auch Viele freuen dürfte, daß Bezos die Preise drückt.

Schröder hat damit eindeutig die Idee, daß das Volk aus sich heraus den Impuls bildet, welcher es in seine Zukunft führt, beerdigt, aber er sah sich immerhin noch als Teil einer modernen Elite, welche das Nötige für es übernimmt, und welche ihrerseits eine positive Auslese aus ihm, wie etwa seine Bischöfe, darstellt.

Eine solche Auslese hat aber nie existiert, sie wurde nie kodifiziert, es kamen lediglich verschiedene Interessenvertreter ad hoc zusammen, und deshalb bestand Angela Merkels ganze lange Amtszeit darin, diese Interessen zusammenzuhalten und nun gänzlich autokratisch über das Wohl des Landes zu wachen, indem sie mal diesen schmierte und mal jenen mit Erlässen ruhigstellte.

Mittlerweile sind die Grünen an der Macht, und sie verstehen sich nicht nurmehr als Sachwalter, weder als Teil einer Elite, noch als einzig ehrlicher Makler, sondern vielmehr als ein Engelsheer, welches die Erde vom Abschaum der Menschheit befreit (and purifies the earth of the filth of Brutals), und jene, welche wissen, daß die eigenen Vorwände dafür maßlos übertrieben, wenn nicht gar erlogen sind, haben dem Zynismus ihre Seele gänzlich hingegeben, weshalb es bei diesem Unterfangen besser ist zu warten, bis die Lage so klar wie von einem Blitz erleuchtet wird.

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19. März 2024

Zwei Sorten Laster

Laster bestehen stete darin, über dem Augenblick die Zukunft zu vergessen, und dafür kann es nur zwei Gründe geben, nämlich
  1. den Augenblick zu wollen oder
  2. seine Alternativen nicht zu wollen und also zu ihm gezwungen zu werden.
Die erste Sorte Laster ist die Vermessenheit und die zweite die Untergrabung. Wenn Vermessenheit entsteht, so sagen wir, daß sie einreißt, und wenn Untergrabung entsteht, so sagen wir, daß wir in sie zurückfallen, was wir in dem Sinne tun, daß wir genauso die Kontrolle über unsere Zukunft verlieren wie ein Tier. Oftmals fallen wir freilich auch in dem Sinne zurück, daß wir in der Not zu Mitteln greifen, welche wir aufgrund ihrer untergrabenden Wirkung aufgegeben haben, wie zum Beispiel Opium. Je genügsamer ein Mensch ist, desto seltener zwingt ihn sein Unwille, und desto eher entkommt er der Untergrabung, indem er sich aufrappelt, wohingegen ein Mensch scheitern muß, damit er sich nicht mehr vermißt. Es genügt also ein Ausweg, um die eigene Zukunft nicht mehr zu untergraben, aber damit die Vermessung aufhört, sie zu zerstören, darf es keinen Ausweg geben, und deshalb ist die Untergrabung, sowohl in einem Menschen als auch in einer Gesellschaft, ein geringeres Übel als die Vermessung, und insbesondere, wenn der die eigene Zukunft Untergrabende genügsam ist, wohingegen der Ungenügsame von einem Rückfall zum nächsten stolpern mag, selbst wenn er sich aufrappelt.

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17. März 2024

Koexistenz

Die drei Formen des Einfügens in die transzendenten Einheiten sind
  • Anfachen von Bildungen zum Heil,
  • Einlassen auf Bildungen im Lebenskreis und
  • Einfinden in Bildungen im Sein,
wobei wir
  • Bewußtseinsfoki anfachen, auf welche wir uns in der netzförmigen Zeit beziehen,
  • uns auf Zieletappen einlassen, auf welche wir uns in der linearen Zeit zu bewegen, und
  • in Bildungsrollen einfinden, welche Spannungen in der punktförmigen Zeit erzeugen.
Die Formen des Einfindens, um welche wir bei den materiellen transzendenten Akten beten.

Einfinden in
  • bezügliche Erfahrung, nämlich die Verbindung mit einer Entwicklung bei einer Erfahrung,
  • bezügliche Bestrebung, nämlich die Erwiderung durch eine Gesetzmäßigkeit bei einer Bestrebung, und
  • bezügliche Vorhaben, nämlich die Betroffenheiten durch Verhalten bei Vorhaben,
wobei
  • Erfahrungen äußerlich als Entwicklungen erscheinen, welche sich in der Spannung einer verbinden,
  • Bestrebungen als Gesetzmäßigkeiten, welche einander in der Spannung einer erwidern, und
  • Vorhaben als Verhalten, welche einander in der Spannung eines betreffen.
Die Formen des Einlassens, um welche wir bei den funktionalen transzendenten Akten beten.

Einlassen auf
  • gemeinsame Erfahrung, das heißt auf eine gemeinsame Grundlage (zubewegendes Gebet angesichts des eigenen Bedachts oder des eigenen Begegnens),
  • gemeinsamen Umgang, das heißt auf einen gemeinsamen Ansatz (merkendes Gebet angesichts des eigenen Verständnisses oder des eigenen Einordnens), und
  • gemeinsame Vorhaben, das heißt gemeinsame Unternehmen (nachvollziehendes Gebet angesichts der eigenen Aufmerksamkeit oder des eigenen Umsetzens).
Die Formen des Anfachens, um welche wir bei den ideellen transzendenten Akten beten.

Anfachen
  • mitgeteilter Erfahrung, namentlich einer entfachten Zukunft, etwa der Heilsgeschichte,
  • mitgeteilter Vorhaltung, namentlich einer entfachten Erkenntnis, etwa der seelisch transzendent holistischen, und
  • mitgeteilter Vorhaben, namentlich entfachter Wirkungen, etwa der transzendent einfügenden Akte.
Für das Einfinden gibt es keine allgemeine augenfällige Veranschaulichung, doch das Einlassen läßt sich schön an Kindern veranschaulichen, welche mal dieser und mal jener Bildung hinterherlaufen, und das Anfachen an einer Gruppe, welche am Lagerfeuer mal in dieser und mal in jener Bildung schwelgt. Auch unsere Wirtschaft läßt sich an solchen Kindern veranschaulichen, und unsere Politik an einer solchen Gruppe, wobei sich allerdings die Frage stellt, welche Bildungen die Politiker anfachen - üblicherweise ja wirtschaftsdienliche, also zum kindlichen Hinterherlaufen einladende, was aber kein Dienst am Menschen ist, sondern ihn infantilisiert.

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16. März 2024

Voraussetzungen der und Gefahren für die Koordination

Wie ich zuletzt ausführte, mag Koordination gefährden, gleichzeitig wird sie aber auch gefährdet, und damit beschäftige ich mich nun.

Was garantiert, daß Menschen
  • die gemeinsam vorgezogene Erfahrung, um derentwillen sie zusammenarbeiten,
  • die gemeinsame Haltung, auf deren Grundlage sie sich verbünden, oder
  • die gemeinsamen Vorhaben, derentwillen sie sich Zusagen machen,
nicht aufgeben?

Ihre Gehießenheit, sofern sie der gemeinsamen Bildung entspricht, also
  • die Vorliebe der gemeinsamen Erfahrung (des Wirkens gebender Geister Gottes),
  • der (subjektive) Glaube der gemeinsamen Haltung und
  • das Gewissen den gemeinsamen Vorhaben.
Entspricht die Gehießenheit nicht, oder ist sie zu schwach, so ist die Koordination gefährdet und insbesondere durch den Übergang in Menschenführungsverhältnisse, nämlich den Übergang
  • der gemeinsamen Erfahrung in die Abfindung mit Behelfung,
  • der gemeinsamen Haltung in die Verleitung zu Angeboten und
  • der gemeinsamen Vorhaben in die Bestochenheit durch Belohnung:
Abfindung tötet die Geister Gottes, Verleitung die Verbündung und Bestechung koordinierte Vorhaben.

Für die weitere Betrachtung ist es aber letztlich unerheblich, ob beim Abfall von den gemeinsamen Bildungen nachgeholfen wurde oder nicht.

Findet der Abfall statt, so wirkt sich dies auf die Rechtfertigung aus, indem kein
  • Ausrichten auf der Grundlage oder Begegnen der gemeinsam vorgezogenen Erfahrung,
  • Berücksichtigen oder Einordnen nach der gemeinsamen Haltung, beziehungsweise
  • Rechenschaftgeben über die oder Umsetzen der gemeinsamen Vorhaben
mehr stattfindet, und dies führt dazu, daß die Gemeinsamkeit der Bildung bei den Betroffenen von der Gemeinschaft hinterfragt wird.

Falls die Koordination hinsichtlich der drei Güter unausgewogen ist, falls also
  • wenige Zusammenarbeitende weitgehend die Zugänge kontrollieren,
  • wenige Verbündete das Wissen oder
  • wenige Zusagenmachende die Macht,
so werden diese Wenigen, wenn sie abfallen, nicht verstoßen werden können und auch wenig Neigung verspüren sich, oftmals ja auch ungerechtfertigt, was in der Natur der Sache liegt, wenn die vorgezogene Erfahrung, die Haltung oder die Vorhaben eines Menschen erraten werden, hinterfragen zu lassen und stattdessen Koordination in Führen,
  • Zusammenarbeit in Behelfen,
  • Verbündung in Anbieten und
  • Zusagenmachen in Belohnen
überführen.

So viel zur allgemeinen Theorie. Es wird von Administrationen und Ministern gesprochen und das Bild des Volkes als Herr dieser Diener bemüht, wiewohl nicht im Deutschen, da sie dort dem Staat dienen, und es ist kein schlechtes Bild, wenn es als anzustrebendes Ideal verstanden wird, doch auf die tatsächlichen Verhältnisse angewandt stimmt es natürlich nicht, denn das Volk ist nicht in der Lage, die Administration zu behelfen, vielmehr behilft letztere ersteres, doch idealerweise zu einer Welt, deren Gestalt das Volk beschlossen hat.

Dieses Verhältnis zwischen Volk und Administration ist das eines koordinierten Vorhabens, nämlich jene Welt zu erreichen, bei welchem die Administration dem Volk die Zusage gemacht hat, seine Vorstellungen umzusetzen.

Was in den Ermessensspielraum der Administration fällt, und was das Volk entscheiden muß, wird dabei durch die Frage bestimmt, ob es die Gestalt der allgemein erfahrenen Welt betrifft. Wären Kriege, beispielsweise, auf Adelshäuser beschränkt, welche um das Recht der ersten Nacht kämpften, so gingen sie das Volk nichts an (The people have no say in the program for the genetic improvement of bastards!), aber wenn sie die Gestalt der Welt umkrempeln, selbstverständlich schon.

Es gehört dabei zu den Pflichten der Administration, den Willen des Volkes zu ergründen, und wo ihr das Urteil desselben unvernünftig erscheint, es darüber ins Bild zu setzen, warum es ihr unvernünftig erscheint, zu welchem Zweck es den Japanern beispielsweise erlaubt wurde, Pearl Harbor anzugreifen. Verabschiedet sich eine Administration aber von dieser Zusage, ob nun aus Bestechlichkeit oder nicht, so hört sie auf, sich selbst Rechenschaft über sie zu geben, und Anderen dann selbstverständlich auch nicht mehr, so daß das Volk anfängt, ihre Vorhaben zu hinterfragen, und indem die Administration der Versuchung erliegt, sich auf die absurdesten Hinterfragungen einzuschießen und sie als paranoide Verschwörungstheorien von Spinnern zu bekämpfen, koppelt sie sich im Gefühl der Gerechtfertigtheit auch formal durch sie bedeutungslos machende Vertragseinschränkungen von ihrer Zusage ab und wird bald zum Instrument einer auf Belohnung und Bestrafung beruhenden Herrschaft.

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn sich Administrationen von Sicherheitsexperten einreden lassen, daß sie, um einen gefährlichen Ungeist zu bekämpfen, welcher die Demokratie bedroht, und welcher zum einen aus ihrer eigenen Weigerung, ihren Völkern über ihre Vorhaben Rechenschaft zu geben, entspringt, und zum anderen aus der Manipulation der Hinterfragung dieser Vorhaben durch die selben Sicherheitsexperten, zu robusteren Mitteln greifen müssen, so übernehmen sie nur das dreckige Geschäft für diese Sicherheitsexperten und außer, daß nun sie zu ihren Handlangern geworden sind, ändert sich rein gar nichts an der Beziehung zwischen dem Volk und den gegen es Putschenden.
Mais l'Elon, il nous sauvera, parce qu'il est assez puissant pour être libre. And freedom is never given, but always earned (said the slaveholder to his worsers).
Nun, Koordination ist auch nicht voraussetzungslos zu haben, sondern nur zwischen Gehießenen, welche Formen der Koordination finden, welche unterschiedlichen Graden der Übereinstimmung der Gehießenheit gerecht werden, derart sie sich nicht gegenseitig bekämpfen.

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14. März 2024

Seelennöte

Die Seele leidet
  1. darunter, wenn ihr keine Gedanken erwachen, weil es an Stimulanzen mangelt,
  2. darunter, wenn ihr keine Gedanken erwachen, weil sie zwanghaft andere verfolgt, und
  3. darunter, erwachte Gedanken nicht weiterverfolgen zu können,
wobei
  • die Sorge Gedanken durch Reflexion verfolgt,
  • die Achtung durch Navigation und
  • die Lust durch Anstrengung,
und folglich ergibt sich folgende Tafel der Seelennöte, welche die Verheißungsfülle nach dem Wirkungsbedürfnis der Seelenteile beurteilen.

Mangelnde
Stimulanz
Zwanghafte
Verfolgung
Unmögliche
Verfolgung
Reflexion Verlassenheit Verplantheit
(Bitterkeit)
Verhindertheit
Navigation Langeweile Getriebenheit Konsterniertheit
Anstrengung Lustlosigkeit Atemlosigkeit Hilflosigkeit
Je höher der Seelenteil, desto weniger umstandsabhängig ist das Erwachen und desto leichter die Verfolgung, wiewohl vorgestellte Umstände die erste Gesetzmäßigkeit scheinbar außer Kraft zu setzen vermögen. Aus diesem Grund zieht es die Seele in die Höhe, wo sie dann darauf achten muß, ihre Pläne so zu gestalten, daß sie sie in einen Stand versetzen, welcher für die Reflexion zu verwirklichender lieblicher Ordnungen offen ist.

Der wahre Hedonismus, sozusagen, und eines der größten Vergehen an ihm ist das mit der Sammelleidenschaft einhergehende Streben nach Vollständigkeit.

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12. März 2024

Das Wesentliche für einen, den und die Menschen

Das Wesentliche für einen Menschen besteht darin, seinen Weg durch die Geschichte zu finden, wozu insbesondere gehört, die Grundlage für seine Nachkommen zu legen, und wenn wir nicht nach einem, sondern nach den Menschen fragen, ist es auch nicht anders.

Das Problem ist nur, daß die Menschen weder Talent, noch Neigung haben, ihren Weg durch die Geschichte gemeinsam zu bestimmen.

Der Mensch ist ein Vehikel, um dieses Hindernis zu überwinden, sofern folgendes Dogma akzeptiert wird:
Indem das Wesentliche für den Menschen besorgt wird, wird auch das Wesentliche für die Menschen besorgt.
Der Mensch muß aber keinen Weg finden, sondern lediglich über die Möglichkeit verfügen, dem Gesetz seiner Seele folgen zu können: Indem das Gesetz seiner Seele beschrieben wird, wird der Begriff des Menschen mit Inhalt gefüllt, und indem dieses Gesetz auf eine geschichtliche Lage bezogen wird, läßt sie sich auf der Grundlage dessen, zu was sie den Menschen bringt, bewerten. Alles, was dann noch bleibt, ist sich für einen Weg zu entscheiden, welcher die Seele des Menschen nicht in Widerspruch zu sich selbst bringt.

Sohn des Menschen und Sohn Gottes zu sein, heißt, das obige Dogma anzuerkennen, denn andernfalls müßte sich ein Sohn Gottes weigern, ein Sohn des Menschen zu sein.

Stattdessen muß, wer das Dogma nicht anerkennt, ob er sich als Sohn Gottes sieht oder nicht, die Notwendigkeit der politischen Führung anerkennen, welche den Weg der Menschen durch die Geschichte an ihrer Statt bestimmt.

Das aber kann man der (katholischen) Kirche nicht vorwerfen: Zwar hat sie Könige von Gottes Gnaden ernannt, aber das Amt, den Weg der Menschen durch die Geschichte an ihrer Statt zu bestimmen, hat sie ihnen nicht übertragen, und tatsächlich hat sich unser Weg durch die Geschichte auch aus ganz anderen Quellen ergeben.

Die Formelgläubigen aber, welche unsere Geschichte seit dem 18. Jahrhundert zunehmend bestimmen, bis zu dem Punkt heute, an welchem der Mensch gezügelt und trotzdem unbeholfen ist, akzeptieren das Dogma der Gesegnetheit des Dienstes für den Menschen nicht, weshalb sie sich auch immer darauf berufen, den Menschen zu dienen und niemals dem, welchen sie darüberhinaus gerne als eine unbegründbare Denkfigur bezeichnen, da sie die Grundlage der Wegbestimmung durch die Geschichte durch die Menschen selbst ist.

Post Scriptum vom selben Tag. Es macht mich regelrecht wütend, daß δόξᾰ im Altgriechischen sonst stets Ansicht (was man von etwas oder jemandem erwartet oder glaubt) bedeutet, aber in der Bibel Herrlichkeit bedeuten soll. Richtig übersetzt heißt Johannes 17:5
Und nun, Vater, gibt mir [, wo ich] bei dir [bin,] den Glauben, welchen ich bei dir hatte, bevor die Welt ward.
Ich habe es auch in Johannes 1:14 korrigiert.

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10. März 2024

Zur Kontrolle der Erlebnis-(sub-)kulturen durch die katholische Kirche

Ich möchte die Betrachtung der abendländischen Geschichte in Kulturelle und subkulturelle Herrschaft unter den Aspekt der gesellschaftlichen Zielvorstellungen der katholischen Kirche bringen.

Die linke Hand der katholischen Kirche besteht aus den Sündern, welchen sie vergibt, und die rechte aus den Idealen, welche sie predigt. Wie ich im referierten Beitrag ausführte, signalisierte der Altar des Wiener Stephansdoms den Einzug eines neuen Ideals, nämlich daß die Welt für das einfache Volk (metaphorisch durch geflügelte Säuglinge dargestellt) zu gestalten wäre, weil es in ihr lebt, und bereits implizit darin enthalten ist die Vorstellung, daß das einfache Volk letztlich darüber zu entscheiden hat, in welcher Welt es leben will.

Und das ist immernoch das gesellschaftliche Ideal, welches die katholische Kirche predigt, und ein neues ist auch nicht in Sicht. Vielmehr erfüllt es weiterhin eine wichtige Funktion, nämlich den Glauben daran zu befestigen, daß sich auf seiner herrschaftlichen Grundlage, also der beschriebenen Kombination der christlichen Kultur mit demokratischer Willenssubkultur, das Reich Gottes in Form des Weltstaats verwirklichen ließe.

Nur daß die militärisch mächtigsten Staaten der Welt nicht auf dieser Grundlage stehen, weder die Vereinigten Staaten, noch Rußland oder China. Letztere liegen außerhalb des Einflußbereichs der katholischen Kirche, aber auf Amerika kann die katholische Kirche sowohl durch ihre linke, als durch ihre rechte Hand Einfluß nehmen.

Letzteres hat sie seit 2000 recht erfolgreich getan, die amerikanischen Vorstellungen eines guten Lebens nähern sich den europäischen zunehmend an, aber gleichzeitig setzen sich die organisatorischen Interessen des die amerikanische Erlebniskultur beherrschenden inneren Zirkels global immer mehr durch.

In gewisser Weise ist das der katholischen Kirche ganz recht:
  1. erzeugt es weltweit Antiamerikanismus und
  2. erlaubt es ihr, den inneren Zirkel wie gehabt durch ihre linke Hand zu kontrollieren.
Dostojewskij spricht es in Die Brüder Karamasow, genauer gesagt in der Erzählung vom Großinquisitor, offen aus, daß die katholische Kirche die Welt mit den Mitteln des Teufels regiert, Heinrich Heine ist vorsichtiger und gibt nur zu bedenken, daß der Ablaßhandel ein Gleichgewicht zwischen Gut und Böse herstellt, indem jede böse Tat eine gute nach sich zieht: Der Sünder beichtet und bezahlt für seine Vergebung ein Bußgeld, welches das heilige Werk der Kirche finanziert. Was Heine nicht sagt, ist, daß er damit der katholischen Kirche zugleich ein genaues Bild über die lokalen Machtkämpfe vermittelt, gerade wie heute Kriminelle der Anwaltskammer, wenn sie sich in der Hoffnung auf Straferleichterungen vertrauensvoll und großzügig an Anwälte wenden.

Die linke Hand weiß also, wer welche Verbrechen begeht, welche genau er begangen hat und welche er zu leisten im Stande ist, und sie beschirmt den, wer sich ihr gegenüber erkenntlich zeigt: Es ist eine einfache und effektive Kontrolle der Unter- und Oberwelt.

Deshalb mag es durchaus sein, daß die katholische Kirche über die zunehmende Macht des inneren Zirkels nur lachen kann. Das Problem ist aber folgendes: Entweder
  • sie setzt auf seine Überwindung durch ihre rechte Hand, oder
  • sie setzt auf seine Einspannung zu ihren Zwecken durch ihre linke, oder
  • sie setzt auf seine Überwindung durch ihre rechte und linke Hand,
und ersteres ist nur bis zu einem bestimmten Grade erfolgreich, da der innere Zirkel seine Feinde sanktionieren kann, und die zweite Möglichkeit ist mit dem Problem verbunden, daß das einfache Volk die Predigt ihrer rechten Hand als Heuchelei erkennt, da dem inneren Zirkel nichts an ihm gelegen ist, und der von ersterem beherrschte Weltstaat letzterem also eine andere Stellung als die gepredigte zuwiese, und letzteres riskiert den offenen Krieg gegen die stärkste Militärmacht auf Erden.

Es hat jedenfalls den Anschein, daß sich die katholische Kirche ihrer eigenen Legitimationskrise zum Trotz zunehmend auf ihre linke Hand verläßt, aber wenn das Bild der barocken Engel dabei zu einem schlechten Witz wird, wird sie finden, daß ihr niemand auf dem Weg in einen neofeudalen Weltstaat folgt, um dort, seiner Freiheit beraubt, sich wieder Respekt zu verschaffen, in einer Wiederholung der Entwicklung des mittelalterlichen Bürgertums unter den Bedingungen der die menschliche überflügelnden künstlichen Intelligenz, was ein absoluter Albtraum würde.

Nein, der Mensch ist keine verschiebbare Masse, selbst Kühe spüren, wenn es nicht in den Stall, sondern zum Schlachter geht. Die konkreten Anforderungen der Geschichte erlauben es nicht, sich der Kontrolle durch die katholische Kirche zu Liebe in den ihr vertrauten Bahnen zu bewegen.

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9. März 2024

Koordinationsleiden

Daß ich es grundsätzlich befürworte, daß sich Menschen koordinieren, nämlich
heißt nicht, daß sich ihre Koordination nicht auch zu einem Problem für die Allgemeinheit auswachsen kann, indem sie es eigenwillig versäumen, die Gehießenheit der Allgemeinheit einzubeziehen, das heißt indem sie
  • weltfremd eigenwillig umsetzen und den Eigensinn der Allgemeinheit, das heißt ihr Verlangen nach azf der Anerkennung ihres (subjektiven) Glaubens basierender Umsetzung, ignorieren,
  • vorlaut eigenwillig begegnen und das Vorwalten der Allgemeinheit, das heißt die auf dem Gelübde zu ihrer Vorliebe basierende Begegnung, ignorieren, und
  • eigenmächtig eigenwillig einordnen und das Urteilsvorrecht der Allgemeinheit, das heißt ihr Bestehen auf der auf ihrer gewissensmäßigen Verpflichtung basierenden Einordnung, ignorieren.
Die Koordinationsbemühungen unserer aktivistischen politischen Mechanik sind weitestgehend pathologisch, etwa
  • der weltfremde Klimaalarmismus, dessen Heilsvorstellung in etwa so überzeugend ist, wie ein Barbiehaus,
  • die vorlauten Klimaschutzmaßnahmen, welche sich der Allgemeinheit gegenüber so aufführen, wie eine Rockerbande im Wohnviertel, und
  • die eigenmächtige Redaktion der Wikipedia, welche, nachdem sie normale Menschen mit ihren Gepflogenheiten vergrault hat, zunehmend überfordert mit ihrer editorialen Verantwortung ist.
Wikipedia ist mittlerweile mehr Bibliothek denn Enzyklopädie, und es ist nicht gerade natürlich, den Bibliotheksbetrieb zu koordinieren, seine Delegation an Auftraggeber, die interessierte Öffentlichkeit, und Auftragnehmer, die Bibliothekare, ist natürlicher, aber im Rahmen des gemeinsamen Erkenntnisinteresses, welches sich in einem koordinierten Schulbetrieb (gemeint sind Schulen im antiken Sinn, also Platoniker, Stoiker und so weiter) niederschlägt, mag auch die Sammlung interessanter Literatur koordiniert werden, was in einigen Ecken der Wikipedia vielleicht auch so geschieht, etwa wenn es um weniger bekannte Rockbands geht, aber bei der Koordination des Schulbetriebs ist dann darauf zu achten, daß die Schule stets die Tuchfühlung zu jenen Teilen der Öffentlichkeit hält, welche ihr Erkenntnisinteresse teilt, was eine unaufdringliche allgemeine Präsenz voraussetzt, welche durch ihre Neugierde ein allgemeines Erkenntnisinteresse lebendig erhält und organisiert.

Ein Problem der modernen Informationstechnologie ist, daß sie ein solches begleitendes Mentorentum quasi unmöglich macht, da sich die vernetzte Gesellschaft  eigenwillig von Ort zu Ort teleportiert und dabei nicht wiederholt angesprochen werden kann. Daß dann so Geprägte ihre Vorhaben schließlich eigenmächtig koordinieren, und sei es in radikalen Terrororganisatioen, ist kein Wunder.

Post Scriptum vom selben Tag. Die Geister Gottes sind immer segensreich, aber Menschen entwickeln sich, und was auf einer bestimmten Entwicklungsstufe angemessen war, mag es auf einer späteren nicht mehr sein, wie zum Beispiel mit Puppen zu spielen, was die Vergegenwärtigung der eigenen Beweggründe erlaubt, später aber der Einsicht weichen muß, daß andere Menschen aus ihren eigenen Beweggründen handeln müssen, wie sehr schön in der Star Trek: The Next Generation-Episode True Q dargestellt, wo Amanda die Bedeutung von Free Will (Riker) kennen lernt, als ihr aufgeht, daß es einen Unterschied macht, ob sich in Riker's Liebe zu ihr seine oder ihre eigene Liebe ausdrückt. (Wer die Episode nicht kennt: Riker sagt: You can't make someone love you. und Amanda: Can't I?)

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8. März 2024

φ- und π-Funktion

Wie ich bereits sagte, gilt φ(Πi≤n pi) = Πi≤n (pi-1), wobei φ(N) die zu N teilerfremden Zahlen kleiner als N zählt, das heißt die Einheiten in ZN, wohingegen π(N) die Primzahlen zählt, welche kleiner oder gleich N sind.

Nach dem Primzahlsatz gilt, daß π(N)log(N)/N für hinreichend große N gegen 1 konvergiert. Ich werde in diesem Beitrag zeigen, daß
  1. der Anteil der Einheiten an ZΠi≤n pi, für hinreichend große n gegen 0 konvergiert und daß
  2. das Verhältnis des Anteils der Einheiten an ZΠi≤n pi, zu 1/log(Πi≤n pi) für hinreichend große n gegen 1 konvergiert.
Ad 1. Es gilt:
n>0 1/n = Πp (n≥0 p-n) = Πp p/(p-1)
und da erstere Reihe wie der Logarithmus mit wachsendem n gegen geht, tut es auch das letztere Produkt, so daß sein Kehrwert gegen 0 konvergiert.

Ad 2. Das Verhältnis von iΠi≤n pi 1/i zu log(Πi≤n pi) konvergiert gegen 1 und das von iΠi≤n pi 1/i zu Πi≤n pi/(pi-1) auch, da die überschüssigen Potenzen der geometrischen Reihen mit steigendem n zunehmend weniger ins Gewicht fallen. Somit konvergiert φ(Πi≤n pi)log(Πi≤n pi)/i≤n pi) gegen 1 und nach dem Primzahlsatz auch φ(Πi≤n pi)/π(Πi≤n pi), wobei es aufgrund der Tatsache, daß nur die pi Primzahlen kleiner als Πi≤n pi sind, welche keine Einheiten in ZΠi≤n pi sind und n gegenüber Πi≤n (pi-1) vernachlässigbar ist, trivial ist, daß φ(Πi≤n pi)/π(Πi≤n pi) nur Häufungspunkte größer oder gleich 1 haben kann.

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4. März 2024

Das göttliche Erbe, der göttliche Beistand und das Reich Gottes

  • Das Los der Anerkennung antizipiert die Verlegenheit, zu welcher sie führt,
  • der Segen der Verpflichtung die Begleiterscheinungen, zu welchen sie führt, und
  • die Gnade des Gelübdes den Stand, zu welchem es führt,
und insbesondere
  • das Los der Anerkennung von Heiligem das göttliche Erbe (oder eigene Kreuz),
  • der Segen der Verpflichtung zu Heiligem den göttlichen Beistand und
  • die Gnade des Gelübdes, sich auf das Heilige zu verlassen, das Reich Gottes,
so daß es in einer
  • Repräsentationskultur, deren (logische) Anerkennung auf etwas anderem als dem Heil beruht, keinen Begriff des eigenen Kreuzes gibt,
  • Willenskultur, deren Verpflichtung etwas anderem als dem Heil gilt, keinen Begriff des göttlichen Beistands, und
  • Erlebniskultur, welche sich auf etwas anderes als auf das Heil zu verlassen gelobt, keinen Begriff vom Reich Gottes.
Die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika geloben, sich auf die Freiheit der Menschen zu verlassen, was ihre Verrohung beglaubigt. Das Fehlen eines Begriffs des eigenen Kreuzes begegnet insbesondere unter Wissenschaftlern, wiewohl es dort eine individuelle Frage der Anerkennung heilsirrelevanter Lehren ist. Und darin erweisen sich Sekten, daß sie keinen göttlichen Beistand kennen, denn die Wahrheit erzeugt keine uniforme Verpflichtung.

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Aus aktuellem Anlaß: Das Primat der Politik

So, da ihr jetzt alle da seid... ihr wißt ja, warum... wenn die Regierung beschließen sollte, daß wir ein gefährliches Image brauchen... nicht, daß der Scholz... also wirklich nicht... aber... also, wir müßten dann zu Potte kommen, aber dann woll'n die natürlich auch die Brücke treffen, und das ist nicht so einfach mit über drei Metern Ungenauigkeit... Ja, dann machen wir halt zwei Teams, Munitionsdepots können die schon nach 'ner Woche treffen, aber die Brückenpfeiler müssen sie mit Hilfe der Rawsensordaten beschreiben... Hä?... Ja, wir haben da nicht die Kapazität, das automatisch mit Photos zu machen, das erscheint alles als Code, und die müssen ein paar Monate üben, um da nicht mehr den Code, sondern nur noch Blonde, Brünette und Rotschöpfe... Ja gut, das organisier'n unsere Leute dann... War's das?... Sag' mal, wie lange dauert das eigentlich, bis die 50 Marschflugkörper verschossen haben?... Ja, nee, den Krieg wird das nich' entscheiden... Wir ham' den schon drei von unseren zwölf Luftabwehrsystemen gegeben... Die schießen da jetzt russische Flugzeuge ab, die nicht mehr die Chance haben, uns anzugreifen... Ha, ha!... Ja also, im Ernst, noch 'ne zweite Tranche, und dann is' aber auch Schluß!... Was sagst du da von mit dem Auto durch Polen fahr'n?... Nee, das sieht nicht gut aus, wenn das in die Presse kommt... die Daten können wir schon irgendwie an'ers übertragen... natürlich müssen wir das kontrollieren, sonst schießen die noch Kindergärten ab... So, meine Herren, ich seh' dann mal, was ich hier auf dem Markt für tropische Früchte kriege!
So läuft's anscheinend überall in Deutschland: Die Ampel verlangt Jungfrau'n. Ham' wir noch welche?

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3. März 2024

Kulturelle und subkulturelle Herrschaft

Viele wichtige gesellschaftliche Veränderungen lassen sich einzig auf der Grundlage der kulturellen Hebelpunkte und ihrer zugehörigen Kulturen nicht beschreiben, weshalb ich das Modell hiermit um adjungierte Subkulturen selber Art erweitere.

Ein Mitglied der Regierung einer
  • Repräsentationskultur heiße Eingeweihter,
  • Erlebniskultur Genosse (als Nießer eingeschränkten Zugangs, englisch Insider, daß sich Sozialisten so nennen ist ein Witz, welcher darauf beruht, daß es im Sozialismus keine eingeschränkten Zugänge und auch keine Außenseiter mehr geben soll) und
  • Willenskultur Dominator,
und um ihre Herrschaft auszuüben
  • weihen Eingeweihte ein,
  • laden Genossen ein und
  • dominieren Dominatoren.
Die Adjugation von Subkulturen zu Kulturen bewerkstelligen wir nun dadurch, daß wir es erlauben, daß ein Mitglied der Regierung einer Kultur oder Subkultur zugleich auch ein Agent einer Subkultur oder Kultur ist, wobei folgende Fälle für die Geschichte des Abendlandes relevant sind:
  • erklärte oder erwiesene Respektsperson: Genosse und Agent von Eingeweihten,
  • Beteiligter: Dominator und Agent von Eingeweihten,
  • Patron: Genosse und Agent von Dominatoren und
  • Statthalter: Dominator und Agent von Genossen.
Unter der Herrschaft der Sorge herrschten die Eingeweihten der katholischen Kirche alleine. Diese Herrschaft ging durch die ihr innewohnende Instabilität zu Ende und die Herrschaft der Rücksichtslosigkeit begann, in welcher die Adeligen als erklärte Respektspersonen von Gottes Gnaden die weltliche Subkultur der christlichen Kultur bildeten. Auch diese Herrschaft ging durch die ihr innewohnende Dynamik, nämlich daß sich ihre Abgrenzung als zunehmend unnütz erwies, zu Ende und die Herrschaft der Achtung begann, in welcher die Kompetenten als Respektspersonen im göttlichen Auftrag die weltliche Subkultur bildeten. Während von Gottes Gnaden auf der Zustimmung der katholischen Kirche gründet, ist die Unterstellung unter den göttlichen Auftrag eine individuell freiwillige, weshalb auch viele erwiesene Respektspersonen vor dem 30 jährigen Krieg zum Protestantismus übertraten.

Weder ist die Herrschaft der Achtung instabil, noch veraltet sie, da Repräsentationskultur und Erlebnissubkultur einander stützen. Sie kann nur dadurch zu Ende geben, daß sie unter ideellen oder materiellen Druck kommt, unter Innovationsdruck, wenn neues Wissen verfügbar wird, und unter Konformitätsdruck, wenn die Respektspersonen einen zunehmend abgehobenen Kreis bilden, wobei der Innovationsdruck, welcher die Reichen durch Neureiche ersetzt, die Abhebung beschleunigt und also mittelbar auch zu Konformitätsdruck führt, welche Platon als Ende der Oligarchie genauso beschrieben hat, wie die Instabilität als Ende der Aristokratie. Ob sich seine Beschreibung des Endes der Timokratie mit der hier angegebenen deckt, mag Geschmackssache sein.

Das Ende der Herrschaft der Achtung wurde indes von der katholischen Kirche vorhergesehen, welche aus diesem Grund, und um Schlimmeres, nämlich eine Willenskultur, zu vermeiden, bereits 1639 '(Jahr der Fertigstellung des Altars des Wiener Stephansdoms) den Gedanken in das christliche Bewußtsein pflanzte, daß es die Aufgabe des einfachen Volks sei, darüber zu entscheiden, in welcher Welt es leben wird, und im Rahmen dieser Vorstellung wurde die Herrschaft der Achtung schließlich durch die Herrschaft der Unvernunft, beziehungsweise die Demokratie, abgelöst, in welcher die Subkultur der an der Stadtplanung beteiligten Bürger am Reich Gottes der christlichen Kultur mitwirkt - allerdings nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, da es dort zur Verselbständigung der Erlebnissubkultur kam.

Eine solche Verselbständigung einer Subkultur heiße Verrohung. Reine Erlebniskulturen versanden oder erzeugen damit gleichbedeutend schließlich Konformitätsdruck, welcher zum ersten Mal während des Amerikanischen Bürgerkriegs seine Schatten vorauswarf und um die Jahrhundertwende dazu führte, daß aus den Genossen Patrone wurden, welche die amerikanischen Städte nach den Wünschen  der Subkultur ihrer Bürger planten. Diese freiwillige Berücksichtigung der Ausgegrenzten wurde unter Roosevelt durch eine Subkultur politischer Statthalter ersetzt, welche sich unter Wahrung der Interessen der Genossen (von Wall Street und Co.) professionell um die Berücksichtigung der Bürger kümmerten.

Die europäische Beteiligungssubkultur ist einstweilen stabil, jedenfalls im hiesigen historischen Maßstab, aber die amerikanische Statthaltersubkultur ist es nicht. Dafür, daß die Beteiligungssubkultur nicht prinzipiell stabil ist, liefert die Verrohung im Dritten Reich einen Beleg. Und heute gibt es drei verschiedene Szenarien für das Ende der Erlebniskultur und Statthaltersubkultur, welche aber alle in eine Willenskultur münden, nämlich
  1. das graduelle Anwachsen der Bürokratie bis zum Übergang in den Sozialismus,
  2. eine Übereinkunft der Statthalter und/oder Genossen den Konformitätsdruck in eine der drei möglichen Richtungen durch Irreleitung, Reinreiten oder Aufhetzung zu lenken, und
  3. ein äußeres Ereignis, welches den Konformitätsdruck durch Aufhetzung lenkt.
Das Bild des vom Himmel fallenden Blitzes bezeichnet stets ein äußeres Ereignis, welches zu einer Einsicht führt, aber wenn man Lukas 10:18 auf das Ende der Statthaltersubkultur bezieht, kann es nur eine Einsicht in das eigene Wollen sein, welches einem schlagartig klar wird, da weder die Konformität von Sekten, noch jene des Sozialismusses vom Himmel fallen kann, sondern beide sorgfältig vorbereitet werden müssen.

Post Scriptum vom folgenden Tag. Patrone und Statthalter lassen sich ebenfalls unter der Herrschaft der Unvernunft subsumieren. Was Demokratie genannt werden sollte, und was nicht, erfordert im Einzelfall einiges Urteilsvermögen: die Venezianische Republik, jedenfalls, sollte es nicht. Die Verfeinerung des Modells in diesem Beitrag erbringt natürlich nur den Beweis, daß es nicht im Widerspruch zu den bisherigen steht, und die hier entwickelte Betrachtung scheint etwas gewollt, aber die in ihr auftretenden Sichtweisen treten durchaus auch in der historisch belegten Deutung unserer Geschichte auf und liefern somit Anhaltspunkte unserer traditionellen politischen Wegbestimmung.

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1. März 2024

Die Formen der Aufdringung der Willenskulturen

Willenskulturen bestehen per Definition in der Verpflichtung ihrer Bürger zu vorbestimmten Vorhaben, und es gibt drei Weisen, diese Verpflichtung herbeizuführen, nämlich durch die drei Formen der Aufdringung, Irreleitung, Reinreiten und Aufhetzung,
  • durch Irreleitung, indem vorhabenbeherrschende Annahmen etabliert werden, wie in Sekten,
  • durch Reinreiten, indem öffentliche Selbstentwürdigung belohnt wird, wie im Sozialismus bei den Kampfsitzungen, in welchen die sich an ihnen Beteiligenden der Gerechtigkeit abschwören und sich dadurch von ihrem gegenseitigen Wohlwollen abhängig machen, oder allgemeiner in kriminellen Organisationen durch das Begehen von Verbrechen, und
  • durch Aufhetzung, indem das Bekenntnis zu einem lustbestimmten Willen belohnt wird, aus welchem sich die Vorhaben auf natürliche Weise ergeben, wie im Nationalsozialismus.
Daß der Wille im letzten Fall materieller und nicht sozialer oder ideeller Art ist, liegt daran, daß er die Grundlage der Organisation legen soll, ohne sie unnötig durch soziale oder ideelle Vorgaben einzuschränken. Es läßt sich belegen, daß die mongolische Kultur von den Buddhisten gezielt so gestaltet wurde, daß ihnen die muslimische abscheulich erscheinen mußte, und auf der Grundlage wurde Dschinghis Khan auf die Muslime losgelassen. Im Falle des Dritten Reichs wurde im wesentlichen das Ressentiment der einfachen Leute gegen die die gesellschaftlichen Regeln bestimmenden Kreise militarisiert, was sich aufgrund Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg vornehmlich nach außen richtete, ungeachtet dessen, daß der deutsche Adel hauptsächlich für das Ressentiment verantwortlich war, aber es läßt sich natürlich so ansehen, daß ihnen nie die Chance gegeben wurde zu zeigen, was sie können, weder vom deutschen Adel, noch von der die Nachkriegsordnung bestimmenden Entente.

Alle Willenskulturen sind Gefängnisse, gleich ob sie wie Sekten die Gültigkeit, wie der Sozialismus die Abhängigkeit oder wie der Nationalsozialismus den Willen in eine vorbestimmte Form zwingen, und alle erschöpfen sich an diesem Zwang, wiewohl es im Falle von Dschinghis Khan ein paar Jahrhunderte gedauert hat. Ich denke aber, daß es sich lohnt, die drei Formen zu erkennen und auseinander halten zu können, vergleiche auch Paragraph zur Meinungsverderbung.

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